Die Federal Reserve hat am 29. Juli 2026 den Leitzins zum fünften Mal in Folge bei 3,50–3,75% belassen — diesmal aber mit drei Gegenstimmen unter dem Vorsitzenden Kevin Warsh. Drei regionale Fed-Präsidenten stimmten für eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte — so viele Gegenstimmen in eine Richtung gab es zuletzt 2016. Für Trader und Anleger, die US-Aktien, Währungen oder Rohstoffe handeln, ist der Fed Zinsentscheid einer der wichtigsten Termine im Wirtschaftskalender.
Auf dieser Seite findest Du den aktuellen Stand des Fed Zinsentscheids, die Ergebnisse der letzten FOMC-Sitzungen, alle Termine für 2026/2027 und eine Einordnung der geldpolitischen Lage. Wir erklären, wie die Fed funktioniert, was der Dot Plot und die Summary of Economic Projections bedeuten — und welche Auswirkungen die Zinsentscheidungen auf die Märkte haben.
Alle Angaben in diesem Artikel werden regelmäßig aktualisiert und basieren auf offiziellen Quellen der Federal Reserve sowie auf den Marktdaten führender Datenanbieter. Mehr über unsere redaktionellen Standards erfahren Sie in unseren redaktionellen Richtlinien.
Fed Zinsentscheid aktuell in 30 Sekunden
- Entscheidung vom 29. Juli 2026: Die Fed lässt den Leitzins bei 3,50–3,75% — die fünfte Zinspause in Folge
- Abstimmung 9:3: Beth Hammack, Neel Kashkari und Lorie Logan stimmten für eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte — so viele Gegenstimmen in eine Richtung gab es zuletzt 2016
- Warshs Ton: Hawkisch, aber ohne Forward Guidance — fünf Jahre Inflation über Ziel seien nicht in neun Wochen zu heilen, das 2%-Ziel stehe nicht zur Disposition
- Nächste Sitzung: 15.–16. September 2026 mit neuem Dot Plot — die Futures-Märkte preisen rund 57% Wahrscheinlichkeit für eine Erhöhung
Wann ist der nächste Fed Zinsentscheid?
Die nächste FOMC-Sitzung findet am 15. und 16. September 2026 statt. Bei dieser Sitzung veröffentlicht die Fed neue Wirtschaftsprojektionen und einen aktualisierten Dot Plot. Die Veröffentlichung erfolgt am 16. September um 20:00 Uhr MESZ, die Pressekonferenz beginnt um 20:30 Uhr MESZ. Die darauf folgende Sitzung ist am 27.–28. Oktober 2026 — dann ohne neue Projektionen.
Die nächsten Termine des Fed Zinsentscheids 2026
| Termin | SEP / Dot Plot |
|---|---|
| 15.–16. September 2026 | Ja |
| 27.–28. Oktober 2026 | Nein |
| 8.–9. Dezember 2026 | Ja |
| 26.–27. Januar 2027 | Nein |
| 16.–17. März 2027 | Ja |
| 27.–28. April 2027 | Nein |
| 8.–9. Juni 2027 | Ja |
| 27.–28. Juli 2027 | Nein |
| 14.–15. September 2027 | Ja |
| 26.–27. Oktober 2027 | Nein |
| 7.–8. Dezember 2027 | Ja |
Der Zinsentscheid wird jeweils am zweiten Sitzungstag um 20:00 Uhr MESZ veröffentlicht. Etwa drei Wochen später erscheinen die FOMC Minutes. Quelle: federalreserve.gov
Lesetipp: Das CME FedWatch Tool erklärt
Aktueller Fed Zinsentscheid: Juli 2026 — drei Gegenstimmen für Warsh
Die Federal Reserve hat den Leitzins am 29. Juli 2026 zum fünften Mal in Folge bei 3,50–3,75% belassen. Neu ist das Stimmbild: Die Entscheidung fiel mit 9:3. Beth Hammack (Cleveland), Neel Kashkari (Minneapolis) und Lorie Logan (Dallas) stimmten für eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte — drei Gegenstimmen in dieselbe Richtung gab es zuletzt im September 2016.
Warsh: kein weiches Inflationsziel
Das Statement beschreibt eine solide wachsende Wirtschaft bei erhöhter Unsicherheit — unter anderem wegen des Nahost-Konflikts. Der Stellenaufbau hält mit dem Wachstum der Erwerbsbevölkerung Schritt, die Arbeitslosenquote blieb nahezu unverändert. Die Inflation liegt weiter über dem 2%-Ziel. Kevin Warsh wurde in der Pressekonferenz deutlich: Es gebe kein weiches Inflationsziel, sondern nur ein Ziel — 2%. Fünf Jahre Inflation über Ziel ließen sich nicht in neun Wochen heilen, die Fed werde nicht wanken.
Eine Forward Guidance gab es erneut nicht. Das Statement halte sich bewusst aus Prognosen heraus, sagte Warsh — Marktteilnehmer sollten auf Daten reagieren, nicht auf die Notenbank. Zu den drei Gegenstimmen sagte er, er habe um eine offene Debatte gebeten und sie bekommen. Ein Signal für September vermied er; wo nötig, werde die Fed aber nicht zögern zu handeln.
Die Marktreaktion fiel deutlich aus: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg um rund 8 Basispunkte auf 4,69%, die 30-jährige kletterte über 5,2%. Aktien gerieten unter Druck — der Dow verlor 2,2%, der S&P 500 1,5% und der Nasdaq 1,7%. Der US-Dollar gab nach, Gold legte rund 1% zu.
Rückblick: Fed Zinsentscheid Juni 2026 — Warshs Premiere
Am 17. Juni 2026 hat die Federal Reserve den Leitzins zum vierten Mal in Folge unverändert bei 3,50–3,75% belassen. Es war die erste Sitzung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh, der am 22. Mai vereidigt worden war. Die Abstimmung fiel einstimmig 12:0 aus — ein deutlicher Kontrast zur umstrittenen 8:4-Entscheidung im April.
Warsh krempelt die Fed-Kommunikation um
Warsh kürzte das geldpolitische Statement deutlich und strich die bisherige Forward Guidance. Das Statement enthält keine Hinweise mehr auf künftige Zinssenkungen oder -erhöhungen — die sogenannte „easing bias”-Formulierung, die im April noch drei Gegenstimmen provoziert hatte, ist ersatzlos gestrichen. Warsh kündigte außerdem fünf Task Forces an, die bis Jahresende zentrale Bereiche der Fed überprüfen sollen: Kommunikation, Bilanzpolitik, Datenquellen, Produktivität und Arbeitsmarkt sowie die Ursachen der Inflation.
Besonderes Aufsehen erregte, dass Warsh als erster Fed-Vorsitzender keinen eigenen Dot Plot einreichte. In der Pressekonferenz sagte er: Er halte den Dot Plot in seiner aktuellen Form nicht für hilfreich bei der Gestaltung der Geldpolitik. Die übrigen 18 Teilnehmer reichten ihre Prognosen wie gewohnt ein.
Neue Projektionen: Inflation fast doppelt so hoch wie erwartet
Die Summary of Economic Projections vom Juni zeichnen ein dramatisch verändertes Bild gegenüber März. Die Fed erwartet für 2026 jetzt eine PCE-Inflation von 3,6% statt zuvor 2,7%. Die Kern-PCE-Inflation wurde auf 3,3% angehoben. Gleichzeitig senkte die Fed ihre Wachstumsprognose leicht auf 2,2% (von 2,4%) und die Arbeitslosenquote auf 4,3%.
Die Summary of Economic Projections (SEP) ist die vierteljährliche Wirtschaftsprognose der Fed mit Schätzungen zu Inflation, Wachstum, Arbeitslosigkeit und dem erwarteten Zinspfad.
Der Dot Plot hat sich um 180 Grad gedreht: Der Median-Leitzins zum Jahresende liegt bei 3,8% — das entspricht einer Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte. Neun von 18 Teilnehmern erwarten den Zins Ende 2026 über dem aktuellen Niveau, sechs davon sogar zwei Erhöhungen. Zinssenkungen werden erst ab 2027 erwartet.
Der Dot Plot ist eine grafische Darstellung der individuellen Zinserwartungen der FOMC-Teilnehmer für die kommenden Jahre. Im Juni 2026 reichten nur 18 von 19 Teilnehmern einen Dot ein — Vorsitzender Kevin Warsh verzichtete bewusst darauf.
Die Ursache für die drastische Revision ist vor allem der Ölpreisschock durch den Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormus. Der US-Verbraucherpreisindex (CPI) lag im Mai bei 4,2% — der höchste Stand seit April 2023. Der Arbeitsmarkt bleibt gleichzeitig robust: Im Mai entstanden 172.000 neue Stellen, deutlich über den Erwartungen.
Marktreaktion: Abverkauf zum Handelsschluss
Die Märkte reagierten zunächst verhalten, drehten dann aber in der letzten Handelsstunde deutlich ins Minus. Der S&P 500 und der Nasdaq erreichten ihre Tagestiefs in den Schlussminuten, als sich die Tragweite des hawkischen Dot Plots durchsetzte. Die kurzfristigen Anleiherenditen stiegen sprunghaft. Der US-Dollar legte kräftig zu, während EUR/USD und der Goldpreis unter Druck gerieten — beide reagieren typisch negativ auf steigende US-Realzinsen. Am Terminmarkt preist das CME FedWatch Tool eine Wahrscheinlichkeit von rund 61% für eine Zinserhöhung im Oktober ein.

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Fed Zinsentscheid April 2026
Am 29. April 2026 beließ die Fed den Leitzins bei 3,50–3,75%. Die Abstimmung fiel mit 8 zu 4 Stimmen aus — der stärkste Dissens seit Oktober 1992. Stephen Miran stimmte für eine Senkung, Beth Hammack, Neel Kashkari und Lorie Logan stimmten gegen den „easing bias” im Statement. In seiner letzten Pressekonferenz als Vorsitzender kündigte Jerome Powell an, als Fed-Gouverneur im Board zu bleiben. Am selben Tag bestätigte das Senate Banking Committee Kevin Warshs Nominierung mit 13:11. Die volle Senatsbestätigung folgte am 13. Mai 2026. Miran verließ anschließend den Fed-Vorstand, um Warsh Platz zu machen.
Fed Zinsentscheid Prognose 2026: Kommt eine Zinserhöhung?
Die Diskussion hat sich seit Juni grundlegend verändert: Statt „wann kommt die nächste Senkung?” lautet die Frage jetzt „kommt eine Zinserhöhung?“
Der Dot Plot vom Juni signalisiert eine Erhöhung auf 3,8% zum Jahresende. Nach der Juli-Sitzung preisen die Futures-Märkte rund 57% Wahrscheinlichkeit für eine Erhöhung bereits im September ein. Entscheidend werden die Inflationsdaten der kommenden Monate: Bleibt der CPI über 4%, steigt der Druck auf die Fed, tatsächlich zu erhöhen. Fällt der Ölpreis durch eine Entspannung an der Straße von Hormus deutlich, könnte sich das Bild wieder drehen.
Warsh hielt sich auch im Juli mit Festlegungen zurück und verwies auf die Datenlage. Er bekräftigte das 2%-Inflationsziel und sagte, eine Überprüfung dieses Ziels komme erst in Frage, wenn es wieder erreicht sei. Gleichzeitig warnte Dallas-Fed-Präsidentin Lorie Logan öffentlich, dass „später in diesem Jahr höhere Zinssätze erforderlich sein könnten”.
Die europäische Seite der Zinsentwicklung mit Chartanalyse der Bundesanleihe-Rendite findest Du in unserer Zinsprognose 2026.
Mehrere Faktoren sprechen aktuell für eine straffere Geldpolitik:
- CPI bei 4,2% im Mai — höchster Stand seit April 2023
- PCE-Inflation von der Fed auf 3,6% für 2026 angehoben (zuvor 2,7%)
- Der Arbeitsmarkt bleibt mit 172.000 neuen Stellen im Mai überraschend robust
- Die Zollpolitik der US-Regierung treibt die Verbraucherpreise zusätzlich
- Drei FOMC-Mitglieder stimmten im Juli bereits für eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte
Ein Unsicherheitsfaktor bleibt die Iran-Diplomatie. Am 15. Juni vereinbarten die USA und der Iran ein vorläufiges 14-Punkte-Abkommen zur Öffnung der Straße von Hormus — die formelle Unterzeichnung steht für Freitag an. Sollte der Ölpreis dadurch deutlich fallen, könnte der Inflationsdruck nachlassen und die Erhöhungs-Erwartung kippen.
Was ist der Fed Zinsentscheid?
Der Fed Zinsentscheid ist die Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve über den Zielbereich der Federal Funds Rate — den Leitzins, zu dem sich amerikanische Banken über Nacht gegenseitig Geld leihen.
Das Federal Open Market Committee (FOMC) trifft diese Entscheidung achtmal im Jahr. Das Gremium besteht aus zwölf stimmberechtigten Mitgliedern: den sieben Mitgliedern des Board of Governors, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank von New York und vier der übrigen elf regionalen Notenbankpräsidenten, die im Rotationsverfahren abstimmen.
Das Federal Open Market Committee (FOMC) ist das geldpolitische Entscheidungsgremium der US-Notenbank, das über die Höhe des Leitzinses und die Ausrichtung der Geldpolitik abstimmt.
Die Fed verfolgt ein duales Mandat: maximale Beschäftigung und stabile Preise. Durch Anhebung oder Senkung des Leitzinses steuert sie die Kreditkosten in der gesamten Wirtschaft. Höhere Zinsen verteuern Kredite und bremsen die Nachfrage, niedrigere Zinsen machen Geld billiger und stimulieren Konsum und Investitionen.
Die Federal Funds Rate ist der Leitzins der Fed — der Zinssatz, zu dem Banken sich über Nacht gegenseitig Geld leihen.
Der Zinsentscheid wird jeweils am zweiten Sitzungstag um 20:00 Uhr MESZ (14:00 Uhr Eastern Time) in einem geldpolitischen Statement veröffentlicht. Unmittelbar danach, um 20:30 Uhr MESZ, gibt der Fed-Vorsitzende eine Pressekonferenz. Bei vier der acht Sitzungen veröffentlicht die Fed zusätzlich ihre Wirtschaftsprognosen (Summary of Economic Projections) inklusive des Dot Plots. Etwa drei Wochen nach jeder Sitzung erscheinen die FOMC Minutes — das detaillierte Sitzungsprotokoll, das von Tradern genau analysiert wird.
Wie funktioniert der Fed Zinsentscheid?
Die Federal Reserve ist die Zentralbank der Vereinigten Staaten und steuert die Geldpolitik der größten Volkswirtschaft der Welt.
Der Prozess folgt einem festen Ablauf. In den Wochen vor jeder Sitzung analysiert die Fed eine Vielzahl von Wirtschaftsindikatoren: Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payrolls), Inflationsdaten (CPI, PPI, PCE), BIP-Wachstum, Konsumausgaben und die Lage an den Finanzmärkten. Auf Basis dieser Daten erstellen die FOMC-Mitglieder ihre individuellen Einschätzungen. Detaillierte Informationen zur Geldpolitik veröffentlicht die Fed auf ihrer offiziellen Website.
In der sogenannten Blackout Period — etwa zehn Tage vor der Sitzung — dürfen FOMC-Mitglieder keine öffentlichen Kommentare zur Geldpolitik abgeben. Für Trader ist das relevant, weil in dieser Phase das Handelsvolumen typischerweise sinkt und die Volatilität vor dem Zinsentscheid steigt. Wer den Zinsentscheid aktiv handeln will, findet in unserem Überblick zu Trading-Strategien passende Ansätze — insbesondere im Bereich News Trading.
Die zweitägige Sitzung selbst findet in Washington statt. Am ersten Tag werden die wirtschaftliche Lage und die Risiken diskutiert, am zweiten Tag wird abgestimmt. Das Ergebnis wird um 20:00 Uhr MESZ in einem kurzen geldpolitischen Statement veröffentlicht. In der anschließenden Pressekonferenz um 20:30 Uhr MESZ erläutert der Vorsitzende die Entscheidung und beantwortet Fragen der Presse.
Bei vier Sitzungen im Jahr (März, Juni, September, Dezember) veröffentlicht die Fed zusätzlich die Summary of Economic Projections mit dem Dot Plot. Diese Sitzungen gelten als besonders marktrelevant, weil sie den erwarteten Zinspfad für die kommenden Jahre abbilden. Etwa drei Wochen nach jeder Sitzung erscheinen die FOMC Minutes — das detaillierte Sitzungsprotokoll, das häufig zusätzliche Marktbewegungen auslöst.
Wie beeinflusst der Fed Zinsentscheid die Märkte?
Der Fed Zinsentscheid hat weitreichende Auswirkungen — sowohl auf die US-Wirtschaft als auch auf die globalen Finanzmärkte. Wer die Zusammenhänge zwischen Geldpolitik und Kursbewegungen von Grund auf verstehen will, findet in unserem Guide zum Traden lernen einen umfassenden Einstieg. Für erfahrene Trader sind vor allem vier Kanäle relevant.
Besonders deutlich zeigt sich der Effekt am Yen: Wie die Zinsdifferenz zwischen Fed und Bank of Japan den Wechselkurs treibt, analysieren wir laufend in der USD/JPY Prognose mit Chartanalyse.
Kreditkosten und Konsum
Der Leitzins bestimmt die Basis für alle kurzfristigen Zinssätze in der US-Wirtschaft. Steigt er, werden Kredite für Unternehmen und Verbraucher teurer — Konsum und Investitionen gehen zurück. Fällt er, wird Geld billiger, was die Wirtschaft stimuliert. Dieser Mechanismus ist der wichtigste Transmissionskanal der Geldpolitik.
Aktienmärkte
Zinssenkungen machen Aktien tendenziell attraktiver, weil Anleiherenditen sinken und die Risikoprämie für Aktien steigt. Zinserhöhungen wirken umgekehrt: Anleihen werden als Alternative zu Aktien attraktiver, Bewertungsniveaus geraten unter Druck. Besonders zinsempfindlich reagieren Wachstums- und Technologieaktien, wie der Abverkauf am Tag des Juni-Zinsentscheids zeigte.
US-Dollar und Wechselkurse
Höhere US-Zinsen ziehen internationales Kapital an und stärken den US-Dollar. Das drückt den EUR/USD-Kurs und verteuert für europäische Anleger den Kauf von US-Assets. Umgekehrt kann eine Zinssenkung den Dollar schwächen — was wiederum den Goldpreis stützt, der traditionell invers zum Dollar korreliert.
Anleihenmarkt und Renditen
Die Fed-Politik beeinflusst direkt die Renditen von US-Staatsanleihen. Die Rendite der 10-jährigen Treasury gilt als globaler Referenzzins und wirkt sich auf Hypothekenzinsen, Unternehmensanleihen und die Finanzierungskosten der US-Regierung aus.
Die Zinsentscheidungen der Fed wirken sich nicht nur auf die Finanzmärkte aus, sondern auch auf die Zinsen für Sparanlagen und Kredite. Steigende US-Zinsen erhöhen tendenziell das globale Zinsniveau — auch in Europa. Wer sein Kapital abseits der Börse parken will, findet in unserem Festgeld Vergleich aktuelle Zinssätze und Anbieter.
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Alle weiteren marktbewegenden Termine des Monats findest du gebündelt in unserem Wirtschaftskalender mit Live-Terminen.
Fed Zinsentscheid und EZB — die Unterschiede
Für Trader in der DACH-Region ist der Vergleich zwischen Fed und EZB besonders relevant, weil beide Notenbanken die wichtigsten Währungen beeinflussen und ihre Entscheidungen direkt auf den EUR/USD-Wechselkurs wirken.
Die Fed steuert die Geldpolitik mit einem einzigen Leitzins — der Federal Funds Rate. Die EZB arbeitet mit drei Leitzinsen: Hauptrefinanzierungssatz (aktuell 2,40%), Einlagefazilität (2,25%) und Spitzenrefinanzierungsfazilität (2,65%).
Am 11. Juni 2026 hat die EZB die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte angehoben — die erste Zinserhöhung seit Herbst 2023, als Reaktion auf den Iran-bedingten Inflationsanstieg. Damit bewegen sich beide Notenbanken in Richtung strafferer Geldpolitik. Die Zinsdifferenz zwischen Fed (3,75%) und EZB (2,25% Einlagensatz) liegt bei 1,50 Prozentpunkten. Diese Differenz treibt weiterhin Kapitalströme in den Dollar und macht US-Anleihen für europäische Investoren attraktiver. Für europäische Trader wirkt sich die Zinsdifferenz auch auf den DAX aus, da steigende US-Zinsen Kapital aus europäischen Aktien abziehen können.
Beide Notenbanken stehen 2026 vor dem gleichen Dilemma: Der Iran-Krieg und die steigenden Energiepreise treiben die Inflation, während die Wachstumsaussichten sich eintrüben. Ein vorläufiges Abkommen zwischen den USA und dem Iran zur Öffnung der Straße von Hormus wurde am 15. Juni angekündigt — die formelle Unterzeichnung steht aber noch aus.
Mein Fazit zum Fed Zinsentscheid
Der Fed Zinsentscheid vom 29. Juli 2026 zeigt, wie schnell sich die Lage dreht: Kevin Warsh hält den Leitzins stabil, muss dafür aber erstmals drei Gegenstimmen hinnehmen. Kürzeres Statement, keine Forward Guidance, kein eigener Dot — die Ära Powell ist endgültig vorbei.
Inhaltlich hat sich die Lage dramatisch verschoben. Die Inflationsprognose der Fed ist von 2,7% auf 3,6% gestiegen, der Dot Plot signalisiert erstmals eine Zinserhöhung statt einer Senkung. Für Forex-Trader war die Marktreaktion am Mittwochabend ein klares Signal: Renditen deutlich höher, Aktien unter Druck, US-Dollar schwächer und Gold fester.
Für meine eigene Trading-Praxis verschieben sich die Koordinaten. Der Ölpreis bleibt der dominante Faktor — aber jetzt kommt die konkrete Möglichkeit einer Zinserhöhung hinzu, die die Märkte bis September beschäftigen wird. Wer den Fed Zinsentscheid als Trader nutzen will, sollte die FOMC-Termine fest in seinen Trading-Plan aufnehmen. Besonders die September-Sitzung (15.–16. September) mit neuen Projektionen wird zeigen, ob die Fed tatsächlich erhöht oder die Erhöhungs-Erwartung wieder kippt.
Ein Unsicherheitsfaktor bleibt die Iran-Diplomatie. Das vorläufige Abkommen vom 15. Juni könnte den Ölpreis drücken und damit die Inflationserwartungen drehen. Trump warnte am selben Tag allerdings, die USA könnten sofort zurück zum militärischen Vorgehen übergehen, falls ihm das Abkommen nicht gefalle. Solange diese Unsicherheit besteht, bleibt die Volatilität an den Zinsmärkten hoch.
Häufige Fragen zum Fed Zinsentscheid
Was ist der Fed Zinsentscheid?
Der Fed Zinsentscheid ist die Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve über den Leitzins (Federal Funds Rate). Das FOMC trifft diese Entscheidung achtmal im Jahr und legt damit fest, zu welchem Zinssatz sich amerikanische Banken über Nacht Geld leihen können. Die Entscheidung hat weitreichende Auswirkungen auf die Finanzmärkte, Kreditzinsen und den Wert des US-Dollars.
Um wie viel Uhr wird der Fed Zinsentscheid veröffentlicht?
Der Zinsentscheid wird um 20:00 Uhr MESZ (14:00 Uhr Eastern Time) in einem geldpolitischen Statement veröffentlicht. Die anschließende Pressekonferenz des Fed-Vorsitzenden beginnt um 20:30 Uhr MESZ. Hinweis: Aufgrund der unterschiedlichen Zeitumstellung zwischen Deutschland und den USA kann der Termin um eine Stunde abweichen.
Wie oft findet der Fed Zinsentscheid statt?
Das FOMC tagt achtmal im Jahr, jeweils an zwei aufeinanderfolgenden Tagen (Dienstag/Mittwoch). Bei vier dieser Sitzungen (März, Juni, September, Dezember) veröffentlicht die Fed zusätzlich ihre Wirtschaftsprojektionen und den Dot Plot. Die genauen Termine werden vorab auf der Website der Federal Reserve veröffentlicht.
Wann ist der nächste Fed Zinsentscheid?
Die nächste FOMC-Sitzung findet am 15.–16. September 2026 statt. Bei dieser Sitzung veröffentlicht die Fed neue Wirtschaftsprojektionen und einen aktualisierten Dot Plot. Die darauf folgende Sitzung ist am 27.–28. Oktober 2026.
Was ist der Unterschied zwischen Fed und EZB?
Die Fed steuert die US-Geldpolitik mit einem einzigen Leitzins (Federal Funds Rate, aktuell 3,50–3,75%). Die EZB arbeitet mit drei Leitzinsen für die Eurozone (Einlagensatz aktuell 2,25%). Beide Notenbanken haben 2026 auf den Iran-bedingten Inflationsanstieg reagiert — die EZB mit einer Zinserhöhung im Juni, die Fed mit einem hawkischen Signal im Dot Plot.
Was bedeutet der Dot Plot der Fed?
Der Dot Plot zeigt die individuellen Zinserwartungen der FOMC-Teilnehmer als Punkte auf einer Grafik. Jeder Punkt repräsentiert die Prognose eines Mitglieds für den Leitzins zum Jahresende. Im Juni 2026 reichten nur 18 von 19 Teilnehmern einen Dot ein — der neue Vorsitzende Kevin Warsh verzichtete bewusst darauf. Der Median aller Punkte gilt als wichtigster Orientierungswert für den erwarteten Zinspfad.
Was ist die Blackout Period vor dem Fed Zinsentscheid?
Die Blackout Period beginnt etwa zehn Tage vor jeder FOMC-Sitzung. In dieser Phase dürfen FOMC-Mitglieder keine öffentlichen Kommentare zur Geldpolitik abgeben. Für Trader ist das relevant, weil in dieser Zeit das Handelsvolumen typischerweise sinkt und sich die Marktteilnehmer auf den Zinsentscheid vorbereiten. Nach dem Zinsentscheid endet die Blackout Period automatisch.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1978 aktiv an den Finanzmärkten. Sein Schwerpunkt liegt auf Forex, Aktienindizes, Rohstoffen und Zinsmärkten, die er als diskretionärer Price-Action-Trader analysiert. Als langjähriger Vertreter von Joe Ross in Deutschland übersetzte und veröffentlichte er alle zehn Ross-Bücher und brachte in den späten 1980er Jahren die Elliott-Wellen-Literatur von Robert Prechter erstmals auf Deutsch heraus.
Seit 1996 handelt Karsten über Interactive Brokers und verfolgt die Zinsentscheidungen der Federal Reserve seit über vier Jahrzehnten aus der Perspektive eines aktiven Traders. Seine Einschätzungen basieren auf der Kombination von technischer Analyse und der Beobachtung geldpolitischer Rahmenbedingungen — nicht auf akademischen Modellen, sondern auf praktischer Markterfahrung.
Für die Inhalte auf kagels-trading.de gelten strenge redaktionelle Standards: Alle Fakten werden gegen Primärquellen geprüft, Zahlen nur aus offiziellen Quellen übernommen und spekulative Aussagen klar als solche gekennzeichnet. Mehr dazu in unseren redaktionellen Richtlinien.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.








