Markt: leichtes Rohöl Future endlos Kontrakt (NYMEX)
Zeitpunkt der Analyse: 24.08.2025
Letzter Kurs: 63,66 USD/Barrel
Monatschart-Analyse WTI
Der abgebildete Chart zeigt die langfristige Kursentwicklung des Rohöl-Futures von 2011 bis heute, bei Kursen von 63,66 USD/Barrel. Ein Notierungsstab bildet das Kursverhalten des Rohöl-Futures für jeden Monat ab.
7er Innenstab Anfang August unterschritten
Aus der Perspektive des langfristigen Monatscharts hat der WTI Future im April die seit September 2022 bestehende eingezeichnete Seitwärtsbewegung mit den Widerständen zwischen 90 und 94 und den starken Unterstützungen zwischen 65 und 70 dynamisch nach unten aufgelöst. Im Zuge dieses Verkaufssignals sind die Kurse des schwarzen Goldes am 09. April auf den tiefsten Stand seit März 2021 auf 56,06 gefallen. Nach Erreichen dieses aktuellen Jahrestiefs hat der WTI Future einen perfekten Rücksetzer an die seit September 2023 bestehende, eingezeichnete Abwärtstrendlinie vollzogen. Das aktuelle Erholungshoch wurde am 23. Juni bei 74,48 erreicht. Innerhalb dieser Erholungsbewegung hat der WTI Future erstmalig Anfang August das Vormonatstief (7er-Innenstab aus dem Juli) unterschritten. Im Zuge dieses Verkaufssignals haben die Bären erst einmal wieder das Zepter übernommen und die Kurse am 18. August bis auf 61,45 abverkauft. Dadurch wurde die o. a. langfristige Seitwärtsbewegung erneut dynamisch unterschritten. Die analytische Bedeutsamkeit des generierten Verkaufssignals erhöht sich somit zusätzlich.
Mittelfristige Konsolidierung unterschritten
In der ersten Augustwoche schafften es die Bären erstmalig seit Anfang Juni, die Rohölpreise außerhalb der eingezeichneten und in der letzten Analyse angegebenen „Messstäbe“ zu drücken. Bestätigt wurde dieser Konsolidierungsausbruch mit mehreren Wochenschlusskursen unterhalb dieser „Messstäbe“. Aus der Perspektive des mittelfristigen Wochencharts hat sich somit der übergeordnete Abwärtstrend wieder durchsetzen können.
Reversal auf dem Wochenchart
Nachdem der Rohöl Future zu Wochenbeginn auf das neue Bewegungstief bei 61,45 gefallen ist, schafften es die Bullen, erstmalig in der mittelfristigen Abwärtsbewegung seit Ende Juli, die Kurse auf Wochenschlusskursbasis über das Eröffnungsniveau am Wochenbeginn zu treiben. Somit wurde eine klassische Reversal-Bar ausgebildet. Der Schlusskurs in der Nähe des Wochenhochs deutet auf eine Fortsetzung der kurzfristigen Erholung zu Beginn der Woche hin. Jedoch erst eine Kurserholung über 71 verbessert die mittelfristig eingetrübte Ausgangslage.
MACD mit technischem Verkaufssignal
Der MACD Indikator hat gerade frisch seine Signallinie von oben durchstoßen und dadurch ein neues Verkaufssignal geliefert.
In der isolierten Betrachtung eines solchen Oszillators weisen Ein-/Ausstiegssignale höhere Trefferquoten in Seitwärtsbewegungen auf als in Trendmärkten. Aber in Kombination mit dem realen Kursgeschehen, wie z. B. ein Unterschreiten einer wichtigen Abwärtstrendlinie oder eines wichtigen Unterstützungsbereiches, erhöht sich die analytische Bedeutung deutlich.
Saisonalität bleibt schwach
Aufgrund historischer Erfahrungswerte lassen sich für Aktien, Indizes und Rohstoffe statistische Durchschnittswerte berechnen.
Typische Durchschnittsverläufe der vergangenen 20 Jahre zeigen für den WTI-Future Anfang Juli ein zyklisches Hoch. Diesem Pivotpunkt folgte in der Vergangenheit vermehrt, mit eindeutiger statistischer Schwäche, eine Abwärtsbewegung bis Mitte August. Eine entsprechende Erholung auf diese (Abwärts) Bewegung endete häufig Ende August mit einem klaren sichtbaren Marktwendepunkt (in diesem kurzfristigen Aufwärtsimpuls befindet sich der WTI Future zur Zeit). Erfahrungsgemäß scheiterte jedoch die Wiederaufnahme eines Aufwärtstrends, eine Fortsetzung der potenziellen Abwärtsbewegung endete nicht selten erst Anfang Dezember.
In den letzten Wochen sind durchaus Übereinstimmungen mit der durchschnittlichen Saisonalität der letzten 20 Jahre zu beobachten.
Fazit:
Aus der Perspektive des langfristigen Monatscharts hat sich das Chartbild aufgrund des erneuten Unterschreitens der seit 2022 bestehenden Seitwärtsbewegung wieder verschlechtert. Erst Kurse oberhalb des Juni-Hochs bei 74,48 drehen das Chartbild wieder auf Kauf.
Aus der Sichtweise des mittelfristigen Wochencharts hat sich der übergeordnete Abwärtstrend wieder durchgesetzt.
Kurzfristig ist eine Fortsetzung der Erholungsbewegung der letzten Börsenwoche möglich, jedoch erst Kurse über 71 verbessern die negative Ausgangslage.
Bei Kursen unter 61,45 wäre ein weiteres Abrutschen in Richtung der Unterstützung um 60 und danach um das mehrjährige Tief bei 56 anzunehmen.
Für die Ableitung eines denkbaren langfristigen Kursziels nach dem Ausbruch aus der langfristigen Seitwärtsbewegung im April bietet es sich im Normalfall an, den Abstand zwischen dem Tief und dem Hoch der Seitwärtsbewegung von dem Ausbruchsniveau abzuziehen. Speziell auf den WTI Future bezogen dürfte man demnach langfristig mit mindestens fallenden Kursen in Richtung 50 rechnen.