Depoteröffnung – Einfluss auf Schufa-Score oder nicht?

Wer bei der Bank ein Konto eröffnen will, stimmt in der Regel zu, dass das Kreditinstitut eine Schufa-Auskunft einholt. Stellt die Bank fest, dass die Bonität nicht gut genug ist oder, dass es negative Einträge gibt, verweigert sie die Eröffnung eines Girokontos mit Kontokorrentrahmen. Wie verhält es sich, mit der Schufa, wenn Sie ein Depot eröffnen wollen? Hat dies Einfluss auf den Schufa-Score oder nicht? Was fließt überhaupt in den Schufa-Score ein, was sind positive, was negative Schufa-Merkmale? Diese und andere Fragen beantwortet der vorliegende Beitrag.

Depoteröffnung und Bonitätsprüfung

Girokonto ist nicht gleich Depotkonto 

Wenn es um ein Girokonto geht, das über einen entsprechenden Kontokorrentrahmen verfügt, räumt Ihnen die Bank praktisch gesehen einen Kreditrahmen ein, den Sie bei Bedarf beanspruchen. Sie holt eine Schufa-Auskunft ein, um Ihre Kreditwürdigkeit zu überprüfen. Gibt die Überprüfung Anlass zu der Annahme, dass das Risiko zu hoch ist, Ihnen eine Kreditlinie einzuräumen, verweigert die Bank in der Regel die Kontoeröffnung. 

Exkurs Basiskonto

Wenn Sie aufgrund einer negativen Schufa kein klassisches Girokonto mit Kontokorrentrahmen erhalten, kann Sie die Bank trotzdem nicht abweisen. Sie haben Anspruch auf ein Bankkonto. Das Zahlungskontengesetz (ZKG) sieht vor, dass jeder Verbraucher mit und ohne festen Wohnsitz innerhalb der EU Anspruch auf ein Basiskonto hat. Das Basiskonto unterliegt bestimmten Schutzvorschriften. Eine dieser Vorschriften besagt, dass das Basiskonto keinen Kreditrahmen haben darf. Wer ein Basiskonto nutzt, zahlt Geld darauf ein und kann über das Guthaben verfügen.

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Wird bei der Depoteröffnung auch eine Schufa-Anfrage gestellt?

Nein, bei einer Depoteröffnung wird keine Schufa-Anfrage gestellt. Bei einem Depotkonto erhalten Sie grundsätzlich keinen Kreditrahmen, die Depotbank geht generell kein Kreditrisiko ein, welches es abzusichern gilt. Die depotführende Bank holt deshalb keine Auskünfte über Ihre Kreditwürdigkeit ein. 

Das Depotkonto ist einzig zur Verrechnung vorgesehen. In der Regel wird ein Depotkonto an ein vorhandenes Girokonto gekoppelt, auf welches Sie Geld einzahlen können. Von dem überwiesenen Guthaben, das nun auf Ihrem Depotkonto steht, erwerben Sie zum Beispiel Aktien, die im persönlichen Aktiendepot entsprechend verwahrt werden. Laufende Zahlungsverpflichtungen aber lassen sich – anders als bei einem Girokonto – mit einem Depotkonto nicht erledigen. 

Wie erwähnt holt die Depotbank keine Auskunft bei der Schufa ein und meldet umgekehrt auch nicht, dass Sie ein Depotkonto eröffnet haben. Der Einfluss der Depoteröffnung auf Ihren Schufa-Score ist somit gleich null.

Von diesem Hintergrund lässt sich feststellen, dass auch diejenigen ein Wertpapierdepot eröffnen können, die arbeitslos sind, in einer Privatinsolvenz stecken oder über negative Schufa-Einträge verfügen. 

Bei der Depoteröffnung die Leistungen aufmerksam prüfen

Wenn Sie ein Depot eröffnen, sollten Sie sich die Leistungen der verschiedenen Depotbanken wie etwa Consorsbank, Onvista Bank oder JFD Bank ganz genau ansehen. Manche Kreditinstitute eröffnen ein Depot nur in Zusammenhang mit einem eigenen Girokonto oder sie bieten es wahlweise an. Wer tatsächlich nur ein Depotkonto eröffnen will, sollte explizit darauf achten, dass tatsächlich kein gesondertes Girokonto bei der depotführenden Bank eröffnet wird. 

Depotbanken bieten Apps für den Aktienhandel an

Was hat Einfluss auf den Schufa-Score?

Zunächst einmal sei gesagt, dass die Schufa nicht öffentlich bekannt gibt, wie genau sie den Score berechnet. Dies ist ihr Betriebsgeheimnis.  Gleiches gilt im Übrigen auch für andere Wirtschaftsauskunfteien, die Bonitätsauskünfte zur Verfügung stellen. Dennoch gibt es eine gewisse Systematik, nach der die Schufa und andere Auskunfteien die Daten auswählen, auf deren Basis sie eine Bonitätsbewertung vornehmen.

Die Schufa sammelt Informationen zum Zahlungsverhalten ein, bzw. sie bekommt Informationen von ihren Vertragspartnern. Dies sind z. B. Versandhäuser, Banken, Mobilfunkunternehmen oder Telefongesellschaften. Die gesammelten Informationen werden mit unterschiedlicher Gewichtung berücksichtigt. In den Schufa-Score fließen personenbezogene Daten ein. Weiter werden Angaben rund um Handyverträge, Leasingverträge, Kreditkarten, Konten und Kredite, laufende Bürgschaften, Kundenkonten bei Versandhäusern, Insolvenzverfahren oder vollstreckbare Titel berücksichtigt.

Was entgegen der allgemeinen Annahme nicht einfließt, ist z. B. der Beruf, die Höhe des Einkommens, das vorhandene Vermögen, Familienstand, Nationalität und Religionszugehörigkeit. 

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Negative und positive Schufa Einträge

Einträge in der Schufa wirken sich positiv oder negativ aus. Die allermeisten Einträge sind positiv. Zu den gefürchteten Negativmerkmalen gehören diese:

  • eidesstattliche Versicherung 
  • Haftbefehl 
  • Säumige Zahlungen von Rechnungen oder Kreditraten
  • überzogener Kontokorrentkonten
  • zahlreiche Wohnsitzwechsel
  • häufige Kreditanfragen oder häufige Aufnahme kleiner Kredite

Typische Positivmerkmale, mit denen Sie den Schufa-Score verbessern können, sind z. B. 

  • erfolgreiche Kreditrückzahlungen 
  • die Beantragung einer Kreditkarte
  • die Eröffnung eines Kontos 
  • reibungslose Ratenkäufe
  • der Abschluss eines Mobilfunkvertrags 
  • der Abschluss eines Kreditvertrags (wenn es nicht zu häufig über kleine Summen geschieht)

Kredit ohne Schufa aufnehmen – geht das?

In Deutschland sind Kreditinstitute verpflichtet, die finanzielle Situation von Kreditinteressenten zu prüfen. Dies geschieht mit Hilfe der Schufa-Abfrage. Allerdings ist es möglich, die Schufa-Abfrage zu umgehen, indem Kreditkonditionen angefragt werden.  Bei der Konditionenanfrage wird – anders als bei einer Kreditanfrage – keine Schufa Auskunft eingeholt. Über diesen Weg wird es Ihnen möglich, mehrere Angebote miteinander zu vergleichen. 

Beim Kredit ohne Schufa ist die Zusammenarbeit mit einem Kreditvermittler die beste Option. Dieser überprüft im Vorfeld die Einkommensverhältnisse, sowie die persönlichen und beruflichen Rahmenbedingungen des Antragstellers. Anhand dieser Angaben stuft er die Bonität des Kreditnehmers ein. Nach einer Konditionenanfrage bei in Frage kommenden Banken legt er dem Kreditinteressenten die entsprechenden Angebote vor. In Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Kreditvermittler steigen die Chancen, einen passenden Kredit zu finden. 

Wichtig zu wissen: Erst, wenn Sie einen konkreten Kredit aufnehmen wollen und der Kontakt zur Bank hergestellt wird, fordert die Bank eine Schufa-Auskunft an. Wenn es um kleinere Summen geht, kann für Sie auch ein Minikredit infrage kommen.

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Fazit: Schufa-Score beinhaltet kreditrelevante Daten, Depotkonten haben keinen Einfluss auf den Score

Wie erläutert fließen in den Schufa-Score kreditrelevante Daten ein und da die Eröffnung eines Depotkontos aus den genannten Gründen nicht kreditrelevant ist, hat sie auch keinen Einfluss auf den Schufa-Score. 

Achten Sie unbedingt bei der Eröffnung des Depotkontos darauf, ob sie tatsächlich nur ein Depot eröffnen und nicht etwa zusätzlich ein Girokonto erhalten. Wenn dies der Fall ist, kommt mit großer Wahrscheinlichkeit trotzdem eine Schufa-Abfrage auf Sie zu. 

Abbildung 1: pixabay.com © Inactive account – ID 777546 (CC0 Creative Commons)

Abbildung 2: pixabay.com © sergeitokmakov (CC0 Creative Commons)

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