Trading: Der ultimative Guide für Einsteiger (2022)

Definition und Erklärung von Trading

Trading bezeichnet in der Regel den Kauf und Verkauf von Finanzprodukten und Rohstoffen an Börsenplätzen. Oft wird in diesem Zusammenhang auch von „traden“ gesprochen. Ein Trader ist ein Händler, der aktiv Trading betreibt. Ein Trade bezeichnet ein abgeschlossenes Geschäft: entweder hat ein Trader ein Asset (Vermögenswert) von einem anderen Händler gekauft, oder er hat ein börsennotiertes Produkt an einen anderen Trader verkauft.

Wie ist Trading entstanden?

Menschen traden miteinander, seitdem sie Waren tauschten. Sei es durch Tauschgeschäfte von Getreide im alten Mesopotamien 2260 v. Chr. oder durch Verträge über Tulpenzwiebeln im niederländischen Haarlem im 17. Jahrhundert n. Chr. Was wir als modernen Handel bezeichnen, hat eine viel längere Geschichte, als man zuerst glauben mag.

Der Handel begann um 2260 v. Chr. im antiken Mesopotamien und im Indus-Tal. Es wurden verschiedene Materialien wie Getreide, Gewürze, Metalle und Stoffe gehandelt. Städte mit mehr Waren zum Handeln wurden reicher. Als die Zivilisationen größer wurden, gab es mehr Menschen, die mehr Ressourcen benötigten. Das war einer der Gründe für die stetige Weiterentwicklung des Handels. Diese wirkte sich stark auf zukünftige Systeme des Geldes, des Transports und der Kultur aus.

Die Zeit verging und der Handel mit Rohstoffen schritt weiter voran. Es dauerte bis ins 15. Jahrhundert, bis erstmals Waren und verbriefte Kredite an einer Börse gehandelt wurden. Solche Börsen entstanden zuerst in den Niederlanden und Italien. Die damals noch Börsenplätze genannten Vertreter tauchten in Deutschland in der Mitte des 16. Jahrhunderts zuerst in Augsburg, dann in Köln, Nürnberg, Hamburg, Bremen und Frankfurt auf.

Also genau dort, wo viele Knotenpunkte von Infrastrukturen existierten und sich dementsprechend viele Händler mit ihren Waren und Geld bewegten. Die erste Börse für den Wertpapierhandel entstand Anfang des 17. Jahrhunderts (1611 oder 1612) in Amsterdam (Quelle: Wikipedia). Von diesem Zeitpunkt an entwickelte sich das Trading in der Art und Weise, wie wir es heute kennen.

Was ist ein Trader (Definition und Erklärung)

Laut dem Oxford Lexikon ist ein Trader eine Person, die Waren, Devisen oder Aktien kauft und verkauft.

Wikipedia hingegen stellt folgende Definition bereit:

Der Anglizismus Trader (deutsch „Händler“) steht in der Finanzwirtschaft für Personen oder Institutionen, die als Händler von Finanzinstrumenten oder Commodities fungieren.

Welche Arten von Trader gibt es?

Beim Trading unterscheidet man hauptsächlich zwischen zwei Arten von Tradern: institutionelle Trader und private Trader.

Bei den institutionellen Tradern handelt es sich um juristische Organisationen wie beispielsweise Banken, Versicherungen, Hedgefonds oder allgemein gesagt Unternehmen. Diese Art von Trader können auf ein hohes Handelsvolumen zurückgreifen, was ihnen oftmals Zugang zu besseren Preisen auf dem Markt gewährt. Hier traden also Analysten und Operatoren eines Unternehmens mit hohen Summen, um dabei einen Gewinn für eine Organisation zu erwirtschaften.

Zu den Privatanlegern zählen alle natürlichen Personen, die am Finanzmarkt investieren. Die Definition der Privatanleger setzt voraus, dass es sich außerdem um Investitionen handelt, die nur zu privaten Zwecken abgeschlossen werden. Das bedeutet, dass Sie Trades nur zu privaten Zwecken und für die Verwaltung Ihres eigenen Vermögens einsetzen dürfen.

Wie wird man Trader?

In Deutschland kann jede Person ab 18 Jahren Trader werden. Wie wir bereits behandelt haben, ist ein Trader eine Person, die an einer Börse Finanzprodukte kauft und verkauft. Für Börsengeschäfte gilt eine Altersbeschränkung von 18 Jahren.

Haben Sie Ihr 18. Lebensjahr erreicht, dann können Sie sich einen passenden Broker suchen. Nachdem Sie sich erfolgreich registriert haben, ist es wichtig sich einen ganzheitlichen Überblick über die angebotenen Finanzprodukte zu verschaffen und diese wirklich zu verstehen. Andernfalls investieren Sie in Dinge, die Sie nicht verstehen und so eventuell mehr Kosten verursachen als Geld einbringen.

Sobald Sie die Entscheidung für ein Finanzprodukt getroffen haben, folgt der nächste Schritt: das Entwickeln einer allgemeinen Strategie. Beim Trading gibt es keinen richtigen oder falschen Weg. Was wirklich zählt ist, dass man Trading-Strategien für verschiedene Situationen definiert und bereithält.

Hierzu empfehlen wir Ihnen, sich Gedanken über Ihren Trading-Plan und Ihre persönlichen Ziele zu machen. Die weitere Wissensaufnahme sollte erst danach im Vordergrund stehen. Denken Sie daran: 90 % der Trader verlieren ihr Kapital in den ersten 90 Tagen.

Die richtigen Eigenschaften eines Traders

Es gibt bestimmte Fähigkeiten und Charaktereigenschaften, ohne die es schwer bis unmöglich ist, ein erfolgreicher Trader zu werden. Dazu gehören beispielsweise:

  • Das Treffen rationaler Entscheidungen.
  • Den Aufbau einer analytischen Denkweise bzw. das Analysieren neuer Informationen.
  • Die Beherrschung der eigenen Emotionen.
  • Das Analysieren und Interpretieren großer Informationsmengen, bspw. von Datensätzen oder Indikatoren.

Es wird im Trading nicht empfohlen, mit Menschen zu arbeiten, die Risiken lieben und riskante Entscheidungen treffen. Bei diesen handelt es sich eher um Zocker als um Spekulanten.

Eigenschaften eines guten Traders
Eigenschaften eines guten Traders

Es gibt natürlich auch weitere Schwierigkeiten, die den Beruf des Traders nicht einfach machen:

  • Es ist ziemlich schwierig, ein stabiles Einkommen zu erzielen.
  • Zwar kann jeder Trader werden, aber nicht jeder schafft es profitabel zu sein.
  • Trading ist mit hohen finanziellen Risiken verbunden. Die Chancen investiertes Kapital zu verlieren sind hoch, insbesondere wenn Sie die Regeln des Geld- und Risikomanagements missachten.

Wie fange ich mit dem Trading an?

Nicht jeder hat das Profil eines Traders, aber auch nicht jeder Trader hat das gleiche Profil. Daher ist es äußerst schwierig ein „Phantombild“ des idealen Traders zu zeichnen.

Zur Beurteilung der Qualität eines Traders muss man diesen an den Finanzmärkten testen. 

Nun hat aber nicht jeder die Gelegenheit, von einer großen Bank eingestellt zu werden, um seine Fähigkeiten als Trader zu testen. Die Lösung: Man muss sich Zeit nehmen, um sich ernsthaft zu schulen und zu testen, am besten mit einem Demo-Trading-Konto.

Das Demokonto bietet Ihnen Zugang zu Echtzeit-Charts und Marktdaten. Die Orderfunktionen ermöglichen es Ihnen, mit fiktivem Kapital zu arbeiten, um Anfängerfehler ohne finanzielle Einbußen begehen zu können. 

Das Demo-Trading-Konto ist ein hervorragendes Lehrmittel, mit dem Sie ohne Risiko üben und Ihre ersten Strategien ausprobieren können.

Die wichtigsten Trading Werkzeuge
Die wichtigsten Werkzeuge eines Traders

Wie viel Zeit muss ich für das Trading aufwenden?

Trading braucht nicht nur Zeit, sondern vor allem Disziplin

Dank der heutigen Technologien begnügen sich manche Trader mit wenigen Minuten effektiven Handels pro Tag. 

Viel wichtiger als die Zeitproblematik ist jedoch die Frage des richtigen Timings.

Wenn Sie berufstätig sind, sollten Sie wissen, dass Sie abends auf dem amerikanischen Markt Positionen eingehen können, da dieser mehrere Stunden nach Schließung des europäischen Marktes geöffnet bleibt. Sie können auch automatische Aufträge (Limit-Orders) nutzen, um für den nächsten Tag einzukaufen oder zu verkaufen.

Abgesehen von der Zeit, die Sie für das Trading aufwenden, sollten Sie bedenken, dass es wie bei jeder Tätigkeit (viel) Erfahrung braucht, um nachhaltig erfolgreich (in diesem Fall also profitabel) zu werden. 

Wenn das Ihr Ziel ist, dann sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass es sich um eine äußerst wettbewerbsfähige Branche handelt und Ihre Ausbildung daher nie enden wird.

Wie kann ich mich zum Trading ausbilden lassen?

Die Vielzahl an Angeboten zur Trading-Ausbildung im Internet könnte zum Schmunzeln anregen, wenn sich dahinter nicht weitaus beunruhigendere Gefahren verbergen würden. Bei jeder Internetanfrage im Zusammenhang mit Finanzen finden Sie zahlreiche mehr oder weniger professionelle Anbieter von Trading-Schulungen. Diese wollen Sie reich machen, indem sie Ihnen ihre „gewinnbringende Trading-Strategie“ vermitteln. 

Sie haben es hoffentlich schon am Anfang dieses Artikels verstanden: NEIN, kein Trading-Training wird Sie jemals reich machen.

Denn keine noch so gute Trading-Ausbildung kann Ihnen eine finanzielle Rendite garantieren. 

Genauso wenig wie ein Fußballtrainer Ihnen jemals versprechen kann, Sie zu einem Profifußballer zu machen. 

Im Gegensatz dazu wird ein guter Trainer (im Trading wie im Fußball) Wissen und Techniken vermitteln, die Ihnen auf Ihrem Lernweg Zeit sparen und Ihre Erfolgschancen erhöhen.

Bei der Auswahl Ihres ersten Trading-Coachings sollten Sie sich für einen ehrlichen Trainer entscheiden, der:

  • Ihnen die Realität des Tradings und seine Risiken vor Augen führen kann,
  • Ihnen seine Fähigkeiten methodisch vermittelt und
  • bereit ist, seine Erfahrungen mit Ihnen zu teilen.

Sie müssen kein Vermögen für Ihr erstes Trading-Training ausgeben. Mit dem Absolvieren der ersten Sitzung erhalten Sie einen genaueren Einblick in die Welt des Tradings und werden in der Lage sein, Ihre Bedürfnisse einzuschätzen und umfassendere Kurse zu finden, die diese erfüllen können.

Warum sollte man Trading betreiben?

Mit dem Trading lassen sich zwei unterschiedliche Ziele verfolgen:

  • das eigene Kapital absichern
  • das eigene Kapital vermehren

In der Praxis sind Absicherungsstrategien eher für Unternehmen geeignet, weil sie eine vorherige Kapitalvermehrung voraussetzen. 

Im Rahmen einer Anlagestrategie können zwei unterschiedliche Ansätze verfolgt werden:

  • Der vermögensorientierte oder
  • der spekulative Ansatz.

Der erste Ansatz besteht darin, Finanzprodukte aufgrund ihres fundamentalen Werts zu kaufen, um:

  • Das eigene Kapital arbeiten zu lassen,
  • das eigene Vermögen vor Inflation zu schützen und
  • einen Teil des durch Finanzanlagen erzeugten Wohlstands an sich zu ziehen.

Der spekulative Ansatz hingegen besteht darin, Finanzprodukte zu kaufen und zu verkaufen, um Wetten auf steigende oder fallende Kurse (und möglicherweise auch auf andere Parameter wie die Kursvolatilität) abzuschließen.

Es ist für eine Privatperson nicht sinnvoll darauf zu hoffen durch Trading reich zu werden. Zudem ist es äußerst schwierig, vom Trading zu leben. Trading kann Ihnen dennoch die Möglichkeit bieten, ein zusätzliches Einkommen zu generieren.

Im Rahmen der Kagels Trading-Ausbildung betonen wir jedoch, wie schwierig es für einen unabhängigen Händler mit einem spekulativen Ansatz ist „den Markt zu schlagen“.

Von einem pragmatischen Standpunkt aus betrachtet, scheinen daher zwei Praktiken des Tradings sinnvoll zu sein:

  • den Handel als Instrument zur Investition als „fürsorglicher Familienvater“ nutzen oder 
  • den Handel als reines Hobby wahrnehmen und mit kleinen Geldbeträgen an der Börse zocken.

Auch wenn diese beiden Praktiken des Tradings parallel genutzt werden können, so sollten sie auf keinen Fall miteinander vermischt werden. Sonst besteht die Gefahr, dass Ihr Vermögen durch einen einfachen Würfelwurf in Rauch aufgeht.

Für Studenten, die eine Karriere als professioneller Händler oder eine allgemeinere Finanzkarriere anstreben, kann das Trading während des Studiums eine gute Gelegenheit sein, Ihr theoretisches Wissen anzuwenden, Ihre Finanzkompetenz zu erweitern und erste praktische Erfahrungen auf den Finanzmärkten zu sammeln.

Welche Trading-Stile gibt es?

Trading-Stile werden basierend auf der Zeit, in der eine Position (Transaktion) gehalten wird, kategorisiert. Dabei unterscheidet man allgemein zwischen:

  • Hochfrequenzhandel – Trades dauern einen Bruchteil einer Sekunde.
  • Scalping – Trades werden mehrere Sekunden und bis zu einigen Minuten gehalten.
  • Day-Trading – offene Positionen werden nicht länger als einen Börsentag gehalten.
  • Swing-Trading – der Trade wird im Rahmen von mehreren Tagen oder Wochen geschlossen.
  • Mittelfristiger Handel – ist eine Methode für diejenigen Trader, die lange Swings „fangen“ wollen. Positionen werden hierbei über mehrere Wochen bis Monaten gehalten.
  • Langzeitinvestition – ist eine bekannte Form des „Buy and Hold“-Handels. Dabei werden Positionen mehrere Monate bis Jahre gehalten. Ein besonderer Vertreter für diesen Trading-Stil ist Warren Buffett.
Trading-Stile Auflistung
Die bekanntesten Trading-Stile

Die vom Trader gehandelten Finanzprodukte

Zu den vom Trader gehandelten Finanzanlagen gehören Aktien, Anleihen, Währungen (Forex oder Kryptowährungen) oder auch Rohstoffe. Darüber hinaus gibt es sogenannte Derivate, dazu gehören Hebelprodukte wie Futures, Zertifikaten, Optionen, Optionsscheine und CFDs .

Was ist Forex-Trading?

Forex steht für Foreign Exchange, was auf Deutsch übersetzt so viel wie Devisenmarkt bedeutet. Gemeint ist damit im Prinzip nicht anderes als der Handel mit unterschiedlichen Währungen (wie dem Euro oder dem US-Dollar).

Der Wert einer Währung (Devise) ist im Vergleich zu anderen Währungen ständigen Schwankungen (Volatilität) unterworfen. Das Ziel von Forex Trading ist es, von diesen Schwankungen zu profitieren. Mit einem täglichen Handelsvolumen von mehr als 5 Billionen US-Dollar verkörpert das Forex Trading den größten Finanzmarkt der Welt.

Was ist CFD Trading?

CFDs (Contracts for Difference oder Differenzkontrakte) sind hochspekulative Derivate und eignen sich lediglich für erfahrene Anleger, denen bewusst ist, dass mit den erhöhten Chancen auch erhöhte Risiken verbunden sind.

Beim CFD Trading benötigen Sie nur einen Bruchteil des gehandelten Betrags. Dies wird gebräuchlich als Margin Trading oder Leveraged Trading bezeichnet. Diese Form des Tradings ermöglicht es den Händlern, mit ihrem Anfangskapital größere Positionen zu eröffnen.

Einer der Hauptvorteile des CFD Tradings besteht darin, dass Sie auf die Kursbewegungen eines Vermögenswertes in beide Richtungen spekulieren können. Sie kaufen oder verkaufen einen Kontrakt, je nachdem, ob Sie glauben, dass der Preis steigen oder fallen wird. Auf diese Weise eröffnen Sie eine Long-Position oder eine Short-Position.

Sie sollten jedoch immer bedenken, dass der Handel mit Hebelwirkung sowohl Ihre Verluste als auch Ihre Gewinne erhöhen kann.

Was ist Swingtrading?

Trends werden in der Regel mehrmals getestet und bestätigt, aber es gibt lediglich einen Ausbruch heraus. Daher ist es immer effektiver, auf die Fortsetzung eines Trends zu setzen als auf seine Unterbrechung.

Swing Trader handeln zumeist in Trendrichtung und nutzen die sogenannten „Swings“ oder Wellen, die die Kurse normalerweise kennzeichnen. Die Preise bewegen sich unabhängig von der Art des Vermögenswertes nicht stur in eine Richtung. Es gibt immer eine Gegenbewegung zum aktuellen Trend. Dies ist die Grundlage des Swingtradings.

Was ist Daytrading?

Beim Daytrading wird eine Position nicht länger als einen Tag gehalten. 

Bei vielen Märkten wie dem Aktienmarkt findet mehrmals in der Woche oder täglich eine Markteröffnung und -schließung statt. Daytrades werden bei solchen Märkten stets vor der nächsten Schließung geschlossen. Daytrader zielen darauf ab, kleinere Kursbewegungen bzw. Trendbewegungen auszunutzen. Ihre Handelsstrategien sind also äußerst kurzfristig ausgerichtet und wollen von hochliquiden Märkten profitieren. 

Daytrading kann prinzipiell an jedem Markt vorgenommen werden, jedoch bieten sich einige Märkte wesentlich besser an als andere. Die Aktienindizes-Futures wie bspw. die DAX-Futures sind wichtige Märkte im Daytrading. Es wird auch häufig im Aktien-, Devisen- und Kryptomarkt praktiziert. Eine klassische Daytrading-Strategie ist bspw. die Opening Range Blackout-Strategie.

Daytrading-Märkte im Überblick
Die wichtigsten Daytrading-Märkte

Was ist Social Trading bzw. Copytrading? 

Diese Art des Tradings (oft als Social Investing bezeichnet) vereint ein Netzwerk und eine Community klassischer sozialer Medien mit dem Börsenhandel. 

Kurzum bieten Social Trading-Plattformen die Möglichkeit auf einen offenen Austausch über die aktuelle Entwicklung des Börsengeschehens. Social Trading-Follower folgen den angesagtesten Tradern einer Website (beispielsweise über Etoro oder Zulu Trade). Diese Trader werden auch Signalgeber genannt. Diese wiederum stellen ihr Wissen und ihre Trades der Plattform und somit ihren Followern zur Verfügung.

Bei Instagram werden Beiträge geliked, beim Social Trading kann man die Investitionsideen der Lieblingstrader einfach kopieren. Wie dies genau funktioniert, welche Arten und Plattformen für das Social Trading existieren und welche Chancen und Risiken das Investieren über Social Trading beinhalten, könnt ihr in diesem Beitrag über Coyp Trading nachlesen.

Trading-Broker und Trading-Apps

Die Wahl Ihres Brokers sollte Ihren Anlagestil widerspiegeln. Stellen Sie sich also die Frage, ob Sie eher zum aktiven Handel oder zum passiven Kaufen und Halten neigen. Vergewissern Sie sich immer, dass Ihr Broker von den staatlichen Aufsichtsbehörden und der BAFIN zugelassen und bei der SEC (einzeln oder über sein Unternehmen) registriert ist.

Heutzutage gibt es sehr viele Broker und Handelsplätze, die ihren Service online anbieten. Mittlerweile haben einige dieser Anbieter zudem eine Trading-App für das mobile Trading entwickelt.

Welche Broker kommen für das Trading infrage?

Es gibt zahlreiche Online-Broker, die sich auf das Online-Trading spezialisiert haben. An erster Stelle ist hier sicherlich Interactive Brokers zu nennen. Weitere bewährte Namen sind CapTrader, Nextmarkets, JFD Bank und WHselfinvest. In einigen Blogbeiträgen stellen wir speziell CFD-Broker und Forex-Broker vor. Auch viele Aktien-Broker dürfen an dieser Stellen nicht fehlen. Für den Optionshandel bietet sich Tastyworks an.

Trading mit Robinhood

Robinhood ist eine Trading-App, die noch sehr neu im Bereich Aktienhandel ist. Dabei handelt es sich im Prinzip um einen App-Anbieter, der den Handel mit verschiedenen Aktienprodukten durch die Zusammenarbeit mit einem Broker ermöglicht. 

Die gesamte Anwendung funktioniert auf dem Smartphone als klassische App oder als browserbasiertes Web-Account. Damit hat Robinhood dem vergleichbaren deutschen Anbieter Trade Republic die Webanbindung voraus. Egal ob als App oder am PC, das gesamte System von Robinhood ist relativ simpel und schlicht gehalten. 

Man merkt schon bei der Registrierung und den ersten Schritten mit der Software, dass hier vor allem unerfahrene Trader angesprochen werden sollen. Das Design und die generelle Handhabung kann nicht mit einem alteingesessenen Broker oder einer Trading-Software verglichen werden. Stattdessen ist alles eine Spur hipper und soll dem Handel mit Aktien einen gewissen Coolness-Faktor verleihen.

Was ist die beste Trading-App?

Wir stellen Ihnen in diesem Abschnitt eine Übersicht über die besten mobilen Trading-Apps zur Verfügung, damit Sie nicht zu viel Aufwand betreiben müssen. Sie können die einzelnen Trading-Apps anklicken, um zum umfangreichen Testbericht zu gelangen. Betrachten wir jedoch zuerst die Kriterien, nach denen wir die Trading-Apps bewertet haben.

  • Bedienbarkeit und Übersichtlichkeit
  • Schnelligkeit von Orderausführungen und Kursen
  • Sicherheit und Datenschutz
  • Push-Benachrichtigungen und sonstige Funktionen
  • Zahlungsmethoden und Dauer

Sie wissen nun, was eine gute Trading-App mit sich bringen muss. Kommen wir also zu den unserer Meinung nach besten Trading-Apps:

Das Team von Kagels Trading hat Ihnen eine Vielzahl beliebter Trading-Apps ausführlich vorgestellt und die individuellen Vor- und Nachteile dieser Plattformen besprochen. Klicken Sie auf den jeweiligen Namen, um den vollständigen Bericht zu lesen.

Risikomanagement im Trading

Es gilt zwei wichtige Punkte zu erfüllen, um als Trader erfolgreich zu sein:

  1. Machen Sie Ihren Tradingvorteil ausfindig.
  2. Stellen Sie sicher, dass Sie finanziell lang genug überleben, damit sich dieser Vorteil bewähren kann.

Das zweite Ziel, bei dem es um das Überleben geht, ist als Risikomanagement bekannt. Wir empfehlen Ihnen aus unserer Erfahrung nicht mehr als 1 % Risiko pro Trade einzugehen.

Welche Risiken sind mit dem Trading verbunden?

Mit der rasanten Entwicklung des Tradings versuchen immer mehr Privatpersonen in die Rolle eines Profi-Traders zu schlüpfen und ihr Glück an den Märkten herauszufordern. 

Durch Geschichten über schnelles Geld und großen Reichtum verlieren vor allem junge Menschen den Blick für das Wesentliche am Finanzmarkt. Dadurch setzen sie ihr Kapital viel zu risikoreich ein und verlieren langfristig meist alles. Ein Umdenken findet erst statt, wenn die Person selbst am Tiefpunkt ist. Darauf möchten wir jeden Trading-Anfänger hinweisen und am liebsten davor bewahren.

Neben dem finanziellen Risiko gibt es noch zwei weitere Risiken beim Trading:

  • das Betrugsrisiko durch nicht regulierte Handelsplattformen mit irreführenden Werbeversprechen und
  • das Suchtrisiko, das mit „Glücksspielen“ gleichzusetzen ist.

Diejenigen unter Ihnen, die dazu neigen, eine Spielsucht zu entwickeln, sollten dieses Mal lieber die Finger vom Trading lassen, denn „Spieler“ sind in der Regel sehr schlechte Spekulanten oder gar Trader.

Wie viel kann man mit Trading verdienen?

Der Übergang zum vorherigen Teil ist nicht sehr schwer zu finden. Wenn so viele Menschen auf die Hebelwirkung oder die mehr oder weniger direkten Betrügereien skrupelloser Händler hereinfallen, dann liegt das oft an der Geldgier und den Finanzphantasien, die ihnen vermittelt werden.

Beginnen wir also mit der Definition eines einfachen Konzepts, dem des risikofreien Zinses.

Wie der Name schon sagt, ist der risikolose Zinssatz die Rendite, die Sie erzielen können, wenn Ihr Kapital keinem Risiko ausgesetzt ist. Für eine Privatperson ist dies zum Beispiel der Zinssatz des Sparbuchs.

Wenn eine Strategie oder eine Anlage Ihnen einen Zinssatz anbietet, der über dem risikofreien Zinssatz liegt, ohne dass Sie ein Risiko eingehen, dann handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Betrug. 

Denn die Rendite Ihres Trading-Kapitals wird immer das Ergebnis einer mehr oder weniger großen Risikobereitschaft sein. 

Mit den Methoden des Risikomanagements und dem sogenannten Money-Management können Sie zwar Ihre Performance im Rahmen der von Ihnen akzeptierten Risiken optimieren, aber KEINE Investition kann Ihnen eine Rendite garantieren, die über dem risikolosen Zinssatz liegt, ohne dass Sie ein Risiko eingehen müssen!

Leider ist es für eine seriöse Person unmöglich die durchschnittliche Rendite zu nennen, die durch Trading erzielt werden könnte.

Kurzfristige spekulative Kauf- und Verkaufsgeschäfte ähneln einem Nullsummenspiel, bei dem die Gewinne eines Teilnehmers die Verluste eines anderen sind. 

Ihr Erfolg beim Trading hängt davon ab, ob Sie den Markt signifikant schlagen können, um die Gebühren Ihrers Maklers zu bezahlen und dennoch eine Nettoperformance zu erzielen. 

Ihre Vergütung hat also theoretisch keine Obergrenze, aber angesichts des extrem harten Wettbewerbs zwischen den Finanzmarktteilnehmern macht es Sie bereits zu einem guten Trader, wenn Sie kein Geld verlieren.

Noch ein letzter Hinweis, bevor wir diesen Teil abschließen: Hüten Sie sich vor historischen Leistungsdaten und allzu verlockenden Versprechungen. Die vergangene Leistung eines Händlers sagt nichts über seine zukünftige Leistung aus und diese Leistungsverläufe sind in der Regel von diversen Verzerrungen betroffen.

Außerdem kann die Leistung allein kurzfristig leider nicht zwischen einem talentierten und einem glücklichen Trader unterscheiden.

Lesetipp: Mit Trading Geld verdienen

Technische Analyse im Trading

Bei der Technischen Analyse (TA) im Trading werden aus vergangenen Kursbewegungen künftige Preisveränderungen vorhergesagt. Trader deuten verschiedene Preismuster, entweder direkt im Chart oder über Indikatoren.

Technische Chartanalyse versucht die aktuelle Meinung der Marktteilnehmer zu einer Aktie, einem Währungspaar oder eines Rohstoffs abzubilden. Die Ermittlung des sogenannten „fairen Wertes“ für ein Wertpapier spielt keine Rolle. Hiermit befasst sich die fundamentale Analyse.

Zweck der Chartanalyse ist es, günstige Kauf- und Verkaufszeitpunkte abzuleiten. Beim Analyseprozess wird ausschließlich das Verhalten der Finanzmarktakteure untersucht. Kurshistorie und Handelsvolumen eines Wertpapiers stellen hierfür die Basis.

Der richtige Chart im Trading

Grundsätzlich gilt: Sie müssen die Chart-Art bzw. -Form, die am besten für Ihren Trading-Stil geeignet ist, selbst entdecken.

Die gebräuchlichsten Chartarten sind:

Am beliebtesten sind jedoch die Kerzen-Charts (Candlestick Charts). Das Candlestick-Trading gehört zur technischen Analyse. Dabei handelt es sich um Kerzen-Charts, welche aufgrund ihrer vereinfachten Darstellung immer beliebter werden.

Trading-Charttypen im Vergleich
Die wichtigsten Chart-Typen

Chart-Software Tradingview

Um Candlestick Charts mit den richtigen Indikatoren technisch zu analysieren, brauchen sie eine Chart-Software, wie zum Beispiel TradingView.

TradingView wurde im September 2011 veröffentlicht und ist in einer kostenpflichtigen Abonnementversion und einer kostenlosen Version mit eingeschränkten Funktionen erhältlich.

TradingView Logo 2022

TradingView verfügt über eine eigene Skriptsprache Pine Script und einen integrierten Skript-Editor. Mit dem Skript-Editor lassen sich Charts für technische Indikatoren und Handelsbildschirme individuell anpassen.

Die Chart-Software richtet sich in erster Linie an private Trader, Investoren und Anleger. Sie ist derzeit in 21 Sprachen verfügbar, in über 175 Ländern zugänglich und hat täglich über 2 Millionen Nutzer, hauptsächlich in den USA. Das gesamte(!) Kagels Trading-Team verwendet TradingView im individuellen Trading-Alltag!

Fundamentale Analyse im Trading

Die Fundamentalanalyse ist eine Methode zur Bestimmung des inneren Wertes eines Assets. Es werden auch Faktoren analysiert, die zukünftige Preise beeinflussen. Diese Form der Analyse basiert auf externen Ereignissen und Einflüssen sowie Geschäftsberichten und Branchenentwicklungen. Neben der technischen Analyse stellt die Fundamentalanalyse eine der beiden wichtigsten Hauptmethoden der Marktanalyse dar. Technische Trader beziehen alle ihre Informationen aus Charts, während fundamentale Trader über die Kursbewegungen des Vermögenswertes selbst hinausblicken.

Werkzeuge für die fundamentale Analyse

Für die Fundamentalanalyse stehen eine Vielzahl von Tools und Techniken zur Verfügung, die jedoch in zwei Kategorien fallen:

  • Top-Down-Analyse und
  • Bottom-Up-Analyse.

Eine Top-Down-Analyse untersucht die Wirtschaft im weiteren Sinne, beginnend mit dem Markt als Ganzem, gefolt von einer Eingrenzung auf Branchen, Sektoren und schließlich auf bestimmte Unternehmen. Umgekehrt beginnt eine Bottom-Up-Analyse mit einem bestimmten Sektor und erweitert sich entsprechend, um alle Faktoren einzubeziehen, die den Preis beeinflussen können.

Die Tools, die Trader für die Fundamentalanalyse verwenden, hängen vom gehandelten Vermögenswert ab. Beispielsweise könnte sich ein Aktienhändler die Gewinnberichtszahlen eines Unternehmens ansehen (Einnahmen, Gewinn pro Aktie, prognostiziertes Wachstum oder Gewinnspanne). Forex-Händler schätzen hingegen eher die von den Zentralbanken veröffentlichten Zahlen, die einen Einblick in den Zustand der Wirtschaftslage eines Landes geben.

Strategien im Trading

Die Definition Ihrer Handelsstrategie ist einer der wichtigsten Schritte für einen erfolgreichen Handel. Es gibt verschiedene Arten des Handels, der Hauptunterschied zwischen ihnen ist der optimale Zeitrahmen und die optimale Gewinnspanne. Einige Händler wollen große Gewinne aus langfristigen Positionen, während andere mit kleinen Gewinnen aus kurzfristigen Positionen zufrieden sind.

Allerdings gibt es auch viele Gemeinsamkeiten zwischen den einzelnen Handelsstrategien. Beispielsweise ermöglicht Ihnen jede Handelsstrategie, Long- und Short-Positionen zu handeln, sodass Sie sowohl von fallenden als auch von steigenden Märkten profitieren können.

Daytrading-Strategien

Der effektivste Weg, um Daytrading zu erlernen, ist die tägliche Praxis. Auch hier ist es wichtig die Daytrading-Strategie zu identifizieren, die am besten für Sie geeignet ist und diese in Ihre tägliche Praxis zu integrieren. Die am häufigsten verwendeten Daytrading-Strategien sind Scalping und Breakouts.

Die Idee des Scalpings ist es, eine große Anzahl von Transaktionen in sehr kurzer Zeit durchzuführen und dabei das Verlustpotenzial gering zu halten.

Scalping Trading-Strategie

Scalping erfordert eine strenge Disziplin und ist zeitaufwändig. Trader sollten die Märkte niemals aus den Augen lassen, da mögliche Einstiegspunkte sehr schnell auftauchen und wieder verschwinden können. Scalping ist somit nicht immer die ideale Strategie für diejenigen mit Tagesjobs oder anderen Aktivitäten.

Eine erfolgreiche Scalping-Strategie ist schwierig auszuführen. Einer der Hauptgründe ist die Notwendigkeit vieler Trades in einem bestimmten Zeitrahmen. Untersuchungen zu diesem Thema zeigen, dass aktivere Trader schnell Geld verlieren und tendenziell negative Erfolgsbilanzen haben, da sie in kurzer Zeit großem emotionalen Stress ausgesetzt sind.

Hier finden Sie einen umfangreichen Blogartikel zum Thema Sclaping und Strategien.

Breakout Trading-Strategie

Die Breakout-Strategie sucht wiederum nach starken Marktbewegungen, die durch Preisakkumulation entstehen. Diese Bewegungen treten oft unerwartet oder in Reaktion auf fundamentale Nachrichten ein. Händler zielen darauf ab, Positionen in Richtung großer Bewegungen zu eröffnen, um Gewinne bei Ausbrüchen aus Trading-Ranges zu erzielen.

In diesem Beitrag finden Sie 7 Breakout-Strategien für Ihr Trading.

Lesetipp:
11 Daytrading-Regeln, die wirklich funktionieren

Swingtrading-Strategien

Beim Swingtrading werden mittlere Zeitrahmen verwendet. Swingtrader halten Positionen mehrere Tage, ausnahmsweise 2 bis 3 Wochen. Beim Swingtrading zählt nur der Schlusskurs, was bedeutet, dass die eigenen Positionen einmal täglich kontrolliert werden sollten, um Parameter anzupassen oder zu ändern. Für viele angehende Trader fühlt sich das Swingtrading daher als passend an, da es einen akzeptablen Kompromiss zwischen der Häufigkeit von Trades und der dafür aufzuwendenden Zeit bietet.

Swingtrader lieben Retracements. Läuft ein Trend zurück (Retracement), so bietet sich die Möglichkeit eines Einstiegs in den Markt mit geringem Risiko und hohem Ertrag. Tradern, die nach Retracement-Gelegenheiten suchen, geht es nur um eine Frage: Wie weit muss ein Trend zurücklaufen? Die Antwort auf diese Frage finden Sie im Blogartikel „Swingtrading-Strategie mit 50 %-Retracement„.

Lesetipp:
Finanz- und Börsenportale für fundamentale Nachrichten
Praktische Trading-Tipps für deinen Alltag

Zusammenfassung zum Thema Trading

In diesem Blogbeitrag wurde Ihnen erklärt, was Trading ist und wie es funktioniert. In nur wenigen Abschnitten wurden Ihnen die Grundlagen für einen erfolgreichen Handel an den Finanzmärkten näher gebracht. Es liegt jetzt an Ihnen, weiterzulernen oder mit dem Handel zu beginnen.

Das wichtigste, was Sie verstehen sollten, ist:

Erfolgreiche Trader sind emotionslos und haben keine Erwartungen an den Markt. Sie wissen, dass sich der Markt jederzeit gegen sie wenden kann. Alles ist möglich! Aber Handelsstrategien geben ihnen Sicherheit und eine Struktur. Sie verwenden ebenso ein angemessenes Risikomanagement, sodass sie keine Gefühle bezüglich ihres Geldes haben, welches sie gewinnen oder verlieren. Geld verdienen an den Finanzmärkten ist somit für jeden möglich, der über eine gewisse Ausbildung und Risikobereitschaft verfügt.

Zusammenfassend können wir also sagen:

  • Trading ist der Kauf und Verkauf von Vermögenswerten an der Börse
  • Es gibt viele verschiedene Märkte, Stile und Strategien
  • Märkte haben eine Vielzahl von Finanzinstrumenten
  • Der Preis wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt
  • Die Wahl eines guten Brokers ist unerlässlich
  • Sie sollten immer einen Trading-Stil finden, der zu Ihrem Lebensstil passt
  • Trading-Strategien gibt es für jede Art von Trader
  • Das Risikomanagement sichert Ihre Trades und Depot ab

Lesetipp:
Die Bafin über Trading Signale
Liste der Ersteller von Anlagestrategie und Anlage-Empfehlung

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