So funktioniert Daytrading

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Karsten Kagels

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Daytrading umfasst den Kauf und Verkauf von Wertpapieren innerhalb eines Tages (intraday). Je nach Handelsansatz kann die Haltedauer einer Position zwischen wenigen Sekunden, über Minuten bis hin zu Stunden und gar Tagen variieren.

Der Daytrader ist durch akribische Analyse auf der Suche nach möglichst idealen Einstiegen, also der Eröffnung einer Position, wie auch nach dem idealen Ausstieg. Maßgeblich für die Suche ist der Gedanke, Gewinne laufen zu lassen und die Verluste zu begrenzen. Letzteres hat höchste Priorität, da der Schutz des Kapitals die allgemein wichtigste Aufgabe darstellt.

Dementsprechend ist es die Aufgabe des Traders, die zukünftigen Daytrading-Entwicklungen durch genaue Beobachtungen des Charts, der Indikatoren usw. sorgfältig zu analysieren, um gewinnbringende Entscheidungen im Livetrading treffen zu können.  Durch die erfolgreiche Analyse der Devisenkurse verschafft sich der Trader einen Vorteil und hat somit die Wahrscheinlichkeit, betreffend einer Auf- oder Abwertung, auf seiner Seite.

Jedoch muss sich jeder beim Daytrading eingestehen, dass nicht er den Markt bestimmt. Somit ist ein 100%ige Trefferquote reine Utopie. Der Markt macht also nicht immer das, was einem als logische Konsequenz erscheint. Der Grund dafür ist einfach, da der Kurs bzw. die Kursentwicklung eigentlich nur die Erwartungen, Hoffnungen, Ängste und Wünsche der Marktteilnehmer widerspiegelt. Diese Markteilnehmer handeln nicht zwingend rational, so dass es niemals einen „Heiligen Gral“ geben kann. Kann der Trader dies akzeptieren, hat er durch gute Analyse langfristig die Wahrscheinlichkeit auf seiner Seite, um profitabel traden zu können.

Wie es der Begriff „Daytrading“ vermuten lässt, findet die Arbeit im Chart täglich aufs Neue statt, womit sich der Trader täglich beweisen muss und sich faktisch in einer Endlosschleife, was die Weiterbildung betrifft, befindet. Auf Grund des Zeitalters des Internets handelt es sich heutzutage ausschließlich um Online-Trading.

daytrading monitore
Daytrading Monitore

Faktoren für erfolgreiches Daytrading

Der klassische Investor kauft ein Wertpapier und wartet darauf, dass der Kurs steigt – gegebenenfalls über Jahre. Als Daytrader nutzen Sie hingegen sowohl steigende als auch fallende Kursbewegungen in extrem kurzen Timeframes. Sie können alle Marktphasen ausnutzen und deshalb in einem überschaubaren Zeitraum bedeutende Gewinne erzielen.

Durch den Einsatz gehebelter Derivate lassen sich diese Gewinne sogar noch steigern, erhöhen jedoch gleichzeitig auch das Risiko. Um beim Daytrading erfolgreich zu sein, benötigen Sie als Erstes einen Broker, der Ihnen eine professionelle Handelssoftware zur Verfügung stellt. Bei vielen Anbietern können Sie diese Handelssoftware auch zunächst in einem Demokonto testen und damit ohne finanzielles Risiko die Grundlagen des Daytrading lernen.

Eine der wichtigsten Regeln, die Sie beim Daytrading lernen so schnell wie möglich verinnerlichen sollten, ist – wie bereits angedeutet – die konsequente Einhaltung einer strengen Risikobegrenzung der einzelnen Trades. Gerade beim sehr kurzfristigen Handel gehört das Schließen von Positionen im Verlust zum ganz gewöhnlichen Alltag, wie jeder Profi bestätigen wird.

Statt zu versuchen, Verlusttrades zu vermeiden, sollten Sie beim Daytrading lernen, die zwangsläufig entstehenden Verluste strikt zu begrenzen. Liegt Ihr durchschnittlicher Gewinn pro Trade höher als Ihr durchschnittlicher Verlust, können Sie sogar dann noch profitabel handeln, wenn der Anteil der Verlusttrades eine Quote von mehr als 50 % aufweist. Eine derart niedrige Trefferquote ist aber keinesfalls üblich, wenn Sie die Regeln der im Daytrading vorherrschenden technischen Analyse anwenden. Die technische Analyse fokussiert sich einzig auf die Preisbewegungen und blendet fundamentale Einflussfaktoren aus. Sie lernen also, Kaufentscheidungen anhand von Mustern zu treffen, die sich aus dem Chart und aus einer Reihe von Indikatoren ergeben. Dieses Instrumentarium wirklich zu beherrschen, erfordert durchaus Einsatz und Konzentration. Das Ziel ist aber mit dem entsprechenden Willen von jedermann zu erreichen. Es gilt: Zum Daytrader wird man nicht geboren – zum Daytrader muss man sich selbst ausbilden oder ausbilden lassen.

Welche Kosten entstehen für das Daytrading?

Die Dienstleistungen der Broker verursachen entsprechende Kosten, die sich auf verschiedene Positionen aufteilen: 

Kommission

Die Kommission für den Direktzugangshandel, wie er von vielen Brokern angeboten wird, wird auf der Grundlage des Handelsvolumens berechnet und pro eröffneter und pro geschlossener Position verlangt.

Spread

Der numerische Unterschied zwischen dem Geld- und dem Briefkurs wird als Geld-Brief-Spanne bzw. Spread bezeichnet. Die meisten Märkte weltweit arbeiten mit einem auf Geld- und Briefkursen basierenden System. Die Briefkurse sind sofortige Ausführungskurse (Marktpreise) für Käufer, die Geldkurse gelten für Verkäufer. Beim Spread handelt es sich also um zwei Seiten der gleichen Medaille. Die Spanne kann je nach Partei und Strategie als Handelsbonus oder -kosten betrachtet werden. 

Marktdaten

Marktdaten sind für Daytrader notwendig, um wettbewerbsfähig zu sein. Hierzu muss der Trader möglichst auf Daten zugreifen können, die in Echtzeit in die entsprechenden Systeme eingespeist werden, wofür wiederum entsprechende Gebühren anfallen. Neben diesen „rohen“ Marktdaten nutzen viele erfolgreiche Trader zusätzlich speziell aufbereitete Datenfeeds sowie umfangreiche Analyse- und Charting-Softwares. Die Zugänge zu solchen Systemen können durchaus einige hundert Euro pro Monat kosten.

Kontoführungsgebühren

Eine generelle Kontoführungsgebühr wurde zwischenzeitlich bei den meisten Anbietern abgeschafft, sie existiert allerdings teilweise noch bei länger anhaltender Inaktivität, z. B. wenn das Konto länger als drei Monate nicht genutzt wurde. Entsprechende Regelungen sind den AGB des Anbieters zu entnehmen.

Auszahlungskosten

Einige (wenige) Broker verlangen eine Gebühr für jede Auszahlung von Kundengeldern. Auch hierüber sollten Sie sich anhand der AGB vor einer Kontoeröffnung informieren.

Fazit

Daytrading ist gleichermaßen faszinierend wie risikoreich. Der Chance auf hohe tägliche Gewinne steht das Risiko des jederzeitigen Verlustes entgegen. Mit entsprechender Erfahrung und einer konsequenten Verlustbegrenzungsstrategie lassen sich die Erfolgschancen jedoch signifikant erhöhen. 

Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/aktienhandel-investieren-aktienmarkt-6525081/

Karsten Kagels