Hexensabbat an der Börse 2026/2027: Termine, Uhrzeit und der große Verfallstag

Zuletzt aktualisiert: 22. Juni 2026

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14 Min

Christian Möhrer

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Viermal im Jahr wird es an den Börsen besonders unruhig. Dann verfallen Futures und Optionen auf Aktien und Indizes am selben Tag. Trader nennen diesen Termin Hexensabbat oder großen Verfallstag. Das Handelsvolumen schießt nach oben, die Volatilität steigt, und die Kurse springen oft ohne erkennbaren fundamentalen Grund. Der nächste Hexensabbat ist Freitag, der 18. September 2026.

Dieser Artikel erklärt dir, was am Hexensabbat wirklich passiert. Du bekommst die Termine 2026 und 2027, die genauen Abrechnungszeiten an der Eurex und in den USA und den Grund, warum institutionelle Anleger den Tag gezielt nutzen. Dazu kommen die wichtigsten Strategien für aktive Trader und die größten Mythen, die sich hartnäckig halten. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Das Wichtigste zum Hexensabbat in 30 Sekunden

  • Viermal im Jahr: Der Hexensabbat fällt auf den dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember.
  • Nächster Termin: Der nächste große Verfallstag ist Freitag, der 18. September 2026.
  • Was verfällt: An diesem Tag laufen Futures und Optionen auf Aktien und Indizes gleichzeitig aus.
  • Uhrzeiten: Der DAX wird um 13:00 Uhr abgerechnet, Einzelaktien um 17:30 Uhr, die US-Indizes in der letzten Handelsstunde von 15:00 bis 16:00 Uhr Ortszeit.
  • Hohe Volatilität: Durch den gleichzeitigen Verfall steigen Handelsvolumen und Kursschwankungen, vor allem zum Handelsschluss.

Hexensabbat Termine 2026 und 2027

Ein Verfallstag ist der Tag, an dem Futures und Optionen ihre Laufzeit beenden und abgerechnet werden. Der große Verfallstag, der Hexensabbat, ist der wichtigste davon und tritt viermal im Jahr auf.

Der Hexensabbat folgt einem festen Muster. Er fällt immer auf den dritten Freitag im letzten Monat eines Quartals. Damit gibt es genau vier große Verfallstage pro Jahr. Der nächste Termin ist Freitag, der 18. September 2026.

Quartal20262027
MärzFreitag, 20. März (vorbei)Freitag, 19. März
JuniFreitag, 19. Juni (vorbei)Freitag, 18. Juni
SeptemberFreitag, 18. SeptemberFreitag, 17. September
DezemberFreitag, 18. DezemberFreitag, 17. Dezember

Ein Sonderfall betrifft Feiertage. Fällt der dritte Freitag auf einen Börsenfeiertag, rückt der Verfall an der Eurex auf den davorliegenden Handelstag vor. Welche Tage 2026 und 2027 handelsfrei sind, zeigt unser Überblick zu den Börsenfeiertagen.

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Was ist der Hexensabbat an der Börse?

Der Hexensabbat ist der große Verfallstag an der Börse. Viermal im Jahr verfallen am dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember Futures und Optionen auf Aktien und Indizes gleichzeitig.

An vier Tagen im Jahr kommt es an den Börsen zu außergewöhnlichen Kursbewegungen. Genau dann laufen Futures und Optionen auf Aktien und Aktienindizes gemeinsam aus. Gehandelt werden diese Termingeschäfte in Europa vor allem an der Eurex, der größten Terminbörse des Kontinents.

Der Name stammt aus der Börsengeschichte. Händler empfanden die plötzlichen, oft unlogischen Kurssprünge als mysteriös. Heute ist die Ursache klar: Hinter den Bewegungen stecken institutionelle Investoren, Hedgefonds und Algorithmen, die ihre Positionen optimieren oder absichern.

Der Hexensabbat ist der wichtigste Verfallstag des Quartals. An ihm werden besonders viele Derivate auf einmal abgerechnet. Für kurzfristig orientierte Trader ist das eine Herausforderung, weil die üblichen kursbestimmenden Faktoren in den Hintergrund treten.

Triple Witching, Quadruple Witching und dreifacher Hexensabbat

Triple Witching, auf Deutsch dreifacher Hexensabbat, bezeichnet den gleichzeitigen Verfall von drei Derivatearten: Aktienoptionen, Index-Optionen und Index-Futures.

Im US-Sprachraum heißt der Hexensabbat Triple Witching Day. Das „Triple” steht für die drei Derivatearten, die zusammen auslaufen. Lange war auch der Begriff Quadruple Witching üblich. Er stammt aus der Zeit, als zusätzlich Single-Stock-Futures an denselben Terminen verfielen. Diese werden in den USA seit 2020 praktisch nicht mehr gehandelt. Heute ist es deshalb wieder ein echtes Triple Witching.

Kleiner und großer Verfallstag im Vergleich

Der kleine Verfallstag ist der monatliche Termin am dritten Freitag, an dem nur Optionen auf Aktien und Indizes verfallen. Da keine Index-Futures auslaufen, ist seine Wirkung auf die Märkte deutlich geringer als am großen Verfallstag.

Nicht jeder dritte Freitag ist gleich. Den großen Verfallstag gibt es nur viermal im Jahr. Dann laufen Futures und Optionen zusammen aus. In den übrigen Monaten folgt der kleine Verfallstag. Hier verfallen nur Optionen, keine Index-Futures. Die Folge: Das Handelsvolumen steigt zwar, die großen Indexbewegungen bleiben aber meist aus.

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Wann ist der Hexensabbat? Uhrzeiten und Abrechnung

Der Hexensabbat hat keinen einzelnen Abrechnungszeitpunkt. An der Eurex laufen die Produkte zeitlich gestaffelt aus. Das solltest du wissen, wenn du am Verfallstag aktiv bist. Eine Übersicht aller regulären Handelszeiten findest du in unserem Artikel zu den Börsenzeiten.

ProduktAbrechnung (MEZ)
EURO STOXX 50 (Eurex)12:00 Uhr
DAX, TecDAX (Eurex)13:00 Uhr
MDAX (Eurex)ca. 13:05 Uhr
Einzelaktien (Eurex)17:30 Uhr (Schweiz 17:20 Uhr)
US-Index-Derivate (CME, Cboe)15:00 bis 16:00 Uhr Ortszeit

Den Anfang macht um 12:00 Uhr der EURO STOXX 50. Um 13:00 Uhr folgen DAX und TecDAX, kurz danach der MDAX. Die Einzelaktien werden erst um 17:30 Uhr zu Beginn der Xetra-Schlussauktion abgerechnet. Diese Staffelung ist eine Besonderheit der Eurex.

Die Triple Witching Hour ist die letzte Handelsstunde am Verfallstag. In den USA liegt sie zwischen 15:00 und 16:00 Uhr Ortszeit an der US-Ostküste und gilt als besonders volatil.

In den USA gibt es keine zeitliche Staffelung wie an der Eurex. Die großen Index-Futures und Index-Optionen werden zur Eröffnung am Freitagmorgen abgerechnet. Das nennt man AM-Settlement. Aktienoptionen laufen dagegen erst zum Handelsschluss aus. Bekannt ist vor allem die letzte Handelsstunde, die Triple Witching Hour zwischen 15:00 und 16:00 Uhr Ortszeit. In ihr werden massenhaft Positionen glattgestellt, Volumen und Schwankungen ziehen an.

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Warum kommt es zu starken Kursbewegungen am Hexensabbat?

Der Hexensabbat sorgt regelmäßig für Turbulenzen. Die Ursachen sind kein Zufall. Es ist ein Zusammenspiel aus mechanischen, institutionellen und psychologischen Faktoren, die alle gleichzeitig wirken. Hier sind die wichtigsten.

Massenhaftes Auslaufen von Futures und Optionen

Futures und Optionen sind Terminkontrakte mit fester Laufzeit. Läuft ein Kontrakt aus, muss jeder Inhaber handeln. Daraus entstehen drei typische Reaktionen:

  • Glattstellen: Viele schließen offene Positionen kurz vor dem Verfall. Das löst plötzliche Kauf- oder Verkaufswellen aus.
  • Lieferung oder Barausgleich: Je nach Kontrakt wird der Basiswert geliefert oder finanziell ausgeglichen. Das treibt das Handelsvolumen nach oben.
  • Roll-over: Andere rollen ihre Position in einen neuen Kontrakt. Auch das bewegt den Markt.

Open Interest und Strike-Pinning

Open Interest ist die Summe aller offenen Futures- und Optionskontrakte zu einem Basiswert. Rund um den Verfallstag zeigt es, an welchen Kursmarken besonders viele Positionen liegen.

Vor dem Verfall lohnt ein Blick auf das Open Interest. Es verrät, wo die großen Positionen sitzen. Oft zieht es den Kurs in die Nähe einer wichtigen Optionsmarke. Trader nennen das Pinning. Der Kurs „klebt” dann am Strike mit dem höchsten Open Interest. Der Grund: Stillhalter, also die Verkäufer der Optionen, sichern ihre Positionen ab. Sie kaufen oder verkaufen den Basiswert so, dass möglichst viele Optionen wertlos verfallen.

Institutionelle Kurspflege durch große Marktteilnehmer

Große Akteure wie Hedgefonds, Investmentbanken und Market Maker haben am Verfallstag ein klares Interesse. Sie wollen den Abrechnungskurs in ihre Richtung schieben. Im Fachjargon heißt das Kurspflege. Das geschieht so:

  • Gezielte Orders: Mit großen Stückzahlen lässt sich ein Index kurzfristig in eine Richtung drücken, um den Settlement-Preis zu optimieren.
  • Arbitrage: Profis nutzen Preisunterschiede zwischen Kassa- und Terminmarkt. Das erzeugt zusätzliche Bewegung.
  • Stillhalter-Absicherung: Wer Optionen verkauft hat, muss sich eindecken und handelt entsprechend große Mengen.

Hochfrequenzhandel verstärkt die Volatilität

Moderne Märkte werden von Algorithmen dominiert. Hochfrequenz-Trader reagieren in Millisekunden. Am Hexensabbat verstärken sie bestehende Bewegungen, statt sie zu glätten. So entstehen kurze, heftige Ausschläge in beide Richtungen, im Extremfall ein Mini-Flash-Crash.

Psychologie und das Verhalten der Privatanleger

Während Profis kühl agieren, geraten viele Privatanleger in Panik oder Euphorie. Genau das treibt die Kurse weiter. Drei psychologische Effekte tauchen immer wieder auf:

  • Fehlentscheidungen: Unerwartete Sprünge führen zu hektischen Trades. Voreilig gesetzte Stop-Loss-Orders werden ausgelöst.
  • Herdenverhalten: Viele folgen einfach der Bewegung, statt selbst zu denken.
  • Margin Calls: Bei starken Schwankungen werden gehebelte Positionen zwangsweise geschlossen. Das löst neue Verkaufswellen aus.

Unterm Strich trifft am Hexensabbat viel auf einmal aufeinander. Große Adressen nutzen den Tag, algorithmischer Handel und Psychologie verstärken die Schwankungen. Schon die Medienberichte im Vorfeld sorgen dafür, dass sich Trader früher positionieren. Für Privatanleger gilt: Ruhe bewahren. Aktive Trader dagegen können die hohe Volatilität gezielt nutzen, etwa mit gehebelten Produkten wie CFDs.

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Historische Beispiele für extreme Kursbewegungen am Hexensabbat

Der Hexensabbat ist meist ein kurzfristiges Phänomen. Trifft er aber auf eine ohnehin angespannte Marktlage, wirkt er wie ein Brandbeschleuniger. Drei Beispiele aus der jüngeren Geschichte zeigen das deutlich.

März 2020: Hexensabbat am 20. März während der Corona-Pandemie

Der Verfallstag im März 2020 fiel mitten in den Corona-Crash. Die Corona-Pandemie legte die Weltwirtschaft lahm. Über den weiteren Verlauf herrschte beispiellose Unsicherheit.

Marktreaktion:

  • Der S&P 500 fiel an dem Tag unter 2.300 Punkte, nach Wochen der Panikverkäufe.
  • Der DAX verlor ebenfalls deutlich und bestätigte den Abwärtstrend.
  • Anleger flüchteten in Gold und US-Staatsanleihen. Der Volatilitätsindex VIX schoss nach oben.

Viele Institutionelle mussten Positionen auflösen oder absichern. Margin Calls und hektische Umschichtungen verstärkten die Ausschläge in sehr kurzer Zeit.

Dezember 2018: Die große Korrektur am 21. Dezember

Der Dezember 2018 war einer der schwächsten Börsenmonate seit Jahrzehnten. Konjunktursorgen, der Handelskrieg zwischen den USA und China und die Zinserhöhungen der US-Notenbank sorgten für Druck. Der Hexensabbat verschärfte die Lage zusätzlich.

Marktreaktion:

  • Der S&P 500 rutschte im Dezember unter 2.400 Punkte, der schwächste Dezember seit der Großen Depression.
  • Am Verfallstag selbst wurden extreme Handelsvolumina verzeichnet.
  • Viele Fonds mussten ihre Positionen anpassen. Das löste eine Verkaufswelle aus.

Algorithmen verstärkten den Trend. Zahlreiche Stop-Loss-Orders wurden ausgelöst. Für eine ruhige Neupositionierung blieb kaum Zeit.

September 2008: Hexensabbat am 19. September während der Finanzkrise

Der Verfallstag im September 2008 fiel mitten in die schlimmste Finanzkrise seit Jahrzehnten. Wenige Tage zuvor hatte Lehman Brothers Insolvenz angemeldet. Der Markt stand unter Schock.

Marktreaktion:

  • Der S&P 500 und andere große Indizes erlebten einen der volatilsten Tage ihrer Geschichte.
  • Banken und Hedgefonds sicherten sich hektisch gegen weiter fallende Kurse ab. Es entstand ein Dominoeffekt.

Liquiditätsengpässe, erzwungene Verkäufe und blanke Panik machten diesen Hexensabbat zu einem der unberechenbarsten überhaupt.

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Auswirkungen des Hexensabbats auf verschiedene Märkte

Aktienmarkt: erratische Kursbewegungen bei Indizes und Einzelaktien

Der Aktienmarkt schwankt am Hexensabbat besonders stark, vor allem bei DAX, S&P 500 und Nasdaq 100. Große Investoren müssen ihre Positionen wegen auslaufender Kontrakte anpassen. Das treibt das Handelsvolumen. Besonders betroffen sind Blue-Chip-Aktien, denn sie stecken häufig in Index-Futures und Optionen. Am heftigsten wird es in der letzten Handelsstunde.

Futures und Optionen: das Epizentrum des Hexensabbats

Die Terminmärkte stehen im Zentrum. Hier laufen die großen Mengen an Futures und Optionen aus. Vor allem Index-Futures schwanken stark, weil Profis ihre Absicherungen neu ausrichten. Viele versuchen, den Abrechnungskurs zu beeinflussen. Nach dem Verfall klingt der Effekt meist rasch wieder ab.

Devisenmarkt: Kapitalflüsse und Liquidität

Der Devisenmarkt wird indirekt bewegt. Kapital fließt aus Aktien- und Futuresmärkten ab und verschiebt Währungen. Große Fonds passen ihre Absicherungsstrategien an. Das kann Hauptwährungspaare wie EUR/USD oder USD/JPY bewegen. In nervösen Phasen steigt die Nachfrage nach sicheren Währungen wie dem US-Dollar oder dem Schweizer Franken.

Rohstoffmärkte: Gold, Silber und Öl

Gold und Silber profitieren oft von der Unsicherheit. Anleger suchen sichere Häfen. Öl dagegen schwankt stärker, wenn Profis ihre Positionen umschichten. Treffen dann noch geopolitische Nachrichten auf den Verfallstag, sind kräftige Ausschläge möglich.

Handelsstrategien für den Hexensabbat

Der Hexensabbat bietet Chancen und Risiken zugleich. Kurzfristige Trader können die Volatilität nutzen. Langfristige Anleger sichern sich ab oder sitzen den Tag aus. Eine Garantie auf Gewinne gibt es nicht: Wer die Richtung falsch einschätzt, verliert am Hexensabbat schneller als sonst.

Für aktive Trader sind Daytrading-Strategien attraktiv. Scalping und Momentum-Trading zielen auf kurzfristige Bewegungen. Ohne striktes Risikomanagement geht das aber schief, denn Trends drehen am Hexensabbat abrupt.

  • Daytrading: Schnelle Trades mit Scalping und Momentum, um kurzfristige Schwankungen mitzunehmen. Nichts für nebenbei, der Tag verlangt volle Aufmerksamkeit.
  • Volatilität handeln: Der VIX steigt rund um den Hexensabbat oft an. Mit Volatilitäts-Produkten lässt sich darauf setzen. Diese Produkte sind komplex und nur für erfahrene Trader geeignet.

Langfristige Anleger können sich mit Put-Optionen absichern. Eine Protective-Put-Strategie schützt das Depot vor plötzlichen Verlusten. Short-Puts bringen dagegen Prämie, tragen aber das volle Abwärtsrisiko des Basiswerts.

  • Absicherung mit Optionen: Put-Optionen schützen vor Kursverlusten oder bringen über Stillhalter-Strategien Prämie.

Wer marktneutral agieren will, kombiniert lange und kurze Positionen. Hedgefonds setzen genau darauf. Diese Strategie braucht aber tiefes Marktverständnis und ist für Einsteiger ungeeignet.

  • Marktneutrale Strategien: Gleichzeitige Long- und Short-Positionen, um unabhängig von der Marktrichtung zu verdienen.

Eine letzte Faustregel: Erfahrene Trader nutzen die Bewegung, weniger aktive Anleger bleiben besser ruhig. Meist normalisieren sich die Kurse wenige Tage nach dem Hexensabbat wieder.

Die größten Mythen über den Hexensabbat

Rund um den Hexensabbat kursieren viele Halbwahrheiten. Drei davon halten sich besonders hartnäckig.

  • „Der Hexensabbat bedeutet immer einen Crash”: Falsch. Der Markt kann steigen oder fallen. Der Hexensabbat hat für sich genommen weder eine kurssteigernde noch eine kurssenkende Wirkung. Oft bleiben die Bewegungen sogar moderat.
  • „Privatanleger können den Hexensabbat sicher ausnutzen”: Kaum möglich. Die Richtung lässt sich nicht zuverlässig vorhersagen. Spekulative Wetten auf den Tag sind riskant.
  • „Die Wirkung hält wochenlang an”: Selten. Meist beruhigt sich der Markt schon wenige Tage später, sobald die großen Adressen ihre Positionen bereinigt haben.

Fazit: Wie solltest du mit dem Hexensabbat umgehen?

Der Hexensabbat ist ein faszinierendes, aber gut erklärbares Phänomen. Der gleichzeitige Verfall von Futures und Optionen erzeugt hohe Volatilität. Institutionelle nutzen den Tag gezielt. Für Privatanleger wird es schnell unübersichtlich.

Aus meiner Erfahrung als diskretionärer Price-Action-Trader seit 1978 rate ich zu einem klaren Kopf. Ich handle an Verfallstagen nur mit engem Risikomanagement und kleineren Positionen. Wer die Mechanik nicht kennt, verwechselt die Bewegungen leicht mit echten Trendwenden. Das sind sie meistens nicht.

Kurzfristige Trader können die Schwankungen nutzen, brauchen aber Disziplin. Langfristige Anleger lassen sich am besten nicht verunsichern. Wer den Hexensabbat versteht, kann ihn gezielt für seine Strategie nutzen oder ihn einfach aussitzen.

Häufige Fragen zum Hexensabbat

Wann ist der nächste Hexensabbat?

Der nächste Hexensabbat ist Freitag, der 18. September 2026. Danach folgt der 18. Dezember 2026. Im Jahr 2027 sind es der 19. März, 18. Juni, 17. September und 17. Dezember.

Um wie viel Uhr ist der Hexensabbat?

Die Abrechnung erfolgt gestaffelt. An der Eurex wird der DAX um 13:00 Uhr abgerechnet, Einzelaktien um 17:30 Uhr. In den USA liegt die Triple Witching Hour zwischen 15:00 und 16:00 Uhr Ortszeit.

Was ist der Unterschied zwischen kleinem und großem Verfallstag?

Am großen Verfallstag, viermal im Jahr, verfallen Futures und Optionen zusammen. Am kleinen Verfallstag, monatlich, laufen nur Optionen aus. Die Marktwirkung ist dann deutlich geringer.

Steigen oder fallen die Kurse am Hexensabbat?

Beides ist möglich. Der Hexensabbat hat keine feste Richtung. Er erhöht vor allem die Volatilität und das Handelsvolumen, nicht zwangsläufig die Richtung.

Sollte man am Hexensabbat handeln oder Aktien kaufen?

Das hängt von deiner Strategie ab. Daytrader können die Volatilität nutzen, müssen aber mit starken Schwankungen rechnen. Langfristige Anleger kaufen besser nicht panisch in die Ausschläge hinein, sondern bleiben bei ihrem Plan.

Betrifft der Hexensabbat nur den Aktienmarkt?

Nein. Auch Futures-, Devisen- und Rohstoffmärkte sind betroffen. Kapital wird umgeschichtet. Das bewegt Währungen wie den EUR/USD und Rohstoffe wie Gold und Öl.

Was bedeutet Triple Witching?

Triple Witching ist der englische Begriff für den dreifachen Hexensabbat. Drei Derivatearten verfallen gleichzeitig: Aktienoptionen, Index-Optionen und Index-Futures.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er handelt seit 1978 als diskretionärer Price-Action-Trader an den internationalen Märkten. Seine Schwerpunkte sind Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte.

Seine Laufbahn ist eng mit der deutschen Trading-Szene verbunden. Ende der 1980er übersetzte er die Elliott-Wellen-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre war er deutscher Repräsentant von Joe Ross und brachte zehn seiner Bücher heraus. Seit 1996 nutzt er Interactive Brokers als seine Haupthandelsplattform.

Für dieses Thema bringt Karsten jahrzehntelange Erfahrung mit Terminmärkten mit. Verfallstage, Volatilität und das Verhalten institutioneller Akteure begleiten ihn seit dem Beginn seiner Laufbahn. Diese Praxis fließt direkt in diesen Artikel ein.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.