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Stop-Loss-Order richtig setzen: Orderarten, Platzierung am Chart und Kosten beim Broker

Zuletzt aktualisiert: 10. September 2026

|

27 Min

Galen Woods

Autor

Galen Woods

Karsten Kagels

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Karsten Kagels

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Die meisten Trader setzen ihren Stop dort hin, wo der eigene Verlust gerade noch erträglich wäre. Das ist die falsche Reihenfolge. Der Markt kennt dein Konto nicht. Er kennt nur Unterstützungen, Widerstände und die Schwankungsbreite des jeweiligen Wertes. Ein Stop, der davon nichts weiß, wird abgeräumt, bevor die Bewegung überhaupt beginnt. Welche Ordertypen ein Daytrading-Broker dafür bereitstellt, zeigt unser ViTrade Testbericht. Eine Übersicht aller Orderarten im Aktienhandel gibt es im Einsteiger-Leitfaden.

Diese Anleitung dreht die Reihenfolge um. Zuerst kommt die Marke im Chart, danach die Positionsgröße. Du bekommst die vier Stop-Arten mit den Definitionen der Deutschen Börse, ein durchgerechnetes Beispiel mit Stop Market gegen Stop Limit, drei Chartbeispiele für die Platzierung und die Antwort darauf, was eine Stop-Loss-Order beim Broker tatsächlich kostet. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Stop Loss Order: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Was sie ist: eine Verkaufsorder, die erst aktiv wird, wenn der Kurs eine vorher festgelegte Marke erreicht. Die Deutsche Börse führt sie unter Stop Market Order, die Auslösung heißt dort Stop-Preislimit.
  • Vier Varianten: Stop Market (Ausführung zum nächsten Kurs), Stop Limit (Ausführung nur innerhalb eines Preiskorridors), Trailing Stop (zieht bei Gewinn automatisch nach) und der garantierte Stop einzelner CFD-Broker.
  • Wo er hingehört: hinter die Marke, an der deine Handelsidee erledigt ist. Bei Long unter die letzte Unterstützung, bei Short über den letzten Widerstand, mit Abstand für die normale Schwankungsbreite.
  • Was er kostet: das Einstellen, Ändern und Streichen ist bei den großen deutschen Brokern kostenlos, die ING nennt Limitänderungen ausdrücklich als Inklusivleistung. Gebühren fallen erst bei der Ausführung an, dann als reguläre Orderprovision.
  • Die harte Grenze: eine Ausführungsgarantie gibt es nicht. Die Deutsche Börse schreibt das für Stop Market und Stop Limit ausdrücklich so. Bei einer Kurslücke wird zum nächsten handelbaren Kurs verkauft, und der kann deutlich tiefer liegen.

Was ist eine Stop-Loss-Order?

Eine Stop-Loss-Order ist ein Verkaufsauftrag, der erst dann in das Orderbuch gestellt wird, wenn der Kurs eine vorher festgelegte Marke erreicht oder unterschreitet. Sie begrenzt den Verlust einer Position, ohne dass du den Markt dauerhaft beobachten musst.

Manche Strategien schreiben den Abstand fest vor. Die CAN-SLIM-Strategie von William O’Neil begrenzt jeden Verlust auf 7 bis 8 Prozent unter dem Kaufkurs, gerechnet ab dem Einstand und nicht ab einem zwischenzeitlichen Hoch.

Für den Trader erfüllt sie zwei Aufgaben. Am Anfang sichert sie den Einstand ab, das ist der initiale Stop. Läuft die Position dann in die gewünschte Richtung, wird sie zum Werkzeug der Gewinnsicherung: Du ziehst die Marke nach, und ab einem bestimmten Punkt kann der Trade nicht mehr im Minus enden.

  • Erstabsicherung: der Stop steht ab der ersten Sekunde im Markt und begrenzt den maximalen Verlust auf einen Betrag, den du vor dem Einstieg kennst.
  • Gewinnsicherung: sobald die Position im Plus liegt, wandert der Stop mit. Aus dem Verlustbegrenzer wird ein Gewinnsicherer.

Die meisten Trader haben einen Stop im Markt. Über seine Platzierung denken die wenigsten lange nach. Genau dort entscheidet sich aber, ob er hilft oder schadet. Bevor wir zu den Orderarten kommen, lohnt der Blick auf den Denkfehler, der am häufigsten passiert.

Allein steht der Stop dabei nie. Zusammen mit der 1-Prozent-Regel, der Berechnung der Positionsgröße und dem Chance-Risiko-Verhältnis bildet er das Fundament, auf dem eine belastbare Handelsstrategie steht.

Die falsche Art, Stop-Loss-Orders zu setzen

Zwei Fragen fassen den falschen Denkweg zusammen. Beide klingen vernünftig und führen trotzdem an eine willkürliche Marke.

Wie viel möchte ich verlieren?

Nehmen wir an, du willst dein Risiko auf 200 Euro begrenzen. Das ist eine Kontoentscheidung, keine Marktentscheidung.

Was ist der implizierte Stop-Loss-Kurs?

Du kaufst 100 Aktien zu 50 Euro. Aus der Wunschgrenze folgt der Kurs rein rechnerisch, du musst den Stop also bei 48 Euro setzen.

50 Euro − (200 Euro / 100 Aktien) = 48 Euro Stop-Loss-Kurs

Was daran nicht stimmt: die Kursbewegung kommt in dieser Rechnung überhaupt nicht vor. Die 48 Euro entstehen ausschließlich aus deiner Risikoneigung. Für den Markt ist diese Marke bedeutungslos. Liegt das letzte Verlaufstief bei 48,20 Euro, wird der Stop im ersten normalen Rücksetzer abgeräumt, ohne dass die Idee falsch war. Chartmuster liefern die Marke dagegen mit: Beim Doppelboden und Doppeltop liegt der Stop hinter dem zweiten Wendepunkt.

Der Zusammenhang bleibt trotzdem richtig, nur die Reihenfolge stimmt nicht. Erst die Marke im Chart, dann die Stückzahl. Wie du aus einem gegebenen Stop-Abstand die passende Position ableitest, steht im Guide zum Money Management.

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Welche Stop Loss Orderarten gibt es?

Die Deutsche Börse unterscheidet für Xetra zwei Grundtypen und führt zwei weitere Varianten gesondert. Der Unterschied liegt allein darin, was nach der Auslösung passiert. Wer die vier Formen auseinanderhält, versteht auch, warum der eine Stop im Crash verkauft und der andere im Depot liegen bleibt. Eine Übersicht über alle Orderformen jenseits des Stops findest du im Guide zu Ordertypen und Orderarten.

Stop Market: die Standardvariante

Eine Stop-Market-Order wird bei Erreichen des Stop-Preislimits in das Orderbuch eingestellt und danach wie eine Market-Order behandelt. Sie wird zum nächstmöglichen Kurs ausgeführt, eine Ausführungsgarantie besteht nicht. Bei einer Verkaufsorder ist das der Geldkurs, also das höchste Gebot, das gerade im Buch steht.

Das ist die Form, die die meisten Trader meinen, wenn sie von einem Stop-Loss sprechen. Bei manchen Brokern heißt sie Stop Loss bestens oder Stop Market. Sie verkauft in nahezu jeder Marktlage, weil sie sich in eine Market-Order verwandelt. Den Preis dieser Sicherheit zahlst du in Form von Slippage: Der tatsächliche Ausführungskurs kann unter deiner Marke liegen.

Die Limit-Stop-Loss-Order

Eine Stop-Limit-Order stellt bei Erreichen des Stop-Limits keine Market-Order in das Orderbuch, sondern eine Limit-Order. Sie wird nur innerhalb des gesetzten Preiskorridors ausgeführt.

Du gibst also zwei Kurse an: die Auslöseschwelle und darunter das Ausführungslimit, unter dem du nicht mehr verkaufen willst. Zwischen beiden liegt der Korridor, in dem die Order arbeiten darf. Die Deutsche Börse rechnet es am Kauffall vor: Stop-Limit 101, Ausführungslimit 102, und wenn der Kurs zwischenzeitlich über 102 gesprungen ist, bleibt die Order liegen.

Auf der Verkaufsseite bedeutet das dasselbe mit umgekehrtem Vorzeichen. Fällt der Kurs durch eine Kurslücke unter dein Limit, bleibt die Position unberührt. Das schützt dich vor einem Verkauf zum Ausverkaufspreis. Es lässt dich aber auch mit einer Position sitzen, die weiter fällt. Genau das ist der Grund, warum ein Stop-Limit im Crash der gefährlichere von beiden Ordertypen ist.

Trailing-Stop-Loss-Order

Eine Trailing-Stop-Order ist eine Stop-Market-Order mit variablem Stop-Limit. Das Handelssystem passt die Marke fortlaufend an den Referenzpreis an, sobald sich der Kurs in die gewünschte Richtung bewegt.

Der Automatismus läuft nur in eine Richtung. Steigt der Kurs bei einer Verkaufs-Order, wandert die Marke mit nach oben, fällt er, bleibt sie stehen. Erreicht der Kurs die Marke, wird ausgelöst. Den Abstand gibst du entweder absolut in Punkten oder prozentual an, beides ist bei Xetra zulässig.

Damit sparst du dir das tägliche Nachziehen von Hand. Die Grenze liegt im starren Abstand: Ein Trailing Stop kennt die Marktstruktur nicht und rückt auch dann nach, wenn der Kurs gerade in einer Konsolidierung steht. Wie du das Nachziehen bei einem konkreten Broker einrichtest und wo dessen Grenzen liegen, steht in unserer Anleitung zu Stop Loss und Trailing Stop bei Scalable Capital.

Der dynamische Stop-Loss

Ein dynamischer Stop-Loss ist ein Stop, dessen Marke sich laufend neu berechnet, statt fest im Orderbuch zu stehen. Die Berechnung übernimmt entweder das Handelssystem oder ein Indikator im Chart.

Der Trailing Stop ist die einfachste Form davon, weil er nur einen festen Abstand mitführt. Interessanter wird es, wenn ein Indikator die Marke vorgibt. Der Parabolic SAR liefert bei jeder Kerze ein fertiges Niveau, das sich nur in Trendrichtung bewegt und nie zurückgeht. Je länger die Position läuft, desto enger rückt er an den Kurs heran.

Der praktische Unterschied ist wichtig. Ein dynamischer Stop aus einem Indikator liegt nicht als Order im Markt, du musst ihn selbst nachziehen oder ein Werkzeug damit beauftragen. Ein Trailing Stop beim Broker liegt dort. Wie gut automatisierte Werkzeuge das Nachziehen übernehmen, zeigt unser Erfahrungsbericht zu Magic Keys.

Der garantierte Stop-Loss

Ein garantierter Stop-Loss wird auch bei Kurslücken exakt zum gesetzten Kurs ausgeführt. Der Anbieter übernimmt dabei die Differenz zum tatsächlichen Marktpreis.

Diese Variante bieten einzelne CFD-Broker an, an der Börse gibt es sie nicht. Bezahlt wird sie über einen etwas breiteren Spread, also über die Handelsspanne statt über eine sichtbare Gebühr. Bei easyMarkets fällt nach Angaben des Anbieters keine gesonderte Gebühr an. Das ist die einzige Konstruktion, bei der die Aussage “mein Verlust ist gedeckelt” wörtlich stimmt.

Ob sich das lohnt, hängt vom Handelsstil ab. Wer über Nacht oder über das Wochenende hält, kauft damit Schutz gegen genau das Risiko, das ihn treffen kann. Wer nur innerhalb der Handelszeiten arbeitet, zahlt den breiteren Spread bei jedem einzelnen Trade für einen Fall, der selten eintritt.

Die OCO-Order: Stop und Ziel in einem Auftrag

Eine One-cancels-other-Order kombiniert eine Limit-Order und eine Stop-Market-Order. Wird eine der beiden ausgeführt oder ausgelöst, löscht das Handelssystem die andere automatisch.

Für den Trader ist das die saubere Form der Trade-Verwaltung. Du hinterlegst Stop und Kursziel gleichzeitig und musst dich danach um nichts mehr kümmern. Ohne OCO läufst du Gefahr, nach einem erreichten Kursziel eine verwaiste Stop-Order im Markt zu lassen, die dich später ungewollt in eine neue Position bringt. Welche Ausstiegsformen es sonst noch gibt, steht im Überblick über die zehn Arten der Gewinnmitnahme.

Stop-Loss-Order Beispiel: eine Order Schritt für Schritt

Zahlen machen den Unterschied zwischen den Ordertypen schneller klar als jede Definition. Wir nehmen einen Kauf, ein Verlaufstief im Chart und rechnen beide Varianten durch.

  • Die Position: 200 Aktien zu 45,00 Euro, Gegenwert 9.000 Euro.
  • Die Marke im Chart: das letzte Verlaufstief liegt bei 42,40 Euro. Darunter ist die Idee erledigt.
  • Der Stop: 42,00 Euro, also mit etwas Abstand unter die Marke, damit normale Schwankungen nicht auslösen.
  • Das Risiko: (45,00 − 42,00) x 200 = 600 Euro. Bei einem Konto von 60.000 Euro ist das 1 Prozent.

Bei einer Stop-Market-Order passiert Folgendes: Sobald ein Kurs von 42,00 Euro festgestellt wird, geht der Auftrag als Market-Order ins Orderbuch. In einem ruhigen Markt bekommst du 41,98 oder 41,95 Euro. Der Verlust liegt dann bei rund 600 bis 610 Euro statt bei exakt 600.

Bei einer Stop-Limit-Order setzt du zusätzlich ein Ausführungslimit, sagen wir 41,50 Euro. Fällt der Kurs geordnet, verkaufst du irgendwo zwischen 42,00 und 41,50 Euro. Eröffnet die Aktie nach einer Gewinnwarnung dagegen bei 38 Euro, wird deine Order ausgelöst und danach nie ausgeführt, weil 38 unter deinem Limit liegt. Du hältst 200 Aktien, die 1.400 Euro tiefer stehen als geplant.

Daraus folgt eine Faustregel, die in beide Richtungen ehrlich ist. Stop Market, wenn du in jedem Fall raus willst. Stop Limit, wenn du einen Verkauf zum Panikpreis mehr fürchtest als das Halten einer fallenden Position. Für die Verlustbegrenzung, um die es hier geht, ist Stop Market in den allermeisten Fällen die passende Wahl.

Wo können Stop Loss Orders eingesetzt werden?

Stop-Orders funktionieren überall dort, wo laufend ein Kurs festgestellt wird. Die Frage ist nicht, ob sie technisch gehen, sondern welchen Abstand das jeweilige Produkt verträgt. Ein Hebelprodukt braucht andere Marken als eine Standardaktie.

Was muss ich bei Aktien Stop Loss Orders beachten?

Entscheidend ist die typische Schwankungsbreite des Wertes. Schwankt eine Aktie an einem normalen Tag um 10 Prozent, ist ein Stop innerhalb dieser Spanne ein Zufallsgenerator. Er löst aus, weil der Tag laut war, nicht weil die Idee gescheitert ist.

Zwei Wege führen zu einer belastbaren Marke. Der erste nimmt die Marktstruktur: das letzte Verlaufstief, eine Unterstützungszone, ein Chartmuster. Der zweite rechnet die Schwankungsbreite in den Abstand ein, dafür eignet sich der ATR-Indikator. Beide Wege stehen weiter unten mit Chartbeispielen.

Was muss ich bei Zertifikate Stop Loss Orders beachten?

Bei Zertifikaten wirkt der Hebel auf jede Kursbewegung des Basiswerts. Der Stop muss deshalb strenger am Risikoprofil hängen als bei der Aktie selbst. Ein Basiswert, der 2 Prozent nachgibt, kann ein Hebelzertifikat 20 Prozent kosten.

Dazu kommt eine zweite Schwelle, die du nicht kontrollierst. Viele Knock-out-Zertifikate tragen eine eigene Knock-out-Barriere, bei deren Berührung das Papier praktisch wertlos verfällt. Liegt dein Stop darunter, kommt er nie zum Einsatz. Dasselbe gilt für Zertifikate mit eingebautem Stop-Loss-Level: Der Schutz ist ein Basisschutz des Emittenten, kein Ersatz für deine eigene Marke.

Stop-Loss bei ETFs und Fonds

Bei einem ETF funktioniert die Stop-Order technisch genauso wie bei der Aktie, sofern du ihn an einer Börse handelst. Der Unterschied liegt im Sinn der Sache, nicht in der Mechanik. Ein breit streuender Index-ETF im langfristigen Depot ist kein Trade mit Ungültigkeitsmarke, und ein Stop verwandelt eine Buchschwankung in einen realisierten Verlust.

Zwei Fälle sind trotzdem sinnvoll. Erstens der ETF als kurzfristige Position, etwa auf einen Sektor oder eine Region, wo dieselbe Logik greift wie bei einer Aktie. Zweitens Fondsanteile, die nur einmal täglich abgerechnet werden: Dort ist eine Stop-Order über die Fondsgesellschaft nicht möglich, der Handel über die Börse ist die Voraussetzung dafür.

Stop-Loss bei CFDs und im gehebelten Handel

Im CFD-Handel ist der Stop keine Option, sondern Pflicht. Der Hebel vergrößert jede Bewegung, und die Verluste wirken auf die volle Positionsgröße, nicht auf deinen Einsatz. Was der Hebel dabei genau verstärkt, erklärt unser Artikel zum gehebelten Handel.

Ohne initialen Stop entscheidet im Ernstfall der Broker. Beim Margin Call werden unterdeckte Positionen zwangsweise glattgestellt, und zwar zu dem Kurs, der gerade da ist. Das ist ein Stop-Loss ohne Mitspracherecht. Wann genau der Broker glattstellt, erklärt der Beitrag zum Handel mit Margin.

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Was kostet eine Stop-Loss-Order?

Eine Stop-Loss-Order verursacht bei den großen deutschen Brokern keine eigenen Gebühren. Kosten entstehen erst mit der Ausführung, und zwar in Höhe der regulären Orderprovision.

Das Einstellen, Ändern und Streichen einer Order ist bei den Direktbanken kostenlos. Die ING führt Limitänderungen ausdrücklich als Inklusivleistung, ohne Zusatzentgelt. Eine liegende Stop-Order kostet dich also nichts, solange sie nicht auslöst.

Löst sie aus, greift die normale Preisliste. Bei der ING sind das 4,90 Euro plus 0,25 Prozent vom Kurswert, gedeckelt bei 69,90 Euro, dazu das Handelsplatzentgelt: 2,90 Euro für Xetra und Frankfurt, im Direkthandel entfällt es. Andere Anbieter rechnen anders, das Muster ist überall dasselbe.

Die eigentliche Kostenstelle steht nicht in der Preisliste. Sie heißt Slippage und entsteht zwischen deiner Marke und dem tatsächlichen Ausführungskurs. In einem liquiden Wert sind das ein, zwei Cent. In einem engen Nebenwert oder bei einer Nachricht am Morgen können daraus mehrere Prozent werden, und die kosten mehr als jede Orderprovision.

Ein zweiter Posten trifft nur die CFD-Seite. Der garantierte Stop wird über einen breiteren Spread bezahlt, also bei jedem Trade, unabhängig davon, ob er je auslöst. Wer ihn nutzt, sollte gegenrechnen, wie oft er tatsächlich mit einer Kurslücke rechnet.

Vorteile und Nachteile von Stop Loss Orders

Die Stop-Order löst ein Problem zuverlässig und schafft dabei ein neues. Beide Seiten gehören auf den Tisch, bevor du entscheidest, wie eng du arbeitest.

Vorteile der Stop-Loss-Order

  • Verlust ist vorher bekannt: Du kennst den maximalen Betrag, bevor du kaufst. Das macht die Positionsgröße überhaupt erst berechenbar.
  • Funktioniert ohne Bildschirm: Die Order liegt im Markt und arbeitet auch dann, wenn du im Termin sitzt oder schläfst. Ein gedanklicher Stop tut das nicht.
  • Nimmt die Entscheidung aus dem Moment: Der Ausstieg ist festgelegt, solange du ruhig bist. Im fallenden Markt triffst du keine gute Entscheidung mehr.
  • Sichert Gewinne: Nachgezogen verwandelt sich der Verlustbegrenzer in eine Gewinnsicherung, ab einem bestimmten Punkt ohne Verlustrisiko.
  • Kostet im Ruhezustand nichts: Einstellen, Ändern und Streichen sind bei den großen deutschen Brokern gebührenfrei.

Nachteile der Stop-Loss-Order

  • Keine Ausführungsgarantie: Die Deutsche Börse schreibt das für Stop Market und Stop Limit ausdrücklich. Bei einer Kurslücke verkaufst du zum nächsten handelbaren Kurs.
  • Macht den Verlust endgültig: Aus einer Buchschwankung wird ein realisierter Verlust. Bei langfristigen Depotpositionen ist das oft der teurere Weg.
  • Zu enge Stops werden eingesammelt: Rund um markante Tiefs liegen viele Aufträge dicht beieinander. Genau dort holen sich größere Adressen ihre Liquidität.
  • Begrenzte Gültigkeit: Nur eine Good-till-cancelled-Order bleibt bis zur Löschung liegen. Alles andere läuft nach Tagen oder Wochen aus und muss erneuert werden.
  • Der garantierte Stop kostet laufend: Er wird über einen breiteren Spread bezahlt, also bei jedem Trade, auch wenn er nie auslöst.

Für größere Aktienpositionen gibt es neben der Stop-Order eine zweite Absicherung. Beim Protective Put bleiben die Aktien im Depot, und eine gekaufte Verkaufsoption fängt den Kursverfall auf. Wie sich das rechnet und wann es die teurere Variante ist, steht im Überblick über die Optionsstrategien.

Die logische Anleitung zum Platzieren von Stop-Loss-Orders

Der folgerichtige Weg dreht die Reihenfolge vom Anfang des Artikels um. Zuerst fragst du den Chart, danach dein Konto. Drei Fragen nacheinander, und am Ende steht entweder eine Position oder ein bewusst ausgelassener Trade.

Welcher Stop-Loss-Kurs ist folgerichtig?

Ein logischer Stop folgt nicht deiner Risikobereitschaft, sondern der Kursbewegung. Er steht dort, wo die Idee hinter dem Trade widerlegt ist. Damit begrenzt er den Verlust und lässt dem Trade gleichzeitig genug Raum, sich zu entwickeln. Zwei Methoden führen dorthin: die Marktstruktur und die Volatilität.

Die Unterstützung oder der Widerstand als Stop-Loss

Im Idealfall erreicht der Markt deinen Stop nie. Daraus folgt die Platzierung fast von selbst: Bei Long-Positionen liegt er unter einer Unterstützung, bei Short-Positionen über einem Widerstand. Beides sind Zonen, an denen der Markt in der Vergangenheit gedreht hat.

Bei Ausbruchstrades liefert die Handelsspanne den Stop gleich mit. Das gegenüberliegende Ende der Range begrenzt den Verlust, bevor die Order im Markt liegt. Mehr dazu im Beitrag zu Breakout-Setups.

Arbeitest du mit Candlestick- oder Balkenmustern, spielt die große Unterstützungszone eine kleinere Rolle. Dann gilt das Muster selbst als Marke, und der Stop gehört unter das Tief des Musters, bei Short über sein Hoch.

Stop-Loss-Order am Chart platziert unter dem Tief eines Hikkake-Long-Setups
Chartmuster Stop-Loss-Platzierung für ein Hikkake Long-Setup

Im Beispiel oben liegt der Verkaufsauftrag unter dem Tief des Hikkake-Setups. Fällt der Kurs darunter, ist das Muster gebrochen und der Grund für den Einstieg entfallen. Der Stop stellt in diesem Fall keine Verlustbegrenzung im engeren Sinne dar, sondern die Konsequenz aus einer widerlegten Annahme.

Stop-Loss-Order unter einem Pivot-Swingtief als Marktunterstützung im Chart
Stop-Loss Platzierung unter einem Pivot-Swingtief

Das zweite Beispiel zeigt den häufigeren Fall. Der Einstieg kam mit dem Schlusskurs über dem Gleitenden Durchschnitt, der Stop liegt etwas unter dem letzten Swing-Tief, das hier als Unterstützung dient. Als zusätzliche Orientierung eignen sich Pivot-Punkte, die Unterstützungen und Widerstände aus den Vortagesdaten ableiten.

Im Tageschart liegt der Stop naturgemäß weiter entfernt als im Minutenchart. Der Abstand wandert dann in die Stückzahl, nicht in eine engere Marke. Wie du Positionen über mehrere Tage dimensionierst, steht im Guide zu Strategien für Swing Trades.

Zwei Anschlussfälle lohnen einen eigenen Blick. Bei Einstiegen nach einer Gegenbewegung gehört der Stop hinter das Extrem des Rücksetzers, die Regel dazu steht im Guide zum Pullback-Trade. Bei einer Bärenflagge gehört er über das Flaggenhoch, nicht über die Einstiegskerze.

Wie viel Abstand braucht der Stop?

Die häufigste Anfängerfrage lautet, wie viel Prozent es sein sollen. Eine feste Prozentzahl gibt es nicht, und jede Antwort, die eine nennt, ignoriert den Wert, den Zeitrahmen und die Marktlage. Ein DAX-Titel im Tageschart verträgt einen völlig anderen Abstand als ein Nebenwert im Fünf-Minuten-Chart.

Was es gibt, ist eine belastbare Reihenfolge. Der Abstand ergibt sich aus der Marke im Chart, nicht aus einer Zahl: Du suchst das Niveau, an dem die Idee erledigt ist, legst den Stop mit etwas Luft dahinter und rechnest daraus die Stückzahl. Kommt dabei eine Position heraus, die zu groß für dein Konto ist, verkleinerst du die Position und nicht den Abstand.

Eine Orientierung liefert die Schwankungsbreite. Liegt der Stop innerhalb der durchschnittlichen Tagesspanne, ist er zu eng. Der ATR-basierte Abstand im nächsten Abschnitt macht daraus eine Zahl, die zum jeweiligen Markt passt. Wie du aus Abstand und Trefferquote eine belastbare Aussage über eine Strategie ableitest, rechnet der Artikel zur Trading-Mathematik an echten Trades vor.

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Volatilität als Stop-Loss

Ein guter Stop lässt dem Trade Raum. Wie viel Raum genug ist, beantwortet die Volatilität des jeweiligen Marktes, also seine übliche Schwankungsbreite. Damit wird der Abstand messbar statt geschätzt.

Das klassische Beispiel ist der Chandelier Exit. Er nutzt den ATR, die Average True Range, die die durchschnittliche Spanne einer Kerze über einen festgelegten Zeitraum misst. Der Stop liegt dann ein Vielfaches des ATR vom Extrem entfernt, im Chart unten der 14-Perioden-ATR mal drei.

Volatilitäts-Stop-Loss mit Chandelier Exit auf Basis des 14-Perioden-ATR
Volatilitätsstop mit Chandelier Ausstieg
  • Der Einstieg: gekauft wurde, nachdem der Markt über die kleine blaue Abwärtstrendlinie gestiegen war und dort einen Schlusskurs hinterlassen hatte.
  • Der initiale Stop: die gepunktete Linie zeigt den Chandelier-Stop zum Zeitpunkt des Einstiegs.
  • Das Nachziehen: der Chandelier-Stop wandert mit dem Kurs nach oben und wird damit zum Trailing Stop. In diesem Fall trug er die Position durch die gesamte Aufwärtsbewegung.

Die Rechenwege für Faktor, Periode und Einstiegsvariante gehören in einen eigenen Artikel. Wie du den Volatilitäts-Stopp konkret berechnest und wo seine Schwächen liegen, steht ausführlich im Guide zum ATR-Stop-Loss.

Wie viel muss ich aufgrund des logischen Stop-Loss-Punktes riskieren?

Jetzt erst kommt das Konto ins Spiel. Der Chart hat die Marke geliefert, daraus ergibt sich der Betrag, und der Betrag entscheidet über die Stückzahl oder über den Verzicht auf den Trade.

Ein Beispiel: Das Chartmuster legt den Stop auf 40 Euro, der Einstieg liegt bei 50 Euro, geplant sind 100 Aktien. Damit steht das Risiko dieses Trades fest, bevor die erste Order abgeschickt ist.

(50 Euro − 40 Euro) x 100 Aktien = 1.000 Euro Trade-Risiko

Kann ich es mir leisten, diesen Betrag zu riskieren?

Szenario 1

Auf dem Konto liegen 2.000 Euro, mehr steht fürs Trading nicht zur Verfügung. Die 1.000 Euro aus dem Chartmuster wären die Hälfte davon. Ein solcher Drawdown ist unabhängig von der Qualität des Setups nicht tragbar. Der Trade ist zu teuer, also fällt er aus oder die Position wird kleiner.

Szenario 2

Auf dem Konto liegen 50.000 Euro. Die gleichen 1.000 Euro sind jetzt 2 Prozent, ein Verlust, den das Konto ohne Schaden verkraftet. Der Trade wird genommen, und zwar in voller geplanter Größe.

Ein logischer Stop-Loss gibt der Price Action Priorität

Der Unterschied zwischen beiden Denkweisen ist eine Reihenfolge. Der unbedachte Trader legt zuerst sein Wunschrisiko fest und setzt danach den Stop, die Entscheidung für den Markt ist da längst gefallen, bevor das Risiko überhaupt geprüft wurde.

Der folgerichtig arbeitende Trader macht es umgekehrt. Er analysiert den Markt, findet die Marke, rechnet den Betrag aus und entscheidet erst dann, ob er einsteigt. Diese Reihenfolge ist der eigentliche Kern der Price-Action-Arbeit: Der Markt kommt zuerst.

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Warum du ein initiales Stop Loss brauchst

Ein initialer Stop ist die Verlustbegrenzung, die zusammen mit der Eröffnung der Position in den Markt gelegt wird. Er legt fest, an welchem Kurs die Handelsidee als widerlegt gilt.

Die bekannteste feste Verlustschwelle der Börsengeschichte stammt aus den 1920er Jahren. Jesse Livermore verkaufte jede Position, die mehr als etwa zehn Prozent unter seinen Einstand fiel. Dass er trotzdem dreimal Konkurs anmeldete, lag daran, dass er sich in den entscheidenden Momenten nicht daran hielt.

Es gibt Trader, die auf einen aktiven Stop verzichten. Fast immer steht dahinter eine konkrete Erfahrung: Sie wurden ausgestoppt, und danach lief der Markt in die erwartete Richtung. Solche Momente bleiben im Gedächtnis, während die Fälle, in denen der Stop das Konto gerettet hat, vergessen werden.

Dass Stops auffällig oft knapp vor der eigentlichen Bewegung auslösen, ist dabei kein Zufall. Rund um markante Tiefs liegen viele Aufträge dicht beieinander, und genau dort sammeln größere Adressen ihre Liquidität ein. Der Mechanismus dahinter heißt Stop-Loss-Hunting beim Fehlausbruch. Die Antwort darauf ist ein größerer Abstand, nicht der Verzicht auf den Stop.

Die zweite Gruppe verzichtet auf den Stop, weil sie nicht verlieren will. Die meisten dieser Trader handeln inzwischen nicht mehr. Drei Gründe sprechen dafür, die Order tatsächlich in den Markt zu legen.

Es muss einen Kurs geben, an dem deine Handelsidee erledigt ist

Das gilt für jeden, der technisch arbeitet. Kaufst du eine Aktie bei 45 Euro, weil ein Chartmuster ein Ziel von 50 Euro nahelegt, dann ist die Frage einfach: Welcher Grund spricht dafür, sie bei 20 Euro noch zu halten? Das Muster ist längst gebrochen.

Für Fundamentaltrader liegt der Fall anders. Ihr Ziel hängt nicht am Kursverlauf, deshalb kann ein gedanklicher Stop dort die passendere Form sein. Wer dagegen mit Chart-Setups arbeitet, hat immer einen Kurs, an dem die Annahme fällt.

Der Stop schützt dich vor deinem schlimmsten Feind

Dein schlimmster Feind bist du selbst, und zwar genau in dem Moment, in dem du nicht verlieren willst. Eine Order im Markt zwingt dich, den Verlust zu akzeptieren, während du selbst ihn immer weiter hinausschieben würdest.

Verluste gehören zum Geschäft. Trading ist ein Spiel der Wahrscheinlichkeit, nicht der Gewissheit, und das kann man einüben. Wie sich die Haltung dazu verändert, wenn man Verluste als Betriebskosten begreift, beschreibt der Artikel profitabel Geld verlieren. Wer dagegen zu viele schmerzhafte Verluste sammelt, handelt meist schlicht zu viel: Dann hilft der Blick auf das Vermeiden von Übertrading.

Mit geschlossenen Augen gibst du keine Order ein

Das trifft Daytrader am härtesten. Wird der Markt schnell und du hast noch keinen Stop platziert, wirst du ihn in diesem Moment nicht mehr eingeben, weil das Wegsehen die bequemere Reaktion ist. Ein gedanklicher Stop hält dieser Situation nicht stand.

Ausnahmen

Für den technisch arbeitenden Trader ist der aktive Stop Pflicht. Drei Fälle liegen anders, und sie sind es wert, benannt zu werden.

  • Langfristige Investoren vom Typ kaufen und halten: Sie brauchen keinen Stop-Auftrag. Technisch betrachtet liegt ihr Stop bei null Euro.
  • Bestimmte Optionsstrategien: Ist das Risiko bereits durch die Konstruktion auf den eingesetzten Betrag begrenzt, braucht es keine zusätzliche Absicherung. Wie das funktioniert, steht im Guide zum Optionshandel.
  • Trader ohne festen Ungültigkeitskurs: Wer die Bedingungen kennt, die seinen Vorteil zunichtemachen, aber keinen konkreten Kurs benennen kann, steigt beim Eintreten dieser Bedingungen mit einer Market-Order aus.

Dass eine Serie ausgelöster Stops in aller Regel Varianz ist und kein Systemversagen, ist dabei die wichtigste Einordnung. Vier Fehler passieren rund um den Stop besonders häufig: gar keinen setzen, ihn weiter wegziehen, ihn löschen und ihn nach dem Wunschverlust statt nach der Marktstruktur platzieren. Alle vier sind in der Übersicht zu den Trading-Fehlern rund um den Stop einzeln beschrieben.

Dieser Artikel geht auf zwei Beiträge von Galen Woods zurück, die er im Original unter The Logical Trader’s Guide to Setting Stop-Losses und Why You Must Have An Initial Stop-Loss veröffentlicht hat. Übersetzung und Bearbeitung: Karsten Kagels und Gaby Boutaud. Die Abschnitte zu Orderarten, Kosten und Broker-Praxis stammen aus eigener Recherche der Redaktion.

„Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen“ ist die bekannteste Formulierung dieses Prinzips – und die einzige Börsenweisheit, die eine konkrete Handlung nennt. Wie die übrigen Klassiker im Faktencheck abschneiden, steht in der Übersicht der Börsenweisheiten.

Der Stop-Loss beim Broker: Handelsplatz und Gültigkeit

Zwei Details entscheiden darüber, ob dein Stop im Ernstfall tatsächlich arbeitet. Beide stehen nicht im Chart, sondern in der Ordermaske.

Das erste ist der Handelsplatz. Eine Stop-Order gilt immer nur dort, wo du sie eingestellt hast. Liegt sie auf Xetra und fällt der Kurs außerhalb der dortigen Handelszeit, passiert bis zur nächsten Preisfeststellung nichts. Im außerbörslichen Direkthandel gelten wieder andere Zeiten. Wer über Nacht abgesichert sein will, muss wissen, wann sein Handelsplatz überhaupt geöffnet hat.

Das zweite ist die Gültigkeit. Die Deutsche Börse kennt drei Formen: Good-for-day gilt bis zum Handelsschluss des laufenden Tages, Good-till-date bis zu einem von dir gesetzten Datum, Good-till-cancelled bis zur Ausführung oder Löschung. Broker begrenzen die Datumsvariante zusätzlich, oft auf einige Wochen bis Monate.

Der praktische Fehler daraus ist immer derselbe. Eine ausgelaufene Stop-Order sieht im Depot genauso aus wie keine Order, nämlich nach nichts. Wer mit Datumsgültigkeit arbeitet, sollte sich das Ablaufdatum notieren. Wie eine konkrete Ordermaske dabei aussieht und wo ihre Grenzen liegen, zeigt unsere Anleitung für den Ausstieg aus dem Trade.

Wer den Stop nicht selbst am Chart bestimmen will, findet die Marke auch in fertigen Analysen. Unsere Aktien-Signale nennen zu jeder Idee Einstiegszone, Stop-Loss und Kursziel, sodass die Ordermaske nur noch ausgefüllt werden muss.

Ein dritter Punkt betrifft nur bestimmte Konten. Nicht jeder Broker bietet alle vier Stop-Arten an, Trailing Stops und OCO-Orders fehlen bei Neobrokern häufiger als die einfache Stop-Market-Order. Vor der ersten Absicherung lohnt der Blick in die Ordermaske, nicht in die Werbeseite.

Fazit: Der Stop gehört an den Chart, nicht an dein Wunschrisiko

Die Stop-Loss-Order ist ein einfaches Werkzeug mit einer einzigen anspruchsvollen Frage. Nicht ob du einen Stop setzt, sondern wo. Wer die Marke aus dem gewünschten Verlust ableitet, produziert Ausstiege ohne Bezug zum Markt und wird zuverlässig eingesammelt.

Die Reihenfolge, die trägt, hat drei Schritte. Erst die Marke im Chart suchen, an der die Idee erledigt ist. Dann den Betrag ausrechnen. Zuletzt entscheiden, ob das Konto diesen Betrag verkraftet. Passt es nicht, wird die Position kleiner, nie der Abstand enger.

Zwei Grenzen bleiben bestehen, egal wie sauber du arbeitest. Eine Ausführungsgarantie gibt es an der Börse nicht, und ein Stop verwandelt jede Buchschwankung in einen realisierten Verlust. Für einen Trade mit klarem Ungültigkeitskurs ist genau das der Zweck. Für ein langfristiges Depot ist es meist der teurere Weg.

Häufige Fragen zur Stop-Loss-Order

Was ist besser, Stop-Loss oder Stop-Limit?

Für die reine Verlustbegrenzung ist die Stop-Market-Order in den meisten Fällen die passende Wahl, weil sie in nahezu jeder Marktlage verkauft. Die Stop-Limit-Order schützt vor einem Verkauf zum Panikpreis, kann bei einer Kurslücke aber gar nicht ausgeführt werden und lässt dich mit der fallenden Position sitzen.

Was sind die Nachteile einer Stop-Loss-Order?

Es gibt keine Ausführungsgarantie, das schreibt die Deutsche Börse für Stop Market und Stop Limit ausdrücklich. Dazu kommen drei praktische Nachteile: Der Verlust wird durch den Verkauf endgültig, zu enge Marken werden im normalen Rauschen eingesammelt, und Orders mit Datumsgültigkeit laufen unbemerkt aus.

Wie viel Prozent Abstand sollte ein Stop-Loss haben?

Eine feste Prozentzahl gibt es nicht. Der Abstand ergibt sich aus der Marke im Chart, an der die Handelsidee widerlegt ist, und aus der Schwankungsbreite des jeweiligen Wertes. Liegt der Stop innerhalb der durchschnittlichen Tagesspanne, ist er zu eng.

Fallen Gebühren an, wenn der Stop nicht ausgelöst wird?

Nein. Das Einstellen, Ändern und Streichen einer Stop-Order ist bei den großen deutschen Brokern kostenlos, die ING führt Limitänderungen als Inklusivleistung. Gebühren entstehen erst mit der Ausführung, dann in Höhe der regulären Orderprovision zuzüglich Handelsplatzentgelt.

Was ist der Unterschied zwischen einem Stop-Loss und einem Take-Profit?

Ein Stop-Loss begrenzt den Verlust, ein Take-Profit sichert den Gewinn. Beide sind Ausstiegsaufträge auf verschiedenen Seiten des Einstiegs. In einer OCO-Order lassen sie sich kombinieren: Wird eine der beiden aktiv, löscht das Handelssystem die andere automatisch.

Sind Stop-Loss-Orders garantiert?

An der Börse nicht. Bei einer Kurslücke wird zum nächsten handelbaren Kurs verkauft, und der kann deutlich unter deiner Marke liegen. Der Fachbegriff dafür ist Slippage. Nur einzelne CFD-Broker bieten einen garantierten Stop an, bezahlt über einen breiteren Spread.

Funktioniert ein Stop-Loss auch bei ETFs?

Technisch ja, sofern du den ETF an einer Börse handelst und nicht über die Fondsgesellschaft. Sinnvoll ist er vor allem bei kurzfristigen Positionen, etwa auf einen Sektor. Bei einem breit streuenden Index-ETF im langfristigen Depot verwandelt der Stop eine Buchschwankung in einen realisierten Verlust.

Über den Autor: Galen Woods

Galen Woods ist Price-Action-Daytrader und Betreiber von Trading Setups Review. Sein Schwerpunkt liegt auf der Analyse einzelner Kursstäbe und dem Handel ohne Indikatoren, sein Wissen gibt er im Kurs „Day Trading With Price Action“ weiter.

Auf kagels-trading.de erscheinen seit Jahren über 100 seiner Beiträge in deutscher Übersetzung. Sie decken Setups, Chartformationen und Handelstechniken ab, die er an eigenen Marktbeispielen entwickelt hat.

Für dieses Thema ist er einschlägig, weil er die Stop-Platzierung konsequent vom Chart her denkt und nicht vom Konto. Seine wiederkehrende Regel in diesem Artikel lautet, zuerst die Marke im Markt zu suchen und erst danach die Positionsgröße abzuleiten. Die Abschnitte zu Orderarten, Kosten und Broker-Praxis hat die Redaktion ergänzt.

Dieser Artikel wurde von Karsten Kagels final geprüft.

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