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Die besten Trader der Welt: wer wirklich die höchste Trading-Performance hat

Zuletzt aktualisiert: 20. August 2026

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22 Min

Christian Möhrer

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Christian Möhrer

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Empfehlung:

Wer der beste Trader der Welt ist, hängt davon ab, womit du misst. Nach Vermögen führt Warren Buffett mit dreistelligen Milliardenbeträgen. Nach durchschnittlicher Jahresrendite über viele Jahre steht Richard Dennis an der Spitze: 120 % pro Jahr, und das 19 Jahre in Folge.

Die meisten Ranglisten im Netz sortieren nach Vermögen. Für einen Trader ist das der falsche Maßstab. Vermögen sagt dir, wie lange jemand Zinseszins auf ein großes Startkapital laufen lassen konnte. Es sagt dir nichts darüber, wie gut er Kapital vermehrt hat. Genau diese Frage beantwortet die Trading-Performance.

Ich handele seit 1978 und habe die Ära, aus der die meisten dieser Namen stammen, live miterlebt. Deshalb steht in diesem Artikel nicht nur, wer welche Rendite erreicht hat. Es steht auch drin, was aus diesen Tradern danach geworden ist. Bei zweien von ihnen ist das die eigentliche Lektion. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Die besten Trader der Welt:
das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Richard Dennis führt die Rangliste an mit 120 % durchschnittlicher Jahresrendite über 19 Jahre. Dahinter folgen Michael Marcus mit 120 % über 10 Jahre und Jaffray Woodriff mit 118 % über 10 Jahre.
  • Die beste dokumentierte Performance der Neuzeit lieferte Jim Simons mit dem Medallion-Fonds: rund 39 % netto pro Jahr von 1988 bis 2018, nach Abzug von Gebühren.
  • Der höchste Einzeljahres-Wert stammt von Larry Williams: 11.376 % im Jahr 1987, aus 10.000 Dollar wurden rund 1,1 Millionen Dollar. Wiederholt hat er das nie.
  • Vermögen ist kein Performance-Maßstab. Warren Buffett kommt auf rund 23 % pro Jahr, George Soros auf rund 29 %. Beide liegen damit weit hinter den Top-Tradern der Liste.
  • Zwei der fünf Besten sind später gescheitert. Richard Dennis stellte 1988 nach rund 50 Millionen Dollar Verlust den Handel ein, Jaffray Woodriffs Fonds schrumpfte von 5 Milliarden auf rund 1 Milliarde Dollar.
  • Die Realität für Privatanleger sieht anders aus. Eine brasilianische Studie fand: 97 % aller Daytrader, die länger als 300 Tage durchhielten, verloren Geld.

Was ist Trading-Performance?

Der Begriff wird im Netz sehr unsauber benutzt. Mal meint er den Gewinn eines einzelnen Trades, mal das Gesamtvermögen eines Fondsmanagers, mal die Rendite eines einzelnen Jahres. Für einen Vergleich taugt keine dieser Größen.

Die Trading-Performance ist die über mehrere Jahre erzielte durchschnittliche Jahresrendite eines Traders im Verhältnis zum eingesetzten Kapital und zum dabei erlittenen Drawdown.

Entscheidend ist das Wort über mehrere Jahre. Ein einzelnes starkes Jahr sagt nichts aus. Es kann Können sein, es kann Glück sein, und es kann schlicht ein passendes Marktumfeld gewesen sein. Erst wenn ein Trader eine ähnliche Rendite über zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahre wiederholt, wird die Zahl belastbar.

Die zweite Größe, die dazugehört, ist der Drawdown, also der zwischenzeitliche Kapitalrückgang zwischen zwei Höchstständen deines Kontos.

Der maximale Drawdown ist der größte prozentuale Rückgang vom Kapitalhöchststand bis zum darauffolgenden Tiefpunkt.

Zwei Trader mit 40 % Jahresrendite sind nicht gleich gut, wenn einer davon zwischenzeitlich 15 % und der andere 60 % seines Kapitals verloren hat. Wie stark ein Drawdown das Handeln beeinflusst, unterschätzen die meisten. Wer 60 % im Minus liegt, braucht 150 % Gewinn, um wieder bei null zu sein. Die dritte Größe ist die Vergleichbarkeit der Zahl selbst.

Der Compound Annual Return ist die geometrisch gemittelte Jahresrendite über einen Zeitraum und damit die einzige Kennzahl, die Zinseszins und Verlustjahre korrekt abbildet.

Alle Zahlen in der folgenden Rangliste sind Compound Annual Returns. Ein einfacher Durchschnitt aus „plus 100 %, minus 50 %” ergäbe 25 % pro Jahr. Tatsächlich stehst du nach diesen beiden Jahren exakt bei null.

Die besten Trader der Welt: die Rangliste nach Jahresrendite

Die folgende Tabelle zeigt die Trader mit der höchsten dokumentierten Jahresrendite über einen längeren Zeitraum. In Klammern steht die Anzahl der Jahre, über die diese Rendite erreicht wurde. Je länger dieser Zeitraum, desto aussagekräftiger die Zahl.

Die besten Trader der Welt: Rangliste nach durchschnittlicher Jahresrendite mit Richard Dennis, Michael Marcus und Jaffray Woodriff an der Spitze, im Vergleich dazu Jim Simons, George Soros und Warren Buffett
Nach Jahresrendite sortiert steht Richard Dennis vorn. Warren Buffett liegt mit 23 Prozent weit dahinter.

TraderAnsatzRendite p. a. (Jahre)
Richard DennisTrendfolge, Futures120 % (19)
Michael MarcusFutures, Small Caps120 % (10)
Jaffray Woodriffquantitativ, Managed Futures118 % (10)
Bruce KovnerGlobal Macro87 % (10)
Randy McKaySwing, Devisenca. 80 % (20)
Victor Sperandeodiskretionär72 % (19)
Ed SeykotaTrendfolge, systematischca. 60 % (30)
William Eckhardtsystematisch, Futuresca. 60 % (13)
Gil BlakeMean Reversion, Fonds45 % (12)
William O’NeilAktien, CANSLIMca. 40 % (25)
Jim RogersRohstoffe, Makro38 % (11)
Stanley DruckenmillerGlobal Macro37 % (12)
Jim Simonsquantitativ, Renaissance34 % (24)

Ein Hinweis zur Belastbarkeit dieser Zahlen, den du bei keiner der großen Ranglisten im Netz findest: Die meisten Werte stammen aus Selbstauskünften, Fondsberichten und den Interviews, die Jack Schwager für seine Buchreihe „Magier der Märkte” geführt hat. Sie sind nicht von einem Wirtschaftsprüfer testiert. Ich habe Schwagers Bücher ausführlich besprochen und halte seine Recherche für so sauber, wie sie in diesem Feld überhaupt sein kann. Trotzdem gilt: Behandle diese Zahlen als gut belegte Größenordnung, nicht als geprüfte Bilanz.

Auffällig ist außerdem, wer in dieser Liste weit unten oder gar nicht auftaucht. Jesse Livermore, den Google auf die Frage nach dem größten Händler aller Zeiten ausspuckt, hat nie über Jahrzehnte dokumentierte Renditen geliefert. Er hat viermal ein Vermögen aufgebaut und viermal verloren. Ray Dalio ist ein herausragender Makro-Denker, seine Fondsrenditen liegen aber im niedrigen zweistelligen Bereich. Und Trader wie Toby Crabel, Linda Bradford Raschke oder Mark Minervini sind unter Praktikern hoch angesehen, tauchen in Publikumslisten aber kaum auf.

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Warum Buffett und Soros hier nicht auf Platz 1 stehen

Wenn du „bester Trader der Welt” googelst, bekommst du fast überall dieselbe Liste: Warren Buffett, George Soros, Paul Tudor Jones, Peter Lynch. Sortiert wird dabei nach Vermögen. Das ist bequem, weil die Zahl öffentlich ist. Für die Frage, wer am besten handelt, ist sie wertlos.

Wie Soros auf diese Rendite kam und warum sein bekanntester Trade wenig über seine Trefferquote aussagt, steht im Porträt zu George Soros.

Rechne es einmal durch. Warren Buffett kommt über 54 Jahre auf rund 23 % pro Jahr. Das ist eine grandiose Leistung, weil er sie mit zweistelligen Milliardenbeträgen erreicht hat. Aber es sind eben 23 % und nicht 120 %. Sein Vermögen ist das Ergebnis aus Rendite mal Zeit mal Kapital, und die beiden letzten Faktoren hatte kaum jemand so günstig wie er.

Bei George Soros sieht es ähnlich aus: rund 29 % über 34 Jahre. Peter Lynch schaffte 29,2 % über 13 Jahre, Paul Tudor Jones rund 26 % über 19 Jahre. Alle vier sind außergewöhnliche Kapitalverwalter. Nur sind sie eben keine Spitzenwerte, wenn du nach Renditeeffizienz sortierst.

Es gibt einen zweiten Grund, und der ist der wichtigere. Ab einer bestimmten Fondsgröße kannst du bestimmte Renditen nicht mehr erreichen. Wer 100 Milliarden Dollar bewegt, kommt in kleinen Märkten nicht mehr rein und raus, ohne den Kurs selbst zu bewegen. Genau deshalb hat Jim Simons seinen besten Fonds für externe Anleger geschlossen. Und genau deshalb ist es für dich als Privatanleger eher gute als schlechte Nachricht, dass die Renditespitze bei Tradern mit kleinerem Kapital liegt.

Dasselbe gilt für 13 Jahre Magellan unter Peter Lynch: 29,2 Prozent im Schnitt sind stark, reichen in dieser Rangliste aber nicht an die Spitze.

Richard Dennis: 120 Prozent über 19 Jahre und zwei Zusammenbrüche

Richard Dennis startete Anfang der Siebziger mit 400 Dollar Handelskapital an der MidAmerica Commodity Exchange und erreichte über 19 Jahre rund 120 % Jahresrendite. Das ist bis heute der höchste dokumentierte Langfristwert überhaupt. Bekannt wurde er trotzdem für etwas anderes.

Wie Dennis vom Laufburschen zum Millionär wurde und warum er 1987 und 1988 zweistellige Millionenbeträge verlor, steht im ausführlichen Porträt von Richard Dennis.

Dennis war überzeugt, dass man Trading lernen kann wie jedes andere Handwerk. Sein Partner William Eckhardt hielt dagegen und meinte, gute Trader würden geboren. 1983 machten die beiden daraus ein Experiment.

Die Turtle-Trader waren eine Gruppe von 13 Anfängern in der ersten Klasse, die Richard Dennis und William Eckhardt ab 1983 in einem regelbasierten Trendfolgesystem ausbildeten.

Trading-Performance der 14 Turtle Trader im Wall Street Journal vom 5. September 1989, angeführt von Stig Ostgaard mit 124,1 Prozent Jahresrendite
Die 14 Turtle Trader zwei Jahre nach dem Experiment. Die Zahlen stammen aus dem Wall Street Journal.

Die Teilnehmer hatten keinerlei Handelserfahrung. Sie bekamen ein festes Regelwerk für den Futures-Handel, zwei Wochen Schulung und danach echtes Geld. Die besten von ihnen erreichten in den folgenden vier Jahren im Schnitt rund 80 % pro Jahr. Stig Ostgaard kam auf 124,1 %, Elizabeth Cheval auf 114,1 %. Damit war die Frage beantwortet: Traden ist erlernbar, wenn das Regelwerk und die Kapitaldecke stimmen.

Das System war konsequent regelbasiert, Einstieg wie Ausstieg: Gekauft wurde beim Ausbruch über das 20- oder 55-Tage-Hoch, ausgestiegen am 10- beziehungsweise 20-Tage-Gegenausbruch. Der Anfangsstop lag bei der zweifachen Average True Range, also beim Zweifachen der durchschnittlichen Tagesschwankung.

Wer das heute nachbaut, wird enttäuscht. Trendfolgestrategien funktionieren weiter, aber genau diese Parameter sind seit Jahrzehnten öffentlich. Damit ist die Trading-Edge weg. Die vollständigen Turtle-Handelsregeln sind dokumentiert, und Michael Covels Buch „Turtle Trading“* erzählt die Geschichte ausführlich. Weitere Titel dazu findest du in unserer Übersicht der besten Börsenbücher.

Und jetzt der Teil, den die meisten Ranglisten weglassen. Dennis verlor im Crash von 1987 rund 10 Millionen Dollar und über die Phase 1987/88 insgesamt etwa 50 Millionen Dollar an Kundengeldern. Am 26. August 1988 stellte er den Handel ein. 1994 kam er mit der Dennis Trading Group zurück und schloss auch diese im Sommer 2000 nach erneuten Verlusten. Der Mann mit der besten Langfristrendite der Geschichte hat zweimal aufgeben müssen. Das ist keine Fußnote, das ist die Kernaussage.

Michael Marcus: aus 30.000 Dollar wurden 80 Millionen

Michael Marcus verwandelte in weniger als 20 Jahren rund 30.000 Dollar in etwa 80 Millionen Dollar. Seinen Erfolg schreibt er selbst vor allem seinem Mentor Ed Seykota zu, der es mit rund 60 % über 30 Jahre ebenfalls in die Spitzengruppe geschafft hat.

Anders als bei Richard Dennis steckt hinter der Zahl kein direkt übertragbarer Handelsansatz. Ein Teil des Vermögens stammt aus Beteiligungen außerhalb des Börsenhandels, zu denen Privatanleger keinen Zugang haben. Wie Marcus tatsächlich handelte und was davon heute noch trägt, steht im ausführlichen Marcus-Porträt.

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Jaffray Woodriff: der Quant, der von 5 auf 1 Milliarde schrumpfte

Jaffray Woodriff ist Mitgründer und CEO von Quantitative Investment Management (QIM) in Charlottesville, Virginia. Mit 118 % über 10 Jahre liegt er auf Platz drei und ist damit der einzige professionelle Vermögensverwalter in den Top drei.

Jaffray Woodriff, Mitgründer des quantitativen Hedgefonds Quantitative Investment Management mit 118 Prozent Jahresrendite über zehn Jahre
Jaffray Woodriff ist der einzige professionelle Vermögensverwalter in den Top drei.

Ein quantitativer Handelsansatz trifft Kauf- und Verkaufsentscheidungen ausschließlich über statistisch getestete Modelle ohne diskretionäres Eingreifen.

QIM zählt zu den größeren Hedgefonds im Bereich Managed Futures und arbeitet mit maschinellem Lernen, um kurzfristige Kursbewegungen zu prognostizieren. Über die konkreten Modelle ist fast nichts bekannt. Woodriff redet nicht darüber, und das ist bei einem quantitativen Ansatz auch logisch: Ein veröffentlichtes Modell ist ein totes Modell.

Der Verlauf seit 2018 ist der eigentliche Lerneffekt. QIM verwaltete auf dem Höhepunkt rund 5 Milliarden Dollar. Nach einem Jahrzehnt schwacher Ergebnisse sind es heute noch etwa 1 Milliarde Dollar. Woodriff will wieder auf 4 Milliarden wachsen. Was seine Zahl in der Rangliste aber zeigt, ist die Performance eines abgeschlossenen Jahrzehnts, nicht die von heute. Bei allen historischen Ranglisten gilt dieser Vorbehalt.

Bruce Kovner: 21 Prozent netto über 28 Jahre

Bruce Kovner fing an, indem er seine Kreditkarte um 3.000 Dollar überzog und auf Sojabohnen-Futures setzte. Der Trade stand zwischenzeitlich bei 40.000 Dollar und lief dann zurück. Er schloss ihn mit 23.000 Dollar Gewinn. Fast der achtfache Einsatz, und trotzdem hat er daraus vor allem eine Lektion mitgenommen: Er hatte keinen Plan für den Ausstieg.

Kovner begann als Trader unter Michael Marcus, verdiente dort seine erste Million und gründete 1983 den eigenen Fonds Caxton Associates. Caxton wurde einer der größten Global-Macro-Fonds der Welt mit zeitweise 12 Milliarden Dollar unter Verwaltung.

Ein Global-Macro-Ansatz setzt auf makroökonomische Entwicklungen über alle Anlageklassen hinweg statt auf einzelne Titel.

Kovner beobachtete politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen und positionierte sich in Aktien, Anleihen, Devisen und Rohstoffen. Die Gewichtung lag grob bei 80 % Fundamentaldaten und 20 % Charttechnik. Damit ist er das direkte Gegenstück zum Quant Woodriff: Bei ihm entscheidet am Ende ein Mensch.

Über die ersten 28 Jahre erreichte Caxton nach Gebühren rund 21 % pro Jahr. Das klingt nach wenig neben den 87 % aus der Rangliste, und genau darin liegt der Unterschied: Die 87 % stammen aus seinem ersten Jahrzehnt mit kleinerem Kapital. 2011 zog Kovner sich aus Caxton zurück. Sein Ansatz prägt den institutionellen Devisenhandel bis heute.

Randy McKay: vom Parkett-Runner zum Millionen-Trade im Pfund

Randy McKay kam als Marine aus dem Vietnamkrieg zurück und wollte eigentlich Psychologe werden. Sein Bruder, Broker an der Chicago Mercantile Exchange, besorgte ihm einen Job als Runner auf dem Parkett. Vormittags Börse, nachmittags Uni. Ein Job, mehr nicht.

Randy McKay, Devisen-Trader an der Chicago Mercantile Exchange mit rund 80 Prozent Jahresrendite über zwanzig Jahre
Randy McKay startete als Runner auf dem Parkett und handelte später Devisen-Futures.

1972 öffnete die CME das Segment International Monetary Market für Währungs-Futures. Die Nachfrage blieb aus, und die Sitze wurden für 10.000 Dollar verramscht statt der üblichen 100.000 Dollar. Sein Bruder überließ ihm einen Sitz und lieh ihm 5.000 Dollar. McKay nahm davon 2.000 Dollar als Startkapital und machte daraus in knapp einem halben Jahr 70.000 Dollar.

Seine erste Million kam aus einem einzigen Trade im Britischen Pfund. Die britische Regierung wollte den Kurs bei 1,72 Dollar deckeln. McKay setzte auf den Ausbruch nach oben. Als der Kurs nach Wochen der Konsolidierung auf 1,75 Dollar sprang, kaufte er nach. Bei 1,90 Dollar verkaufte er und nahm 1,3 Millionen Dollar mit.

Sein Ansatz ist für Privatanleger der am besten übertragbare der ganzen Liste. McKay handelte mittelfristige Trends mit einer Mischung aus Price Action und Fundamentaldaten, bevorzugt über Ausbrüche. Der entscheidende Baustein war seine Risikosteuerung: In guten Phasen erhöhte er das Risiko pro Trade, in schlechten senkte er es. Genau umgekehrt zu dem, was die meisten tun.

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Aus der Riege der Fondsmanager kommt Bill Ackman mit Pershing Square auf 16,2 Prozent pro Jahr seit 2004, gegenüber 10,7 Prozent im S&P 500.

Jim Simons: die beste dokumentierte Performance der Geschichte

Ein Name wird in der Ursprungstabelle deutlich unter Wert geführt: Jim Simons steht dort mit 34 % über 24 Jahre. Die belastbarere Zahl ist eine andere. Der Mathematiker gründete Renaissance Technologies und ließ dort ab 1988 den Medallion-Fonds laufen. Simons starb im Mai 2024.

Die Zahlen sind ohne Beispiel: Von 1988 bis 2018 erzielte Medallion rund 66 % brutto pro Jahr. Nach Abzug der außergewöhnlich hohen Gebühren, 5 % fix plus 44 % auf den Gewinn, blieben Anlegern rund 39 % netto pro Jahr. Über 30 Jahre. Mit nur einem einzigen nennenswerten Verlustjahr, 1989.

Warum steht Simons dann nicht auf Platz 1? Weil Rendite und Kapazität sich beißen. Medallion ist seit 1993 für externe Anleger geschlossen und verwaltet bewusst nur einen begrenzten Betrag, heute überwiegend Geld der eigenen Mitarbeiter. Die öffentlich zugänglichen Renaissance-Fonds erreichen diese Werte bei Weitem nicht. Simons hat damit nicht die höchste Prozentzahl der Liste, aber die sauberste Kombination aus Höhe, Dauer und Stetigkeit.

Für dich als Trader ist die Lehre daraus unbequem: Der beste dokumentierte Track-Record der Welt beruht auf einem Team aus Doktoren der Mathematik und Physik, eigener Dateninfrastruktur und einem Fonds, in den du nicht investieren kannst.

Trader des Jahres: was die Trading-Weltmeisterschaft verrät

Wenn nach dem „Trader des Jahres” gesucht wird, ist meistens die World Cup Trading Championships gemeint. Dort handeln Teilnehmer über ein volles Jahr mit echtem Geld auf echten Konten, die Ergebnisse werden vom Veranstalter überwacht. Das macht sie zur besten öffentlich nachprüfbaren Performance-Quelle, die es gibt.

Den Rekord hält seit 1987 Larry Williams mit 11.376 % in einem Jahr. Aus 10.000 Dollar wurden rund 1,1 Millionen Dollar. Deshalb steht sein Name in vielen Listen ganz oben. In unserer Rangliste steht er aus einem einfachen Grund nicht: Er hat diese Größenordnung nie wieder erreicht. Eine einmalige Jahresleistung ist als Performance-Nachweis wertlos, egal wie spektakulär die Zahl aussieht.

Der aussagekräftigere Name ist Andrea Unger. Der Italiener ist der einzige vierfache Gewinner der Meisterschaft, mit Siegen in 2008, 2009, 2010 und 2012, quer über die Futures- und die Forex-Kategorie. Seine Siegerrenditen lagen bei 672 %, 115 % und 240 %. Vier Titel in fünf Jahren, in völlig unterschiedlichen Marktphasen, unter Aufsicht: Das ist als Nachweis einer wiederholbaren Edge deutlich mehr wert als ein einzelner Ausreißer. Wie Unger heute arbeitet und was seine Ausbildung kostet, haben wir in den Unger-Academy-Erfahrungen angesehen.

Wie der Wettbewerb im Detail abläuft, welche Broker beteiligt sind und welche Regeln für die Teilnahme gelten, steht in unserem Artikel zur Trading-Weltmeisterschaft.

Wer sind die besten Trader in Deutschland?

Für den deutschsprachigen Raum gibt es keine vergleichbare Performance-Rangliste, und das hat einen sachlichen Grund. Es fehlt die Meldepflicht. Ein deutscher Privattrader muss seine Ergebnisse niemandem offenlegen, und wer eine Ausbildung verkauft, hat wenig Interesse an geprüften Zahlen.

Was du im Netz als „bester deutscher Trader” findest, ist deshalb fast immer Bekanntheit, nicht Performance. Reichweite auf YouTube oder ein Buch beim großen Verlag sagen nichts über die Handelsergebnisse. Verlässlicher sind Prop-Firmen-Auswertungen, Wettbewerbsergebnisse und testierte Fondszahlen. Wer trotzdem einen Überblick über die bekannten Namen im deutschsprachigen Raum sucht, findet ihn bei uns unter Börsenexperten.

Mein eigener Maßstab nach über 45 Jahren am Markt ist simpel: Ich glaube einer Zahl erst, wenn ich den Kontoauszug oder ein Testat dazu sehe. Alles andere ist Marketing.

Einige deutsche Händler zeigen ihre Positionen inzwischen öffentlich im Livestream. Wie belastbar solche Formate sind und woran es bei der Performance-Transparenz hakt, ordnen wir im Test des Börsen-Livestreams HeavytraderZ ein.

Welche Rendite ist im Trading realistisch?

Diese Frage gehört in jeden Artikel über Spitzenperformance, sonst entsteht ein völlig schiefes Bild. Die Namen oben sind die absoluten Ausreißer aus mehreren Jahrzehnten und Millionen von Marktteilnehmern.

Die belastbarste Untersuchung dazu kommt aus Brasilien. Drei Ökonomen werteten alle Privatpersonen aus, die zwischen 2013 und 2015 im brasilianischen Aktien-Futures-Markt mit dem Daytrading begannen. Das Ergebnis: 97 % aller, die länger als 300 Handelstage durchhielten, verloren Geld. Nur 1,1 % verdienten mehr als den brasilianischen Mindestlohn. Und die Autoren fanden keinen Lerneffekt über die Zeit (Arbeitspapier „Day Trading for a Living?”).

Für Europa liefert die Wertpapieraufsicht ESMA die Vergleichszahl. In ihrer Analyse zum CFD-Handel verloren je nach Land 74 bis 89 % der Privatanlegerkonten Geld, mit durchschnittlichen Verlusten zwischen 1.600 und 29.000 Euro je Kunde (ESMA-Analyse, Juni 2018). Genau darauf beruht der Warnhinweis, den du bei jedem Broker siehst.

Was heißt das für eine realistische Zielgröße? Wer konstant profitabel handelt, liegt nach meiner Erfahrung meist im niedrigen bis mittleren zweistelligen Bereich pro Jahr, bei einem Drawdown, der ihn nachts schlafen lässt. Das klingt neben 120 % mager. Aus 10.000 Euro werden bei 17 % pro Jahr über 20 Jahre trotzdem rund 231.000 Euro. Wer dir dauerhaft dreistellige Renditen als Normalfall verkauft, verkauft dir einen Ausreißer als Erwartungswert.

Wie du deine eigene Trading-Performance misst

Die meisten Trader schauen auf den Kontostand und sonst nichts. Damit kannst du nicht beurteilen, ob dein Handel funktioniert. Fünf Kennzahlen reichen, und du brauchst dafür nur ein sauber geführtes Trading-Journal.

  • Jahresrendite als Compound Annual Return: Nicht der Gewinn in Euro zählt, sondern der geometrische Jahresdurchschnitt über mindestens drei Jahre. Alles darunter ist Rauschen.
  • Maximaler Drawdown: Der größte Rückgang vom Hoch. Er entscheidet, ob du eine Strategie durchhältst. Eine Rendite, die du psychisch nicht aushältst, ist keine Rendite.
  • Profitfaktor: Alle Gewinne geteilt durch alle Verluste. Unter 1,0 verlierst du Geld, ab etwa 1,5 wird es tragfähig. Details dazu stehen im Artikel zum Profitfaktor.
  • Erwartungswert pro Trade: Trefferquote und durchschnittliches Chance-Risiko-Verhältnis zusammengerechnet. Eine Trefferquote von 40 % kann hochprofitabel sein, eine von 70 % ruinös.
  • Anzahl der Trades: Ohne ausreichend viele Trades ist jede der obigen Zahlen statistisch bedeutungslos.

Der Profitfaktor ist die Summe aller Gewinne geteilt durch die Summe aller Verluste; Werte über 1,0 bedeuten ein profitables System.

Der Erwartungswert ist der durchschnittliche Gewinn oder Verlust pro Trade über eine große Anzahl von Trades.

Wie stark diese Zahlen bei kleinen Stichproben schwanken, habe ich an 61 echten Trades aus meinem eigenen Handel durchgerechnet. Das Ergebnis steht in der Trading-Mathematik und ist für viele ernüchternd: Selbst ein funktionierendes System liefert über 60 Trades Ergebnisse, die zufällig aussehen.

Was die besten Trader der Welt gemeinsam haben

Die fünf Spitzenreiter der Rangliste handeln völlig unterschiedlich. Dennis systematisch, Kovner diskretionär, Woodriff vollautomatisch, Marcus über Beteiligungen, McKay über Ausbrüche. Einen „besten Ansatz” gibt es nach dieser Liste also nicht. Vier Dinge tauchen trotzdem bei allen auf.

  • Ein festes Regelwerk statt Bauchgefühl: Jeder von ihnen wusste vor dem Einstieg, wann er wieder aussteigt. Kovner hat genau daraus seine erste Lektion gezogen.
  • Risiko konsequent gesteuert: Sie haben nicht die Trefferquote optimiert, sondern die Verlustgröße. Wie das praktisch geht, steht im Risikomanagement und bei der Positionsgröße.
  • Größe in guten Phasen erhöht: McKay hat das am deutlichsten beschrieben. Nach Gewinnserien mehr Risiko, nach Verlustserien weniger. Grundlage jedes tragfähigen Money Managements.
  • Über Jahrzehnte am Markt geblieben: Alle Zahlen dieser Liste stammen aus Zeiträumen von 10 bis 30 Jahren. Wer nach zwei schlechten Jahren aufhört, taucht in keiner Rangliste auf.

Und eine fünfte Gemeinsamkeit, die seltener genannt wird: Sie waren zur richtigen Zeit im richtigen Markt. Dennis und Marcus profitierten von den Rohstofftrends der Siebziger, Kovner von den Währungsverwerfungen der Achtziger, Woodriff von einem Jahrzehnt, in dem quantitative Modelle noch dünn gesät waren. Können ist die Voraussetzung. Timing im Marktzyklus ist der Verstärker.

Fazit: Performance schlägt Vermögen, und Dauer schlägt beides

Wenn du die Frage nach dem besten Trader der Welt ehrlich beantworten willst, brauchst du zwei Zahlen statt einer: die durchschnittliche Jahresrendite und die Anzahl der Jahre dahinter. Nach diesem Maßstab führt Richard Dennis mit 120 % über 19 Jahre, gefolgt von Michael Marcus und Jaffray Woodriff. Die sauberste Kombination aus Höhe und Dauer hat Jim Simons mit 39 % netto über 30 Jahre.

Die zweite Erkenntnis ist mir wichtiger. Zwei der fünf Spitzenreiter sind später gescheitert oder deutlich geschrumpft. Dennis stellte den Handel zweimal ein, Woodriffs Fonds verlor 80 % seiner verwalteten Gelder. Eine großartige Rendite in der Vergangenheit ist kein Schutz vor dem nächsten Jahrzehnt. Wer aus diesen Biografien nur die Prozentzahlen mitnimmt, hat den teuersten Teil überlesen.

Für die eigene Praxis bleibt daraus wenig Glamour und viel Handwerk: ein Regelwerk, das du einhältst, eine Risikosteuerung, die dich im Spiel hält, und genug Geduld, um deine Zahlen über Jahre statt über Wochen zu bewerten. Ich habe in über 45 Jahren keinen einzigen dauerhaft erfolgreichen Trader getroffen, der es anders gemacht hätte.

Häufige Fragen zu den besten Tradern der Welt

Wer ist der beste Trader der Welt?

Gemessen an der durchschnittlichen Jahresrendite über einen längeren Zeitraum ist es Richard Dennis mit rund 120 % pro Jahr über 19 Jahre. Gemessen an der Kombination aus Höhe, Dauer und Stetigkeit steht Jim Simons mit 39 % netto über 30 Jahre an der Spitze. Nach Vermögen führt dagegen Warren Buffett, dessen Rendite mit rund 23 % pro Jahr deutlich niedriger liegt.

Wer ist der erfolgreichste Trader der Welt?

Die höchste Einzeljahresleistung stammt von Larry Williams, der 1987 die Trading-Weltmeisterschaft mit 11.376 % gewann und aus 10.000 Dollar rund 1,1 Millionen Dollar machte. Als Nachweis dauerhaften Erfolgs taugt das wenig, weil er diese Größenordnung nie wiederholte. Wiederholbaren Erfolg belegt eher Andrea Unger mit vier Weltmeistertiteln zwischen 2008 und 2012.

Wer ist der beste Trader in Deutschland?

Darauf gibt es keine belastbare Antwort, weil im deutschsprachigen Raum keine Meldepflicht für Handelsergebnisse existiert. Was als „bester deutscher Trader’ kursiert, misst in der Regel Bekanntheit und nicht Performance. Verlässlicher sind geprüfte Fondszahlen, Wettbewerbsergebnisse und Auswertungen von Prop-Firmen.

Wie viel Rendite ist im Trading realistisch?

Konstant profitable Trader liegen meist im niedrigen bis mittleren zweistelligen Bereich pro Jahr. Eine brasilianische Studie fand, dass 97 % aller Daytrader, die länger als 300 Tage durchhielten, Geld verloren. Bei europäischen CFD-Konten verlieren laut ESMA 74 bis 89 % der Privatanleger.

Scheitern wirklich 90 Prozent der Daytrader?

Die belastbaren Zahlen liegen sogar höher als 90 %. In der brasilianischen Untersuchung verloren 97 % der Daytrader mit mehr als 300 Handelstagen Geld, und nur 0,5 % verdienten mehr als das Einstiegsgehalt eines Bankangestellten. Die häufig zitierten 90 % sind also eher die untere Schätzung.

Wie misst man Trading-Performance richtig?

Über die durchschnittliche Jahresrendite als Compound Annual Return in Kombination mit dem maximalen Drawdown, dem Profitfaktor und dem Erwartungswert pro Trade. Ein einzelnes Gewinnjahr oder ein hoher Kontostand sagen nichts aus. Aussagekräftig wird die Zahl erst über mehrere Jahre und eine ausreichend große Anzahl von Trades.

Kann man Trading lernen?

Ja, und der beste Beleg dafür ist das Turtle-Experiment von Richard Dennis aus dem Jahr 1983. Er bildete 14 Anfänger ohne Vorerfahrung in einem festen Regelwerk aus, und die besten erreichten in den folgenden vier Jahren rund 80 % Jahresrendite. Die Statistik zeigt allerdings, dass die große Mehrheit der Privatanleger daran scheitert.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1978 als diskretionärer Price-Action-Trader. Seine Märkte sind Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte.

In den späten 1980er-Jahren übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und brachte dessen zehn Bücher ins Deutsche. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Die Ära, aus der die meisten Namen dieser Rangliste stammen, hat Karsten aus eigener Marktbeobachtung erlebt: die Rohstofftrends der Siebziger, den Crash von 1987 und die Währungsverwerfungen der Achtzigerjahre. Die Buchreihe „Magier der Märkte” von Jack Schwager, aus der ein großer Teil dieser Performance-Daten stammt, hat er für kagels-trading.de ausführlich besprochen.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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