Trading mit Bollinger-Bändern (Squeeze)

Der Bollinger-Squeeze ist ein Trading-Setup, das von John Bollinger stammt, der seine ureigenen Bollinger-Bänder verwendet.

Ausgangspunkt für die Bollinger-Bänder ist ein 20-Perioden Gleitender Durchschnitt als Mittellinie. Nach oben und nach unten werden jeweils zwei Standardabweichungen abgetragen, so dass ein Kanal entsteht.

Lernen Sie: Vier Wege, um einen Trendkanal zu traden

Die Bandbreite ist die Weite der Bollinger Bänder. Eine sich verringernde Bandbreite weist auf abnehmende Volatilität hin, während die Ausweitung der Bandbreite zunehmende Volatilität anzeigt. Bei der hier diskutierten Strategie wird mit der sich verringernden Bandbreite (Squeeze = zusammendrücken) gearbeitet. Das dient dazu, Zeiten geringer Volatilität ausfindig zu machen, wobei die Einstiege aufgrund von Kursausbrüchen aus trägen Preisbewegungen erfolgen.

Trading-Regeln

Der Long-Squeeze

  1. Warten Sie ab, bis die Bandbreite in einem Zeitraum über 120 Perioden am geringsten geworden ist (John Bollinger erwähnte sechs Monate, aber ich verwende 120 Perioden auf Tagescharts als Nährungswert).
  2. Gehen Sie long bei einem Schlusskurs über dem oberen der 20-Perioden Bollinger-Bändern

Der Short-Squeeze

  1. Warten Sie ab, bis die Bandbreite in einem Zeitraum über 120 Perioden am geringsten geworden ist.
  2. Gehen Sie short bei einem Schlusskurs unter dem unteren der 20-Perioden Bollinger-Bändern

Trading-Beispiele für den Bollinger Squeeze

Gewinn-Trade

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Bollinger Squeeze Long Trade

Dies ist ein Tageschart von Ameren Corp, gelistet an der New York Stock Exchange (NYSE). Der untere Teil des Charts zeigte, dass sich die Bandbreite auf ihr 120-Tage-Tief verringert hatte. Da wir uns lediglich für die relative und nicht für die absolute Bandbreite interessieren, funktioniert der Standardabweichungs-Indikator einwandfrei. Die blaue Linie zeigte (Pfeil), dass die Bandbreite auf ihr 120-Tage-Tief gesunken war (ich hatte einen 120-Perioden Donchian-Kanal für den Standardabweichungs-Indikator verwendet und nur die tiefere Kanallinie dargestellt).

Am 18. Oktober 2006 erfolgte ein Schlusskurs über den Bollinger Bändern, so dass wir eine Longposition eröffneten. Die Kurse stiegen während der nächsten sechs Tage, was uns einen guten Swing-Trade bescherte.

Wie man im Chart sehen kann, war das obere Bollinger Band zuvor auf einen starken Widerstand gestoßen, was durch die starke bärische Kerze angezeigt wurde, worauf noch eine bärische Umkehrkerze folgte, die zuvor das Hoch der bärischen Trendkerze getestet hatte. Trotz dieses starken überragenden Widerstandes widersetzten sich die Kurse, eine nennenswerte Abwärtsbewegung zu vollziehen und mündeten stattdessen in eine Konsolidierung. Das zeigte, dass die Bullen ihre Position behaupten konnten.

Nachdem die Bandbreite ihr 120-Tage-Tief erreicht hatte, entstand eine aufwärts gerichtete bullische Kerze (wo der Eröffnungskurs gleich dem Tagestief war), die Aufwärtsmomentum zeigte. Die nächste Kerze setzte den Anstieg fort und schloss oberhalb des oberen Bollinger-Bandes, was uns einen starken Long-Einstieg signalisierte.

Verlust-Trade

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Bollinger Squeeze Short Trade

Dies ist ein Tageschart von Bristol Myers Squibb Co. (NYSE). Wieder schrumpfte die Bandbreite auf ihr 120-Tage-Tief und zeigte geringe Volatilität an. Wir erwarteten einen Ausbruch und bezogen am 8. Juni 2007 eine Shortposition, da der Markt unter den Bollinger Bändern geschlossen hatte. Die Kurse bewegten noch etwas unter unseren Einstiegskurs, bevor sie die Richtung wechselten und uns einen Fehlschlag bescherten.

Übertreiben Sie die Analyse nicht, sondern werfen Sie einfach einen Blick auf die vorangegangene Konsolidierung, bevor der Ausbruch eintritt (eingerahmter Bereich im Chart). Dabei hätten Sie erkennen können, dass es mehr grüne als rote Kerzen gab, was darauf hinwies, dass der Kaufdruck trotz der deutlichen Seitwärtsbewegung überwog. Ferner lag ein bestehender Aufwärtstrend vor, so dass es keine gute Idee war, bei einem Ausbruch gegen den vorliegenden Trend zu agieren.

Schlußbemerkungen zum Bollinger-Squeeze

Ich schätze das Bollinger-Squeeze-Setup sehr, da es das vernünftige Prinzip nutzt, wonach geringe Volatilität zu hoher Volatilität führt.

Zeiten mit geringer Volatilität sind aufgrund der falschen Ausbrüche schwer zu handeln. Der sogenannte Squeeze hebt extrem geringe Volatilität hervor und zeigt, wann es sicherer ist, nach Ausbrüchen zu suchen. Diese Methode ist besonders für das Traden von Optionen nützlich, da sie anzeigt, dass explosive Kursbewegungen auf einen Zeitraum mit geringer Volatilität folgen.

Solche Ausbruchsmethoden sind jedoch fehleranfällig. (John Bollinger hat dies in seinem Buch „head fakes“ genannt, was man mit „Täuschung“ übersetzen kann.)

Folglich ist es von unschätzbarem Wert, nach Hinweisen für subtile Kursbewegungen in der Konsolidierung zu suchen, die zu einem Ausbruch führen. Natürlich steigen die Chancen auf einen Gewinn-Trade ebenfalls, wenn man in Richtung des zuletzt etablierten Trend handelt.

Übrigens hat John Bollinger in seinem Buch auch erklärt, wie man falsche Ausbrüche vermeidet, wenn man das Volumen analysiert.

Lesen Sie: Bollinger on Bollinger (Deutsche Übersetzung)

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Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlich: Trading the Bollinger Bands (Squeeze)

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

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