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StockCharts.com Erfahrungen: Was die Charting-Plattform 2026 leistet

Zuletzt aktualisiert: 25. August 2026

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15 Min

Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

KI für Trader Hauptkurs
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Wer im Netz nach Charts für US-Aktien sucht, landet früher oder später bei StockCharts.com. Der Dienst läuft seit 1999, gilt in der amerikanischen Charttechnik-Szene als feste Größe und wirbt mit Screenern, Alarmen und einem eigenen Bildungsbereich.

Für Trader aus dem deutschsprachigen Raum gibt es allerdings ein paar Punkte, die vor dem Abo geklärt sein sollten. Deutsche Aktien sind bei StockCharts nicht handelbar und nicht chartbar, die Oberfläche gibt es ausschließlich auf Englisch, und die mobile App ist ein Kapitel für sich. Dieser Artikel zeigt, was der Dienst kann, was er kostet und wo für DACH-Trader die Grenzen liegen. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

stockcharts.com: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Charting-Dienst aus den USA, 1999 von Chip Anderson gegründet, Sitz in Redmond im US-Bundesstaat Washington.
  • Drei kostenpflichtige Tarife: Basic für 19,95 US-Dollar, Extra für 29,95 US-Dollar und PRO für 49,95 US-Dollar pro Monat (Stand 25.08.2026). Bei Jahreszahlung ist der 13. Monat gratis.
  • Kostenlose Version vorhanden, aber eng: 3 Indikatoren und 3 Overlays pro Chart, maximal 900 Pixel Chartbreite, keine gespeicherten Charts, keine Alarme.
  • Zehn Börsen abgedeckt: vier in den USA, vier in Kanada, dazu London und die National Stock Exchange of India. Keine deutsche, österreichische oder Schweizer Börse.
  • Echtzeit ist relativ: Die Charts aktualisieren im Basic- und Extra-Tarif alle 15 Sekunden, im PRO-Tarif alle 5 Sekunden. Ohne Abo laufen die Daten 15 Minuten verzögert.
  • Mobile App existiert, ist aber vernachlässigt: Die iOS-Version steht bei Version 1.0.3 vom Januar 2023 und ist im deutschen App Store nicht gelistet. Die Android-Fassung war im Google Play Store am 25.08.2026 nicht mehr auffindbar.
  • Handel direkt aus dem Chart über den US-Broker Tradier: Aktien ohne Ordergebühr, Optionen pauschal für 25 US-Dollar im Monat.
  • Nutzerurteil bei Trustpilot: 4,3 von 5 Punkten aus 114 Bewertungen. Das Profil ist seit August 2025 vom Anbieter beansprucht und läuft über ein bezahltes Trustpilot-Abo.

StockCharts.com: Das steckt dahinter

StockCharts.com ist ein US-amerikanischer Charting-Dienst, der Kursdaten von zehn Börsen in Nordamerika, Großbritannien und Indien als interaktive Charts, Screener und Alarme bereitstellt.

Chip Anderson, Gründer von StockCharts.com
Chip Anderson gründete StockCharts.com im Jahr 1999

Gegründet wurde der Dienst 1999 von Chip Anderson. Er arbeitete davor von 1987 bis 1997 als Windows-Entwickler und Berater bei Microsoft und führt das Unternehmen bis heute als Präsident. Der Firmensitz liegt in Redmond, wenige Kilometer vom Microsoft-Campus entfernt.

Das Unternehmen ist damit über 25 Jahre alt und gehört zu den ältesten noch aktiven Charting-Diensten im Netz. StockCharts selbst spricht auf der Unternehmensseite von Millionen aktiver Nutzer pro Monat, nennt aber keine geprüfte Zahl. Ältere Angaben von 1,9 Millionen Nutzern kursieren weiterhin, sind inzwischen aber nirgends mehr belegt – wir führen sie deshalb nicht als Fakt.

Ein Punkt, den viele deutsche Leser übersehen: Die Oberfläche gibt es ausschließlich auf Englisch. Es existiert keine deutsche Version, keine deutsche Dokumentation und keinen deutschsprachigen Support. Wer mit englischen Fachbegriffen wie Overlay, Scan oder ChartList nicht sicher umgeht, verliert bei der Einrichtung Zeit.

Im Februar 2026 starb John Murphy, über 15 Jahre lang Chief Technical Analyst bei StockCharts. Chip Anderson veröffentlichte am 6. März 2026 einen Nachruf. Murphy war der bekannteste Kopf der Plattform und Autor des Standardwerks zur technischen Analyse der Finanzmärkte. Seine Artikel stehen weiter im Archiv, neue kommen naturgemäß nicht mehr dazu.

Team von StockCharts.com aus Entwicklern, Datenspezialisten und Analysten
Das Team von StockCharts.com verteilt sich auf sechs Abteilungen

Hinter der Plattform steht ein Team von rund 35 Personen, aufgeteilt in Leitung, Entwicklung, Daten, Marketing, Produkt und Support sowie Büroorganisation. Die Entwicklung ist mit 13 Personen die größte Abteilung, das Datenteam umfasst fünf Ingenieure.

Welche Leistungen bietet StockCharts.com an?

Das Angebot ruht auf drei Säulen: Charts und Analysewerkzeuge, ein Bildungsbereich und Marktkommentare von externen Analysten. Die folgenden Abschnitte gehen die wichtigsten Bausteine durch.

Die drei Säulen von StockCharts.com: Charts, Weiterbildung und Marktkommentare
Charts, Weiterbildung und Marktkommentare bilden die drei Säulen des Angebots

Charting-Werkzeuge: SharpCharts und ACP

StockCharts betreibt zwei getrennte Chart-Umgebungen. SharpCharts ist die ältere, statische Variante: Du stellst die Parameter ein, die Seite lädt neu und liefert ein Chartbild. ACP steht für Advanced Charting Platform und ist die interaktive Oberfläche mit Zeichenwerkzeugen, Multi-Chart-Layouts und einer Watchlist am rechten Rand.

StockChartsACP mit Candlestick-Chart, MACD, gleitenden Durchschnitten und ChartList-Leiste
Die ACP-Oberfläche mit Indikatoren, Volumen und ChartList-Leiste

Neben dem klassischen Candlestick-Chart stehen zahlreiche Darstellungsformen bereit, darunter Point-and-Figure-Charts, Renko, Kagi, Performance-Charts und saisonale Darstellungen. Diese Bandbreite an Chartarten ist eine echte Stärke – viele Konkurrenten decken nur Kerzen, Linien und Balken ab.

Die Zahl der Indikatoren pro Chart ist tarifabhängig: 3 Indikatoren und 3 Overlays in der kostenlosen Version, 25 und 25 in allen bezahlten Tarifen. Wer mehrere technische Indikatoren gleichzeitig auf einem Chart braucht, kommt mit der Gratisvariante nicht weit.

ChartLists: Charts sortieren statt suchen

Eine ChartList ist eine gespeicherte Sammlung von Charts samt Einstellungen. Bis zu 1.000 Charts passen in eine Liste. Der praktische Nutzen liegt im Durchblättern: Du legst eine Liste für deine Beobachtungswerte an und gehst sie mit einem Tastendruck durch, ohne jeden Chart neu aufzurufen.

Die Zahl der Listen trennt die Tarife deutlich: eine Liste im Basic-Tarif, 250 im Extra-Tarif, 500 im PRO-Tarif. Wer mehr als eine Watchlist führt, ist mit Basic praktisch sofort am Limit. Das ist der wichtigste Grund, warum der Einstiegstarif für aktive Trader kaum reicht.

Das Mitglieder-Dashboard

Das Dashboard fasst Marktüberblick, ChartLists und Kommentare auf einer Seite zusammen. Das Layout lässt sich anpassen. Es ist der übliche Startpunkt nach dem Login und ersetzt für viele Nutzer die Marktübersicht eines Börsenportals.

Mitglieder-Dashboard von StockCharts.com mit Marktübersicht und ChartLists
So sieht die Startseite nach dem Login aus

Screener und Scans

Der Scan Workbench filtert Aktien und Fonds nach technischen Kriterien – etwa Kurs über dem 200-Tage-Durchschnitt oder RSI unter 30. Wer sich mit Aktienscreenern auskennt, findet hier eine ausgereifte Umsetzung mit eigener Abfragesprache.

Auch hier staffeln die Limits: je ein Screener und ein Scan im Basic-Tarif, 200 im Extra-Tarif, 500 im PRO-Tarif. Zeitgesteuerte Scans, die automatisch laufen, gibt es erst ab dem Extra-Tarif (10 Stück), im PRO-Tarif sind es 25.

Alarme auf Kurs- und Indikatorbasis

StockCharts unterscheidet zwei Alarmtypen. Preisalarme lösen bei einem bestimmten Kurs aus. Advanced Alerts stützen sich auf mehrere Indikatoren gleichzeitig und sind damit das deutlich stärkere Werkzeug. Die Benachrichtigung kommt per E-Mail, SMS oder im Browser.

Einrichtung eines Alarms bei StockCharts.com mit Kurs- und Indikatorbedingung
Alarme lassen sich auf Kurse und auf Indikatorbedingungen setzen

Die Kontingente sind knapp bemessen: 2 Preisalarme und 1 Advanced Alert im Basic-Tarif, 100 und 100 im Extra-Tarif, 500 und 250 im PRO-Tarif. Zwei Alarme reichen für eine ernsthafte Beobachtungsliste nicht aus.

Marktkommentare und Chart School

Die Kommentarsektion wird von externen Analysten bestückt, darunter Martin Pring, Arthur Hill, David Keller und Carl Swenlin. Ein Teil der Beiträge ist frei zugänglich, ein anderer Teil bleibt zahlenden Mitgliedern vorbehalten. Die Beiträge beziehen sich fast ausschließlich auf US-Märkte.

Die Chart School ist ein umfangreiches, frei zugängliches Nachschlagewerk zur Chartanalyse. Sie erklärt Indikatoren, Chartmuster und Konzepte in Artikelform und ist auch ohne Konto nutzbar. Für viele Trader ist sie der eigentliche Grund, warum sie StockCharts überhaupt kennen.

Was kostet StockCharts.com?

StockCharts bietet eine kostenlose Variante und drei bezahlte Tarife. Alle Preise werden in US-Dollar abgerechnet. Die folgende Übersicht ist geprüft am 25. August 2026 auf der Preisseite des Anbieters.

TarifKernmerkmalPreis pro Monat
Free3 Indikatoren, 900 Pixel breit0 US-Dollar
Basic1 ChartList, 2 Alarme19,95 US-Dollar
Extra250 ChartLists, 100 Alarme29,95 US-Dollar
PROAktualisierung alle 5 Sekunden49,95 US-Dollar
Die vier Tarife von StockCharts.com im Überblick, Stand 25.08.2026

Der Sprung von Basic auf Extra ist der entscheidende. Für 10 US-Dollar mehr im Monat steigen die ChartLists von 1 auf 250, die Scans von 1 auf 200 und die Preisalarme von 2 auf 100. Wer StockCharts wirklich nutzen will, landet praktisch immer bei Extra oder PRO.

Der PRO-Tarif bringt drei Dinge obendrauf: Aktualisierung alle 5 statt 15 Sekunden, Charts bis 2.500 Pixel Breite und historische Daten ab 1900 statt ab 1980. Für Swing- und Positionstrader ist das selten den Aufpreis wert.

Bei jährlicher Zahlung gibt es den 13. Monat gratis. Das entspricht einem Rabatt von rund 7,7 Prozent – deutlich weniger als die üblichen 15 bis 20 Prozent bei Jahresabos. Achte außerdem auf die Fremdwährungsgebühr deiner Karte, die bei einer Dollar-Abbuchung typischerweise 1 bis 2 Prozent obendrauf schlägt.

Der kostenlose Testmonat und seine Falle

StockCharts wirbt mit einem kostenlosen ersten Monat. Der Test läuft auf dem Extra-Niveau. Wichtig ist das Kleingedruckte: Du musst deine Kreditkartendaten vorab hinterlegen, und wenn du nicht rechtzeitig kündigst, läuft das Abo automatisch kostenpflichtig weiter – dann mit 29,95 US-Dollar pro Monat.

Ein Downgrade auf Basic oder ein Upgrade auf PRO ist während des Testmonats jederzeit möglich. Wer nur ausprobieren will, sollte sich den Kündigungstermin notieren, bevor er die Karte hinterlegt.

Welche Zahlungsmethoden akzeptiert StockCharts.com?

Zur Auswahl stehen vier Kreditkarten: Visa, Mastercard, American Express und Discover. Eine Banküberweisung, SEPA-Lastschrift oder PayPal-Zahlung gibt es nicht. Für deutsche Nutzer ohne Kreditkarte ist der Dienst damit schlicht nicht buchbar.

Zusätzliche Datenpläne

Zum Abo gehört ein kostenloser Basisdatenplan mit Echtzeitkursen der Cboe BZX (früher unter dem Namen BATS bekannt). Alle übrigen Märkte laufen darin 15 Minuten verzögert. Wer echte Echtzeitdaten für die USA, Kanada oder Großbritannien braucht, bucht sie einzeln für je 9,95 US-Dollar im Monat dazu.

Rechne das mit ein: Ein Extra-Abo mit US-Echtzeitdaten kostet zusammen 39,90 US-Dollar im Monat. Das ist der Betrag, den du mit anderen Anbietern vergleichen solltest – nicht die 29,95 aus der Werbung.

Welche Märkte deckt StockCharts.com ab?

Das ist der Punkt, an dem sich für Trader aus Deutschland, Österreich und der Schweiz entscheidet, ob sich ein Abo überhaupt lohnt. Denn die Marktabdeckung ist klar nordamerikanisch geprägt.

StockCharts.com deckt zehn Börsen ab: NYSE, Nasdaq, Amex und Cboe BZX in den USA, die TSX, die TSX Venture, die Canadian Securities Exchange und die NEO Exchange in Kanada, die London Stock Exchange sowie die National Stock Exchange of India.

Eine deutsche Börse ist nicht darunter – weder Xetra noch Frankfurt, Stuttgart, Tradegate oder die Börsen in Wien und Zürich. Für Einzelaktien aus dem DACH-Raum ist StockCharts damit schlicht nicht zuständig.

Was du bekommst, sind Indizes: Der DAX ist als Index abrufbar, ebenso viele weitere internationale Leitindizes. Auch Devisen, Rohstoffe, Futures, Kryptowährungen und zahlreiche Marktbreite-Indikatoren sind vorhanden. Aber du kannst keine einzelne deutsche Aktie aufrufen, nicht einmal die aus dem DAX. Die vollständige Börsenliste führt StockCharts in seiner Übersicht der abgedeckten Märkte.

StockCharts.com Marktabdeckung mit zehn Börsen in den USA, Kanada, Großbritannien und Indien, ohne deutsche, österreichische oder Schweizer Börse
StockCharts.com deckt zehn Börsen ab – keine davon liegt im DACH-Raum

Praktisch heißt das: StockCharts eignet sich, wenn dein Handelsuniversum in den USA liegt. Wer deutsche Nebenwerte, ETFs mit deutscher Notierung oder Werte aus dem MDAX beobachtet, braucht ohnehin ein zweites Werkzeug. Dann stellt sich die Frage, warum man das erste noch bezahlt. Ein Blick in unsere Übersicht der Trading-Software lohnt sich in dem Fall.

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Trading ohne Kommissionen direkt bei StockCharts.com

Über eine Zusammenarbeit mit dem US-Broker Tradier Brokerage lässt sich direkt aus dem Chart heraus handeln. Die Funktion sitzt in StockChartsACP und spart den Wechsel zwischen Analyse und Handelsplattform.

Handelsfunktion in StockChartsACP mit Orderfenster direkt am Chart
Das Orderfenster von StockChartsACP sitzt neben dem Kursverlauf

Der Aktienhandel ist dabei kostenlos. Du eröffnest ein Konto bei Tradier, verbindest es mit StockCharts und handelst US-Aktien und ETFs ohne Ordergebühr. Für den Optionshandel verlangt Tradier eine Pauschale von 25 US-Dollar pro Monat, dafür fallen keine Kontraktgebühren an.

Für DACH-Trader ist das allerdings meist keine Option. Tradier ist ein US-Broker und richtet sich an in den USA ansässige Kunden. Wer aus Deutschland handelt, wird die Kontoeröffnung in der Regel nicht abschließen können. Die Handelsfunktion bleibt damit ein Argument für amerikanische Nutzer, nicht für uns.

Gibt es eine StockCharts.com App?

Ja – aber die Antwort ist komplizierter, als sie klingt. StockCharts hat eine offizielle App veröffentlicht, betreibt bis heute eigene Landingpages dafür, und trotzdem kommt ein Nutzer aus Deutschland derzeit nicht an sie heran.

StockCharts.com auf einem Smartphone mit Marktübersicht und Kurstabelle
Die Marktübersicht von StockCharts auf dem Smartphone

Die iOS-App erschien am 18. Oktober 2022. Das bislang letzte Update trägt die Version 1.0.3 und stammt vom 4. Januar 2023. Seither ist über drei Jahre nichts mehr passiert. Die Bewertung liegt bei 2,7 von 5 Punkten aus 46 Bewertungen im US-App-Store – für eine offizielle Hersteller-App ein schwacher Wert.

Im deutschen App Store ist die App nicht gelistet. Ein Aufruf der deutschen Store-Seite lief am 25. August 2026 ins Leere, während dieselbe Prüfung für die US-Fassung funktionierte. Auch die Android-Version war an diesem Tag im Google Play Store nicht mehr auffindbar, obwohl StockCharts die zugehörige Produktseite weiter online hält.

Für dich heißt das: Handy-Nutzung läuft über den Browser. Die Website ist responsiv und lässt sich auf Smartphone und Tablet bedienen. Für die einfache Kurskontrolle reicht das. Für Zeichenwerkzeuge, Multi-Chart-Layouts und den Scan Workbench empfiehlt StockCharts selbst den Rechner – zu Recht.

Eignet sich StockCharts.com für Daytrading?

Kurze Antwort: eher nicht. Der Grund liegt in der Art, wie StockCharts „Echtzeit” definiert – und die weicht von dem ab, was ein Daytrader darunter versteht.

Die Charts aktualisieren sich in festen Intervallen: alle 15 Sekunden im Basic- und Extra-Tarif, alle 5 Sekunden im PRO-Tarif. Das ist kein tickgenauer Datenstrom, sondern ein wiederholtes Nachladen. Zwischen zwei Aktualisierungen siehst du schlicht nichts.

In fünf Sekunden passiert im Intraday-Handel eine Menge. Wer auf dem 1-Minuten-Chart arbeitet oder scalpt, sieht Bewegungen erst, wenn sie gelaufen sind. Für Swing-Trading, Positionshandel und die längerfristige Beobachtung spielt das dagegen keine Rolle – dort reicht auch ein Tageschart.

Dazu kommt: Ohne Abo bekommst du überhaupt keine Echtzeitdaten, sondern die üblichen 15 Minuten Verzögerung. Und der kostenlose Basisdatenplan deckt nur die Cboe BZX ab. Wer verlässliche Intraday-Daten für NYSE und Nasdaq will, zahlt die 9,95 US-Dollar für den US-Datenplan obendrauf.

Erfahrungen: Was Nutzer über StockCharts.com berichten

Für eine Einordnung lohnt der Blick auf unabhängige Bewertungsportale. Die belastbarste Quelle ist Trustpilot – mit einer Einschränkung, die man kennen sollte.

Dort steht StockCharts.com bei 4,3 von 5 Punkten aus 114 Bewertungen (Trustpilot, Stand 25.08.2026). Das klingt gut, und die Rückmeldungen sind inhaltlich auch überwiegend positiv: Gelobt werden vor allem die Chartqualität, die vorbereiteten Scans und die Verlässlichkeit der Daten.

Der Kontext gehört dazu. Das Trustpilot-Profil ist seit August 2025 vom Anbieter beansprucht und läuft über ein bezahltes Abo. Ein großer Teil der Bewertungen trägt die Kennzeichnung „Invited”, stammt also von aktiv eingeladenen Kunden. Solche Profile fallen systematisch positiver aus als unaufgeforderte Rückmeldungen. Die 4,3 Punkte sind deshalb eine Obergrenze, kein neutraler Messwert.

Interessanter als der Durchschnitt sind die Kritikpunkte. In den Rückmeldungen tauchen zwei Themen wiederholt auf: die Verlängerung des Abos, die langjährige Kunden als umständlich beschreiben, und der direkte Vergleich mit TradingView, den mehrere Nutzer zugunsten des Konkurrenten ziehen. Beides deckt sich mit dem, was wir bei der Prüfung gesehen haben.

Ein zweiter Messpunkt ist die Bewertung der mobilen App: 2,7 von 5 Punkten aus 46 Bewertungen im US-App-Store. Zwischen dem Urteil über die Web-Plattform und dem über die App liegen also anderthalb Punkte – was zur Update-Lage aus dem vorigen Abschnitt passt.

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StockCharts.com Vorteile und Nachteile

Die folgende Gegenüberstellung fasst zusammen, was in der Prüfung überzeugt hat und wo die Grenzen für deutschsprachige Trader liegen. Sie beruht auf den Angaben des Anbieters, den geprüften Store-Einträgen und den Nutzerbewertungen.

Vorteile von StockCharts.com

  • Große Auswahl an Chartarten: Neben Kerzen und Linien gibt es Point and Figure, Renko, Kagi, Performance-Charts und saisonale Darstellungen. Diese Bandbreite bieten wenige Konkurrenten.
  • Ausgereifte Screener: Der Scan Workbench arbeitet mit einer eigenen Abfragesprache und filtert nach technischen Kriterien statt nur nach Kennzahlen.
  • Alarme auf Indikatorbasis: Die Advanced Alerts kombinieren mehrere Indikatoren, statt nur auf einen Kurs zu reagieren.
  • Chart School frei zugänglich: Das Nachschlagewerk zu Indikatoren und Chartmustern ist ohne Konto nutzbar und inhaltlich solide.
  • Kostenloser Testmonat auf Extra-Niveau: Du prüfst den vollen Funktionsumfang einen Monat lang ohne Zahlung.
  • Lange Historie: Kursdaten reichen bis 1980 zurück, im PRO-Tarif bis 1900.

Nachteile von StockCharts.com

  • Keine deutschen, österreichischen oder Schweizer Aktien: Von den zehn abgedeckten Börsen liegt keine im DACH-Raum. Der DAX ist nur als Index verfügbar.
  • Nur auf Englisch: Weder Oberfläche noch Hilfe noch Support gibt es auf Deutsch.
  • Mobile App vernachlässigt: Letztes iOS-Update Januar 2023, Bewertung 2,7 von 5, im deutschen App Store nicht gelistet, Android-Version im Play Store nicht auffindbar.
  • Echtzeit ist ein Aktualisierungsintervall: 15 Sekunden, im PRO-Tarif 5 Sekunden – kein tickgenauer Datenstrom.
  • Kostenlose Version sehr eng: 3 Indikatoren, 900 Pixel Chartbreite, keine gespeicherten Charts, keine Alarme.
  • Abrechnung nur per Kreditkarte in US-Dollar: Keine Überweisung, keine Lastschrift, dazu die Fremdwährungsgebühr der Karte.

Ist TradingView die bessere Alternative?

Die Frage stellt sich fast automatisch, und sie taucht auch in den Nutzerbewertungen auf. Die Antwort hängt davon ab, welche Märkte du handelst.

TradingView deckt deutsche Börsen mit ab, gibt es auf Deutsch, liefert echte Streaming-Kurse statt eines Aktualisierungsintervalls und hat funktionierende Apps für iOS und Android. Preislich beginnt der Einstieg bei 12,95 Euro im Monat, die mittleren Tarife liegen bei 29,95 und 59,95 Euro (Stand 25.08.2026).

Für DACH-Trader ist TradingView damit in den meisten Fällen die naheliegendere Wahl. Das gilt besonders für Daytrader und für alle, die deutsche Einzelwerte beobachten. Ein Punkt, an dem StockCharts vorne liegt, ist die relative Stärke: Der Vergleich mehrerer Werte gegeneinander und die SCTR-Ranglisten sind dort besser gelöst.

Als dritte Option lohnt ein Blick auf barchart.com: weniger Chartkomfort, dafür deutlich mehr Rohdaten zu Futures und Optionen. Wer eine Desktop-Lösung mit Sierra Chart oder MultiCharts gewohnt ist, wird von StockCharts ohnehin wenig überrascht sein.

Fazit: Für wen sich StockCharts.com lohnt

StockCharts.com ist ein solides Werkzeug für den US-Markt und eine schlechte Wahl für alles andere. Die Chartauswahl ist breit, die Screener sind ausgereift, und die Chart School gehört zu den besseren frei zugänglichen Nachschlagewerken zur technischen Analyse.

Wer aus dem deutschsprachigen Raum kommt, stößt allerdings schnell an die Grenzen. Keine einzige deutsche, österreichische oder Schweizer Börse ist abgedeckt, die Oberfläche gibt es nur auf Englisch, und die App ist seit Januar 2023 ohne Update – im deutschen App Store fehlt sie ganz. Das sind keine Kleinigkeiten, sondern Ausschlusskriterien für einen großen Teil unserer Leser.

Ich würde den Testmonat nutzen und dabei drei Dinge gezielt prüfen: ob deine Werte überhaupt im Symbolverzeichnis stehen, ob dir das 15-Sekunden-Intervall für deinen Handelsstil reicht und ob du mit der englischen Oberfläche flüssig arbeitest. Fällt eine dieser Antworten negativ aus, sparst du dir den Rest.

Für Swing- und Positionstrader mit US-Fokus, die Wert auf Relative Stärke und exotische Chartarten legen, ist der Extra-Tarif die sinnvolle Größe. Alle anderen fahren mit einer Plattform besser, die den heimischen Markt kennt. Der Preis allein entscheidet das nicht – die Marktabdeckung tut es.

Häufige Fragen zu StockCharts.com

Was ist StockCharts.com?

StockCharts.com ist ein US-amerikanischer Charting-Dienst, der 1999 von Chip Anderson gegründet wurde. Er stellt Kursdaten von zehn Börsen als interaktive Charts bereit und bietet zusätzlich Screener, Alarme und einen frei zugänglichen Bildungsbereich namens Chart School.

Was kostet StockCharts.com?

Es gibt drei bezahlte Tarife: Basic für 19,95 US-Dollar, Extra für 29,95 US-Dollar und PRO für 49,95 US-Dollar pro Monat (Stand 25.08.2026). Bei Jahreszahlung ist der 13. Monat gratis. Echtzeitdaten für die USA, Kanada oder Großbritannien kosten je 9,95 US-Dollar zusätzlich.

Gibt es eine kostenlose Version von StockCharts.com?

Ja, aber sie ist deutlich eingeschränkt. Die Gratisvariante erlaubt 3 Indikatoren und 3 Overlays pro Chart, begrenzt die Chartbreite auf 900 Pixel und bietet weder gespeicherte Charts noch Alarme oder Scans. Die Kursdaten laufen 15 Minuten verzögert.

Kann ich mit StockCharts.com deutsche Aktien charten?

Nein. StockCharts deckt zehn Börsen ab: vier in den USA, vier in Kanada, dazu London und die National Stock Exchange of India. Weder Xetra noch Frankfurt, Stuttgart, Wien oder Zürich sind dabei. Der DAX ist als Index abrufbar, deutsche Einzelaktien sind es nicht.

Bietet StockCharts.com eine mobile App an?

Es gibt eine offizielle App, sie wird aber seit Januar 2023 nicht mehr aktualisiert (Version 1.0.3) und kommt im US-App-Store auf 2,7 von 5 Punkten. Im deutschen App Store ist sie nicht gelistet, im Google Play Store war sie am 25.08.2026 nicht auffindbar. Auf dem Smartphone bleibt der Browser.

Was ist StockChartsACP?

ACP steht für Advanced Charting Platform und ist die interaktive Chart-Oberfläche von StockCharts. Sie bietet Zeichenwerkzeuge, Multi-Chart-Layouts und eine ChartList-Leiste. Über die Anbindung an den US-Broker Tradier lässt sich dort auch direkt aus dem Chart handeln.

Welche Alternative gibt es zu StockCharts.com?

Für Trader aus dem deutschsprachigen Raum ist TradingView meist die bessere Wahl: Es deckt deutsche Börsen mit ab, gibt es auf Deutsch, liefert echte Streaming-Kurse und hat funktionierende Apps. Wer viele Rohdaten zu Futures und Optionen braucht, findet sie bei barchart.com.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1978 als diskretionärer Price-Action-Trader. Seine Märkte sind Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte.

In den späten 1980er-Jahren übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und brachte dessen zehn Bücher ins Deutsche. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Charting-Software begleitet ihn seit den Neunzigern, lange bevor Web-Plattformen üblich wurden. Diese Erfahrung prägt seinen Blick auf Anbieter wie StockCharts: Entscheidend ist für ihn nicht die Zahl der Indikatoren, sondern ob die Märkte abgedeckt sind, die man tatsächlich handelt.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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