Wenn du Optionen und Futures direkt an den US-Börsen handeln willst, kommst du an Tastytrade kaum vorbei. Der Broker aus Chicago wurde von erfahrenen Optionshändlern gegründet und gehört seit 2021 zur britischen IG Group. Die Plattform ist auf genau eine Sache optimiert: schnelles, günstiges Handeln von Derivaten ohne unnötigen Ballast.
Dieser Erfahrungsbericht basiert auf eigenem Handel über die Tastytrade-Plattform und wird seit 2020 laufend aktualisiert. Du erfährst, welche Märkte handelbar sind, was der Broker kostet und worauf du als Trader aus Deutschland achten musst. Auch die unbequemen Punkte sparen wir nicht aus, etwa das Thema Steuern. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Tastytrade: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Tastytrade (früher Tastyworks) ist ein US-Broker für Optionen, Futures, Aktien, ETFs und Kryptowährungen. Seit 2021 gehört er zur britischen IG Group.
- Die Gebühren sind niedrig: Aktienoptionen kosten $1,00 pro Kontrakt beim Öffnen, das Schließen ist kostenlos. Futures kosten $1,00, Micro Futures $0,75 je Seite.
- Die intuitive Plattform für Desktop, Browser und App ist auf Optionshändler zugeschnitten und zeigt Gewinnwahrscheinlichkeit und implizite Volatilität direkt in der Ordermaske.
- Für deutsche Trader wichtig: keine Mindesteinlage und keine Depotgebühren, aber nicht steuereinfach und Kontoführung nur in US-Dollar.
Wer ist Tastytrade?
Tastytrade ist ein US-Onlinebroker mit Sitz in Chicago, der sich auf den kostengünstigen Handel mit Optionen und Futures spezialisiert hat und seit 2021 zur britischen IG Group gehört.
Gegründet wurde der Broker 2017 unter dem Namen Tastyworks, von Tradern für Trader. Das Ziel war von Anfang an, den Optionshandel für private Händler so günstig und effizient wie möglich zu machen. 2023 wurde die Plattform in Tastytrade umbenannt. Bei Kagels Trading führen wir sie in der Übersicht der Onlinebroker.
Der Geschäftsbetrieb wird durch die US-Börsenaufsicht SEC und die Regulierungsbehörde FINRA überwacht. Für den Futures-Bereich kommt die NFA dazu. Details liefert der FINRA BrokerCheck unter der Firmennummer 277027.
2021 hat die britische IG Group den Broker für rund eine Milliarde US-Dollar übernommen. Damit steht hinter Tastytrade ein börsennotierter Konzern mit jahrzehntelanger Erfahrung im Derivatehandel. Für dich als Kunde bedeutet das mehr finanzielle Stabilität als bei einem unabhängigen Start-up.
Die Menschen hinter Tastytrade
Das Gründerteam kommt komplett aus der Trading-Praxis. Alle vier haben zuvor die bekannte Plattform Thinkorswim aufgebaut:
- Tom Sosnoff, ehemaliger Floor Trader an der CBOE und das bekannteste Gesicht des Teams
- Scott Sheridan, ebenfalls ehemaliger CBOE Floor Trader und Mitgründer von Thinkorswim
- Kristi Ross, langjährige Finanzchefin und Mitgründerin
- Linwood Ma, Technikchef und Kopf hinter der Handelsplattform
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Welche Märkte sind handelbar?
Das Angebot konzentriert sich auf US-Märkte und deckt alle wichtigen Instrumente für Options- und Futures-Trader ab:
- Futures und Micro Futures der CME Group (Indizes, Zinsen, Währungen, Energie, Edelmetalle, Agrarprodukte)
- Optionen auf Futures und Micro Futures
- Aktien und ETFs, auch als Bruchstücke
- Optionen auf Aktien, ETFs und Indizes (unter anderem SPX und NDX)
- Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum, abgewickelt über den Partner Zero Hash
- Event Contracts, also Ja/Nein-Kontrakte auf Marktereignisse
Welche Plattformen gibt es?
Für ein effektives Trading brauchst du eine passende Software. Die Macher von Tastytrade haben ihre eigene Erfahrung aus dem Optionshandel in die Entwicklung gesteckt. Schnelle Ausführung, intuitive Bedienung und wenige Klicks bis zur Order stehen im Vordergrund. Du kannst zwischen drei Varianten wählen, alle mit identischem Funktionsumfang beim Orderrouting.
Für sehr kurzfristige Trades bietet sich der 0DTE-Handel auf Index-Optionen wie den S&P 500 an.
Desktopinstallation der Handelssoftware
Die installierbare Desktop-Version ist die umfangreichste Variante. Sie läuft auf Windows, macOS und Linux und setzt ein aktives Handelskonto voraus. Hier bekommst du erweiterte Chartfunktionen mit einer Vielzahl an Indikatoren und Zeichenwerkzeugen.
Browserbasierte Tradingplattform
Ohne Einbußen beim Handel läuft die browserbasierte Version der Tradingsoftware in jedem aktuellen Browser. Du brauchst nur deine Zugangsdaten, eine Installation ist nicht nötig. Das ist praktisch, wenn du an mehreren Rechnern arbeitest.
Mobiles Trading mit der App für iOS und Android
Für unterwegs gibt es eine leistungsfähige App für iPhone und Android. Die Auswahl der Optionsstrategien aus der Hauptplattform wurde übernommen. Ebenso kannst du Watchlisten anlegen und den Trader-Feed einsehen.
Besonderheiten für Optionshändler bei Tastytrade
Die Entwickler haben sich auf den Handel mit Optionen spezialisiert. Die Plattform bietet deshalb einige Werkzeuge, die du bei klassischen Aktienbrokern nicht findest. Direkt aus der Ergebnisliste heraus wählst du passende Optionstrades aus und erstellst die Order.
Filter und Analysen
Die wichtigste Kennzahl im Optionshandel ist der Preis der Option, und der spiegelt sich in der impliziten Volatilität (IV) wider. Um sie schnell einordnen zu können, nutzt Tastytrade das IV-Ranking (IVR). Ein Großteil der dort gehandelten Strategien basiert auf dem Zusammenspiel von IVR und POP (Probability of Profit, die Gewinnwahrscheinlichkeit).
Diese Parameter zeigt die Plattform direkt in der Ordermaske und bei laufenden Trades an. Über den Screener filterst du den Aktienmarkt zusätzlich nach Earnings-Terminen und der Liquidität der Optionen.
Gewinn- und Verlustprofil
Geschätzt wird im Optionshandel auch die grafische Darstellung der Gewinn- und Verlustzonen. Diese Funktion ist in die Optionskette und die offenen Positionen integriert. Sogar die Summe aller laufenden Trades lässt sich als GuV-Diagramm darstellen. Die Grafiken sind eher schematisch, dafür siehst du die optionsspezifischen Kennzahlen wie die Griechen für die gewählte Strategie.
Eine Besonderheit ist die Follow-Oberfläche mit den Trades der Tastytrade-Mitarbeiter. Zu jeder Person gibt es ein kurzes Porträt mit Handelserfahrung, Tradingstil und Erfolgsquote. Jeden dieser veröffentlichten Trades kannst du mit einem Klick in die Ordermaske übernehmen und nachhandeln. Kontraktanzahl und Limit passt du vor dem Absenden an.
Bietet Tastytrade einen Ausbildungsbereich?
Unter dem Namen tastylive betreibt das Team seit 2011 einen Videokanal, aus dem die Brokerplattform überhaupt erst entstanden ist. An Handelstagen laufen dort mehrere Stunden Livestream. Dazu kommt eine umfangreiche Bibliothek an Schulungsvideos zum Handel mit Optionen und Futures. Auch die Funktionen der Trading-Plattform werden in Videos aus dem Hilfebereich erklärt. Die Inhalte findest du auf der Webseite und den gängigen Videoportalen.
Gibt es deutschsprachige Infos zu Optionen?
Seit ich im Jahr 2014 meinen ersten Trade mit Optionen gemacht habe, ist das Interesse am Optionshandel im deutschsprachigen Raum deutlich gewachsen. Der Ausbildungsbereich von Tastytrade ist stark, aber komplett auf Englisch. Gerade Einsteigern stellen sich Fragen, bei denen fremdsprachige Informationen zu teuren Missverständnissen führen können. Speziell für Neueinsteiger habe ich daher einen Videokurs aufgebaut, der das Trading mit Optionen von Anfang an verständlich zeigt.
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Welche Kontotypen gibt es bei Tastytrade?
The Works
The Works steht für die Flexibilität der verfügbaren Kontomodelle. Ab $150.000 Kontogröße ist Portfolio-Margin möglich. Teils nach gesondertem Antrag lassen sich alle erhältlichen Produkte handeln.
Individual
Das Standardkonto für eine natürliche Person. Du wählst, ob es als Margin- oder Cashkonto geführt wird.
Joint
Ein Kontotyp für zwei Personen, etwa Ehe- oder Lebenspartner. In der Variante TIC (Tenants in Common) verwaltet jeder Inhaber seinen Anteil, im Todesfall geht er an die Erben. Bei WROS (With Rights of Survivorship) erhält der verbleibende Partner den Zugriff auf das gesamte Konto.
Retirement, Corporate und Trust
Diese Kontotypen orientieren sich an der US-Gesetzgebung zum Vermögensaufbau und stehen ausschließlich Personen und Firmen mit Sitz in den USA offen. Für dich als deutscher Trader sind sie nicht relevant.
International
Diese Variante ist für dich als Trader außerhalb der USA die entscheidende. Tastytrade ist offen für internationale Kundschaft. Cash-, Margin- und Portfolio-Margin-Konten werden angeboten. Die Auswahl triffst du bei der Kontoeröffnung und kannst sie später jederzeit umstellen.
Gibt es ein Demokonto oder Papertrading?
Nein. Tastytrade bietet auch im Jahr 2026 kein Demokonto und kein Papertrading an. Wer den Optionshandel risikofrei üben will, braucht eine Alternative. Eine Übersicht findest du im Beitrag Trading-Demokonto ohne Anmeldung.
Wie hoch ist die Mindesteinlage?
Es gibt keine Mindesteinlage für die Kontoeröffnung. Zu beachten ist nur: Ohne Guthaben zeigt die Plattform verzögerte Kursdaten. Echtzeitkurse werden freigeschaltet, sobald du eine Einzahlung vorgenommen hast. Extra Gebühren für Kursdaten fallen nicht an.
Kontoeröffnung & Einzahlung
Wie eröffne ich ein Echtgeld-Konto?
Die Kontoeröffnung läuft komplett online über die Webseite von Tastytrade. Eine Eingabemaske führt dich Schritt für Schritt durch den Prozess. Du brauchst deine Ausweisdaten und Angaben zu deiner Handelserfahrung. Die Eröffnung und die Kontoführung sind kostenlos.
Welche Einzahlungsmethoden gibt es?
Für Kunden außerhalb der USA ist praktisch nur die internationale Banküberweisung (Deposit by Wire) relevant. Andere Methoden wie ACH setzen ein US-Bankkonto voraus. Je nach Hausbank fallen für eine Auslandsüberweisung in US-Dollar spürbare Gebühren an. Frag vorher bei deiner Bank nach, damit dich die Kosten nicht überraschen.
Viele deutsche Trader senken diese Kosten mit einem Zwischenkonto bei Wise oder Revolut. Dort wechselst du Euro günstig in US-Dollar und überweist dann per Wire an Tastytrade. Die Einzahlung selbst ist bei Tastytrade gebührenfrei, Auszahlungen auf ein deutsches Konto kosten dagegen eine feste Gebühr. Die Details stehen im Gebühren-Abschnitt weiter unten.
Besteht bereits ein Konto bei Interactive Brokers oder einem Partnerbroker wie CapTrader, kannst du Geld von dort kostenfrei zu Tastytrade transferieren. Der Vorgang ähnelt einer Banküberweisung.
13 Trading-Indikatoren, die du kennen musst

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Tastytrade in Deutschland: Steuern, Sicherheit, Besonderheiten
Muss ich meine Gewinne selbst versteuern?
Ja. Tastytrade ist ein US-Broker und führt keine deutsche Abgeltungsteuer ab. Du musst deine Gewinne selbst in der Steuererklärung angeben.
Anders als bei deutschen Brokern bekommt das Finanzamt keine automatische Meldung über deine Kapitalerträge. Du trägst Gewinne und Verluste in der Anlage KAP ein und musst dabei die deutschen Regeln zur Verlustverrechnung beachten. Das kostet Zeit oder Geld für den Steuerberater. Wie die Besteuerung im Detail funktioniert, erklären wir im Guide Trading und Steuern.
Wie sicher ist mein Geld bei Tastytrade?
Wertpapierbestände bei Tastytrade sind über die US-Einlagensicherung SIPC bis 500.000 US-Dollar abgesichert, davon bis zu 250.000 US-Dollar für Barguthaben.
Wichtig ist die Einschränkung, die viele Vergleichsportale unterschlagen: Der SIPC-Schutz gilt nur für das Wertpapierkonto. Futures- und Krypto-Bestände fallen nicht darunter. Wer überwiegend Futures handelt, verlässt sich also auf die Bonität des Brokers und die Aufsicht durch SEC, FINRA und NFA. Seit der Übernahme durch die börsennotierte IG Group steht dahinter ein Konzern mit solider Kapitalbasis.
Welche Besonderheiten gelten noch für deutsche Trader?
Drei Punkte solltest du vor der Kontoeröffnung auf dem Schirm haben:
- Das Konto wird ausschließlich in US-Dollar geführt. Du trägst also ein Währungsrisiko auf dein Kapital.
- Die gesamte Plattform und der Support laufen auf Englisch.
- Für Margin-Konten unter $25.000 greift die PDT-Regel und begrenzt deine Daytrades. Was die Regel besagt und was sich seit Juni 2026 geändert hat, liest du im Beitrag Pattern Day Trading.
Margin & Gebühren
Margins
Die Margin-Zinsen richten sich nach der Kontogröße und hängen an einem Basissatz von aktuell 10 % (Stand: Juli 2026). Die Staffel reicht von 11,00 % für kleine Debit-Salden bis 8,00 % ab einer Million US-Dollar:
| Debit-Saldo | Zinssatz |
|---|---|
| $0 bis $24.999 | 11,00 % |
| $25.000 bis $49.999 | 10,50 % |
| $50.000 bis $99.999 | 10,00 % |
| $100.000 bis $249.999 | 9,50 % |
| $250.000 bis $499.999 | 9,00 % |
| $500.000 bis $999.999 | 8,50 % |
| ab $1.000.000 | 8,00 % |
Welche Gebühren fallen an?
Das Gebührenmodell ist überschaubar und transparent. Alle Angaben stammen aus der offiziellen Preisliste des Brokers (Stand: 01.07.2026):
| Instrument | Öffnen | Schließen |
|---|---|---|
| Aktien & ETFs | $0 | $0 |
| Optionen auf Aktien/ETFs | $1,00 pro Kontrakt | $0 |
| Indexoptionen (SPX & Co.) | $1,00 pro Kontrakt | $0 |
| Futures | $1,00 pro Kontrakt | $1,00 pro Kontrakt |
| Micro Futures | $0,75 pro Kontrakt | $0,75 pro Kontrakt |
| Optionen auf Futures | $1,25 pro Kontrakt | $1,25 pro Kontrakt |
| Optionen auf Micro Futures | $0,75 pro Kontrakt | $0,75 pro Kontrakt |
| Kryptowährungen | $0 (Spread 50 bis 75 Basispunkte) | $0 |
Bei Aktienoptionen ist die Kommission bei $10 pro Leg gedeckelt. Ab dem elften Kontrakt handelst du also kostenfrei weiter. Zu beachten ist, dass auch bei gebührenfreien Trades die Clearing- und Börsengebühren anfallen. Diese sind vergleichsweise gering, etwa $0,0008 pro Aktie oder $0,10 pro Aktienoptionskontrakt. Die komplette Übersicht findest du in der Preisübersicht des Brokers.
Bei den Bankgebühren musst du vor allem die Auszahlung einplanen: Eine internationale Überweisung auf dein deutsches Konto kostet $45, eine US-Inlandsüberweisung $25. Depot- und Inaktivitätsgebühren gibt es nicht.
Tastytrade oder Interactive Brokers?
Die häufigste Alternative für deutsche Optionshändler ist Interactive Brokers mit seiner Trader Workstation. Der Unterschied liegt weniger im Preis als im Zuschnitt: Interactive Brokers bietet mehr Märkte (auch europäische Börsen), Konten in Euro und mehr Ordertypen. Dafür ist die Plattform deutlich komplexer. Tastytrade gewinnt bei der Bedienung im reinen US-Optionshandel: Vom Screener bis zur fertigen Spread-Order brauchst du nur wenige Klicks. Wer beides will, kombiniert die Konten und transferiert Kapital kostenfrei zwischen den Brokern.
Kundensupport & Erfahrungen
Wie ist der Kundensupport bei Tastytrade?
Die erste Anlaufstelle ist das Help Center von Tastytrade unter support.tastytrade.com. Dort findest du Antworten und Tutorials zu den geläufigsten Situationen, dazu Einführungsvideos zu den ersten Schritten nach der Kontoeröffnung. Auf Anfragen per Kontaktformular oder E-Mail kam die Antwort in unserem Test innerhalb weniger Stunden.
Wie sind die Erfahrungen zu Tastytrade?
Das Bild aus den unabhängigen Bewertungsportalen ist gemischt, aber erklärbar. Bei Trustpilot steht Tastytrade bei 3,3 von 5 Sternen aus gut 600 Bewertungen (Stand: Juli 2026). Die Kritik dreht sich meist um die englischsprachige Verifizierung und die Auszahlungswege, selten um die Plattform selbst. Im App Store schneidet die Trading-App deutlich besser ab, gelobt werden Ausführung und Übersichtlichkeit. Fachportale wie BrokerChooser bewerten den Broker mit 4,5 von 5.
Unsere eigenen Erfahrungen decken sich mit dem positiven Teil: Ein- und Auszahlungen wurden korrekt und zeitnah ausgeführt, ebenso die Orders. Eine Order wird direkt an die Börse geroutet und taucht unverzüglich auf der Geld- bzw. Briefseite auf. Das lässt sich bei illiquiden Optionen mit einem Konto bei einem anderen Broker gut nachvollziehen.
Fazit zum US-Broker Tastytrade
Tastytrade ist aus unserer Sicht einer der besten Broker für den aktiven US-Optionshandel. Die Plattform denkt wie ein Optionshändler, die Kosten sind niedrig und die Kontoeröffnung ist unkompliziert. Diese Stärken sprechen für den Broker:
- Spezialisierte Plattform mit IVR, POP und GuV-Profil direkt in der Ordermaske
- Niedrige, gedeckelte Kommissionen und keine Depotgebühren
- Keine Mindesteinlage, Echtzeitkurse ab der ersten Einzahlung
- Trader-Feed als Quelle für Handelsideen
- Solider Mutterkonzern IG Group hinter dem Broker
Dem stehen klare Nachteile gegenüber, die du kennen musst:
- Nicht steuereinfach: Gewinne gehören selbst in die Steuererklärung
- Konto nur in US-Dollar, Auszahlungen nach Deutschland kosten Gebühren
- Kein Demokonto und kein Papertrading
- Plattform und Support nur auf Englisch
Unterm Strich gilt: Wer ernsthaft Optionen und Futures an den US-Börsen handeln will und mit dem Steuerthema leben kann, bekommt bei Tastytrade ein starkes Gesamtpaket. Reine Einsteiger sollten zuerst die Grundlagen mit Puts und Calls lernen, bevor echtes Geld fließt.
Häufige Fragen zu Tastytrade
Was ist Tastytrade?
Tastytrade ist ein Onlinebroker aus Chicago, der 2017 unter dem Namen Tastyworks gestartet ist. Er hat sich auf den günstigen Handel mit Optionen und Futures für private Trader spezialisiert und gehört seit 2021 zur britischen IG Group.
Ist mein Geld bei Tastytrade sicher?
Wertpapierbestände sind über die US-Einlagensicherung SIPC bis 500.000 US-Dollar abgesichert, davon 250.000 US-Dollar für Barguthaben. Futures- und Krypto-Bestände fallen nicht unter diesen Schutz. Reguliert wird der Broker durch SEC, FINRA und NFA.
Erhebt Tastytrade eine monatliche Gebühr?
Nein. Kontoführung und Depot sind kostenlos, auch Inaktivitätsgebühren gibt es nicht. Kosten entstehen nur beim Handel selbst und bei Auszahlungen per Auslandsüberweisung.
Wie hoch ist die Mindesteinlage bei Tastytrade?
Es gibt keine Mindesteinlage. Echtzeitkurse werden allerdings erst nach der ersten Einzahlung freigeschaltet. Je nach Kontotyp und Kapital können einzelne Handelsmöglichkeiten eingeschränkt sein.
Muss ich Gewinne bei Tastytrade selbst versteuern?
Ja. Als US-Broker führt Tastytrade keine deutsche Abgeltungsteuer ab. Du gibst Gewinne und Verluste selbst in der Anlage KAP deiner Steuererklärung an.
Gibt es bei Tastytrade ein Demokonto?
Nein, Tastytrade bietet weder ein Demokonto noch Papertrading an. Zum risikofreien Üben brauchst du eine Alternative bei einem anderen Anbieter.
Über den Autor: Christian Möhrer
Christian Möhrer ist technischer Analyst und Options-Trader im Team von Kagels Trading. Er verantwortet neben den regelmäßigen Kursprognosen für Rohstoffe, Indizes und Devisen auch den Optionsbereich der Seite.
Als Options-Trader seit 2014 verbindet Christian klassische Chartanalyse mit einem zahlenorientierten, nüchternen Blick auf die Märkte. Neben seinen täglichen Analysen betreibt er einen Videokurs zum Optionshandel und stellt Handelssignale bereit.
Die Screenshots und Praxiseindrücke in diesem Erfahrungsbericht stammen aus Christians eigenem Handel über die Tastytrade-Plattform. Orderrouting, Support-Reaktionszeiten sowie Ein- und Auszahlungen hat er selbst getestet und hält den Bericht seit 2020 aktuell.
Dieser Artikel wurde von Karsten Kagels final geprüft.















