„Stopping-Volumen“ in der Volumen-Spread-Analyse (VSA)

„Stopping-Volumen“ ist ein Konzept in der Volumen-Spread-Analyse (VSA). Es bezieht sich auf den Anstieg des Volumens, das den Markt vom weiteren Kurssturz abhält.

Die Voraussetzung dabei ist, dass die Kurse fallen. Dann stellt sich ein Anstieg des Volumens ein, der bullisch genug ist, um den Kurssturz aufzuhalten. Das ist die Theorie.

Nun ist die Frage, woran man sich in der Praxis orientiert.

Kennzeichen eines „Stopping-Volumen“-Tages

(Grundlage ist das Buch Master the Markets von Tom William)

Stopping-Volumen und Price Action

Idealerweise erwischt das Stopping-Volumen genau das Tief eines Abwärtstrends (bzw. den Beginn eines Aufwärtstrends). Das fasziniert diejenigen an diesem VSA-Konzept, die nach dem Heiligen Gral suchen. In den meisten Fällen mündet der Markt allerdings aufgrund des Stopping-Volumens lediglich in eine Konsolidierung, anstatt eine Trendwende einzuleiten.

Bei diesem Volumensignal reicht ein kurzer Blick nicht aus. Wenn Sie es entdecken, bedarf es einer näheren Betrachtung.

Drei Beispiele zum Stopping-Volumen

1. Seitwärts verlaufende Price Action

Stopping Volume Seitwärtsbewegung

1. Der Markt fiel. | 2. Stopping Volume | 3. Das Stopping Volume drückte den Markt in eine Seitwärtsbewegung. | 4. Ein weiteres Stopping Volume Signal, aber der Kontext passte nicht.

Oben sehen Sie einen Tageschart von Campbell Soup Company (CPB).

  1. Der Markt befand sich in einem Abwärtstrend
  2. Ein neues Tief des Trends wurde aufgrund von Stopping-Volumen zurückgewiesen.
  3. Die Aktie CPB vollzog keine Trendwende zum Aufwärtstrend. Stattdessen mündeten die Kurse in eine Konsolidierung ein.
  4. Nach einem starken Ausbruch nach oben entwickelte sich ein weiterer Tag mit Stopping-Volumen. Stopping-Volumen ergibt jedoch nur im Rahmen fallender Kurse einen Sinn. Deshalb ist dieses zweite Signal weniger gewichtig für unsere Analyse.

2. Starkes Retracement (Kursrücklauf)

Stopping Volume - Starker Kursrückgang

1. Der Markt fiel mit starkem Momentum. | 2. Stopping Volume | 3. Das Stopping Volume war der Beginn eines Pullbacks im Zuge eines moderaten Haussetrend. | 4. Der Rückgang setzt sich fort.

Dies ist ein Tageschart von Expedia Inc. (EXPE).

  1. Auch hier gab es bärische Rahmenbedingungen.
  2. Nach einer engen Handelsspanne bewegte sich der Markt noch weiter nach unten, was mit erhöhtem Volumen verbunden war und die Bewegung beendete.
  3. Das Stopping-Volumen war hier stärker ausgeprägt als im vorherigen Beispiel der Aktie CPB. Dies führte zu einem Aufwärtstrend, der den vorhergehenden Kurssturz größtenteils rückgängig machte.
  4. Daraufhin setzte wieder eine Abwärtsbewegung ein. (Die Bezeichnung „starkes Retracement“ habe ich im Nachhinein verwendet. In Echtzeit hätte ich es eine Trendumkehr genannt.)

3. Starke Trendwende

Stopping Volume - Starke Trendwende

Der obige Chart zeigt die Price Action des S&P 500 ETF (SPY).

  1. Die Kurse fielen rasch und lösten Angst aus.
  2. Am Ende der Glattstellungsverkäufe gab es zwei aufeinanderfolgende Tage mit Stopping-Volumen.
  3. Unmittelbar nach dieser ungewöhnlichen Formation erfolgte eine Kursumkehr und ein beträchtlicher Kursanstieg.

Die Nutzung des Stopping-Volumens als Tradingvorteil

Das letzte Beispiel zeigt, wie Stopping-Volumen genau den Anfang eines Aufwärtstrends erfasst. Solche Paradebeispiele kommen nicht häufig vor. Versuchen Sie also nicht, Trendwenden mit nur einem einzigen Signal zu erwischen.

Verbinden Sie Volumen-Signale mit anderen technischen Instrumenten für einen Umkehrtrade mit größerer Sicherheit.

Wenn Sie sich in einer Shortposition befinden, ist es sinnvoll, diese glattzustellen, wenn sich Stopping-Volumen einstellt. Das ist vielleicht kein perfekter Ausstieg, aber selbst wenn Sie eine Fortsetzung des Abwärtstrends erwarten, können Sie wahrscheinlich wieder eine Shortposition zu einem höheren/besseren Kurs eröffnen.

Formationen mit hohem Volumen sind häufig entscheidende Wendepunkte oder Unterstützungs-/Widerstandsbereiche. Folglich können Sie davon ausgehen, dass sich Ankerkursstäbe (anchor bars) und Erschöpfungskurslücken entwickeln. Tatsächlich schließen diese Konzepte einander nicht gegenseitig aus.

Um noch mehr über die Volumen-Spread-Analyse (VSA) zu erfahren, empfehle ich Ihnen den Artikel: Einführung in die Volumen-Spread-Analyse (VSA).

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlich: What is Stopping Volume in Volume Spread Analysis (VSA)?

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

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