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CQG Erfahrungen 2026: Data Feed, Plattformen und Kosten für Futures-Trader

Zuletzt aktualisiert: 22. August 2026

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20 Min

Christian Möhrer

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Christian Möhrer

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CQG ist im Mai 2026 den Besitzer gewechselt. Der US-Dienstleister Broadridge Financial Solutions hat die Übernahme am 1. Mai 2026 abgeschlossen. Für Trader ändert sich der Zugang zunächst nicht. Die Plattformen laufen weiter, die Broker-Anbindungen bleiben bestehen. Wer CQG heute einsetzt oder sich den Anbieter ansieht, sollte diesen Wechsel trotzdem kennen.

Die meisten Trader begegnen CQG, ohne es zu merken. Sie eröffnen ein Konto bei einer Prop-Firma, verbinden NinjaTrader oder starten ATAS und wählen dort einen Datenanschluss namens Continuum. Dahinter steckt CQG. Der Anbieter ist damit weniger eine Software, die man kauft, als eine Infrastruktur, über die Kurse und Orders laufen.

In diesem Beitrag trenne ich beide Ebenen sauber voneinander. Erst die eigenen Plattformen von CQG mit ihren Preisen, dann der Datenfeed und der Weg über Continuum in fremde Software. Dazu die Frage, für welchen Tradertyp sich das rechnet. Alle Preise stammen aus der offiziellen Gebührenliste von CQG mit Stand Juli 2026. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

CQG Data Feed: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • CQG liefert Marktdaten und Orderrouting für Futures, Optionen, Aktien, Anleihen und Forex. Der Anbieter verbindet 85 Marktdatenquellen, 45 handelbare Börsen und 139 Broker-Umgebungen.
  • Seit dem 1. Mai 2026 gehört CQG zu Broadridge. Die Übernahme ist abgeschlossen, die Produkte laufen unverändert weiter.
  • Die eigenen Plattformen kosten monatlich zwischen 25 und 595 US-Dollar. Der CQG Desktop startet bei 25 Dollar, CQG One und QTrader liegen bei 100 Dollar, der Integrated Client bei 595 Dollar plus 250 Dollar für das Trading-Paket.
  • Der günstigste Weg zu CQG führt über den Broker. Bei WH SelfInvest fallen zum Beispiel 0,50 Euro CQG-Orderrouting pro Lot an, bei AMP Global rund 0,10 US-Dollar pro Seite und Kontrakt.
  • Unter dem Namen Continuum steckt CQG in fremder Software. NinjaTrader, ATAS, Bookmap und Sierra Chart binden den Feed darüber an, ebenso viele Futures-Prop-Firmen.
  • Der Datenfeed reicht ungewöhnlich weit zurück. Bei Agrarmärkten und Forex stellt CQG bis zu 50 Jahre Historie bereit.

Was ist CQG?

CQG ist ein US-amerikanischer Anbieter für Marktdaten, technische Analyse und Orderrouting, der Trader über eine einzige Anbindung mit Börsen und Brokern weltweit verbindet.

Das Unternehmen wurde 1980 in Colorado gegründet. Der Sitz ist bis heute Denver. Acht Jahre nach der Gründung kamen Büros in Europa und Asien dazu. Heute betreibt CQG Standorte unter anderem in Chicago, New York, London, Frankfurt, Tokio, Sydney und Singapur und betreut nach eigenen Angaben Kunden in über 60 Ländern.

Der Schwerpunkt liegt seit jeher auf Futures und Optionen. CQG hat sich nie als Broker verstanden, sondern als technischer Zulieferer. Das System One von CQG war eines der ersten Programme, die das CBOT Market Profile anzeigen konnten. Diese Nähe zu Orderflow-Werkzeugen prägt die Software bis heute.

Am 1. Mai 2026 hat Broadridge Financial Solutions die Übernahme abgeschlossen. Angekündigt wurde der Kauf am 6. Februar 2026, der Kaufpreis wurde nicht offengelegt. Broadridge ist ein börsennotierter US-Dienstleister für Wertpapierabwicklung und will CQG mit dem eigenen Ordermanagement zusammenführen. CQG-Chef Ryan Moroney bleibt an Bord. Das geht aus der Mitteilung von Broadridge zum Abschluss der Übernahme hervor.

Was das für Trader bedeutet, ist offen. Kurzfristig ändert sich nichts an Plattformen, Preisen und Anbindungen. Mittelfristig ist die Frage, ob Broadridge den Fokus stärker auf institutionelle Kunden legt. Das ist eine begründete Vermutung, keine Ankündigung. Belastbare Aussagen dazu gibt es bisher nicht. Wie sich CQG im Feld der Trading-Software einordnet, zeigt unser Überblick.

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Welche Produkte bietet CQG?

CQG verkauft nicht ein Programm, sondern eine Produktfamilie. Die Plattformen unterscheiden sich vor allem im Funktionsumfang und in der Datentiefe. Wer nur ein Orderbuch und ein paar Charts braucht, zahlt deutlich weniger als jemand, der Spreads handelt oder Excel anbindet.

CQG Produkte im Überblick mit Integrated Client, Spreader, QTrader, FX, Desktop, Mobile und APIs
Die Produktfamilie in der Herstellerdarstellung. CQG One kam später dazu und fehlt auf der Abbildung.

Der CQG Integrated Client

Der Integrated Client ist die klassische Vollversion. Er läuft als Programm auf dem Windows-Rechner und bündelt Charting, Orderrouting, Portfolioüberwachung und Analyse in einer Oberfläche. Die Arbeitsflächen lassen sich frei anordnen, Funktionen auf Hotkeys legen.

Zum Umfang gehören unter anderem Orderbuch und Level 2, Spread-Trading, über 100 technische Indikatoren, Backtesting, Alarme, eine Vielzahl an Ordertypen sowie Analysewerkzeuge für den Optionshandel.

Eine Besonderheit ist die Excel-Anbindung. Über die Funktion RealTimeData lassen sich Kurse direkt in eine Tabelle streamen. Wer eigene Modelle rechnet, kann damit arbeiten, ohne Daten von Hand zu exportieren. Über die API ist sogar der Handel aus dem Tabellenblatt möglich.

CQG Integrated Client mit Charts, Orderbuch und Quote-Fenstern in einem Arbeitsbereich
Der CQG Integrated Client mit frei anordenbaren Fenstern.

CQG One als neues Flaggschiff

CQG One ist die Plattform, in die der Anbieter derzeit investiert. Sie läuft im Browser, aufgebaut auf HTML5 und WebSockets, und braucht keine Installation. CQG bezeichnet sie selbst als nächste Generation und kündigt an, dass neue Funktionen zuerst dort erscheinen.

Für Orderflow-Trader ist das der interessanteste Punkt. CQG One bringt Volume Profile, Renko, Point and Figure, Tick-Charts und einen Detailed DOM mit Market-by-Order. Market-by-Order heißt: Man sieht nicht nur, wie viele Kontrakte auf einem Preis liegen, sondern wie viele einzelne Orders das sind. Diesen Unterschied lernt man beim Lesen von Footprint-Charts schnell schätzen.

Wer CQG vor 2024 kennengelernt hat, kennt dieses Produkt noch nicht. Damals bestand die Familie aus Integrated Client, QTrader und Desktop. CQG One ist seitdem dazugekommen und löst den Desktop schrittweise als Einstiegsprodukt ab.

CQG QTrader und CQG Desktop

QTrader ist die abgespeckte Handelsversion. Sie bringt DOMTrader, unbegrenzte Ordertickets und die wichtigsten Algo-Ordertypen mit, verzichtet aber auf die erweiterte Historie und die Excel-Anbindung. Pro Seite lässt sich nur ein Chart anzeigen.

CQG Desktop ist der Einstieg. Er läuft ebenfalls im Browser und deckt die gängigen Funktionen ab. Zwei Einschränkungen sollte man kennen: Die Chart-Historie reicht nur drei Jahre zurück, und ein DOMTrader fehlt. Für reines Chart-Trading reicht das, für Orderflow nicht.

CQG Spreader

Der Spreader ist ein Spezialwerkzeug für Spread-Trader. Er legt zusammengesetzte Positionen aus mehreren Kontrakten an und führt die zweite Seite in unter einer Millisekunde aus, sobald die erste gefüllt ist. Das ist der teuerste Baustein im Angebot und richtet sich an eine kleine Gruppe.

Was kostet CQG?

Die Preisfrage lässt sich nicht mit einer Zahl beantworten. CQG berechnet drei Dinge getrennt: die Plattform, das Orderrouting und die Börsengebühren. Dazu kommt bei den günstigen Produkten eine Gebühr pro Ausführung. Wer nur auf die Grundgebühr schaut, unterschätzt die Rechnung.

Die Plattformpreise im Überblick

Stand: offizielle CQG-Gebührenliste und Produktvergleich, Juli 2026. Angaben in US-Dollar pro Monat.

ProduktGrundgebührPro Ausführung
CQG Desktop25 $0,25 $, gedeckelt bei 695 $
CQG QTrader100 $0,25 $, ab 1.000 $ dann 0,03 $
CQG One100 $0,25 $, ab 1.000 $ dann 0,03 $
CQG Integrated Client595 $im Trading-Paket enthalten
CQG Spreader1.400 $im Paket enthalten

Beim Integrated Client fehlt in der Grundgebühr das Orderrouting. Die 595 Dollar decken Daten, Charts und Analyse ab. Wer damit auch handeln will, zahlt 250 Dollar für das Paket CQG Trading obendrauf. Damit liegt die realistische Monatsrechnung bei 845 Dollar, dazu einmalig 75 Dollar Einrichtungsgebühr.

Weitere Bausteine kosten extra. API Trading schlägt mit 245 Dollar zu Buche, Auto Trade inklusive Backtesting mit 250 Dollar, das Market Profile mit 77 Dollar. Zusätzliche Studienpakete bewegen sich zwischen 50 und 700 Dollar im Monat.

Warum der Weg über den Broker meist günstiger ist

Die Preisliste von CQG ist nicht der Preis, den die meisten zahlen. Wer über einen Futures-Broker kommt, bekommt CQG oft als Teil des Handelspakets, mit einer Routing-Gebühr pro Kontrakt statt einer hohen Monatspauschale.

  • Bei WH SelfInvest starten die Handelskosten für Futures bei 1,90 Euro pro Lot, dazu kommen 0,50 Euro CQG-Orderrouting pro Lot und die jeweiligen Börsengebühren.
  • Bei AMP Global Clearing liegt die CQG-Route bei rund 0,10 US-Dollar pro Seite und Kontrakt, ein zusätzlicher Nutzerzugang kostet etwa 10 US-Dollar im Monat.

Für aktive Trader rechnet sich das schnell. Wer 200 Kontrakte im Monat handelt, zahlt über den Broker eine zweistellige Summe für das Routing statt einer dreistelligen Monatsgebühr. Wer dagegen selten handelt, aber tiefe Historie und Excel-Anbindung braucht, fährt mit dem Integrated Client besser.

Die Börsengebühren kommen in jedem Fall obendrauf. Sie werden von der jeweiligen Börse erhoben, nicht von CQG, und hängen davon ab, ob man als privater oder professioneller Nutzer eingestuft ist. Der Unterschied ist erheblich. CQG führt die Sätze je Börse in einer eigenen Gebührenübersicht.

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Was ist CQG Continuum?

CQG Continuum ist die Schnittstelle, über die Broker und Softwarehersteller die Marktdaten und das Orderrouting von CQG in ihre eigenen Plattformen einbinden.

Das ist der Punkt, an dem die meisten deutschen Trader CQG tatsächlich begegnen. Sie kaufen keine CQG-Software. Sie wählen in NinjaTrader oder ATAS einen Anschluss namens Continuum und arbeiten von da an mit CQG-Daten, ohne dass der Name groß auftaucht.

Technisch ist Continuum dieselbe Infrastruktur wie die CQG API. Der Name unterscheidet nur den Vertriebsweg. Continuum ist die Variante, die über Broker und Drittanbieter verkauft wird, statt direkt an den Endkunden. Für die Datenqualität macht das keinen Unterschied.

CQG Continuum verbindet Handelsplattform, Broker und Börse in vier Ebenen
Der Weg vom Chartprogramm bis zum Kontrakt. Marktdaten fließen nach oben, Orders nach unten.

CQG mit NinjaTrader nutzen

Bei NinjaTrader ist Continuum der Standardanschluss. Wer ein Konto bei der hauseigenen Brokerage führt, bekommt Kurse und Orderrouting über CQG. Auch NinjaTrader 8 lässt sich mit einem separaten Continuum-Zugang verbinden, wenn das Konto bei einem anderen Broker liegt. Wie sich die Plattform selbst schlägt, steht in unseren NinjaTrader Erfahrungen.

CQG in ATAS, Bookmap und Sierra Chart

Die Orderflow-Programme setzen fast alle auf CQG als Datenquelle. ATAS bietet Continuum als Anbindung an, ebenso Bookmap und Sierra Chart. Der Grund ist die Tick-Genauigkeit. Für Footprint- und Volumenanalyse braucht man jeden einzelnen Handel, nicht nur verdichtete Balken.

Auch MultiCharts unterstützt den CQG-Feed. Die Anbindung läuft dort über den CQG Trader, wie unsere MultiCharts Erfahrungen zeigen. Wer mehrere Programme parallel betreibt, sollte die Lizenzbedingungen prüfen. Ein Datenzugang deckt nicht automatisch mehrere gleichzeitige Verbindungen ab.

CQG bei Prop-Firmen

Viele Futures-Prop-Firmen routen über CQG. Wer eine Evaluierung bei einem dieser Anbieter macht, handelt in der Regel auf CQG-Daten, ohne dafür separat zu zahlen. Die Firma trägt die Datenkosten. Bei Take Profit Trader lässt sich zum Beispiel zwischen CQG und Rithmic wählen. Über CQG laufen dort NinjaTrader, Tradovate und TradingView.

Nicht jede Prop-Firma bietet CQG an. Apex Trader Funding setzt auf Rithmic, Tradovate und WealthCharts. Wer eine bestimmte Plattform gewohnt ist, sollte den Datenanschluss deshalb vor der Anmeldung prüfen und nicht danach.

Ein Hinweis aus der Praxis: Die Daten im Evaluierungskonto laufen oft über denselben Feed wie im Live-Konto, das Orderrouting aber nicht. Man handelt gegen einen Simulator. Wer den Unterschied unterschätzt, wird beim Wechsel ins Live-Konto überrascht. Mehr dazu steht in unserem Überblick zum Trading mit Fremdkapital.

Was bietet der CQG Datenfeed?

Der Datenfeed ist das eigentliche Produkt hinter allen Plattformen. CQG verbindet nach eigenen Angaben 85 globale Marktdatenquellen, 45 handelbare Börsen und 139 Broker-Umgebungen. Die Daten laufen über redundante Netzwerke, damit der Ausfall einer Leitung den Feed nicht abreißen lässt.

Für Privattrader ist der Feed selten die günstigste Wahl. Wer nur ein paar Börsenpakete braucht, fährt mit dxFeed oder Rithmic oft billiger. CQG spielt seine Stärke dort aus, wo viele Märkte gleichzeitig und tiefe Historie gebraucht werden.

Welche Börsen sind angebunden?

Die Liste ändert sich laufend, deshalb hier die für deutsche Trader wichtigsten. Die vollständige und tagesaktuelle Aufstellung führt CQG in der eigenen Gebührenübersicht.

  • Amerika: CME, CBOT, NYMEX, COMEX, Cboe, CFE, ICE Futures US, ICE Endex, MIAX, NYSE, Nasdaq, OPRA, B3, Montreal Exchange, TSX, Bitnomial, Coinbase Derivatives
  • Europa, Naher Osten, Afrika: Eurex, Deutsche Börse, Euronext, Euronext Milan, ICE Futures Europe, LME, EEX, MEFF, Cboe Europe, Borsa Istanbul, JSE, DGCX, GME, ICE Futures Abu Dhabi, GFO-X
  • Asien-Pazifik: SGX, HKEX, JPX, KRX, ASX, SHFE, DCE, ZCE, CFFEX, INE, Bursa Malaysia, APEX, Abaxx, TFX, HNX, FEX

Drei Änderungen sind erwähnenswert. Die Moscow Exchange ist nicht mehr angebunden. Der Krypto-Zugang läuft heute über Bitnomial und Coinbase Derivatives statt über die früheren Anbieter ErisX und DVeX. Und die Dubai Mercantile Exchange firmiert seit 2024 als Gulf Mercantile Exchange.

Daten für Forex und Kryptowährungen

Bei Forex geht CQG einen eigenen Weg. Unter dem Namen CQG Global FX bezieht der Anbieter Kurse für über 430 Währungspaare direkt von Banken und Market Makern. Das umfasst Major- und Minor-Paare ebenso wie den Kassamarkt bei Metallen.

Bei Kryptowährungen deckt CQG Kassa- und Futuresdaten ab. Die Futures kommen von der Chicago Mercantile Exchange und der Cboe Futures Exchange, die börslichen Kassadaten von Bitnomial und Coinbase Derivatives. Einen Überblick über die Anlageklasse gibt unser Beitrag zu Kryptowährungen.

Historische Daten und die CQG Data Factory

Die Datenhistorie ist eines der stärksten Argumente für CQG. Bei Agrarmärkten und Forex reicht sie bis zu 50 Jahre zurück. Für einzelne Kontrakte liegen sogar Daten aus den 1930er Jahren vor. Wer saisonale Muster über mehrere Jahrzehnte prüfen will, findet dafür wenige Alternativen.

Für den Einzelabruf gibt es die CQG Data Factory. Dort lassen sich Datensätze von über 60 Börsen bestellen und herunterladen, ohne ein laufendes Plattform-Abo. Verfügbar sind Tagesdaten über zwanzig Jahre sowie Intraday-Daten inklusive Time and Sales, Tick-Daten und Volumen.

Gibt es eine CQG API?

CQG bietet mehrere Schnittstellen, je nach Zweck. Man sollte sie auseinanderhalten, weil sie unterschiedlich viel kosten und unterschiedlich viel dürfen.

  • Die Data API liefert Marktdaten an externe Programme. Sie baut auf Microsofts COM-Technologie auf. Jede Sprache, die COM unterstützt, kann darauf zugreifen.
  • Die Trading API übernimmt das Orderrouting aus fremder Software heraus.
  • Die Charting API erlaubt es Drittanbietern, eigene Studien und Indikatoren in CQG zu veröffentlichen. Sie erscheinen dann direkt in Charts und Quote-Fenstern.
  • Die Web API ist der modernste Zugang. Sie streamt Level-1- und Level-2-Daten, Tick-, Intraday- und Tagesdaten und bündelt die Börsenzugänge für Orderausführung, Kontoabfrage und Auswertung nach dem Handel.

Die API-Nutzung ist kostenpflichtig. API Trading kostet 245 Dollar im Monat und setzt ein aktives Trading- oder Spreader-Paket voraus. Für Streaming-Daten kommen rund 45 Dollar dazu, historische Datenabrufe je nach Umfang zwischen 100 und 1.000 Dollar.

CQG API Übersicht mit Data API, Trading API, Charting API und Web API
Die Schnittstellen von CQG.

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Welche Broker binden CQG an?

CQG nennt selbst 139 Broker-Umgebungen. Die vollständige Liste hilft in der Praxis wenig, weil ein großer Teil aus institutionellen Clearing-Häusern in Asien besteht. Für Trader aus dem deutschsprachigen Raum kommen realistisch diese Adressen infrage.

BrokerBesonderheit
WH SelfInvestdeutschsprachiger Service, CQG-Routing ab 0,50 € pro Lot
AMP Global Clearingniedrige Routing-Gebühren, breite Plattformauswahl
Dorman Tradinghäufig im Hintergrund von Prop-Firmen und US-Introducing-Brokern
Optimus FuturesIntroducing Broker mit CQG- und Rithmic-Anbindung
Phillip Capitalinternational, auch für europäische Kunden zugänglich
ADM Investor Servicesgroßes Clearing-Haus, oft hinter Prop-Firmen
Advantage FuturesUS-Adresse mit Schwerpunkt auf aktiven Futures-Tradern

Der Broker entscheidet über mehr als den Preis. Er legt fest, welche Börsenpakete freigeschaltet werden, ob man als privater oder professioneller Nutzer eingestuft wird und welche CQG-Plattform man überhaupt bekommt. Ein Vergleich der reinen Kommission greift deshalb zu kurz.

Über dasselbe Gateway arbeitet auch der kostenlose Desktop-Client eines US-Datenportals: Barchart Trader im Überblick zeigt, wie die Anbindung an einen CQG-Broker abläuft.

Die Partnerliste ändert sich häufiger als jede redaktionelle Aufstellung. Im Futures-Clearing wird viel übernommen. Aus INTL FCStone wurde StoneX, aus ED&F Man Capital Markets und RJO’Brien wurde Marex. Wer einen Broker prüft, sollte deshalb immer die aktuelle Partnerübersicht bei CQG selbst aufrufen.

Wie unterschiedlich die Varianten bepreist sind, zeigt der Stage-5-Test: CQG Desktop kostet dort 25 Dollar im Monat, CQG One und QTrader je 100 Dollar, jeweils plus 0,25 Dollar je Orderseite.

TFlow, DOM und die Orderflow-Werkzeuge

An dieser Stelle wird CQG für mich als Price-Action-Trader interessant. Der Anbieter hat den Orderflow früh ernst genommen, lange bevor Footprint-Charts populär wurden.

Der TFlow-Chart zeigt, wer aggressiv handelt. Er färbt jeden Handel danach ein, ob der Käufer die Briefseite genommen oder der Verkäufer die Geldseite bedient hat. Man sieht also nicht nur, dass gehandelt wurde, sondern welche Seite die Initiative ergriffen hat. Es gibt ihn in vier Varianten: aggregiert, range-aggregiert, geglättet und zeitbasiert.

CQG TFlow Chart mit farbcodierter Darstellung von Käufer- und Verkäuferaggression
TFlow-Charts von CQG in vier Varianten.

Beim Orderbuch trennt sich die Produktfamilie. Der Integrated Client und QTrader bringen den DOMTrader mit, CQG Desktop nicht. Wer Orderbuchhandel plant, muss also mindestens zu QTrader greifen. CQG One geht einen Schritt weiter und zeigt Market-by-Order, also die einzelnen Orders hinter einem Preislimit.

Eine ehrliche Einordnung dazu: Orderflow-Werkzeuge liefern kein Signal, sondern Kontext. Sie zeigen, wo Liquidität liegt und wer sie nimmt. Wer daraus ein fertiges Einstiegssystem bauen will, wird enttäuscht. Wer damit eine Zone aus der Analyse von Unterstützung und Widerstand bestätigt, gewinnt eine zweite Meinung.

Für Algo-Orders bringt CQG eine eigene Bibliothek mit. Dazu gehören unter anderem Iceberg, Market-If-Touched, Order-Places-Order, TWAP und Scaling Bracket. Eigene Algo-Orders lassen sich ebenfalls anlegen. Sie führen die Position nach den eingestellten Regeln, auch beim Schließen.

Wo liegen die Stärken und Schwächen von CQG?

Nach der Durchsicht von Produkten und Preisen lässt sich das recht klar sortieren. CQG ist kein Allrounder für jeden, sondern ein Werkzeug mit deutlichem Schwerpunkt. Die folgenden Punkte beziehen sich auf die Sicht eines aktiven Futures-Traders aus dem deutschsprachigen Raum.

Vorteile des CQG Data Feeds

  • Tick-genaue Daten: vier TFlow-Varianten und Market-by-Order in CQG One.
  • Sehr tiefe Historie: bis zu 50 Jahre bei Agrarmärkten und Forex, einzelne Kontrakte bis in die 1930er.
  • Ein Zugang für 45 Börsen: statt für jede Region einen eigenen Datenanbieter zu buchen.
  • Breite Anbindung in fremde Software: über Continuum von NinjaTrader bis Sierra Chart.
  • Excel mit Livekursen: Kurse per RealTimeData in die Tabelle, Handel aus dem Tabellenblatt möglich.
  • Support rund um die Uhr: in mehreren Sprachen, auf Wunsch per Fernwartung.

Nachteile des CQG Data Feeds

  • Der Direktbezug ist teuer: der Integrated Client kostet mit Trading-Paket 845 Dollar im Monat.
  • Die Preisstruktur ist unübersichtlich: Plattform, Routing, Börsengebühren und Zusatzmodule werden getrennt berechnet.
  • Kein Zugang ohne Broker: als Privatkunde kann man CQG nicht einfach buchen und sofort loslegen.
  • Der Einstieg ist beschnitten: CQG Desktop bietet nur drei Jahre Historie und keinen DOMTrader.
  • Keine deutschsprachige Oberfläche: Menüs und Hilfe sind durchgehend englisch.
  • Die Eigentümerfrage ist neu: nach der Broadridge-Übernahme im Mai 2026 lässt sich die weitere Ausrichtung noch nicht beurteilen.

Demo, Support und App

Gibt es einen Demofeed von CQG?

Ja, den Integrated Client kann man 14 Tage kostenfrei testen. Der Zugang läuft über die Testversion auf der CQG-Website. Für CQG One bietet der Anbieter ebenfalls einen Testzeitraum an.

Der bequemere Weg führt über den Broker. Die meisten Futures-Broker mit CQG-Anbindung stellen ein Demokonto mit Live-Daten bereit. Das hat einen Vorteil gegenüber der Herstellertestversion: Man sieht direkt die Börsenpakete, die man später auch bezahlen würde.

Welche Schulungen bietet CQG an?

Die Dokumentation ist umfangreich, aber komplett auf Englisch. Es gibt ein ausführliches Online-Handbuch, eine Videobibliothek und einen YouTube-Kanal. Für Fragen zwischen Nutzern gibt es zusätzlich ein eigenes Forum.

Wie erreiche ich den Support?

Der Support ist per Telefon, Mail und Livechat erreichbar. Wegen der Büros in mehreren Zeitzonen ist er rund um die Uhr besetzt, auch in deutscher Sprache. Auf Wunsch schaltet sich ein Mitarbeiter per Fernwartung auf den Rechner.

Ein praktischer Tipp für den Anruf: Man sollte die eigene Systemnummer bereit haben. Sie steht in der Kopfzeile der Plattform und identifiziert den Zugang sofort. Das spart die übliche Rückfragerunde.

CQG Systemnummer in der Kopfzeile der Handelsplattform
Die Systemnummer steht in der Kopfzeile.

Bietet CQG eine App an?

Ja, CQG Mobile gibt es für iOS und Android. Die Anmeldung läuft über die CQG Trading ID und lässt sich per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung absichern. Push-Nachrichten informieren über Ausführungen, Alarme und Nachrichten.

Die App ersetzt keine Handelsplattform. Sie eignet sich, um Positionen zu überwachen und im Notfall zu schließen. Charts und Orderfunktionen sind vorhanden, aber für die Analyse zu klein. Wer mobil handeln will, sollte das vorher im Demokonto durchspielen.

CQG Mobile App mit Kursliste und Chartansicht auf dem Smartphone
Die CQG App für iOS und Android.
Forex Signale von Profi-Trader Karsten Kagels, 14 Tage testen
forex signale karsten mb

Fazit: Für wen sich CQG lohnt

CQG ist ein Werkzeug für Trader, die Futures ernsthaft handeln. Wer Aktien über einen Neobroker kauft, braucht davon nichts. Wer Orderflow liest, mehrere Börsen gleichzeitig beobachtet oder lange Datenreihen auswertet, findet hier eine der wenigen Adressen, die das aus einer Hand liefern.

Der Direktbezug lohnt sich für die wenigsten. 845 Dollar im Monat für den Integrated Client mit Trading-Paket rechnen sich erst bei entsprechendem Handelsvolumen oder wenn man die Excel-Anbindung und die tiefe Historie tatsächlich nutzt. Für alle anderen führt der sinnvolle Weg über den Broker, wo die Routing-Gebühr pro Kontrakt anfällt statt einer Monatspauschale.

Der praktisch wichtigste Zugang heißt Continuum. Über ihn steckt CQG in NinjaTrader, ATAS, Bookmap und Sierra Chart, und über ihn arbeiten die meisten Prop-Firmen. Wer eine dieser Plattformen nutzt, hat CQG bereits im Einsatz, ohne dafür einen eigenen Vertrag zu haben.

Zwei Einschränkungen bleiben. Die Preisstruktur ist sperrig, weil Plattform, Routing, Börsengebühren und Module getrennt gerechnet werden. Und die Broadridge-Übernahme vom Mai 2026 ist zu frisch, um ihre Folgen einzuschätzen. Wer heute einsteigt, sollte das im Hinterkopf behalten, muss deswegen aber nicht warten.

Meine Einordnung nach über vier Jahrzehnten am Markt: Beim Datenteil ist CQG stark, beim Preis muss man den richtigen Weg wählen. Wer nur ein oder zwei Börsenpakete braucht, ist mit dxFeed oder Rithmic oft günstiger unterwegs. Auch Tradovate ist einen Blick wert. Der Vergleich lohnt sich vor der Entscheidung.

Häufige Fragen zu CQG

Was ist CQG?

CQG ist ein US-amerikanischer Anbieter für Marktdaten, technische Analyse und Orderrouting. Trader erreichen darüber 45 handelbare Börsen und 85 Marktdatenquellen. Der Schwerpunkt liegt auf Futures und Optionen. Seit dem 1. Mai 2026 gehört das Unternehmen zu Broadridge Financial Solutions.

Was kostet der CQG Data Feed?

Die Plattformpreise reichen von 25 US-Dollar für CQG Desktop über 100 US-Dollar für CQG One und QTrader bis zu 595 US-Dollar für den Integrated Client. Beim Integrated Client kommen 250 US-Dollar für das Trading-Paket und einmalig 75 US-Dollar Einrichtung dazu. Börsengebühren werden immer separat berechnet. Stand ist die offizielle CQG-Gebührenliste vom Juli 2026.

Was ist der Unterschied zwischen CQG und CQG Continuum?

Technisch besteht kein Unterschied, es ist dieselbe Infrastruktur. Continuum ist der Name, unter dem Broker und Softwarehersteller den Zugang weiterverkaufen. Wer in NinjaTrader oder ATAS einen Continuum-Anschluss wählt, arbeitet mit CQG-Daten.

Kann ich CQG mit NinjaTrader nutzen?

Ja. Bei der NinjaTrader Brokerage ist Continuum der Standardanschluss für Kurse und Orderrouting. Auch NinjaTrader 8 lässt sich mit einem separaten Continuum-Zugang verbinden, wenn das Konto bei einem anderen Broker liegt.

Gibt es einen kostenlosen CQG Demofeed?

CQG bietet eine 14-tägige kostenlose Testversion des Integrated Client an. Der praxisnähere Weg ist ein Demokonto beim Futures-Broker, weil man dort die Börsenpakete sieht, die später tatsächlich abgerechnet werden.

Welche Börsen sind bei CQG angebunden?

CQG nennt 45 handelbare Börsen und 85 Marktdatenquellen. Dazu gehören CME, CBOT, NYMEX, COMEX, Eurex, Euronext, ICE, LME, SGX, HKEX und JPX. Die Moscow Exchange ist nicht mehr angebunden. Krypto-Daten kommen heute von Bitnomial und Coinbase Derivatives.

Wie lange reichen die historischen Daten von CQG zurück?

Bei Agrarmärkten und Forex stellt CQG bis zu 50 Jahre Historie bereit. Für einzelne Kontrakte gibt es Daten bis in die 1930er Jahre. Über die CQG Data Factory lassen sich Datensätze von über 60 Börsen einzeln bestellen, ohne laufendes Plattform-Abo.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels handelt seit 1978 an den Finanzmärkten und führt als Gründer die Kagels Trading GmbH. Er arbeitet diskretionär nach Price Action in Futures und Forex und war 1989 der Erstübersetzer der Elliott-Wellen-Literatur ins Deutsche.

Für diesen Beitrag hat er alle Preise und Produktangaben gegen die offiziellen Gebührenlisten von CQG mit Stand Juli 2026 abgeglichen, ebenso die Börsenanbindungen gegen die CQG-Marktdatenübersicht. Die Angaben zur Broadridge-Übernahme stammen aus der Pressemitteilung vom 1. Mai 2026.

Wo eine Einschätzung abgegeben wird, ist sie als solche gekennzeichnet. Die Folgen der Übernahme lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht belastbar beurteilen. Das steht so im Text und wird nicht mit einer Prognose überdeckt.

Fachlich geprüft von Christian Möhrer am 20. August 2026.

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