Eine Prop-Firma, die Auszahlungen ab dem ersten Tag verspricht: Damit wirbt Take Profit Trader seit Jahren offensiv um Futures-Trader. Das Versprechen sticht heraus, denn bei den meisten Anbietern wartest du Wochen auf deine erste Gewinnentnahme. Genau solche Marketing-Ansagen verdienen einen nüchternen Blick.
Für diesen Erfahrungsbericht habe ich das komplette Regelwerk und die Preisstruktur direkt beim Anbieter geprüft, also im offiziellen Help-Center und auf der Website von Take Profit Trader. Dazu kommen rund 9.900 Trustpilot-Bewertungen und aktuelle Reddit-Erfahrungsberichte aus der Trader-Community. Einen eigenen Langzeittest habe ich nicht durchgeführt, eine Werbepartnerschaft mit dem Anbieter besteht nicht.
Der Bericht zeigt dir, wie das Testkonto-Modell funktioniert, wo die versteckten Kosten liegen und warum eine unscheinbare Drawdown-Regel im finanzierten Konto wichtiger ist als das Tag-1-Versprechen. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Take Profit Trader: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Gesamteinschätzung: Seriöse US-Prop-Firma für Futures mit ungewöhnlich schnellen Auszahlungen. Die Testregeln sind fair, aber der Drawdown-Wechsel im finanzierten Konto hat es in sich.
- Geeignet für: Disziplinierte Futures-Daytrader mit erprobtem Setup. Nichts für Einsteiger: Laut Anbieter bestehen nur rund 20 Prozent der Nutzer den Test.
- Kosten: Testkonto zwischen 150 und 360 Dollar pro Monat, je nach Kontogröße von 25.000 bis 150.000 Dollar. Dazu einmalig 130 Dollar für die PRO-Aktivierung.
- Seriosität: Trustpilot 4,3 von 5 bei rund 9.900 Bewertungen, Firmensitz in Florida, CEO öffentlich auftretend. Stand: 7. Juli 2026.
Was ist Take Profit Trader?
Take Profit Trader ist eine US-Prop-Trading-Firma aus Florida, die Futures-Tradern nach einem bezahlten Test simulierte Konten von 25.000 bis 150.000 Dollar bereitstellt und Gewinne zu 80 bis 90 Prozent an die Trader auszahlt.
Das Geschäftsmodell folgt dem klassischen Prop-Trading-Muster: Du zahlst eine Monatsgebühr für ein Testkonto, beweist dort dein Können und bekommst danach ein finanziertes Konto, auf dem du echte Gewinnanteile entnehmen kannst. Wer wenig Eigenkapital mitbringt, umgeht so die hohen Margin-Anforderungen des Futures-Handels.
Eine Prop-Trading-Firma stellt Tradern Firmenkapital für den Handel bereit und beteiligt sie im Gegenzug am erzielten Gewinn.
Gehandelt werden ausschließlich Futures an den US-Terminbörsen CME, CBOT, COMEX und NYMEX, also Indizes wie der E-Mini S&P 500, Rohstoffe, Zinsen und Währungs-Futures. Wie der Terminhandel grundsätzlich funktioniert, erklärt unser Beitrag zum Futures-Trading. Aktien, Optionen, Forex-Spot und Kryptowährungen bietet Take Profit Trader nicht an. Zur Ausführung stehen laut Anbieter über 15 Plattformen bereit, darunter NinjaTrader, Tradovate und TradingView.
Gegründet wurde die Firma von James Sixsmith, einem ehemaligen Eishockey-Profi, der nach eigener Aussage zu Beginn seiner Trading-Laufbahn fast 150.000 Dollar verlor und später mit Trade Context ein Ausbildungsunternehmen aufbaute. Diese Gründer-Story erzählt der Anbieter offen auf der eigenen Website: takeprofittrader.com.
Nicht verwechseln solltest du den Anbieter mit zwei ähnlich klingenden Begriffen: Die Take-Profit-Order ist ein Auftragstyp zur Gewinnmitnahme im Trading, und takeprofit.com (ohne „Trader”) ist eine Charting-Plattform, die mit der Prop-Firma nichts zu tun hat.
Take Profit Trader im Steckbrief
| Sitz | Windermere, Florida (USA) |
| Gründer und CEO | James Sixsmith |
| Angebot | Futures-Funding, 25.000 bis 150.000 USD |
| Märkte | Futures an CME, CBOT, COMEX, NYMEX |
| Plattformen | 15+, u. a. NinjaTrader, Tradovate, TradingView |
| Gewinn-Split | 80/20 (PRO), 90/10 (PRO+) |
| Trustpilot | 4,3 von 5 (rund 9.900 Bewertungen, Stand 07.07.2026) |
So funktioniert das Testkonto: Regeln und Profit-Targets
Der Einstieg läuft über ein Testkonto (beim Anbieter „Test Account”), das du im Abo bezahlst. Die Bestehens-Anforderungen sind überschaubar: Profit-Target erreichen, Drawdown-Grenze halten, mindestens fünf Handelstage nachweisen. Eine Zeitbegrenzung nach oben gibt es nicht, das Abo läuft einfach weiter, bis du bestehst oder kündigst.
| Konto (USD) | Profit-Target | EOD-Trailing-Drawdown | Max. Kontrakte |
|---|---|---|---|
| 25.000 | 1.500 $ | 1.500 $ | 3 |
| 50.000 | 3.000 $ | 2.000 $ | 6 |
| 75.000 | 4.500 $ | 2.500 $ | 9 |
| 100.000 | 6.000 $ | 3.000 $ | 12 |
| 150.000 | 9.000 $ | 4.500 $ | 15 |

Statt der Standard-Kontrakte kannst du jeweils das Zehnfache in Micro-Kontrakten handeln, beim 50.000er-Konto also 60 Micros. Was Micro Futures sind und warum sie sich für kleinere Konten eignen, haben wir separat erklärt. Ein früher übliches Daily Loss Limit hat der Anbieter abgeschafft: Auf der Preisseite stehen die alten Tagesverlust-Grenzen durchgestrichen als „Removed”. Es zählt nur noch der Trailing Drawdown zum Handelsschluss.
Der EOD-Trailing-Drawdown ist eine Verlustgrenze, die nur am Handelsschluss an den Kontohöchststand angepasst wird und nicht bei jedem Kurshoch während des Tages.
Diese Berechnungsart ist die tradernfreundlichste Drawdown-Variante, denn ein starker Tag mit zwischenzeitlichen Buchgewinnen zieht die Verlustgrenze nicht sofort nach oben. Mehr zum Konzept liest du im Beitrag über den Drawdown im Trading. Dazu kommt die Consistency-Regel, die Glückstreffer aussortieren soll.
Die Consistency-Regel bei Take Profit Trader verlangt, dass kein einzelner Handelstag mehr als 50 Prozent des gesamten Nettogewinns im Test ausmacht.
Reißt du die 50-Prozent-Marke, fällst du nicht durch. Das Profit-Target erhöht sich stattdessen automatisch, bis das Verhältnis wieder stimmt. Verboten sind außerdem Trading-Bots, Gegenpositionen in verwandten Produkten (etwa E-Mini S&P 500 long und Micro-Variante short) und Positionen über Nacht: Der Handelstag endet um 17 Uhr New Yorker Zeit, offene Positionen musst du vorher schließen.
Kosten: Das kostet Take Profit Trader wirklich
Die Monatsgebühr ist nur der sichtbarste Teil der Rechnung. Wer die Gesamtkosten kalkuliert, muss vier Posten kennen: Abo, Aktivierung, Resets und Kommissionen.
| Konto (USD) | Monatsgebühr | Test-Reset |
|---|---|---|
| 25.000 | 150 $ | 79 $ |
| 50.000 | 170 $ | 99 $ |
| 75.000 | 245 $ | 139 $ |
| 100.000 | 330 $ | 169 $ |
| 150.000 | 360 $ | 199 $ |
Bestehst du den Test, wird einmalig eine Aktivierungsgebühr von 130 Dollar für das PRO-Konto fällig. Über Rabattaktionen wie den Code NOFEE40 entfällt sie zeitweise, solche Promos ändern sich aber laufend. Ein Reset setzt dein Testkonto nach einem Regelverstoß zurück, ohne das Abo-Datum zu verschieben.
Teurer wird es, wenn du ein bereits finanziertes PRO-Konto verlierst und neu starten willst, ohne den Test zu wiederholen: Dieser PRO-Reset kostet je nach Kontogröße zwischen 449 und 1.499 Dollar und ist maximal dreimal pro Konto möglich. Dazu kommen die üblichen Kommissionen von 5 Dollar pro Roundturn und Standard-Kontrakt beziehungsweise 0,50 Dollar pro Micro-Kontrakt. Bei mehreren Trades am Tag summiert sich das schneller, als viele Einsteiger denken.
Zum Vergleich: Ein Fehlversuch auf dem 50.000er-Konto kostet dich mit einem Monat Abo und einem Reset rund 270 Dollar. Das ist überschaubar gegen den Totalverlust eines echten Kontos, aber es läppert sich, wenn du den Test mehrfach angehst. Mehr zur grundsätzlichen Abwägung zwischen eigenem Geld und Firmenkapital liest du im Beitrag über Fremdkapital im Trading.
PRO und PRO+: Wie gut sind die Auszahlungen wirklich?
Nach bestandenem Test bekommst du das finanzierte Konto. Hier entscheidet sich, ob das Tag-1-Versprechen hält. Die kurze Antwort: ja, aber mit zwei Einschränkungen, die du kennen musst.
Das PRO-Konto ist das finanzierte Konto nach bestandenem Test. Es läuft in einer simulierten Handelsumgebung, und der Trader behält 80 Prozent der erzielten Gewinne.
Auszahlungen sind ab dem ersten Handelstag möglich, technisch über ein Wallet-System mit PayPal und Wise, für US-Bankkonten auch automatisiert per Plaid. Beträge über 250 Dollar sind gebührenfrei, darunter fallen happige 50 Dollar Gebühr an. In der Community gilt die Auszahlungsgeschwindigkeit als Stärke: Ein Reddit-Nutzer beziffert die Gesamtdauer auf etwa 36 Stunden vom Antrag bis zum Geldeingang.
Einschränkung Nummer eins ist die Buffer-Zone.
Die Buffer-Zone bei Take Profit Trader entspricht dem maximalen Drawdown des Kontos. Erst wenn dieses Gewinnpolster aufgebaut ist, kannst du Gewinne zum vollen Split von 80 Prozent entnehmen.
Beim 50.000er-Konto musst du das Konto also erst auf 52.000 Dollar bringen, bevor die 80/20-Entnahme greift. Gewinne innerhalb des Buffers bekommst du nur bei Kontoschließung ausgezahlt, und dann zu 50 Prozent in den ersten 60 Handelstagen beziehungsweise 80 Prozent danach. „Auszahlung ab Tag 1″ stimmt damit nur für Trader, die sofort profitabel handeln und über das Polster hinauskommen.
Einschränkung Nummer zwei ist gravierender: Im PRO-Konto wechselt der Drawdown von der EOD-Berechnung des Tests auf Intraday-Trailing.
Der Intraday-Trailing-Drawdown zieht die Verlustgrenze in Echtzeit am höchsten Kontostand nach, unrealisierte Buchgewinne zählen dabei mit.
Läuft ein Trade zwischenzeitlich 1.000 Dollar ins Plus und dreht dann ab, ist deine Verlustgrenze trotzdem um diese 1.000 Dollar nach oben gewandert. Genau an diesem Regelwechsel zwischen Test und PRO scheitern viele Trader, die ihre Teststrategie unverändert weiterfahren. Der Drawdown hört erst auf zu wandern, wenn er dein Startkapital erreicht hat. Wer den Wechsel kennt, kann ihn managen, etwa mit engeren Teilgewinn-Mitnahmen. Wer ihn nicht kennt, verliert das Konto und zahlt für den PRO-Reset. Ernst nehmen musst du im PRO-Konto auch die offiziellen Price Limits der CME: Erreicht ein Markt sein Tageslimit, während du noch eine Position hältst, verlierst du das Konto sofort.
Die dritte Stufe ist das PRO+-Konto, in das der Anbieter erfolgreiche PRO-Trader nach interner Prüfung hochstuft.
Das PRO+-Konto ist die Live-Stufe von Take Profit Trader mit echten Marktorders über den Broker Tradovate, einem 90/10-Split zugunsten des Traders und Drawdown-Prüfung nur zum Tagesschluss.
Im PRO+ entfällt die Buffer-Pflicht, der Drawdown wird wieder tradernfreundlich zum Handelsschluss berechnet, und du behältst 90 Prozent der Gewinne. Der Haken liegt im Übergang: Den Upgrade-Zeitpunkt bestimmt allein der Anbieter, und aus der Community kommen Berichte über zwei bis drei Wochen Wartezeit, in denen das alte PRO-Konto pausiert.
Erfahrungen mit Take Profit Trader: Trustpilot, Reddit und Community-Stimmen
Auf Trustpilot steht der Anbieter bei 4,3 von 5 Sternen aus rund 9.900 Bewertungen (Stand: 7. Juli 2026). Auffällig oft loben Kunden den Live-Support: Ein deutscher Kunde schreibt, sein Problem sei im Chat „umgehend gelöst” worden, und auch kritische Rezensionen erwähnen die schnellen Antworten positiv. Ein verifizierter deutscher Nutzer nennt im Juni 2026 einen konkreten Reibungspunkt: Nach einem Auszahlungsantrag muss das Konto einen Tag pausieren. Vereinzelt gibt es Ärger um die 130-Dollar-Aktivierungsgebühr, etwa wenn Kunden sie trotz Bonus-Aktionen berechnet wurde.
Aussagekräftiger als Sterne-Durchschnitte sind detaillierte Erfahrungsberichte. Ein Trader dokumentiert auf Reddit seine ersten sechs Wochen mit konkreten Zahlen: 360 Dollar Gesamteinsatz für zwei Anläufe auf dem 150.000er-Konto, 8.500 Dollar Handelsgewinn, davon 4.198,88 Dollar nach Split tatsächlich ausgezahlt. Sein Urteil fällt nüchtern positiv aus: „Payout speed is pretty solid most of the time”, und der Live-Chat löse Probleme meist am selben Tag. Seine größte Kritik deckt sich mit anderen Stimmen: „The only real bad thing I would say about TPT is that Pro+ takes way too long.” Bei ihm dauerte das PRO+-Upgrade fast drei Wochen.
Im Subreddit des Anbieters kursieren daneben Berichte über Verwarnungs-E-Mails wegen angeblichen Spoofings, also des schnellen Setzens und Löschens von Orders. Der Reddit-Tester erhielt trotz häufiger Stop-Anpassungen keine einzige solche Mail. Ein erfahrener Kommentator ergänzt, dass OCO-Bracket-Orders broker-intern verarbeitet werden und deshalb gar kein Spoofing auslösen können. Ältere Vorwürfe aus einem drei Jahre alten Thread, Auszahlungen würden verweigert, decken sich nicht mit den aktuellen Community-Berichten und der heutigen Bewertungslage.
Bemerkenswert ehrlich ist eine Zahl, die der Anbieter selbst nennt: Nur 20,37 Prozent der registrierten Nutzer haben demnach den Test jemals bestanden. Diese Bestehensquote ist keine Besonderheit von Take Profit Trader, sondern branchentypisch, und sie erklärt das Geschäftsmodell: Die Testgebühren der Mehrheit finanzieren die Auszahlungen der Minderheit.
Wie seriös ist Take Profit Trader?
Die wichtigste Einordnung zuerst: Take Profit Trader ist kein regulierter Broker, und dein Testkonto ist kein Einlagenkonto. Du kaufst eine Dienstleistung (den Test samt Datenfeed), keine Kapitalanlage. Eine Finanzaufsicht wie die BaFin ist für dieses Modell nicht zuständig. PRO-Konten laufen in einer simulierten Umgebung, erst im PRO+ fließen Orders über den regulierten US-Broker Tradovate in den echten Markt. Das ist in der Futures-Prop-Branche Standard, sollte dir aber bewusst sein.
Für die Vertrauenswürdigkeit sprechen mehrere überprüfbare Fakten: ein fester Firmensitz in Windermere, Florida, ein öffentlich auftretender CEO mit nachvollziehbarer Historie, ein detailliertes, offen einsehbares Regelwerk im Help-Center und eine seit Jahren stabile Trustpilot-Wertung über einer sehr großen Bewertungsbasis. Auch die aktive Präsenz mit rund 94.000 Instagram-Followern passt zu einem etablierten Anbieter. Werbeclaims wie „#1 live-market prop program” oder Medienlogos von Forbes bis CNBC stammen dagegen vom Anbieter selbst und sind als Eigenwerbung zu lesen.
Zwei Punkte solltest du ernst nehmen. Erstens setzt der Anbieter die CME-Compliance strikt durch: Wer sein Konto aus einem gesperrten Land aufruft, auch nur über VPN oder Remote-Verbindungen, riskiert die sofortige Sperrung. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind nicht betroffen, aber der VPN-Hinweis gilt auch auf Reisen. Zweitens verlangt das PRO-Konto wöchentliche Aktivität: Mindestens ein Handelstag pro Kalenderwoche, sonst verfällt das Konto. Für Gelegenheits-Trader ist das Modell damit ungeeignet.
Vor- und Nachteile von Take Profit Trader
Aus Regelwerk, Kosten und Community-Stimmen ergibt sich ein klares Profil.
Vorteile
- Schnelle Auszahlungen: Entnahmen ab Tag 1 oberhalb des Buffers, in der Praxis rund 36 Stunden bis zum Geldeingang, über 250 Dollar gebührenfrei.
- Fairer Test: Nur eine Testphase, keine Zeitbegrenzung, kein Daily Loss Limit mehr, EOD-Drawdown und eine Consistency-Regel, die nicht durchfallen lässt, sondern das Ziel anhebt.
- Transparentes Regelwerk: Alle Regeln, Gebühren und Reset-Preise stehen offen im Help-Center, nichts versteckt sich im Kleingedruckten.
- Starker Support: Live-Chat mit schnellen Reaktionszeiten, von Trustpilot-Rezensenten und Reddit-Nutzern übereinstimmend bestätigt.
- Plattform-Auswahl: Über 15 Plattformen mit CQG- und Rithmic-Datenfeed, von NinjaTrader über Tradovate bis TradingView.
Nachteile
- Drawdown-Wechsel im PRO: Aus dem EOD-Drawdown des Tests wird intraday-trailing. Der kritischste Punkt des gesamten Modells, weil er die Teststrategie entwertet.
- Buffer-Regel relativiert Tag 1: Voller 80/20-Split erst oberhalb des Gewinnpolsters in Höhe des Maximal-Drawdowns.
- Teure PRO-Resets: 449 bis 1.499 Dollar, wenn das finanzierte Konto platzt und du den Test nicht wiederholen willst.
- Nur US-Futures: Keine Aktien, kein Forex-Spot, keine Kryptos, und Positionen über Nacht sind tabu.
- PRO+-Upgrade als Blackbox: Zeitpunkt liegt allein beim Anbieter, Wartezeiten von mehreren Wochen sind dokumentiert.
Alternativen: Topstep, Apex und My Funded Futures
Take Profit Trader konkurriert in einem dicht besetzten Markt. Drei Alternativen begegnen dir in Vergleichen am häufigsten, alle drei haben wir separat getestet. Topstep ist der Veteran der Futures-Prop-Branche mit ausgereiftem Coaching-Umfeld, verlangt aber mehr Geduld bis zur ersten Auszahlung. Apex Trader Funding lockt mit aggressiven Dauerrabatten und vielen parallelen Konten, dafür ist das Regelwerk unübersichtlicher. My Funded Futures positioniert sich ähnlich auszahlungsfreundlich wie Take Profit Trader und ist einen direkten Vergleich wert, wenn dir der EOD-Drawdown auch im finanzierten Konto wichtig ist. Einen jüngeren Ansatz ohne klassische Challenge verfolgt Tradeify.
Die Kernfrage bei der Anbieterwahl bleibt bei allen gleich: Welche Drawdown-Berechnung gilt im finanzierten Konto, und wann kommst du an dein Geld? Wer diese beiden Punkte vergleicht, statt auf Rabatt-Codes zu schauen, trifft die bessere Entscheidung.
Fazit: Solides Angebot mit einer Regel, die du kennen musst
Nach Durchsicht von Regelwerk, Kosten und Community-Lage halte ich Take Profit Trader für einen der seriöseren Anbieter im Futures-Prop-Trading. Die Auszahlungen funktionieren nachweislich schnell, das Regelwerk ist ungewöhnlich transparent, und der Support hat einen guten Ruf. Das sind genau die Punkte, an denen unseriöse Prop-Firmen sonst scheitern.
Meine größte Kritik gilt dem Intraday-Trailing-Drawdown im PRO-Konto. Ich habe in fast fünf Jahrzehnten an den Märkten gelernt, dass Regeln, die sich mitten im Spiel ändern, teurer sind als jede Gebühr. Wer im Test mit ruhigem EOD-Drawdown besteht und dann im finanzierten Konto dieselbe Strategie fährt, handelt plötzlich unter verschärften Bedingungen, ohne es zu merken. Rechne dir außerdem ehrlich vor, was der Weg kostet: Bei einer Bestehensquote von rund 20 Prozent zahlt die Mehrheit Monatsgebühren, ohne je ein finanziertes Konto zu sehen.
Das Urteil in Kürze: Take Profit Trader ist empfehlenswert für erfahrene Futures-Daytrader, die den Drawdown-Wechsel im PRO-Konto aktiv managen. Kein Weg, um Trading zu lernen.
Geeignet für: Disziplinierte Daytrader mit erprobtem Setup, die regelmäßige Entnahmen wollen und mindestens einmal pro Woche handeln.
Nicht geeignet für: Einsteiger ohne getestete Strategie, Swing-Trader mit Overnight-Positionen und alle, die „schnelles Geld” suchen.
Häufige Fragen zu Take Profit Trader
Ist Take Profit Trader seriös?
Ja, die Faktenlage spricht für einen seriösen Anbieter: fester Firmensitz in Florida, öffentlich auftretender CEO, offen einsehbares Regelwerk und eine Trustpilot-Wertung von 4,3 von 5 bei rund 9.900 Bewertungen. Take Profit Trader ist aber kein regulierter Broker, sondern verkauft eine Test-Dienstleistung mit simulierten Konten.
Wie schnell zahlt Take Profit Trader aus?
Auszahlungen sind ab dem ersten Tag im finanzierten Konto möglich, sobald das Gewinnpolster in Höhe des Maximal-Drawdowns aufgebaut ist. Community-Berichte nennen rund 36 Stunden vom Antrag bis zum Geldeingang. Beträge über 250 Dollar sind gebührenfrei, darunter fallen 50 Dollar Gebühr an.
Was kostet Take Profit Trader?
Das Testkonto kostet je nach Größe zwischen 150 und 360 Dollar pro Monat, dazu kommen einmalig 130 Dollar PRO-Aktivierung. Resets im Test kosten 79 bis 199 Dollar, ein Reset des finanzierten PRO-Kontos liegt bei 449 bis 1.499 Dollar.
Was ist der Unterschied zwischen PRO und PRO+?
Das PRO-Konto ist simuliert und zahlt 80 Prozent der Gewinne bei Intraday-Trailing-Drawdown. Das PRO+-Konto schickt Orders über den Broker Tradovate in den echten Markt, zahlt 90 Prozent und prüft den Drawdown nur zum Handelsschluss. Den Upgrade-Zeitpunkt bestimmt der Anbieter.
Wie viele Konten darf ich gleichzeitig handeln?
Bei den Testkonten gibt es keine Obergrenze, du kannst beliebig viele parallel handeln. Bei den finanzierten Konten liegt das Limit bei fünf aktiven PRO- und PRO+-Konten zusammen.
Kann ich aus Deutschland bei Take Profit Trader handeln?
Ja, Deutschland, Österreich und die Schweiz stehen nicht auf der Sperrliste des Anbieters. Auszahlungen laufen für europäische Trader über PayPal oder Wise in Dollar. Beachte die strikte VPN-Regel: Der Zugriff aus gesperrten Ländern führt auch auf Reisen zur Kontosperrung, und Gewinne musst du in Deutschland selbst versteuern.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er ist seit 1978 aktiver Trader an den internationalen Finanzmärkten mit Schwerpunkt auf Forex, Aktienindizes, Rohstoffen und Zinsmärkten.
In den späten 1980er Jahren übersetzte er Robert Prechters Elliott-Wave-Standardwerke ins Deutsche und trug damit maßgeblich dazu bei, die Elliott-Wellen-Analyse im deutschsprachigen Raum bekannt zu machen. Über 17 Jahre war er der Repräsentant von Joe Ross in Deutschland, einem der einflussreichsten amerikanischen Trading-Autoren, bekannt für praxisnahe Handelsstrategien wie den Ross-Haken und den Traders Trick Entry. Karsten übersetzte und veröffentlichte alle 10 Fachbücher von Ross auf Deutsch.
Den Take-Profit-Trader-Erfahrungsbericht bewertet Karsten aus der Perspektive eines aktiven Traders mit über 45 Jahren Markterfahrung, ohne Werbepartnerschaft mit dem Anbieter. Im Fokus steht die Frage, ob das Auszahlungsversprechen der Prop-Firma einer nüchternen Prüfung standhält und wo die Regeln zur Kostenfalle werden können.
→ Alle Artikel von Karsten Kagels
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.


