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Börsenhändler Ausbildung: Prüfungen, Kosten und Zertifikate für Trader und Analysten

Zuletzt aktualisiert: 24. August 2026

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24 Min

Christian Möhrer

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Christian Möhrer

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Eine Börsenhändlerprüfung ist keine Ausbildung zum Trader. Sie ist ein Sachkundenachweis, mit dem eine Börse prüft, ob jemand ihre Regeln und ihr Handelssystem beherrscht. Wer sie besteht, darf im Auftrag eines zugelassenen Unternehmens Orders in das Orderbuch stellen. Mehr steht nicht drin.

Genau hier gehen die meisten Erwartungen auseinander. Ein Teil der Interessenten will Angestellter bei einer Bank oder einem Handelshaus werden. Ein anderer Teil will das eigene Depot besser in den Griff bekommen und hofft, ein Zertifikat helfe dabei. Diese beiden Wege haben fast nichts miteinander zu tun, und die Preisschilder unterscheiden sich um mehrere tausend Euro.

Dieser Artikel trennt beides sauber. Du erfährst, welche Voraussetzungen das Börsengesetz für eine Zulassung verlangt, wie die Prüfungen an der Frankfurter Wertpapierbörse und der Eurex heute ablaufen, welche Lehrgänge es in Stuttgart und Wien gibt und was die bekannten Analysten-Titel wirklich kosten. Dazu meine Einordnung nach über vier Jahrzehnten am Markt, welche dieser Abschlüsse für das eigene Trading etwas bringen. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Börsenhändlerprüfung und Zertifikate: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Zulassung statt Ausbildung: Börsenhändler wird man auf Antrag einer Börse, nicht durch einen Lehrberuf. Das Börsengesetz verlangt Zuverlässigkeit, fachliche Kenntnisse und praktische Erfahrung.
  • Der Antrag läuft über den Arbeitgeber: Nur wer bei einem zugelassenen Handelsteilnehmer beschäftigt ist, kann zugelassen werden. Privatpersonen können sich nicht selbst zulassen lassen.
  • FWB-Prüfung: 50 Fragen in 30 Minuten, bestanden ab 75 Prozent der Punkte. Die Gebühr beträgt 200 €, der komplette Fragenkatalog steht vorab öffentlich im Netz.
  • Eurex-Prüfung: 35 Fragen in 20 Minuten, ebenfalls 75 Prozent zum Bestehen. Auch hier gibt es den vollständigen Fragen- und Antwortenkatalog zum Download.
  • Lehrgänge sind freiwillig: Die Börse Stuttgart verlangt für ihren fünftägigen Lehrgang 2.750 € zzgl. MwSt., die Wiener Börse 2.200 € inklusive Prüfungsgebühr.
  • Analysten-Titel kosten deutlich mehr: Der CFA liegt über alle drei Level bei 3.520 bis 4.570 $, der CIIA der DVFA startet bei 11.781 €.
  • USA: Basis ist seit Oktober 2018 die SIE-Prüfung für 100 $. Die früher viel zitierten Series 55 und 56 gibt es nicht mehr, sie gingen in der Series 57 auf.
  • Mein Fazit vorweg: Für eine Festanstellung sind diese Abschlüsse nützlich bis nötig. Für das eigene Trading bringt keiner davon einen messbaren Vorteil.

Was ist eine Börsenhändlerprüfung?

Eine Börsenhändlerprüfung ist der von einer Börse abgenommene Sachkundenachweis, mit dem eine Person belegt, dass sie das Regelwerk und das Handelssystem dieser Börse beherrscht und deshalb zum Handel zugelassen werden kann.

Die Prüfung ersetzt keine Berufsausbildung und vermittelt keine Handelsstrategie. Sie fragt ab, was in der Börsenordnung steht, wie Auktionen ablaufen, welche Orderarten es gibt und wie die Schutzmechanismen des Systems funktionieren. Alles, was mit Marktmeinung, Einstiegen oder Risikosteuerung zu tun hat, kommt darin nicht vor.

Jede Börse prüft nur ihr eigenes System. Wer an der Xetra handeln will, legt die FWB-Prüfung ab. Wer Derivate an der Eurex handeln will, braucht die Eurex-Prüfung. Ein Abschluss überträgt sich nicht auf einen anderen Handelsplatz.

Davon streng zu trennen sind die Analysten-Zertifikate. CFA, CIIA, CFTe oder CMT werden von Berufsverbänden und privaten Instituten vergeben. Sie berechtigen zu gar nichts, sie sind reine Qualifikationsnachweise für den Arbeitsmarkt.

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Wie wird man Börsenhändler?

Börsenhändler wird, wer von einer Börse auf Antrag eines zugelassenen Handelsteilnehmers zum Handel zugelassen wird. Das Börsengesetz verlangt dafür Zuverlässigkeit, fachliche Kenntnisse und praktische Erfahrung.

Börsenhändler ist kein Ausbildungsberuf. Es gibt keine Lehrstelle, keinen Ausbildungsvertrag und keine IHK-Prüfung dafür. Der Weg führt über eine Zulassung, die eine Börse auf Antrag erteilt. Wer nach „Ausbildung zum Börsenhändler” sucht, sucht in Wahrheit nach diesem Zulassungsverfahren.

Die gesetzliche Grundlage steht im Börsengesetz. Nach § 19 Absatz 4 BörsG darf zugelassen werden, wer zuverlässig ist und die nötige berufliche Eignung besitzt. Die Börsen übersetzen das in drei Anforderungen, die die Deutsche Börse auf ihrer Seite zur Händlerzulassung ausformuliert: Zuverlässigkeit, fachliche Kenntnisse und praktische Erfahrung.

Die drei Anforderungen im Einzelnen

  • Zuverlässigkeit: Wird vom Arbeitgeber und der Börse geprüft. Vorstrafen im Wirtschaftsbereich oder Verstöße gegen das Marktmissbrauchsrecht schließen eine Zulassung aus.
  • Fachliche Kenntnisse: Nachgewiesen durch eine bestandene Börsenhändlerprüfung in den letzten zwei Jahren vor Antragstellung. Alternativ reicht, wer in diesen zwei Jahren bereits mindestens zwölf Monate an derselben Börse zugelassen war.
  • Praktische Erfahrung: Nachgewiesen durch das Systemtraining der jeweiligen Börse oder durch mindestens sechs Monate Handelstätigkeit an einer Börse oder einem multilateralen Handelssystem innerhalb der zwei Jahre vor dem Antrag.

Ohne Arbeitgeber geht es nicht

Das ist der Punkt, an dem die meisten Pläne enden. Den Antrag stellt nicht die Person, sondern das Unternehmen, bei dem sie beschäftigt ist. Und dieses Unternehmen muss selbst als Handelsteilnehmer zugelassen sein. Bei der Eurex formuliert die Börse es ausdrücklich so: Zur Prüfung antreten darf nur, wer sich bereits im Zulassungsverfahren befindet.

Die Frankfurter Wertpapierbörse ist an diesem Punkt durchlässiger. Ihre Gebührenordnung kennt die Börsenhändlerprüfung als eigenen Gebührentatbestand, und die Börse Stuttgart bietet sogar ein eigenes Anmeldeformular für Privatpersonen an. Die bestandene Prüfung allein erzeugt aber keine Handelsberechtigung, solange kein zugelassenes Unternehmen den Antrag stellt.

Welche Ausbildung dahinter üblich ist

In der Praxis führt der Weg über den Arbeitgeber, nicht über die Prüfung. Typisch sind eine Bankausbildung oder ein wirtschaftswissenschaftliches Studium, danach eine Stelle im Handel bei einer Bank, einem Market Maker, einem Broker oder einem Handelshaus. Die Börsenhändlerprüfung kommt zum Schluss und ist der kleinste Teil des Ganzen.

Der andere Weg heißt Eigenhandel. Wer für eigenes Geld oder für das Kapital einer Firma handeln will, braucht keine Börsenzulassung, sondern einen Broker und ein tragfähiges Handelskonzept. Wie dieser Weg aussieht, steht in unserem Überblick zum Prop Trading und in der Trading-Ausbildung.

Börsenhändler Ausbildung: die vier Stufen der Zulassung sowie Fragenzahl, Dauer und Gebühr der FWB- und der Eurex-Prüfung
Der Weg zur Zulassung als Börsenhändler in vier Stufen, dazu die harten Zahlen beider deutscher Prüfungen. Zum Vergrößern antippen.

Was Prüfungen, Lehrgänge und Zertifikate kosten

Die Börsenhändlerprüfung an der Frankfurter Wertpapierbörse kostet 200 Euro. Ein freiwilliger Vorbereitungslehrgang kostet je nach Anbieter zwischen 2.200 und 2.750 Euro.

Die Preisspanne reicht von 100 Dollar bis über 12.000 Euro. Entscheidend ist, ob du nur die Prüfung ablegst oder einen mehrtägigen Lehrgang dazubuchst. Die folgende Übersicht listet die Stände, die ich für diesen Artikel bei den Anbietern selbst nachgeschlagen habe.

AbschlussAnbieterKosten
FWB-BörsenhändlerprüfungFrankfurter Wertpapierbörse200 €
FWB-SystemtrainingDeutsche Börse310 € zzgl. MwSt.
BörsenhändlerlehrgangBörse Stuttgart2.750 € zzgl. MwSt.
Börsenhändler-Diplom KassamarktWiener Börse / WIFI Wien2.200 €
CFTe I und IIIFTA1.400 bis 2.000 $
MFTAIFTA950 bis 1.200 $
CMT Level ICMT Association875 bis 1.475 $
CFA (alle drei Level)CFA Institute3.520 bis 4.570 $
CIIADVFAab 11.781 €
CFE oder CFMEIQF4.754 € brutto
SIEFINRA100 $
Series 7FINRA395 $

Die günstigen Zahlen ganz oben sind die ehrlichsten. Eine Prüfungsgebühr von 200 Euro ist genau das, was die Sache wert ist: eine Verwaltungsleistung. Alles darüber bezahlt Unterricht, Betreuung und in einigen Fällen schlicht den Markennamen auf der Urkunde.

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FWB-Börsenhändlerprüfung für Xetra und Börse Frankfurt

Die FWB-Börsenhändlerprüfung umfasst 50 Fragen und dauert 30 Minuten. Bestanden hat, wer 75 Prozent der möglichen Punkte erreicht.

Die FWB-Prüfung ist der Sachkundenachweis für den deutschen Kassamarkt. Sie deckt zwei Sachgebiete ab: die Regelwerke der Frankfurter Wertpapierbörse und die Funktionsweise des Handels auf Xetra sowie im Handelsmodell Börse Frankfurt.

Der Ablauf ist knapp bemessen. Die Prüfung umfasst 50 Fragen und dauert 30 Minuten. Zum Bestehen sind 75 Prozent der maximal 136 Punkte nötig. Es gibt drei Fragetypen: Richtig/Falsch, Single Choice und Multiple Choice, wobei falsch angekreuzte Antworten Punkte kosten.

Der entscheidende Punkt: Der Fragenkatalog ist öffentlich. Die Deutsche Börse veröffentlicht alle 150 Fragen samt Lösungen als PDF, dazu eine Prüfungssimulation. Die aktuelle Fassung gilt für Prüfungen ab dem 23. März 2026 und trägt die Versionsnummer 18. Der Katalog steht auf der Seite der Deutschen Börse zum Download.

Gebühren und Anmeldung

  • Prüfungsgebühr 200 €: Festgelegt in § 16 Absatz 1 der Gebührenordnung für die Frankfurter Wertpapierbörse, Tabelle XI, Stand 9. April 2026.
  • Rücktritt kostet Geld: Bis drei Wochen vor Prüfungsbeginn werden 50 € fällig. Danach ist die volle Gebühr zu zahlen.
  • Systemtraining 310 € zzgl. MwSt.: Webbasiert, rund ein bis zwei Stunden Aufwand, innerhalb von zehn Wochen abzuschließen. Es gilt als Nachweis der praktischen Erfahrung, nicht als Prüfungsvorbereitung.
  • Anmeldung nur über die Member Section: Das Portal der Deutschen Börse ist der einzige Weg. Prüfungsorte sind unter anderem Eschborn, London, Paris, Amsterdam, Madrid, Mailand, Zug, New York, Chicago, Hongkong und Singapur.
  • Jährliche Händlergebühr 250 €: Fällt nach der Zulassung an und wird dem Unternehmen berechnet, nicht der Person.

Meine Einordnung: Wer den Katalog durcharbeitet, besteht. Für den eigenen Handel bringt diese Prüfung nichts. Sie beschreibt, wie das Orderbuch technisch funktioniert, und das ist für einen Daytrader zwar interessant, aber kein Vorteil an der Preisbildung.

Eurex-Börsenhändlerprüfung für Derivate

Die Eurex-Börsenhändlerprüfung umfasst 35 Fragen und dauert 20 Minuten. Auch hier sind 75 Prozent der möglichen Punkte zum Bestehen nötig.

Die Eurex prüft ihr eigenes Derivate-Regelwerk. Abgefragt werden die Börsenordnung und die Handelsbedingungen der Eurex Deutschland sowie die Funktionsweise des Handels: Ablauf, Orderarten, Schutzmechanismen, Market Making und Preisbildung.

Die Prüfung ist noch kürzer als die in Frankfurt. Sie besteht aus 35 Fragen und dauert 20 Minuten. Auch hier müssen 75 Prozent der maximal 94 Punkte erreicht werden. Der Fragenkatalog umfasst 105 Fragen und ist in der Fassung vom 23. März 2026 öffentlich abrufbar.

Der Zugang ist enger als beim Kassamarkt. Antreten darf nur, wer sich bereits im Zulassungsverfahren zum Börsenhändler an der Eurex Deutschland befindet. Das setzt eine Anstellung bei einem zugelassenen Handelsteilnehmer voraus. Für Privatpersonen ist dieser Weg geschlossen.

Auch hier gibt es Katalog und Simulation. Die Eurex stellt den vollständigen Fragen- und Antwortenkatalog bereit, dazu eine Online-Prüfungssimulation. Das Systemtraining für den Praxisnachweis dauert ein bis zwei Stunden und muss binnen zehn Wochen abgeschlossen sein.

Die Bezeichnung führt in die Irre. „Zertifizierter Derivatehändler” klingt nach einer Ausbildung in Derivaten. Tatsächlich prüft die Eurex nur ihr Regelwerk. Wer verstehen will, wie sich Optionspreise verhalten, findet dazu in dieser Prüfung keine einzige Frage. Für den Einstieg in das Thema ist unser Artikel zum Handel mit Optionen der bessere Startpunkt.

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Börsenhändlerlehrgang der Börse Stuttgart

Die Börse Stuttgart bietet den bekanntesten Vorbereitungslehrgang in Deutschland. Er läuft unter dem Titel „Wertpapier- und Börsengeschäft”, dauert fünf Tage mit rund 54 Unterrichtsstunden und findet in den Räumen der Börse Stuttgart statt.

Inhaltlich ist er deutlich breiter als die reinen Prüfungskataloge. Neben Börsenorganisation, Wertpapierhandelsaufsicht, Insiderrecht und Marktmissbrauch stehen Präsenzhandel, Xetra, Eurex-Produkte, Indizes und die Abwicklung auf dem Plan. Dazu kommen Sustainable Finance, Charttechnik und ein Block zu Blockchain und Kryptowährungen.

  • Teilnahmegebühr 2.750 € zzgl. MwSt. für den fünftägigen Lehrgang. Mitglieder des Anlegerclubs der Börse Stuttgart erhalten 50 Prozent Rabatt auf den Lehrgangspreis.
  • Die Prüfung folgt einige Wochen später. Sie dauert vier Stunden und umfasst rund 70 Fragen. Sie ist damit deutlich umfangreicher als die FWB-Prüfung.
  • Termine 2026: Der Herbstlehrgang läuft vom 28. September bis 2. Oktober 2026, die zugehörige Prüfung findet am 11. November 2026 in Stuttgart statt.
  • Auch für Privatpersonen: Die Börse Stuttgart stellt getrennte Anmeldeformulare für Arbeitgeber und für Privatpersonen bereit.

Für wen sich das rechnet: Für Angestellte, deren Arbeitgeber die Kosten trägt und die den Gesamtüberblick brauchen. Wer nur den Zulassungsnachweis benötigt und ohnehin bei einem Handelsteilnehmer arbeitet, kommt mit dem kostenlosen Fragenkatalog und 200 Euro Prüfungsgebühr ans selbe Ziel.

Börsenhändler-Diplom der Wiener Börse

In Österreich läuft der Weg über die Wiener Börse. Sie bietet gemeinsam mit dem WIFI Management Forum den Diplom-Lehrgang „Börsenhändler/in – Kassamarkt” an. Der Abschluss lautet „geprüfte/r Börsenhändler/in” beziehungsweise „Xetra-Händler/in”.

  • Eine Woche Intensivunterricht: Der Lehrgang 2026 läuft vom 12. bis 17. Oktober, Montag bis Samstag jeweils von 9 bis 17 Uhr, im WIFI Wien.
  • Kosten 2.200 €: Darin enthalten sind das User-Training und die Prüfungsgebühr. Das ist das vollständigste Paket der hier verglichenen Angebote.
  • Zwei Prüfungstermine zur Auswahl: Die schriftliche Diplomprüfung findet am 6. oder 13. November 2026 statt, jeweils von 10 bis 12:30 Uhr.

Der Preisunterschied zu Stuttgart ist bemerkenswert. Wien verlangt rund 550 Euro weniger und rechnet die Prüfungsgebühr bereits ein. Wer den Lehrgang ohnehin selbst zahlt und flexibel ist, sollte diesen Vergleich rechnen, bevor er in Stuttgart bucht.

Was aus den Lehrgängen der Deutschen Börse geworden ist

Die Deutsche Börse bot jahrelang eigene Zertifikatslehrgänge an. Über die Capital Markets Academy liefen die Programme „Zertifizierter Börsenhändler Kassamarkt” und „Zertifizierter Derivatehändler”, jeweils als fünftägiges Seminar. Dazu kamen das Intensivstudium „Capital Market Products and Portfolio Management” und das Kompaktstudium „Quantitative Investment Analysis”, beide zusammen mit der EBS Finanzakademie.

Diese Angebote sind über ihre alten Adressen nicht mehr erreichbar. Die Domain der Academy liefert nur noch eine Fehlerseite, archivierte Unterseiten sind bereits seit 2025 tot. Die Domain der EBS Finanzakademie leitet heute auf eine völlig andere Website weiter. Im Weiterbildungsprogramm der EBS Executive School tauchen die beiden Studiengänge nicht mehr auf.

Auf den Handelsseiten der Deutschen Börse steht heute etwas anderes. Dort geht es nur noch um die Prüfung selbst, den Fragenkatalog, die Simulation und das kostenpflichtige Systemtraining. Einen Vorbereitungslehrgang bietet die Deutsche Börse dort nicht mehr an. Wer einen Lehrgang sucht, findet ihn heute in Stuttgart oder Wien.

Wichtig für die Einordnung: Preise wie „2.950 € für den Zertifikatslehrgang” kursieren noch in vielen älteren Quellen, auch in früheren Fassungen dieses Artikels. Sie beziehen sich auf ein Angebot, das über seine damaligen Kanäle nicht mehr buchbar ist. Verlass dich bei Preisen ausschließlich auf die Seite des Anbieters, bei dem du buchen willst.

Kostenlose Formate gibt es auch direkt vom Handelsplatz: Online-Seminare, Trader Stammtisch und Börsentage laufen über die Angebote der Börse Stuttgart.

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Zertifikate für Technische Analysten: CFTe, MFTA und CMT

Hier verlassen wir die Börsenzulassung und landen bei Berufsverbänden. Diese Titel berechtigen zu nichts. Sie sind Nachweise gegenüber Arbeitgebern und Kunden, dass jemand die Technische Analyse systematisch gelernt hat.

Certified Financial Technician (CFTe)

Der CFTe kommt von der International Federation of Technical Analysts. Er läuft in zwei Stufen. Stufe I ist ein Multiple-Choice-Test mit 120 Fragen, von denen 74 richtig sein müssen, und wird ganzjährig über Pearson VUE abgenommen. In Stufe II schreiben die Kandidaten eine eigene Analyse und beantworten Vertiefungsfragen; sie findet zweimal jährlich statt, üblicherweise im April und Oktober.

Inhaltlich ist das solides Handwerkszeug. Abgedeckt werden Dow-Theorie, Trends, Oszillatoren und Indikatoren, Volumen und Open Interest, die Elliott-Wave-Theorie, Zeitzyklen und Candlestick-Formationen. Die Kosten liegen laut der Schweizer IFTA-Mitgliedsgesellschaft SAMT bei 550 $ für Stufe I und 850 $ für Stufe II, für Nichtmitglieder jeweils 300 Dollar mehr.

Master of Financial Technical Analysis (MFTA)

Der MFTA setzt auf dem CFTe auf und ist der höchste Titel der IFTA. Statt einer Prüfung steht eine Forschungsarbeit zwischen 3.000 und 5.000 Wörtern an, die akademischen Maßstäben genügen und eine eigene Methodik vorstellen muss. Die Gebühr beträgt 950 $ für Mitglieder und 1.200 Dollar für Nichtmitglieder.

Ohne CFTe geht es nur über einen von drei Umwegen: ein CMT-Abschluss plus drei Jahre Berufserfahrung als Technischer Analyst, ein CFA oder MBA plus fünf Jahre Erfahrung, oder schlicht acht Jahre Erfahrung als Technischer Analyst.

Chartered Market Technician (CMT)

Der CMT ist das amerikanische Gegenstück zum CFTe. Er kommt von der CMT Association, die bis 2017 Market Technicians Association hieß; die Mitglieder beschlossen die Umbenennung im Juli 2017. Vergeben wird der Titel über drei Level, geprüft wird zweimal im Jahr im Juni und Dezember.

Inhaltlich reicht der CMT weiter als der CFTe. Neben der Technischen Analyse stehen quantitative Methoden, Risikomanagement, Behavioral Finance, Portfoliomanagement und ein eigener Ethik-Teil auf dem Lehrplan. Level II umfasst 170 Fragen, von denen 150 in die Wertung gehen.

Die Preise hängen stark vom Anmeldezeitpunkt ab. Für den Prüfungszyklus Dezember 2026 kostet Level I laut der Anmeldeseite der CMT Association in der Frühbuchung 875 $, regulär 1.075 $ und in der Nachfrist 1.475 $. Curriculum und der Zugang zur Analysesoftware Optuma sind im Preis enthalten.

Meine Einschätzung zu allen dreien: Das sind Ausbildungen zum Analysten, nicht zum Trader. Analysten schreiben Meinungen auf, Trader tragen Risiko. Die Inhalte des CFTe stehen weitgehend in zwei, drei guten Büchern und im Netz. Wer sie für die eigene Praxis lernen will, braucht dafür kein Zertifikat. Wer damit in eine Research-Abteilung will, schon.

Zertifikate für Analysten und Quants: CFA, CIIA, CFE und CFM

Chartered Financial Analyst (CFA)

Der CFA ist der international anerkannteste Abschluss dieser Liste. Er wird vom CFA Institute vergeben, läuft über drei Level im Selbststudium und verlangt zusätzlich mehrere Jahre einschlägige Berufserfahrung. Der Aufwand liegt bei rund 900 Stunden Lernzeit.

Bei den Kosten hat sich einiges getan. Die einmalige Anmeldegebühr von 350 Dollar ist seit dem 29. April 2025 entfallen. Für die Prüfungen ab 2026 nennt das CFA Institute eine Gesamtspanne von 3.520 bis 4.570 $ für alle drei Level, je nachdem ob früh oder regulär angemeldet wird.

Die Durchfallquoten sind der eigentliche Filter. Pro Level scheitert regelmäßig etwa die Hälfte der Kandidaten. Genau daraus zieht der Titel seine Reputation: Er beweist Durchhaltevermögen und eine breite Wissensbasis, nicht Handelserfolg.

Certified International Investment Analyst (CIIA)

Der CIIA ist die europäische Alternative und wird in Deutschland von der DVFA angeboten. Das Programm dauert acht Monate und gliedert sich in vier Prüfungen: Foundation 1, Foundation 2, ein nationales Examen und das Final Exam. Vor der Abschlussprüfung steht ein dreieinhalbtägiger Crashkurs mit Fallstudien.

Es gibt drei Lernformen. Die Präsenzvariante umfasst 28 Tage Unterricht im DVFA Center in Frankfurt, die Blended-Variante 14,5 Präsenztage plus Online-Anteil, die Online-Variante läuft vollständig digital. Die Preise starten laut DVFA bei 11.781 € inklusive Mehrwertsteuer.

Die Online-Variante ist staatlich zugelassener Fernunterricht. In der Datenbank der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht steht sie unter der Zulassungsnummer 7295715 mit einer Lehrgangsgebühr von 12.376 €, zahlbar in vier Raten, bei rund 516 Stunden Selbstlernzeit.

Ein zweites Beispiel aus dem Trading-Bereich trägt die Nummer 7417522. Unter ihr steht der Volumentrading-Lehrgang der Mr. Volume Academy in derselben Datenbank. Der Abschluss ist dort eine institutsinterne Prüfung, kein Kammer- oder Verbandszertifikat. Der Unterschied zu den Börsenabschlüssen oben ist damit erheblich.

Mein Eindruck bleibt unverändert: Der CIIA ist im deutschsprachigen Raum gut vernetzt, kostet aber ein Vielfaches des CFA und wird international deutlich schwächer anerkannt. Wer die Wahl hat und die englische Prüfungssprache nicht scheut, nimmt den CFA.

Certified Financial Engineer (CFE) und Certified Financial Modeler (CFM)

Beide Programme laufen heute beim European Institute of Quantitative Finance in Nürtingen. Das Institut ist aus dem Deutschen Institut für Corporate Finance hervorgegangen, dessen alte Domain heute auf das EIQF weiterleitet. Auch die frühere CFE-Adresse zeigt inzwischen dorthin.

Der Aufbau hat sich dabei geändert. Der CFE besteht heute aus zwei Modulen zu Derivaten und Risikomanagement, der CFM aus zwei Modulen zu integrierter Planung sowie Unternehmensbewertung und Portfoliomanagement. Beide sind als Selbststudium in rund vier Monaten zu schaffen.

Klausuren gibt es nicht mehr. Stattdessen erstellen die Teilnehmer eigene Modelle und präsentieren sie. Beide Programme kosten 3.995 € netto, also 4.754,05 Euro brutto. Studierende zahlen 1.495 € brutto, mit ECTS-Anrechnung 1.795 Euro. Die Zertifikate sind über die Systemakkreditierung der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt akkreditiert.

Für wen das taugt: Für Studierende und Berufseinsteiger, die in Richtung Financial Engineering oder Corporate Finance wollen, ist der Studentenpreis fair. Zum Vollpreis konkurrieren die Programme mit einem halben Masterstudium, und diesen Vergleich gewinnen sie nicht.

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Zertifizierungen im US-Wertpapierhandel: SIE und Series

In den USA ist die Lizenzierung strenger geregelt als in Europa. Wer dort im Wertpapiergeschäft arbeitet, braucht eine Registrierung bei der Financial Industry Regulatory Authority. Die zugehörigen Prüfungen heißen Series und tragen Nummern.

Zum 1. Oktober 2018 hat die FINRA das gesamte System umgebaut. Seitdem gibt es eine gemeinsame Grundlagenprüfung, die Securities Industry Essentials, kurz SIE. Sie testet allgemeines Branchenwissen, das früher in jeder einzelnen Series doppelt abgefragt wurde. Darauf setzt dann die jeweilige Fachprüfung auf.

Die Securities Industry Essentials sind die Grundlagenprüfung der US-Finanzaufsicht FINRA und die einzige Prüfung dieser Reihe, die ohne Anstellung bei einer Mitgliedsfirma abgelegt werden kann.

Die SIE ist der einzige frei zugängliche Einstieg

  • Keine Arbeitgeberbindung nötig: Die SIE kann jeder ablegen, auch ohne Anstellung bei einer FINRA-Mitgliedsfirma. Das unterscheidet sie von allen anderen Series-Prüfungen.
  • 75 Fragen in 1:45 Stunden: Zum Bestehen ist ein Ergebnis von 70 nötig. Die Prüfungsgebühr beträgt 100 $.
  • Sie allein berechtigt zu nichts: Erst zusammen mit einer bestandenen Fachprüfung und der Anbindung an eine Mitgliedsfirma entsteht eine Registrierung.

Die wichtigsten Fachprüfungen im Überblick

PrüfungWofürGebühr
SIEGrundlagenprüfung für alle100 $
Series 3Futures und Optionen auf Rohstoffe140 $
Series 7Allgemeine Wertpapierlizenz395 $
Series 24Führungsfunktion im Wertpapiergeschäft235 $
Series 57Aktiver Handel (Securities Trader)105 $

Die Series 7 ist die klassische Broker-Lizenz. Sie heißt offiziell General Securities Representative Qualification Examination, umfasst 125 gewertete Fragen in 3:45 Stunden und verlangt ein Ergebnis von 72. Voraussetzung sind die SIE und ein Sponsoring durch eine Mitgliedsfirma.

Für aktive Händler ist die Series 57 die relevante Prüfung. Der Securities Trader Representative Exam umfasst 50 gewertete Fragen in 1:45 Stunden, Bestehensgrenze 70, Gebühr 105 Dollar. Auch hier ist die SIE Pflicht.

Die Series 3 fällt aus der Reihe. Sie gehört zur National Futures Association und wird von der FINRA nur abgenommen. Sie umfasst 120 gewertete Fragen in zweieinhalb Stunden, verlangt 70 Prozent in jedem der beiden Teile und kommt ohne Voraussetzungen aus. Inhaltlich geht es um Warenterminkontrakte, Hedging und Margin-Anforderungen.

Diese Series gibt es nicht mehr

Hier stehen in vielen deutschsprachigen Quellen bis heute falsche Angaben. Die Series 55 (Equity Trader) und die Series 56 (Proprietary Trader) wurden zum 4. Januar 2016 durch die Series 57 ersetzt. Beide Registrierungskategorien existieren seitdem nicht mehr.

Der zweite Schnitt kam mit der Umstellung 2018. Zum 1. Oktober 2018 strich die FINRA die Prüfungen Series 11, 17, 37, 38, 42, 62 und 72. Damit entfielen unter anderem die Kategorien Options Representative, Corporate Securities Representative und Government Securities Representative. Wer nach der Series 42 für Optionshändler sucht, sucht nach einer Prüfung, die es seit acht Jahren nicht mehr gibt.

Für deutsche Trader ist das ohnehin akademisch. Keine dieser Lizenzen ist nötig, um von Deutschland aus US-Aktien oder CBOE-Optionen zu handeln. Sie regeln, wer im Auftrag Dritter tätig werden darf. Wie der eigene Handel steuerlich behandelt wird, steht in unserem Artikel zu Steuern im Trading.

Weitere Abschlüsse im Finanzbereich

Neben den ausführlich behandelten Titeln gibt es eine ganze Reihe weiterer Abschlüsse. Sie zielen überwiegend auf Beratung, Risikomanagement und Vermögensverwaltung, nicht auf den Handel.

  • Certified Financial Planner (CFP): Ganzheitliche Finanzplanung für Privatkunden, in Deutschland vergeben über das FPSB Deutschland.
  • Financial Risk Manager (FRM): Der Standard im Risikocontrolling von Banken, vergeben von der Global Association of Risk Professionals.
  • Professional Risk Manager (PRM): Das Konkurrenzprogramm der Professional Risk Managers International Association.
  • Chartered Alternative Investment Analyst (CAIA): Spezialisiert auf alternative Anlagen wie Private Equity, Hedgefonds und Rohstoffe.
  • European Financial Advisor (EFA): Europäischer Standard für die Anlageberatung, in Deutschland ebenfalls über das FPSB.

Für den Handel selbst ist keiner dieser Titel gedacht. Sie sind Karrierebausteine in Banken, Versicherungen und Vermögensverwaltungen. Wer sie mit einer Trading-Ausbildung verwechselt, kauft das falsche Produkt.

Was diese Abschlüsse bringen und was nicht

Nach über vier Jahrzehnten am Markt und vielen Gesprächen mit Absolventen fällt meine Bilanz gemischt aus. Es kommt vollständig darauf an, welches Ziel jemand verfolgt.

Vorteile einer Zertifizierung im Börsenbereich

  • Zugang zum Beruf: Ohne bestandene Börsenhändlerprüfung gibt es keine Zulassung. An diesem Punkt ist der Abschluss nicht nützlich, sondern zwingend.
  • Struktur beim Lernen: Ein Curriculum zwingt dazu, auch die unbequemen Themen anzufassen. Wer allein lernt, überspringt Statistik und Regulierung fast immer.
  • Signal an Arbeitgeber: CFA und CMT sind international bekannt und öffnen Türen in Research und Portfoliomanagement.
  • Netzwerk: Verbandsmitgliedschaften bringen Kontakte, Fachveranstaltungen und Zugang zu Fachliteratur, die sonst Geld kostet.
  • Kostenlose Vorbereitung möglich: Bei FWB und Eurex stehen die kompletten Fragenkataloge samt Lösungen öffentlich im Netz.

Nachteile und Grenzen dieser Abschlüsse

  • Kein Handelsvorteil: Keine dieser Prüfungen behandelt Positionsgrößen, Verlustbegrenzung oder den Umgang mit Fehltrades. Genau daran scheitern Trader.
  • Hoher Preis für wenig Substanz: Bei mehreren Programmen zahlst du vierstellig für Inhalte, die in zwei Fachbüchern stehen. Der CFTe ist dafür das deutlichste Beispiel.
  • Angebote verschwinden: Die Lehrgänge der Capital Markets Academy sind über ihre alten Adressen nicht mehr erreichbar. Wer nach alten Empfehlungen sucht, läuft ins Leere.
  • Titel altern: Die Series 55 und 56 stehen bis heute in unzähligen Ratgebern, obwohl es sie seit 2016 nicht mehr gibt.
  • Falsche Erwartung: „Zertifizierter Derivatehändler” klingt nach Derivate-Kompetenz, prüft aber nur ein Regelwerk.

Fazit: Zulassung ja, Trading-Vorteil nein

Für den Beruf sind diese Abschlüsse der Eintritt, für das eigene Depot sind sie ein teurer Umweg. Diese Trennlinie zieht sich durch alle hier behandelten Programme, und sie ist der einzige Maßstab, der bei der Auswahl hilft.

Wer bei einem Handelsteilnehmer arbeitet, hat die günstigste Variante ohnehin schon vor der Nase. Fragenkatalog herunterladen, Simulation durchspielen, 200 Euro Prüfungsgebühr zahlen. Ein fünftägiger Lehrgang für 2.750 Euro ist dann kein Muss, sondern Komfort.

Von den Analysten-Titeln überzeugt mich nach wie vor nur der CFA. Er ist der einzige, bei dem Aufwand, Anerkennung und Preis in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Der CIIA kostet ein Vielfaches bei geringerer internationaler Reichweite. Beim CFTe und beim CMT zahlst du vor allem für die Urkunde.

Und der Punkt, der sich in vierzig Jahren nicht geändert hat: Ich habe noch keinen Trader getroffen, der wegen eines Zertifikats profitabel geworden wäre. Was tatsächlich trägt, sind ein schriftlicher Trading-Plan, sauber geführte Aufzeichnungen und die Bereitschaft, aus den eigenen Verlusten zu lernen. Ein guter Startpunkt dafür ist unser Leitfaden zum Traden lernen — er kostet nichts und behandelt genau die Themen, die in keiner dieser Prüfungen vorkommen.

Häufige Fragen zur Börsenhändler-Ausbildung

Wie wird man Börsenhändler?

Börsenhändler wird man durch eine Zulassung, die eine Börse auf Antrag erteilt. Den Antrag stellt der Arbeitgeber, der selbst als Handelsteilnehmer zugelassen sein muss. Verlangt werden Zuverlässigkeit, eine bestandene Börsenhändlerprüfung und ein Nachweis praktischer Erfahrung, etwa über das Systemtraining der Börse.

Wie hoch sind die Kosten für die Ausbildung zum Börsenhändler?

Die reine Prüfungsgebühr an der Frankfurter Wertpapierbörse beträgt 200 Euro. Ein freiwilliger Vorbereitungslehrgang kostet zusätzlich: bei der Börse Stuttgart 2.750 Euro zzgl. MwSt., bei der Wiener Börse 2.200 Euro inklusive Prüfungsgebühr.

Kann man die Börsenhändlerprüfung als Privatperson ablegen?

An der Eurex nicht: Dort darf nur antreten, wer sich bereits im Zulassungsverfahren befindet und damit bei einem zugelassenen Unternehmen beschäftigt ist. Die Börse Stuttgart stellt dagegen ein eigenes Anmeldeformular für Privatpersonen bereit. Eine Handelsberechtigung entsteht daraus allerdings nicht.

Wie schwer ist die Börsenhändlerprüfung?

Sie ist gut zu schaffen, weil der komplette Fragenkatalog vorab veröffentlicht wird. Die FWB-Prüfung umfasst 50 Fragen in 30 Minuten, die Eurex-Prüfung 35 Fragen in 20 Minuten. Zum Bestehen sind jeweils 75 Prozent der Punkte nötig. Dazu kommt eine kostenlose Prüfungssimulation.

Was ist der Unterschied zwischen Börsenhändler und Trader?

Ein Börsenhändler handelt im Auftrag eines zugelassenen Unternehmens an einer bestimmten Börse und braucht dafür eine Zulassung. Ein Trader handelt auf eigene Rechnung über einen Broker und braucht keine. Die Börsenhändlerprüfung vermittelt entsprechend keine Handelsstrategie.

Welche Zertifizierung lohnt sich für Trader?

Für das eigene Trading keine. Alle hier behandelten Abschlüsse prüfen Regelwerke, Theorie oder Analysemethoden, aber nicht Positionsgrößen, Verlustbegrenzung oder Psychologie. Wer eine Karriere im Research anstrebt, ist mit dem CFA am besten bedient.

Gibt es die Series 55 und Series 56 noch?

Nein. Beide wurden zum 4. Januar 2016 durch die Series 57 (Securities Trader) ersetzt. Zum 1. Oktober 2018 strich die FINRA zusätzlich die Prüfungen Series 11, 17, 37, 38, 42, 62 und 72 und führte die SIE-Grundlagenprüfung ein.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer von Kagels Trading. Er handelt seit 1978 diskretionär nach Price Action und arbeitet überwiegend in Devisen und Indizes.

In über vier Jahrzehnten hat er den Wandel vom Parketthandel zum vollelektronischen Orderbuch aus nächster Nähe verfolgt. Aus dieser Zeit stammt seine Distanz zu formalen Abschlüssen: Er hat gesehen, wie viele Träger großer Titel an denselben Marktphasen gescheitert sind wie alle anderen.

Für diesen Artikel wurden sämtliche Angaben bei den Anbietern selbst nachgeschlagen. Prüfungsformate und Gebühren stammen aus den Fragenkatalogen und der Gebührenordnung der Deutschen Börse, die Lehrgangsdaten von den Seiten der Börse Stuttgart und der Wiener Börse, die Zertifikatskosten von den Institutionen und aus der Datenbank der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer fachlich geprüft.

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