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Die wichtigsten Finanzexperten: wer sie sind und woran du einen seriösen erkennst

Zuletzt aktualisiert: 14. September 2026

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15 Min

Christian Möhrer

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Christian Möhrer

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Wer im Netz nach einem Finanzexperten sucht, bekommt drei völlig verschiedene Dinge angeboten. Ganz vorn stehen Vermittler, die Verträge verkaufen, gleich daneben Kreuzworträtsel-Hilfen – und irgendwo dazwischen die Menschen, die tatsächlich Wissen über Märkte weitergeben. Wer diesen Unterschied nicht kennt, landet schnell in einem Verkaufsgespräch statt bei einer Einschätzung.

Dieser Artikel stellt die bekanntesten Finanzexperten im deutschsprachigen Raum vor. Er nennt die Kriterien, an denen sich Seriosität festmachen lässt, sagt bei jedem Namen dazu, wovon diese Person lebt, und ordnet auch die Figuren ein, bei denen wir deutliche Vorbehalte haben. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Finanzexperten: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Kein geschützter Titel: „Finanzexperte“ darf sich in Deutschland jeder nennen – es gibt keine Prüfung und keine Aufsicht dafür.
  • Der entscheidende Unterschied: Ein Finanzberater lebt vom Verkauf von Verträgen, ein Finanzexperte von Reichweite und Bildungsangeboten.
  • Bekannteste Namen: Thomas Kehl, Saidi Sulilatu, Hermann-Josef Tenhagen, Gerd Kommer und Robert Halver.
  • Woran du Seriosität erkennst: offengelegtes Geschäftsmodell, belegbare Qualifikation und klar benannte Fachgrenzen.
  • Wichtigste Veränderung 2026: Warren Buffett gab die Berkshire-Führung zum 1. Januar 2026 an Greg Abel ab.
  • Vorsicht bei: Renditeversprechen, Preisen erst nach Anmeldung und Experten, die für jedes Thema eine Lösung haben.
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Was ist ein Finanzexperte?

Ein Finanzexperte ist eine Person, die berufsmäßig Wissen über Geldanlage, Märkte oder Finanzplanung erarbeitet und öffentlich weitergibt – als Journalist, Analyst, Autor, Fondsmanager oder Ausbilder. Die Bezeichnung ist in Deutschland nicht geschützt: Es gibt weder eine Prüfung noch eine Kammer oder eine Aufsichtsbehörde, die den Titel vergibt oder wieder entzieht.

Genau daraus entsteht das Problem, das diesen Artikel nötig macht. Wer eine Anlageberatung anbietet oder Finanzprodukte vermittelt, braucht eine Erlaubnis und steht unter Aufsicht. Wer dagegen ein Buch schreibt, einen YouTube-Kanal betreibt oder Seminare gibt, braucht davon nichts. Beide Gruppen treten in der Suche unter demselben Wort auf.

Der Begriff wird außerdem in mehreren Bedeutungen benutzt. In den Medien meint er meist einen Kommentator, der Marktlagen einordnet. In Stellenanzeigen bezeichnet er einen Fachmann für Rechnungswesen oder Treasury. Und in Kreuzworträtseln lautet die gesuchte Lösung schlicht Bankier oder Anlageberater. Dieser Artikel behandelt die erste Bedeutung.

Finanzexperte, Finanzberater oder Finanzcoach

Ein Finanzberater lebt vom Abschluss. Er vermittelt Versicherungen, Fonds oder Baufinanzierungen und wird dafür über Provisionen oder ein Honorar bezahlt. Das ist ein regulärer Beruf mit Erlaubnispflicht nach der Gewerbeordnung. Wichtig für dich: Seine Empfehlung hängt bei Provisionsberatung davon ab, was er verkaufen kann.

Ein Finanzcoach verkauft Ausbildung. Sein Produkt ist ein Kurs, ein Mentoring oder eine Mitgliedschaft, und sein Einkommen hängt an der Zahl der Teilnehmer, nicht am Ergebnis der Teilnehmer. Diese Angebote stehen in der Regel unter keiner Finanzaufsicht – zuständig ist meist nur das Gewerbeamt.

Ein Finanzexperte im hier gemeinten Sinn lebt von Reichweite. Seine Währung sind Leser, Zuschauer und Abonnenten, verdient wird über Werbung, Bücher, Abos oder eigene Fonds. Er schuldet dir keine auf dich zugeschnittene Empfehlung, sondern eine nachvollziehbare Einordnung. Das ist weniger, als viele erwarten – und genau deshalb der Punkt, an dem die meisten Enttäuschungen entstehen.

Was zeichnet einen seriösen Finanzexperten aus?

Weil der Titel niemandem gehört, musst du selbst prüfen. Vier Fragen reichen dafür in den meisten Fällen: Wovon lebt diese Person? Welche Qualifikation ist belegt? Wo sagt sie selbst, dass ihr Wissen endet? Und macht sie Ergebnisse nachprüfbar oder nur Ankündigungen?

Die Datengrundlage verrät viel über die Arbeitsweise. Wer institutionelle Quellen wie das Bloomberg Terminal nutzt, arbeitet mit einer anderen Informationstiefe als jemand, der sich auf frei verfügbare Kursseiten stützt. Das ist kein Qualitätsbeweis, aber ein Hinweis auf den Aufwand, der hinter einer Analyse steckt.

Ein gut vernetzter Spezialist

Niemand deckt die gesamte Finanzwelt ab. Steuerrecht, Immobilienbewertung, Derivate und Altersvorsorge sind eigene Fachgebiete, und wer in allen vieren gleich sicher auftritt, überschätzt sich oder verkauft dir etwas. Ein verlässlicher Experte benennt seine Grenze und verweist dort weiter.

Ein Netzwerk ist deshalb ein Qualitätsmerkmal, keine Floskel. Wer bei einer Steuerfrage an einen Steuerberater abgibt, statt selbst zu antworten, arbeitet sauberer als jemand, der jede Frage im eigenen Haus beantwortet. Achte darauf, ob solche Verweise konkret sind oder nur behauptet werden.

Solide Fachkenntnisse mit Belegen

Belegbar heißt nachprüfbar, nicht beeindruckend. Ein Studienabschluss, eine Berufsstation mit Jahreszahl, ein Buch bei einem echten Verlag oder eine veröffentlichte Historie lassen sich gegenlesen. Formulierungen wie „jahrelange Erfahrung an den internationalen Märkten“ lassen sich das nicht – sie klingen nur so.

Das Geschäftsmodell gehört offen auf den Tisch. Ob jemand von Werbung, von Abogebühren, von Kursverkäufen oder von Provisionen lebt, entscheidet mit, was er dir empfiehlt. Seriöse Anbieter schreiben das hin. Wer es verschweigt, hat dafür meist einen Grund.

Jeder Experte hat eine eigene Zielgruppe. Manche legen den Fokus auf ETFs, andere auf Immobilien, wieder andere auf kurzfristigen Handel. Welcher zu dir passt, hängt an deiner Risikobereitschaft, deinem Vermögen und deiner Zeit – nicht daran, wer die größte Online-Präsenz hat.

Wer Aktien selbst prüfen will, braucht Kennzahlen statt Meinungen. Für fundierte Analysen ohne eigenen Datenbank-Aufwand eignet sich das Analyse-Tool InvestingPro.

Lesetipp: Greator Finanzakademie: Kosten, Kritik und die ZFU-Frage

Die wichtigsten Finanzexperten auf unserer Webseite

Die folgende Auswahl versammelt die Namen, zu denen wir einen eigenen Bericht veröffentlicht haben. Sie ist bewusst gemischt: Neben Journalisten und Analysten stehen dort auch Anbieter, die wir kritisch sehen. Bei jedem Namen steht dabei, wovon die Person lebt.

Christoph Heuermann von Staatenlos.ch

Christoph Heuermann berät zu Wohnsitzverlagerung und internationaler Steuergestaltung. Sein Thema ist damit ein anderes als bei den meisten Namen hier: Es geht nicht um Geldanlage, sondern um Standortwahl. Was das praktisch bedeutet und wo die Grenzen liegen, steht in unserem Bericht zu Staatenlos.ch.

DeltaValue

DeltaValue ist kein Einzelkopf, sondern ein Ausbildungsanbieter für Optionsstrategien. Der Schwerpunkt liegt auf dem Verkauf von Optionen auf US-Aktien. Wir haben Inhalte, Preise und Versprechen im DeltaValue-Erfahrungsbericht geprüft.

Finanzexperte Thomas Kehl

Thomas Kehl ist Mitgründer von Finanzfluss, einem der reichweitenstärksten Finanzkanäle im deutschsprachigen Raum. Er studierte an der Frankfurt School of Finance and Management und der ESCP Europe und arbeitete danach als Investmentbanker in Paris. Kehl richtet sich an Einsteiger und vertritt einen betont passiven Ansatz. Verdient wird über Werbung, Affiliate-Links und den kostenpflichtigen Finanzfluss Campus.

Finanztip: Hermann-Josef Tenhagen und Saidi Sulilatu

Bei Finanztip hat 2026 ein Wechsel an der Spitze stattgefunden. Gründungs-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen ist zum Januar 2026 in die neu geschaffene Rolle des Herausgebers gewechselt und verantwortet dort die redaktionellen Standards. Die Chefredaktion liegt seither allein bei Saidi Sulilatu, der sie seit 2023 gemeinsam mit Tenhagen geführt hatte und als Gesicht des Ratgebers auf YouTube bekannt ist.

Finanztip ist dabei nicht mit Finanzfluss zu verwechseln. Beide Angebote werden im Netz regelmäßig durcheinandergebracht, auch von KI-Antworten. Finanzfluss geht auf Thomas Kehl zurück, Finanztip auf Tenhagen; hinter Finanztip steht eine gemeinnützige Stiftung, die sich über Provisionen finanziert und ihre Erträge nach eigenen Angaben in die Redaktion zurückführt. Was Finanztip verdient, wie das Portal bewertet wird und wo seine Grenzen liegen, steht in unserem Testbericht zu Finanztip.

Wall-Street-Beobachter Tim Schäfer

Aus New York berichtet Tim Schäfer über die Wall Street. Er fällt in dieser Runde dadurch auf, dass er kein Produkt verkauft und sein Depot vollständig offenlegt, statt nur über fremde Aktien zu schreiben. Mehr dazu in unserem Porträt von Tim Schäfer.

Finanzexpertin Madame Moneypenny

Natascha Wegelin richtet sich als Madame Moneypenny gezielt an Frauen. Sie ist seit 2015 unter diesem Namen aktiv, nachdem sie nach eigener Darstellung selbst Verluste durch eine unpassende Beratung erlitten hatte. Ihr Geschäft besteht aus Mentoring-Programmen und einer großen Community – also aus Ausbildung, nicht aus Vermögensverwaltung. Kritik und Kosten haben wir im Bericht zu Madame Moneypenny geprüft.

Investmentpunk Gerald Hörhan

Gerald Hörhan tritt als Investmentpunk auf und kommt aus dem Immobiliengeschäft. Der Österreicher studierte Mathematik in Harvard und arbeitete als Investmentbanker in den USA, bevor er sich selbstständig machte. Sein Wissen vermarktet Hörhan über die kostenpflichtige Investmentpunk Academy; sein Stil ist bewusst zugespitzt, was man beim Zuhören mitdenken sollte.

Finanzlegende Warren Buffett

Warren Buffett hat die operative Führung von Berkshire Hathaway zum 1. Januar 2026 an Greg Abel abgegeben. Nach rund fünf Jahrzehnten an der Spitze bleibt der Investor dem Konzern als nicht-exekutiver Verwaltungsratsvorsitzender und größter Einzelaktionär erhalten. Sein Vermögen wird je nach Quelle auf rund 140 bis 150 Milliarden US-Dollar geschätzt. Für Anleger ist er weniger wegen einzelner Aktien interessant als wegen seiner über Jahrzehnte gleich gebliebenen Auswahlkriterien.

Finanzexperte Robert Halver

Robert Halver ist einer der meistzitierten Kapitalmarktkommentatoren Deutschlands. Er leitet die Kapitalmarktanalyse der Baader Bank und tritt regelmäßig im Fernsehen, in Podcasts und auf Anlegermessen auf. Wichtig zur Einordnung: Halver spricht für ein Bankhaus, seine Kommentare sind Marktmeinung und keine unabhängige Beratung.

Wall Street-Journalist Markus Koch

Markus Koch berichtet seit Jahrzehnten als Journalist von der Wall Street. Seine täglichen Videoformate erreichen ein großes Publikum; 2019 zeichnete ihn der Deutsche Derivate Verband als Journalist des Jahres aus. Koch ordnet das US-Marktgeschehen ein und gibt keine Einzelempfehlungen – das macht ihn für den täglichen Überblick brauchbar und für Kaufentscheidungen ungeeignet.

Finanzexperte Florian Homm

Florian Homm ist der umstrittenste Name dieser Liste. Der Hedgefondsmanager verschwand 2007 aus seiner Gesellschaft Absolute Capital Management, Anleger verloren dreistellige Millionenbeträge. Die US-Justiz erhob Anklage wegen Wertpapierbetrugs, 2013 wurde Homm in Italien festgenommen und 2014 aus der Auslieferungshaft entlassen. Heute lebt er in Deutschland und veröffentlicht Bücher und Marktkommentare. Er steht hier, weil er bekannt ist, nicht weil wir ihn empfehlen.

ETF-Finanzexperte Gerd Kommer

Gerd Kommer ist die bekannteste deutsche Stimme für passives Investieren. Sein Buch „Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs“ erschien erstmals 2002 und gehört zu den meistverkauften Anlagebüchern des Landes. Wichtig für die Einordnung: Kommer betreibt heute eine eigene Vermögensverwaltung und einen eigenen ETF – er schreibt also nicht mehr nur über den Markt, sondern verkauft ein Produkt darin.

Finanzexperte Bodo Schäfer

Bodo Schäfer gehört zu den bekanntesten Namen der deutschen Finanzratgeber-Szene. Sein Buch „Der Weg zur finanziellen Freiheit“ erschien 1998 und prägte eine ganze Generation von Lesern. Was dieses Ziel heute in Zahlen bedeutet, zeigt unser Ratgeber zum Kapitalbedarf für finanzielle Freiheit. Sein heutiges Geschäft besteht aus Seminaren und Coachingprogrammen – also aus Ausbildung, nicht aus Vermögensverwaltung. Was das kostet und was drinsteckt, steht in unserem Erfahrungsbericht.

PJ Müller

Die PJM Investment Akademie wurde 2015 von Philipp J. Müller gegründet. Sie bezeichnet sich selbst als eine der führenden Finanzakademien Europas – eine Eigenangabe, die sich von außen nicht prüfen lässt. Das Angebot besteht aus kostenpflichtigen Ausbildungsprogrammen; unsere Einordnung dazu steht im Bericht zur PJM Investment Akademie.

Der Vorreiter Kostolany

André Kostolany war der erste Finanzexperte im heutigen Sinn. Der 1999 verstorbene Spekulant und Schriftsteller machte Börsenwissen mit Anekdoten und Bildern populär, lange bevor es dafür Kanäle gab. Seine Werke sind Klassiker, seine Aussagen zu Kursen aber zeitgebunden: Kostolany liest man wegen der Haltung, nicht wegen der Zahlen.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Experten, wie z.B. Robert Kiyosaki, Gunter Burgbacher, Thomas Polach und Anthony Robbins. Letzterer ist ein international tätiger Motivationstrainer, der sich auch auf das Thema Finanzen bezieht. In der folgenden Liste findest du noch weitere deutsche und international tätige Finanzexperten:

Neu dazugekommen ist unser Bericht zu Balthasar Becker. Der Macro-Investor steht hinter dem BMV-Report und der Pure Alpha Gruppe; was das Angebot kostet und was es liefert, steht in unseren Erfahrungen mit Balthasar Becker.

FinMent Börsenwebinar

Nicht mehr aktiv, aber lange prägend war der Finanzwesir. Albert Warnecke gehörte zu den ersten deutschen Finanzbloggern und schrieb konsequent werbefrei über langfristiges Anlegen. Was aus dem Finanzwesir und seinem Blog geworden ist, liest du in unserem Erfahrungsbericht.

Das geht gar nicht: Ausschlusskriterien bei Finanzexperten

Manche Signale sind so eindeutig, dass sich jede weitere Prüfung erübrigt. Sie haben nichts mit Sympathie zu tun und auch nichts mit der Höhe des Preises – es sind handwerkliche Mindeststandards. Wer sie reißt, verdient dein Geld nicht, egal wie überzeugend der Auftritt ist.

  • Renditeversprechen: Konkrete Prozentzahlen für die Zukunft kann niemand seriös nennen.
  • Preis erst nach Anmeldung: Wer den Preis hinter einem Beratungsgespräch versteckt, verkauft über Druck.
  • Kein Impressum oder ein Briefkasten im Ausland: Dann weißt du im Streitfall nicht, an wen du dich wendest.
  • Zeitdruck: Countdown, „nur heute“ und begrenzte Plätze sind Verkaufstechnik, kein Angebot.
  • Keine Fachgrenze: Wer Aktien, Immobilien, Krypto und Steuern gleich sicher beherrscht, beherrscht nichts davon.
  • Unbelegte Erfolgsbilanz: Screenshots von Gewinnen ohne prüfbare Historie sagen nichts aus.

Fachsprache ohne Übersetzung ist das unauffälligste Warnsignal. Anlage- und Versicherungsjargon dient oft dazu, Nachfragen zu verhindern. Ein guter Experte erklärt jeden Begriff, den er benutzt; wenn du nach einer Erklärung dumm dastehst statt schlauer, liegt das nicht an dir.

Auch Reichweite selbst kann in die Irre führen. Wer online sichtbar sein will, muss sich vermarkten – und zugespitzte Thesen verkaufen sich besser als abgewogene. Ein Crash-Prophet bekommt mehr Klicks als jemand, der zum Abwarten rät. Große Bekanntheit ist deshalb kein Qualitätsbeleg, sondern erst einmal nur ein Beleg für gutes Marketing.

Diese Kriterien gelten genauso für ganze Portale. Ein Anbieter, dessen Preise erst nach der Anmeldung sichtbar werden, fällt durch: nachzulesen in unserem Test von Finanztrends.de. Und der Experte muss zu deiner Situation passen – wer in fünf Jahren Immobilien besitzen will, braucht einen anderen Ratgeber als jemand, der monatlich in ETFs spart.

Blind folgen ist genauso falsch wie blind widersprechen. Das zeigt der bekannteste TV-Börsenexperte der USA: Wer die Tipps von Jim Cramer einfach umdrehte, verlor Geld, wie unsere Auswertung zur Inverse-Cramer-Wette belegt.

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Fazit: Der Titel sagt nichts, das Geschäftsmodell alles

„Finanzexperte“ ist keine Qualifikation, sondern eine Selbstbeschreibung. Weil den Begriff niemand vergibt, kann ihn auch niemand entziehen. Die nützliche Frage lautet deshalb nicht, ob jemand Experte ist, sondern wovon er lebt und was davon überprüfbar ist.

Die Namen in diesem Artikel decken sehr verschiedene Rollen ab. Journalisten wie Markus Koch und Tim Schäfer berichten, Analysten wie Robert Halver ordnen ein, Autoren wie Gerd Kommer erklären eine Methode, und ein Teil der Liste verkauft Ausbildung. Diese Rollen sind nicht gegeneinander aufzurechnen – man sollte nur wissen, welche man gerade vor sich hat.

Kein Experte nimmt dir die eigene Entscheidung ab. Wer ein Depot führt, trägt das Risiko selbst, auch wenn die Idee von jemand anderem stammt. Fremde Einschätzungen sind dafür da, die eigene zu prüfen – nicht, sie zu ersetzen.

Am besten fährst du mit zwei bis drei Stimmen, die sich widersprechen dürfen. Eine einzige Quelle führt fast zwangsläufig in deren blinden Fleck. Wer einen Optimisten und einen Skeptiker nebeneinander liest, bekommt die Bandbreite zu sehen – und die ist näher an der Wirklichkeit als jede einzelne Prognose.

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Häufige Fragen zu Finanzexperten

Wer ist der bekannteste Finanzexperte Deutschlands?

Eine amtliche Rangliste gibt es nicht. Gemessen an Reichweite gehören Thomas Kehl (Finanzfluss), Saidi Sulilatu (Finanztip) und Hermann-Josef Tenhagen zu den meistgesehenen Stimmen für Privatanleger. Bei Kapitalmarkt-Kommentaren in klassischen Medien tritt Robert Halver besonders häufig auf, für ETF-Anleger ist Gerd Kommer die bekannteste Referenz.

Ist Finanzexperte ein geschützter Beruf?

Nein. Anders als Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer ist die Bezeichnung nicht geschützt: Es gibt keine Prüfung, keine Kammer und keine Aufsicht dafür. Erlaubnispflichtig sind nur bestimmte Tätigkeiten, etwa die Anlageberatung oder die Vermittlung von Finanzprodukten. Wer nur schreibt, analysiert oder unterrichtet, braucht keine Zulassung.

Was ist der Unterschied zwischen einem Finanzexperten und einem Finanzberater?

Der Finanzberater vermittelt Verträge und verdient an Provisionen oder Honoraren; er unterliegt einer Erlaubnispflicht. Ein Finanzexperte im redaktionellen Sinn verdient an Reichweite, Büchern oder Abos und gibt allgemeine Einordnungen statt persönlicher Empfehlungen. Wer eine auf sich zugeschnittene Beratung braucht, ist beim Berater richtig.

Wer ist Saidi von Finanztip?

Saidi Sulilatu ist Journalist und seit 2018 das Gesicht von Finanztip auf YouTube. Seit 2023 war er gemeinsam mit Hermann-Josef Tenhagen Chefredakteur, seit dem Wechsel Anfang 2026 führt er die Redaktion allein. Tenhagen ist in die neu geschaffene Rolle des Herausgebers gewechselt.

Woran erkenne ich einen unseriösen Finanzexperten?

Die deutlichsten Signale sind konkrete Renditeversprechen, ein Preis, der erst nach einem Beratungsgespräch genannt wird, künstlicher Zeitdruck und ein fehlendes oder ausländisches Impressum. Dazu kommt der Anspruch, jedes Fachgebiet gleich gut zu beherrschen. Seriöse Anbieter legen offen, wovon sie leben, und benennen ihre Grenzen.

Braucht man als Privatanleger überhaupt einen Finanzexperten?

Zwingend nicht. Für einen breit gestreuten ETF-Sparplan reichen öffentlich verfügbare Informationen aus. Nützlich werden fremde Einschätzungen, wenn es komplexer wird – etwa bei größeren Summen, Steuerfragen oder Ruhestandsplanung. Auch dann ersetzt keine Meinung die eigene Entscheidung.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer von Kagels Trading und handelt seit 1978 an den Finanzmärkten. Er arbeitet diskretionär nach Price Action, also ohne mechanisches Handelssystem, und ist in Forex, Aktienindizes, Rohstoffen und Zinsmärkten aktiv.

Ende der 1980er-Jahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte dessen zehn Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Für diesen Artikel hat er jeden vorgestellten Namen daraufhin geprüft, wovon die Person tatsächlich lebt. Dabei fiel auf, dass der Wechsel an der Finanztip-Spitze Anfang 2026 in den meisten Beiträgen zum Thema fehlt und dass Warren Buffett die operative Führung von Berkshire Hathaway längst abgegeben hat. Aus über vier Jahrzehnten Marktpraxis kennt er den Unterschied zwischen einer belegten Einordnung und einem gut vorgetragenen Versprechen.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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