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Online Trading Campus Erfahrungen: Was der Kurs von Bernd Skorupinski kostet und wie seriös er ist

Zuletzt aktualisiert: 02. September 2026

|

20 Min

Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

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Wer sich für Online Trading Campus interessiert, stößt schnell auf ein Problem: Der Anbieter nennt an keiner Stelle einen Preis. Weder auf der Startseite noch auf den Produktseiten, nicht einmal auf den eigenen Bestellseiten. Stattdessen endete jeder von uns geprüfte Weg in einem Verkaufsgespräch, das der Anbieter „Intro Call“ nennt. Für eine Kaufentscheidung im vierstelligen Bereich ist das eine ungewöhnliche Ausgangslage.

Für diesen Bericht haben wir 14 Bestellseiten einzeln geprüft, dazu die deutsche und die englische Seite des Anbieters ausgewertet, die vollständigen Geschäftsbedingungen gelesen und die Plattform der zugehörigen Prop-Firma Campus Fund untersucht. Wir waren selbst kein zahlender Kunde: Was hier steht, stützt sich auf öffentlich einsehbare Quellen, auf Kundenbewertungen und auf die Dokumente des Anbieters. Wo Zahlen aus zweiter Hand stammen, sagen wir das dazu. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Online Trading Campus in 30 Sekunden

Kein öffentlicher Preis: Wir haben 14 Bestellseiten des Anbieters geprüft. Keine einzige nennt einen Betrag. Alle Wege enden im Verkaufsgespräch.

Vier Produktstufen: Die Geschäftsbedingungen nennen Undergrad, Blueprint, Professional und Mastery. Die Startseite bewirbt nur zwei davon.

Firmensitz dreifach angegeben: Der Footer nennt Wyoming, das eigene Trustpilot-Profil die Vereinigten Arabischen Emirate, Google Maps ein Büro in Dubai.

Campus Fund arbeitet mit fiktivem Kapital: Im Disclaimer der Prop-Firma steht wörtlich: „Funds provided to the user are fictitious.“ Das Handelskapital ist simuliert.

Recht von Wyoming: Laut Artikel 18 der Geschäftsbedingungen gilt US-Recht, Gerichtsstand ist Wyoming. Artikel 10.2: „All sales are final and non-refundable.“

Kein Impressum auf der deutschen Seite: Weder /impressum noch /datenschutz existieren. Die Firmenangabe steht nur als Fließtext im Footer.

Trustpilot 4,7 aus 918 Bewertungen bei 94 Prozent Fünf-Sterne-Anteil. Trustpilot vermerkt zugleich: Das Unternehmen hat keine negative Bewertung beantwortet.

Was ist Online Trading Campus?

Online Trading Campus ist ein englischsprachiger Anbieter von Trading-Ausbildung, den Bernd Skorupinski 2017 gegründet hat. Der Anbieter verkauft Kurse, tägliche Live-Handelssitzungen und Mentoring. Die Teilnahme setzt ein vorheriges Bewerbungsgespräch voraus, einen öffentlichen Preis nennt der Anbieter nicht.

Betreiber ist laut Geschäftsbedingungen die Online Trading Campus LLC, eine Gesellschaft nach dem Recht des US-Bundesstaats Wyoming. Als Sitz ist 30 N Gould St Ste R, Sheridan, WY 82801 eingetragen, dazu die Company ID 2023-001234491. Bei dieser Adresse in Sheridan handelt es sich um eine Sammeladresse eines Registrierungsdienstleisters. Das Internationale Konsortium Investigativer Journalisten hat sie im Rahmen seiner Recherchen zu Briefkastenfirmen dokumentiert, weil dort eine sehr große Zahl von Gesellschaften gemeldet ist. Das ist für sich genommen kein Vorwurf und in Wyoming ein verbreitetes Vorgehen. Es heißt nur: Dort sitzt kein Trading-Campus.

Auffällig ist, dass derselbe Anbieter seinen Sitz an drei Stellen unterschiedlich angibt. Der Footer beider Websites nennt Wyoming. Das von Online Trading Campus selbst gepflegte Trustpilot-Profil führt als Kontaktland die Vereinigten Arabischen Emirate. Googles Unternehmenseintrag verzeichnet ein Büro im Gebäude The Opus in Dubai, entworfen von Zaha Hadid, mit einer Telefonnummer der Vorwahl +971. Alle drei Angaben stammen vom Anbieter selbst.

Der Markt für das Angebot liegt überwiegend im deutschsprachigen Raum, obwohl Kurse und Community auf Englisch laufen. In Deutschland wird der Name Bernd Skorupinski rund 480-mal im Monat gesucht, in den USA nur 140-mal. Für „online trading campus“ lauten die Werte 170 gegen 70. Dazu passt, dass es eine deutsche Schwesterseite unter onlinetradingcampus.de gibt.

Steckbrief Online Trading Campus

MerkmalAngabe
AnbieterOnline Trading Campus LLC
Sitz laut GeschäftsbedingungenSheridan, Wyoming, USA
Sitz laut eigenem Trustpilot-ProfilVereinigte Arabische Emirate
Company ID2023-001234491
Gegründet2017 (laut eigener Angabe)
GründerBernd Skorupinski
ProduktstufenUndergrad, Blueprint, Professional, Mastery
KursspracheEnglisch (deutsche Verkaufsseite vorhanden)
Preisöffentlich nicht ausgewiesen
KaufwegBewerbung und Verkaufsgespräch
Anwendbares RechtWyoming, USA (Art. 18.1 der AGB)
Erstattungausgeschlossen (Art. 10.2 der AGB)
ZFU-Zulassungnicht vorhanden
Trustpilot4,7 aus 918 Bewertungen (Stand 01.09.2026)

Was kostet Online Trading Campus?

Das ist die meistgestellte Frage zu diesem Anbieter, und sie hat eine unbefriedigende Antwort: Online Trading Campus veröffentlicht keinen Preis. Wir haben das nicht überflogen, sondern systematisch geprüft.

Die Startseite schreibt bei beiden beworbenen Stufen „By Application“ statt eines Betrags. Der Button „Get Started“ führt auf ein Formular mit der Überschrift „Book your free, personal trading strategy call today“. Auch dort steht keine Zahl.

Ergiebiger ist die Sitemap der deutschen Seite. Sie listet öffentlich zugängliche Bestellseiten, die über die Navigation gar nicht erreichbar sind, darunter /checkout/professional/acquisition, /checkout/mastery/3-installments und /checkout/indicators/lifetime-access. Wer einen Preis sucht, würde ihn dort erwarten. Wir haben alle 14 dieser Seiten einzeln aufgerufen. Keine einzige nennt einen Betrag, und keine trägt einen Kaufbutton.

Vier der Professional-Bestellseiten sind nicht einmal fertig gebaut. Sie zeigen den unveränderten Platzhaltertext der verwendeten Website-Vorlage: „Online Trading Campus product title“, darunter „This is the first benefit“, „This is the second benefit“. Die Seiten sind öffentlich erreichbar und in der Sitemap eingetragen.

Die Mastery-Bestellseite ist dagegen ausgearbeitet und nennt immerhin den Leistungsumfang: Laufzeit sechs Monate, wöchentliches Einzel-Mentoring, Zugang zur Kursbibliothek samt hauseigener TradingView-Indikatoren, dazu die „Möglichkeit zur Bewerbung auf Fremdkapital von bis zu 360.000 USD über CampusFund“. Ein Preis fehlt auch hier.

Online Trading Campus Ablauf: fünf Stationen vom Intro Call bis zum Handelskonto bei Campus Fund
Der Weg vom Erstgespräch bis zum Konto bei Campus Fund. An drei der fünf Stationen nennt der Anbieter keinen Preis. Stand: 01.09.2026.

Welche Beträge kursieren

Zahlen findet man nur außerhalb der Anbieterseiten, und sie sind entsprechend vorsichtig zu behandeln. Im BabyPips-Forum berichten Nutzer von Beträgen über 10.000 US-Dollar für Kurs und Indikatoren, andere nennen rund 5.000 US-Dollar für den Einstieg. Das sind Nutzerangaben aus einem Diskussionsforum, keine Anbieterangaben, und wir können sie nicht überprüfen. Sie taugen als Größenordnung, nicht als Preis.

Wichtiger als die Zahl ist, was die Preisintransparenz für den Kaufprozess bedeutet. Wer den Preis erst im Gespräch erfährt, kann nicht in Ruhe vergleichen. Er sitzt bereits einem Verkäufer gegenüber, hat Zeit investiert und ist damit in einer schwächeren Verhandlungsposition. Bei anderen Anbietern im Prop- und Ausbildungsbereich ist das anders gelöst: Unser Testbericht zu Take Profit Trader etwa konnte die Kosten direkt aus der Preisliste des Anbieters übernehmen.

Ein Detail aus den Geschäftsbedingungen gehört dazu. Artikel 10.1 stellt klar, dass Preise Steuern, Abgaben und Gebühren der Zahlungsdienstleister nicht enthalten und dass der Kunde diese zusätzlich trägt. Wer im Gespräch eine Zahl hört, sollte also nachfragen, ob die Mehrwertsteuer darin enthalten ist.

Die vier Produktstufen von Undergrad bis Mastery

Die Startseite bewirbt zwei Mitgliedschaften, Professional und Mastery. Das ist unvollständig. Artikel 5.1 der Geschäftsbedingungen nennt vier getrennt verkaufte Produkte: Undergrad, Blueprint, Professional und Mastery. Die Sitemap bestätigt das und führt zusätzlich eine Junior-Mastery-Variante sowie ein separat verkauftes Indikatoren-Paket.

Der Unterschied zwischen den Stufen ist nicht nur der Umfang, sondern die Zugangsdauer, und der Punkt wird auf den Marketingseiten nirgends erwähnt:

  • Undergrad und Blueprint sind laut Artikel 5.2 (a) dauerhaft zugänglich, allerdings nur für den Kernlehrplan zum Kaufzeitpunkt und nur so lange, wie die Online Trading Campus LLC als Gesellschaft aktiv ist.
  • Professional und Mastery sind laut Artikel 5.2 (b) zeitlich befristet. Nach Ablauf der Laufzeit kann der Anbieter den Zugang verlängern, muss es aber nicht. Geschieht es nicht, wird der Zugang entzogen.
  • Alles außerhalb des Lehrplans ist laut Artikel 5.3 grundsätzlich nicht dauerhaft. Live-Streams, Gruppensitzungen und Mentoring kann der Anbieter jederzeit ändern oder einstellen.
  • Der Discord-Zugang gilt nach Artikel 11.5 als freiwillige Zusatzleistung und kann jederzeit entzogen werden. Bei Missbrauch ist ein dauerhafter Ausschluss ohne Erstattung vorgesehen.

Für die Kaufentscheidung heißt das: Wer Mastery bucht, kauft ein Sechs-Monats-Produkt, keinen dauerhaften Zugang. Artikel 5.5 sagt ausdrücklich, dass zeitlich befristete Produkte automatisch auslaufen und der Zugangsverlust ohne Erstattung erfolgt.

Campus Fund: Was hinter dem Finanzierungsversprechen steckt

Das eigentliche Verkaufsargument ist nicht der Kurs, sondern das, was danach kommt. Beide Mitgliedschaften enthalten laut Startseite „an exclusive invitation to get funded by Campus Fund“, bei Mastery zusätzlich einen Skalierungsplan Richtung eine Million US-Dollar Handelskapital.

Campus Fund ist eine Prop-Firma, die Bernd Skorupinski gegründet hat und die Handelskonten ohne vorgeschaltete Prüfung vergibt. Zugang bekommen ausschließlich Teilnehmer von Online Trading Campus. Das Handelskapital ist nach Angabe des Anbieters simuliert und nicht real.

Die Firma dahinter heißt Campus Platform LLC und tritt unter dem Handelsnamen Campus Fund auf. Der Hauptsitz liegt laut eigener Angabe in Dubai, die eingetragene Firmenadresse dagegen im Arthur Evelyn Building, 5 Main Street, Charlestown, auf der Karibikinsel Nevis. Auf seinem Trustpilot-Profil betont Online Trading Campus, beide Firmen seien „two separate entities with their own individual teams“. Personell und im Vertrieb sind sie es nicht: Derselbe Gründer steht hinter beiden, und die Einladungen zur Finanzierung vergibt laut Campus Fund ausschließlich Online Trading Campus.

Das Kapital ist simuliert

Der wichtigste Satz zu Campus Fund steht ganz unten im Disclaimer der Startseite, in kleiner Schrift, und lautet wörtlich: „Funds provided to the user are fictitious to ensure sustainability of the model.“ Das Kapital ist fiktiv.

Im selben Absatz heißt es weiter, Campus Fund sei kein Broker, nehme keine Kundeneinlagen entgegen und leite keine Orders an eine Börse weiter. Die einzigen realen finanziellen Folgen bestünden in Auszahlungen und in Kontokäufen.

Das ist keine Besonderheit dieses Anbieters. Nahezu alle Prop-Firmen arbeiten mit simulierten Konten, und wir haben das in unserem Bericht zu Apex Trader Funding ebenso beschrieben. Wer aber die Werbesprache liest, muss diesen Satz kennen: „Instant Funding“ klingt nach echtem Kapital, das jemand zur Verfügung stellt. Tatsächlich handelt der Nutzer in einer Simulation, und der Anbieter zahlt einen vertraglich vereinbarten Anteil des dort erzielten rechnerischen Gewinns aus.

Die Konditionen im Überblick

StufeKontogrößeGewinnanteil
Novice$45.00070 %
Apprentice$90.00075 %
Junior$180.00080 %
Senior$360.00085 %
Veteran$720.00090 %
Master$1.035.00090 %

Zwei Angaben gehören zu jeder Zeile dazu. Die maximale Verlustgrenze liegt durchgehend bei rund 4,4 Prozent der Kontogröße, also bei $2.000 für Novice und bei $46.000 für Master. Und die beiden oberen Stufen, Veteran und Master, gibt es nur auf Einladung. Bewerben kann man sich ausschließlich für die vier unteren.

Der Hebel beträgt auf allen Stufen 1:10 für Forex, Indizes, Rohstoffe und Metalle. Die Kommission liegt bei 0,007 US-Dollar je Aktie mit einem Minimum von 1,25 US-Dollar je Order, auf Forex, Indizes und Rohstoffe kommt 1 Pip Aufschlag auf den Spread. Auszahlungen sind laut Anbieter kostenlos.

Bemerkenswert ist die Regelliste, denn sie ist ungewöhnlich kurz: keine Prüfungsphase, keine Zeitlimits, keine Gewinnziele, kein Tagesverlustlimit und kein vorgeschriebener Handelsstil. Übrig bleibt die maximale Verlustgrenze aus der Tabelle. Für Trader, die an starren Tagesverlustregeln anderer Anbieter scheitern, ist das ein echter Unterschied.

Der Preis dieser Konten ist allerdings ebenfalls nicht ausgewiesen. Die Finanzierungsseite spricht von einer „one-time payment“, ohne einen Betrag zu nennen. Der Branchendienst TradeInformer beschrieb den Ablauf im Mai 2025 so, dass Trader sich erst bewerben müssen, bevor sie ein Konto kaufen können. Damit zieht sich das Muster durch: Auch hier erfährt man den Preis erst im Gespräch.

Ein Widerspruch auf der eigenen Startseite

Die Überschrift von Campus Fund verspricht „Instant Funding. Up to $50,000“. Wenige Bildschirmseiten darunter steht im selben Dokument „Access up to $360k instantly with scaling options to $1m+“, und die Finanzierungsseite listet Konten bis 1.035.000 US-Dollar. Beide Angaben standen am 01.09.2026 gleichzeitig live. Welche gilt, sagt der Anbieter nicht.

Wie der Gründer selbst über Prop-Firmen spricht

Die WirtschaftsWoche hat sich im März 2025 mit dem Geschäftsmodell von Prop-Firmen befasst, der Beitrag von Melanie Bergermann, Kilian Kirchgeßner und Florian Weyand wurde mit dem Deutschen Journalistenpreis 2025 ausgezeichnet. Skorupinski kommt darin als einer der wenigen Trader zu Wort, die nachweislich Auszahlungen erhalten haben. Seine Sätze über die Branche sind deutlich: „Wenn jemand mit Mitte 20 erzählt, dass er über Plattformen wie FTMO ein regelmäßiges Einkommen erzielt, dann lügt er.“ Das System sei „vergleichbar mit einem Casino“, und weiter: „Die Betreiber sind nicht deine Freunde. Sie wollen keine Talente finden.“

Zwei Monate nach diesem Beitrag startete er mit Campus Fund seine eigene Prop-Firma. Diesen Widerspruch muss man nicht als Vorwurf lesen, denn Campus Fund beantwortet ihn selbst: Die Firma argumentiert, sie löse den von ihm kritisierten Interessenkonflikt anders, indem sie auf Prüfungen und Zeitlimits verzichtet und ihr Geld nicht mit Prüfungsgebühren verdient, sondern mit der Auswertung der Handelsdaten ihrer Nutzer. Wörtlich heißt es dort: „your trades become our edge“. Ob dieses Modell für den einzelnen Trader besser ist, lässt sich von außen nicht beurteilen. Wissen sollte man beides.

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Ist Online Trading Campus seriös?

Die Frage lässt sich nicht mit einem Etikett beantworten, aber mit fünf überprüfbaren Punkten.

Keine Finanzaufsicht ist zuständig. Online Trading Campus ist Bildungsanbieter, kein Wertpapierdienstleister. Artikel 19.1 der Geschäftsbedingungen lässt den Kunden sogar ausdrücklich versichern, dass er sich nicht in einem Land befindet, in dem das Angebot als regulierte Finanzdienstleistung gelten würde. Für den Leser heißt das: Im Streitfall gibt es keine Aufsichtsbehörde, an die er sich wenden kann. Das ist bei Trading-Ausbildern der Normalfall und kein Alarmzeichen, es gehört aber gewusst.

Keine ZFU-Zulassung. Die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht führt derzeit 805 zugelassene Anbieter. Online Trading Campus ist nicht darunter. Das ist bei einem US-Anbieter erwartbar. Für deutsche Interessenten ist der Punkt trotzdem relevant, weil der Bundesgerichtshof am 12.06.2025 (III ZR 109/24) entschieden hat, dass ein Online-Mentoring ohne die nach dem Fernunterrichtsschutzgesetz nötige Zulassung nichtig sein kann. Ob das Gesetz auf ein konkretes Angebot anwendbar ist, hängt vom Einzelfall ab und wird von Gerichten entschieden. Wir bewerten das nicht juristisch.

Kein Impressum auf der deutschen Seite. Wir haben die üblichen Adressen geprüft: /impressum, /datenschutz und /agb liefern auf onlinetradingcampus.de jeweils eine Fehlerseite. Im Footer sind genau zwei Rechtslinks hinterlegt, einer davon führt auf die englischen Geschäftsbedingungen. Die Firmenangabe steht ausschließlich als Fließtext im Footer, ohne Vertretungsberechtigten und ohne Kontaktdaten außer einer E-Mail-Adresse.

Der Gründer arbeitete für die Firmen, die er empfahl. Skorupinski war nach Angaben von TradeInformer ein großer Introducing Broker für mehrere Prop-Firmen, vor allem für FTMO. Ein Introducing Broker vermittelt Kunden und wird dafür am Umsatz beteiligt. Wer gleichzeitig als erfolgreichster Trader einer Plattform auftritt und Kunden dorthin vermittelt, hat einen Interessenkonflikt. Das ist branchenüblich und wird auch von Skorupinski nicht bestritten, auf den Verkaufsseiten wird es aber nicht offengelegt.

Der zentrale Erfolgs-Claim ist nicht unabhängig prüfbar. Auf YouTube und Instagram führt Skorupinski die Zeile „FTMO ALL TIME RECORD HOLDER“ sowie einen „Third-Party VERIFIED Track Record ($2M A-Book)“. FTMO betreibt eine laufende Bestenliste, veröffentlicht aber keine historische Allzeit-Rangliste, in der sich ein solcher Rekord nachschlagen ließe. Eine Bestätigung durch FTMO selbst haben wir nicht gefunden. In einem Reddit-Thread aus dem Jahr 2025 fragen Nutzer genau danach und berichten, sie fänden den Namen in keiner Rangliste. Der Beitrag der WirtschaftsWoche bestätigt allerdings, dass er mehrfach Auszahlungen von FTMO erhalten hat. Belegt ist damit: Er wurde ausgezahlt. Nicht belegt ist die Rekord-Behauptung.

Was in den Geschäftsbedingungen steht

Die Geschäftsbedingungen mit Stand 23.09.2025 sind die aufschlussreichste Quelle zu diesem Anbieter, und sie sind nur auf Englisch verfügbar. Fünf Punkte sind für eine Kaufentscheidung wichtig.

Es gilt US-Recht. Artikel 18.1 stellt den Vertrag unter das Recht des Bundesstaats Wyoming. Artikel 18.2 legt den ausschließlichen Gerichtsstand auf die Gerichte in Wyoming fest und schließt ein Schiedsverfahren aus. Ob eine solche Klausel gegenüber Verbrauchern mit Wohnsitz in der EU durchsetzbar ist, ist eine Rechtsfrage, die wir nicht bewerten. Für die Praxis zählt: Der Anbieter geht davon aus.

Es gibt keine Erstattung. Artikel 10.2 lautet: „All sales are final and non-refundable upon signing/confirmation.“ Eine Ausnahme sieht Artikel 10.3 nur vor, wenn zwischen der schriftlichen Leistungsbeschreibung und dem tatsächlich Gelieferten eine wesentliche und nachweisbare Abweichung besteht. Die Erstattung ist dann auf den nicht gelieferten Teil begrenzt, und der Anbieter entscheidet darüber selbst.

Eine Rückbuchung gilt als Vertragsverletzung. Nach Artikel 10.4 darf der Kunde für gelieferte Leistungen kein Chargeback über seine Bank auslösen. Tut er es und die Rückbuchung wird zugunsten des Anbieters aufgehoben, trägt er dessen Kosten, Bearbeitungsgebühren und Anwaltskosten. Bei Ratenzahlung kann der gesamte Restbetrag sofort fällig gestellt werden.

Werbeaussagen sind ausdrücklich nicht Vertragsinhalt. Artikel 19.2 erklärt die Geschäftsbedingungen zur abschließenden Vereinbarung und setzt alle vorherigen Absprachen außer Kraft, ausdrücklich einschließlich „representations in advertisements or informal communications“. Wer im Verkaufsgespräch eine Zusage bekommt, sollte sie sich also schriftlich in den Vertrag schreiben lassen.

Eine Nicht-Verunglimpfungs-Klausel überdauert den Vertrag. Artikel 19.7 zählt auf, welche Pflichten nach Vertragsende weitergelten, und nennt darunter ausdrücklich „non-disparagement“. Artikel 14.2 sieht Schadensersatz vor, wenn eine Vertragsverletzung dem Anbieter finanziellen oder rufschädigenden Schaden zufügt, wobei Verleumdung ausdrücklich genannt wird. Für jemanden, der später eine kritische Bewertung schreiben möchte, ist das eine Klausel, die er vorher gelesen haben sollte.

Dazu kommt eine Selbstbeschreibung, die man dem Anbieter zugutehalten muss. Artikel 3.5 stellt klar, dass Bildung keine Gewinne garantiert, Artikel 3.6 bezeichnet die Live-Handelssitzungen ausdrücklich als demonstrativ. Wer erwartet, hier ein Einkommensversprechen zu finden, findet es nicht.

Bewertungen: Was Trustpilot zeigt und was nicht

Auf Trustpilot steht Online Trading Campus bei 4,7 von 5 aus 918 Bewertungen, davon 265 aus den letzten zwölf Monaten. Die Verteilung: 94 Prozent fünf Sterne, 2 Prozent vier Sterne, jeweils unter einem Prozent drei und zwei Sterne und 3 Prozent ein Stern. Der Wert ist damit hoch, und die Zahl der Stimmen ist für einen Nischenanbieter beachtlich.

Drei Einordnungen gehören dazu, und alle drei stehen auf dem Profil selbst.

Erstens bittet der Anbieter aktiv um Bewertungen, was Trustpilot ausweist. Das ist erlaubt und verbreitet, es erklärt aber, warum die Verteilung so einseitig ausfällt: Wer zufrieden ist und eine Einladung erhält, bewertet. Wer abgesprungen ist, bekommt keine.

Zweitens vermerkt Trustpilot ausdrücklich, das Unternehmen habe keine einzige negative Bewertung beantwortet. Bei 3 Prozent Ein-Stern-Anteil sind das rund 27 unbeantwortete kritische Stimmen.

Drittens misst der Wert, was er misst: Ein Schnitt von 4,7 belegt zufriedene Kursteilnehmer, nicht profitable Trader. Die Bewertungen loben durchweg Betreuung, Community und Struktur der Ausbildung. Das ist ein anderer Maßstab als Handelserfolg, und wir haben in unserem Bericht zu Tradeify dieselbe Unterscheidung machen müssen.

Die kritischen Stimmen findet man außerhalb von Trustpilot. Im BabyPips-Forum läuft ein umfangreicher Thread, in dem Nutzer den Preis für unangemessen halten, die Betreuung durch Mentoren als unzureichend beschreiben und den Inhalt als frei verfügbares Wissen einordnen. Ein Nutzer berichtet, nach 18 Monaten und 5.000 US-Dollar kein Ergebnis erzielt zu haben. Auf Reddit stellen Nutzer in mehreren Threads die Erfolgs-Claims infrage. Diese Vorwürfe sind Nutzerdarstellungen, die wir nicht überprüfen konnten, und sie stehen einer großen Zahl zufriedener Stimmen gegenüber. Für das Gesamtbild gehören sie trotzdem dazu, weil sie in der Trustpilot-Statistik systematisch unterrepräsentiert sind.

Vorteile und Nachteile im Überblick

Was für Online Trading Campus spricht

  • Sehr hohe Zufriedenheit bei den Teilnehmern: 4,7 von 5 aus 918 Bewertungen ist für einen Ausbildungsanbieter ein starker Wert, und 265 Stimmen aus zwölf Monaten zeigen, dass der Betrieb aktiv läuft.
  • Tägliche Live-Sitzungen statt reiner Videokurse: Der Anbieter handelt werktäglich mit den Teilnehmern gemeinsam. Das ist der Unterschied zu einer Kursbibliothek, die man allein durcharbeitet.
  • Erstes Modul kostenlos einsehbar: Wer wissen will, wie unterrichtet wird, kann das vor jedem Gespräch prüfen.
  • Ungewöhnlich schlanke Regeln bei Campus Fund: Kein Tagesverlustlimit, keine Zeitvorgabe, kein Gewinnziel. Wer an den starren Regeln klassischer Prop-Firmen scheitert, findet hier andere Bedingungen.
  • Keine Einkommensversprechen in den Verträgen: Die Geschäftsbedingungen stellen ausdrücklich klar, dass Bildung keine Gewinne garantiert und Live-Sitzungen demonstrativ sind.

Was gegen Online Trading Campus spricht

  • Kein Preis, nirgends: 14 geprüfte Bestellseiten ohne einen einzigen Betrag. Ein Vergleich mit Alternativen ist vor dem Verkaufsgespräch nicht möglich.
  • Vier Bestellseiten sind unfertige Vorlagen mit Platzhaltertext und dennoch öffentlich erreichbar.
  • Erstattung vertraglich ausgeschlossen und eine Rückbuchung als Vertragsverletzung definiert, bei Ratenzahlung mit sofortiger Fälligkeit des Restbetrags.
  • US-Recht und Gerichtsstand Wyoming, dazu keine zuständige Finanzaufsicht und keine ZFU-Zulassung.
  • Kein Impressum und keine Datenschutzerklärung auf der deutschsprachigen Seite, obwohl sie sich an deutsche Interessenten richtet.
  • Drei verschiedene Sitzangaben desselben Anbieters: Wyoming, Vereinigte Arabische Emirate, Dubai.
  • Nicht-Verunglimpfungs-Klausel mit Schadensersatzandrohung, die den Vertrag überdauert.
  • Kurse und Community laufen auf Englisch, obwohl der Hauptmarkt deutschsprachig ist. Der deutsche Discord-Kanal ist laut Bestellseite erst angekündigt.
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Für wen sich das Angebot eignet

Passen kann Online Trading Campus für jemanden, der fließend Englisch versteht, der die tägliche Teilnahme an Live-Sitzungen zeitlich einrichten kann und der eine vierstellige Summe ohne Rückgabemöglichkeit aufbringen will und kann. Wer aus solchen Programmen Nutzen zieht, tut das fast immer über die Betreuung und die tägliche Wiederholung, nicht über das Kursvideo. Genau dort liegt die Stärke des Angebots.

Nicht passen dürfte es für Einsteiger, die erst herausfinden wollen, ob Trading überhaupt zu ihnen passt. Für diese Frage ist der Einsatz zu hoch und unumkehrbar. Ebenso wenig passt es für jemanden, der auf einen deutschsprachigen Ansprechpartner, ein Widerrufsrecht nach deutschem Recht oder einen im Voraus bekannten Preis Wert legt. Wer Trading zunächst ohne diesen Einsatz kennenlernen will, findet in unserem Vergleich der Trading-Ausbildungen Alternativen mit ausgewiesenen Preisen.

Fazit: Ein gut geführtes Programm mit einem intransparenten Kaufprozess

Nach der Auswertung aller öffentlich zugänglichen Quellen bleibt ein zweigeteiltes Bild. Die Ausbildung selbst wird von ihren Teilnehmern auffällig gut bewertet, und die täglichen Live-Sitzungen sind mehr, als die meisten Wettbewerber liefern. Wer dort ankommt und dranbleibt, bekommt offenbar etwas für sein Geld.

Der Weg dorthin ist das Problem. Ein Anbieter, der auf 14 eigenen Bestellseiten keinen einzigen Preis nennt, verlagert die wichtigste Information einer Kaufentscheidung in ein Verkaufsgespräch. Dazu kommen ein vertraglich ausgeschlossenes Rückgaberecht, US-Recht als Vertragsgrundlage und eine deutschsprachige Website ohne Impressum. Jeder dieser Punkte für sich wäre erklärbar. Zusammen ergeben sie ein Gefälle zulasten des Käufers, und zwar genau an der Stelle, an der er die wenigsten Informationen hat.

Unsere Empfehlung ist deshalb kein Ja und kein Nein, sondern eine Reihenfolge: Erst das kostenlose Modul ansehen, dann die englischen Geschäftsbedingungen lesen, dann ins Gespräch gehen. Wer im Gespräch eine Zusage bekommt, sollte auf ihrer schriftlichen Aufnahme in den Vertrag bestehen, denn Artikel 19.2 schließt mündliche Zusagen ausdrücklich aus. Und wer die Summe nur unter Anspannung aufbringen kann, sollte sie hier nicht einsetzen: Ein Rückweg ist vertraglich nicht vorgesehen.

Häufige Fragen zu Online Trading Campus

Nennt Online Trading Campus seine Preise?

Nein. Der Anbieter nennt keinen öffentlichen Preis. Wir haben 14 Bestellseiten geprüft, keine trägt einen Betrag. Der Preis wird erst im Verkaufsgespräch genannt. In Nutzerforen kursieren Beträge von rund 5.000 bis über 10.000 US-Dollar, diese Angaben stammen von Nutzern und sind nicht überprüfbar.

Worauf sollte ich vor dem Kauf achten?

Der Anbieter existiert seit 2017, hat 918 überwiegend positive Trustpilot-Bewertungen und macht in seinen Verträgen keine Gewinnversprechen. Gleichzeitig unterliegt er keiner Finanzaufsicht, hat keine ZFU-Zulassung, führt auf der deutschen Seite kein Impressum und schließt Erstattungen vertraglich aus. Beides gehört in die Abwägung.

Wer ist Bernd Skorupinski?

Skorupinski ist der Gründer von Online Trading Campus und von Campus Fund. Er ist laut WirtschaftsWoche 41 Jahre alt, lebt in Dubai und handelt nach eigenen Angaben seit elf Jahren in Vollzeit. Dass er mehrfach Auszahlungen von FTMO erhalten hat, ist journalistisch bestätigt. Seinen Titel als FTMO-Allzeitrekordhalter konnten wir nicht unabhängig überprüfen, da FTMO keine historische Rangliste veröffentlicht.

Bekomme ich bei Campus Fund echtes Kapital?

Nein. Im Disclaimer von Campus Fund steht wörtlich, die bereitgestellten Mittel seien fiktiv. Gehandelt wird in einer Simulation, ausgezahlt wird ein vereinbarter Anteil des dort rechnerisch erzielten Gewinns. Das entspricht dem Branchenstandard bei Prop-Firmen.

Kann ich Online Trading Campus widerrufen oder mein Geld zurückbekommen?

Nach Artikel 10.2 der Geschäftsbedingungen sind alle Verkäufe endgültig und nicht erstattungsfähig. Eine Ausnahme greift nur bei einer nachweisbaren wesentlichen Abweichung vom Beschriebenen. Zusätzlich untersagt Artikel 10.4 die Rückbuchung über die Bank.

Gibt es die Kurse auf Deutsch?

Es gibt eine deutschsprachige Verkaufsseite, die Kurse und die Community laufen jedoch auf Englisch. Auf der Mastery-Bestellseite ist ein deutscher Discord-Kanal angekündigt, aber noch nicht verfügbar.

Welche Produktstufen gibt es?

Laut Artikel 5.1 der Geschäftsbedingungen vier: Undergrad, Blueprint, Professional und Mastery, dazu eine Junior-Mastery-Variante und ein separates Indikatoren-Paket. Undergrad und Blueprint bleiben dauerhaft zugänglich, Professional und Mastery sind zeitlich befristet und laufen ohne Verlängerung aus.

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