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Trading für Frauen: aktuelle Zahlen, der Einstieg und bekannte Börsenexpertinnen

Zuletzt aktualisiert: 24. August 2026

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16 Min

Christian Möhrer

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Christian Möhrer

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Die Zahl der Frauen mit einem Aktieninvestment ist 2025 so stark gestiegen wie seit Jahren nicht. Das Deutsche Aktieninstitut zählt 5,4 Millionen Anlegerinnen, eine Million mehr als im Vorjahr. Das entspricht einem Zuwachs von 24 Prozent, doppelt so viel wie bei den Männern. Ein Jahr zuvor war die Zahl noch gefallen.

Trotzdem bleibt der Abstand groß. Auf jede Anlegerin kommen weiterhin gut anderthalb männliche Anleger, und beim angelegten Vermögen ist die Lücke noch deutlich größer. Dieser Artikel zeigt dir, was die aktuellen Zahlen wirklich hergeben, welche Hürden Frauen selbst nennen, welche Börsenexpertinnen im deutschsprachigen Raum aktiv sind und wie ein sauberer Einstieg ins Trading aussieht. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Trading für Frauen: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • 5,4 Millionen Frauen in Deutschland hielten 2025 Aktien, Aktienfonds oder ETFs. Das sind 1 Million mehr als 2024 und ein Plus von 24 Prozent (Deutsches Aktieninstitut, Januar 2026).
  • Der Abstand bleibt: 8,7 Millionen Männer stehen 5,4 Millionen Frauen gegenüber. Der Frauenanteil liegt bei rund 38 Prozent.
  • Fehlendes Wissen ist der meistgenannte Grund, nicht fehlender Mut: 30 Prozent der Frauen ohne Wertpapiere sagen „kenne mich nicht genug aus“, 27 Prozent haben kein Geld übrig (Bankenverband, März 2026).
  • Frauen handeln seltener und fahren damit besser. In der Consorsbank-Auswertung lagen Frauendepots in allen fünf Jahren von 2021 bis 2025 vor den Männerdepots, 2022 sogar um 2,5 Prozentpunkte.
  • Das ist kein Geschlechter-Effekt, sondern ein Verhaltens-Effekt. Wer weniger Trades macht, zahlt weniger Gebühren und handelt sich weniger Fehlentscheidungen ein.

Frauen an der Börse: die Zahlen für 2026

Trading für Frauen bezeichnet kein eigenes Handelsverfahren, sondern den Einstieg von Frauen in den aktiven Wertpapierhandel, mit denselben Regeln, Märkten und Risiken wie für alle anderen Marktteilnehmer.

Es gibt keine Order, keinen Chart und keine Kursstellung, die für Frauen anders funktioniert. Unterschiedlich ist die Ausgangslage, nicht die Technik. Deshalb beginnt dieser Artikel mit Daten und nicht mit Klischees.

Trading für Frauen: Traderin analysiert Kurscharts am Bildschirm

Wie viele Frauen investieren in Deutschland?

Das Deutsche Aktieninstitut erhebt die Zahlen jedes Jahr. Für 2025 zählt es 14,1 Millionen Menschen in Deutschland mit Aktien, Aktienfonds oder ETFs. Das ist ein Höchststand und ein Plus von 2 Millionen gegenüber 2024. Rund jeder fünfte Mensch in Deutschland ist damit am Aktienmarkt beteiligt.

Aufgeteilt nach Geschlecht zeigt sich der Sprung deutlich, und ebenso der Rückgang in den beiden Jahren davor:

Trading für Frauen: Entwicklung der Aktienanlegerinnen und Aktienanleger in Deutschland 2021 bis 2025
Die Zahl der Anlegerinnen war 2023 und 2024 rückläufig und stieg 2025 erstmals wieder deutlich. Quelle: Deutsches Aktieninstitut, Aktionärszahlen 2025.

Der Zuwachs bei den Frauen ist der eigentliche Befund dieser Erhebung. Er fiel doppelt so hoch aus wie bei den Männern. Und er kommt nach einem Rückschlag: 2024 war die Zahl der Anlegerinnen noch gesunken, während die der Anleger stieg.

Eine Aktionärin ist eine Frau, die Anteile an einem Unternehmen hält und damit an dessen Gewinn und Wertentwicklung beteiligt ist.

Ein zweiter Datensatz kommt vom Bankenverband. Dessen Umfrage „Female Finance 2026“ befragte 1.303 Personen, davon 824 Frauen. Ergebnis: 31 Prozent der Frauen besitzen Wertpapiere, nach 25 Prozent im Jahr 2024. Bei den Männern sind es 47 Prozent.

Die beiden Quellen messen unterschiedlich. Das Aktieninstitut rechnet Personenzahlen hoch, der Bankenverband fragt nach dem Selbstbericht. Die Richtung ist in beiden Erhebungen dieselbe, die absoluten Werte sind nicht direkt vergleichbar.

Handeln Frauen anders als Männer?

Die Antwort lautet ja, aber anders als oft behauptet. Die bekannteste Untersuchung dazu stammt von Brad Barber und Terrance Odean. Sie werteten die Depots von über 35.000 Haushalten eines US-Discountbrokers zwischen Februar 1991 und Januar 1997 aus.

Zwei Zahlen aus dieser Arbeit werden bis heute zitiert. Männer handelten 45 Prozent häufiger als Frauen. Und ihre Nettorendite lag dadurch um 1,4 Prozentpunkte pro Jahr niedriger. Bei alleinstehenden Männern war der Effekt noch stärker: 67 Prozent mehr Trades, 2,3 Prozentpunkte weniger Rendite.

Overconfidence bezeichnet die Neigung, die eigene Treffsicherheit bei Anlageentscheidungen zu überschätzen und deshalb häufiger zu handeln als nötig.

Genau das ist der Mechanismus. Nicht das Geschlecht erzeugt die bessere Rendite, sondern die geringere Handelsfrequenz. Jeder Trade kostet Gebühren und Spread. Wer öfter umschichtet, muss diese Kosten erst wieder verdienen. Ein Mann, der selten handelt, hat denselben Vorteil.

Aktuelle deutsche Depotdaten zeigen dasselbe Muster. Die Consorsbank wertete rund 1,5 Millionen anonymisierte Depots aus. Frauendepots lagen in jedem der fünf Jahre vorn:

JahrFrauenMänner
2021+17,6 %+17,2 %
2022−18,9 %−21,4 %
2023+13,1 %+12,9 %
2024+14,6 %+13,6 %
2025+12,6 %+11,4 %

Quelle: Consorsbank, Auswertung von rund 1,5 Millionen Depots, Erhebungszeitraum 2021 bis 2025.

Am deutlichsten war der Unterschied im Verlustjahr 2022. Frauendepots verloren 2,5 Prozentpunkte weniger. Das passt zum Bild: Wer in der Panik weniger verkauft, realisiert weniger Verluste.

Ein Punkt gehört zur Ehrlichkeit dazu. Die Renditen sind prozentual besser, das Vermögen ist es nicht. Das durchschnittliche Wertpapiervermögen lag 2025 bei Frauen bei 69.223 Euro und bei Männern bei 109.037 Euro. Eine bessere Prozentzahl auf einem kleineren Depot ergibt am Ende weniger Geld.

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Stärken und Hürden von Anlegerinnen

Die Datenlage erlaubt ein nüchternes Fazit in zwei Richtungen. Die Stärken sind messbar, die Hürden ebenfalls. Beides ist belegt und gehört deshalb nebeneinander.

Was in den Daten für Anlegerinnen spricht

  • Niedrigere Handelsfrequenz: Weniger Trades bedeuten weniger Gebühren und weniger Gelegenheiten für Fehlentscheidungen (Barber und Odean, 2001).
  • Bessere Depotrendite in fünf von fünf Jahren: In der Consorsbank-Auswertung lagen Frauendepots von 2021 bis 2025 durchgehend vorn.
  • Robuster in der Baisse: Im Verlustjahr 2022 fiel das Minus um 2,5 Prozentpunkte geringer aus.
  • Hoher ETF-Anteil: 35,9 Prozent des durchschnittlichen Frauendepots stecken in ETFs, einem breit gestreuten und günstigen Instrument.
  • Starker Zulauf bei den Jüngeren: In der Altersgruppe 18 bis 25 Jahre liegt der Frauenanteil bereits bei 42 Prozent.

Was Anlegerinnen ausbremst

  • Selbst eingeschätzte Wissenslücke: 68 Prozent der Frauen halten ihr Wissen über das Börsengeschehen für gering, bei Männern sind es 39 Prozent.
  • Deutlich kleineres Depotvermögen: 69.223 Euro gegenüber 109.037 Euro im Schnitt.
  • Weniger frei verfügbares Einkommen: Nur 32 Prozent der Frauen legen monatlich mehr als 200 Euro zurück, bei Männern sind es 44 Prozent.
  • Rentenlücke seltener bekannt: 54 Prozent der Frauen wissen nach eigener Angabe, was der Begriff bedeutet, gegenüber 71 Prozent der Männer.
  • Vorsicht kann auch bremsen: Wer aus Unsicherheit gar nicht anfängt, verliert die Zinseszinsjahre, die sich später nicht nachholen lassen.
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Börsenexpertinnen und ihre Erfolge

Im deutschsprachigen Raum gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Frauen, die Finanzwissen öffentlich vermitteln. Die Angebote unterscheiden sich stark. Manche sind reine Bildungsplattformen, andere verkaufen kostenpflichtige Coachings. Wir stellen sie hier vor, ohne sie zu bewerten. Wo wir einen eigenen Erfahrungsbericht haben, ist er verlinkt.

NamePlattformSchwerpunkt
Natascha WegelinMadame MoneypennyFinanzbildung, Community, Bücher
Dr. Carmen MayerMami goes MillionärGeldanlage, kostenpflichtige Ausbildung
Nazila JafariFibonacciCodeTrading-Ausbildung, Charttechnik
Karin RollerBoersen-KnowHowTechnische Analyse, Fibonacci, Ichimoku
Jenny DresselAktien für FrauenAktien und ETFs für Einsteigerinnen
Anne E. ConnellyherMoneyFinanzmagazin, Geldanlage
Regina SchickingerFrauen investierenFinanzbildung zu ETFs und Aktien (Österreich)
Emilia BoldaInvestiere Dich FreiTrading-Programme in Kleingruppen
Karolina DeckerfinmarieAnlageberatung und Vermögensaufbau
Initiativefinanz-heldinnenMagazin, Podcast, Events
Sylvia Kwan und Connie HsiungEllevest (USA)Vermögensverwaltung für Frauen

Madame Moneypenny (Natascha Wegelin)

Natascha Wegelin ist unter dem Namen Madame Moneypenny eine der bekanntesten Stimmen der deutschsprachigen Finanzbildung für Frauen. Sie betreibt einen Blog, einen Podcast und hat mehrere Bücher veröffentlicht. Der Schwerpunkt liegt auf langfristigem Vermögensaufbau und finanzieller Unabhängigkeit, nicht auf kurzfristigem Handel.

Dr. Carmen Mayer

Dr. Carmen Mayer tritt unter der Marke „Mami goes Millionär“ auf und richtet sich an Frauen, die neben Familie und Beruf investieren wollen. Sie verkauft eine kostenpflichtige Ausbildung. Was diese kostet und was sie leistet, haben wir in einem eigenen Erfahrungsbericht zu Dr. Carmen Mayer geprüft.

Nazila Jafari (FibonacciCode)

Nazila Jafari bietet unter dem Namen FibonacciCode eine Trading-Ausbildung mit Schwerpunkt auf Charttechnik an. Die Fibonacci-Werkzeuge, auf die sich der Name bezieht, dienen dazu, mögliche Umkehrpunkte in einer Kursbewegung zu bestimmen. Unsere Einschätzung steht im Test zu FibonacciCode.

Karin Roller (Boersen-KnowHow)

Karin Roller ist technische Analystin und trägt den Titel CFTe, eine internationale Zertifizierung für technische Analyse. Sie hat unter anderem „Trading für Dummies“ geschrieben und arbeitet viel mit Fibonacci und dem Ichimoku-Kinko-Hyo, einem Indikator aus Japan. Ihre Seminare richten sich an alle Interessierten und sind ausdrücklich kein Frauenangebot.

Jenny Dressel (Aktien für Frauen)

Jenny Dressel, Jahrgang 1989, betreibt aus Stuttgart heraus die Plattform „Aktien für Frauen“. Auf Instagram folgen ihr über 30.000 Menschen. Sie ist seit 2017 an der Börse aktiv und kommt ursprünglich aus dem Grafik- und Redaktionsbereich. Ihr Fokus liegt auf Aktien und ETFs für Einsteigerinnen, nicht auf aktivem Trading.

Anne E. Connelly (herMoney)

Anne E. Connelly gründete 2017 das Finanzportal herMoney. Ihre Laufbahn begann 1989 in der Fondsbranche, unter anderem bei Pioneer Investments, heute Amundi, und bei Morningstar. Sie ist außerdem Mitgründerin des Karrierenetzwerks Fondsfrauen. Auf herMoney schreiben überwiegend Finanzjournalistinnen.

Regina Schickinger (Frauen investieren)

Regina Schickinger betreibt von Österreich aus die Plattform „Frauen investieren“. Sie hat ein betriebswirtschaftliches Studium und eine Ausbildung an der Akademie der Wiener Börse absolviert. Ihre Online-Kurse behandeln ETFs und Aktien und richten sich an den gesamten deutschsprachigen Raum.

Emilia Bolda (Investiere Dich Frei)

Emilia Bolda bietet unter „Investiere Dich Frei“ Trading-Programme in Kleingruppen an. Das Angebot heißt „She Trades“ und richtet sich ausdrücklich an Frauen, die Trading als Handwerk lernen wollen. Einen eigenen Erfahrungsbericht haben wir dazu bislang nicht.

finmarie (Karolina Decker)

finmarie wurde 2018 von Karolina Decker in Berlin gegründet und ist ein von der BaFin beaufsichtigtes Unternehmen. Die Plattform verbindet Finanzcoaching mit automatisierten Anlagelösungen und richtet sich an Frauen. Die Schreibweise lautet durchgängig klein.

finanz-heldinnen

finanz-heldinnen ist keine Einzelperson, sondern eine Initiative. Sie wurde Anfang 2018 von Mitarbeiterinnen der Commerzbank-Gruppe gestartet und arbeitet eng mit comdirect zusammen. Beide sind Marken der Commerzbank AG. Zum Angebot gehören ein Online-Magazin, ein Podcast und Veranstaltungen.

Ellevest (USA)

Die US-Plattform Ellevest wurde von Sallie Krawcheck gegründet, der früheren Chefin der Vermögensverwaltung von Merrill Lynch. Hier hat sich zuletzt viel geändert. Krawcheck zog sich im Dezember 2024 aus gesundheitlichen Gründen zurück. Im Februar 2025 gab Ellevest das automatisierte Anlagegeschäft an den Wettbewerber Betterment ab, die Konten wurden im April 2025 übertragen. Geführt wird Ellevest heute von Sylvia Kwan und Connie Hsiung, der Schwerpunkt liegt jetzt auf Vermögensverwaltung und Finanzplanung. Für Anlegerinnen aus dem deutschsprachigen Raum war die Plattform ohnehin nie zugänglich.

Ein Hinweis zur Einordnung: Bekanntheit ist kein Qualitätsmerkmal. Bevor du für ein Coaching oder eine Ausbildung bezahlst, prüfe Preis, Vertragslaufzeit und Kündigungsbedingungen. Eine Übersicht über die Anbieterlandschaft findest du in unserem Beitrag zu den größten Börsenexperten Deutschlands.

Welche Anlagestrategie passt zu Frauen?

Vorweg: Es gibt keine Anlagestrategie, die auf ein Geschlecht zugeschnitten wäre. Was es gibt, sind messbare Unterschiede in dem, was Frauen tatsächlich im Depot halten. Die Consorsbank-Auswertung zeigt für das durchschnittliche Frauendepot 2025 folgende Zusammensetzung: 47,3 Prozent Aktien, 35,9 Prozent ETFs, 11,7 Prozent Fonds und der Rest verteilt auf Anleihen und Zertifikate.

Diversifikation bedeutet, Kapital auf mehrere Wertpapiere, Branchen und Anlageklassen zu verteilen, damit ein einzelner Verlust das Depot nicht bestimmt.

Der hohe ETF-Anteil ist dabei kein Zufall. Ein ETF bildet einen ganzen Index ab und streut damit automatisch über viele Unternehmen. Das senkt das Risiko, dass ein einzelner Wert das Ergebnis ruiniert. Wie sehr sich ein zu enges Depot rächen kann, erklären wir im Beitrag zum Klumpenrisiko. Wer gezielt einzelne Wirtschaftsbereiche abdecken will, findet die Bandbreite in unserer Übersicht zu Branchen-ETFs.

Ein ESG-Investment ist eine Geldanlage, die neben der Rendite auch Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungskriterien berücksichtigt.

Nachhaltige Anlagen werden Frauen häufig pauschal zugeschrieben. Belastbare aktuelle Zahlen für den deutschen Markt, die das eindeutig belegen, liegen uns nicht vor. Wir führen den Punkt deshalb als verbreitete Beobachtung und nicht als gesicherte Statistik.

Für den Einstieg gilt unabhängig vom Geschlecht dieselbe Reihenfolge: erst das Aktiendepot verstehen, dann die Anlageklasse wählen, dann die Größe der einzelnen Position festlegen.

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Hemmschwellen: warum Frauen seltener investieren

Die naheliegende Erklärung wäre Risikoscheu. Die Befragungsdaten sagen etwas anderes. Der Bankenverband hat Frauen ohne Wertpapierbesitz direkt gefragt, warum sie nicht investieren. Der meistgenannte Grund ist fehlendes Wissen, nicht fehlender Mut.

Grund gegen WertpapiereFrauenMänner
Kenne mich nicht genug aus30 %23 %
Habe kein Geld dafür übrig27 %26 %
Ist mir zu unsicher26 %30 %
Schlechte Erfahrungen gemacht5 %7 %
Bringt zu wenig Rendite4 %5 %

Quelle: Bankenverband, Female Finance 2026. Basis: Befragte ohne Aktienbesitz, 567 Frauen und 251 Männer.

Zwei Ergebnisse stechen heraus. Beim Argument „zu unsicher“ liegen die Männer vorn, nicht die Frauen. Die verbreitete Erzählung von der besonders risikoscheuen Anlegerin lässt sich mit dieser Umfrage nicht stützen. Und „kein Geld übrig“ liegt fast gleichauf, obwohl Frauen im Schnitt deutlich weniger frei verfügbares Einkommen haben.

Der eigentliche Unterschied liegt beim Selbstvertrauen ins eigene Wissen. 68 Prozent der Frauen schätzen ihr Wissen über das Börsengeschehen als gering oder sehr gering ein. Bei den Männern sind es 39 Prozent. Dieser Abstand ist die größte einzelne Lücke in der gesamten Erhebung.

Die Rentenlücke ist der Betrag, der zwischen der späteren gesetzlichen Rente und dem im Ruhestand benötigten Einkommen fehlt.

Auch hier zeigt sich der Wissensunterschied. 54 Prozent der Frauen wissen nach eigener Angabe, was mit diesem Begriff gemeint ist, gegenüber 71 Prozent der Männer. Wer die Lücke nicht kennt, plant sie auch nicht ein. Und weil Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten und länger leben, trifft sie das Problem stärker.

Ein positiver Trend gehört dazu: 53 Prozent der Frauen legen inzwischen regelmäßig Geld zurück, vor zwei Jahren waren es 45 Prozent.

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In fünf Schritten als Frau ins Trading starten

Wenn du nicht nur langfristig anlegen, sondern aktiv handeln willst, ist die Reihenfolge entscheidend. Ich sehe seit Jahrzehnten dieselben Fehler, und fast alle entstehen daraus, dass Schritte übersprungen werden.

  1. Grundlagen vor Kapital. Lerne zuerst, wie eine Order funktioniert, was ein Spread ist und wie ein Stop-Loss wirkt. Unser Leitfaden zum Traden lernen führt dich der Reihe nach durch die Begriffe.
  2. Ein Markt, nicht fünf. Konzentriere dich am Anfang auf einen einzigen Markt. Wer gleichzeitig Aktien, Devisen und Rohstoffe beobachtet, lernt in keinem davon die typischen Bewegungsmuster.
  3. Auf dem Demokonto üben. Handle mindestens einige Wochen ohne echtes Geld, bis dein Vorgehen reproduzierbar ist. Eine Übersicht der Anbieter findest du beim Trading Demokonto.
  4. Risiko vor Rendite festlegen. Bestimme vor dem ersten echten Trade, wie viel Prozent deines Kapitals du pro Position riskierst. Die Regeln dazu stehen im Beitrag zum Risikomanagement.
  5. Jeden Trade dokumentieren. Ohne Aufzeichnung wiederholst du Fehler, ohne sie zu bemerken. Wie ein brauchbares Trading Journal aussieht, zeigen wir dir im Detail.

Ein Demokonto ist ein Handelskonto mit virtuellem Geld, auf dem Orders unter realen Kursen ausgeführt werden, ohne dass echtes Kapital im Risiko steht.

Der häufigste Fehler ist Schritt vier. Viele Einsteigerinnen und Einsteiger legen die Positionsgröße nach Bauchgefühl fest und wundern sich, warum ein einziger Verlusttrade das Konto halbiert. Wenn du tiefer einsteigen willst, findest du in unserer Trading-Ausbildung den strukturierten Weg, und in der Übersicht der Trading-Kurse sowie bei den Trading-Seminaren konkrete Formate.

Warum mehr Frauen traden sollten

Das stärkste Argument ist nicht die Rendite, sondern die Rentenlücke. Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit, unterbrechen ihre Erwerbsbiografie öfter und leben im Schnitt länger. Aus allen drei Punkten folgt derselbe Bedarf: eine eigene, vom Partner unabhängige Vorsorge.

Der zweite Punkt ist Handlungsfähigkeit. Nur 31 Prozent der Frauen geben an, sich in ihrer Beziehung hauptsächlich um die Finanzen zu kümmern, bei Männern sind es 53 Prozent. Wer die eigenen Geldangelegenheiten delegiert, ist im Trennungs- oder Todesfall auf fremde Entscheidungen angewiesen. Das ist ein Risiko, das keine Anlageklasse abbildet.

Und drittens die Zeit. Ein Sparplan wirkt umso stärker, je länger er läuft. Wer aus Unsicherheit fünf Jahre wartet, verliert genau die Jahre, in denen der Zinseszins am meisten leistet. Diese Jahre lassen sich später nicht nachkaufen.

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Fazit: Frauen und Trading

Die Zahlen sind eindeutiger, als ich es vor ein paar Jahren erwartet hätte. Frauen holen an der Börse auf, und zwar deutlich: eine Million zusätzliche Anlegerinnen in einem einzigen Jahr. Gleichzeitig bleibt der Abstand beim Vermögen groß, und die selbst eingeschätzte Wissenslücke ist die größte Bremse.

Was mich an der Datenlage überzeugt, ist nicht der Geschlechtervergleich. Es ist der Beleg dafür, dass seltener handeln besser funktioniert als öfter handeln. Das gilt für alle. In über vier Jahrzehnten am Markt habe ich mehr Konten an Übermut scheitern sehen als an fehlendem Wissen.

Mein Rat ist deshalb unspektakulär. Fang klein an, lerne die Regeln vor dem ersten echten Trade, leg dein Risiko vorher fest und schreib mit, was du tust. Ob du das als Frau oder als Mann machst, spielt am Chart keine Rolle.

Häufige Fragen zu Trading für Frauen

Wie viele Frauen in Deutschland besitzen Aktien?

Das Deutsche Aktieninstitut zählte für 2025 5,4 Millionen Frauen mit Aktien, Aktienfonds oder ETFs. Das ist eine Million mehr als 2024 und entspricht einem Plus von 24 Prozent. Insgesamt waren 14,1 Millionen Menschen in Deutschland investiert.

Sind Frauen die besseren Trader?

Die Depotdaten zeigen bessere Renditen bei Frauen, aber der Grund ist nicht das Geschlecht. Frauen handeln im Schnitt seltener, und eine niedrigere Handelsfrequenz spart Gebühren und verhindert Fehlentscheidungen. Ein Mann mit demselben Verhalten erzielt dasselbe Ergebnis.

Warum investieren Frauen seltener als Männer?

Der meistgenannte Grund ist fehlendes Wissen. 30 Prozent der Frauen ohne Wertpapiere geben an, sich nicht genug auszukennen. Beim Argument „zu unsicher“ liegen die Männer dagegen vorn, mit 30 gegenüber 26 Prozent.

Brauchen Frauen eine eigene Anlagestrategie?

Nein. Märkte unterscheiden nicht nach Geschlecht, und es gibt keine Order und keinen Indikator, der für Frauen anders funktioniert. Unterschiedlich sind die Ausgangslagen, etwa durch Teilzeit oder längere Lebenserwartung, und die wirken auf die Höhe des Sparbetrags, nicht auf die Methode.

Mit wie viel Geld kann ich als Frau anfangen?

Für einen Sparplan reichen bereits kleine Beträge im zweistelligen Bereich pro Monat. Beim aktiven Trading ist nicht der Startbetrag entscheidend, sondern das Risiko pro Position. Wer pro Trade nur einen kleinen Prozentsatz riskiert, übersteht auch eine Verlustserie.

Wo finde ich Angebote speziell für Frauen?

Es gibt Plattformen wie herMoney, finmarie oder die Initiative finanz-heldinnen sowie kostenpflichtige Programme einzelner Coaches. Prüfe vor jeder Zahlung Preis, Laufzeit und Kündigungsfrist, denn die Qualität schwankt stark.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer von Kagels Trading. Er handelt seit 1978 diskretionär nach Price Action und arbeitet vor allem in Forex, Aktienindizes, Rohstoffen und Zinsmärkten. Anlageprodukte und Bildungsangebote beurteilt er als Praktiker von außen, nicht als Anbieter.

Seine Arbeit hat die deutschsprachige Trading-Literatur mitgeprägt. Ende der 1980er übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und übersetzte sowie verlegte dessen zehn Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Für diesen Artikel ist seine Perspektive die eines Praktikers, nicht die eines Anlageberaters. Der Befund, dass eine niedrigere Handelsfrequenz die Nettorendite hebt, deckt sich mit dem, was er in der Ausbildung seit 1998 vermittelt: Regeln vor Kapital, festgelegtes Risiko vor der ersten Order. Die Anbieter und Plattformen in diesem Beitrag bewertet er nicht, er ordnet sie ein.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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