Volume Profile im Trading: POC, Value Area und was 1.450 Tagesprofile zeigen

Zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2026

|

Anzeige27. bis 29. OktoberBörsenherbst 2026 mit Carlos MartinsSwingtrading, Daytrading zur Markteröffnung und Risikomanagement. Drei Abende live ab 18.30 Uhr.Kostenlos anmelden

Anzeige

Trading lernen mit Carlos Martins: kostenloser Online-Workshop, 27. bis 29. OktoberKostenloser Trading-Online-Workshop, 27. bis 29. OktoberSo traden Profis im Börsenherbst 2026: kostenloser Online-Workshop mit Carlos Martins, 27. bis 29. Oktober

Der Point of Control vom Vortag wird am nächsten Handelstag kaum öfter erreicht als eine Gegenmarke im selben Abstand: in 53,7 gegen 50,6 Prozent in 1.383 Fällen mit mindestens einer Zeilenhöhe Abstand zur Eröffnung. Das zeigt meine Auswertung von 1.450 Tagesprofilen im S&P-500-ETF SPY. Das Volume Profile ist deshalb kein Magnet, aber ein ehrliches Bild davon, wo gehandelt wurde.

Hier lernst du, was Point of Control, Value Area und Volumenknoten bedeuten, welche sechs Volumenprofile TradingView anbietet und welche Einstellungen etwas ändern. Du erfährst, warum das Profil im Forex und bei CFDs etwas anderes misst als im Future. Und du siehst, welche verbreiteten Faustregeln meine Messung stützt und welche nicht. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Volume Profile: das Wichtigste in 30 Sekunden

Die wichtigsten Punkte vorweg, falls du die Details später liest:

  • Was es zeigt: das gehandelte Volumen je Kursniveau als waagerechte Balken, nicht je Zeiteinheit wie die Volumenbalken unter dem Chart.
  • Die Marken: Point of Control (POC) ist das Niveau mit dem meisten Volumen, die Value Area umfasst meist knapp 70 Prozent des Volumens, begrenzt von VAH oben und VAL unten.
  • Die Datenfrage zuerst: Aktien und Futures liefern Börsenvolumen. Bei Forex und CFDs rechnet TradingView mit Tick-Volumen, bei Krypto mit dem Volumen einer einzelnen Börse.
  • Mein Test im SPY: Nach einer Eröffnung über der Value Area schloss der Tag in 52,3 Prozent über der Eröffnung, an allen Tagen in 53,6 Prozent. Unberührte POCs wurden danach nicht öfter erreicht als Gegenmarken im selben Abstand.
  • Am besten taugt es als Landkarte für Zonen, an denen du auf eine Reaktion des Kurses wartest, nicht als Signalgeber.

Was ist das Volume Profile?

Das Volume Profile (Volumenprofil) ist ein Chartwerkzeug, das das gehandelte Volumen eines Zeitraums auf die Kursniveaus verteilt und als waagerechtes Histogramm neben dem Kurs anzeigt.

Der Unterschied zum normalen Volumen liegt in der Achse. Die Balken unter einem Chart beantworten die Frage, wann viel gehandelt wurde, also in welcher Kerze. Das Volumenprofil beantwortet, wo viel gehandelt wurde, also bei welchem Kurs. Ein langer waagerechter Balken heißt: Auf diesem Niveau haben viele Kontrakte oder Aktien den Besitzer gewechselt. Ein kurzer Balken heißt: Dort lief der Kurs schnell durch.

Warum ist das nützlich? Jeder Umsatz ist ein Geschäft zwischen einem Käufer und einem Verkäufer, die sich auf diesen Preis geeinigt haben. Wo besonders viel Umsatz liegt, hat der Markt einen Preis akzeptiert. Wo kaum Umsatz liegt, hat er ihn abgelehnt. Kommt der Kurs später zurück, zeigt das Profil, ob er in eine Zone mit viel oder wenig Handelsgeschichte läuft. Laut TradingView-Hilfe zu den Volumenprofilen ist das Profil ein reaktives Werkzeug: Es zeigt, was geschehen ist, und keine Prognose.

Ich handle selbst ohne Indikatoren, allein nach Kursverlauf und Marktstruktur. Das Volumenprofil ist trotzdem näher an meiner Arbeitsweise als die meisten Indikatoren, weil es keine Formel über den Kurs legt. Es zählt nur, wo gehandelt wurde. Wie sich diese Zonen zu klassischen Marken verhalten, erklärt der Ratgeber zu Unterstützung und Widerstand.

Das Volumenprofil ist mit dem Market Profile verwandt, aber nicht dasselbe. Das Market Profile verteilt die Zeit auf die Kursniveaus, das Volumenprofil das Volumen. Herkunft, Buchstabenprofil und die Profilformen behandelt der Artikel zum Market Profile mit Point of Control und Value Area. Hier geht es um das Volumen und um die Werkzeuge, mit denen die meisten Trader heute arbeiten.

POC, Value Area, HVN und LVN: die Begriffe im Volumenprofil

Ein Volumenprofil hat wenige feste Marken, und jede hat einen Namen. Wer die vier Begriffe unten kennt, kann jedes Profil lesen, egal in welcher Software. Die Grafik darunter zeigt alle an einem schematischen Profil.

Volume Profile mit Point of Control, Value Area, VAH, VAL, High Volume Node und Low Volume Node
Schematisches Volumenprofil: Der POC ist die Zeile mit dem meisten Volumen, die Value Area (hellblau) wächst von dort Zeile für Zeile bis knapp 70 Prozent.

Point of Control (POC)

Der Point of Control (POC) ist das Kursniveau mit dem höchsten gehandelten Volumen im betrachteten Zeitraum.

Der POC ist der Preis, auf den sich der Markt am häufigsten geeinigt hat. Viele Trader nennen ihn deshalb den fairen Preis des Zeitraums. Weil er aus einer Zeile mit einer gewissen Höhe besteht, ist er immer eine schmale Zone und kein exakter Kurs. Wie breit diese Zone ist, bestimmt die Zeileneinstellung weiter unten.

Value Area, VAH und VAL

Die Value Area ist der Kursbereich, in dem ein festgelegter Anteil des Volumens gehandelt wurde, üblich sind 70 Prozent. Die Obergrenze heißt Value Area High (VAH), die Untergrenze Value Area Low (VAL).

Die Value Area wächst vom POC aus nach außen, Zeile für Zeile. Die englische TradingView-Hilfe beschreibt das Verfahren so: Vom POC aus werden die nächste Zeile darüber und die nächste darunter verglichen, die mit mehr Volumen kommt dazu. Würde sie den Zielwert von 70 Prozent überschreiten, ist die Value Area fertig. Die POC-Zeile gehört immer dazu, weitere Zeilen kommen nur hinzu, solange der Zielanteil nicht überschritten wird. Deshalb muss die Value Area nicht symmetrisch um den POC liegen. Die deutsche Fassung der Hilfe beschreibt im Oktober 2026 noch ein älteres Verfahren mit je zwei Zeilen. Woher die 70 Prozent kommen, nämlich aus der Standardabweichung der Normalverteilung, erklärt der Artikel zum Market Profile. In meiner Messung im SPY war die Value Area im Median 0,43 Prozent breit, die Tagesspanne 0,95 Prozent.

High Volume Node und Low Volume Node

Ein High Volume Node (HVN) ist eine Spitze im Profil mit viel Volumen, ein Low Volume Node (LVN) eine Lücke mit wenig Volumen zwischen zwei Spitzen.

An einem HVN hat der Markt lange gehandelt, meist in einer Seitwärtsphase. Kommt der Kurs dorthin zurück, rechnen viele Trader mit einer Verlangsamung. An einem LVN ist der Kurs schnell durchgelaufen, oft in einem Impuls. Kommt er dorthin zurück, rechnen sie mit einem schnellen Durchlauf bis zum nächsten HVN. Das sind Faustregeln, keine Gesetze. Gemessen habe ich sie nicht, weil sich ein Knoten nur mit einer frei gewählten Definition zählen lässt. Wer schnelle Bewegungen durch dünne Zonen handeln will, findet den Ansatz unter geringes Handelsvolumen und explosive Kursbewegungen.

Naked POC

Ein Naked POC ist ein Point of Control, den der Kurs seit seiner Entstehung nicht mehr berührt hat.

Die verbreitete Lesart: Ein unberührter POC zieht den Kurs später an. Beim Session- und beim periodischen Profil von TradingView verlängert die Option „Extend POC Right“ die Linie so lange, bis eine Kerze sie kreuzt. Damit siehst du offene POCs auf einen Blick. Ob sie den Kurs stärker anziehen als eine Gegenmarke im selben Abstand, steht in meinem Test weiter unten. Kurz vorweg: Blieben POC und Gegenmarke beide am Folgetag unberührt, erreichte der Kurs in den 5 Handelstagen danach den POC in 57,3 Prozent der Fälle, die Gegenmarke in 60,8 Prozent.

Woher das Volumen kommt: Futures, Aktien, Forex, CFDs und Krypto

Ein Volumenprofil ist nur so gut wie das Volumen, aus dem es gerechnet wird. Diese Frage stellen die meisten Kurse zum Thema nicht, dabei entscheidet sie, ob das Profil überhaupt Umsatz zeigt. TradingView nennt in seiner Hilfe drei Volumenarten: Handelsvolumen für Aktien, Tick-Volumen für Indizes, Forex und Krypto-CFDs sowie Basis- oder Kursvolumen für Kryptowährungen.

Futures und Aktien: echtes Börsenvolumen

An einer Börse wird jedes Geschäft gezählt. Ein Future wie der FDAX oder der E-mini S&P 500 läuft über eine einzige Terminbörse, das Volumen ist vollständig. Bei Aktien und ETFs ist es das Volumen der Handelsplätze, die der Datenanbieter erfasst. Hier misst das Profil, was es messen soll. Wie Futures funktionieren und wo sie gehandelt werden, erklärt der Beitrag Futures-Trading und Terminhandel.

Bei Futures kommt die Sitzungsfrage dazu. Der FDAX handelt weit vor und nach der Xetra-Zeit, der E-mini S&P 500 fast rund um die Uhr. Ein Tagesprofil über die ganze Sitzung sieht anders aus als eines nur über die Kernzeit, weil nachts mit wenig Umsatz andere Kurse dazukommen. TradingView fasst beim Session-Volumenprofil laut Hilfeseite Vorbörse, Hauptsitzung und Nachbörse in der Standardeinstellung „All“ zu einem Profil zusammen, wenn die erweiterten Handelszeiten eingeblendet sind. Wann welcher Future handelt, steht in der Übersicht der Futures-Handelszeiten.

Forex und CFDs: Tick-Volumen statt Umsatz

Tick-Volumen ist die Zahl der Kursänderungen in einem Zeitraum, nicht die Menge der gehandelten Kontrakte, Aktien oder Währungseinheiten.

Der Devisenmarkt hat keine zentrale Börse. Gehandelt wird zwischen Banken und Brokern. Eine umfassende internationale Erhebung liefert die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich nur alle drei Jahre, und zwar für den jeweiligen Erhebungsmonat April. Was TradingView im Währungschart als Volumen zeigt, ist Tick-Volumen: die Zahl der Kursänderungen beim Datenanbieter. Dasselbe gilt für Index-CFDs, die du bei einem Broker statt an einer Börse handelst.

Tick-Volumen ist ein Aktivitätsmaß, kein Umsatz. Viele Kursänderungen fallen oft mit viel Handel zusammen, aber nicht immer, und jeder Datenanbieter zählt anders. Ein Profil aus Tick-Volumen zeigt also, wo sich der Kurs häufig bewegt hat. Wer im Forex mit Profilen arbeitet, ist mit dem zeitbasierten Market Profile oft ehrlicher bedient oder greift zum Währungs-Future. Was hinter einem CFD steckt, erklärt der Ratgeber zum CFD-Handel, die Grundlagen des Devisenmarkts der Beitrag zum Forex-Trading.

Krypto: jede Börse ihr eigenes Profil

Bei Kryptowährungen zeigt der Chart das Volumen genau einer Börse. Wer Bitcoin bei TradingView über Coinbase öffnet, sieht nur den Umsatz von Coinbase. Ich habe nachgemessen, wie stark das die Marken verschiebt. Grundlage sind 5-Minuten-Kerzen vom 5. bis 11. Oktober 2026 (UTC) von Coinbase (BTC/USD) und Binance (BTC/USDT), Zeilen zu 50. USDT ist ein an den Dollar gebundener Stablecoin, keine Dollarnotierung, deshalb stehen die Binance-Werte in USDT.

Wochenprofil BitcoinCoinbaseBinance
Gehandeltes Volumen34.525 BTC98.019 BTC
Point of Control82.975 USD83.025 USDT
Value Area High84.950 USD85.100 USDT
Value Area Low80.350 USD80.450 USDT

Die Menge unterscheidet sich stark, die Lage der Marken kaum. Binance meldete rund das 2,8-Fache an Volumen. Der POC lag aber nur 50 Einheiten auseinander, also eine Zeile, Value Area High und Low um 150 und 100. Die beiden Profile lieferten in dieser Woche also ähnliche Marken, bei sehr verschiedener Menge. Ob eine einzelne Börse den ganzen Markt abbildet, zeigt der Vergleich nicht, denn einen Gesamtwert für alle Börsen gibt es nicht. Eine Woche ist eine Stichprobe, und bei kleineren Börsen oder weniger liquiden Coins kann der Abstand größer sein. Mehr zu den Märkten selbst steht im Ratgeber Krypto-Trading.

FinMent Börsenwebinar

Die sechs Volumenprofile in TradingView

TradingView bietet das Volumenprofil in sechs Varianten an, als Indikator, als Zeichenwerkzeug und als eigenen Charttyp. Sie rechnen gleich, unterscheiden sich aber darin, welchen Zeitraum sie zusammenfassen. Die Indikatoren rechnen dabei aus Kerzen eines kleineren Zeitrahmens, etwa aus Minutenkerzen für ein Tagesprofil. In der folgenden Übersicht stehen alle sechs:

VarianteWelcher Zeitraum
Fixed Rangeein Abschnitt, den du mit zwei Klicks festlegst
Sessionje Handelstag oder Teilsitzung
Session HDje Handelstag, Detail passt sich dem Zoom an
Sichtbare Spannealles, was gerade auf dem Bildschirm ist
Periodischje Tag, Woche oder Monat nach Wahl
Auto-verankertab einem automatisch gewählten Startpunkt

Fixed Range Volume Profile: das Profil für einen gewählten Abschnitt

Das Fixed Range Volume Profile berechnet das Volumenprofil für einen Abschnitt, dessen Anfang und Ende du selbst im Chart festlegst.

Das Fixed Range Volume Profile ist das Werkzeug, mit dem die meisten anfangen. Am schnellsten geht es als Zeichenwerkzeug: Laut TradingView-Hilfe zum Zeichenwerkzeug wählst du es in der Werkzeugleiste links am Chart und klickst dann auf zwei Stellen, Anfang und Ende. Dessen Option „Extend right“ rechnet das Profil über den zweiten Punkt hinaus mit allen neuen Kerzen weiter. Daneben gibt es das Profil auch als Indikator. Für die Berechnung sucht TradingView laut Hilfe zum Fixed-Range-Indikator den kleinsten Zeitrahmen, bei dem der Abschnitt unter 5.000 Kerzen bleibt. Bei Futures und Spreads nimmt es stattdessen den nächstkleineren Zeitrahmen des Charts. Sinnvoll ist ein Abschnitt mit Marktstruktur: eine abgeschlossene Seitwärtsphase vom ersten bis zum letzten Tag oder eine Bewegung vom Tief zum Hoch, so wie du ein Fibonacci-Retracement anlegst. Ein Profil über einen zufälligen Ausschnitt mischt Phasen, die nichts miteinander zu tun haben.

Session und Session HD: ein Profil je Handelstag

Das Session-Volumenprofil berechnet für jeden Handelstag oder jede gewählte Teilsitzung ein eigenes Volumenprofil.

Das Session-Volumenprofil zeichnet für jeden Handelstag ein eigenes Profil. Im Tageschart siehst du davon nichts, erst im Intraday-Chart, etwa im 5- oder 15-Minuten-Chart. Für Daytrader ist es die Grundlage, weil POC, VAH und VAL des Vortags die Marken für den neuen Tag liefern. Session HD rechnet dasselbe, passt aber die Zeilenzahl automatisch an, wenn du hinein- oder herauszoomst. Wer nur die Kernzeit sehen will, stellt die Sitzung entsprechend ein. Welche Sitzungen es weltweit gibt, zeigt die Übersicht der Trading-Sessions Asien, London und New York.

Volumenprofil für die sichtbare Spanne: bequem, aber beweglich

Das Profil der sichtbaren Spanne rechnet alles, was gerade auf deinem Bildschirm steht. Das ist bequem für einen ersten Blick. Es hat aber eine Falle: Sobald du den Chart verschiebst oder zoomst, rechnet es neu, und POC und Value Area wandern mit. Eine Marke, die du gestern daraus abgelesen hast, ist heute vielleicht eine andere. Für Handelsmarken nimmst du deshalb besser ein festes Profil.

Periodisches und auto-verankertes Volumenprofil

Das periodische Profil startet in festen Abständen neu, etwa jeden Tag, jede Woche oder jeden Monat. Für mehrtägige Swing-Trades ist ein Wochenprofil im Stundenchart oft der passende Maßstab. Das auto-verankerte Profil sucht seinen Startpunkt selbst, je nach Einstellung am höchsten Hoch, am tiefsten Tief, am Quartalsbeginn oder an der letzten Quartalszahl einer Aktie. Ein Profil über mehrere Wochen oder Monate nennen viele Trader auch Composite-Profil. Es zeigt die großen Zonen, an denen sich ein Markt über lange Zeit eingependelt hat.

Die eingebauten Volumenprofil-Indikatoren führt TradingView in seiner Tarifübersicht ab dem Tarif Essential. So stand es bei unserem Abgleich im Oktober 2026. Was die Tarife sonst unterscheidet, steht im Test von TradingView mit allen Abo-Kosten. Ein Profil kannst du direkt bei TradingView anlegen (Partnerlink). Buchst du über den Partnerlink ein kostenpflichtiges Abo, erhalten wir gegebenenfalls eine Provision.

Trading-Grundlagenkurs mit über 25 Videos, kostenlos anmelden
Trading-Grundlagenkurs mit über 25 Videos, kostenlos anmelden

Volume-Profile-Einstellungen: Zeilen, Value Area und Volumenart

Drei Einstellungen verändern, was du siehst. Alle drei findest du in den Eingaben des Indikators. Die Namen unten stehen so in der englischen Hilfe von TradingView, in der deutschen Oberfläche können sie übersetzt sein.

  1. Zeilen (Rows Layout und Row Size): Bei „Number of Rows“ legst du fest, in wie viele Zeilen das Profil geteilt wird. Bei „Ticks Per Row“ legst du die Höhe einer Zeile in Ticks fest, der kleinsten Kursänderung des Markts. Mehr Zeilen zeigen feinere Spitzen, aber auch mehr Zufall.
  2. Value Area Volume: Der Anteil des Volumens, den die Value Area umfasst, üblich sind 70 Prozent. Ein kleinerer Wert macht die Value Area schmaler.
  3. Volumen (Insgesamt, Aufwärts/Abwärts, Delta): „Insgesamt“ zeigt das ganze Volumen je Zeile. „Aufwärts/Abwärts“ teilt es in zwei Seiten, „Delta“ zeigt die Differenz der beiden.

Die Aufteilung in Kauf und Verkauf ist bei TradingView eine Näherung. Die Hilfe sagt es ausdrücklich: Schließt eine Kerze des kleineren Zeitrahmens über oder auf ihrer Eröffnung, zählt ihr ganzes Volumen als Aufwärtsvolumen, sonst als Abwärtsvolumen. Wer an einem Kurs kauft oder verkauft, sieht das Werkzeug nicht. Echte Aufteilung nach Geld- und Briefseite zeigen erst Orderflow-Programme, wie der Überblick zum Orderflow-Trading und der Artikel zu Footprint-Charts erklären. Für den Anfang ist „Insgesamt“ die ehrlichste Darstellung.

Wie fein sollen die Zeilen sein? Eine feste beste Zahl gibt es nicht, weil sie von Markt, Zeitraum und Kursspanne abhängt. Meine Messung habe ich mit drei Zeilenhöhen gerechnet, 0,01, 0,02 und 0,05 Prozent des Kurses. Die Gesamtquoten verschoben sich dabei um bis zu 2,3 Prozentpunkte, einzelne Untergruppen um bis zu 3,2 Prozentpunkte. An der Aussage änderte sich nichts. Wichtiger als die exakte Zeilenzahl ist, dass du sie nicht ständig wechselst, sonst wandert dein POC mit.

POC, VAH und VAL nach rechts verlängern ist die Einstellung, die das Profil handelbar macht. Beim Session- und beim periodischen Profil heißen die Optionen „Extend POC Right“, „Extend VAH Right“ und „Extend VAL Right“. Die Linien laufen dann weiter, bis eine Kerze sie kreuzt. Beim Fixed-Range-Zeichenwerkzeug kannst du die Marken als waagerechte Linie selbst nach rechts ziehen. Ein Profil wirkt nicht in sich selbst, sondern an den Marken, zu denen der Kurs später zurückkommt.

Mein Test: was 1.450 Tagesprofile im SPY zeigen

Ich wollte wissen, ob die Regeln aus den Kursen und Videos in echten Daten tragen. Dafür habe ich für die Handelstage vom 20. November 2020 bis zum 15. Oktober 2026 Tagesprofile des SPY berechnet, des größten ETF auf den S&P 500. Der SPY hat echtes Börsenvolumen und ist ein Wertpapier, das Privatanleger in der EU wegen der PRIIPs-Regeln meist nicht kaufen können. Hier dient er nur als Datenreihe. Grundlage sind 5-Minuten-Kerzen der regulären Sitzung von 9:30 bis 16:00 Uhr New Yorker Zeit von Twelve Data.

Es ist ein eigenes Näherungsprofil, kein Nachbau von TradingView. Das Volumen jeder 5-Minuten-Kerze habe ich gleichmäßig auf die Zeilen zwischen ihrem Tief und Hoch verteilt, Zeilenhöhe 0,02 Prozent des Vortagesschlusses. Die Value Area folgt dem Verfahren der englischen TradingView-Hilfe mit 70 Prozent. Profile entstehen nur aus vollständigen Sitzungen mit allen 78 Kerzen. 24 Tage mit Datenlücken habe ich ausgeschlossen, samt aller Vergleiche, in denen sie vorkommen. Halbtage vor Feiertagen zählen als Folgetag mit, liefern aber kein Profil. „Erreicht“ heißt: Die Marke lag zwischen Tief und Hoch des Tages. TradingView rechnet aus Minutenkerzen, wie stark meine Werte davon abweichen, habe ich nicht gemessen. Wie man einen solchen Test aufbaut, ohne sich selbst zu täuschen, erklärt der Ratgeber zum Backtesting.

Wo eröffnet der Markt im Verhältnis zur Value Area des Vortags?

EröffnungTageAnteil
über dem VAH des Vortags55638,9 %
innerhalb der Value Area47433,1 %
unter dem VAL des Vortags40128,0 %

Zwei von drei Tagen begannen außerhalb der Value Area des Vortags. Das liegt daran, dass die Value Area schmal ist: im Median 0,43 Prozent, die ganze Tagesspanne 0,95 Prozent. Gezählt sind 1.431 Paare aus einem Profiltag und dem nächsten Handelstag. Wer die Eröffnung außerhalb der Value Area als Sondersituation liest, sollte wissen, dass sie im SPY der Normalfall war.

Eröffnung außerhalb der Value Area: Richtung oder Rückkehr?

Eine verbreitete Regel lautet: Eröffnet der Markt über dem VAH, haben die Käufer die Oberhand. Ich habe gemessen, was an diesen Tagen bis zum Schluss passiert ist, und das mit allen Tagen verglichen:

Im Verlauf des Eröffnungstagsüber VAHunter VALalle Tage
Schluss über der Eröffnung52,3 %55,6 %53,6 %
Kurs kehrt an die Kante zurück63,5 %61,1 %entfällt
Vortages-POC erreicht44,2 %44,1 %entfällt
Schluss wieder in der Value Area13,3 %17,0 %entfällt

Einen klaren Richtungsvorsprung zeigte diese Stichprobe nicht. Nach einer Eröffnung über dem VAH schloss der Tag in 52,3 Prozent über der Eröffnung (556 Tage), an allen Tagen in 53,6 Prozent. Nach einer Eröffnung unter dem VAL schloss er sogar etwas häufiger höher, in 55,6 Prozent (401 Tage). Häufig war dagegen die Rückkehr: In gut sechs von zehn Fällen lief der Kurs im Tagesverlauf an die Kante der alten Value Area zurück. Zurück in die Value Area schloss er aber nur selten, in 13,3 und 17,0 Prozent.

Für die Praxis heißt das: Die Kante der alten Value Area ist ein Ort, an dem der Kurs oft noch einmal vorbeikommt. Was er dort tut, sagt die Eröffnung in dieser Stichprobe nicht voraus. Die Entscheidung liefert erst die Reaktion an der Kante, und genau darauf baut der Handelsplan im nächsten Abschnitt auf. Eröffnete der Markt innerhalb der Value Area, schloss er übrigens nur in 29,7 Prozent auch innerhalb. In 36,5 Prozent dieser Tage lief er über beide Kanten hinaus.

Zieht der Point of Control den Kurs an?

Gemessen habe ich, wie oft der Kurs den POC des Vortags am Folgetag erreicht. Über alle 1.431 Paare waren es 55,1 Prozent. Allein sagt diese Zahl wenig, weil ein naher POC fast immer erreicht wird. Deshalb habe ich zu jedem POC eine Gegenmarke gesetzt: im selben Abstand von der Eröffnung, aber auf der anderen Seite. Fälle, in denen POC und Eröffnung weniger als eine Zeilenhöhe auseinanderlagen, zählen dabei nicht mit. Es bleiben 1.383 Fälle.

Am Folgetag erreichtPOCGegenmarke
alle (1.383)53,7 %50,6 %
POC unter Eröffnung (766)51,6 %49,5 %
POC über Eröffnung (617)56,2 %52,0 %

Am Folgetag hatte der POC einen kleinen Vorsprung, 53,7 gegen 50,6 Prozent, und zwar auf beiden Seiten der Eröffnung. Die Aufteilung ist nötig, weil die Gegenmarke immer auf der anderen Seite liegt: Liegt der POC unter der Eröffnung, liegt sie darüber, und im steigenden Markt dieser Jahre wurden Marken über der Eröffnung etwas leichter erreicht. Über mehrere Tage drehte sich das Bild. Neu entstandene POCs, ab der nächsten Sitzung verfolgt, erreichte der Kurs binnen 5 Handelstagen in 76,1 Prozent, die Gegenmarken in 78,1 Prozent (1.312 vollständig beobachtete Fälle). Binnen 20 Tagen waren es 87,6 gegen 89,3 Prozent (1.135 Fälle).

Der Naked POC im Test

Der eigentliche Naked POC ist ein POC, der den Folgetag unberührt überstanden hat. Für einen fairen Vergleich habe ich nur Fälle genommen, in denen beide Marken, POC und Gegenmarke, am Folgetag unberührt blieben. Beide habe ich ab dem zweiten Tag weiter verfolgt:

Ab Tag 2 erreichtbinnen 5 Tagenbinnen 20 Tagen
unberührter POC57,3 %75,3 %
unberührte Gegenmarke60,8 %78,8 %
Fälle293255

Der unberührte POC wurde etwas seltener erreicht als die unberührte Gegenmarke. Ein Teil davon dürfte die Aufwärtsdrift sein, weil die Gegenmarke bei einem POC unter der Eröffnung darüber liegt. Wertet man POCs und Gegenmarken getrennt aus, jeweils alle am Folgetag unberührten, wird der Abstand größer, 52,6 gegen 59,7 Prozent in 5 Tagen. Diese Gruppen sind aber verschieden zusammengesetzt und deshalb kein sauberer Vergleich. Einen Magneten, der einen offenen POC bevorzugt wieder einsammelt, zeigt diese Stichprobe jedenfalls nicht. Dass alte POCs meist irgendwann erreicht werden, stimmt, aber die Gegenmarke im selben Abstand wurde ähnlich oft erreicht. Die Fenster überlappen sich und sind nicht unabhängig, ein statistischer Beweis ist das deshalb nicht. Die Grafik darunter stellt den Folgetag und den Naked POC nebeneinander.

Volume Profile Test im SPY: Wie oft der Kurs den POC des Vortags und eine Gegenmarke im selben Abstand erreichte
Eigene Auswertung von 1.450 SPY-Tagesprofilen (20.11.2020 bis 15.10.2026): Am Folgetag ein kleiner Vorsprung für den POC, beim Naked POC keiner.

Die Grenzen dieses Tests

Es ist eine hypothetische Auswertung auf einem einzigen Markt. Der SPY ist sehr liquide und stieg im Zeitraum deutlich, Einzelaktien, Futures in der Nachtsitzung oder Krypto können sich anders verhalten. Ich habe nur Tagesprofile gemessen, keine Profile über Wochen oder über eine Seitwärtsphase. Und ich habe nur gezählt, ob eine Marke erreicht wurde, nicht, was der Kurs dort tat. Genau diese Reaktion ist es, auf die es beim Handeln ankommt. Mit Zeilenhöhen von 0,01 und 0,05 Prozent verschoben sich die Gesamtquoten um bis zu 2,3 Prozentpunkte, einzelne Untergruppen um bis zu 3,2 Prozentpunkte. Die Aussagen blieben gleich.

Volume Profile im Trading: Reaktion und Akzeptanz an der Value Area

In meinem Test gaben die Marken selbst keine klare Richtung vor. Brauchbar werden sie, wenn du an ihnen auf eine Antwort des Kurses wartest. Für diese Antwort gibt es zwei Begriffe.

Reaktion heißt, dass der Kurs eine Marke des Profils antestet und wieder abprallt. Akzeptanz heißt, dass er sie durchbricht und auf der anderen Seite Schlusskurse bildet.

Ein möglicher Handelsplan in fünf Schritten, ausdrücklich keine getestete Regel, gilt für Long und Short:

  1. Profil festlegen: Session-Profil des Vortags oder Fixed-Range-Profil über eine abgeschlossene Seitwärtsphase. POC, VAH und VAL nach rechts verlängern.
  2. Warten, bis der Kurs eine Kante erreicht: im Long das VAL von oben, im Short das VAH von unten. Nicht innerhalb des Profils handeln, das gerade erst entsteht.
  3. Auf die Reaktion warten: Eine Umkehrkerze wie der Hammer am VAL im Long oder ein Topping Tail am VAH im Short. Erst der Schlusskurs der Kerze zählt.
  4. Einsteigen, wenn es noch passt: zur Eröffnung der nächsten Kerze. Hat der Kurs den POC bis dahin schon erreicht, im Long von unten, im Short von oben, lässt du den Trade aus.
  5. Stopp und Ziel festlegen: Im Long der Stopp unter dem Docht am VAL, im Short über dem Docht am VAH. Erstes Ziel ist der POC, danach die gegenüberliegende Kante. Ist der Weg vom Einstieg bis zum POC kürzer als der Weg bis zum Stopp, lässt du den Trade ebenfalls aus.

Akzeptanz ist der Gegenfall. Schließt der Kurs mehrere Kerzen über dem VAH, hat der Markt einen höheren Preis angenommen. Dann wird das VAH beim Rücksetzer im Long zur Unterstützung, im Short wird ein durchbrochenes VAL zum Widerstand. Wie du solche Ausbrüche von Fehlausbrüchen trennst, zeigen die Beiträge zum Breakout-Trading und zum Fake-Out-Trading. Der kurze Stich durch eine Kante mit sofortiger Rückkehr ist oft ein Liquidity Sweep, bei dem Stopps abgeholt werden.

Den Stopp setzt du an den Kurs, nicht an die Linie. Eine Value-Area-Kante ist eine Zone, und der Docht der Signalkerze zeigt, wie weit der Markt sie getestet hat. Wie du eine Stopp-Order sauber platzierst, steht unter Stop-Loss-Order richtig setzen. Ob Ziel und Stopp zueinander passen, rechnest du mit dem Chance-Risiko-Verhältnis nach. Für Seitwärtsmärkte, in denen der Kurs zwischen VAH und VAL pendelt, liefert das Range-Trading den passenden Rahmen.

Volume Profile, Market Profile und VWAP im Vergleich

Drei Werkzeuge arbeiten mit Kurs und Volumen, und sie werden oft verwechselt. Die Tabelle zeigt, was jedes misst und wofür es sich eignet:

WerkzeugWas es misst und liefert
Volume ProfileVolumen je Kursniveau: POC, Value Area, Volumenknoten
Market ProfileZeit je Kursniveau: POC, Value Area, Profilformen
VWAPDurchschnittskurs nach Volumen: eine mitlaufende Linie

Der VWAP verdichtet dasselbe Volumen zu einer einzigen Zahl, dem durchschnittlichen Preis, zu dem seit Sitzungsbeginn gehandelt wurde. Das Profil zeigt dagegen die ganze Verteilung und damit auch, ob es mehrere Schwerpunkte gibt. Wie Daytrader den Durchschnittskurs nutzen, erklärt der Beitrag zum VWAP-Indikator. Das Market Profile schließlich zählt Zeit statt Volumen und ist dort ehrlicher, wo es kein zentrales Volumen gibt. Weitere Wege, Umsatz im Chart zu lesen, sammelt der Ratgeber zur Volumenanalyse im Trading, etwa die Volumen-Spread-Analyse.

Vorteile und Nachteile des Volume Profile

Das Volumenprofil ist ein gutes Werkzeug, solange du weißt, was es nicht kann. Die Liste fasst zusammen, was die Bauart und meine Messung zeigen:

Was für das Volume Profile spricht

  • Keine Formel über dem Kurs: Es zählt nur, wo gehandelt wurde.
  • Klare Zonen: POC und Value Area geben dir Orte, an denen du auf eine Reaktion wartest.
  • Häufig wieder besucht: Nach einer Eröffnung außerhalb kehrte der SPY in gut sechs von zehn Fällen an die alte Kante zurück.
  • Überall verfügbar: TradingView, NinjaTrader, Sierra Chart und die Orderflow-Programme bringen es mit.

Was gegen das Volume Profile spricht

  • Kein Signal: Eine Eröffnung über dem VAH zeigte im Test keinen klaren Richtungsvorsprung.
  • Kein Magnet: Unberührte POCs wurden in den Tagen danach nicht öfter erreicht als Gegenmarken im selben Abstand.
  • Datenabhängig: Bei Forex und CFDs nur Tick-Volumen, bei Krypto das Volumen einer Börse.
  • Einstellungssache: Zeilen und Zeitraum verschieben die Marken, das Profil der sichtbaren Spanne sogar beim Scrollen.
CFD-Signale von Profi-Trader Karsten Kagels, 14 Tage testen
CFD-Signale von Profi-Trader Karsten Kagels, 14 Tage testen

Fazit: Das Volume Profile zeigt, wo gehandelt wurde, nicht wohin es geht

Das Volumenprofil beantwortet eine Frage sehr gut: Wo hat der Markt einen Preis akzeptiert? POC, Value Area und Volumenknoten machen das sichtbar, ohne eine Formel über den Kurs zu legen. In Aktien und Futures mit echtem Börsenvolumen ist diese Antwort belastbar, bei Forex und CFDs zeigt es nur, wo sich der Kurs oft bewegt hat.

Als Signalgeber überzeugt es in meiner Messung nicht. Weder die Eröffnung außerhalb der Value Area noch der unberührte POC hatte im SPY einen klaren Vorsprung vor dem, was ohnehin passiert. Das ist eine Stichprobe aus einem Markt und sechs Jahren, aber sie widerspricht zwei der beliebtesten Faustregeln.

Praktisch heißt das: Erst die Daten prüfen, dann das Profil als Landkarte nutzen. Es sagt dir, wo du hinschauen sollst, etwa an die Kanten der alten Value Area, die der Kurs oft noch einmal besucht. Was du dort tust, entscheidet die Reaktion des Kurses, den Einstieg legst du an die Price Action.

Häufige Fragen zum Volume Profile

Was ist das Volume Profile einfach erklärt?

Das Volume Profile ist ein Chartwerkzeug, das zeigt, wie viel bei welchem Kurs gehandelt wurde. Statt Balken unter dem Chart siehst du waagerechte Balken neben dem Kurs. Lange Balken markieren Preise, die der Markt akzeptiert hat, kurze Balken Preise, durch die er schnell gelaufen ist.

Was bedeutet der Point of Control?

Der Point of Control (POC) ist das Kursniveau mit dem meisten Volumen im betrachteten Zeitraum. Viele Trader sehen in ihm den fairen Preis. In meinem Test im SPY wurde der Vortages-POC am Folgetag in 53,7 Prozent der Fälle erreicht, eine Gegenmarke im selben Abstand in 50,6 Prozent.

Was ist der Unterschied zwischen Volume Profile und Market Profile?

Das Volume Profile verteilt das Volumen auf die Kursniveaus, das Market Profile die Zeit. Beide liefern einen POC und eine Value Area. Wo es kein zentrales Volumen gibt, etwa im Devisenmarkt, ist das Market Profile die ehrlichere Darstellung.

Funktioniert das Volume Profile im Forex?

Nur eingeschränkt. Der Devisenmarkt hat keine zentrale Börse, TradingView rechnet deshalb mit Tick-Volumen, also der Zahl der Kursänderungen beim Datenanbieter. Das zeigt Aktivität, aber keinen Umsatz. Echtes Volumen liefern Währungs-Futures.

Ab welchem TradingView-Tarif gibt es das Volume Profile?

Die eingebauten Volumenprofil-Indikatoren führt TradingView in der Tarifübersicht ab dem Tarif Essential. So stand es bei unserem Abgleich im Oktober 2026. Zeichenwerkzeuge und Community-Skripte sind davon getrennt zu sehen.

Welche Einstellungen sind beim Volume Profile sinnvoll?

Für den Anfang: Volumen auf Insgesamt, Value Area auf 70 Prozent und POC, VAH und VAL nach rechts verlängern. Die Zeilenzahl hängt von Markt und Zeitraum ab. In meinem Test änderte eine andere Zeilenhöhe die Gesamtquoten um bis zu 2,3 Prozentpunkte.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er handelt seit 1980 als diskretionärer Price-Action-Trader an den Märkten.

Sein Handel kommt ohne technische Indikatoren aus. Er tradet Forex-Majors und -Minors allein auf Basis von Kursverlauf und Marktstruktur. In den 1980er Jahren übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre vertrat er Joe Ross in Deutschland und übersetzte dessen zehn Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Für dieses Thema ist er qualifiziert, weil er Werkzeuge an Daten misst, statt ihren Ruf zu übernehmen. Die Auswertung von 1.450 Tagesprofilen im SPY mit 5-Minuten-Kerzen von Twelve Data und der Bitcoin-Vergleich zwischen Coinbase und Binance wurden am 16. Oktober 2026 gerechnet. Grundlage zu Aufbau und Berechnung der Profile sind die Hilfeseiten von TradingView, zur Struktur des Devisenmarkts die Erhebung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

Kagels Trading GmbH 267 Bewertungen auf ProvenExpert.com