Wer harmonische Muster wie das ABCD-Pattern im Chart handeln will, steht vor einem praktischen Problem: Die manuelle Suche nach gültigen Formationen auf mehreren Zeitebenen ist zeitaufwendig und fehleranfällig. Der Alphamonics Scanner verspricht, genau das zu automatisieren. Er geht dabei einen Schritt weiter als klassische Pattern-Scanner, indem er die erkannten Muster mit Smart-Money-Konzepten wie Orderblocks, Fair Value Gaps und Liquidity Sweeps zu einer Handelsstrategie verknüpft.
Ich habe den Alphamonics Scanner über mehrere Wochen auf meinem eigenen TradingView-Chart getestet, auf verschiedenen Märkten und Zeitebenen, von Forex über Indizes bis zu Einzelaktien. In diesem Erfahrungsbericht bewerte ich den Scanner aus der Perspektive eines diskretionären Traders mit über 45 Jahren Markterfahrung: Was kann das Tool wirklich leisten, wo liegen die Grenzen, und für wen lohnt sich die Investition?
Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Das Wichtigste zu Alphamonics in 30 Sekunden
- TradingView-Indikator für die automatische Erkennung von ABCD-Mustern (harmonische Patterns) auf beliebigen Märkten und Zeitebenen
- Smart-Money-Integration: Orderblocks, Fair Value Gaps, Liquidity Sweeps und OTE-Zonen fließen direkt in das Bewertungskonzept (Scoring) ein
- Scoring-System bewertet jedes erkannte Muster nach Fibonacci-Qualität und Marktkontext. Das hilft gezielt beim Filtern starker Einstiegssignale
- Zugang und Preise: Invite-Only auf TradingView, ab 99 €/Monat (auch als Jahres- oder Lifetime-Lizenz), inkl. Discord-Community und 45-seitigem Handbuch
- Meine Bewertung: Technisch durchdacht, echte Zeitersparnis bei der Mustersuche. Dem vergleichsweise höheren Preis steht ein bemerkenswerter Funktionsumfang entgegen
Was ist der Alphamonics Scanner?
Der Alphamonics Scanner ist ein TradingView-Indikatorsystem, das ABCD-Muster automatisch erkennt und mit Smart-Money-Konzepten wie Orderblocks, Fair Value Gaps und Liquidity Sweeps zu einem Handelssystem kombiniert.
Der Scanner wurde in Pine Script programmiert und läuft ausschließlich auf der TradingView-Plattform. Er identifiziert harmonische Muster auf Basis eines konfigurierbaren ZigZag-Algorithmus, mit Fokus auf das ABCD-Pattern, die grundlegendste Formation der harmonischen Preismuster. Über die reine Mustererkennung hinaus bezieht der Scanner Konzepte aus dem Smart Money Concepts-Ansatz (SMC) ein: Orderblocks, Fair Value Gaps und Liquidity Sweeps werden automatisch erkannt und in die Gesamtbewertung eines Signals integriert.
Laut Anbieter ist der Scanner „weltweit einzigartig” in dieser Kombination. Ich habe auf dem TradingView-Marktplatz keinen vergleichbaren Indikator gefunden, der beide Ansätze in dieser Tiefe zusammenführt. Ob das weltweit einzigartig ist, kann ich nicht abschließend beurteilen. Die Integration von harmonischer Mustererkennung und SMC-Kontextanalyse in einem einzigen Tool ist aber definitiv das Alleinstellungsmerkmal von Alphamonics.
Der Zugang erfolgt als Invite-Only-Skript auf TradingView. Du findest den Indikator also nicht frei im TradingView-Store, sondern erhältst nach der Buchung über alphamonics.de eine persönliche Freischaltung.
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Wer steckt hinter Alphamonics?
Alphamonics wurde von Maik Buchner und seinem Co-Entwickler Nonda (Pseudonym) gegründet. Nonda ist seit 2009 an den Finanzmärkten aktiv, erst über Fondssparpläne, dann über technische Analyse und Prop-Trading. Er bringt die längere Börsenerfahrung ins Team. Maik ist laut eigenen Angaben seit 2021 im aktiven Trading und kam über harmonische Muster zu einem systematischen Ansatz. Beide betreiben Alphamonics als Einzelunternehmen mit Sitz in Rukieten (Mecklenburg-Vorpommern).
Maik macht auf der Website kein Hehl aus seinen anfänglichen Verlusten und dem langen Lernprozess. Das spricht für Transparenz. Als Trader mit Markterfahrung seit 1978 muss ich aber anmerken: Fünf Jahre Trading-Erfahrung sind ein relativ kurzer Zeitraum. Das ändert nichts an der technischen Qualität des Scanners, aber ich halte es für wichtig, das offen zu benennen.
Auf Trustpilot hat Alphamonics derzeit 7 Bewertungen, alle mit 5 Sternen (TrustScore 4,3). Ein Nutzer schreibt, dass das Scoring-System den Indikator von anderen ABCD-Scannern deutlich abhebt. Ein weiterer hebt die Discord-Community und den direkten Support durch die Entwickler hervor. Die Stichprobe ist allerdings noch klein. Das Produkt ist erst seit Anfang 2026 am Markt.
13 Trading-Indikatoren, die du kennen musst

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So funktioniert der Alphamonics ABCD-Scanner
Der Scanner geht in drei Schritten vor: Muster erkennen, Kontext prüfen, Signallage bewerten. Zuerst identifiziert er ABCD-Muster, dann analysiert er den Marktkontext rund um den potenziellen Umkehrpunkt, und schließlich fasst er alles in einem Score und einer visuellen Entrybox zusammen. Die einzelnen Module bauen aufeinander auf. Wer versteht, wie sie zusammenspielen, kann den Scanner deutlich gezielter einsetzen.
ABCD-Mustererkennung und Fibonacci-Scoring
Das ABCD-Muster ist eine harmonische Chartformation aus vier Punkten (A, B, C, D) und drei Preisbewegungen, die auf Fibonacci-Verhältnissen basiert und potenzielle Umkehrzonen im Markt identifiziert.
Der Scanner nutzt einen ZigZag-Algorithmus, um relevante Preisbewegungen (Legs) im Chart zu identifizieren. Du kannst mehrere ZigZag-Instanzen mit unterschiedlichen Empfindlichkeiten parallel aktivieren, etwa eine kürzere für schnelle Muster und eine längere für übergeordnete Strukturen. Sobald drei Legs die vordefinierten Fibonacci-Verhältnisse erfüllen (BC als Retracement von AB, CD als Extension von BC), wird das Muster erkannt und im Chart visualisiert.
Die Qualität des Musters bewertet der Scanner über den Fib-Score: Je näher die tatsächlichen Fibonacci-Werte an den Ideallevels liegen (z. B. 0,618 oder 0,786 für das BC-Retracement), desto höher der Score. Die Gewichtung liegt bei 60 % für das AB→C-Retracement und 40 % für die BC→D-Extension. Zusätzlich prüft der Scanner die zeitliche und preisliche Symmetrie zwischen AB und CD. Ein perfektes ABCD-Muster hat in beiden Legs eine ähnliche Dauer und eine ähnliche Preisspanne.
Der ABCD-Score kombiniert diese drei Faktoren (Fib-Score, Bar-Harmonie, Level-Harmonie) zu einem Wert zwischen 0 und 100 %. Ein internes ABCD-Muster innerhalb des BC-Legs (sogenanntes Intra-ABCD) kann den Score um bis zu 10 % zusätzlich erhöhen.

Smart-Money-Analyse: Orderblocks, FVGs und Sweeps
Smart Money Concepts (SMC) ist ein Analyse-Ansatz, der die Marktbewegungen großer institutioneller Händler anhand von Orderblocks, Fair Value Gaps und Liquidity Sweeps sichtbar macht.
Nach der Mustererkennung folgt der zweite Schritt: die Kontextanalyse. Sobald ein ABCD erkannt ist, untersucht der Scanner den Marktkontext rund um den potenziellen Umkehrpunkt D. Der Scanner prüft automatisch, ob in der Nähe von Punkt D ein Orderblock liegt, ob eine Fair Value Gap als zusätzliche Konfluenz vorhanden ist, und ob ein Liquidity Sweep der vorherigen Hoch- oder Tiefpunkte stattgefunden hat. Auch ein Break of Structure oder Market Structure Shift wird als Bestätigungssignal für die Trendumkehr herangezogen.
Aus meiner Sicht ist diese SMC-Integration das, was den Scanner von anderen ABCD-Tools unterscheidet. Ein ABCD-Muster allein ist für mich als diskretionären Trader noch nicht aussagekräftig genug. Erst der Kontext macht ein Muster zum handelbaren Signal. Liegt Punkt D auf einem Orderblock? Wurde vorher Liquidität abgeholt? Gibt es eine FVG als Magnet? Genau diese Fragen beantwortet der Scanner automatisch und rechnet die Ergebnisse in den Bewertungs-Score ein.
Die SMC-Elemente werden dabei nicht nur im aktuellen Zeitfenster analysiert, sondern auch im übergeordneten Timeframe (HTF). Welchen HTF der Scanner berücksichtigt, stellst Du selbst ein, etwa 4-Stunden bei einem 1-Stunden-Chart oder Wochenchart bei einem Tageschart. Auch die Invalidierungslogik für Orderblocks und FVGs ist konfigurierbar: Du bestimmst, ab welchem prozentualen Durchbruch eine Zone ungültig wird.
Entrybox und Multi-Timeframe-Konfluenz
Die Entrybox ist eine vom Alphamonics Scanner generierte Zone am Umkehrpunkt D, die Orderblocks, Fair Value Gaps und Strukturbrüche in einem einzigen Einstiegsbereich bündelt.
Die Entrybox erscheint nicht automatisch bei jedem erkannten Muster. Sie wird erst generiert, wenn der Preis nach Erreichen von Punkt D das letzte Fraktal im CD-Leg durchbricht. Das liefert eine erste strukturelle Bestätigung für die Trendumkehr. Du kannst in den Einstellungen wählen, ob dafür ein Sweep (aggressiver Einstieg) oder ein vollständiger Kerzenschluss jenseits des Fraktals (konservativerer Einstieg) erforderlich ist. Diese Unterscheidung hat in der Praxis einen spürbaren Einfluss auf Timing und Trefferquote.
Besonders stark werden die Signale, wenn Entryboxen aus verschiedenen Zeitebenen im selben Preisbereich zusammenfallen. Der Scanner erkennt diese sogenannten Clusterzonen automatisch und markiert sie mit einem Raketen-Emoji. In meinem Test waren diese Multi-Timeframe-Cluster die überzeugendsten Trading-Setups. Wenn ein 1-Stunden-ABCD und ein 4-Stunden-ABCD denselben Umkehrpunkt ansteuern, hat das eine andere Qualität als ein einzelnes Muster auf einer Zeitebene.
Der Scanner geht noch einen Schritt weiter: Er projiziert den potenziellen D-Punkt bereits, bevor das CD-Leg abgeschlossen ist. Sobald ein gültiges ABC vorliegt und der Kurs den Toleranzbereich für Punkt C erreicht, zeigt der Scanner per Projektionslinie, wo Punkt D wahrscheinlich liegen wird. Das gibt Dir als Trader Zeit zur Vorbereitung, statt erst zu reagieren, wenn das Muster bereits abgeschlossen ist.

Das Scoring-System im Detail
Der Scanner arbeitet mit drei aufeinander aufbauenden Scores, und diese Unterscheidung ist in der Praxis wichtig, weil jeder Score etwas anderes aussagt.
Der Fib-Score bewertet, wie präzise ein ABCD-Muster auf den idealen Fibonacci-Leveln liegt. Je näher an einem perfekten Wert, desto höher der Score. Maximal 90 von 100 Punkten. Die vollen 100 erreicht ein Muster nur, wenn zwischen B und C ein zusätzliches ABCD-Muster existiert (Intra-ABCD). Das ergibt aus fraktaler Sicht Sinn: Ein Muster, das in sich selbst ein weiteres harmonisches Muster trägt, hat eine höhere strukturelle Qualität. Eine Besonderheit betrifft das Seapony-Pattern mit seinem flacheren BC-Retracement bei 38,2 % oder 50 %. Es kann den maximalen Fib-Score nicht erreichen, weil der schwächere Rücksetzer an Punkt C die Musterqualität objektiv mindert.
Der ABCD-Score erweitert den Fib-Score um zwei Faktoren: Erstens fließen neben den Standard-Fibonacci-Werten auch Levels aus der XABCD-Lehre ein, etwa das 200er-Level, das in der klassischen ABCD-Betrachtung keine Rolle spielt, in der harmonischen Lehre aber als valide Extension gilt. Der Scanner vereinfacht das für den Nutzer: Du musst die XABCD-Theorie nicht kennen, die relevanten Werte sind bereits integriert. Zweitens bewertet der ABCD-Score die Harmonie des Musteraufbaus, also ob AB und CD in Zeit und Preis symmetrisch sind. Wird ein Muster durch eine Nachrichtenkerze verzerrt und verliert seine geometrische Struktur, senkt das den Score spürbar. Wie Entwickler Maik Buchner es formuliert: „Wenn das Muster eine Krücke wird, wird abermals abgestraft.”
Der Gesamt-Score kombiniert schließlich den ABCD-Score mit den Entrybedingungen am Punkt D: Orderblocks, Fair Value Gaps, Liquidity Sweeps, OTE-Zone, Momentum und Candlestick-Pattern. Die Formel ABCD-Score (max. 100) plus Entrybedingungen (max. 100) ergibt einen theoretischen Maximalwert von 200. Das wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich. Warum nicht einfach alles auf 100 normieren? Maik Buchner begründet das mit der Lesbarkeit: Wenn ein Muster einen ABCD-Score von 80 hat und man alles auf 100 % herunterrechnet, steht dort eine 40. Der Nutzer denkt: schwach. Dabei ist 80 ein guter Musterwert. Die 200er-Skala verhindert diese Fehlinterpretation und hält den ABCD-Score als eigenständige Größe sichtbar.
Die Gewichtung der Entrybedingungen im Standardprofil:
- Cluster (MTF-Konfluenz): ca. 21 % , wenn mehrere ABCD-Muster aus verschiedenen Zeitebenen denselben Punkt D treffen
- Orderblock / Fair Value Gap: ca. 17 % , wenn Punkt D in einem OB oder einer FVG liegt
- Liquidity Sweep: ca. 17 % , wenn vor der Umkehr Liquidität abgeholt wurde
- Entrybox Momentum: ca. 21 % , wie dynamisch der Strukturbruch in der Entrybox zustande kommt
- OTE-Zone: ca. 8 % , ob Punkt D in der Optimal Trade Entry Zone (Fibonacci-Retracement zwischen 62 % und 88 %) liegt
- Candlestick Pattern: ca. 4 % , ob an Punkt D ein Hammer, Engulfing oder Inside Bar vorliegt
- Weitere Faktoren: ca. 12 % , etwa Box-in-Box-Setups
Alle Gewichtungen sind vollständig konfigurierbar. Du kannst jeden Faktor nach oben oder unten drehen. Oder Du setzt sie auf Null, wenn Du bestimmte Konzepte nicht nutzt. Die verbleibenden Faktoren werden dann automatisch relativ stärker gewichtet. Über die Label-Einstellung „Debug” siehst Du sämtliche Einzelwerte der Score-Berechnung direkt im Chart.
Alphamonics im Praxistest – meine Erfahrungen
Einen Indikator nach seiner Dokumentation zu beurteilen, ist das eine – ihn wochenlang im Live-Chart einzusetzen, das andere. Ich habe den Alphamonics Scanner auf verschiedenen Märkten getestet: EUR/USD und GBP/USD im Forex, DAX und S&P 500 bei den Indizes, sowie einzelne US-Aktien. Meine Zeitebenen reichten vom 1-Stunden-Chart bis zum Wochenchart.
Einrichtung und erste Schritte
Nach der Buchung über alphamonics.de wurde mein TradingView-Account innerhalb weniger Stunden freigeschaltet. Die erste Konfiguration erfordert etwas Geduld: Der Scanner bietet über 50 Einstellungsparameter in mehreren Gruppen, von ZigZag-Längen über Fibonacci-Toleranzen bis hin zur Score-Gewichtung. Wer sich noch nie mit harmonischen Mustern beschäftigt hat, wird hier anfangs erschlagen.
Das mitgelieferte 45-seitige Handbuch hilft an dieser Stelle deutlich. Es erklärt nicht nur die Bedienung, sondern auch die zugrundeliegenden Konzepte, von Fraktalität über Liquidität bis zum Scoring-Aufbau. Statt den Nutzer mit einem Black-Box-Tool allein zu lassen, liefert Alphamonics die theoretische Grundlage gleich mit. Für Einsteiger, die Price Action und SMC-Konzepte erst lernen, ist das ein echtes Plus.
Warum konzentriert sich der Scanner auf ABCD-Muster und nicht auf die komplexeren harmonischen Formationen wie Gartley, Butterfly oder Crab? Entwickler Maik Buchner erklärt das pragmatisch: Aus der XABCD-Lehre existieren über 70 verschiedene Mustertypen. Maik selbst kennt 78. Alle in einen einzigen Indikator zu packen, wäre technisch kaum umsetzbar und für den Nutzer nicht mehr handhabbar. Also die bewusste Entscheidung: vereinfachen, ohne die Substanz zu verlieren.
Der Gedanke dahinter ist fraktal: Ein bullisches ABCD-Muster (A nach D fallend, dann auflösend nach oben) hat ein Kursziel. Wird dieses Ziel erreicht, entsteht daraus oft automatisch ein übergeordnetes XABCD-Muster. Man könnte also am Take-Profit eine Umkehr traden. Theoretisch machbar, aber die Entwickler halten es bewusst einfach. Dieser Ansatz leuchtet mir als diskretionärem Trader ein: Statt 78 Muster zu lernen und zu interpretieren, nutzt Du das eine Grundmuster und lässt den fraktalen Aufbau des Marktes die Komplexität übernehmen.
Signalqualität und Trefferquote
Der Scanner liefert saubere Mustererkennung. Die erkannten ABCD-Formationen stimmten in meinem Test durchgehend mit den Fibonacci-Verhältnissen überein. Falsch erkannte Muster habe ich nicht gefunden, was für die Qualität des ZigZag-Algorithmus spricht.
Bei der Trefferquote wird es komplizierter. Der Scanner erkennt Muster und bewertet sie. Ob ein Trade am Punkt D profitabel wird, hängt von Faktoren ab, die kein Indikator vollständig erfassen kann: Nachrichtenlage, Marktstimmung, Volumen, Positionsgröße und nicht zuletzt das eigene Risikomanagement. Alphamonics bietet aktuell keine integrierten Backtesting-Ergebnisse, da diese von entsprechenden Faktoren abhängig sind und bei jedem Trader unterschiedlich ausfallen würden.
Was ich sagen kann: Signale mit einem Gesamt-Score über 80 % und einer Multi-Timeframe-Konfluenz (Raketen-Emoji) waren in meinem Testzeitraum die zuverlässigsten. Muster mit niedrigem Score und ohne SMC-Bestätigung können Fehlsignale liefern oder vor Erreichen der Zielzonen drehen. Der Score tut also genau das, was er soll: Er filtert. Und das Filtern von Setups ist aus meiner Erfahrung der wichtigste Schritt zwischen Mustererkennung und profitablem Trading.
Alarmfunktion und Discord-Community
Wer nicht ständig vor dem Bildschirm sitzt, benötigt gute Alarme. Hier liefert der Scanner. Er bietet detailliert konfigurierbare Alarme über die TradingView-Alert-Funktion: Du kannst Benachrichtigungen für neue ABCD-Muster, Entryboxen, OTE-Kontakte, HTF-Sweeps oder Clusterzonen einzeln aktivieren und einen Mindest-Score als Filter setzen. In meinem Test funktionierte das zuverlässig. Die Alarme kamen zeitnah, und die Webhook-Integration für Discord erlaubt eine automatische Weiterleitung inklusive Chart-Screenshot.
Die Discord-Community von Alphamonics dient als Support-Kanal und zum Austausch unter Nutzern. Die Entwickler sind dort direkt ansprechbar. Zusätzlich läuft ein automatisierter Screener, der laut Anbieter über 200 Aktien und die wichtigsten Krypto-Werte überwacht. Für Swing-Trader und nebenberufliche Trader, die nicht jedes Instrument einzeln scannen wollen, ist das eine praktische Ergänzung.
Kosten und Preismodelle
Alphamonics bietet drei Lizenzmodelle an, jeweils inklusive aller Funktionen, Handbuch, Discord-Zugang und laufender Updates:
- Monatlich: 99 € pro Monat, flexibles Modell und jederzeit kündbar
- Jährlich: 999 € pro Jahr (entspricht ca. 83 € pro Monat), 16 % günstiger als die Monatsvariante
- Lifetime: 2.499 € einmalig. Einmal zahlen, dauerhaft nutzen
Alle Preise verstehen sich laut Anbieter inklusive gesetzlicher Mehrwertsteuer. Eine kostenlose Testphase gibt es nicht.
Zur Einordnung: 99 € pro Monat liegen im oberen Preissegment für TradingView-Indikatoren. Vergleichbare Scanner-Tools wie LuxAlgo starten bei niedrigeren Monatsbeiträgen, bieten allerdings keine kombinierte ABCD- und SMC-Analyse. Ob sich die Investition lohnt, hängt davon ab, wie intensiv Du mit harmonischen Mustern und Smart-Money-Konzepten arbeitest und ob Du bereit bist, die manuelle Analysezeit gegen einen automatisierten Scanner einzutauschen. Für Trader, die nur gelegentlich ein ABCD-Pattern suchen, ist der Preis hoch. Für Trader, die täglich mehrere Märkte und Zeitebenen systematisch scannen wollen, kann er sich schnell amortisieren. Hier ist auch hervorzuheben, dass der Scanner ein musterbasiertes Handelssystem darstellt und nicht einfach nur einen weiteren Indikator.
Vorteile und Nachteile des Alphamonics Scanners
Nach meinem mehrwöchigen Praxistest fasse ich die wichtigsten Stärken und Schwächen zusammen.
Die Vorteile des Alphamonics Scanners im Überblick:
- Einzigartige Kombination: Kein anderer TradingView-Indikator verbindet ABCD-Mustererkennung mit SMC-Kontextanalyse und quantitativem Scoring in einem einzigen Tool
- Hohe Konfigurierbarkeit: Über 50 Parameter erlauben die Anpassung an nahezu jeden Handelsstil, vom aggressiven Daytrading bis zum konservativen Swing-Ansatz
- Multi-Timeframe-Analyse: Gleichzeitige Mustererkennung auf aktuellem und übergeordnetem Zeitfenster mit automatischer Clusterzone-Erkennung
- Transparentes Scoring: Jeder Score-Bestandteil ist nachvollziehbar und anpassbar. Kein Black-Box-Signal
- Umfassende Dokumentation: 45-seitiges Handbuch erklärt nicht nur die Bedienung, sondern auch die Theorie
- Alarm-System: Detailliert konfigurierbare Alarme mit Discord-Webhook für automatische Benachrichtigungen
Die Nachteile und Einschränkungen:
- Hoher Preis: Premium-Niveau ohne kostenlose Testphase. Das erfordert einen Vertrauensvorschuss
- Steile Lernkurve: Die Vielzahl der Einstellungen kann Anfänger zu Beginn trotz guter Dokumentation überfordern
- Kein Backtesting: Historische Performance-Daten fehlen bislang. Aufgrund der Komplexität dürften die Ergebnisse für jeden Anwender unterschiedlich ausfallen.
- Nur TradingView: Der Scanner läuft ausschließlich auf TradingView, andere Plattformen werden nicht unterstützt
- Junges Produkt: Erst seit Anfang 2026 am Markt, kleine Nutzerbasis, noch wenig unabhängige Erfahrungsberichte
- Invite-Only-Zugang: Kein freier Download über den TradingView-Store. Buchung nur über die Anbieter-Website
Für wen eignet sich der Alphamonics Scanner?
Der Scanner richtet sich an Trader, die harmonische Muster bereits kennen oder gezielt lernen wollen und diese nicht mehr manuell suchen möchten. Drei typische Nutzerprofile sehe ich:
Aktive Trader, die Trading-Strategien auf Basis von harmonischen Mustern und SMC-Konzepten verfolgen und täglich mehrere Märkte scannen. Für sie spart der Scanner erhebliche Analysezeit und liefert mit dem Scoring-System eine objektive Grundlage für die Setup-Selektion.
Nebenberufliche Trader, die nicht stundenlang vor dem Chart sitzen können. Über die Alarmfunktion erhalten sie gezielt Benachrichtigungen, wenn ein Signal die definierten Kriterien erfüllt, inklusive Score-Filter. Sie können dann am Abend oder am Wochenende entscheiden, ob sie den Trade umsetzen.
Trader, die ihre Analyse systematisieren wollen und den Schritt von der subjektiven Einschätzung zur regelbasierten Bewertung machen möchten. Der Scanner zwingt durch sein Scoring-System zur Disziplin: Nicht jedes Muster wird gehandelt, sondern nur diejenigen, die den selbst gesetzten Qualitätsstandard erfüllen.
Weniger geeignet ist der Scanner für reine Fundamentalanalysten, für Trader ohne TradingView-Zugang (Hinweis: Alphamonics lässt sich auch mit der kostenfreien Version von TradingView nutzen) und für absolute Anfänger, die noch keine Grundlagen in technischer Analyse mitbringen. Der Scanner ersetzt kein Trading-Wissen. Er verstärkt vorhandenes Wissen durch Automatisierung und Objektivierung.
Alternativen zum Alphamonics Scanner
Wer nach ähnlichen Tools sucht, hat auf TradingView einige Optionen, wenn auch keine mit exakt demselben Funktionsumfang:
LuxAlgo bietet ein Paket aus drei Premium-Indikatoren für TradingView, die sich auf Trendfolge, Signalgenerierung und Volumenanalyse konzentrieren. Der Ansatz ist breiter als bei Alphamonics, dafür fehlt der Fokus auf harmonische Muster und das integrierte ABCD-Scoring. Preislich liegt LuxAlgo unter dem Niveau von Alphamonics.
Die TradingView-Indikatoren von Kagels Trading (Fibo Cross, Swing Catcher und Pullback 9/30) verfolgen einen anderen Ansatz: Sie liefern konkrete Handelssignale auf Basis von Fibonacci-Leveln und Trenddynamik, inklusive Entry, Stop-Loss und Take-Profit direkt im Chart. Im Gegensatz zum Alphamonics Scanner sind sie als Signalgeber konzipiert, nicht als Trading-System für harmonische Muster.
Kostenlose ABCD-Scanner auf TradingView existieren in der Community-Library. Sie erkennen grundlegende ABCD-Formationen, bieten aber in der Regel keine SMC-Integration, kein Scoring und keine Multi-Timeframe-Analyse. Für einen ersten Einstieg in harmonische Mustererkennung können sie ausreichen. Für eine systematische, kontextbasierte Analyse greifen sie zu kurz.
Auch der Ansatz des ICT Tradings (Inner Circle Trader) deckt viele SMC-Konzepte ab, die im Alphamonics Scanner integriert sind. ICT liefert allerdings kein automatisiertes Tool, sondern ein Rahmenwerk für diskretionäre Analyse. Wer ICT-Konzepte manuell anwendet und diese um ein ABCD-Muster-Scoring ergänzen will, findet im Alphamonics Scanner ein passendes Werkzeug.
Fazit: Meine Bewertung des Alphamonics Scanners
Der Alphamonics Scanner hat mich in meinem Test positiv überrascht. Das Tool geht deutlich über die typischen Pattern-Scanner hinaus, und zwar dort, wo es zählt: beim Kontext. Ein ABCD-Muster ohne Marktkontext ist eine geometrische Form, kein Handelssignal. Erst die Kombination mit Orderblocks, Fair Value Gaps, Sweeps und Multi-Timeframe-Konfluenz macht aus einem Muster ein bewertetes Setup. Genau das liefert der Scanner.
Die technische Umsetzung ist solide, die Dokumentation vorbildlich, und die Konfigurierbarkeit erlaubt eine Anpassung an unterschiedliche Handelsstile. Ich habe in über 45 Jahren viele Tools gesehen. Der Alphamonics Scanner gehört zu den durchdachteren Produkten in der Nische der harmonischen Mustererkennung.
Gleichzeitig benenne ich die Schwachstellen klar: Der Preis ist ambitioniert, eine kostenlose Testphase fehlt, und Backtesting-Daten stehen noch aus. Die Entwickler sind mit fünf Jahren Trading-Erfahrung noch am Anfang ihres Weges, auch wenn das der Qualität des Codes keinen Abbruch tut. Langfristig wird entscheidend sein, ob die versprochenen Weiterentwicklungen (Backtesting, erweiterte Alarme) kommen und wie sich die Community entwickelt.
Meine Empfehlung: Wenn Du bereits mit harmonischen Mustern und Smart Money Concepts arbeitest oder diesen Ansatz systematisch in Dein Trading integrieren willst, ist der Alphamonics Scanner ein Werkzeug, das Dir echte Analysezeit spart und Deine Einstiege an feste Strukturen koppelt. Wenn Du noch ganz am Anfang stehst, investiere zuerst in die Grundlagen. Das mitgelieferte Handbuch ist dafür bereits ein guter Startpunkt.
Häufige Fragen zum Alphamonics Scanner
Wie erkennt man ein ABCD-Muster im Chart?
Ein ABCD-Muster besteht aus drei aufeinanderfolgenden Preisbewegungen (Legs), die bestimmte Fibonacci-Verhältnisse einhalten. Das BC-Leg ist ein Retracement des AB-Legs (typisch 61,8 % oder 78,6 %), und das CD-Leg bildet eine Extension in Richtung des AB-Legs. Entscheidend ist die Symmetrie: Idealerweise sind AB und CD in Dauer und Preisspanne ähnlich. Ohne Scanner suchst Du diese Muster manuell mit dem Fibonacci-Zeichentool in TradingView. Der Alphamonics Scanner automatisiert diesen Prozess.
Was kostet der Alphamonics Scanner?
Alphamonics bietet drei Preismodelle: 99 € monatlich (jederzeit kündbar), 999 € jährlich (ca. 83 € pro Monat, 16 % günstiger) und 2.499 € einmalig als Lifetime-Lizenz. Alle Preise sind inklusive Mehrwertsteuer und beinhalten den vollen Funktionsumfang, das 45-seitige Handbuch, Discord-Zugang und laufende Updates. Eine kostenlose Testphase gibt es derzeit nicht.
Lohnt sich ein TradingView-Indikator für harmonische Muster?
Das hängt davon ab, wie viel Zeit Du in die manuelle Chartanalyse investierst. Wer täglich mehrere Märkte auf verschiedenen Zeitebenen nach ABCD-Mustern scannt, spart mit einem automatisierten Scanner erhebliche Analysezeit. Der zusätzliche Nutzen eines Tools wie Alphamonics liegt in der objektiven Bewertung über das Scoring-System. Es filtert schwache von starken Setups, bevor Du eine Handelsentscheidung triffst.
Benötigt man Trading-Erfahrung für den Alphamonics Scanner?
Grundkenntnisse in technischer Analyse und Chartmustern sind empfehlenswert. Der Scanner erklärt Dir nicht, warum ein Orderblock eine relevante Zone ist oder warum ein Liquidity Sweep auf eine bevorstehende Trendumkehr hindeuten kann. Er zeigt Dir nur, dass diese Elemente vorhanden sind. Das mitgelieferte Handbuch vermittelt zwar die Grundlagen, ersetzt aber keinen strukturierten Lernprozess.
Gibt es eine kostenlose Testversion von Alphamonics?
Nein, eine kostenlose Testphase bietet Alphamonics derzeit nicht an. Der Zugang erfolgt über eine der drei kostenpflichtigen Lizenzen (monatlich, jährlich oder Lifetime). Wer sich vor der Buchung einen Eindruck verschaffen will, findet auf der Website und dem YouTube-Kanal von Alphamonics Beispielvideos und Chartanalysen mit dem Scanner.
Über den Autor
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er handelt seit 1978 an den internationalen Finanzmärkten und hat sich auf diskretionäres Price-Action-Trading in den Bereichen Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte spezialisiert.
In den späten 1980er-Jahren übersetzte Karsten Kagels die Elliott-Wellen-Literatur von Robert Prechter ins Deutsche und war über 17 Jahre lang der Repräsentant von Joe Ross in Deutschland, wo er 10 Tradingbücher von Ross übersetzte und veröffentlichte.
Für diesen Erfahrungsbericht hat Karsten Kagels den Alphamonics Scanner über mehrere Wochen im eigenen Live-Chart getestet, auf Forex-, Index- und Aktienmärkten, auf Zeitebenen vom 1-Stunden- bis zum Wochenchart. Die Bewertung erfolgt aus der Perspektive eines diskretionären Traders mit über 45 Jahren Markterfahrung.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer geprüft.










