An der US-Börse sind rund 4.000 Unternehmen gelistet, weltweit sind es einige zehntausend. Kein Mensch sieht sich diese Liste einzeln an. Genau dafür gibt es Aktienscreener: Programme, die aus dem gesamten Markt in Sekunden die Handvoll Aktien herausfiltern, die deine Kriterien erfüllen.
Ich habe für diesen Test 14 Screener geöffnet und jeweils dieselbe Frage gestellt: Was kann das Werkzeug, ohne dass ich zahle? Denn genau daran scheiden sich die Anbieter. Manche verschenken ihren kompletten Filterumfang, andere zeigen dir gratis 50 Aktien und stellen den Rest hinter eine Bezahlschranke. Beides ist legitim, aber du solltest es vorher wissen.
Ein Sonderfall fällt aus diesem Raster. Der TradesScanner filtert nicht nur, sondern liefert fertige Setups samt Einstieg und Stop. Dafür kostet er auch mehr als die reinen Filterwerkzeuge in diesem Test.
Alle Preise und Funktionen in diesem Beitrag habe ich im August 2026 direkt auf den Anbieterseiten geprüft. Ein Anbieter aus der früheren Fassung dieses Artikels hat es nicht durch die Prüfung geschafft, dazu unten mehr. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Aktienscreener kostenlos: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Ein Aktienscreener filtert den Aktienmarkt nach Kennzahlen. Du gibst Kriterien vor, das Tool liefert die passende Trefferliste.
- Die stärksten Gratis-Screener sind TradingView, onvista und Eulerpool. Alle drei filtern ohne Bezahlung über tausende Aktien.
- Kostenlos heißt fast nie unbegrenzt. Üblich sind Limits bei Aktienzahl, Kennzahlen-Historie oder gespeicherten Suchen.
- Für den Einstieg reicht ein Gratis-Screener aus. Ein Abo lohnt erst, wenn dir konkret eine Kennzahl oder ein Markt fehlt.
Aktienscreener einfach erklärt
Ein Aktienscreener ist ein Filterwerkzeug für den Aktienmarkt. Er durchsucht eine Datenbank mit Kurs- und Unternehmenszahlen und gibt genau die Aktien aus, die zuvor festgelegte Kriterien erfüllen.
Ein Screener ist immer nur so gut wie die Kriterien, die du ihm vorgibst. Wie sich ein bekanntes Auswahlraster in konkrete Filtereinstellungen übersetzen lässt, zeigen wir Schritt für Schritt an den sieben Kriterien der CAN SLIM Methode. Umgekehrt gibt es Segmente, die ein Screener kaum abbildet: Bei Pennystocks greifen Qualitätsfilter wie stetige Gewinne oder Dividendenhistorie ins Leere, weil genau diese Merkmale dort fehlen.
Der Screener nimmt dir das Suchen ab, nicht das Entscheiden. Du sagst ihm zum Beispiel: deutsche Aktien, KGV unter 15, Dividendenrendite über drei Prozent. Aus zehntausenden Werten bleiben dann vielleicht zwölf übrig. Diese zwölf schaust du dir danach selbst an. Genau dieser zweite Schritt entscheidet: Im Energiesektor stehen die höchsten Dividendenrenditen fast immer bei US-Personengesellschaften, die ein Screener nicht von Aktien unterscheidet. Nachlesen kannst du das bei den Öl Aktien nach Dividendenrendite.
Kurz erklärt: Das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) setzt den Aktienkurs ins Verhältnis zum Jahresgewinn je Aktie. Ein niedriges KGV bedeutet, dass du für einen Euro Unternehmensgewinn wenig bezahlst.
Manche Screener heißen auch Aktienscanner oder Aktienfinder. Gemeint ist dasselbe. Ein Scanner betont dabei eher die laufende Überwachung in Echtzeit, ein Finder eher die einmalige Suche. Die Grenzen sind fließend, und die Anbieter halten sich nicht an die Begriffe. Für ETFs statt Einzelaktien gibt es das Gegenstück dazu: die Fondssuche von justETF. Woher die Kurse für solche Scanner kommen, zeigt unser Überblick zu den Börsendaten von Infront.
Ein Screener liefert nur die Vorauswahl. Welche Programme die Kandidaten danach auswerten, zeigt unser Vergleich der Chartsoftware.
So funktioniert ein Aktienscreener
Jeder Screener arbeitet in drei Schritten. Erst wählst du das Aktienuniversum, also den Markt. Dann setzt du die Filter. Zum Schluss sortierst du die Treffer nach der Kennzahl, die dir am wichtigsten ist.
Die Filter teilen sich in zwei Familien. Fundamentale Kriterien stammen aus dem Geschäftsbericht: Umsatz, Gewinn, Verschuldung, Dividende. Technische Kriterien stammen aus dem Chart: gleitende Durchschnitte, Handelsvolumen, relative Stärke, technische Indikatoren wie der RSI.
Langfristige Anleger und kurzfristige Trader nutzen dieselbe Software unterschiedlich. Wer Jahre halten will, filtert nach Bilanzqualität. Wer Tage halten will, filtert nach Momentum und Volumen. Gute Screener können beides und lassen sich kombinieren.
Je mehr Filter du setzt, desto weniger Treffer bleiben übrig. Das klingt banal, ist aber die häufigste Anfängerfalle. Wer acht Kriterien gleichzeitig anlegt, bekommt oft null Ergebnisse und hält den Screener für kaputt. Fang mit zwei bis drei Filtern an und zieh sie danach enger.
Ein bekanntes Beispiel für einen festen Filtersatz ist das Trend Template von Mark Minervini, das acht Bedingungen an gleitende Durchschnitte, 52-Wochen-Hoch und relative Stärke stellt und sich in fast jedem Screener nachbauen lässt.
Ein häufig genutztes Filterkriterium ist das Golden Cross. Bevor du danach screenst, lohnt der Blick auf die Trefferquote von 33 Signalen seit 1971.
Die 14 Aktienscreener im Vergleich
Die folgende Übersicht beantwortet die häufigste Frage zuerst: Was geht ohne Bezahlung? Alle Angaben sind der Stand vom August 2026, geprüft auf den Anbieterseiten.
| Screener | Gratis nutzbar | Preis ab |
|---|---|---|
| TradingView | ja, voller Screener | 0 € (Basic) |
| onvista | ja, ohne Anmeldung | 0 € |
| Eulerpool | ja, über 100.000 Titel | 0 € (Free) |
| Finanzen.net | ja, vollständig | 0 € |
| Investing.com | ja, vollständig | 0 € |
| Yahoo Finance | ja, vollständig | 0 € |
| stock3 | ja, mit Anmeldung | 0 € |
| aktien.guide | eingeschränkt | 9,90 € / Monat |
| FinViz | ja, Basisversion | 39,50 $ / Monat |
| ChartMill | eingeschränkt | 22,50 € / Monat |
| Seeking Alpha | eingeschränkt | 299 $ / Jahr |
| TraderFox | nein | 29 € / Monat |
| Marketscreener | zeitlich begrenzt | 29 € / Monat |
| Aktienfinder | 50 Aktien gratis | 24,17 € / Monat |
Zwei Dinge fallen an dieser Tabelle auf. Erstens: Die breitesten Datenbanken kosten nicht zwingend am meisten. Zweitens: Die deutschsprachigen Spezialisten verlangen im Schnitt mehr als die großen internationalen Portale, liefern dafür aber Kennzahlen, die es sonst nirgends gibt.
Die 14 besten Aktienscreener
Einen Sonderfall stellen Screener dar, die nicht nach Kennzahlen, sondern nach Kalendermustern filtern. Wie gut das funktioniert, zeigt unser Beitrag Seasonax im Test: saisonaler Screener und Kosten.
1. aktien.guide
aktien.guide ist der Screener für Anleger, die einer festen Strategie folgen wollen. Das deutschsprachige Analysehaus richtet sich an die DACH-Region und stellt nach eigener Angabe über drei Millionen Investoren weltweit Daten bereit.
Im Zentrum stehen drei fertige Kennzahlensysteme, die du nicht selbst bauen musst:
- Dividendenstrategie: sucht Unternehmen mit stabilen und wachsenden Ausschüttungen.
- High-Growth-Investing: filtert auf Umsatz- und Gewinnwachstum.
- Levermann-Strategie: die quantitative Methode der Ex-Fondsmanagerin Susan Levermann mit 13 Prüfpunkten.
Der Gratis-Zugang ist hier deutlich enger als bei den großen Portalen. Die Basis-Mitgliedschaft kostet nichts und ist dauerhaft nutzbar, deckt aber nur einen Ausschnitt ab. Der vollständige Screener steckt im Abo.
Das kostet aktien.guide:
- Basis: 0 €, dauerhaft
- Premium: 9,90 € pro Monat bei jährlicher Zahlung
- Unlimited: 29,90 € pro Monat bei jährlicher Zahlung
Lies hier unseren Review über aktien.guide
2. Aktienfinder
Der Aktienfinder ist der Spezialist für Bewertung, nicht für Masse. Er zeigt zu jeder Aktie, ob sie gerade günstig oder teuer ist, und untermauert das mit Charts über bis zu 30 Jahre Fundamentaldaten.
Seit 2025 gibt es dieselbe Logik auch für ETFs. Der ETF-Finder prüft nach Anbieterangabe über 2.200 in Deutschland handelbare ETFs auf Qualität. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal, denn die meisten Screener behandeln ETFs nur als Beiwerk.
Beim Gratis-Zugang ist der Anbieter am strengsten im Testfeld. Die Basic-Version zeigt dir 50 Top-Aktien und 25 Top-ETFs. Zum Reinschnuppern reicht das, zum Screenen nicht.
Das kostet der Aktienfinder:
- Basic: 0 € mit 50 Aktien und 25 ETFs
- Aktienfinder: 290 € im Jahr, umgerechnet 24,17 € pro Monat
- ETF-Finder: 149 € im Jahr, umgerechnet 12,42 € pro Monat
- Premium Bundle mit Börsenbrief: 490 € im Jahr, umgerechnet 40,83 € pro Monat
3. Finanzen.net
Finanzen.net liefert den einfachsten Einstieg im Testfeld. Das Portal gehört zu den größten Finanzportalen in Deutschland, und der Screener ist bewusst schlicht gehalten.
Die Filter decken die Grundlagen ab und hören dort auch auf. Du kommst an Bilanzkennzahlen und Bewertungskennzahlen heran, aber nicht an feine technische Kriterien. Für einen ersten Überblick über den deutschen Markt ist das ausreichend.
Das kostet der Finanzen.net Screener: Er ist kostenlos und ohne Anmeldung direkt auf der Webseite nutzbar.
4. FinViz
FinViz ist der Standard unter US-Tradern. Die Abkürzung steht für Financial Visualization, und genau das ist die Stärke: Marktinformationen zu Aktien und ETFs als kompakter Snapshot, inklusive der bekannten Heatmap.
Der große Haken ist die Marktabdeckung. FinViz führt ausschließlich an US-Börsen gelistete Werte. Deutsche Aktien findest du hier nicht. Wer DAX-Werte screenen will, ist bei onvista oder Finanzen.net besser aufgehoben.
Die kostenlose Version ist erstaunlich vollständig. Du bekommst den Screener, Charts und 50 voreingestellte Filtersätze. Die Kurse laufen dabei mit einer Minute Verzögerung.
Das kostet FinViz Elite:
- Basisversion: kostenlos
- Elite monatlich: 39,50 US-Dollar
- Elite jährlich: 299,50 US-Dollar
Lies hier unseren Review über FinViz
5. stock3
stock3 ist die Plattform, die aus Guidants und GodmodeTrader entstanden ist. Damit gehört sie zu den größten Anlaufstellen für Online Trading im deutschsprachigen Raum.
Der eigentliche Trumpf sind die fertigen Screener-Vorlagen. Du musst keinen Filtersatz selbst bauen, sondern wählst eine vorgefertigte Strategie. Dazu zählen unter anderem:
- Deep Value: fundamental günstig bewertete Aktien nach Gewinn, Cashflow und Umsatz
- Wachstums-Stars: über fünf Prozent Wachstum bei Umsatz, Gewinn und freiem Cashflow
- Turnaround: stark gefallene Werte, die sich zuletzt stabilisiert haben
- Hidden Champions: hohe Kapitalrendite und Marge bei solidem Wachstum
- Dividenden-Champions: hohe und zugleich stabile Ausschüttungen
Ein Vorlagen-Screener nimmt dir Arbeit ab und Denken nicht. Wer eine Vorlage übernimmt, sollte wissen, welche Annahme dahintersteckt. Turnaround heißt eben auch: Diese Aktien sind aus einem Grund gefallen.
Das kostet der stock3 Screener: Das Screener-Widget ist nach kostenloser Anmeldung nutzbar.
6. Investing.com
Investing.com bietet den Screener als Teil eines sehr großen Finanzportals. Die Filter lassen sich nach Fundamentaldaten, technischen Daten, Performance oder nach Candlestick-Mustern sortieren.
Die Sortierung nach Candlestick-Mustern ist im Testfeld selten. Sie ist praktisch, wenn du nach einer Formation suchst und nicht nach einer Kennzahl. Verlass dich aber nicht blind darauf, dass die automatische Mustererkennung dasselbe sieht wie du.
Das kostet der Investing.com Screener: Er ist kostenlos direkt auf der Webseite nutzbar.
7. Marketscreener.com
Marketscreener kombiniert Screener und Analystenmeinung. Gefiltert wird nach Land, Sektor oder Marktkapitalisierung, und die Datenbank umfasst nach Anbieterangabe über 70.000 Aktien.
Der Unterschied zu den anderen sind die Ratings. Zu jeder Aktie gibt es ein Trading Rating und ein Investment Rating sowie eine Stärken-Schwächen-Analyse. Das ist eine fremde Einschätzung, keine Kennzahl. Nimm sie als Ausgangspunkt, nicht als Ergebnis.
Der Gratis-Zugang ist hier zeitlich begrenzt, nicht funktional. Du kannst den Screener täglich für eine gewisse Spanne nutzen, danach greift die Schranke.
Das kostet Marketscreener:
- Access: 29 € pro Monat, jährlich 24 € pro Monat
- Analyst: 49 € pro Monat, jährlich 40 € pro Monat
- Pro: 249 € pro Monat, jährlich 199 € pro Monat
8. Seeking Alpha
Seeking Alpha ist vor allem eine Analyse-Plattform mit angeschlossenem Screener. Die Datenbank umfasst knapp 20.000 Aktien, die sich über Advanced Filters eingrenzen lassen.
Der Screener ist hier nicht das Produkt, sondern der Einstieg. Bezahlt wird für die Analysen und Bewertungs-Grades. Wer nur filtern will, bekommt das anderswo kostenlos.
Achte auf den Einstiegspreis. Die beworbenen 4,95 US-Dollar gelten für den ersten Monat. Danach greift der reguläre Jahrespreis.
Das kostet Seeking Alpha:
- Basic: kostenlos, stark eingeschränkt
- Premium: 299 US-Dollar im Jahr
- PRO: 2.400 US-Dollar im Jahr
Seeking Alpha im Test: Funktionen, Kosten und für wen sich das Abo lohnt
9. TraderFox
TraderFox ist der einzige Anbieter im Test ohne kostenlose Dauernutzung. Die Börsensoftware richtet sich an aktive Trader und liefert Echtzeitkurse, Chartsignale und einen Aktienscanner.
Die Abdeckung liegt bei rund 12.000 Aktien aus den USA und Europa. Das Ranking-Tool durchsucht nach Anbieterangabe 15.000 Aktien. Nach eigener Angabe nutzen über 100.000 Trader die Plattform.
Auf die Mindestlaufzeit solltest du achten. Beide Pakete laufen nicht monatlich kündbar, sondern über eine feste Laufzeit. Das steht auf der Bestellseite, geht in der Preisangabe aber leicht unter.
Das kostet TraderFox:
- Börsensoftware inklusive Aktienscreener: 29 € pro Monat, drei Monate Laufzeit, gesamt 87 €
- Morningstar-Datenpaket: 25 € pro Monat, sechs Monate Laufzeit, gesamt 150 €
Lies hier unseren Review über TraderFox
10. Yahoo Finance
Yahoo Finance ist der unterschätzte Gratis-Screener. Er steckt inzwischen im Research Hub des Portals und lässt sich ohne Registrierung benutzen.
Die Filterliste deckt die Grundlagen sauber ab: Region, Marktkapitalisierung, Kurs, Sektor und Branche, erweiterbar um weitere Kriterien. Wer sich anmeldet, kann seine Screener-Ergebnisse speichern.
Das kostet der Yahoo Finance Screener: Er ist kostenlos.
11. Der Aktienscreener von TradingView
Für mich ist TradingView der beste Aktienscreener am Markt. Der Grund ist nicht die Zahl der Filter, sondern die Übersichtlichkeit. Ich finde mich dort nach wenigen Sekunden zurecht, und das gilt für kaum ein anderes Tool im Testfeld.
Die Plattform bietet drei getrennte Screener für Aktien, Forex und Krypto. Gefiltert wird über mehr als 100 Suchfelder, sortiert nach Beschreibend, Finanzwerte und Technisch.
Entscheidend ist, dass all das schon im Gratis-Zugang steckt. Der TradingView Aktienscreener läuft in der Basic-Mitgliedschaft ohne Bezahlung, samt Echtzeitdaten zu den globalen Märkten.
Deine Filtersätze kannst du speichern und wieder laden. Über das Menü des Screener-Namens legst du eigene Vorlagen an, auf Wunsch mit Autosave. Zusätzlich lassen sich Alarme auf einen Filtersatz legen und die Ergebnisse als CSV-Datei exportieren.
Das kostet der TradingView Screener: Kostenlos in der TradingView Basic Mitgliedschaft.
Alles über TradingView im Überblick
12. onvista Aktienfinder
Der onvista Aktienfinder ist der stärkste deutschsprachige Gratis-Screener im Test. Er läuft ohne Anmeldung, ist komplett auf Deutsch und stellt nach Anbieterangabe über 500 Kriterien bereit.
Die Filterliste geht deutlich über die üblichen Portal-Screener hinaus. Neben KGV, KBV, PEG und Dividendenrendite findest du dort ein Chance-Rating und ein Risiko-Rating von theScreener sowie einen Nachhaltigkeits-Score.
Praktisch ist, dass die Trefferliste ohne Suchen-Button aktualisiert. Du ziehst einen Filter enger und siehst sofort, wie viele Aktien übrig bleiben. Für das Herantasten an einen Filtersatz ist das die angenehmste Bedienung im Testfeld.
Das kostet der onvista Aktienfinder: Er ist kostenlos. Ein Konto brauchst du nur, wenn du eigene Suchen speichern willst.
13. Eulerpool
Eulerpool tritt als Bloomberg für Privatanleger an und löst diesen Anspruch beim Gratis-Zugang überraschend gut ein. Das Produkt heißt inzwischen Eulerpool Terminal. Den großen Bruder findest du in unserem Beitrag zum Bloomberg Terminal.
Der kostenlose Plan deckt über 100.000 Aktien, ETFs und Fonds ab. Dazu kommen zehn Jahre Jahresfinanzdaten, ein Dashboard, der Screener und eine DCF-Modellierung. Das ist für einen Nulltarif ungewöhnlich viel.
Kurz erklärt: Ein DCF-Modell (Discounted Cash Flow) schätzt den Wert eines Unternehmens aus den erwarteten künftigen Zahlungsströmen. Es rechnet also aus, was die Firma heute wert wäre, wenn die Prognose eintrifft.
Die Aussage Eulerpool ist kostenlos stimmt so aber nicht mehr. Oberhalb des Free-Plans stehen zwei Abos, und der Preisabstand ist erheblich.
Das kostet Eulerpool:
- Free: 0 €, dauerhaft
- Pro: 41 € pro Monat, 490 € im Jahr
- Max: 83 € pro Monat, 990 € im Jahr
14. ChartMill.com
ChartMill ist der Screener für Trader, die technisch und fundamental gleichzeitig filtern wollen. Nach Anbieterangabe nutzen über 300.000 Investoren die Plattform, die es seit mehr als 15 Jahren gibt.
Die Filtertiefe ist im Testfeld eine der größten. Technisch kommst du an RSI, gleitende Durchschnitte, Bollinger Bänder und MACD heran. Fundamental an KGV, Gewinnwachstum, Verschuldungsquote und Dividendenrendite.
Ein Punkt gehört klar benannt: Die Kurse sind auch im Abo 15 Minuten verzögert. Der Anbieter schreibt das selbst auf der Bestellseite. Für Swing Trading und langfristige Auswahl spielt das keine Rolle. Fürs Daytrading ist ChartMill damit raus.
Das kostet ChartMill:
- Jahresabo: 22,50 € pro Monat, gesamt 269,97 € im Jahr, inklusive Swing-Trading-Kurs
- Monatsabo: 12,97 € im ersten Monat, danach 29,97 € pro Monat
Ein Anbieter hat den Test nicht überstanden
In der früheren Fassung dieses Artikels stand Aktienscreener.com auf Platz 12. Das Angebot gibt es unter diesem Namen nicht mehr.
Die Domain leitet heute auf eine Seite des Gevestor-Verlags weiter. Dort heißt es wörtlich, der bisherige Aktienscreener werde durch das Market Insight Terminal abgelöst. Die letzte eigenständige Fassung der Seite ist im Webarchiv vom 15. Mai 2026 dokumentiert, seit Ende Juni 2026 läuft die Weiterleitung durchgehend.
Einen Preis nennt die neue Seite nicht. Beworben werden 14 Tage kostenlos, die Beträge erscheinen erst im Bestellprozess. Solange das so bleibt, kann ich das Angebot nicht seriös mit den anderen 14 vergleichen. Den frei gewordenen Platz nimmt deshalb der onvista Aktienfinder ein.
Kostenlos oder bezahlt: wann sich ein Abo lohnt
Die ehrliche Antwort lautet: für die meisten Leser lohnt sich kein Abo. Sieben der 14 getesteten Screener filtern ohne jede Bezahlung über den gesamten Markt. Wer einsteigt, kommt damit sehr weit.
Vorteile der kostenlosen Aktienscreener
- Der Filterumfang reicht für die allermeisten Strategien. TradingView und onvista decken die gängigen Kennzahlen vollständig ab.
- Du gehst kein Risiko ein. Kein Abo, keine Mindestlaufzeit, kein Kündigungstermin im Kalender.
- Du lernst deine eigenen Kriterien erst kennen. Welche Filter du wirklich brauchst, weißt du nach ein paar Wochen, nicht vorher.
- Weniger Kennzahlen führen oft zu klareren Entscheidungen. Ein Screener mit 1.200 Filtern hilft nur, wenn du weißt, welche zwölf davon zählen.
Nachteile der kostenlosen Aktienscreener
- Die Historie ist meist gedeckelt. Zehn Jahre Fundamentaldaten sind der Gratis-Standard, für längere Zeiträume zahlst du.
- Echtzeitkurse fehlen häufig. Viele Anbieter liefern 15 Minuten verzögert, teils auch im Abo.
- Spezialkennzahlen stecken hinter der Schranke. Fair-Value-Modelle, Insider-Daten und Analystenschätzungen sind fast immer kostenpflichtig.
- Gespeicherte Suchen sind oft limitiert. Wer mit vielen Filtersätzen parallel arbeitet, stößt an die Grenze des Free-Plans.
Ein Abo lohnt sich, wenn du eine konkrete Lücke benennen kannst. Nicht ich hätte gern mehr Daten, sondern mir fehlt die Dividendenhistorie über 20 Jahre. Erst dann weißt du auch, welches Abo du brauchst.
Deutlich teurer wird es bei Desktop-Programmen mit eigener Kursdatenbank. Was dort für Software und Daten zusammenkommt, rechnet der Test der Tai-Pan Software vor. Wer die Auswertung ganz abgeben will, landet bei Analyse-Abos: Was ein solcher Dienst leistet, zeigt der Premium Service des Boersenpaars.
Krypto- und Forex-Screener: was dort anders funktioniert
Alle Werkzeuge in diesem Test filtern Aktien. Wer denselben Ansatz auf andere Märkte überträgt, stößt schnell an eine Grenze: Die Filterlogik hängt an den Daten, und die sehen außerhalb des Aktienmarkts völlig anders aus.
Über Aktien hinaus wird die Auswahl schnell dünn. Wer Rohstoffe, Futures und Optionen filtern will, findet bei barchart.com Screener mit über hundert Kriterien, von denen ein großer Teil ohne Abo nutzbar bleibt.
Ein Krypto-Screener ist ein Filterwerkzeug, das Kryptowährungen nach Marktdaten wie Kurs, Handelsvolumen und Marktkapitalisierung sortiert, weil klassische Bilanzkennzahlen dort nicht existieren.
Der Unterschied ist grundsätzlicher Natur. Ein KGV setzt einen Gewinn voraus, eine Dividendenrendite eine Ausschüttung. Beides gibt es bei einer Kryptowährung nicht. Übrig bleiben Kurs, Volumen, Marktkapitalisierung und Volatilität, je nach Anbieter ergänzt um On-Chain-Daten.
Bei TradingView sind es sogar zwei getrennte Werkzeuge: ein Screener für einzelne Coins und einer für Handelspaare. Das klingt nach Doppelung, hat aber einen Grund. Der eine beantwortet, welche Kryptowährung sich bewegt, der andere, auf welchem Paar und an welcher Börse sie überhaupt handelbar ist.
Für den Devisenhandel gilt dasselbe Prinzip mit wieder anderen Kennzahlen: Dort filtern Trader nach Spread, Volatilität und Handelszeiten statt nach Bilanzdaten. Welche Anbieter das leisten, steht im Vergleich der Forex Screener. Die Bedienlogik ist dieselbe, nur die Filterfelder wechseln.
Für die meisten Leser dieses Vergleichs bleibt der Aktienscreener trotzdem das wichtigere Werkzeug. Die Krypto-Variante lohnt sich, wenn du ohnehin Kryptowährungen handelst. Als Ersatz für einen Fundamentalfilter taugt sie nicht, dazu fehlen ihr schlicht die Daten.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
Prüfe zuerst, ob dein Markt überhaupt enthalten ist. Das ist der häufigste Fehlkauf. FinViz deckt ausschließlich US-Werte ab, Finanzen.net und onvista sind auf Deutschland stark. Wer DAX-Werte sucht und FinViz abonniert, hat Geld für nichts ausgegeben.
Achte auf die Verzögerung der Kurse. Für langfristige Auswahl ist sie egal. Wer intraday screent, braucht Echtzeitdaten und muss genau hinsehen, ob das Abo sie wirklich enthält.
Schau dir an, ob du Filtersätze speichern kannst. Ein Screener, bei dem du deine Kriterien jedes Mal neu klickst, wird nicht benutzt. Diese Funktion entscheidet in der Praxis mehr über den Nutzen als die Zahl der Kennzahlen.
Rechne Jahrespreise auf den Monat um, bevor du vergleichst. Die Anbieter mischen die Angaben. Ein Ab-Preis meint fast immer die jährliche Vorauszahlung, und bei TraderFox kommt eine Mindestlaufzeit dazu.
Und der wichtigste Punkt: Der Screener trifft keine Entscheidung. Er liefert eine Kandidatenliste. Was danach kommt, ist deine Arbeit.
Ein Sektorfilter ist nur so nützlich wie dein Verständnis der Sektoren dahinter. Was die elf Branchen ausmacht und wie sie sich im Konjunkturzyklus verhalten, liest du im Überblick zu Branchen-ETFs.
Für den schnellen Blick auf den Gesamtmarkt braucht es keinen Filter: Dafür ist eine Heatmap der Aktienmärkte das passendere Werkzeug.
Fazit: Für den Einstieg brauchst du kein Abo
Aktienscreener nehmen dir die Fleißarbeit ab, die früher Stunden gekostet hat. Ob Börsenneuling oder erfahrener Trader: Aus zehntausenden Werten in Sekunden eine überschaubare Liste zu machen, ist ein echter Gewinn.
Und dafür musst du in aller Regel nichts bezahlen. Sieben der 14 getesteten Screener sind dauerhaft kostenlos nutzbar, und sie stehen den Bezahlangeboten in den Grundfunktionen kaum nach.
Ich selbst arbeite am liebsten mit dem Screener von TradingView. Nicht weil er die meisten Kennzahlen hat, sondern weil ich dort am schnellsten zum Ergebnis komme. Wer ausschließlich deutschsprachig arbeiten will, ist mit dem onvista Aktienfinder genauso gut bedient.
Gerade als Anfänger reichen die kostenlosen Screener völlig aus. Sie beschränken sich auf die wichtigsten Einstellungen und verwirren dich nicht mit hunderten Kennzahlen, von denen du die meisten ohnehin nicht deutest.
Wer die Vorauswahl lieber abgibt, greift zu einem bezahlten Empfehlungsdienst. Was das kostet und was es leistet, zeigt unser Bericht zu The Motley Fool und Stock Advisor.
Ein Screener steckt auch in klassischen Handelsplattformen. Wer die Aktiensuche lieber direkt neben Chart und Ordermaske hat, findet sie im finanzen.net Trading-Desk, dessen Grundfunktionen kostenlos nutzbar sind.
Häufige Fragen zu Aktienscreenern
Welcher Aktienscreener ist der beste?
Das hängt an deinem Markt und deinem Stil. Für die meisten Anwender ist TradingView die beste Wahl, weil der volle Screener kostenlos läuft und übersichtlich bleibt. Wer ausschließlich deutsche Aktien filtert, kommt mit dem onvista Aktienfinder schneller ans Ziel.
Welche kostenlosen Aktienscreener gibt es?
Sieben der 14 getesteten Anbieter sind dauerhaft gratis nutzbar: TradingView, onvista, Eulerpool, Finanzen.net, Investing.com, Yahoo Finance und stock3. Bei stock3 brauchst du eine kostenlose Anmeldung, bei onvista und Yahoo Finance nicht einmal das.
Gibt es einen Aktienscreener auf Deutsch?
Ja, gleich mehrere. Vollständig deutschsprachig sind onvista, Finanzen.net, aktien.guide, Aktienfinder, stock3, TraderFox und Eulerpool. FinViz und Seeking Alpha gibt es nur auf Englisch.
Brauche ich für einen Aktienscreener ein Depot?
Nein. Ein Screener ist reine Analysesoftware und vom Broker unabhängig. Du kannst mit einem Screener arbeiten und die gefundene Aktie anschließend bei einem beliebigen Online-Broker kaufen.
Welche Fehler sollte man beim Screening vermeiden?
Der häufigste Fehler ist die Überfilterung. Wer zu viele Kriterien gleichzeitig setzt, bekommt null Treffer oder schließt gute Kandidaten aus. Der zweite Fehler ist blindes Vertrauen: Screener rechnen mit Vergangenheitsdaten und sagen nichts über die Zukunft.
Kann ich mit einem Aktienscreener Verluste vermeiden?
Nein, das kann kein Werkzeug. Ein Screener ist ein Analysewerkzeug, keine Garantie. Er hilft dir, Risiken früher zu erkennen und Entscheidungen auf Zahlen zu stützen. Das Marktrisiko trägst du weiterhin selbst.
Über den Autor
Karsten Kagels handelt seit 1978 an den Finanzmärkten und hat 1989 das erste deutschsprachige Standardwerk zur Elliott-Wellen-Theorie übersetzt. Heute tradet er diskretionär nach Price Action und handelt sowohl Majors als auch Minors im Devisenmarkt.
Als Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH verantwortet er die Ausbildungsinhalte, den Signaldienst und die eigenen TradingView-Indikatoren. Screener gehören für ihn zur täglichen Vorarbeit, nicht zur Entscheidung selbst.
Für diesen Test hat Karsten Kagels alle 14 Anbieterseiten im August 2026 selbst geöffnet und jeden genannten Preis an der Quelle geprüft. Es besteht keine Werbepartnerschaft mit den getesteten Anbietern mit Ausnahme der als solche gekennzeichneten Links.
Geprüft von Christian Möhrer am 14.08.2026.



























