Wenn in Deutschland jemand erklärt, was an der Wall Street gerade passiert, dann oft Markus Koch. Seit April 1996 meldet er sich aus New York, erst für n-tv, heute zusätzlich über einen eigenen YouTube-Kanal, einen Podcast und eine kostenpflichtige Community. Sein Weg dorthin war alles andere als geradlinig: Mit 19 Jahren stand er mit mehr als 70.000 D-Mark Schulden da, weil er auf Kredit spekuliert hatte.
Dieser Artikel ordnet ein, wer Koch ist und was er heute konkret anbietet. Ich habe dafür seinen Werdegang gegen die belegbaren Quellen gehalten, die Reichweiten seiner Kanäle einzeln nachgezählt und mir angesehen, was seine Mitgliedschaft kostet und was in den Vertragsbedingungen steht. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Markus Koch: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Person: Markus Koch, geboren am 10. April 1971 in Königstein im Taunus, heute 55 Jahre alt.
- Rolle: Fernsehjournalist und Produzent, berichtet seit April 1996 von der New Yorker Börse.
- Wohnort: Er lebt in der Nähe von New York City, ist in zweiter Ehe verheiratet und hat eine Tochter.
- Unternehmen: Er gründete 1994 die Presseagentur Wall Street Correspondents, an der die Verlagsgruppe Handelsblatt seit 2000 mit 25 Prozent beteiligt ist.
- Reichweite: 193.000 Abonnenten auf YouTube, rund 86.700 bei Instagram und rund 55.500 bei Facebook.
- Neue Plattform: Sein Angebot ist von 360wallstreet.de auf markuskoch.de umgezogen, betrieben von der Finanzleben GmbH.
- Kosten: Die Mitgliedschaft mit Briefings und Discord-Zugang kostet 29 Euro im Monat inklusive Mehrwertsteuer.
- Wichtig: Koch gibt keine Anlageberatung. Laut Vertragsbedingungen dienen die Inhalte der Unterhaltung.
Wer ist Markus Koch?
Markus Koch ist ein deutscher Fernsehjournalist und Produzent, der seit April 1996 von der New Yorker Börse berichtet und dafür 1994 in New York eine eigene Presseagentur gegründet hat. Bekannt wurde er durch seine Berichte für den Nachrichtensender n-tv.

Sein Alleinstellungsmerkmal ist die Dauer: Koch ist seit drei Jahrzehnten durchgehend vor Ort. Er hat den Übergang vom Parketthandel zum elektronischen Handel miterlebt, dazu die Dotcom-Blase, die Finanzkrise 2008 und die Jahre danach. Das ist ein anderer Blickwinkel als der eines Analysten, der die New York Stock Exchange aus Frankfurt kommentiert.
Wichtig für die Einordnung ist seine Rolle: Koch ist Journalist, kein Vermögensverwalter und kein Anlageberater. Er ordnet ein, was passiert, und gibt keine Kaufempfehlungen ab. Wer von ihm konkrete Positionen erwartet, sucht das Falsche.
Markus Koch im Steckbrief
| Name | Markus Koch |
| Geboren | 10. April 1971 in Königstein im Taunus |
| Wohnort | Nähe New York City |
| Beruf | Fernsehjournalist, Produzent, Sachbuchautor |
| An der Wall Street | seit 1992, als Berichterstatter seit April 1996 |
| Unternehmen | Wall Street Correspondents, Inc. (1994 als IRM Services gegründet) |
| Beteiligung | Verlagsgruppe Handelsblatt, 25 Prozent seit 2000 |
| Plattform | markuskoch.de, betrieben von der Finanzleben GmbH, Frankfurt am Main |
| Formate | Opening Bell auf YouTube, Podcast, Briefings, Discord-Community |
| Auszeichnung | Journalist des Jahres 2019 des Deutschen Derivate-Verbands |
Wie alt ist Markus Koch? Alter, Familie und Wohnort
Markus Koch wurde am 10. April 1971 in Königstein im Taunus geboren. Damit ist er im August 2026 55 Jahre alt. Diese Angabe wird häufig gesucht und ist über Wikipedia und den Knowledge-Graph von Google belegt.
Seine Kindheit verlief international. Als Koch acht Jahre alt war, wanderte die Familie nach Liberia aus. Sein Stiefvater, ein Chirurg, war dem Ruf des damaligen Präsidenten William R. Tolbert junior gefolgt, der ihn zu seinem Leibarzt und zum Chefarzt des John F. Kennedy Memorial Hospital in Monrovia machte.
Drei Jahre später endete das Kapitel abrupt. 1982 kehrten Koch und seine Mutter nach Deutschland zurück, ohne den Stiefvater, der alkoholabhängig geworden war. Die beiden zogen nach Schlüchtern in Hessen, wo die Großeltern lebten. Dort besuchte Koch das Ulrich-von-Hutten-Gymnasium.
Zur Familie heute gibt es belastbare, aber knappe Angaben. Koch wurde 2010 von seiner ersten Frau geschieden. Er ist in zweiter Ehe mit einer Juristin verheiratet, das Paar hat eine Tochter und lebt in der Nähe von New York City. Weitergehende private Details veröffentlicht er nicht, und wir spekulieren hier nicht.
Der Werdegang: von 70.000 D-Mark Schulden an die Wall Street
Kochs Börsenbegeisterung begann in der Schulzeit. Er nahm am Planspiel Börse der Sparkassen teil, besuchte Fachvorträge in Frankfurt am Main und machte einen Ferienjob bei Dean Witter, dem heutigen Morgan Stanley. Danach begann er, mit echtem Geld zu handeln.
Dann kam der Absturz, und er war heftig. Koch investierte nicht nur eigenes Geld, sondern auch das von Verwandten und Lehrern. Nach ersten Erfolgen machte er mit kreditfinanzierten Fehlspekulationen hohe Verluste. Mit 19 Jahren stand ein Schuldenberg von mehr als 70.000 D-Mark.
Anmerkung aus Trader-Sicht: Genau dieses Muster sehe ich seit Jahrzehnten. Nicht die falsche Aktie ruiniert Anfänger, sondern der Hebel auf Kredit. Wer mit geliehenem Geld arbeitet, verliert die Zeit, die es braucht, um einen Fehler auszusitzen oder zu korrigieren.
Der Weg zurück führte über eine abgebrochene Lehre. Koch begann eine Banklehre bei der Düsseldorfer Privatbank Trinkaus & Burkhardt und arbeitete wegen seiner Schulden parallel beim Brokerhaus Hornblower Fischer. Die Doppelbelastung hielt er nicht durch, er brach die Lehre ab.
1992 ging er in die USA, um Broker zu werden. Ein halbes Jahr suchte er in New York vergeblich eine Anstellung. Er hatte keine Arbeitserlaubnis und galt aus Sicht der Einwanderungsbehörde als illegaler Einwanderer. Nachdem er kostenlos für die American Heritage Funds von Heiko Thieme gearbeitet hatte, bekam er eine Stelle beim Brokerhaus Bear Stearns.
Die eigentliche Idee war eine Marktlücke. Deutschsprachige Berichterstattung von der Wall Street gab es kaum, das Interesse in Deutschland war groß. 1994 gründete Koch deshalb zusammen mit einem Kollegen von Bear Stearns die Presseagentur IRM Services. Anfang 1995 gab er seine Stelle auf und konzentrierte sich ganz darauf.
Im April 1996 stand er zum ersten Mal für n-tv vor der Kamera. Zu seinen Mitarbeitern gehörten in den Folgejahren Katja Dofel (ab 1997) und Jens Korte (ab 1999), die heute selbst als Börsenjournalisten bekannt sind. 1999 firmierte die Agentur zu Wall Street Correspondents um, im Jahr 2000 stieg die Verlagsgruppe Handelsblatt mit 25 Prozent ein.
Seit 2007 produziert Koch eigene Formate. Dazu zählten die Reportagereihe „In 70 Tagen um die Welt“ (2008) und der Online-Trading-Contest „Iron Trader“ (2011), der Elemente aus Börsenspiel und Castingshow verband. Ende 2018 begann er, täglich auf YouTube zu streamen, 2019 ließ er sich dafür ein Studio an der Wall Street einrichten.
Markus Koch und n-tv: was er dort heute macht
Die Verbindung zu n-tv besteht weiter, hat aber ihre Form geändert. Koch liefert dem Sender laufend Einschätzungen, die als Videobeiträge und im Format „Der Börsen-Tag“ erscheinen. Auch im August 2026 finden sich dort tagesaktuelle Beiträge von ihm.
Was es nicht mehr gibt, ist ein eigenes Moderatorenprofil. Die frühere Moderatorenseite des Senders liefert heute einen 404-Fehler. Wikipedia führt sie seit dem 29. Juni 2026 als nicht mehr abrufbar. Ob dahinter ein Rollenwechsel oder nur ein Seitenumbau steckt, ist von außen nicht belegbar, und deshalb behaupte ich es hier auch nicht.
Parallel ist das Handelsblatt zum sichtbarsten Partner geworden. Unter dem Titel „US-Börsenexperte Koch“ erscheinen dort tägliche Videobeiträge. Sein Podcast läuft ausdrücklich unter dem Zusatz „featured by Handelsblatt“. Wer Koch heute sucht, findet ihn schneller über Handelsblatt und YouTube als über das Fernsehprogramm.
Für die Einordnung heißt das: Koch ist nicht mehr in erster Linie ein TV-Gesicht, sondern betreibt einen eigenen Publikationsbetrieb, für den das Fernsehen einer von mehreren Kanälen ist. Diese Verschiebung erklärt auch, warum er inzwischen ein kostenpflichtiges Angebot aufgebaut hat.
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Von 360 Wallstreet zu markuskoch.de: Umzug, Formate und Community
Kochs Bezahlangebot hieß jahrelang 360 Wallstreet. Wer heute 360wallstreet.de aufruft, landet auf einer Seite mit dem Titel „Ich bin umgezogen“. Das aktuelle Angebot liegt auf markuskoch.de. Auf der neuen Plattform läuft ein Hinweisbanner mit dem Text „Du bist noch bei 360wallstreet.de? So ziehst du um“.
Markuskoch.de ist die aktuelle Plattform von Markus Koch und bündelt seine Briefings, Analysen und die Discord-Community an einer Stelle. Betrieben wird sie nicht von ihm persönlich, sondern von einer Gesellschaft.
Der Betreiber steht im Impressum. Verantwortlich ist die Finanzleben GmbH, c/o Mazars GmbH & Co. KG, Theodor-Stern-Kai 1 in 60596 Frankfurt am Main, eingetragen beim Amtsgericht Frankfurt am Main unter HRB 124172. Als Geschäftsführer sind Markus Koch und Andrej Furtner genannt. Das ist ein Punkt, den viele übersehen: Vertragspartner ist eine deutsche GmbH, nicht der Journalist in New York.
Das Angebot besteht aus neun Formaten. Nach Angaben des Anbieters sind das: Opening Bell Briefing und Pre-Bell Up-/Downgrades (täglich), Wall Street Memo, Chart Check, Koch Weekly und der Podcast (wöchentlich), Zyklusanalyse (zweimal pro Woche), dazu Research Briefing (anlassbezogen) und Earnings Radar (zur Berichtssaison).
Koch arbeitet dabei nicht allein. Die Zyklusanalyse und der Chart Check kommen laut Anbieter von externen Analysten, im Discord sind neben Koch weitere Mitarbeiter aktiv. Wer die Mitgliedschaft wegen Koch selbst abschließt, sollte wissen, dass ein Teil der Inhalte von anderen Personen stammt.
Die Community läuft über Discord. Der Anbieter nennt über 2.000 Mitglieder und mehr als 500 Analysen seit dem Start. Für die Nutzung brauchst du einen eigenen Discord-Account, den du separat anlegen musst. Es gelten dann zusätzlich die Regeln von Discord.
Ein technisches Detail am Rande, das mir aufgefallen ist: Die robots.txt von markuskoch.de sperrt die Crawler von ChatGPT, Claude und Google-Extended komplett aus. Kochs Inhalte tauchen deshalb in KI-Antworten kaum als Quelle auf. Für ein Nachrichtenangebot ist das eine bewusste Entscheidung mit Folgen für die Sichtbarkeit.
Was kostet die Mitgliedschaft bei Markus Koch?
Die Mitgliedschaft kostet 29 Euro im Monat inklusive Mehrwertsteuer. Das ist der einzige Tarif, weitere Preisstufen gibt es auf der Seite nicht. Enthalten sind laut Anbieter der Zugang zur Discord-Community, das Opening Bell Briefing, der Earnings Radar, die Pre-Bell Up-/Downgrades, das Research Briefing, die Zyklusanalysen und das Wall Street Memo.

Bei der Laufzeit lohnt der Blick in die Vertragsbedingungen. Die Werbeseite sagt „Monatlich kündbar. Ohne Mindestlaufzeit.“ und „Du kannst jederzeit kündigen.“ In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Finanzleben GmbH steht es etwas anders: Nach Ziffer 7.1 verlängert sich der Vertrag automatisch auf unbestimmte Zeit, nach Ziffer 7.2 ist er mit einer Frist von einem Monat zum Monatsende kündbar.
Das ist kein Widerspruch im Ergebnis, aber im Ton. „Jederzeit kündigen“ und „ein Monat Frist zum Monatsende“ beschreiben nicht dasselbe. Praktisch bedeutet die Klausel: Kündigst du Mitte des Monats, läuft der Vertrag noch bis zum Ende des Folgemonats. Maßgeblich sind die AGB, gelesen wird vor dem Kauf aber die Produktseite.
Positiv fällt die Erstattungsregel auf. Nach Ziffer 7.4 werden vorausgezahlte Beträge bei einer wirksamen Kündigung anteilig zurückgezahlt. Das ist verbraucherfreundlicher als bei vielen Anbietern in diesem Feld, wo vorausgezahlte Jahresbeträge komplett verfallen.
Beim Widerrufsrecht gilt die übliche Einschränkung für digitale Inhalte. Nach Ziffer 9.2 erlischt das vierzehntägige Widerrufsrecht vorzeitig, sobald du zustimmst, dass mit der Ausführung vor Ablauf der Frist begonnen wird, also mit der Freischaltung deines Kontos. Diese Zustimmung wird beim Bestellvorgang abgefragt.
Zwei weitere Punkte aus den AGB gehören dazu. Nach Ziffer 5 ist der Dienst nur für die persönliche, nicht-kommerzielle Nutzung bestimmt. Und nach Ziffer 2.3 kann der Anbieter zusätzliche Inhalte für ausgewählte Gruppen von Vertragspartnern anbieten, der Leistungsumfang ist also nicht für alle identisch.
Der wichtigste Satz steht in Ziffer 8.1. Dort heißt es, die bereitgestellten Informationen sollen „ausschließlich der Unterhaltung dienen“ und stellten keine Anlageberatung, keine Empfehlung und kein Angebot zum Kauf oder Verkauf dar. Diese Formulierung ist juristisch üblich. Sie steht aber in einem gewissen Abstand zur Werbung, die von Research und fundierter Einordnung spricht.
Gibt es ein Musterdepot von Markus Koch?
Nein, ein Musterdepot gehört nicht zum Angebot. Weder auf markuskoch.de noch in den Formatbeschreibungen findet sich ein Musterdepot, eine Empfehlungsliste oder ein Signaldienst. Wer nach „Markus Koch Portfolio“ oder „Markus Koch Depot“ sucht, findet deshalb keine Liste mit Positionen.
Der Anbieter sagt das selbst deutlich. Auf die Frage „Bekomme ich eine Anlageberatung?“ antwortet die Seite mit Nein und ergänzt, die Inhalte dienten der journalistischen Einordnung und Orientierung, Entscheidungen träfen die Nutzer selbst.
Auch zu seinen eigenen Positionen äußert Koch sich nicht öffentlich. Es gibt keine belegbare Aufstellung darüber, in welche Werte er privat investiert. Angaben zu Vermögen oder Einkommen, die im Netz kursieren, stammen aus Schätzungen ohne nachvollziehbare Grundlage. Wir übernehmen sie nicht.
Für dich heißt das: Das Angebot liefert Einordnung, keine Handelsanweisungen. Wenn du konkrete Einstiege suchst, brauchst du eine eigene Methode. Wer sich dafür interessiert, wie Marktdaten Kurse bewegen, findet den Kontext bei den US-Arbeitsmarktdaten und den US-Inflationsdaten.
Der YouTube-Kanal ist heute Kochs Hauptbühne. „Markus Koch Wall Street“ zählt 193.000 Abonnenten, rund 3.081 Videos und etwa 89,7 Millionen Aufrufe (Stand 15. August 2026). An Börsentagen streamt er dort seine Opening Bell, in der er die wichtigsten Nachrichten vor dem US-Handelsstart durchgeht.
Die Videos sind kompakt und kostenlos. Sie laufen meist zwischen zwölf und dreißig Minuten, je nach Nachrichtenlage. Kochs Stärke ist das Erklären: Er ordnet ein, ohne in Fachjargon zu verfallen, sodass auch Einsteiger folgen können. Wer sich für den Zeitraum vor der Eröffnung interessiert, findet die Mechanik im vorbörslichen Handel erklärt.
Der Podcast läuft unter dem Handelsblatt-Label. „Wall Street mit Markus Koch – featured by Handelsblatt“ ist auf Spotify und Apple Podcasts verfügbar und umfasst inzwischen mehr als 1.400 Episoden. Eine Einordnung weiterer Formate findest du in unserer Übersicht der Börsen-Podcasts.
Bei den Social-Media-Zahlen lohnt eine Korrektur. Häufig kursiert die Angabe, Koch erreiche über 1,7 Millionen Menschen. Nachgezählt ergibt sich ein deutlich kleineres Bild: rund 193.000 bei YouTube, etwa 86.700 bei Instagram und rund 55.500 bei Facebook. In Summe sind das grob 335.000 Follower, ohne Podcast-Hörer und ohne Bereinigung von Mehrfach-Followern.
Der Anbieter selbst nennt eine ähnliche Größenordnung. Auf markuskoch.de steht unter „Community in Zahlen“ die Angabe 350.000 Follower auf YouTube und Social Media, dazu 70 Millionen Videoaufrufe, 450.000 monatliche Podcast-Streams und 2.000 Mitglieder im Discord. Damit bestätigt Koch die nachgezählte Größenordnung und nicht die kursierende Millionenzahl.
Das schmälert die Reichweite nicht, ordnet sie aber ein. 335.000 Follower sind für ein deutschsprachiges Finanzformat eine starke Zahl. Sie liegt nur eben nicht im Millionenbereich, und genau solche Zahlen sollte man nachrechnen, bevor man sie weiterträgt.
Als Autor ist Koch ebenfalls in Erscheinung getreten. Von ihm stammen unter anderem „Erfolgsrezepte vom Börsenkoch“ (2000), „Backstage Wall Street“ (2008, mit Dirk Eusterbrock) und „Endstation Parkett“ (2010). 2017 wurde seine Talkreihe „Auf der Couch by Markus Koch“ von der Friedrich und Isabel Vogel-Stiftung ausgezeichnet, 2019 wählte ihn der Deutsche Derivate-Verband zum Journalisten des Jahres.
Wofür sich Markus Koch eignet und wofür nicht
Bevor du dich für ein Abo entscheidest, hilft eine nüchterne Gegenüberstellung. Ich bewerte hier ausschließlich das öffentlich Nachprüfbare, also Reichweiten, Preis und die Vertragsbedingungen.
Stärken von Markus Kochs Angebot
- Nähe zum Geschehen: Koch sitzt seit 1992 in New York und berichtet seit 1996 von dort. Diese Kontinuität hat in der deutschsprachigen Berichterstattung kaum jemand.
- Erklärstil: Er übersetzt komplexe Marktbewegungen in verständliche Sprache, ohne die Dinge künstlich zu dramatisieren.
- Kostenloser Einstieg: Die tägliche Opening Bell auf YouTube und der Podcast sind frei zugänglich. Du kannst monatelang mitlesen, bevor du über ein Abo nachdenkst.
- Faire Erstattungsregel: Vorausgezahlte Beträge werden bei Kündigung laut AGB Ziffer 7.4 anteilig zurückgezahlt.
- Klare Abgrenzung: Der Anbieter sagt selbst, dass es keine Anlageberatung gibt. Das ist ehrlicher als bei Anbietern, die genau diese Grenze verwischen.
Grenzen von Markus Kochs Angebot
- Keine Handelssignale: Es gibt kein Musterdepot und keine konkreten Einstiege. Wer das erwartet, ist hier falsch.
- Widersprüchliche Kündigungsangabe: Die Produktseite verspricht „jederzeit kündigen“, die AGB Ziffer 7.2 nennt einen Monat Frist zum Monatsende.
- Inhalte teils von Dritten: Zyklusanalyse und Chart Check stammen laut Anbieter von externen Analysten, nicht von Koch selbst.
- Alte Bewertungsbasis: Das verlinkte Trustpilot-Profil läuft noch auf 360wallstreet.de, und der Anbieter hat dort zuletzt keine Bewertungen eingeholt.
- Kein Bezug zum aktiven Trading: Der Fokus liegt auf US-Nachrichten und Einordnung. Für Charttechnik oder Risikomanagement ist das kein Ersatz.
Was Nutzer über Markus Koch sagen
Zur Außenwahrnehmung gibt es ein Trustpilot-Profil, das man einordnen muss. Es läuft unter dem alten Namen 360° Wall Street und ist seit Oktober 2023 beansprucht. Dort stehen 243 Bewertungen mit einem Schnitt von 4,8. Als Kontakt ist eine Adresse der Finanzleben GmbH in Frankfurt hinterlegt, das Profil gehört also zum aktuellen Anbieter.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Trustpilot weist beim Profil aus, dass das Unternehmen in letzter Zeit keine Kunden zur Bewertungsabgabe eingeladen hat und die Bewertungen deshalb möglicherweise nicht repräsentativ sind. Außerdem läuft das Profil weiterhin auf die alte Domain, während das Angebot längst umgezogen ist. Ein Nutzer schreibt dort, Koch und sein Team machten die Finanzwelt „greifbar und menschlich“, ein anderer lobt den Austausch in der Community. Das sind Einzelstimmen, keine Messgröße.
Fazit: solide Einordnung, keine Handelsanleitung
Markus Koch macht das, was er seit dreißig Jahren macht, und er macht es gut. Er erklärt, was an der Wall Street passiert, und zwar so, dass man es versteht. Diese Kontinuität ist selten und der eigentliche Wert seines Angebots.
Für mich als diskretionärer Trader ist er eine Nachrichtenquelle, kein Handelspartner. Ich hole mir bei ihm den Kontext zum US-Handelstag. Meine Einstiege kommen aus dem Chart, nicht aus einer Einschätzung im Stream. Wer diese Trennung nicht zieht, wird von jedem guten Kommentator in Trades gezogen, die nicht zur eigenen Methode passen.
Der Monatsbeitrag ist für das Gebotene vertretbar, wenn du weißt, was du bekommst. Du zahlst für Briefings und den Austausch in einer Community, nicht für Signale. Wer nur die Opening Bell schauen will, braucht das Abo nicht, die läuft kostenlos auf YouTube.
Zwei Punkte würde ich vor einem Abschluss klären. Erstens die Kündigungsfrist, weil Produktseite und AGB unterschiedlich klingen. Zweitens, welche der neun Formate tatsächlich von Koch selbst kommen und welche von seinen Partnern. Beides beantwortet der Kundenservice sicher, und beides sollte man wissen, bevor man bestellt. Wen weitere Namen aus diesem Feld interessieren, findet sie in unserer Übersicht der Börsenexperten.
Häufige Fragen zu Markus Koch
Wie alt ist Markus Koch?
Markus Koch wurde am 10. April 1971 in Königstein im Taunus geboren und ist damit im August 2026 55 Jahre alt.
Ist Markus Koch noch bei n-tv?
Koch liefert n-tv weiterhin Einschätzungen, die als Videobeiträge und im Format „Der Börsen-Tag“ erscheinen. Ein eigenes Moderatorenprofil führt der Sender allerdings nicht mehr, die frühere Seite ist seit Mitte 2026 nicht mehr abrufbar.
Was kostet die Mitgliedschaft bei Markus Koch?
Die Mitgliedschaft auf markuskoch.de kostet 29 Euro im Monat inklusive Mehrwertsteuer. Enthalten sind die Briefings, das Wall Street Memo, die Zyklusanalysen und der Zugang zur Discord-Community.
Was ist aus 360 Wallstreet geworden?
Das Angebot ist auf markuskoch.de umgezogen. Die alte Domain 360wallstreet.de zeigt heute nur noch einen Umzugshinweis. Betreiber der neuen Plattform ist die Finanzleben GmbH aus Frankfurt am Main.
Hat Markus Koch ein Musterdepot?
Nein. Ein Musterdepot, eine Empfehlungsliste oder einen Signaldienst gibt es nicht. Der Anbieter stellt selbst klar, dass er keine Anlageberatung leistet und die Inhalte der journalistischen Einordnung dienen.
Ist Markus Koch verheiratet und hat er Kinder?
Koch wurde 2010 von seiner ersten Frau geschieden und ist in zweiter Ehe mit einer Juristin verheiratet. Das Paar hat eine Tochter und lebt in der Nähe von New York City.
Wo kann ich Markus Koch kostenlos verfolgen?
Seine tägliche Opening Bell läuft kostenlos auf seinem YouTube-Kanal mit rund 193.000 Abonnenten. Dazu kommt der Podcast „Wall Street mit Markus Koch – featured by Handelsblatt“ auf Spotify und Apple Podcasts.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und schreibt auf kagels-trading.de über Märkte, Handelsmethoden und Werkzeuge für Trader. Er handelt seit 1978 diskretionär nach Price Action, ohne automatisierte Systeme.
Sein Schwerpunkt liegt auf Forex, Aktienindizes und Rohstoffen. Ende der 1980er-Jahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche, später war er über 17 Jahre Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und Verleger von dessen zehn Büchern. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Kochs Berichte gehören seit Jahren zu seiner Vorbereitung auf den US-Handelstag. Für diesen Beitrag hat er den Werdegang gegen die Primärquellen geprüft, die Reichweiten der Kanäle einzeln nachgezählt und Preis, Impressum und Vertragsbedingungen am 15. August 2026 direkt auf markuskoch.de erhoben.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.








