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Was ist Breakout Trading? Strategien und Tipps (2026)

Zuletzt aktualisiert: 07. September 2026

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19 Min

Karsten Kagels

Überprüft von

Karsten Kagels

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Ein Ausbruch ist der Moment, in dem der Kurs eine Marke überwindet, an der er vorher mehrfach gescheitert ist. Genau dort steigen Breakout-Trader ein. Der Reiz liegt auf der Hand: Der Einstieg ist objektiv, das Risiko steht vor der Order fest, und man ist am Anfang einer Bewegung dabei statt in ihrer Mitte.

Der Haken ist ebenso eindeutig: Die meisten Ausbrüche halten nicht. Dieser Beitrag zeigt dir, woran du einen tragfähigen Breakout von einem Fehlausbruch unterscheidest, welche Formationen Ausbrüche liefern, wie du das Handelsvolumen als Filter nutzt und wie eine komplette Einstiegsregel aussieht. Alle Charts stammen aus eigenen Analysen. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Breakout-Trading: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Breakout Trading nutzt den Moment, in dem ein Kurs ein wichtiges Preisniveau durchbricht. Ziel ist es, früh an einer neu entstehenden Marktbewegung teilzuhaben.
  • Die Strategie ist in allen liquiden Märkten anwendbar, von Aktien und Indizes bis zu Devisen und Krypto, und auf jedem Zeithorizont vom Intraday bis zum Positionstrading.
  • Ausbruchsmarken entstehen aus Chartformationen, markanten Hochs und Tiefs oder Indikatoren. Ein steigendes Handelsvolumen gilt als wichtigste Bestätigung. Mark Minervini verlangt dafür 40 bis 50 Prozent über dem Durchschnittsvolumen.
  • Beim Einstieg gibt es zwei Wege: sofort beim Durchbruch oder erst beim Retest, also beim Rücklauf an die gebrochene Marke.
  • Die Trefferquote hängt am Kursziel, nicht an der Signalqualität. In unserem eigenen DAX-Test mit Zielen von 10 und 20 Punkten lag sie bei 75 bis 83 Prozent. Wer weiter entfernte Ziele setzt, braucht deutlich weniger Gewinner. Stop-Loss und Risikomanagement sind in beiden Fällen Pflicht.

Was ist ein Breakout?

Von einem Breakout spricht man, wenn der Kurs eines Assets ein zuvor bedeutendes Preisniveau über- oder unterschreitet. Häufig handelt es sich dabei um einen Widerstand, den der Kurs zuvor nicht nachhaltig überwinden konnte, oder um ein wichtiges Level, das nun durchbrochen wird. Das Überwinden eines solchen Niveaus signalisiert oft eine Verschiebung des Kräfteverhältnisses zwischen Käufern und Verkäufern und kann den Beginn einer neuen Marktphase einleiten.

Ausbrüche markieren oft den Start eines Trends, den du anschließend mit einer Trendfolgestrategie begleiten kannst.

Allerdings ist kein Ausbruch wie der andere. Mal bricht der Kurs über einen horizontalen Widerstand, mal verlässt er eine klar definierte Chartformation wie ein Dreieck oder steigt über einen gleitenden Durchschnitt. Diese Vielfalt macht deutlich, dass Breakouts in ganz unterschiedlichen Formen auftreten können, je nachdem, welche Strukturen der Markt zuvor gebildet hat und welche Methoden oder Indikatoren der Trader für seine Analyse nutzt.

Ein bekanntes Auswahlraster macht den Ausbruch zur Kaufbedingung. Das CAN-SLIM-Raster kauft erst, wenn eine Aktie ein neues Hoch erreicht, und verlangt zusätzlich steigende Unternehmensgewinne.

Breakout Trading Beispiele im 5-Minuten-Chart von USD/JPY
Breakout Trades von Trendlinien, Support & Resistance, Moving Average und Chartmustern (Chart: TradingView)

Alle diese Szenarien gelten im Kern als Breakouts. Sie liefern Tradern potenzielle Einstiegssignale, da sie anzeigen, dass der Markt in eine neue Phase übergeht. Welche dieser Varianten für den eigenen Handelsstil interessant ist, hängt von persönlichen Vorlieben, dem Zeithorizont und den bevorzugten Märkten ab. Wie sich jedoch erkennen lässt, ob ein Breakout tatsächlich Substanz hat oder sich als kurzlebiges Fehlsignal (Fakeout) entpuppt, erfährst du im nächsten Abschnitt.

Viele Ausbrüche entstehen aus klassischen Formationen. Welche Chartmuster die besten Ausbruchssignale liefern, erfährst du in unserem Guide.

Was heißt Breakout auf Deutsch?

Breakout heißt auf Deutsch Ausbruch oder Durchbruch. An der Börse bezeichnet der Begriff den Moment, in dem ein Kurs eine zuvor gültige Ober- oder Untergrenze verlässt.

Der englische Begriff hat außerhalb der Börse mehrere Bedeutungen, und das führt regelmäßig zu Verwechslungen. Eine Breakout-Session ist eine Arbeitsgruppe auf einer Konferenz, ein Breakout Room der zugehörige virtuelle Nebenraum. Im Trading ist damit ausschließlich der Kursausbruch gemeint. Deutschsprachige Trader benutzen beide Wörter nebeneinander, „Ausbruch” und „Breakout” meinen dasselbe.

Aus welchen Formationen entstehen Ausbrüche?

Ein Ausbruch braucht eine Grenze, die er überwinden kann. Diese Grenze entsteht fast immer in einer Konsolidierung, also einer Phase, in der sich der Kurs auf engem Raum bewegt und keine Seite die Oberhand gewinnt. Je nachdem, wie diese Phase geformt ist, verrät sie bereits etwas über die wahrscheinliche Richtung des Ausbruchs.

FormationMerkmalRichtung
RechteckWaagerechte Ober- und Untergrenzeoffen
Aufsteigendes DreieckFester Widerstand, steigende Tiefsnach oben
Absteigendes DreieckFeste Unterstützung, fallende Hochsnach unten
Symmetrisches DreieckHochs fallen, Tiefs steigenoffen
Flagge und WimpelKurze Pause nach starkem Impulsmit dem Impuls
KeilBeide Linien gleich geneigtgegen die Neigung

Die Richtungsangabe ist eine Wahrscheinlichkeit, keine Zusage. Auch ein aufsteigendes Dreieck bricht nach unten aus. Die Formation sagt dir, wo du die Ausbruchsmarke einzeichnest und in welche Richtung du zuerst schaust. Sie ersetzt weder den Stop-Loss noch die Bestätigung durch das Handelsvolumen.

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Wie erkennt man erfolgversprechende Breakouts?

Nicht jeder Breakout hält, was er auf den ersten Blick verspricht. Um die Wahrscheinlichkeit für profitable Breakout-Trades zu erhöhen, gibt es einige Kriterien, die bei der Einschätzung der Situation helfen.

Ein Ausbruch kündigt sich oft durch eine Verengung an. Genau darauf setzt das Popgun-Chartmuster, bei dem auf eine Inside Bar eine Outside Bar folgt.

Ein Werkzeug macht die Ausbruchsfrage besonders eindeutig. Der Donchian Channel als Breakout-Indikator zeichnet Hoch und Tief der letzten Perioden, und ein Schlusskurs jenseits dieser Linien ist das Signal. Genau diesen Kanalausbruch handelten die Turtle Trader. Ihr System 1 nutzte das 20-Tage-Hoch, System 2 das 55-Tage-Hoch, jeweils mit einem Stopp bei 2 N. Das vollständige Regelwerk steht im Beitrag zum Turtle Trading System.

Handelsvolumen als Frühindikator

Ein Breakout gewinnt an Bedeutung, wenn er von deutlich erhöhtem Handelsvolumen begleitet wird. Liegt das Volumen deutlich über dem Durchschnitt, zeigt dies, dass viele Marktteilnehmer aktiv werden. Wer es noch genauer wissen will, legt einen gleitenden Durchschnitt über das Volumen, um außergewöhnliche Ausschläge leichter zu erkennen.

Als Faustregel gilt ein Handelsvolumen, das am Ausbruchstag deutlich über dem Durchschnitt der Vorwochen liegt. Der US-Trader Mark Minervini verlangt für seinen Ansatz einen Anstieg von 40 bis 50 Prozent über dem Durchschnittsvolumen.

Genauso aussagekräftig ist das Volumen VOR dem Ausbruch. Läuft es während der Konsolidierung zurück, verlassen unentschlossene Marktteilnehmer nach und nach den Markt. Das Angebot versiegt, bevor der Ausbruch kommt. Ein abnehmendes Volumen in der Spanne und ein sprunghaft steigendes am Ausbruchstag sind zusammen das stärkste Bestätigungsmuster, das dieser Indikator hergibt.

Im Devisenhandel funktioniert dieser Filter nicht. Der Forex-Markt hat keine zentrale Börse, an der alle Umsätze zusammenlaufen. Was dein Chart dort als Volumen anzeigt, ist das Tick-Volumen deines Brokers, also die Zahl der Kursänderungen in seinem eigenen Datenstrom. Das ist ein Aktivitätsmaß, keine Umsatzangabe. Wer Devisen handelt, ersetzt die Volumenbestätigung deshalb durch andere Kriterien, etwa den Schlusskurs jenseits der Marke oder die Trendrichtung im übergeordneten Zeitfenster.

Klar erkennbare Unterstützungs- oder Widerstandsniveaus

Je deutlicher ein Widerstand oder ein Unterstützungslevel im Chart zu erkennen ist, desto eher orientieren sich auch andere Trader daran. Ein Ausbruch über ein viel beachtetes Preislevel zieht in der Regel mehr Trader an und erhöht damit die Wahrscheinlichkeit, dass der Breakout Bestand hat.

Breakout über einen Widerstand im DAX-Wochenchart
Leicht erkennbares Support- und Resistancelevel auf der Wochenchart vom DAX (Chart: TradingView)

Trendrichtung beachten

Ausbrüche in Richtung eines bereits etablierten Trends sind in der Regel vielversprechender. Ein Aufwärtstrend, der einen wichtigen Widerstand überwindet, sendet ein stärkeres Signal als ein Ausbruch gegen die vorherrschende Marktrichtung.

Fundamentale Faktoren berücksichtigen

Nachrichten, starke Quartalszahlen oder andere fundamentale Impulse können einen Ausbruch zusätzlich stützen. Wenn es auch auf fundamentaler Ebene gute Gründe für die neue Kursbewegung gibt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie sich nachhaltig durchsetzt.

Breakout nach unten bei Tesla nach den Quartalszahlen
Tesla 5 Minuten Chart auf TradingView: Breakout Trades mit negativen Nachrichten und im Abwärtstrend

Der Tesla-Chart oben zeigt allerdings die andere Seite dieser Medaille. Am 23. Juli 2024 meldete das Unternehmen einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,52 US-Dollar und verfehlte damit die Analystenschätzung von rund 0,62 US-Dollar deutlich, während der Umsatz mit 25,5 Milliarden US-Dollar über den Erwartungen lag. Der Kurs brach nach der Meldung nach unten aus der Handelsspanne aus.

Eine Nachricht ist also kein Richtungssignal, sondern ein Volatilitätssignal. Sie sagt zuverlässig voraus, dass Bewegung entsteht, aber nicht, wohin. Wer vor einem Termin wie Quartalszahlen oder einer Notenbanksitzung bereits im Markt steht, trägt das volle Kursrisiko über die Meldung hinweg. Viele Breakout-Trader gehen deshalb vor solchen Terminen flach und handeln erst den Ausbruch, der danach entsteht.

Erfahrungen sammeln und testen

Um langfristig ein Gespür für gute Breakouts zu entwickeln, ist es hilfreich, Strategien anhand historischer Kursdaten (Backtesting) oder auf einem Demokonto zu testen. So lassen sich Muster erkennen und individuelle Vorgehensweisen gezielt optimieren.

Lesetipp: Fake Out Trading: Fehlausbrüche erkennen, verstehen und handeln

Lesetipp: DAX Open Range Breakout Strategie im Test

Auch feste Rechenmarken taugen als Ausbruchsniveau. Objektive Ausbruchsmarken liefern auch Pivot-Punkte: Oberhalb von R1 platzieren viele Breakout-Trader ihre Stop-Buy-Orders.

Wie eng Volumen und Ausbruchsqualität zusammenhängen, zeigt die SEPA-Methode von Mark Minervini, die am Ausbruchstag ein um 40 bis 50 Prozent erhöhtes Volumen als Bestätigung verlangt.

Der häufigste Ausbruchsauslöser im Chart ist eine gebrochene Trendlinie. Wann dieser Bruch trägt und wann er Fehlalarm bleibt, klärt der Beitrag Trendlinien richtig zeichnen und handeln.

Ob ein Ausbruch mit oder gegen den übergeordneten Trend läuft, zeigt ein langer Durchschnitt. Der GD 200 trennt die Aufwärts- von der Abwärtsphase und sortiert damit einen Teil der Fehlausbrüche schon vor dem Einstieg aus.

Einstiege und Umsetzung einer Breakout-Strategie: Die 30-Minuten-Opening-Range

Aus der Grundidee wird jetzt eine Regel mit festen Uhrzeiten. Nachdem du nun hoffentlich die Grundidee eines Breakouts verstanden hast, schauen wir uns eine einfache und dennoch vielseitig anwendbare Strategie an: die 30-Minuten-Opening-Range-Strategie (auch „30-Min-ORB-Strategie“ genannt). Dabei konzentrieren wir uns auf den Ausbruch aus der Kursrange, die sich in den ersten 30 Minuten nach Markteröffnung bildet.

1. Die Opening Range einzeichnen

Der erste Schritt kostet dich 30 Minuten Geduld. Definiere die Opening Range, indem du in den ersten 30 Minuten nach Markteröffnung das höchste und das tiefste Kursniveau markierst. Diese Spanne ist deine Grundlage. Du kannst mit verschiedenen Handelszeiten experimentieren: Für den europäischen Markt könnte das Zeitfenster zum Beispiel von 9:00 bis 9:30 Uhr laufen, während du für den amerikanischen Markt häufig von 15:30 bis 16:00 Uhr (MEZ) arbeitest.

Breakout aus der Opening Range im DAX-5-Minuten-Chart
Opening Range Beispiele für drei verschiedene Tage – die grüne Box ist jeweils die 30 Minuten Opening Range (Chart: TradingView)

2. Ausbruch als Einstiegssignal

Sobald der Kurs nach Ablauf der 30 Minuten über das definierte Hoch oder unter das definierte Tief der Opening Range ausbricht, erhältst du ein Einstiegssignal. Um den Ausbruch zu bestätigen, kannst du kleinere Zeiteinheiten wie 1-, 5- oder 10-Minuten-Charts nutzen. Der Einstieg erfolgt zum Beispiel, sobald eine Kerze vollständig außerhalb der Range schließt. Auch hier empfiehlt es sich, verschiedene Einstellungen zu testen, um das für dich optimale Setup zu finden.

3. Direkter Einstieg oder Pullback-Einstieg

Beim Breakout hast du grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

  • Direkter Einstieg: Du platzierst deinen Trade sofort beim Ausbruch, um möglichst früh dabei zu sein und den vollen Schwung mitzunehmen.
  • Pullback-Einstieg: Statt direkt zu handeln, wartest du auf einen kurzen Rücksetzer an das Ausbruchsniveau. Bestätigt der Markt diese Zone als neue Unterstützung (bei einem Long-Trade) oder als neuen Widerstand (bei einem Short-Trade), steigst du erst dann ein. Dadurch verpasst du unter Umständen ein paar Trades, erhältst aber mehr Sicherheit, dass der Ausbruch nachhaltig ist.

Für den zweiten Weg gibt es einen eigenen Fachbegriff: den Retest. Damit ist der Rücklauf an die gebrochene Marke gemeint, nachdem der Kurs sie verlassen hat. Hält die Marke jetzt von der anderen Seite, hat der Ausbruch seine Belastungsprobe bestanden. Im DAX-Tageschart weiter unten ist genau diese Stelle beschriftet: Der Kurs bricht über den Widerstand, fällt an ihn zurück und setzt von dort seinen Weg fort.

4. Stop-Loss und Kursziel festlegen

Stop und Kursziel gehören zusammen getestet, nicht einzeln. Auch beim Stop-Loss und beim Kursziel lohnt es sich, verschiedene Varianten auszuprobieren. Du könntest beispielsweise den Stop-Loss hinter der Mitte der Opening Range platzieren, um das Risiko begrenzt zu halten. Als erstes Kursziel kannst du ein Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) von 1:1 anpeilen. Mit der Zeit kannst du anhand historischer Daten analysieren, wie weit der Kurs nach einem Ausbruch durchschnittlich läuft, und so realistische Preisziele bestimmen.

Breakout-Trades aus der 30-Minuten-Opening-Range im DAX
Trade 1: ORB Trade mit 1:2 CRV – Trade 2: ORB Trade mit 1:1 CRV (Chart: TradingView)

5. Volumen und zusätzliche Filter nutzen

Um Fehlausbrüche zu reduzieren, kannst du weitere Filter hinzufügen. Ein deutlich steigendes Volumen beim Ausbruch ist ein gutes Zeichen, dass viele Marktteilnehmer aktiv werden. Auch Ausbrüche in Richtung des übergeordneten Trends haben oft höhere Erfolgschancen als solche gegen den Trend.

6. Testen, analysieren und optimieren

Bevor du mit echtem Kapital handelst, solltest du die Strategie an historischen Daten (Backtesting) und auf einem Demokonto testen. Sammle mindestens 100 Muster-Trades, dokumentiere sie in einem Trading-Journal und analysiere, welche Bedingungen besonders profitabel sind. So kannst du zusätzliche Kriterien definieren und die Strategie an deine persönlichen Vorlieben und deine mentale Komfortzone anpassen.

Ich persönlich bevorzuge den direkten Einstieg, weil ich dann oft ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis erzielen kann, auch wenn ich dabei häufiger früh ausgestoppt werde. Letztlich musst du selbst herausfinden, welche Vorgehensweise für dich am besten funktioniert. Durch regelmäßiges Testen, Analysieren und Anpassen wirst du langfristig eine Breakout-Strategie entwickeln, die zu deinem Handelsstil passt.

Lesetipp: Die 10 besten Chartmuster für erfolgreiches Trading (pdf) – Guide & Strategien (2026)

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Risiken, Fehler und wie man sie vermeidet

Viele gescheiterte Ausbrüche sind in Wahrheit Liquidity Sweeps über markante Hochs: Der Markt löst die Breakout-Orders aus und kehrt danach in die Spanne zurück.

Jede Strategie hat ihre Eigenheiten und bringt spezifische Herausforderungen mit sich. Breakout-Strategien sind da keine Ausnahme. Hier sind einige Tipps, wie du typische Risiken minimieren und Fehler vermeiden kannst.

Fehlausbrüche (Fakeouts)

Breakout, Retest und Fehlausbruch im DAX-Tageschart
Fakeout Beispiel anhand der DAX Chart (Chart: TradingView)

Fakeouts gehören zu den größten Risiken beim Breakout Trading. Der Kurs bricht in die gewünschte Richtung aus, kehrt dann aber plötzlich um und löst deinen Stop-Loss aus. Das kann frustrierend sein, besonders wenn du dich von solchen Verlusten aus der Ruhe bringen lässt.

Fakeouts lassen sich nicht abschaffen, nur seltener machen. Verluste sind Teil des Tradings. Sie gehören dazu und sind der Preis, den du für die Chance auf Gewinne zahlst. Was du tun kannst, ist die Häufigkeit solcher Situationen zu verringern. Nutze dafür Bestätigungen wie erhöhtes Volumen, Pullbacks oder die Trendrichtung als zusätzliche Kriterien für deinen Einstieg. Wie sich Fehlausbrüche im Chart ankündigen und wie du sie sogar als eigenes Setup nutzt, steht im verlinkten Beitrag am Ende des vorigen Abschnitts.

Kleine Ziele oder große Ziele: zwei Bauarten

Wer über Ausbrüche liest, stößt auf zwei Lager mit gegensätzlichen Zahlen. Das erklärt sich über das Kursziel, nicht über die Qualität der Signale. Beide Bauarten funktionieren, sie fühlen sich beim Handeln aber völlig verschieden an.

Die erste Bauart nimmt kleine Gewinne mit und lebt von einer hohen Trefferquote. In unserem eigenen Test einer DAX-Ausbruchsstrategie mit Zielen von 10 und 20 Punkten lag die Trefferquote je nach Zeitraum und Filter zwischen 75 und 83 Prozent, der maximale Rückgang der Kapitalkurve bei 4,1 Prozent gegenüber 40,3 Prozent bei Kaufen und Halten. Der Preis dafür sind seltene, aber große Verlusttrades.

Die zweite Bauart dreht das Verhältnis um. Carlo Zarattini und Andrew Aziz haben 2023 eine Ausbruchsstrategie auf den Nasdaq-ETF QQQ über den Zeitraum Januar 2016 bis Februar 2023 untersucht. Der Stop lag am gegenüberliegenden Ende der ersten Fünf-Minuten-Kerze, das Kursziel beim Zehnfachen dieses Abstands. Bei einem solchen Verhältnis genügt eine niedrige Trefferquote, weil ein einziger Gewinner viele Verlierer bezahlt.

Entscheide dich vor dem ersten Trade für eine der beiden Bauarten. Wer ein Ziel beim Zehnfachen des Risikos setzt und nach vier Verlusten in Folge auf 1:1 umschwenkt, hat am Ende die Nachteile beider Ansätze und die Vorteile von keinem.

Risikomanagement ist Pflicht

Ohne Risikomanagement trägt keine Ausbruchsstrategie über die Zeit. Ein vernünftiges Risikomanagement ist die Grundlage, um langfristig erfolgreich zu handeln. Setze dir klare Regeln:

  • Riskiere nur einen kleinen Prozentsatz deines Kapitals pro Trade, zum Beispiel 0,5 bis 2 Prozent.
  • Lege ein tägliches Verlustlimit fest, damit du nicht emotional überreagierst und in der Hoffnung auf „Wiedergutmachung“ schlechte Trades machst.
  • Strebe ein solides Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) an, z. B. 1:2. Das bedeutet: Für jeden Euro, den du riskierst, solltest du mindestens zwei Euro potenziellen Gewinn anstreben. So kannst du Verluste ausgleichen und langfristig profitabel handeln.

Trade, was du getestet hast

Das Wichtigste ist die Disziplin: Bleib deinem Plan treu. Teste deine Strategie zuerst an historischen Daten (Backtesting) und dann auf einem Demokonto, bevor du sie live mit echtem Geld umsetzt. Wenn du ein Setup findest, das funktioniert, handle es genauso, wie du es getestet hast, ohne Abweichungen.

Kein „Ich versuche mal was anderes“, kein „Diesmal ignoriere ich die Regeln“. Jede Abweichung verzerrt deine Ergebnisse und macht es schwer, Fortschritte zu erkennen. Erfolg beim Trading hängt davon ab, wie konsequent du deinem getesteten Plan folgst.

Eines der objektivsten Ausbruchssetups braucht nur zwei Kerzen. Beim Ausbruch aus dem Inside Day liefert das gegenüberliegende Extrem den Stop-Loss, was den Risikoabstand klar begrenzt.

Wie viel ein Ausbruchsansatz über lange Zeiträume tragen kann, zeigt ein seltener Fall mit offener Bilanz. Das Programm von Toby Crabel läuft seit 1998 und weist jede Monatsrendite öffentlich aus. Die vollständige Auswertung samt Vergleich zum S&P 500 steht im Artikel zum Track Record von Toby Crabel.

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Vorteile und Nachteile des Breakout Tradings

Ausbrüche liefern klare Regeln und erkaufen das mit vielen Fehlsignalen. Diese Bilanz gehört auf den Tisch, bevor du die erste Breakout-Order platzierst:

Vorteile des Breakout Tradings

  • Objektiver Einstiegspunkt: Sobald Hoch und Tief der Spanne feststehen, liegt die Ausbruchsmarke fest. Der Einstieg braucht keine Auslegung.
  • Das Risiko steht vor dem Einstieg fest: Das gegenüberliegende Ende der Spanne liefert den Stop-Loss. Du kennst deinen maximalen Verlust, bevor die Order im Markt liegt.
  • Früh in der Bewegung: Wer den Ausbruch handelt, steigt am Anfang eines Trends ein und nicht in dessen Mitte.
  • In jedem liquiden Markt einsetzbar: Aktien, Indizes, Devisen und Kryptowährungen bilden dieselben Spannen, vom Minutenchart bis zum Wochenchart.

Nachteile des Breakout Tradings

  • Viele Ausbrüche scheitern: Der Fehlausbruch ist kein Sonderfall, sondern der Normalfall. Wer keinen Stop setzt, verliert an genau dieser Stelle viel Geld.
  • Große Ziele senken die Trefferquote: Je weiter das Kursziel vom Einstieg entfernt liegt, desto häufiger läuft der Trade vorher in den Stop. Das muss man psychisch aushalten.
  • Im Devisenhandel fehlt die wichtigste Bestätigung: Der Forex-Markt ist dezentral, ein zentrales Handelsvolumen gibt es dort nicht. Charts zeigen nur das Tick-Volumen des jeweiligen Brokers.
  • Enge Seitwärtsmärkte produzieren Fehlsignale: Ohne Anschlussbewegung nach dem Ausbruch reiht sich ein Fakeout an den nächsten. Die Strategie braucht Bewegung, um zu funktionieren.

Persönliches Fazit und deine nächsten Schritte

Eine Breakout-Strategie ist in jeder Form eine wertvolle Ergänzung für jeden Trader. Breakout-Trades ermöglichen es dir, frühzeitig von starken Kursbewegungen zu profitieren und dich mit einem guten Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) im Markt zu positionieren.

Wie bereits mehrfach erwähnt: Je mehr Zeit du in das Testen und Optimieren deiner Strategie investierst, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass du langfristig profitabel handelst. Experimentiere mit verschiedenen Parametern, Märkten und Zeiteinheiten, um die Version zu finden, die perfekt zu deinem Stil passt.

Wenn du Fragen hast oder noch tiefer ins Breakout-Trading eintauchen möchtest, melde dich gerne bei uns. Auf unserem Blog findest du außerdem weitere Strategien, Tipps und Tricks, die dir helfen können, dein Trading aufs nächste Level zu bringen.

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Häufige Fragen zum Breakout Trading

Was ist Breakout Trading?

Bei einem Breakout durchbricht der Preis ein wichtiges Niveau wie einen Widerstand oder eine Unterstützung. Breakouts können aber auch in Chartmustern (z. B. Dreiecken) oder bei Indikatoren wie dem gleitenden Durchschnitt (Moving Average) auftreten. Diese Ausbrüche werden oft als Kauf- oder Verkaufssignal genutzt, um eine Position im Markt zu eröffnen.

Welche Indikatoren sind fürs Breakout Trading nützlich?

Das Handelsvolumen ist einer der wichtigsten Indikatoren. Siehst du ein deutlich erhöhtes Volumen beim Ausbruch, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass der Breakout Bestand haben könnte. Es hilft dir außerdem, Fehlausbrüche besser zu erkennen und zu vermeiden.

Was sind Fehlausbrüche (Fakeouts)?

Man spricht von einem Fakeout, wenn der Kurs ein wichtiges Niveau durchbricht, aber schnell wieder zurückkehrt. Dabei werden häufig Stop-Loss-Orders ausgelöst. Typisch dafür sind ein Ausbruch bei unterdurchschnittlichem Handelsvolumen und eine Kerze, die den Ausbruch am selben Tag wieder vollständig zurücknimmt. Fakeouts sind kein Sonderfall, sondern ein normaler Teil des Breakout Tradings.

Welche Märkte eignen sich am besten für Breakout Strategien?

Breakout Strategien funktionieren grundsätzlich in allen Märkten. Besonders gut eignen sich volatile Märkte, in denen die Preise sich schnell und klar bewegen. Dazu zählen Aktien, Indizes, Rohstoffe und Kryptowährungen. Im Devisenhandel fehlt allerdings ein zentrales Handelsvolumen, weil der Markt dezentral organisiert ist. Dort steht dieser Bestätigungsfilter nicht zur Verfügung.

Ist ein Breakout dasselbe wie ein Ausbruch?

Ja. Breakout ist das englische Wort für Ausbruch oder Durchbruch, und im Trading meinen beide Begriffe denselben Vorgang: Der Kurs verlässt eine Spanne, die vorher gehalten hat. Deutschsprachige Trader benutzen die Wörter nebeneinander. Außerhalb der Börse hat Breakout andere Bedeutungen, etwa die Breakout-Session als Arbeitsgruppe auf einer Konferenz.

Wie viele Ausbrüche scheitern?

Dazu gibt es keine allgemeingültige Zahl, und pauschale Angaben dieser Art sind eine Faustregel ohne einheitliche Datenbasis. Die Trefferquote hängt vor allem am gewählten Kursziel: In unserem eigenen Test einer DAX-Ausbruchsstrategie mit Zielen von 10 und 20 Punkten lag sie zwischen 75 und 83 Prozent. Wer stattdessen das Zehnfache des Risikos anpeilt, kommt zwangsläufig auf eine deutlich niedrigere Quote und verdient trotzdem, weil ein Gewinner viele Verluste bezahlt.

Über den Autor: Bjarne Claussen

Bjarne Claussen ist seit 2018 im Trading aktiv und schreibt als Autor für Kagels Trading zu den Schwerpunkten Prop Trading, KI- und Algo-Trading, Kryptowährungen, Makroökonomie und Fundamentalanalyse.

Als Algo-Trader handelt er selbst primär Rohöl und den S&P 500. Sein Fokus auf systematische, datengetriebene Handelsansätze ergänzt die diskretionäre Trading-Perspektive bei Kagels Trading und bildet die Grundlage seiner kritischen Bewertungen von Trading-Software und Strategien.

Für diesen Artikel hat er die Ausbruchsbeispiele in DAX, Tesla und USD/JPY selbst im Chart markiert. Zusätzlich hat er die Volumenbestätigung gegen die Regeln bekannter Ausbruchshändler geprüft und die Kennzahlen des hauseigenen DAX-Backtests einer akademischen Untersuchung zur Opening-Range-Strategie gegenübergestellt.

Dieser Artikel wurde von Karsten Kagels final geprüft.

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