Deepcharts Erfahrungen 2026 – Lohnt sich die Orderflow-Plattform?

Zuletzt aktualisiert: 11. Mai 2026

|

15 Min

Karsten Kagels

Überprüft von

Karsten Kagels

Orderflow-Trading hat in den letzten zwei Jahren eine neue Generation von Plattformen hervorgebracht, die institutionelle Daten für Retail-Trader zugänglich machen wollen. Deepcharts ist eine dieser Plattformen — und sie wächst schneller als jede andere in diesem Segment. Hinter dem Produkt stehen der mehrfache Robbins-World-Cup-Teilnehmer Fabio Valentini und Andrea Cimitan, zwei italienische Trader mit nachweisbarem Track Record.

Ich bin kein Orderflow-Trader — ich handle seit 1978 diskretionär nach Price Action. Genau deshalb ist dieser Erfahrungsbericht anders als die vielen englischsprachigen Reviews, die von Orderflow-Enthusiasten geschrieben werden. Ich bewerte Deepcharts aus der Perspektive eines erfahrenen Traders, der die Plattform auf Substanz, Seriosität und Preis-Leistungs-Verhältnis prüft — nicht auf die Frage, ob Footprint Charts der heilige Gral sind.

In diesem Artikel zeige ich dir, was Deepcharts konkret bietet, was die Plattform kostet, welche Datafeeds unterstützt werden und wo die Grenzen liegen. Ich stütze mich dabei auf die offizielle Website, verifizierte Unternehmensdaten aus dem italienischen Handelsregister und Nutzerbewertungen auf Trustpilot. Dieser Artikel entspricht unseren Redaktionellen Richtlinien.

Deepcharts vorgestellt in 30 Sekunden

  • Orderflow-Plattform für Futures-Trader mit Schwerpunkt auf Footprint Charts, Volume Profile und DOM-Analyse
  • Hersteller: Volumetrica Trading S.r.l. mit Sitz in Rovigo, Italien — gegründet 2019 von Fabio Valentini und Andrea Cimitan
  • Kosten: ab $74 pro Monat (Jahresabo), $105 pro Monat (Quartalsabo) — kostenloser Zugang über bestimmte Prop-Firm-Partnerschaften
  • Plattform: browserbasiert (Chrome, Firefox, Safari, Edge) — kein Download erforderlich, Desktop-App und Mobile-App ebenfalls verfügbar
  • Datenfeed: dxFeed (primär), zusätzlich Rithmic, CQG, IQFeed und weitere — 15-Minuten-Delay kostenlos
  • Märkte: CME, CBOT, COMEX, NYMEX, EUREX (über Prop-Firm-Integration) und NASDAQ — ausschließlich Futures
  • Trustpilot: 4,3 von 5 Sternen bei rund 80 Bewertungen (Stand Mai 2026)

Was ist Deepcharts?

Deepcharts ist eine Orderflow- und Volumenanalyse-Plattform für Futures-Trader, die von der italienischen Softwarefirma Volumetrica Trading entwickelt wird.

Die Plattform richtet sich an Trader, die über klassische Candlestick-Charts hinaus in die Tiefenstruktur des Marktes blicken wollen. Deepcharts zeigt Echtzeit-Orderflow-Daten: aggressive Käufe und Verkäufe auf jedem einzelnen Preisniveau, Volumenverteilungen und Liquiditätsbewegungen im Orderbuch. Die Software ist unter deepcharts.com verfügbar.

Wichtig zur Abgrenzung: Deepcharts (deepcharts.com) ist nicht zu verwechseln mit DeepTrade (deeptrade.com), einem separaten Anbieter für Swing-Trading und AVWAP-Strategien. Trotz der Namensähnlichkeit handelt es sich um völlig unterschiedliche Unternehmen und Produkte.

Die Plattform wurde früher unter den Namen „Volsys” und „Volumetrica” vertrieben und trägt seit dem Rebrand den Namen Deepcharts. Volumetrica Trading bleibt der offizielle Firmenname.

Deep Charts Orderflow-Plattform Startseite mit Footprint Charts und X-Ray-Ansicht
Die Startseite von Deepcharts wirbt mit dem Claim „Uncover The Footprints of Smart Money” — laut Anbieter stehen über 80 Indikatoren und mehr als 20 proprietäre Modelle zur Verfügung.

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Wer steckt hinter Deepcharts?

Volumetrica Trading S.r.l. ist ein italienisches Softwareunternehmen mit Sitz in Rovigo (Venetien), das auf die Entwicklung von Orderflow-Analyseplattformen spezialisiert ist.

Deepcharts ist seriös. Das Unternehmen wurde am 31. Mai 2019 gegründet und ist im italienischen Handelsregister unter der Partita IVA IT01583400294 (REA RO 426895) eingetragen. Der ATECO-Code 62 klassifiziert Volumetrica als Softwareentwickler. Laut öffentlich zugänglichen Bilanzdaten lag der Umsatz im Jahr 2024 bei 640.120 Euro bei einem Nettogewinn von 248.090 Euro — für ein Unternehmen dieser Größe bemerkenswert profitabel. Offene Kritikpunkte betreffen die Refund-Politik, nicht die Unternehmenslegitimität.

Die beiden Gründer sind Fabio Valentini und Andrea Cimitan. Valentini hat mehrfach an den Robbins World Cup Trading Championships teilgenommen — einem der weltweit bekanntesten auditierten Trading-Wettbewerbe. Laut veröffentlichten Ergebnissen erzielte er Renditen von 69 %, 90 %, 218 % und über 160 % in verschiedenen Wettbewerbsperioden. Andrea Cimitan ist Co-Founder und betreibt zusammen mit Valentini außerdem „World Class Edge”, eine Trading-Ausbildungsplattform.

Aus meiner Sicht als langjähriger Trader sind auditierte Wettbewerbsergebnisse einer der wenigen wirklich belastbaren Leistungsnachweise in dieser Branche. Die Robbins-Cup-Teilnahmen sind über Dritte verifizierbar — das hebt Valentini deutlich von der Masse der selbsternannten Trading-Gurus ab, die lediglich mit Screenshots arbeiten.

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Die wichtigsten Features von Deepcharts

Deepcharts besteht aus mehreren Modulen, die zusammen eine umfassende Orderflow-Analyse ermöglichen. Die Plattform deckt den gesamten Workflow eines Futures-Traders ab — von der Marktanalyse über das Backtesting bis zur Orderausführung.

Footprint Charts

Footprint Charts sind das Herzstück von Deepcharts. Im Gegensatz zu klassischen Candlestick-Charts zeigen sie das gehandelte Volumen auf jedem einzelnen Preisniveau innerhalb einer Kerze — aufgeteilt nach aggressiven Käufen (Ask) und aggressiven Verkäufen (Bid). Der Trader sieht dadurch nicht nur, wohin sich der Preis bewegt hat, sondern kann auch Rückschlüsse auf das Warum ziehen.

Deepcharts bietet mehrere Footprint-Varianten: Bid×Ask, Delta, Imbalance und Volume. Dazu kommen proprietäre Visualisierungen, die laut Anbieter Absorptionszonen und Druckpunkte automatisch markieren. Die Farbcodierung folgt dem Prinzip Grün für Kaufdruck und Rot für Verkaufsdruck, mit Farbintensität proportional zur Größe.

Volume Profile und TPO

Das Volume Profile zeigt die Verteilung des gehandelten Volumens über einen definierten Zeitraum — horizontal statt vertikal. Deepcharts unterstützt tägliche, wöchentliche, monatliche und benutzerdefinierte Composite-Profile. Hinzu kommt ein Delta-Profil, das Netto-Käufe versus Netto-Verkäufe pro Preislevel visualisiert.

TPO-Charts (Time Price Opportunity) ergänzen das Volume Profile um die Zeitdimension: Wie lange hat der Markt auf einem bestimmten Preisniveau gehandelt? Zusammen ermöglichen beide Tools die Identifikation von Value Areas, High-Volume-Nodes und Low-Volume-Nodes.

DeepDom — Heatmap und Orderbuch-Analyse

DeepDom ist das DOM-Analyse-Modul von Deepcharts, das die historische Orderbuch-Liquidität als farbcodierte Heatmap darstellt.

Im Vergleich zu herkömmlichen Heatmaps betont der Anbieter die MBO-Datenverarbeitung (Market-by-Order): Statt aggregierter Orderbuch-Level werden individuelle Orders verfolgt, was die Erkennung von Iceberg-Orders und Stop-Run-Mustern ermöglichen soll. DeepDom zeigt außerdem Volume Bubbles — Tick-für-Tick-Darstellungen einzelner Trades direkt im Chart.

Laut Anbieter bietet DeepDom eine Genauigkeit von 0,01 Sekunden und sei ressourcenschonender als vergleichbare Heatmap-Lösungen. Ob dieser Vorteil in der Praxis spürbar ist, hängt vom konkreten Trading-Setup und der Internetverbindung ab.

Deep Charts DeepDom Heatmap Orderbuch-Analyse mit Liquiditätsdarstellung
Die DeepDom-Heatmap zeigt historische Orderbuch-Liquidität — laut Anbieter mit MBO-Daten und Iceberg-Erkennung.

Deep Replay — Backtester

Der Deep Replay Backtester ermöglicht das Abspielen historischer Marktdaten Tick für Tick. Footprint Charts und Volume Profile bauen sich dabei so auf, als würde man den Markt in Echtzeit beobachten. Das ist vor allem für Trader relevant, die ihre Muster-Erkennung trainieren wollen, ohne echtes Geld zu riskieren.

Im Vergleich zu Standard-Replay-Funktionen anderer Plattformen verspricht Deepcharts eine höhere Datenauflösung — jede Order, jeder Tick, jede Sekunde soll abgebildet werden. Ein kostenloser Sim-Account mit 15-Minuten-Delay steht zum Üben bereit.

Trade Copier und Money Management

Deepcharts integriert einen Trade Copier (derzeit als Beta gekennzeichnet), der Trades automatisch auf mehrere Konten spiegelt — etwa verschiedene Prop-Firm-Accounts. Zusätzlich gibt es ein natives Money-Management-Modul, mit dem sich tägliche Verlustlimits, maximale Verluste pro Trade und Gesamt-Drawdown-Grenzen direkt in der Plattform konfigurieren lassen. Bei Erreichen des Limits wird die Position automatisch geschlossen.

Für Prop-Firm-Trader ist das ein praktischer Schutz: Die Drawdown-Grenzen der Evaluation werden direkt in der Plattform gespiegelt, unabhängig von der Risk-Overlay-Schicht der jeweiligen Prop Firm.

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Deepcharts Kosten und Preise

Die Preisstruktur von Deepcharts ist zweigeteilt: Es gibt das Standalone-Abo direkt über deepcharts.com und den kostenlosen Zugang über Prop-Firm-Partnerschaften.

Standalone-Abonnement

Deepcharts bietet drei Abrechnungszeiträume — je länger die Bindung, desto niedriger der monatliche Preis:

LaufzeitMonatspreisAbrechnungBonus
Quartal$105/Monat$419 auf einmal+1 Monat gratis
Halbjahr$93,50/Monat$750 auf einmal+2 Monate gratis
Jahr$74/Monat$1.181 auf einmal+4 Monate gratis

Der auf der Preisseite prominent beworbene Preis von $74 pro Monat setzt also eine Jahresbuchung mit $1.181 Vorauszahlung voraus. Wer flexibel bleiben will, zahlt $105 pro Monat im Quartalsabo. Alle Preise verstehen sich als reduziert — die regulären Listenpreise liegen laut Website bei $139 (Quartal), $125 (Halbjahr) und $99 (Jahr).

Zusätzlich zum Plattform-Abo fallen Kosten für den Datenfeed an: dxFeed, Rithmic oder CQG werden als separate Subscriptions direkt beim jeweiligen Datenanbieter abgeschlossen. Die genauen Datenfeed-Kosten variieren je nach Anbieter und Umfang der gewünschten Börsen.

Ein 15-Minuten-Delay-Feed (powered by dxFeed) ist kostenlos enthalten und eignet sich für Übungszwecke mit dem Sim-Account.

Kostenloser Zugang über Prop Firms

Mehrere Futures-Prop-Firms bieten Deepcharts als integrierte Plattform an — ohne zusätzliche Kosten für den Trader. Wer eine Evaluation mit Deepcharts als Datenfeed-Option kauft, erhält den vollen Plattform-Zugang inklusive. Die bekanntesten Integrationen sind laut Anbieter Phidias Propfirm (laut Deepcharts die tiefste Integration, inklusive EUREX-Zugang), Goat Funded Futures, YRM Prop und FuturesElite.

Für Trader, die ohnehin Prop-Firm-Evaluations durchlaufen, kann dieser Weg die Plattformkosten vollständig eliminieren — angesichts von $105 pro Monat im Quartalsabo ein relevanter Vorteil.

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Bildungsinhalte inklusive

Im Abo enthalten sind laut Anbieter wöchentliche Live-Sessions: Marktanalysen mit Profile-Setups, kommentierte New-York-Opening-Auktionen und Plattform-Tutorials mit den Entwicklern. Dazu kommt ein Discord-Server für Community-Austausch und ein Archiv mit Video-Tutorials.

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Unterstützte Datafeeds und Börsen

Deep Charts unterstützte Datafeeds und Börsen Kompatibilitätstabelle
Die Kompatibilitätsmatrix zeigt, welche Datafeeds welche Börsen abdecken — für DACH-Trader ist die EUREX-Spalte besonders relevant.

Deepcharts unterstützt eine breite Palette an Datafeeds. Die wichtigsten für den DACH-Markt:

  • dxFeed: CME, CBOT, COMEX, NYMEX, EUREX, NASDAQ — der primäre und am besten integrierte Datenfeed
  • Rithmic: CME, CBOT, COMEX, NYMEX, EUREX — beliebte Wahl bei Prop Firms
  • CQG: CME, CBOT, COMEX, NYMEX, EUREX — professioneller Datenfeed mit breiter Broker-Kompatibilität
  • IQFeed: CME, CBOT, COMEX, NYMEX, EUREX, NASDAQ — inklusive US-Aktien-Daten
  • Interactive Brokers: laut Kompatibilitätstabelle nur in der Kategorie „Trading” unterstützt, nicht für einzelne Börsen wie CME oder EUREX

Für Trader, die europäische Futures wie den DAX-Future oder Euro Stoxx 50 handeln, ist der EUREX-Zugang ein entscheidendes Kriterium. Dieser steht über dxFeed, Rithmic, CQG und IQFeed zur Verfügung — und exklusiv über die Phidias-Prop-Firm-Integration auch ohne separates Datenfeed-Abo.

Die italienischen Börsen MTA, IDEM und MOT werden über Teleborsa, Directa, Sella, IWBank und WeBank abgedeckt — für den DACH-Markt allerdings von untergeordneter Bedeutung.

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Deepcharts Alternativen im Vergleich

Deepcharts konkurriert direkt mit mehreren etablierten Orderflow-Plattformen. Die folgende Einordnung hilft bei der Orientierung:

ATAS ist der etablierteste Wettbewerber im Bereich Orderflow- und Volumenanalyse. ATAS bietet eine tiefere Indikator-Anpassung und einen größeren Funktionsumfang, ist aber ausschließlich als Desktop-Software verfügbar. Die Lernkurve gilt als steil.

Bookmap setzt auf eine einzigartige Heatmap-Visualisierung des Orderbuchs und ist besonders bei Scalp-Tradern beliebt. Bookmap unterstützt neben Futures auch Aktien und Krypto — breiter als Deepcharts.

NinjaTrader ist keine reine Orderflow-Plattform, bietet aber mit NinjaScript eine mächtige Programmierumgebung für eigene Indikatoren und automatisierte Strategien. Das Ökosystem ist mit über 20 kompatiblen Prop Firms deutlich breiter als das von Deepcharts.

Sierra Chart gilt unter professionellen Futures-Tradern als Referenzplattform für Präzision und Geschwindigkeit. Die Lernkurve ist allerdings extrem steil, die Oberfläche wirkt veraltet, und die Konfiguration erfordert erheblichen Zeitaufwand.

Quantower verfolgt einen modularen Ansatz mit Multi-Broker-Anbindung und ist als Basisversion kostenlos nutzbar. Die Orderflow-Tools sind solide, aber nicht so tief wie bei Deepcharts oder ATAS.

Jigsaw Trading ist auf Tape Reading und DOM-Analyse spezialisiert. Die Plattform bietet einen hochwertigen Orderflow-Kurs und lässt sich als Plugin in NinjaTrader und MultiCharts integrieren.

Volfix konzentriert sich auf Volumenanalyse mit einem an Bloomberg angelehnten Interface. Die Plattform bietet Cluster Charts und Box Charts, wirkt optisch aber gewöhnungsbedürftig.

Deep Charts Alternativen Vergleich Orderflow-Plattformen ATAS Bookmap NinjaTrader Sierra Chart Quantower Jigsaw Volfix
Feature-Vergleich der wichtigsten Orderflow-Plattformen — Deepcharts punktet bei Browserbasierung und Prop-Firm-Integration, hat aber Einschränkungen bei eigenen Indikatoren und Marktabdeckung.

Lesetipp: Trading Software – alle Anbieter im Test

Vor- und Nachteile von Deepcharts

Vorteile

  • Browserbasiert: Kein Download, keine Installation — Chrome, Firefox, Safari und Edge werden unterstützt. Das ist in diesem Segment ungewöhnlich und ein echtes Alleinstellungsmerkmal.
  • Prop-Firm-Integration: Kostenloser Zugang über mehrere Futures-Prop-Firms eliminiert die Plattformkosten vollständig.
  • Auditierter Gründer: Fabio Valentini hat seine Trading-Kompetenz in den Robbins World Cup Championships nachweislich unter Beweis gestellt — ein seltener Vertrauensanker.
  • Integrierter Trade Copier: Spart ein separates Kopiertool für das Spiegeln auf mehrere Prop-Firm-Accounts (derzeit als Beta gekennzeichnet).
  • Extras im Abo: Wöchentliche Live-Sessions, Orderflow-Kurs, natives Money Management mit automatischen Drawdown-Grenzen — alles ohne Aufpreis.

Nachteile

  • Nur Futures: Kein Handel mit Forex, Aktien, Krypto oder CFDs über die Hauptplattform Deepcharts. DeepChartFX für CFDs ist ein separates, neueres Produkt.
  • Keine eigenen Indikatoren: Im Gegensatz zu NinjaTrader (NinjaScript) oder TradingView (Pine Script) können keine benutzerdefinierten Indikatoren programmiert werden. Die über 80 eingebauten Indikatoren sind fest vorgegeben.
  • Eingeschränktes Prop-Firm-Ökosystem: Deepcharts funktioniert direkt mit einer Handvoll Prop Firms — deutlich weniger als die über 20 bei NinjaTrader.
  • Kritische Nutzerstimmen zu Support und Refunds: Auf Trustpilot und Reddit berichten einzelne Nutzer von Schwierigkeiten bei Rückerstattungen und restriktiver Discord-Moderation gegenüber kritischem Feedback.

Für wen eignet sich Deepcharts?

Deepcharts richtet sich primär an Futures-Daytrader, die mit Orderflow-Daten arbeiten — insbesondere Scalper und kurzfristige Trader auf CME-Instrumenten wie ES, NQ, CL und GC. Wer Volume Profile, Footprint Charts und DOM-Analyse als Kernbestandteil seiner Strategie nutzt, findet hier eine moderne und browserbasierte Alternative zu den etablierten Desktop-Plattformen.

Besonders interessant ist die Plattform für Prop-Firm-Trader, die ohnehin Evaluations durchlaufen: Der kostenlose Zugang eliminiert eine laufende Kostenposition, und der integrierte Trade Copier spart ein zusätzliches Tool.

Deepcharts ist dagegen nicht die richtige Wahl für Trader, die eigene Indikatoren programmieren wollen, auf Forex, Aktien oder Krypto fokussiert sind, oder eine große Community mit jahrelangem Archiv an Lösungen für Konfigurationsprobleme brauchen. Wer klassische Charttechnik mit Trendlinien, Moving Averages und Candlestick-Patterns handelt, braucht die Orderflow-Tiefe von Deepcharts schlicht nicht — und zahlt für Funktionen, die ungenutzt bleiben.

Lesetipp: Orderbuch Trading & Level 2 Trading erklärt

Nutzerbewertungen auf Trustpilot

Deepcharts hat auf Trustpilot derzeit eine Bewertung von 4,3 von 5 Sternen bei rund 80 Rezensionen (Stand Mai 2026). Das Bild ist gemischt — sowohl stark positive als auch dezidiert kritische Stimmen finden sich.

Ein Kunde schreibt, die Plattform habe sein Trading grundlegend verändert, weil er nun sehe, warum sich der Markt bewege — nicht nur wohin. Mehrere Rezensenten loben die hohe Anpassbarkeit und die Performance: Selbst bei komplexen Charts mit vielen Indikatoren laufe die Software stabil und schnell.

Auf der kritischen Seite berichten einzelne Nutzer von Bugs beim Instrumentenwechsel, bei dem der Chartaufbau unverhältnismäßig lange dauere. Ein wiederkehrendes Thema ist die Refund-Politik: Wer Tutorials angesehen hat, kann laut AGB keinen Rückerstattungsanspruch mehr geltend machen — was einzelne Nutzer als unfair empfinden. Ein Nutzer berichtet zudem von einem Timeout im Discord-Server, nachdem er einen Bug gemeldet hatte.

Volumetrica Trading antwortet auf negative Trustpilot-Bewertungen regelmäßig und detailliert — ein Zeichen aktiver Kundenkommunikation, auch wenn die Antworten bisweilen defensiv wirken.

Meine Einschätzung: 4,3 Sterne bei 80 Bewertungen sind ein solides Ergebnis, aber die Stichprobe ist noch klein. Zum Vergleich: ATAS hat mehrere hundert Bewertungen, Bookmap ebenfalls. Bei einem so jungen Produkt lohnt es sich, die Entwicklung der Bewertungslage über die nächsten Monate zu beobachten.

Fazit: Deepcharts Erfahrungen — Lohnt sich die Plattform?

Deepcharts ist ein ambitioniertes Produkt, das in kurzer Zeit erhebliche Aufmerksamkeit gewonnen hat — das Suchvolumen hat sich innerhalb eines Jahres von praktisch null auf über 1.000 monatliche Suchanfragen in Deutschland vervielfacht. Die Plattform bietet technisch beeindruckende Orderflow-Tools in einem modernen, browserbasierten Interface. Die Kombination aus Footprint Charts, Volume Profile, DeepDom-Heatmap und integriertem Trade Copier ist in dieser Form kaum bei einem anderen Anbieter zu finden.

Was mich als diskretionären Trader überzeugt: Die Gründer haben nachweisbare Trading-Kompetenz. Fabio Valentinis Robbins-Cup-Ergebnisse sind auditiert und über Dritte verifizierbar. Das ist in einer Branche, die von unbelegten Versprechen lebt, ein echtes Qualitätssignal. Auch die Unternehmensstruktur ist transparent — eine italienische S.r.l. mit öffentlichen Bilanzdaten.

Was mich skeptisch stimmt: Die Refund-Politik und die Berichte über die Discord-Moderation passen nicht zu einem Unternehmen, das auf Vertrauen baut. Wer $105 pro Monat im Quartalsabo verlangt — oder $1.181 auf einen Schlag im Jahresabo —, sollte auch großzügig mit Rückgaben umgehen können. Auch der Hinweis „Coming Soon” bei zahlreichen Features auf der Preisseite zeigt, dass Deepcharts noch nicht fertig ist.

Meine Empfehlung: Wenn du bereits Orderflow-Trading praktizierst und eine browserbasierte Alternative zu ATAS oder Sierra Chart suchst, ist Deepcharts einen Test wert — insbesondere über den kostenlosen Prop-Firm-Zugang. Wenn du unsicher bist, ob Orderflow für dich überhaupt relevant ist, probiere zunächst den kostenlosen Sim-Account mit 15-Minuten-Delay aus. Und wenn du wie ich diskretionär nach Price Action handelst, wirst du die Tiefe der Orderflow-Daten vermutlich nicht brauchen — aber es schadet nie, zu verstehen, wie die andere Seite des Marktes denkt.

Häufige Fragen zu Deepcharts

Ist Deepcharts seriös?

Ja, Deepcharts wird von der Volumetrica Trading S.r.l. entwickelt, einem im italienischen Handelsregister eingetragenen Unternehmen mit transparenten Bilanzdaten. Die Gründer haben nachweisbare Trading-Ergebnisse in auditierten Wettbewerben.

Ist Deepcharts ein Broker?

Nein, Deepcharts ist eine reine Analyse- und Trading-Plattform. Für die Orderausführung wird ein separater Broker oder eine Prop Firm benötigt, die über einen kompatiblen Datenfeed wie dxFeed, Rithmic oder CQG angebunden wird.

Ist Deepcharts webbasiert?

Ja, Deepcharts läuft vollständig im Browser (Chrome, Firefox, Safari, Edge) — ohne Download oder Installation. Zusätzlich gibt es eine Desktop-App und eine Mobile-App, aber die Browser-Version gilt als das primäre Produkt.

Was kostet Deepcharts?

Das Quartalsabo kostet $105 pro Monat ($419 Vorauszahlung), das Jahresabo $74 pro Monat ($1.181 Vorauszahlung). Zusätzlich fallen Kosten für den Datenfeed (dxFeed, Rithmic oder CQG) an. Über bestimmte Prop-Firm-Partnerschaften ist der Zugang kostenlos.

Welche Märkte kann ich mit Deepcharts handeln?

Deepcharts unterstützt ausschließlich Futures an den Börsen CME, CBOT, COMEX, NYMEX, EUREX und NASDAQ. Forex, Aktien und Krypto werden über die Hauptplattform nicht abgedeckt — dafür gibt es das separate Produkt DeepChartFX.

Kann ich eigene Indikatoren in Deepcharts programmieren?

Nein, Deepcharts bietet über 80 eingebaute Indikatoren, aber keine Programmierschnittstelle für benutzerdefinierte Indikatoren. Wer eigene Indikatoren entwickeln will, ist mit NinjaTrader (NinjaScript) oder TradingView (Pine Script) besser bedient.

Welche Alternativen gibt es zu Deepcharts?

Die wichtigsten Alternativen im Bereich Orderflow-Trading sind ATAS, Bookmap, Sierra Chart, Quantower, NinjaTrader, Jigsaw Trading und Volfix. Jede Plattform hat unterschiedliche Stärken bei Funktionsumfang, Preis und Kompatibilität.

Kann ich Deepcharts kostenlos testen?

Nein, man kann Deepcharts nicht kostenlos testen, aber Deepcharts bietet einen kostenlosen Sim-Account mit 15-Minuten-Delay auf dxFeed-Basis — ideal zum Pattern-Training ohne Echtgeldrisiko. Der volle Plattformzugang ist zudem über bestimmte Futures-Prop-Firm-Evaluations ohne zusätzliche Kosten nutzbar.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH sowie Betreiber von kagels-trading.de. Als diskretionärer Price-Action-Trader ist er seit 1978 an den Märkten aktiv und handelt Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte.

In den späten 1980er-Jahren übersetzte Karsten die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre war er Joe Ross’ Repräsentant in Deutschland und übersetzte sowie veröffentlichte alle 10 Ross-Bücher. Seit 1996 ist Interactive Brokers seine primäre Handelsplattform.

Dieser Erfahrungsbericht bewertet Deepcharts aus der Perspektive eines erfahrenen diskretionären Traders, der die Plattform auf Seriosität, Unternehmenstransparenz und Preis-Leistungs-Verhältnis prüft — nicht aus der Perspektive eines Orderflow-Spezialisten. Genau diese Außensicht soll Tradern helfen, die Plattform jenseits des Marketing-Hypes einzuordnen.

Dieser Artikel wurde von Bjarne Claussen final geprüft.

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