Euro Future mit auslaufender positiver Saisonalität

Zuletzt aktualisiert: 03. Mai 2026

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Karsten Kagels

Überprüft von

Karsten Kagels

Analyst: Björn Heidkamp
Markt: Euro/USD Future Endlos Kontrakt
Zeitpunkt der Analyse: 03.05.2026
Letzter Kurs: 1,1752 USD

Technischer Blick auf den Quartalschart

Der abgebildete Chart zeigt die langfristige Kursentwicklung des Währungspaares EUR/USD von 1998 bis heute, bei Kursen von 1,1752 USD. Ein Notierungsstab bildet das Kursverhalten des Euro Futures für jedes Quartal ab.

Quartalschart des Euro Futures
Quartalschart des Euro Futures

Langfristiger Aufwärtstrend unterbrochen

Im April 2025 hat der Euro Future die eingezeichnete langfristige Seitwärtsbewegung nach oben aufgelöst. Parallel wurde die seit 2008 bestehende, eingezeichnete langfristige Abwärtstrendlinie dynamisch überschritten. Dieser primäre übergeordnete Aufwärtstrend ist seit Juni 2025 in eine richtungslose (trendbestätigende?) Konsolidierung übergegangen: Aktuell pendelt der Euro Future zwischen dem Bereich erhöhter Abgabebereitschaft um 1,1815 und 1,1875, erweitert um das alte Jahreshoch bei 1,1980, und dem Bereich erhöhter Aufnahmebereitschaft um 1,16 und 1,1520, erweitert um das Juli- und September-Tief 2025 bei 1,1424 und 1,1488 sowie dem Märztief bei 1,1482, hin und her. 

Mit dem Bewegungshoch vom 27. Januar bei 1,2018 scheiterten die Bullen in einem ersten Versuch, diese trendbestätigende Konsolidierung nach oben aufzulösen. Dabei wurde die psychologisch wichtige 1,20 Marke seit 4,5 Jahren das erste Mal wieder getestet. Nach diesem Fehlversuch setzte die europäische Gemeinschaftswährung wieder zurück in die angegebene Seitwärtsbewegung.Streng nach dem Motto: “Was es nach oben versucht hat (und scheitert), wird es in der Folge auch nach unten versuchen,” testeten die Bären Mitte und Ende März den unteren Bereich der genannten Seitwärtsbewegung. Mit Kursen bei 1,1482 und 1,1484 wurde das Vorquartalstief minimal unterschritten. Somit scheiterten auch die Bären, eine entsprechende Anschlussbewegung blieb aus und die Kurse erholten sich zurück auf das jetzige Niveau.

Außenstab auf Quartalschart

Ende Januar wurde, wie oben angegeben, mit einem Bewegungshoch bei 1,2018 das Vorquartalshoch überschritten und Mitte März das Vorquartalstief mit einem neuen Bewegungstief bei 1,1482 unterschritten. Charttechnisch spricht man von einem sogenannten Außenstab (Outsidebar). Werden derartige (Umkehr‑)Außenstäbe mit einem tieferen Tief im folgenden Quartal bestätigt, ist in der Mehrzahl der Fälle eine mittelfristige Fortsetzung der eingeschlagenen Bewegung zu erwarten.

Handel innerhalb des Juni-Messstabs aus 2025

Aus der Perspektive des Monatscharts wurde der primäre übergeordnete Aufwärtstrend im Juni 2025 unterbrochen

Seit über einem dreiviertel Jahr schaffte es der Euro Future nicht, klar außerhalb des im Chart gekennzeichneten Messstabes vom Juni 2025 zu schließen. Typisch für Konsolidierungen wechselte die europäische Gemeinschaftswährung in den vergangenen Monaten innerhalb dieses Expansionsbars wiederholt und plötzlich die Richtung, sodass eine Anhäufung von Wechselstäben auf dem Monatschart zu beobachten ist.

EUR/USD im Monatschart analysiert
EUR/USD im Monatschart analysiert

GD 200 als visueller Widerstandsbereich

Seit Bestehen der europäischen Gemeinschaftswährung ist es dem Euro Future nie gelungen, auf Basis eines Monatsschlusskurses klar über der im Monatschart eingezeichneten blauen Linie zu schließen. Somit dient dieser gleitende Durchschnitt der letzten 200 Monate vielen institutionellen Investoren als einfacher zu erkennender virtueller Widerstandsbereich. Aktuell befindet sich diese leicht fallende 200-Monats-Linie (GD200) bei 1,1962.

Ausgeglichener Kampf zwischen Bullen und Bären auf dem Wochenchart gut sichtbar

Aus der Perspektive des mittelfristigen Wochencharts ist die viel beschriebene Seitwärtsbewegung noch besser sichtbar. 

Derartige Konsolidierungen weisen in der Regel einen trendbestätigenden Charakter auf, welche zwar die Chance auf eine Trendumkehr andeuten, danach aber in der Mehrzahl der Fälle mit einem neuen Kaufsignal nach oben aufgelöst werden.

Wochenchart des EUR/USD Währungspaares
Wochenchart des EUR/USD Währungspaares

Positive Saisonalität Ende April ausgelaufen

Aufgrund historischer Erfahrungswerte lassen sich für Rohstoffe, Währungen, Aktien und Indizes statistische Durchschnittswerte berechnen. 

Der in typischen Durchschnittsverläufen klar zu erkennende positive saisonale Effekt dreht Ende April. Von Anfang Mai bis Ende Mai kommt es in den geglätteten Durchschnittsverläufen des Euro Futures zu einem sichtbaren negativen Rücksetzer. 

Ende Mai setzten sich die Bullen in der Historie dann wieder durch. Aus den rein statistisch abgeleiteten Zyklenverläufen der letzten 20 Jahre wurde in einem Anstieg bis Ende Juli in der Regel auch das Aprilhoch (1,1882) überschritten.

Fazit:

Aus der Perspektive des langfristigen Quartalscharts stockt der Aufwärtstrend durch die angegebene Seitwärtsbewegung der letzten Monate. 

Im April 2025 ist die europäische Gemeinschaftswährung aus einer zweijährigen Seitwärtsbewegung nach oben ausgebrochen. Derartige Trends pflegen sich auch nach einer entsprechenden Korrektur oder Konsolidierung in der Regel weiter fortzusetzen, bis sehr gute Argumente gegen sie vorliegen, was aktuell im Chart noch nicht abzulesen ist. Somit bleiben die langfristigen Erfolgschancen weiter auf der Kaufseite. 

Visualisiert durch die vielen Monatsschlusskurse innerhalb des auf dem Monatschart eingezeichneten Messstabes bleibt der Kampf zwischen Bullen und Bären aktuell ausgeglichen.

Bei Kursen über 1,1882 ist innerhalb der Seitwärtsbewegung ein Test des nächsthöheren Bereiches erhöhter Abgabebereitschaft um 1,20 anzunehmen. Kurse über dem neuen Mehrjahreshoch bei 1,2018 würden den primären Aufwärtstrend wieder durchsetzen. Der nächsthöhere stärkere Widerstandsbereich wäre bei diesem positiven Szenario um 1,2250, 1,2365 und 1,2580 zu beziffern.

Fällt der Euro Future unter 1,17, insbesondere im Zusammenhang mit der schwächeren zyklischen Phase in den kommenden Wochen, rückt der Bereich erhöhter Aufnahmebereitschaft zwischen 1,15 und 1,1424 wieder in den Fokus der Investoren.

Aus Sicht der Bullen ist die Verteidigung der Marke von 1,14 elementar. Bei Kursen darunter ist ein weiteres Absinken in Richtung der alten Widerstände und jetzigen Unterstützungen der vergangenen langfristigen Seitwärtsbewegung um 1,13 bis 1,11 anzunehmen.

Bei Kursen unter 1,10 verschlechtert sich die langfristig bullische Ausgangsposition deutlich.

Aktuell fehlen die technischen Hinweise, dass der Euro Future am Abschluss der seit Juni 2025 laufenden Seitwärtsbewegung arbeitet. Auf einen Ausbruch muss weiter geduldig gewartet werden.

Insgesamt bleibt die Wahrscheinlichkeit für eine Fortsetzung des langfristigen Aufwärtstrends aufgrund des trendbestätigenden Charakters der Konsolidierung etwas höher als eine negative Trendwende.