Analyst: Björn Heidkamp
Markt: Euro/USD Future Endlos Kontrakt
Zeitpunkt der Analyse: 29.03.2026
Letzter Kurs: 1,1557 USD
Einschätzung im Quartalschart
Der abgebildete Chart zeigt die langfristige Kursentwicklung des Währungspaares EUR/USD von 1998 bis heute, bei Kursen von 1,1557 USD. Ein Notierungsstab bildet das Kursverhalten des Euro Futures für jedes Quartal ab.
Langfristiger Aufwärtstrend unterbrochen
Im April 2025 hat der Euro Future die eingezeichnete langfristige Seitwärtsbewegung nach oben aufgelöst. Parallel wurde die seit 2008 bestehende, eingezeichnete langfristige Abwärtstrendlinie dynamisch überschritten. Dieser primäre übergeordnete Aufwärtstrend ist seit Juni in eine richtungslose (trendbestätigende?) Konsolidierung übergegangen: Aktuell pendelt der Euro Future zwischen dem Bereich erhöhter Abgabebereitschaft um 1,1815 und 1,1875, erweitert um das alte Jahreshoch bei 1,1980, und dem Bereich erhöhter Aufnahmebereitschaft um 1,16 und 1,1520, erweitert um das Juli- und September-Tief bei 1,1424 und 1,1488 hin und her.
Mit dem neuen Bewegungshoch vom 27. Januar bei 1,2018 starteten die Bullen in einem ersten Versuch diese trendbestätigende Konsolidierung nach oben aufzulösen. Dabei wurde die psychologisch wichtige 1,20 Marke seit 4,5 Jahren das erste Mal wieder getestet.
Dieser Ausbruchversuch missglückte beim ersten Anlauf vorerst. Die europäische Gemeinschaftswährung setzte wieder zurück in die beschriebene Seitwärtsbewegung.
Außenstab auf Quartalschart
Ende Januar hat der Euro Future mit einer Notierungslücke auf dem Tageschart über dem Vorquartalshoch eröffnet, um dann Mitte März das Vorquartalstief mit einem neuen Bewegungstief bei 1,1482 zu unterschreiten. Charttechnisch spricht man von einem sogenannten Außenstab (Outsidebar). Werden derartige Außenstäbe mit einem tieferen Tief im folgenden Quartal (2. Quartal) bestätigt, ist in der Mehrzahl der Fälle eine mittelfristige Fortsetzung der eingeschlagenen Bewegung zu erwarten.
Unterstützungen am Tief der Konsolidierung getestet
Aus der Perspektive des Monatscharts wurde der primäre übergeordnete Aufwärtstrend seit Juni unterbrochen. Mit dem angegebenen Bewegungstief vom 13. März bei 1,1482 testeten die Bären wiederholt den oben beschriebenen Bereich erhöhter Aufnahmebereitschaft, schafften es jedoch nicht, diese Unterstützungen zu unterbieten.
Messstab per Monatsschlusskurs knapp überschritten
Seit einem Dreivierteljahr schaffte es der Euro Future nicht, klar außerhalb des im Chart gekennzeichneten Messstabes vom Juni 2025 zu schließen. Typisch für Konsolidierungen wechselte die europäische Gemeinschaftswährung in den vergangenen Monaten innerhalb dieses Expansionsbars wiederholt und plötzlich die Richtung, sodass eine Anhäufung von Wechselstäben auf dem Monatschart zu beobachten ist.
Schiebezone auf Wochenchart
Aus der Perspektive des mittelfristigen Wochencharts wurde der übergeordnete Aufwärtstrend durch die o. a. mittelfristige Seitwärtsbewegung abgelöst.
Derartige Konsolidierungen weisen in der Regel einen trendbestätigenden Charakter auf, welcher zwar die Chance auf eine Trendumkehr andeutet, danach aber in der Mehrzahl der Fälle mit einem neuen Kaufsignal nach oben aufgelöst wird.
Saisonal bis Ende April weiter positiv
Aufgrund historischer Erfahrungswerte lassen sich für Rohstoffe, Währungen, Aktien und Indizes statistische Durchschnittswerte berechnen.
Der in typischen Durchschnittsverläufen klar zu erkennende positive saisonale Effekt von Anfang März bleibt bis zu einem Marktwendepunkt Ende April weiter bestehen. Von Anfang Mai bis Ende Mai kommt es dann zu einem sichtbaren negativen Rücksetzer.
Zu erwähnen ist, dass der aktuelle Verlauf der letzten Wochen bis dato nicht mit dem der idealtypischen Verläufe aus der Vergangenheit übereinstimmt.
Fazit:
Aus der Perspektive des langfristigen Quartalscharts stockt der Aufwärtstrend durch die angegebene Seitwärtsbewegung der letzten Monate.
Im April 2025 ist die europäische Gemeinschaftswährung aus einer zweijährigen Seitwärtsbewegung nach oben ausgebrochen. Derartige Trends pflegen sich auch nach einer entsprechenden Korrektur oder Konsolidierung in der Regel weiter fortzusetzen, bis ausgezeichnete Argumente gegen sie vorliegen, was aktuell im Chart bisher nicht abzulesen ist. Somit bleiben die langfristigen Erfolgschancen weiter auf der Kaufseite.
Visualisiert durch die vielen Monatsschlusskurse innerhalb des auf dem Monatschart eingezeichneten Messstabs bleibt der Kampf zwischen Bullen und Bären aktuell ausgeglichen.
Bei Kursen über 1,1755 ist innerhalb der Seitwärtsbewegung ein Test des angegebenen Bereiches erhöhter Abgabebereitschaft um 1,19 und 1,20 anzunehmen. Kurse über dem neuen Mehrjahreshoch bei 1,2018 würden den primären Aufwärtstrend wieder durchsetzen. Der nächsthöhere stärkere Widerstandsbereich wäre bei diesem positiven Szenario um 1,2250, 1,2365 und 1,2580 zu beziffern.
Aus Sicht der Bullen ist die Verteidigung der Marke von 1,14 elementar. Bei Kursen darunter ist ein weiteres Absinken in Richtung der alten Widerstände und jetzigen Unterstützungen der vergangenen langfristigen Seitwärtsbewegung um 1,13 bis 1,11 anzunehmen.
Bei Kursen unter 1,10 verschlechtert sich die langfristig bullische Ausgangsposition wieder.
Aktuell bleibt die Wahrscheinlichkeit für eine Fortsetzung des langfristigen Aufwärtstrends aufgrund des trendbestätigenden Charakters der Konsolidierung etwas höher als eine negative Trendwende.



