Die 7 wichtigsten Halbleiter-Aktien — von Nvidia bis Intel

Zuletzt aktualisiert: 03. Juni 2026

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Christian Möhrer

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Wer an der Börse aktiv ist, kommt an der Halbleiter-Industrie nicht vorbei. Ohne Halbleiter funktioniert heute weder ein Smartphone, noch ein Auto, weder ein Rechenzentrum noch eine Kaffeemaschine. Die Branche hat sich zur Schlüsselbranche der globalen Wirtschaft entwickelt und erzielte im Jahr 2025 einen Rekordumsatz von rund 796 Milliarden US-Dollar — mit Kurs auf die Marke von einer Billion im Jahr 2026.

Für Anleger und Trader eröffnet dieser Sektor erhebliche Chancen — aber auch Risiken, die von geopolitischen Spannungen über zyklische Schwankungen bis hin zu extremen Bewertungsniveaus reichen. In diesem Artikel stelle ich dir sieben Halbleiter-Aktien vor, die unterschiedliche Bereiche der Wertschöpfungskette abdecken: vom Chip-Design über die Auftragsfertigung bis hin zur Produktionsausrüstung.

Außerdem werfen wir einen Blick auf Halbleiter-ETFs als diversifizierte Alternative und auf die Zukunftstrends, die den Sektor in den kommenden Jahren prägen werden. Alle Unternehmensdaten in diesem Artikel basieren auf den jeweils jüngsten Geschäftsberichten und wurden im Mai 2026 recherchiert. Den Leitfaden unserer Redaktion findest du in unseren redaktionellen Richtlinien.

Das Wichtigste zu Halbleiter-Aktien in 30 Sekunden

  • Rekordumsatz 2025: Die globale Halbleiter-Industrie erzielte im Jahr 2025 rund 796 Milliarden US-Dollar Umsatz — ein Plus von über 25 % gegenüber dem Vorjahr. Für 2026 werden knapp 975 Milliarden US-Dollar prognostiziert.
  • KI als Wachstumstreiber: Der Hunger nach Hochleistungs-GPUs für KI-Anwendungen und Rechenzentren treibt die Umsätze bei Nvidia, AMD und TSMC auf Rekordniveau.
  • 7 Halbleiter-Aktien (Chip-Aktien) im Überblick: Nvidia, TSMC, AMD, ASML, Broadcom, Qualcomm und Intel decken die gesamte Wertschöpfungskette ab — von der EUV-Lithografie über die Chipfertigung bis zum Endprodukt.
  • Geopolitische Risiken: Handelskonflikte zwischen den USA und China sowie die Situation um Taiwan bleiben die größten Unsicherheitsfaktoren für den Sektor.
  • ETFs als Alternative: Der VanEck Semiconductor ETF (SMH) und der Invesco PHLX Semiconductor ETF (SOXQ) bieten eine breit diversifizierte Beteiligung an der Branche.

Was sind Halbleiter-Aktien (Chip-Aktien)?

Halbleiter-Aktien sind die Aktien börsennotierter Unternehmen der Halbleiterindustrie, die Halbleiter-Bauelemente wie Prozessoren, Speicherchips und integrierte Schaltkreise entwickeln, herstellen oder die dafür benötigten Produktionsanlagen liefern.

Der Begriff Chip-Aktien wird synonym verwendet. Er umfasst nicht nur reine Chiphersteller wie Nvidia oder Intel, sondern auch Auftragsfertiger wie TSMC, Zulieferer wie ASML und Unternehmen, die sowohl Hardware als auch Software für die Halbleiter-Infrastruktur bereitstellen.

Die Bedeutung der Halbleiter-Industrie

Im Jahr 2025 erzielte die globale Halbleiterindustrie einen Rekordumsatz von rund 796 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von über 25 % gegenüber dem Vorjahr — getrieben vor allem durch die explodierende Nachfrage nach KI-Chips und Hochleistungs-Speicher. Die Semiconductor Industry Association (SIA) prognostiziert, dass der weltweite Umsatz im Jahr 2026 die Marke von einer Billion US-Dollar erreichen könnte.

Halbleiter-Aktien Umsatzentwicklung der globalen Halbleiter-Industrie 2020 bis 2025 in Milliarden US-Dollar
Umsatz in der Halbleiter-Industrie 2020–2025 — Quelle: WSTS / SIA

Diese Entwicklung ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass der Markt im Jahr 2023 noch bei 527 Milliarden US-Dollar lag und einen Umsatzrückgang von rund 8 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnete. Der Aufschwung kam rasch und wurde maßgeblich von zwei Segmenten getragen: Logik-Chips (Prozessoren, GPUs) legten 2025 um knapp 40 % zu und erzielten über 300 Milliarden US-Dollar. Speicherchips wuchsen um rund 35 % auf über 220 Milliarden US-Dollar.

Wo finden wir Halbleiter-Bauelemente?

Spricht man über Chips oder Halbleiter-Bauelemente, denkt man zuallererst an Computerchips. Tatsächlich sind integrierte Schaltkreise in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens anzutreffen. Drei Segmente stechen hervor:

Prozessoren (CPUs, GPUs, Mobile Prozessoren): Die CPU ist das „Gehirn” des Computers. GPUs sind auf grafikintensive und extrem rechenintensive Aufgaben spezialisiert — im Augenblick kommt ihnen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz eine besondere Bedeutung zu. Mobile Prozessoren in Smartphones und Tablets vereinen CPU, GPU und Speichereinheiten auf einem einzigen Chip (System-on-Chip).

Speicherchips: RAM als flüchtiger Arbeitsspeicher, ROM für unveränderliche Daten und Flash-Speicher für permanente Datenspeicherung in SSDs und Speicherkarten. Besonders High Bandwidth Memory (HBM) für KI-Anwendungen verzeichnet derzeit eine enorme Nachfrage.

Einsatzgebiete jenseits der Computertechnik: Als Mikrocontroller und Sensoren stecken Halbleiter in Automobilen (Automotive), Haushaltsgeräten, medizinischen Geräten und der industriellen Fertigung. Der Automotive-Bereich ist nach Rechenzentren und Smartphones der drittgrößte Abnehmer von Halbleiterprodukten.

Halbleiter-Aktien — globaler Halbleitermarkt-Umsatz nach Sektoren
Der globale Halbleitermarkt-Umsatz nach Sektoren — Quelle: WSTS

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Welche Typen von Halbleiter-Herstellern gibt es?

Um zu erkennen, welche Halbleiter-Aktien ein vielversprechendes Potenzial aufweisen, sollte man die Struktur der Industrie kennen. Drei Unternehmenstypen lassen sich unterscheiden:

Ein Integrated Device Manufacturer (IDM) ist ein Halbleiterunternehmen, das den gesamten Produktionsprozess von der Chipentwicklung über die Fertigung bis zum Verkauf in eigenen Fabriken („Fabs”) durchführt.

Beispiele: Intel (USA), Samsung (Südkorea), Texas Instruments (USA).

Eine Foundry (Auftragsfertiger) ist ein Halbleiterunternehmen, das ausschließlich die Fertigung von Chips im Auftrag anderer Unternehmen übernimmt, ohne eigene Chipdesigns zu entwickeln.

Das dominierende Beispiel ist TSMC (Taiwan), der größte Auftragsfertiger weltweit. TSMC fertigt unter anderem Chips für Apple, Nvidia und AMD. Weitere Foundries sind GlobalFoundries (USA) mit Standorten in den USA, Singapur und Deutschland (Dresden).

Eine Fabless Company ist ein Halbleiterunternehmen, das Chips entwickelt und designt, jedoch keine eigenen Fertigungsanlagen besitzt und die Produktion an Foundries auslagert.

Dieses Modell erlaubt es Unternehmen wie Nvidia, AMD, Qualcomm und Broadcom, sich auf innovatives Chipdesign zu konzentrieren, ohne Milliarden in teure Produktionsanlagen investieren zu müssen. Die Fertigung übernehmen Foundries wie TSMC.

Zusätzlich gibt es Equipment-Hersteller wie ASML, die zwar selbst keine Chips fertigen, aber die Maschinen liefern, ohne die eine moderne Chipproduktion nicht möglich wäre.

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Die Kursentwicklung der Halbleiter-Aktien

Der PHLX Semiconductor Index (SOX)

Der PHLX Semiconductor Index (SOX) ist ein nach Marktkapitalisierung gewichteter Aktienindex, der die Kursentwicklung der 30 größten, in den USA börsennotierten Halbleiterunternehmen abbildet.

Der SOX wurde am 1. Dezember 1993 an der Philadelphia Stock Exchange (heute in die NASDAQ integriert) gestartet. Er dient als zentraler Gradmesser für die Stimmung im Halbleitersektor und reagiert stark auf geopolitische Entwicklungen, Konjunkturzyklen und technologische Durchbrüche.

Halbleiter-Aktien PHLX Semiconductor Index SOX Kursverlauf über 10 Jahre
Kursverlauf des PHLX Semiconductor Index SOX — Quelle: TradingView

Zwei Phasen stechen im Langfristchart des SOX hervor:

2020–2022: Die Corona-Pandemie ließ die Nachfrage nach IT-Infrastruktur und Geräten explodieren. Lockdowns, Home-Office und Home-Schooling trieben die Kurse der Halbleiter-Aktien in die Höhe. Der anschließende Rückgang im Jahr 2022 war getrieben durch geopolitische Spannungen, Inflation und das Abklingen des pandemiebedingten Sonderbedarfs.

2023–2025: Der KI-Boom nach der Einführung von ChatGPT Ende 2022 löste eine neue Rallye aus. Nvidia allein vervielfachte seinen Umsatz — und zog den gesamten Sektor mit nach oben. Die Marktkapitalisierung der Top-10-Halbleiterunternehmen stieg von 3,4 Billionen US-Dollar Ende 2023 auf 9,5 Billionen US-Dollar Ende 2025.

Performance der Halbleiter-Aktien im Technologie-Sektor

Der Bereich Semiconductor steht innerhalb des Technologie-Sektors seit mehreren Jahren an der Spitze der Performance-Rangliste. Das liegt vor allem daran, dass Halbleiter die physische Grundlage für praktisch jeden digitalen Megatrend bilden — von Cloud Computing über Elektromobilität bis hin zu Künstlicher Intelligenz.

Abseits der Chip-Werte bewegt ein weiteres Tech-Thema die Märkte: der SpaceX-Börsengang als größter IPO der Geschichte.

7 Halbleiter-Aktien: Wer profitiert vom KI-Boom?

Ich stelle dir im Folgenden sieben Halbleiter-Aktien vor, die unterschiedliche Segmente der Branche abdecken. Die Auswahl folgt der Wertschöpfungskette: vom Equipment-Hersteller über den Auftragsfertiger bis zu den Fabless-Designern und dem letzten verbliebenen großen IDM.

Hinweis: Die vorgestellten Aktien stellen keine Kaufempfehlung dar. Der Artikel dient informativen Zwecken. Die Geschäftszahlen basieren auf den jeweils jüngsten Jahresberichten der Unternehmen. Tagesaktuelle Kurse und Kennzahlen findest du über die verlinkten TradingView-Seiten.

1. Nvidia Corporation (NVDA)

NVDA, gegr. 1993, Hauptsitz: Santa Clara, Kalifornien, Börse: NASDAQ, ISIN: US67066G1040, WKN: 918422

Die Nvidia Corporation ist ein US-amerikanisches Fabless-Halbleiterunternehmen, das Grafikprozessoren (GPUs) und KI-Beschleuniger entwickelt und als weltweiter Marktführer im Bereich KI-Hardware gilt.

Nvidia ist in wenigen Jahren vom Grafikkarten-Spezialisten zum wertvollsten Halbleiterunternehmen der Welt aufgestiegen. Verantwortlich dafür ist die dominierende Position im Bereich der KI-GPUs für Rechenzentren. Nvidias GPU-Architektur hat sich als De-facto-Standard für das Training und die Inferenz großer Sprachmodelle etabliert.

Die Geschäftszahlen spiegeln diese Entwicklung eindrucksvoll wider: Im Geschäftsjahr 2026 (Nvidias Geschäftsjahr endet jeweils im Januar) erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 215,9 Milliarden US-Dollar — ein Plus von 65 % gegenüber dem Vorjahr (130,5 Mrd. $). Der Nettogewinn lag bei rund 117 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Noch im Geschäftsjahr 2024 betrug der Umsatz 60,9 Milliarden US-Dollar.

Das Data-Center-Segment macht mittlerweile rund 90 % des Gesamtumsatzes aus und erreichte im Geschäftsjahr 2026 knapp 194 Milliarden US-Dollar. Das Gaming-Segment, einst Nvidias Kerngeschäft, steuerte noch rund 11 % bei. Der Automotive-Bereich wächst, bleibt aber mit 2,3 Milliarden US-Dollar ein Nischengeschäft.

Nvidia ist ein klassisches Beispiel für eine Fabless Company. Die Chips werden nicht selbst gefertigt, sondern von TSMC als Auftragsfertiger produziert. Diese Arbeitsteilung erlaubt es Nvidia, sich vollständig auf Chipdesign und Software-Ökosystem zu konzentrieren — insbesondere auf die Programmierplattform CUDA, die ein wesentlicher Bestandteil des Wettbewerbsvorteils ist.

Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 (April 2026) prognostiziert Nvidia einen Umsatz von rund 78 Milliarden US-Dollar — das Wachstum setzt sich fort, wenn auch in abflachender Dynamik. Die Bruttomarge liegt stabil über 70 %. Nvidia zahlt nur eine minimale Dividende und reinvestiert den Großteil seiner Gewinne in Forschung und Expansion.

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2. Taiwan Semiconductor Manufacturing Company — TSMC (TSM)

TSM, gegr. 1987, Hauptsitz: Hsinchu, Taiwan, Börse: NYSE, ISIN: US8740391003, WKN: 909800

TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) ist der weltweit größte Auftragsfertiger (Foundry) für Halbleiter und produziert Chips im Auftrag von Unternehmen wie Apple, Nvidia und AMD, ohne eigene Chipdesigns zu entwickeln.

TSMC beherrscht die modernsten Fertigungsprozesse der Welt und ist damit für die führenden Fabless-Unternehmen praktisch alternativlos. Im Kalenderjahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 122,4 Milliarden US-Dollar — ein Plus von 36 % gegenüber dem Vorjahr (90,1 Mrd. $). Der Nettogewinn betrug 55,2 Milliarden US-Dollar bei einer Bruttomarge von knapp 60 %.

Das Segment High Performance Computing (HPC) — also Chips für Rechenzentren, KI und leistungsstarke Computer — macht rund 58 % des Umsatzes aus. Smartphones steuern weitere 25 % bei. Geografisch stammen rund 68 % der Aufträge von nordamerikanischen Kunden, mit Apple und Nvidia als den mit Abstand größten Auftraggebern.

TSMC investiert massiv in den Ausbau seiner Kapazitäten. Neue Chipfabriken entstehen in den USA (Arizona), Japan (Kumamoto) und Deutschland (Dresden). Der Standort Dresden soll die modernste Chipfabrik auf dem europäischen Kontinent werden. Diese Diversifizierung ist auch eine Reaktion auf das geopolitische Risiko: Taiwan liegt in unmittelbarer Nähe der VR China, die die Insel als Teil ihres Staatsgebiets betrachtet.

Im ersten Quartal 2026 erzielte TSMC einen Umsatz von rund 35 Milliarden US-Dollar — das Wachstum hält an. Die Bruttomarge stieg auf über 62 %, getrieben durch den wachsenden Anteil hochprofitabler 3-Nanometer- und 2-Nanometer-Fertigungsprozesse. TSMC schüttet eine moderate Dividende aus, reinvestiert jedoch den Großteil seiner Gewinne in den Ausbau der Fertigungskapazitäten.

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3. AMD — Advanced Micro Devices (AMD)

AMD, gegr. 1969, Hauptsitz: Santa Clara, Kalifornien, Börse: NASDAQ, ISIN: US0079031078, WKN: 863186

AMD (Advanced Micro Devices) ist ein US-amerikanisches Fabless-Halbleiterunternehmen, das Prozessoren (CPUs), Grafikprozessoren (GPUs) und KI-Beschleuniger für Rechenzentren, PCs und Spielkonsolen entwickelt.

AMD hat sich unter der Führung von CEO Lisa Su vom langjährigen Underdog zu einem ernstzunehmenden Wettbewerber entwickelt — sowohl gegenüber Intel im CPU-Markt als auch gegenüber Nvidia im GPU-Bereich. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte AMD einen Rekordumsatz von 34,6 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 34 % gegenüber dem Vorjahr (25,8 Mrd. $).

Das Data-Center-Segment wuchs auf 16,6 Milliarden US-Dollar (+32 %) und macht damit knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. Wachstumstreiber sind die Server-Prozessoren der EPYC-Familie und die Instinct-KI-GPUs, die zunehmend als Alternative zu Nvidias Angeboten eingesetzt werden. Im Oktober 2025 schloss AMD eine strategische Partnerschaft mit OpenAI über den Einsatz von Instinct-GPUs.

Das Segment Client und Gaming erzielte 14,6 Milliarden US-Dollar (+51 %). Die Ryzen-Prozessoren gewinnen im PC-Markt kontinuierlich Marktanteile, und im Gaming-Bereich profitiert AMD von Semi-Custom-Chips für Spielkonsolen und von der Radeon-GPU-Linie.

AMDs Stärke liegt in der Produktbreite. Während Nvidia fast ausschließlich vom Data-Center-Segment abhängt, bedient AMD gleichzeitig PC, Gaming, Embedded und das wachsende Automotive-Segment. Die Kehrseite: Im reinen KI-GPU-Vergleich bleibt Nvidia mit seinem CUDA-Ökosystem und dem deutlich höheren Marktanteil klar vorne.

Für das erste Quartal 2026 prognostiziert AMD einen Umsatz von rund 9,8 Milliarden US-Dollar (+32 % YoY). AMD schätzt den adressierbaren Markt für KI-Chips auf über 500 Milliarden US-Dollar bis 2028 — und positioniert sich mit der Instinct-Serie als wichtigste Alternative zu Nvidia. AMD zahlt derzeit keine Dividende und investiert seine Gewinne vollständig in Forschung und Wachstum.

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4. ASML Holding (ASML)

ASML, gegr. 1984, Hauptsitz: Veldhoven, Niederlande, Börse: NASDAQ / Euronext Amsterdam, ISIN: USN070592100, WKN: A1J4U4

ASML ist ein niederländisches Technologieunternehmen und der weltweit einzige Hersteller von EUV-Lithografiesystemen (Extreme Ultraviolet), die für die Produktion modernster Halbleiterchips unverzichtbar sind.

Die Monopolstellung von ASML bei EUV-Lithografie ist vielleicht die bemerkenswerteste Wettbewerbsposition im gesamten Halbleitersektor. Kein einziger Chip mit Strukturbreiten unter 7 Nanometer kann ohne ASMLs Maschinen hergestellt werden. Jedes einzelne EUV-System kostet über 200 Millionen Euro — und die Kunden stehen Schlange.

EUV-Lithografie (Extreme Ultraviolet Lithography) ist ein Fertigungsverfahren, bei dem ultraviolettes Licht mit extrem kurzer Wellenlänge verwendet wird, um nanometerkleine Schaltkreisstrukturen auf Silizium-Wafer zu übertragen.

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte ASML einen Umsatz von 32,7 Milliarden Euro (+16 % gegenüber 28,3 Mrd. € im Vorjahr) bei einer Bruttomarge von 52,8 % und einem Nettogewinn von 9,6 Milliarden Euro. Das Unternehmen lieferte 48 EUV-Systeme aus — sowohl die bewährten Low-NA- als auch die ersten High-NA-EUV-Systeme der nächsten Generation.

EUV-Systeme machten im Jahr 2025 rund 48 % des Systemumsatzes aus. Die Kunden sind ausschließlich die größten Chipfertiger der Welt: TSMC, Samsung und Intel. Rund 66 % der Systemverkäufe gingen an Logik-Fabriken (Prozessoren, GPUs), 34 % an Speicherhersteller (vor allem für HBM und DDR5).

ASML hat sein Umsatzziel für 2030 auf 44 bis 60 Milliarden Euro beziffert. Die wachsende „Litho-Intensität” — also die steigende Zahl kritischer Belichtungsschritte pro Chip — treibt die Nachfrage unabhängig von der Gesamtzahl produzierter Chips nach oben. ASML zahlt regelmäßig Dividende und führt darüber hinaus Aktienrückkaufprogramme durch. Eine Besonderheit: ASML unterliegt den US-Exportbeschränkungen gegenüber China, was die Absatzmöglichkeiten in diesem Markt einschränkt.

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5. Broadcom Incorporated (AVGO)

AVGO, gegr. 1961, Hauptsitz: San Jose, Kalifornien, Börse: NASDAQ, ISIN: US11135F1012, WKN: A2JG9Z

Broadcom ist ein US-amerikanisches Halbleiter- und Softwareunternehmen, das sich auf Netzwerk-Infrastruktur, Konnektivität und nach der Übernahme von VMware auch auf Unternehmenssoftware spezialisiert hat.

Broadcom gehört zu den Giganten der Halbleiter-Industrie und belegt im KI-Sektor den zweiten Platz hinter Nvidia. Der Name ist der breiten Öffentlichkeit weniger geläufig als der anderer Chiphersteller, weil Broadcom kaum im Consumer-Bereich vertreten ist. Das Unternehmen liefert die Netzwerk-Infrastruktur, über die KI-Rechenzentren miteinander kommunizieren.

Im Geschäftsjahr 2025 (Broadcoms Geschäftsjahr endet im Oktober) erzielte das Unternehmen einen Rekordumsatz von 63,9 Milliarden US-Dollar — ein Plus von 24 % gegenüber dem Vorjahr (51,6 Mrd. $). Der Halbleiterbereich steuerte 36,9 Milliarden US-Dollar bei (58 %), das Infrastruktur-Software-Segment — seit der Übernahme von VMware für rund 69 Milliarden US-Dollar Ende 2023 — erzielte 27,0 Milliarden US-Dollar (42 %, +26 % YoY).

Das Produktportfolio umfasst Switches und Router für Rechenzentren, Ethernet-Netzwerkkarten (400G/800G), HDD/SSD-Controller, Glasfaser-Lösungen und Cybersecurity-Software. Broadcom liefert außerdem Custom-KI-Chips (XPUs) für große Cloud-Anbieter, die nicht auf Nvidias GPUs setzen wollen. Der KI-bezogene Halbleiterumsatz wuchs im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 um 74 % gegenüber dem Vorjahr.

Broadcom ist unter Anteilseignern bekannt für seine konstante Dividendenpolitik mit regelmäßigen Erhöhungen der Ausschüttungen.

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6. Qualcomm Incorporated (QCOM)

QCOM, gegr. 1985, Hauptsitz: San Diego, Kalifornien, Börse: NASDAQ, ISIN: US7475251036, WKN: 883121

Qualcomm ist ein US-amerikanisches Fabless-Halbleiterunternehmen, das als Marktführer im Bereich mobiler Prozessoren (System-on-Chip) und Mobilfunktechnologien wie 5G gilt und bedeutende Einnahmen aus der Lizenzierung seiner Patente erzielt.

Wenn du dich für ein neues Smartphone interessierst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Snapdragon-Prozessor von Qualcomm darin steckt. Das Unternehmen ist der führende Anbieter von System-on-Chip-Lösungen (SoC) für Mobilgeräte und kontrolliert außerdem zentrale Patente der 5G-Technologie, für die andere Hersteller Lizenzgebühren zahlen.

Ein System-on-Chip (SoC) ist ein Halbleiter-Bauelement, das alle wesentlichen Funktionskomponenten eines Computers — CPU, Grafikprozessor und Speicher-Controller — auf einem einzigen Chip vereint.

Im Geschäftsjahr 2025 (Ende September) erzielte Qualcomm einen Rekordumsatz von 44,3 Milliarden US-Dollar (+14 % gegenüber 39 Mrd. $ im Vorjahr). Das QCT-Segment (Chipverkauf) machte 38,4 Milliarden US-Dollar aus, das QTL-Segment (Lizenzen) rund 5,9 Milliarden.

Innerhalb des QCT-Segments zeigt sich Qualcomms Diversifizierung: Handsets steuerten 27,8 Milliarden US-Dollar bei, der Automotive-Bereich wuchs auf knapp 4 Milliarden US-Dollar (+36 % YoY) und das IoT-Segment erzielte 6,6 Milliarden US-Dollar (+22 %). Im vierten Quartal 2025 überschritt der Automotive-Umsatz erstmals die Marke von einer Milliarde US-Dollar in einem einzigen Quartal.

Qualcomm hat sein Engagement im PC-Bereich verstärkt: Die Snapdragon-X-Serie für Windows-Laptops positioniert sich als energieeffizienter Konkurrent zu Intel und AMD. Das Schlagwort heißt „Edge AI” — KI-Prozesse direkt auf dem Gerät statt in der Cloud. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 prognostiziert Qualcomm einen Umsatz von 11,8 bis 12,6 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zu den meisten anderen Halbleiter-Aktien zahlt Qualcomm eine vergleichsweise hohe Dividende und hat diese in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert.

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7. Intel Corporation (INTC)

INTC, gegr. 1968, Hauptsitz: Santa Clara, Kalifornien, Börse: NASDAQ, ISIN: US4581401001, WKN: 855681

Intel ist ein US-amerikanischer Integrated Device Manufacturer (IDM), der Halbleiterchips entwickelt und in eigenen Fabriken fertigt, und mit seiner Foundry-Sparte zunehmend auch als Auftragsfertiger für externe Kunden agiert.

Intel und das „Intel inside”-Logo dürften die bekanntesten Namen der Computerwelt sein. Der 1968 gegründete Chiphersteller dominierte jahrzehntelang den Markt für PC- und Server-Prozessoren. In den letzten Jahren sah sich Intel jedoch mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert.

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Intel einen Umsatz von 52,9 Milliarden US-Dollar — das dritte Jahr in Folge mit leichtem Rückgang (2023: 54,3 Mrd., 2024: 53,1 Mrd.). Zum Vergleich: Im Rekordjahr 2021 waren es über 79 Milliarden. Die Foundry-Sparte, in die Intel massiv investiert, verzeichnete im Jahr 2024 einen Verlust von 13 Milliarden US-Dollar. Ein Breakeven wird für Ende 2027 angestrebt.

Im Dezember 2024 trat CEO Pat Gelsinger zurück. Sein Nachfolger Lip-Bu Tan setzt auf radikale Restrukturierung: Abbau von Managementebenen, Reduktion der Belegschaft um 15 %, Streichung der Fabrikprojekte in Deutschland und Polen, Fokus auf Fertigungseffizienz. Die operative Marge und die Kostenstruktur stehen im Zentrum der Neuausrichtung.

Gleichzeitig gibt es positive Signale: Die 18A-Fertigungstechnologie liefert erste Chips. Im ersten Quartal 2026 überraschte Intel die Märkte positiv mit einem Umsatz von 13,58 Milliarden US-Dollar — deutlich über den Erwartungen der Analysten. Der Aktienkurs reagierte mit einem Sprung von über 20 %. Die Foundry-Sparte erzielte 5,4 Milliarden US-Dollar Quartalsumsatz, auch wenn der externe Anteil mit 174 Millionen US-Dollar noch gering ist.

Intel steht vor einer Weggabelung: Die Kombination aus eigenem Chipdesign und eigener Fertigung (IDM-Modell) könnte sich als strategischer Vorteil erweisen — wenn die Foundry-Verluste gestoppt und die Technologie rechtzeitig marktreif werden. Oder das Unternehmen gerät weiter ins Hintertreffen gegenüber der Fabless/Foundry-Arbeitsteilung. Intel hat seine Dividende im Zuge der Restrukturierung drastisch gekürzt — ein Signal dafür, dass das Unternehmen alle verfügbaren Mittel in den Turnaround investiert. In jedem Fall gilt: Intel ist zu groß und zu strategisch wichtig, um ignoriert zu werden.

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Weitere Halbleiter-Aktien: Deutschland und Europa

Neben den US-amerikanischen und taiwanesischen Schwergewichten gibt es auch in Europa relevante Halbleiter-Aktien. Drei Unternehmen stechen hervor:

Infineon Technologies (ISIN: DE0006231004): Der mit Abstand größte deutsche Halbleiterhersteller mit Sitz in Neubiberg bei München. Infineon ist auf Leistungshalbleiter für Automotive, Industrieautomation und erneuerbare Energien spezialisiert. Im Gegensatz zu den in diesem Artikel vorgestellten Unternehmen liegt Infineons Stärke nicht im KI-Bereich, sondern in Leistungselektronik und Sensoren.

STMicroelectronics (ISIN: NL0000226223): Der größte europäische Halbleiterhersteller (Sitz in Genf/Amsterdam) ist wie Infineon stark im Automotive- und Industriesegment vertreten. STMicro ist ein IDM mit eigenen Fabriken in Frankreich und Italien.

Elmos Semiconductor (ISIN: DE0005677108): Ein Nischenplayer aus Dortmund, der sich auf Chips für die Automobilindustrie spezialisiert hat. Elmos ist deutlich kleiner als Infineon, hat sich aber in seinem Segment eine starke Position erarbeitet und zahlt eine vergleichsweise hohe Dividende.

Für Anleger, die gezielt in den europäischen Halbleitersektor investieren möchten, bieten diese Titel eine regionale Ergänzung zum US-lastigen Portfolio. ASML als europäisches Unternehmen mit globaler Monopolstellung wurde bereits ausführlich vorgestellt.

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Halbleiter-Aktien der Zukunft: Trends und Ausblick

KI und Datacenter als Wachstumstreiber

Der mit Abstand stärkste Wachstumstreiber für Halbleiter-Aktien bleibt die Künstliche Intelligenz. Der Bau und Ausbau von KI-Rechenzentren verschlingt gewaltige Mengen an GPUs, Speicherchips und Netzwerk-Infrastruktur. Nvidias CEO Jensen Huang beziffert den anstehenden Erneuerungszyklus der globalen Datacenter-Infrastruktur auf eine Billion US-Dollar — davon profitiert nicht nur Nvidia, sondern die gesamte Halbleiter-Lieferkette.

Dabei verschieben sich die Gewichte: Während KI-Chips wertmäßig bereits rund die Hälfte des gesamten Halbleiterumsatzes ausmachen, repräsentieren sie mengenmäßig weniger als 0,2 % aller produzierten Chips. Diese strukturelle Divergenz zwischen Stückzahl und Wert ist ein Kennzeichen des aktuellen Marktes.

Edge AI und On-Device-KI

Ein aufkommender Trend ist Edge AI — die Verlagerung von KI-Berechnungen von der Cloud auf das Endgerät. Qualcomm positioniert sich hier mit seiner Snapdragon-X-Serie für PCs und mobilen NPUs (Neural Processing Units). AMD verfolgt mit „Ryzen AI” eine ähnliche Strategie. Ziel ist es, KI-Anwendungen ohne Internetverbindung auf dem Gerät ausführen zu können — schneller, energieeffizienter und mit besserem Datenschutz.

Geopolitische Risiken und Lieferketten

Die geopolitische Lage bleibt der größte Unsicherheitsfaktor für Halbleiter-Aktien. Taiwan, wo TSMC rund 90 % seiner Chips fertigt, liegt im Zentrum der Spannungen zwischen den USA und China. Die US-Exportbeschränkungen gegenüber China betreffen sowohl ASML (EUV-Verbot) als auch Nvidia und AMD (Beschränkungen bei KI-Chips).

Gleichzeitig investieren Staaten weltweit massiv in den Aufbau eigener Halbleiter-Kapazitäten. Die USA haben über den CHIPS Act mehr als eine halbe Billion US-Dollar an privaten Investitionen mobilisiert. Europa setzt mit dem European Chips Act eigene Akzente. Das Ergebnis wird eine stärker diversifizierte, aber auch komplexere globale Lieferkette sein.

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Vor- und Nachteile von Halbleiter-Aktien

Wie jeder Sektor bringen auch Halbleiter-Aktien spezifische Chancen und Risiken mit sich. Die folgende Gegenüberstellung hilft bei der Einordnung.

Vorteile:

  • Strukturell wachsender Markt: Digitalisierung, KI, Elektromobilität und IoT treiben die Nachfrage nach Halbleitern langfristig nach oben. Der globale Halbleiterumsatz soll bis Mitte der 2030er Jahre die Marke von 2 Billionen US-Dollar erreichen.
  • Hohe Eintrittsbarrieren: Die Kosten für die Entwicklung und Fertigung moderner Chips sind extrem hoch. Neue Wettbewerber haben es schwer, in den Markt einzutreten — das schützt die Margen der etablierten Player.
  • Innovationsgetriebene Branche: Technologischer Fortschritt eröffnet regelmäßig neue Umsatzquellen. Wer heute in KI-Chips investiert, profitiert möglicherweise morgen von autonomem Fahren oder Quantencomputing.
  • Skalierbare Geschäftsmodelle: Insbesondere Fabless-Unternehmen wie Nvidia oder AMD können ihre Umsätze steigern, ohne proportional in Produktionskapazitäten investieren zu müssen.

Nachteile:

  • Zyklische Schwankungen: Die Halbleiterbranche unterliegt ausgeprägten Konjunkturzyklen. Auf Phasen der Überproduktion folgen Nachfrageeinbrüche — wie zuletzt im Jahr 2023.
  • Extreme Bewertungsniveaus: Viele Halbleiter-Aktien werden mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen gehandelt, die wenig Spielraum für Enttäuschungen lassen. Eine Verlangsamung des KI-Booms hätte unmittelbare Auswirkungen auf die Kurse.
  • Geopolitische Risiken: Die Abhängigkeit von Taiwan (TSMC) und die Handelskonflikte zwischen USA und China können jederzeit für Turbulenzen sorgen.
  • Hohe Konzentration: Ein großer Teil der Wertschöpfung konzentriert sich auf wenige Unternehmen. Nvidias dominierende Stellung bei KI-GPUs bedeutet, dass ein Strategiewechsel eines einzigen Unternehmens den gesamten Sektor beeinflussen kann.
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Halbleiter-ETFs als Alternative

Neben der Investition in einzelne Halbleiter-Aktien bieten ETFs eine diversifizierte Alternative. Sie bündeln zahlreiche Unternehmen des Sektors und reduzieren damit das Risiko, das mit der Konzentration auf Einzelwerte einhergeht.

VanEck Semiconductor UCITS ETF (SMH)

ISIN: IE00BMC38736, WKN: A2QC5J

Der VanEck Semiconductor ETF bildet den „MVIS US Listed Semiconductor 10% Capped ESG Index” ab, einen nach Marktkapitalisierung gewichteten Index der 25 größten, in den USA notierten Halbleiterunternehmen. Für den europäischen Markt wurde das Produkt am 01.12.2020 in Irland zugelassen.

Die Aufnahmekriterien umfassen eine Mindest-Marktkapitalisierung von 150 Millionen US-Dollar, ein durchschnittliches tägliches Handelsvolumen von mindestens 1 Million US-Dollar und die Bedingung, dass mindestens 50 % des Unternehmensumsatzes aus dem Halbleiterbereich stammen. Nvidia, TSMC und Broadcom sind die drei am stärksten gewichteten Positionen.

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Weitere Infos: VanEck Semiconductor ETF — deutschsprachige Website

Invesco PHLX Semiconductor ETF (SOXQ)

Der Invesco PHLX Semiconductor ETF (SOXQ) bildet den oben vorgestellten PHLX Semiconductor Index (SOX) ab und investiert mindestens 90 % seines Gesamtvermögens in die 30 im Index vertretenen Wertpapiere. Er startete am 11.06.2021. Die Gewichtung ist modifiziert: Die fünf führenden Titel werden auf 8 %, die übrigen auf 4 % begrenzt.

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Warum in einen Halbleiter-ETF investieren?

Der Vorteil eines Halbleiter-ETFs liegt in der Diversifikation innerhalb des Sektors. Du partizipierst an der Marktentwicklung von 25 oder 30 Unternehmen gleichzeitig und reduzierst damit das Risiko, das einzelnen Titeln innewohnt.

Allerdings handelt es sich um einen Branchen-ETF. Das bedeutet nicht, dass dein Gesamt-Portfolio dadurch breit diversifiziert wäre. Mein Hinweis: Bleib nicht ausschließlich auf diesen Marktsektor fixiert. Die hohe Korrelation der Halbleiter-Aktien untereinander — sie steigen und fallen oft gemeinsam — schränkt den Diversifikationseffekt innerhalb des Sektors ein.

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Fazit: Halbleiter-Aktien — ein Sektor mit Chancen und Risiken

Die Halbleiter-Industrie steht am Beginn eines historischen Wachstumszyklus. Der globale Umsatz nähert sich der Marke von einer Billion US-Dollar, und die Nachfrage nach KI-Hardware scheint für die absehbare Zukunft nicht abzureißen.

Die in diesem Artikel vorgestellten sieben Aktien decken die gesamte Wertschöpfungskette ab: ASML liefert die Maschinen, TSMC fertigt die Chips, Nvidia, AMD, Broadcom und Qualcomm designen sie, und Intel versucht als letzter großer IDM beides gleichzeitig zu tun.

Aus meiner Sicht als Trader sind bei Halbleiter-Aktien allerdings einige Punkte zu beachten. Die Bewertungen vieler Titel sind bereits ambitioniert. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 30, 50 oder gar 100 lässt wenig Raum für Enttäuschungen. Die Zyklik der Branche darf nicht unterschätzt werden — wer im Jahr 2023 kaufte, weiß, wie schnell Kurse auch einmal 30 oder 40 % verlieren können.

Ich erwarte, dass am Ende einige wenige der „Ganz Großen” den Markt unter sich aufteilen werden — jener Marktgiganten, die schon jetzt den größten Teil des Kuchens beanspruchen. Für einen größeren Teil der kleineren Unternehmen wird die Luft irgendwann zu dünn werden. Die Augen und Ohren offenzuhalten und die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen, ist in diesem Sektor besonders wichtig.

Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Engagement mit Halbleiter-Aktien.

Häufige Fragen zu Halbleiter-Aktien

Was sind Halbleiter-Aktien?

Halbleiter-Aktien repräsentieren Unternehmen der Halbleiter-Industrie, die Chips entwickeln, fertigen oder die dafür benötigten Produktionsanlagen herstellen. Die Branche umfasst verschiedene Unternehmenstypen — von Fabless-Designern wie Nvidia über Auftragsfertiger wie TSMC bis hin zu Equipment-Herstellern wie ASML.

Welche Halbleiter-Aktien sind aktuell aussichtsreich?

Die derzeit umsatzstärksten und am stärksten wachsenden Halbleiterunternehmen sind Nvidia (KI-GPUs), TSMC (Auftragsfertigung), AMD (CPUs und KI-GPUs) und ASML (EUV-Lithografie). Welche Aktien für dein Depot geeignet sind, hängt von deiner individuellen Risikobereitschaft und deinem Anlagehorizont ab.

Haben Halbleiter-Aktien Zukunft?

Der globale Halbleitermarkt wächst strukturell. Der Umsatz soll von rund 796 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf über eine Billion im Jahr 2026 und perspektivisch auf 2 Billionen bis 2036 steigen. Wachstumstreiber sind KI, Cloud-Infrastruktur, Elektromobilität und das Internet der Dinge.

Sind Halbleiter-ETFs eine gute Investitionsmöglichkeit?

Halbleiter-ETFs wie der VanEck Semiconductor ETF (SMH) bieten eine Möglichkeit, in eine breite Auswahl an Halbleiter-Aktien zu investieren und das Einzeltitelrisiko zu reduzieren. Da es sich jedoch um Branchen-ETFs handelt, ersetzen sie keine Diversifikation über verschiedene Sektoren hinweg.

Welche deutschen Halbleiter-Aktien gibt es?

Die wichtigste deutsche Halbleiter-Aktie ist Infineon Technologies, spezialisiert auf Leistungshalbleiter für Automotive und Industrie. Daneben ist Elmos Semiconductor ein Nischenplayer im Automotive-Chipbereich. ASML (Niederlande) ist der bedeutendste europäische Halbleiterwert insgesamt.

Welche Risiken haben Halbleiter-Aktien?

Die größten Risiken sind zyklische Schwankungen (Überproduktion und Nachfrageeinbrüche), geopolitische Spannungen (Taiwan, US-China-Handelskrieg), extreme Bewertungsniveaus vieler Aktien und die hohe Konzentration des Marktes auf wenige dominante Unternehmen.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Als diskretionärer Price-Action-Trader ist er seit 1978 an den Finanzmärkten aktiv und handelt Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte.

In den späten 1980er Jahren übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Als langjähriger Repräsentant von Joe Ross in Deutschland übersetzte und veröffentlichte er zehn Bücher zum Thema Trading.

Für den vorliegenden Artikel zur Halbleiter-Industrie bringt Karsten Kagels seine jahrzehntelange Erfahrung als aktiver Marktteilnehmer und seine analytische Perspektive auf Wachstumsbranchen ein. Als Nutzer von Interactive Brokers seit 1996 kennt er die praktische Seite der Aktienanlage aus erster Hand.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.