MetaStock Börsensoftware im Test: Kosten, Versionen und Grenzen (2026)

Zuletzt aktualisiert: 12. September 2026

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7 Min

Investment Akademie: Live-Online-Seminar zum Vermögensaufbau am 20. September 2026
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MetaStock gehört seit dem 14. Juni 2013 nicht mehr Reuters, sondern einer Firma, die kaum jemand kennt. Käufer war die Innovative Market Analysis aus Salt Lake City, gegründet von Scott Brown. Wer heute über die Software liest, findet fast überall noch den alten Eigentümer. Das ist der erste von mehreren Punkten, an denen die gängigen Testberichte zu diesem Programm nicht mehr stimmen.

Der zweite Punkt ist der Preis. MetaStock kostet je nach Version 499 oder 1.395 US-Dollar, und mit dieser Zahl endet fast jeder Bericht. Tatsächlich ist die Echtzeit-Version ohne ein laufendes Datenabo nicht betriebsfähig, und ohne zusätzliche Börsengebühr sind die Kurse um 15 bis 20 Minuten verzögert. Ich rechne in diesem Test durch, was ein deutscher Trader tatsächlich zahlt. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

MetaStock: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Zwei Versionen: MetaStock Daily Charts für End-of-Day-Analyse und MetaStock R/T für Echtzeit. Die aktuelle Programmversion ist MetaStock 20.
  • Softwarepreis: 499 US-Dollar für Daily Charts, 1.395 US-Dollar für R/T. Beide auch als Abo, R/T für 1.080 US-Dollar im Jahr.
  • Die Daten kosten extra, und zwar dauerhaft: XENITH für Europa, Nahost und Afrika liegt bei 1.780 US-Dollar im Jahr. R/T läuft ohne ein solches Abo gar nicht.
  • Echtzeit ist nicht inklusive: Ohne die Gebühr der jeweiligen Börse sind die Kurse verzögert. Der Anbieter nennt dafür an einer Stelle 15, an anderer rund 20 Minuten. Xetra in Echtzeit kostet zusätzlich 30,47 US-Dollar im Monat.
  • Der deutsche Weg ist günstiger: Lenz + Partner liefert einen eigenen Datenfeed für Daily Charts, das DACH-Paket für 22,80 Euro im Monat. MetaStock verlangt bei Fremddaten 10 US-Dollar Jahresgebühr.
  • Windows-Pflicht: MetaStock läuft nur unter Windows 11 in der 64-Bit-Fassung. Es gibt keine Mac-Version und keine App.
  • Bewertungen sind dünn: Bei Trustpilot stehen 2,3 von 5 Punkten aus nur 9 Bewertungen, im letzten Jahr kam keine einzige hinzu. Gelobt wird der Funktionsumfang, kritisiert werden Tempo und Stabilität.

Was ist die MetaStock Börsensoftware?

MetaStock ist eine Windows-Software für technische Analyse, mit der private Trader Charts auswerten, Märkte nach Kriterien durchsuchen und Handelssysteme auf historischen Kursen testen.

Das Programm deckt den klassischen Werkzeugkasten der Chartanalyse ab: Chartanalyse, über 150 Indikatoren, einen Marktscanner und ein Backtesting-Modul. Analysieren lassen sich Aktien, Optionen, Futures, Rohstoffe, Devisen, Anleihen und Indizes.

MetaStock ist kein Broker und keine Handelsplattform. Orders werden nicht aus dem Programm heraus an eine Börse geschickt. Der Anbieter beschreibt sein Programm auf metastock.com selbst als Charting- und Analysewerkzeug. Wer aus der Analyse heraus handeln will, braucht zusätzlich ein Depot bei einem Online-Broker. Das unterscheidet MetaStock von Plattformen wie TradeStation, die Analyse und Orderrouting verbinden.

Wer steht hinter der MetaStock Börsensoftware?

Hinter MetaStock steht die Innovative Market Analysis mit Sitz in Salt Lake City, Utah. Das Unternehmen wurde 2013 von Scott Brown gegründet und hat die MetaStock-Produktlinie am 14. Juni 2013 direkt von Refinitiv übernommen. Es entwickelt, programmiert und betreut die Software seither selbst und verwaltet auch die Kundenkonten.

Die Vorgeschichte erklärt, warum der Name so alt ist. Steve Achelis gründete die Firma 1982 unter dem Namen Computer Asset Management, laut englischer Wikipedia umbenannt in Equis International im Jahr 1989. Die erste MetaStock-Fassung kam Ende 1985 heraus. Die Echtzeit-Variante MetaStock RT folgte im Juli 1992. 1996 kaufte Reuters das Unternehmen, 2008 ging es in der Fusion von Thomson und Reuters auf, 2013 wurde die Produktlinie dann verkauft.

Für den Käufer ist das mehr als eine Fußnote. Verkäufer war nach Wikipedia Thomson Reuters; der Anbieter selbst nennt Refinitiv, eine Marke, die erst 2018 entstand. Die Daten liefert heute die London Stock Exchange Group, also der Konzern, in dem Refinitiv aufgegangen ist. Die Software selbst betreut aber ein kleines Haus in Utah. Auf der institutionellen Seite nutzen LSEG-Kunden nach Angaben des Anbieters bis heute die Fassung MetaStock Pro WorkSpace.

Zur Verbreitung gibt es nur Eigenangaben. MetaStock nennt über 150.000 Kunden in mehr als 97 Ländern und verweist auf den Readers Choice Award des Magazins Stocks & Commodities, den die Software nach eigener Aussage seit über drei Jahrzehnten gewinnt. Unabhängig prüfen lässt sich beides nicht.

Was kostet MetaStock?

Der Softwarepreis ist bei MetaStock der kleinere Teil der Rechnung. Fast jeder Testbericht nennt 499 oder 1.395 US-Dollar und hört dort auf. Die Software ist aber nur die Hülle: Ohne Marktdaten zeigt sie keine Kurse, und die Daten laufen als Abo, nicht als Einmalkauf.

ProduktPreisZyklus
MetaStock Daily Charts (D/C)$499einmalig
MetaStock R/T$1.395einmalig
MetaStock R/T als Abo$1.080jährlich
Paket D/C plus Daten$809,95jährlich
XENITH for Daily Charts$429,95jährlich
XENITH Europa, Nahost, Afrika$1.780jährlich
XENITH Devisen$1.185jährlich

Alle Angaben stammen aus der Preisliste des Anbieters (Product Pricing Guide), Stand 11. September 2026. Die Monatspreise liegen jeweils höher als ein Zwölftel des Jahrespreises: XENITH für Europa kostet monatlich $165, im Jahr also $1.980 statt $1.780.

Der wichtigste Satz steht im Kleingedruckten der Produktseite. MetaStock schreibt auf der Produktseite von R/T, die Version benötige ein XENITH-Abo, um zu funktionieren. Der Einmalkauf für $1.395 ist also kein abgeschlossener Vorgang, sondern der Einstieg in ein laufendes Abo. Wer das Abo kündigt, hat eine Software ohne Kurse.

Und Echtzeit bedeutet erst einmal nicht Echtzeit. Solange die Gebühr der jeweiligen Börse nicht bezahlt ist, kommen die Kurse verzögert. Hier widerspricht sich der Anbieter selbst: Auf der Vergleichsseite steht 15 Minuten, auf der Produktseite von R/T rund 20 Minuten. Welche Zahl stimmt, sagt er nicht.

Die Börsengebühren werden einzeln abgerechnet, jede Börse separat und monatlich. Für den deutschsprachigen Raum sind das die wichtigsten Posten:

BörseMonatJahr
Xetra L1+L2$30,47$365,64
Eurex$19,07$228,84
Regionalbörsen Deutschland$4,00$48,00
DAX-Indizes$5,27$63,24
Börse Stuttgart$10,97$131,64
SIX Swiss Exchange L1$11,60$139,20
CME inklusive E-Minis$150,61$1.807,32

Damit lässt sich die Rechnung für einen deutschen Daytrader aufstellen. Wer Xetra in Echtzeit sehen will, zahlt im ersten Jahr $1.395 für R/T, $1.780 für die XENITH-Daten und $365,64 für Xetra. Das sind rund 3.540 US-Dollar. Ab dem zweiten Jahr bleiben gut 2.145 US-Dollar jährlich stehen. Wer zusätzlich Eurex-Futures handelt, kommt auf etwa 2.375 US-Dollar im Jahr.

Der Anbieter nennt diese Summe nirgends geschlossen. Sie ergibt sich erst, wenn man Softwarepreis, Datenpaket und Börsengebühr zusammenrechnet. Genau daran scheitern Käufer: In einer Trustpilot-Bewertung vom 27. Juli 2023 beschwert sich ein Nutzer, sein Abo habe nur Software und Videos enthalten, nicht die Intraday-Daten, die er brauchte.

Der günstigere Weg für deutsche End-of-Day-Trader

Für die Analyse nach Börsenschluss gibt es eine deutsche Alternative zum XENITH-Datenfeed. Lenz + Partner liefert einen eigenen Feed für MetaStock Daily Charts und verkauft die Software selbst für 499 Euro. Das Datenpaket für Deutschland, Österreich und die Schweiz kostet 22,80 Euro im Monat, also 273,60 Euro im Jahr. Alle Regionen zusammen liegen bei 70,80 Euro monatlich. Details stehen im Test der Börsensoftware Tai-Pan.

Ein Detail übersehen dabei alle: Wer MetaStock D/C mit einem fremden Datenfeed betreibt, zahlt an MetaStock eine Wartungsgebühr von 10 US-Dollar im Jahr. Der Anbieter nennt sie nur in einer Fußnote seiner Vergleichsseite. Sie fällt kaum ins Gewicht, gehört aber in die Rechnung. Die Grafik darunter stellt beide Wege mit allen drei Kostenarten gegenüber.

MetaStock Kosten im ersten Jahr: Echtzeit-Weg 3.052 Euro gegen End of Day 781 Euro, aufgeteilt in Software, Daten und Börsengebühr
Was MetaStock im ersten Jahr kostet. Softwarepreis einmalig, Daten und Börsengebühr laufen jährlich weiter.

Testen, Rückgabe und Schulung

MetaStock wirbt mit drei Monaten zum Preis von einem. Das Angebot steht auf der Startseite und gilt für die Abo-Varianten. Dazu gibt es eine 30-tägige Geld-zurück-Garantie, und die hat drei Ausnahmen, die der Anbieter klar benennt: Sie gilt nicht für Abos, nicht für Daten und nicht für Schulungen. Erstattet wird also nur der Einmalkauf der Software, und das einmal pro Produkt.

Die Schulungsplattform LearnMetaStock rechnet separat ab. Über 20 Basisvideos sind kostenlos, dafür ohne Live-Kurse und ohne Support. Das Premium-Abo kostet $99 im Monat, $276 im Quartal oder $948 im Jahr und enthält über 100 Videos sowie Live-Unterricht.

Welche Tools bietet MetaStock an?

MetaStock bündelt sechs Werkzeuge, die zusammen den Arbeitsablauf eines technischen Analysten abdecken. Nicht alle stecken in jeder Version: Der Funktionsumfang hängt daran, ob Daily Charts oder R/T im Einsatz ist.

  • Charting: über 150 Indikatoren, Zeichenwerkzeuge und Layouts über mehrere Monitore. Kursliste bis 600 Symbole.
  • Marktscanner: durchsucht Märkte nach eigenen Kriterien, etwa nach Aktien im Aufwärtstrend oder nach Chartmustern.
  • Backtesting: prüft eine Strategie auf historischen Kursen. Wie weit sich das treiben lässt, zeigt der Test der TradeStation-Plattform.
  • Expert Advisors: legen Kommentare und Signale bekannter Strategien direkt in den Chart.
  • Formelsprache: eigene Indikatoren und Handelssysteme programmieren. Die Fundamental-Formelsprache gibt es nur in R/T.
  • Optionen: Optionsketten und Risikografiken, um Auszahlungsprofile zu zeichnen. Mehr dazu im Beitrag über den Handel mit Optionen.

Die Prognosefunktion nenne ich bewusst zuletzt. MetaStock wirbt mit dem Begriff Forecasting, also der Vorhersage künftiger Kurse aus vergangenen Mustern. Das ist eine statistische Extrapolation und keine Prognose im Wortsinn. Wer sie für mehr hält, überschätzt das Werkzeug.

Was in Daily Charts fehlt, ist eine ganze Kategorie. Die End-of-Day-Version hat keine Intraday- und Echtzeitdaten, keine Fundamentaldaten, keine Nachrichten, kein Time and Sales, keine Wirtschaftsdaten und keine Excel-Anbindung. All das kommt erst mit XENITH, also mit R/T.

Welche Daten stehen zur Verfügung?

Die Produktnamen haben sich geändert, und das sorgt für Verwirrung. Der End-of-Day-Feed hieß jahrelang Refinitiv DataLink und läuft heute unter XENITH for Daily Charts. Die Software selbst heißt in der Preisliste MetaStock Daily Charts, in Foren und älteren Berichten weiterhin D/C. Gemeint ist dasselbe Produkt.

VersionDatenFür wen
Daily ChartsKurse nach SchlussSwing, Position
R/TEchtzeit und IntradayDaytrader
XENITHNews und KennzahlenZusatz zu R/T

Was ist MetaStock D/C?

MetaStock Daily Charts arbeitet mit Kursen nach Börsenschluss. Echtzeitkurse zeigt die Version nicht. Für Swing Trader, Positionstrader und Investoren reicht das, weil dort Tagesschlusskurse die Entscheidungsgrundlage sind.

Was ist MetaStock R/T?

MetaStock R/T bringt Echtzeit- und Intraday-Kurse in die Software. Damit lassen sich Charts laufend aktualisieren, Time and Sales lesen und Märkte während der Sitzung beobachten. Die Version richtet sich an Daytrader und Scalper.

R/T läuft nicht allein. Der Anbieter schreibt ausdrücklich, die Version brauche ein laufendes XENITH-Abo. Ohne dieses Abo bleibt die Software ohne Kurse, und das gilt auch dann, wenn sie als Einmalkauf bezahlt wurde.

Was ist Xenith?

XENITH ist die Datenplattform, nicht nur ein Kursfeed. Sie liefert Nachrichten, Finanzkennzahlen, Analystenschätzungen, Quartalszahlen, Wirtschaftstermine und eine Stimmungsauswertung aus sozialen Netzwerken. Dazu kommt eine Excel-Anbindung. So entsteht ein eigenes Trading-Terminal.

XENITH allein ist keine Analyse-Software. Ohne R/T fehlen die erweiterte Chartanalyse, das Backtesting und die Expert Advisors. Die Datenplattform ersetzt das Programm also nicht, sie versorgt es. Der Screenshot darunter zeigt, wie dicht die Oberfläche mit Kursen, Nachrichten und Kennzahlen belegt ist.

MetaStock XENITH Datenfeed mit Kursen, Nachrichten und Kennzahlen im Terminal
Die XENITH-Oberfläche in MetaStock. Der Screenshot stammt vom November 2021 und zeigt den damaligen Stand.

Was ist DataLink?

DataLink ist der ältere Name des End-of-Day-Feeds und existiert weiter. Im Support-Forum des Anbieters laufen Meldungen zu Börsenänderungen bis heute unter dieser Bezeichnung. Abgedeckt sind Aktien, Futures, Fonds, Optionen und Forex, dazu kleinere Märkte bis hin zu afrikanischen Börsen.

Für den deutschsprachigen Raum gibt es eine Alternative. Lenz + Partner liefert einen eigenen MetaStock-Datenfeed, das DACH-Paket für 22,80 Euro im Monat. Was er im Detail kostet, steht im Test der Börsensoftware Tai-Pan.

FinMent Börsenwebinar

Welche Add-ons gibt es?

Die Add-ons sind Erweiterungen von Drittanbietern, meist Handelssysteme bekannter Trader. In der Preisliste stehen derzeit 89 Erweiterungen mit Einmalpreis, dazu eine Reihe von Abo-Varianten. Die Spanne reicht von $99 bis $10.000, der mittlere Preis liegt bei $597. Neun Erweiterungen kosten mehr als $2.000.

Die Bestandsangabe vieler Testberichte ist damit überholt. Verbreitet ist die Spanne 99 bis 1.997 US-Dollar, auch dieser Artikel nannte sie bis zur Überarbeitung. An der Obergrenze liegt sie um das Fünffache daneben: Das teuerste Paket, Sublime Trading Market Advantage Toolkit, steht bei $10.000, gefolgt von Master the Markets with Vince Vora für $9.997.

Ein Teil der Angebote ist eher Schulung als Software. Neben Indikatorpaketen stehen Trainingskurse und Mentoring-Programme in derselben Liste. Bei Preisen im vierstelligen Bereich lohnt die Frage, ob man ein Werkzeug oder einen Kurs kauft. Eine Auswahl aus dem Katalog:

  • Günstiger Einstieg: Rob Booker Knoxville Divergence und die TASC Bonus Collection für je $99.
  • Bekannte Namen: John Bollinger Bollinger Band Tool Kit, Nison Candlesticks Unleashed für $299, Perry Kaufman Rapid Strike für $499.
  • Mustererkennung: Chart Pattern Recognition und die Candle-Pattern-Erkennung von Greg Morris.
  • Oberes Ende: Rob Hoffman Pro Trader Pack Elite für $1.995 und Sunny Harris SunnyBands für $6.177.

Die Vergleichsseite, die die Preise gegenüberstellte, gibt es nicht mehr. Der Link, den dieser Artikel jahrelang führte, endet heute auf einer Fehlerseite mit dem Text „Oops, looks like a market correction”. Die Preise stehen inzwischen gesammelt in der Preisliste des Anbieters.

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Wo kann ich MetaStock runterladen?

Einen offenen Download gibt es nicht. Die Installationsdateien liegen im Kundenbereich der Anbieterseite, und der ist ohne Zugangsdaten gesperrt. Ein Abruf der Download-Adresse ohne Anmeldung endet mit einer Zugriffsverweigerung. Wer MetaStock testen will, braucht also zuerst ein Konto.

Die Programmversion nennt der Anbieter auf seiner Website nirgends prominent. Aus dem Support-Forum lässt sie sich belegen: Dort laufen seit November 2025 Threads zu MetaStock 20, davor zu Version 19. Die Seite für Produktaktualisierungen verspricht eine Liste der Updates und ist leer; sie sagt nur, es gebe Aktualisierungen etwa alle vier bis sechs Monate.

Für einen Hersteller dieser Preisklasse ist das ungewöhnlich. Wer wissen will, was eine Aktualisierung ändert, findet keine Übersicht. Das ist kein Mangel an der Software, sagt aber etwas über die Pflege der Website.

Welche Systemvoraussetzungen gelten?

MetaStock ist ein Windows-Programm, und daran gibt es nichts zu deuten. Der Anbieter nennt Windows 11 ausschließlich in der 64-Bit-Fassung. Eine Mac-Version existiert nicht, eine App für Telefon oder Tablet ebenfalls nicht. Wer auf einem Mac arbeitet, braucht eine Windows-Umgebung per Virtualisierung.

Für viele Leser ist das das Ausschlusskriterium, und in kaum einem Testbericht steht es. Eine Suche in den App-Stores von Apple liefert keinen Eintrag des Anbieters. MetaStock ist Desktop-Software, die am Arbeitsplatz läuft, nicht unterwegs.

Die Excel-Anbindung stellt eigene Bedingungen. Vollen Zugriff gibt es nach Angaben des Anbieters mit Microsoft 365 oder Office 2021. Mit Office 2013, 2016 und 2019 ist der Zugriff eingeschränkt. Eine Office-Installation aus dem Windows Store wird ausdrücklich nicht unterstützt. Diese Anbindung gehört zu XENITH, betrifft also nur R/T.

YouTube, Community, Training

Beim Lernmaterial ist MetaStock stark, und das ist kein Marketingsatz. Kanal, Forum und Schulungsplattform bestehen seit Jahren und lassen sich in Zahlen prüfen.

Gibt es einen YouTube Kanal?

Der YouTube-Kanal von MetaStock hat 72.000 Abonnenten und 1.398 Videos, zusammen rund 10,2 Millionen Aufrufe. Er läuft seit Januar 2008. Die Videos behandeln Marktthemen und erklären die Bedienung der Software. Ältere Testberichte nennen hier 60.000 Abonnenten und 600 Videos, auch dieser: Der Kanal ist seither deutlich gewachsen.

YouTube, Community, Training

Das hauseigene Forum ist umfangreich, aber ungleich belebt. Im Support-Forum stehen über alle Bereiche rund 7.650 Themen und 29.260 Beiträge. Der jüngste Beitrag stammt vom 15. Juli 2026, und in elf Unterforen wurde 2026 geschrieben. In anderen liegt der letzte Beitrag Jahre zurück, im Bereich Online-Hilfe sogar im Jahr 2014.

Am lebendigsten sind die Datenthemen. Allein das Unterforum zu Daten trägt 700 Themen mit 2.832 Beiträgen, und dort antwortet auch der Support. Für eine Spezialsoftware mit überschaubarer Nutzerzahl ist das solide. Die Sprache ist durchgehend Englisch, eine deutschsprachige Community gibt es nicht.

YouTube, Community, Training

Die Schulungsplattform LearnMetaStock arbeitet mit zwei Stufen. Auf learnmetastock.com sind über 20 Basisvideos kostenlos, allerdings ohne Live-Kurse und ohne Support. Das Premium-Abo kostet $99 im Monat oder $948 im Jahr und bringt über 100 Videos plus Live-Unterricht. Dazu kommt eine Wissensdatenbank mit Anleitungen.

Diese Kosten gehören in die Gesamtrechnung. Wer die Software wirklich ausnutzen will, landet schnell beim Premium-Abo. Das sind weitere 948 US-Dollar im Jahr, zusätzlich zu Software und Daten.

Welche Erfahrungen machen Nutzer mit MetaStock?

Die Datenlage ist dünn, und das ist selbst ein Befund. Bei Trustpilot steht MetaStock bei 2,3 von 5 Punkten, gebildet aus gerade 9 Bewertungen. Das Profil ist nicht vom Unternehmen beansprucht, und im letzten Jahr kam keine einzige Bewertung hinzu. Trustpilot vermerkt selbst, der Anbieter habe keine Kunden zur Bewertung eingeladen, die Stimmen seien deshalb möglicherweise nicht repräsentativ.

Neun Stimmen tragen kein Urteil. Zum Vergleich stehen auf derselben Plattform TrendSpider bei 4,8 aus 874 Bewertungen und GuruFocus bei 4,6 aus 204. MetaStock sammelt also praktisch keine Rückmeldungen ein. Die Note sagt damit mehr über die Zahl der Bewerter als über die Software.

Aussagekräftig sind die Texte, nicht der Schnitt. Gelobt wird durchgehend der Funktionsumfang, kritisiert werden Tempo und Stabilität. Ein Langzeitkunde nennt am 20. September 2025 die Version 19 eine große Enttäuschung: Ein Marktdurchlauf über tausende Aktien sei so langsam geworden, dass er unbenutzbar sei. Eine weitere Bewertung berichtet von Einfrieren, sobald mehr als fünf Indikatoren laufen.

Zwei Kritikpunkte betreffen den Kauf, nicht das Programm. Ein Nutzer bemängelt, für den Test seien Kreditkartendaten nötig gewesen. Ein anderer hatte ein Abo gekauft und darin die Intraday-Daten vermisst, die er erwartete. Genau das ist die Kostenfalle aus dem Preisabschnitt: Software und Daten sind getrennte Posten.

Eine der neun Bewertungen gehört nicht zu MetaStock. Sie beschreibt Gewinne, die sich sofort abheben ließen, und dass es sich um keinen Betrug handle. MetaStock führt keine Konten und zahlt nichts aus. Der Text passt auf eine Handelsplattform, nicht auf ein Analyseprogramm. Bei einer Grundgesamtheit von neun verschiebt eine solche Fehlzuordnung den Schnitt sichtbar.

Mein eigener Eindruck deckt sich mit der Kritik. MetaStock ist ein gewachsenes Programm mit sehr tiefem Funktionsumfang und einer Bedienung, die diese Geschichte zeigt. Wer aus einer modernen Weboberfläche kommt, braucht Geduld. Wer die Formelsprache beherrscht, bekommt Möglichkeiten, die neuere Werkzeuge nicht haben.

Vorteile und Nachteile von MetaStock

MetaStock ist ein Werkzeug für Analysten, nicht für Gelegenheitsanleger. Die Stärken liegen in der Tiefe, die Schwächen in den laufenden Kosten und im Alter der Oberfläche. Beides gehört nebeneinander.

Vorteile von MetaStock

  • Sehr tiefer Funktionsumfang: Charting, Scanner, Backtesting, Expert Advisors und Optionswerkzeuge in einem Programm, dazu über 150 Indikatoren.
  • Eigene Formelsprache: Indikatoren und komplette Handelssysteme lassen sich selbst programmieren, ohne externe Werkzeuge.
  • Einmalkauf möglich: Die Software gibt es für $499 beziehungsweise $1.395 dauerhaft, nicht nur im Abo.
  • Datenbreite: Der Feed deckt Aktien, Futures, Devisen, Optionen und Fonds bis hin zu kleinen Börsen ab.
  • Umfangreiches Lernmaterial: 1.398 Videos auf YouTube, über 20 kostenlose Schulungsvideos und ein Forum mit rund 29.260 Beiträgen.
  • Deutscher Datenweg: Für die End-of-Day-Version liefert Lenz + Partner einen DACH-Feed für 22,80 Euro im Monat, mit deutschsprachigem Support.

Nachteile von MetaStock

  • Die Daten kosten dauerhaft mehr als die Software: XENITH für Europa liegt bei $1.780 im Jahr, der Softwarekauf bei $1.395 einmalig.
  • Der Einmalkauf trägt nicht: R/T braucht laut Anbieter ein laufendes XENITH-Abo, um überhaupt zu funktionieren.
  • Echtzeit nur gegen Börsengebühr: Ohne diese Gebühr sind die Kurse verzögert. Der Anbieter nennt dafür an einer Stelle 15, an anderer rund 20 Minuten.
  • Nur Windows: Windows 11 in 64 Bit ist Pflicht. Es gibt keine Mac-Version, keine App und keine Weboberfläche.
  • Tempo und Stabilität in der Kritik: Bewertungen nennen langsame Marktdurchläufe in Version 19 und Einfrieren bei mehr als fünf Indikatoren.
  • Kaum belastbare Bewertungen: Neun Trustpilot-Stimmen, keine davon aus dem letzten Jahr, Profil nicht beansprucht.
  • Gepflegt wirkt die Website nicht: Die Seite für Produktaktualisierungen ist leer, die frühere Add-on-Vergleichsseite liefert einen Fehler.
  • Kein Orderrouting: MetaStock analysiert, handelt aber nicht. Ein Depot bei einem Broker bleibt nötig.
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Mein Fazit zur MetaStock Software

MetaStock ist ein sehr mächtiges Analyseprogramm mit einer Kostenstruktur, die der Anbieter nicht offen ausweist. Der Funktionsumfang stimmt: Charting, Scanner, Backtesting, Expert Advisors und eine eigene Formelsprache bekommt man in dieser Tiefe selten. Wer Handelssysteme selbst bauen und auf Jahren von Kursdaten prüfen will, findet hier ein Werkzeug, das das aushält.

Die Rechnung entscheidet, und sie fällt anders aus als beworben. Ein deutscher Daytrader, der Xetra in Echtzeit sehen will, zahlt im ersten Jahr rund 3.540 US-Dollar und danach gut 2.145 US-Dollar jährlich. Nicht 1.395 einmalig, wie die Preisliste nahelegt. Diese Summe steht nirgends auf der Anbieterseite, sie ergibt sich erst aus drei getrennten Posten.

Für End-of-Day-Analyse ist das Bild deutlich freundlicher. Daily Charts für 499 Euro über Lenz + Partner plus 22,80 Euro monatlich für DACH-Daten sind rund 775 Euro im ersten Jahr. Das ist für ein Programm dieser Tiefe ein fairer Preis, und der Support antwortet auf Deutsch.

Wem ich MetaStock nicht empfehle: Mac-Nutzern, weil es keine Version gibt. Wer mobil arbeiten will, weil es keine App gibt. Einsteigern, weil die Oberfläche ihr Alter zeigt und die Formelsprache eine Einarbeitung verlangt. Und jedem, der die laufenden Datenkosten nicht dauerhaft tragen will, weil die Software ohne sie stillsteht.

Wem ich es empfehle: dem technisch orientierten Analysten, der Systeme selbst entwickelt, nach Börsenschluss arbeitet und einen deutschen Datenfeed nutzt. In dieser Konstellation ist MetaStock stark und bezahlbar. Wer dagegen Echtzeit und Orderrouting in einem Werkzeug sucht, ist mit einer anderen Trading Software besser bedient.

Eine Einschränkung zu diesem Test gehört dazu. Ich habe Preise, Bedingungen und Systemvoraussetzungen an den Quellen des Anbieters geprüft und die Bewertungen ausgewertet. Einen eigenen Dauertest der Version 20 über Monate habe ich nicht gefahren. Die Aussagen zu Tempo und Stabilität stammen deshalb aus Nutzerbewertungen, nicht aus eigener Messung.

FAQ über MetaStock Software

Ist MetaStock für Einsteiger geeignet?

Nur mit Einschränkung. Die Werkzeuge sind professionell, die Oberfläche zeigt aber ihr Alter, und die Formelsprache verlangt Einarbeitung. Für den ersten Kontakt mit Chartanalyse ist das Programm überdimensioniert und zu teuer.

Läuft MetaStock auf einem Mac?

Nein. Der Anbieter nennt als Voraussetzung Windows 11 in der 64-Bit-Fassung. Eine Mac-Version gibt es nicht, ebenso keine App und keine Weboberfläche. Auf einem Mac läuft das Programm nur über eine Windows-Virtualisierung.

Reicht der Einmalkauf, oder brauche ich zusätzlich ein Abo?

Für die Echtzeit-Version reicht er nicht. MetaStock schreibt selbst, R/T benötige ein laufendes XENITH-Abo, um zu funktionieren. Bei Daily Charts ist ein Datenabo ebenfalls nötig, dort kann es auch von einem Drittanbieter kommen. Dann fallen 10 US-Dollar Wartungsgebühr im Jahr an.

Wie aktuell sind die Kurse ohne zusätzliche Börsengebühr?

Sie sind verzögert. Ohne die Gebühr der jeweiligen Börse liefert XENITH keine Echtzeitkurse. Der Anbieter nennt dafür auf seiner Vergleichsseite 15 Minuten und auf der Produktseite von R/T rund 20 Minuten. Xetra in Echtzeit kostet zusätzlich 30,47 US-Dollar im Monat.

Kann ich MetaStock vor dem Kauf ausprobieren?

Ja, über zwei Wege. Der Anbieter wirbt mit drei Monaten zum Preis von einem für die Abo-Varianten. Für den Einmalkauf gilt eine 30-tägige Geld-zurück-Garantie, die ausdrücklich nicht für Abos, nicht für Daten und nicht für Schulungen gilt. Der Download setzt ein Kundenkonto voraus.

Welche Alternativen zu MetaStock gibt es?

Je nach Schwerpunkt mehrere. Für den deutschen Markt ist Tai-Pan naheliegend, für Systementwicklung AmiBroker oder MultiCharts. Einen Überblick gibt der Vergleich der Trading Software.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH sowie Betreiber von kagels-trading.de. Als diskretionärer Price-Action-Trader ist er seit 1978 an den Märkten aktiv und handelt Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte.

In den späten 1980er-Jahren übersetzte Karsten die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre war er Joe Ross Repräsentant in Deutschland und übersetzte sowie veröffentlichte dessen Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Diesen Test hat er aus der Sicht eines diskretionären Traders geschrieben, der eine Analyse-Software auf Preis-Leistung, Transparenz und tatsächlichen Leistungsumfang prüft. Er arbeitet selbst nicht täglich mit MetaStock. Diese Außensicht soll helfen, das Angebot jenseits der Werbeversprechen einzuordnen.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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