Wer heute nach 3Commas sucht, landet auf Testberichten, die eine Plattform beschreiben, die es so nicht mehr gibt. Der Anbieter schaltet seine gewohnte Oberfläche am 11. September 2026 ab und ersetzt sie durch eine neue Version. Laufende Bots, Deals und Einstellungen wandern dabei nicht automatisch mit. Wer seine Strategien dort betreibt, muss sie von Hand neu aufbauen.
Dieser Test ordnet ein, was nach dem Umbau von der Plattform übrig bleibt. Grundlage sind die offiziellen Migrationsunterlagen des Anbieters, die aktuelle Preisseite, das Trustpilot-Profil mit 1.751 Bewertungen und ein eigener Praxistest der Redaktion. Angaben aus dem Marketing bleiben als solche gekennzeichnet, geprüfte Zahlen stehen mit ihrer Quelle im Text.
Du erfährst, welche Bot-Typen weiterhin funktionieren, was die Pläne inzwischen kosten, wie der API-Leak von 2022 heute einzuordnen ist und für wen sich der Aufwand noch lohnt. Am Ende steht eine klare Aussage dazu, für wen 3Commas nach dem Umbau die falsche Wahl ist. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
3Commas: das Wichtigste
in 30 Sekunden
- Die bisherige Plattform endet am 11. September 2026: 3Commas schaltet Version 1 ab. Bots, Deals und Einstellungen werden nicht übernommen, sie müssen in Version 2 neu angelegt werden.
- Drei Bot-Typen bleiben erhalten: DCA Bot fürs gestaffelte Nachkaufen, Grid Bot für Seitwärtsmärkte, Signal Bot für Signale aus TradingView.
- Ein kostenloses Konto gibt es nicht mehr: Der frühere Free Plan ist gestrichen. Es bleiben sieben Testtage, danach kostet der Einstieg 20 Dollar im Monat, die mittlere Stufe 50 und die größte 140 Dollar.
- Neun angebundene Börsen statt achtzehn: Binance, Bybit, OKX, Kraken, KuCoin, Coinbase, Bitget, Gate und neu Hyperliquid. HTX, Gemini, Bitstamp und Bitfinex sind entfallen.
- Trustpilot zeigt 4,0 bei 1.751 Bewertungen: 70 Prozent vergeben fünf Sterne, 13 Prozent einen. Die jüngsten Stimmen drehen sich fast alle um den erzwungenen Umstieg.
Was ist 3Commas?
3Commas ist eine cloudbasierte Software, die Kryptobörsen über Programmierschnittstellen anbindet und dort nach vorher festgelegten Regeln automatisch handelt. Die Software verwahrt selbst kein Guthaben: Das Kapital bleibt auf der jeweiligen Börse liegen.
Grundkonzept und Geschichte
3Commas ermöglicht seit 2017 den automatisierten Handel mit Kryptowährungen. Drei Tech-Unternehmer gründeten das Unternehmen in Tallinn: Yuriy Sorokin (CEO), Egor Razumovskii (CTO) und Mikhail Goryunov. Die Idee entstand aus einem eigenen Problem: Die Gründer wollten ihre Krypto-Portfolios effizienter verwalten. Als Firmensitz weist das Unternehmen bis heute eine Adresse in der estnischen Hauptstadt aus.
Das Problem dahinter ist real. Kryptomärkte schlafen nie. Wer manuell handelt, verpasst Bewegungen und entscheidet unter Zeitdruck emotional. Ein Trading-Bot arbeitet dagegen nach festen Regeln, rund um die Uhr, ohne Stimmung. Er ersetzt allerdings keine Strategie, er führt nur aus, was du ihm vorgibst.
Ein Meilenstein war die Partnerschaft mit Binance im Oktober 2019. Die Anbindung an die größte Kryptobörse brachte technische Integration und Sichtbarkeit. Konkrete Nutzerzahlen nennt der Anbieter inzwischen nicht mehr in Textform, auf der Startseite laufen nur noch animierte Zähler ohne auslesbare Werte. Belegbar ist die eigene Angabe „Millionen von Tradern seit 2017″, nicht mehr.
Wie funktioniert 3Commas?
Die Verbindung läuft über einen API-Schlüssel, also ein Zugangstoken, das deine Börse ausstellt. 3Commas darf damit Orders platzieren, aber kein Guthaben abheben. Welche Rechte der Schlüssel bekommt, legst du beim Setup selbst fest. Das Recht auf Auszahlungen bleibt dabei ausgeschaltet.
Der Ablauf sieht so aus:
- Strategie festlegen: Du konfigurierst einen Bot mit konkreten Parametern für Einstieg, Nachkauf und Ausstieg.
- Markt überwachen: 3Commas beobachtet über die API-Verbindung laufend Kurse und Indikatorwerte.
- Bedingung tritt ein: Erreicht der Markt deine Vorgabe, löst der Bot die hinterlegte Order aus.
- Börse führt aus: Der Trade entsteht auf deinem Exchange-Konto, nicht bei 3Commas.
Der praktische Nutzen liegt im Multi-Exchange-Trading. Du bindest mehrere Börsen an und steuerst alles aus einer Oberfläche. Wer parallel auf Binance, Bybit und Coinbase handelt, spart sich drei getrennte Konten-Ansichten. Für Trader mit nur einer Börse fällt dieser Vorteil weg.
3Commas im Steckbrief
| Anbieter | 3Commas |
| Sitz | Laeva 2, 10151 Tallinn, Estland |
| Gegründet | 2017 |
| Produkt | Cloud-Plattform für automatisierten Kryptohandel |
| Bot-Typen | DCA Bot, Grid Bot, Signal Bot |
| Angebundene Börsen | 9 (laut eigener Angabe) |
| Testphase | 7 Tage |
| Kostenloses Konto | nein, seit dem Umstieg auf Version 2 gestrichen |
| Mobile Apps | eingestellt, in beiden Stores nicht mehr auffindbar |
| Regulierung | keine, das Tool ist keine Börse und verwahrt kein Geld |
| Trustpilot | 4,0 bei 1.751 Bewertungen (Stand 21.08.2026) |
| Wichtiges Datum | Abschaltung von Version 1 am 11.09.2026 |
3Commas Version 2: Was sich 2026 ändert
Der wichtigste Punkt für jeden aktuellen Nutzer steht nicht in den Werbetexten, sondern im Hilfebereich des Anbieters. 3Commas ersetzt seine Plattform vollständig und schaltet die alte Version am 11. September 2026 ab. Bis dahin laufen bestehende Bots weiter, danach endet der Zugang, wie der Anbieter in seinem Hilfeartikel zu Version 2 schreibt. Auch alle API-Verbindungen zur alten Version werden an diesem Tag getrennt.
3Commas Version 2 ist die Nachfolgeplattform des Anbieters, die laut eigener Darstellung gemeinsam mit WunderTrading entwickelt wurde. Sie bringt eine Anbindung an die Börse Hyperliquid und den Handel über mehrere API-Schlüssel gleichzeitig, verzichtet dafür auf die Mobil-Apps der Vorgängerversion.
Was beim Umstieg nicht mitkommt
Der Anbieter formuliert es selbst deutlich: Strategien werden nicht automatisch übertragen. Wer seine Einstellungen behalten will, muss sie in der alten Oberfläche notieren und in der neuen von Hand nachbauen. Für einen Trader mit einem Bot ist das eine Stunde Arbeit. Für jemanden mit zwanzig laufenden Konfigurationen ist es ein Projekt.
Auch die Werkzeuge heißen teilweise anders und sind neu zugeschnitten. Diese Zuordnung nennt der Anbieter in seinem Migrationsleitfaden:
| Bisher (Version 1) | Neu (Version 2) |
|---|---|
| DCA Bot mit Indikator-Auslöser | bleibt DCA Bot |
| DCA Bot mit TradingView-Signal | wird Signal Bot |
| DCA Bot über eigene Schnittstelle | wird Signal Bot |
| Strategy Gallery | DCA Bot Presets |
| SmartTrade | Terminal |
| My Portfolio | My Exchanges |
| Mobile Apps | entfallen |
Die Restlaufzeit eines bezahlten Abos geht nicht verloren. 3Commas gibt dafür einen Promo-Code aus, der die verbleibenden Tage plus eine Bonuszeit in die neue Version überträgt. Die Abrechnung der alten Version hat der Anbieter nach eigener Angabe bereits gestoppt, bis zum Abschalttag gilt eine kostenfreie Übergangsphase.
Bei der Erstattung lohnt das Kleingedruckte. Zurückgezahlt wird laut Anbieter nur ungenutzte Zeit von Jahresabos, die über den 11. September 2026 hinausreicht. Wer stattdessen auf die neue Version wechselt, verliert den Anspruch auf Erstattung. Sieben Tage lassen sich vorher testen.
QuantPilot als zweites, separates Produkt
Parallel zur neuen Version hat 3Commas eine eigene KI-Plattform gestartet. QuantPilot ist eine Software, in der KI-Agenten Handelsstrategien selbst entwerfen, auf historischen Daten testen und optimieren. Ausgeführt werden die fertigen Strategien ausschließlich auf der Börse Hyperliquid.
Wichtig für die Kostenrechnung: QuantPilot läuft nicht im 3Commas-Abo mit, sondern wird getrennt bezahlt. Abgerechnet wird nicht per Monatsabo, sondern über Tokens, also Guthabeneinheiten, die sich je nach Nutzung verbrauchen. Die Beträge dazu stehen im Kostenabschnitt. Als Skriptsprache dient ein hauseigenes, an Python angelehntes Format.
Die Grenze dieses Angebots ist offensichtlich: Wer nicht auf Hyperliquid handeln will, kann mit den erzeugten Strategien nichts anfangen. Für Trader auf Binance oder Kraken bleibt QuantPilot damit vorerst ein Recherchewerkzeug, kein Ersatz für die Bots.
Wie Nutzer auf den Umstieg reagieren
Die aktuellen Bewertungen auf Trustpilot drehen sich fast ausschließlich um diesen Wechsel, und sie fallen deutlich aus. Ein langjähriger Nutzer aus der Schweiz beschreibt am 14. August 2026, dass in der neuen Ordermaske die Übersicht über das Börsenguthaben fehlt und dass sich Take-Profit-Marken nicht mehr per Ziehen im Chart verschieben lassen. Sein Fazit: Das Tool sei für ihn „in diesem Zustand nicht mehr tragbar”.
Ein zweiter Kunde schildert am 13. August 2026 dasselbe Kernproblem in Englisch und fordert eine Übernahme der Altdaten: „IMPLEMENT A ROLLOVER or you are going to lose a lot of customers!!!“ Ein dritter berichtet, er habe wegen des Umstiegs offene Positionen schließen müssen. Diese Schilderungen sind Einzelstimmen, kein Messwert. Die Häufung innerhalb weniger Tage ist trotzdem auffällig.
Die ehrliche Einordnung: Bestandskunden tragen mit dem Umstieg Aufwand und Risiko, ohne dafür etwas gewählt zu haben. Wer 3Commas neu bewertet, startet dagegen ohnehin auf der neuen Version und hat dieses Problem nicht. Die Frage lautet deshalb nicht „gut oder schlecht”, sondern: Neueinsteiger oder Umsteiger?
Trading Bots: die drei Haupttypen
Trotz aller Umbauten bleibt der Kern gleich. 3Commas kennt drei Bot-Typen, und jeder folgt einer eigenen Logik. Welcher passt, entscheidet weniger dein Können als die aktuelle Marktphase.
Die drei Bots im Überblick
| Bot-Typ | Marktphase | Einstieg |
|---|---|---|
| DCA Bot | fallend, schwankend | leicht |
| Grid Bot | seitwärts, bewegt | mittel |
| Signal Bot | alle, mit eigener Regel | anspruchsvoll |
DCA Bot: gestaffelt nachkaufen
Der DCA Bot kauft eine Position nicht auf einmal, sondern in mehreren Schritten. Fällt der Kurs nach dem Einstieg, löst der Bot vorbereitete Nachkäufe aus und senkt damit den durchschnittlichen Einstandspreis.
Diese Nachkäufe heißen bei 3Commas Safety Orders. Du legst vorab fest, bei welchem Minus wie viel Kapital nachfließt und wann die Position mit Gewinn geschlossen wird. In steigenden Märkten bleiben die Safety Orders oft ungenutzt, in fallenden verbessern sie den Einstandspreis für die spätere Erholung.
Die Grenze dieser Methode wird gern übersehen: Nachkaufen funktioniert nur, solange der Kurs irgendwann zurückkommt. Bei einem Wert, der dauerhaft fällt, vergrößert der Bot eine Verlustposition systematisch. Ein harter Stop-Loss gehört deshalb in jede Konfiguration.
Grid Bot: im Raster handeln
Ein Grid Bot legt innerhalb einer festgelegten Kursspanne ein Raster aus Kauf- und Verkaufsaufträgen an. Fällt der Kurs auf eine Stufe, wird gekauft, steigt er auf die nächste, wird verkauft.
Das automatisiert klassisches Range-Trading und zerlegt es in viele kleine Trades. Der Bot lebt von Schwankung ohne Richtung, nicht von einem Trend. Grundlagen und Aufbau erklären wir ausführlich im Beitrag zum Grid Trading.
Der Schwachpunkt liegt am Rand der Spanne. Bricht der Kurs dauerhaft nach unten aus, sitzt der Bot auf gekauften Beständen, die er nicht mehr im Plus verkaufen kann. Nach oben passiert das Gegenteil: Der Bot verkauft weg und schaut der Bewegung hinterher. Beide Fälle kosten Geld, wenn kein Ausstieg definiert ist.
Signal Bot: eigene Regeln umsetzen
Der Signal Bot handelt nicht nach einem eingebauten Schema, sondern nach externen Auslösern. Diese kommen meist als Alarm aus TradingView und erreichen den Bot über einen Webhook, also einen automatischen Zuruf von einem Programm zum anderen.
Das ist das flexibelste und zugleich anspruchsvollste Werkzeug der Plattform. Es setzt voraus, dass du eine Strategie hast, die sich in klare Regeln fassen lässt. Für Trader mit eigenen Indikatoren oder Pine-Script-Kenntnissen ist es der Grund, überhaupt bei 3Commas zu sein.
Ein Hinweis zum Umstieg: In der neuen Version wandern DCA-Bots, die per TradingView oder Schnittstelle ausgelöst wurden, in den Signal Bot. Wer solche Konfigurationen betreibt, findet sie also nicht unter dem gewohnten Namen wieder. Für Einsteiger ohne feste Regeln bleibt dieser Bot der falsche Startpunkt.
Handelsstrategien mit 3Commas
Auf der Website bewirbt 3Commas sieben verschiedene „Trading Bots“: Scalping, Day Trading, Swing Trading, Breakout, Trendfolge, Mean Reversion und Position Trading. Diese Bezeichnungen klingen nach sieben Werkzeugen, tatsächlich sind es Anwendungsfälle der drei vorhandenen Bots.
Einen „Scalping Bot“ wählst du nirgends aus. Du konfigurierst einen der drei Bots so, dass er zur jeweiligen Strategie passt. Umsetzbar sind sie alle, die Arbeit liegt in den Parametern, nicht in der Auswahl.
Die sieben Strategien im Überblick
| Strategie | Zeitrahmen | Passender Bot |
|---|---|---|
| Scalping | Sekunden, Minuten | Signal Bot |
| Day Trading | Stunden | DCA oder Signal |
| Swing Trading | Tage | DCA Bot |
| Breakout | Minuten, Stunden | Signal Bot |
| Trendfolge | Tage, Wochen | DCA Bot |
| Mean Reversion | Stunden, Tage | Grid oder DCA |
| Position Trading | Wochen, Monate | DCA Bot |
Konkrete Gewinnziele nennt der Anbieter zu diesen Strategien nicht, und das ist auch richtig so. Ein sinnvoller Take-Profit hängt von Volatilität, Handelspaar und Gebühren ab, nicht vom Namen der Strategie. Wer Prozentwerte aus einer Tabelle übernimmt, ohne sie am eigenen Markt zu prüfen, handelt fremde Annahmen.
Und der Satz, der bei aller Automatisierung stehen bleibt: Keine dieser Strategien garantiert Gewinne. Was gestern funktioniert hat, kann morgen scheitern, weil sich der Markt ändert. Backtesting und Paper Trading gehören deshalb vor jeden Live-Einsatz. Weitere Ansätze findest du in unserer Übersicht der Trading-Strategien.
Zusätzliche Funktionen und Werkzeuge
Neben den Bots gehören einige Werkzeuge zum Paket, die den Alltag erleichtern. Zwei davon haben mit der neuen Version den Namen gewechselt, ein drittes wird nicht mehr eigenständig beworben.
Terminal, früher SmartTrade
Das Terminal ist eine Ordermaske, in der sich Einstieg, mehrere Gewinnmitnahmen und Absicherung gemeinsam anlegen lassen, statt sie einzeln bei der Börse einzugeben. In der Vorgängerversion hieß dieses Werkzeug SmartTrade.
Der praktische Nutzen zeigt sich an einem Beispiel. Du kaufst Ethereum und legst gleich fest, dass die Hälfte bei einem bestimmten Kurs verkauft wird, ein weiterer Teil höher und der Rest noch höher, während ein Stop-Loss darunter liegt. Bei vielen Börsen wären das mehrere getrennte Schritte. Mehr zu den einzelnen Auftragsarten steht in unserer Übersicht der Ordertypen.
Die ehrliche Einordnung fällt nüchtern aus. Wer ohnehin auf einer Börse mit guten Ordertypen handelt, gewinnt hier wenig. Der Vorteil entsteht dort, wo die Börse selbst nur einfache Aufträge kennt. Aktuelle Nutzer berichten außerdem, dass sich Kursmarken in der neuen Oberfläche nicht mehr per Ziehen im Chart verschieben lassen.
Backtesting und Demokonto
Vor dem Livegang gibt es zwei Prüfmöglichkeiten. Beim Backtesting läuft die Bot-Einstellung gegen historische Kurse und zeigt, wie sie sich in der Vergangenheit geschlagen hätte. 3Commas rechnet dabei in bezahlten Plänen auf Minutenkerzen und deckt laut eigener Angabe einen Zeitraum von bis zu einem Jahr ab.
Genau dort liegt die Grenze. Ein Jahr Historie umfasst selten mehr als eine Marktphase, und eine Strategie, die nur einen Bullenmarkt gesehen hat, ist nicht geprüft. Wer mehrjährige Zeiträume braucht, arbeitet besser mit QuantConnect oder dem MetaTrader.
Paper Trading läuft dagegen in Echtzeit mit virtuellem Guthaben und echten Kursen. Das Demokonto gehört in allen drei Plänen zum Umfang und ist der sinnvollste Ort, um die sieben Testtage zu verbringen.
TradingView-Anbindung
Für viele Nutzer ist das der eigentliche Grund für ein Abo. Du baust deinen Alarm in TradingView, etwa auf einen RSI-Wert unter 30, und schickst ihn per Webhook an den Signal Bot. Feuert der Alarm, öffnet der Bot die Position nach deinen Vorgaben. Pine Script läuft in allen drei Plänen.
Ein Detail aus der Migration verdient Beachtung. Einzelne Nutzer berichten, in der neuen Version seien eingebaute Indikator-Auslöser zugunsten von TradingView zurückgebaut worden. Die Produktseite des DCA Bots nennt weiterhin beide Wege, eingebaute technische Indikatoren und Signale per Webhook. Wer bisher ohne TradingView-Abo ausgekommen ist, sollte trotzdem vor der Verlängerung prüfen, ob die eigene Auslöse-Logik in der neuen Oberfläche noch vorhanden ist.
Portfolio über mehrere Börsen
Wer auf drei Börsen handelt, sieht auf jeder nur einen Ausschnitt. 3Commas führt die verbundenen Konten in einer Ansicht zusammen und zeigt Gesamtwert, Verteilung und Entwicklung über alle Plätze hinweg. In der neuen Version heißt dieser Bereich My Exchanges, die frühere Bezeichnung war My Portfolio. Für die steuerliche Erfassung ersetzt das keine eigene Dokumentation.
Marktplatz und fremde Strategien
Über den Marktplatz lassen sich fertige Bot-Konfigurationen und Signale anderer Anbieter beziehen. Der Bereich ist nur nach Anmeldung erreichbar, eine öffentliche Übersicht gibt es nicht mehr. Auch Copy Trading bewirbt 3Commas inzwischen nicht mehr als eigenständiges Produkt.
Bei fremden Strategien ist Vorsicht angebracht. Eine beeindruckende Rendite über wenige Wochen sagt nichts darüber aus, ob dahinter Können oder ein günstiges Marktumfeld steckt. Prüfe den Verlauf über mindestens sechs Monate, achte auf den größten Drawdown und misstraue zweistelligen Monatsrenditen. Konstante kleine Gewinne sind langfristig mehr wert als ein starker Monat mit anschließendem Einbruch.
Was aus dem Angebot für Vermögensverwalter wurde
Früher gab es eine eigene Stufe für Verwalter, die viele Kundenkonten gleichzeitig betreuen, samt Sammelaufträgen und automatischen Berichten. In der aktuellen Preisliste taucht dieser Plan nicht mehr auf, und die zugehörige Produktseite leitet auf die allgemeine Übersicht weiter. Wer mehrere fremde Konten professionell bewirtschaften will, sollte das vorab beim Support klären, statt es aus alten Testberichten abzuleiten.
Welche Börsen werden von 3Commas unterstützt?
Hier hat der Umbau spürbar Substanz gekostet. Die Liste der angebundenen Börsen ist von achtzehn auf neun geschrumpft. HTX, Gemini, Bitstamp und Bitfinex sind aus der offiziellen Übersicht verschwunden. Neu dazugekommen ist mit Hyperliquid eine dezentrale Börse, die den Handel direkt über die Blockchain abwickelt.
Die gute Nachricht dabei: Alle neun Börsen unterstützen inzwischen sämtliche Werkzeuge, also Terminal, Signal Bot, DCA Bot und Grid Bot. Früher war das eine Flickendecke, in der einzelne Häuser nur Teilfunktionen bekamen. Unterschiede gibt es nur noch bei den handelbaren Märkten.
| Börse | Märkte | Unser Test |
|---|---|---|
| Binance | Spot und Futures | vorhanden |
| Hyperliquid | Spot und Futures | vorhanden |
| Bybit | Spot und Futures | offen |
| OKX | Spot und Futures | vorhanden |
| Bitget | Spot und Futures | offen |
| Gate | nur Futures | offen |
| Kraken | Spot und Futures | vorhanden |
| KuCoin | Spot und Futures | vorhanden |
| Coinbase | Spot und Futures | vorhanden |
Der Sonderfall ist Gate: Dort läuft nur der Futures-Handel. Wer dort Spot-Bestände automatisiert bewirtschaften will, braucht eine andere Börse. Für den Starter-Plan ist die Auswahl ohnehin akademisch, weil er nur eine einzige Anbindung erlaubt.
Ein zweiter Punkt betrifft Leser aus der EU. Bitget hat keine MiCAR-Zulassung und nimmt aus Deutschland seit dem 16. Januar 2026 keine Neuanmeldungen mehr an. Eine Anbindung nützt dir nur, solange das dortige Konto besteht. Dasselbe gilt für jede andere Börse ohne EU-Erlaubnis.
Fast Connect gegen manuelles Setup
Für die Verbindung gibt es zwei Wege. Fast Connect stellt die Anbindung mit einem Klick her: Du bestätigst den Zugriff direkt bei deiner Börse, ohne selbst Schlüssel zu erzeugen. Beim manuellen Setup legst du den API-Schlüssel in der Börse selbst an und trägst ihn in 3Commas ein.
Der manuelle Weg dauert länger, gibt dir aber die Kontrolle über die Rechte. Achte dabei darauf, dass die Auszahlungsberechtigung ausgeschaltet bleibt und trage nach Möglichkeit die IP-Adresse ein, von der aus zugegriffen werden darf. Genau diese beiden Einstellungen begrenzen den Schaden, falls ein Schlüssel abhandenkommt. Warum das keine theoretische Sorge ist, steht weiter unten im Abschnitt zur Sicherheit.
Welche Börse für Einsteiger?
Binance bringt die größte Auswahl an Handelspaaren und die höchste Liquidität mit. Coinbase ist einfacher zu bedienen und in den USA reguliert. Kraken gilt in Europa als solide Adresse. Für den Einstieg zählt weniger die Bot-Ausstattung als die Frage, wo du dein Kapital ohnehin liegen hast, denn die Bots arbeiten überall gleich.
3Commas Kosten & Preise
Die Preisstruktur hat sich mit der neuen Version deutlich verändert. Der frühere kostenlose Zugang ist ersatzlos gestrichen, an seine Stelle tritt eine siebentägige Testphase. Danach führt kein Weg an einem der drei Abos vorbei. Alle Beträge sind Dollar-Preise vom Stand 21.08.2026.
| Plan | Monatlich zahlbar | Bei Jahreszahlung je Monat |
|---|---|---|
| Starter | 20 Dollar | 15 Dollar |
| Pro | 50 Dollar | 38 Dollar |
| Expert | 140 Dollar | 105 Dollar |
Der Jahresrabatt entspricht drei Freimonaten. Beim Starter-Plan sparst du damit 60 Dollar im Jahr, bei Pro 144 und bei Expert 420 Dollar. Wer sich nicht sicher ist, ob er die Plattform ein ganzes Jahr nutzt, zahlt den vollen Monatspreis und bleibt flexibel.
Was die Pläne voneinander unterscheidet
Den größten Sprung machst du nicht bei der Bot-Zahl, sondern beim Marktzugang. Der Starter-Plan erlaubt ausschließlich Spot-Handel an einer einzigen Börse. Wer Futures handeln oder mehrere Konten anbinden will, braucht mindestens Pro.
| Plan | Aktive Bots (DCA / Signal / Grid) | API-Schlüssel je Börse |
|---|---|---|
| Starter | 5 / 2 / 2 | 1 |
| Pro | 20 / 20 / 10 | 5 |
| Expert | je 1.000 | 25 |
Für die meisten privaten Trader ist Pro die realistische Wahl. Der Sprung auf Expert kostet 90 Dollar mehr im Monat und lohnt erst, wenn du dauerhaft mehr als zehn Grid Bots oder mehrere Handelskonten parallel betreibst. Die Grenze für offene Positionen steigt dabei von 1.000 auf 5.000. Beide oberen Pläne enthalten die Ausführung von Pine-Script-Signalen und den Live-Chat-Support.
Was QuantPilot zusätzlich kostet
Die KI-Plattform QuantPilot steckt nicht im Abo, sie wird getrennt abgerechnet. Der Einstieg liegt bei 20 Millionen Tokens für 20 Dollar, größere Pakete werden ab 21 Millionen Tokens leicht günstiger. Daneben verkauft der Anbieter ein Lifetime-VIP-Abzeichen für 5.000 Dollar, das Zugang zu Beta-Funktionen und einer geschlossenen Gruppe bringt.
Wie viel ein einzelner Strategieentwurf verbraucht, hängt von der Aufgabe ab. Ein Abopreis lässt sich daraus nicht ableiten, und genau das macht die Kostenplanung schwierig. Wer die Bots ohne KI-Unterstützung nutzt, zahlt hier nichts.
Zahlung, Umsatzsteuer und Kündigung
Bezahlt wird per Karte, Google Pay, Apple Pay, PayPal oder in Kryptowährungen wie Bitcoin, USDT und BNB. Bei Krypto-Zahlung gibt es keine automatische Verlängerung, du musst selbst rechtzeitig nachbuchen. Umgekehrt heißt das auch: Die Kündigung erledigt sich hier von selbst, während du bei Kartenzahlung die wiederkehrende Zahlung aktiv abstellen musst.
Ein Punkt, der deutsche Käufer betrifft: Die genannten Beträge sind Nettopreise, die Umsatzsteuer kommt im Bestellvorgang obendrauf. Ein Kunde hat das im Mai 2026 auf Trustpilot kritisiert, der Anbieter bestätigte in seiner Antwort, dass die Steuer vom Wohnsitzland abhängt und erst im Checkout im Gesamtbetrag erscheint. Für Deutschland bedeutet das rund 19 Prozent Aufschlag: Aus 50 Dollar werden knapp 60.
Die Grenze der Kostenrechnung: Zum Abo kommen die Handelsgebühren deiner Börse, und bei Grid-Strategien mit vielen kleinen Trades summieren die sich schnell. Wer mit wenigen hundert Euro Handelskapital startet, zahlt für die Software leicht mehr, als die Bots erwirtschaften. Diese Rechnung solltest du vor dem Abschluss aufmachen, nicht danach.
3Commas Erfahrungen & Bewertungen
Auf Trustpilot steht 3Commas am 21.08.2026 bei 4,0 von 5 Punkten aus 1.751 Bewertungen. Die Verteilung ist gespalten: 70 Prozent vergeben fünf Sterne, 13 Prozent nur einen. Mittlere Noten sind selten. Solche U-Verteilungen entstehen typischerweise, wenn ein Produkt für die eine Hälfte der Nutzer funktioniert und für die andere nicht.
Beim Lesen der Note lohnt ein Blick auf ihr Alter. Nur 41 der 1.751 Bewertungen stammen aus den vergangenen zwölf Monaten, der Großteil beschreibt also die Plattform früherer Jahre. Trustpilot vermerkt zusätzlich, dass das Unternehmen zuletzt nicht zu Bewertungen eingeladen hat. Auf negative Stimmen antwortet 3Commas laut Portal in 54 Prozent der Fälle.
Was Nutzer schätzen
Der am häufigsten gelobte Punkt ist die zentrale Steuerung mehrerer Börsen. Trader berichten, dass sie ihre Konten aus einer Oberfläche verwalten, statt zwischen Dashboards zu springen. Ebenfalls oft genannt: die DCA-Bots und die Anbindung an TradingView, deren Signale zuverlässig durchlaufen.
Ein deutscher Nutzer beschreibt im Januar 2026 seinen Einstieg als klar strukturiert und hebt den Support hervor, der ihm innerhalb von zwanzig Minuten geholfen habe. Solche Einzelstimmen sind kein Qualitätsnachweis, sie zeigen aber, dass die Einarbeitung machbar ist, wenn man sich Zeit nimmt.
Wo die Plattform schwächelt
Die aktuellen Beschwerden haben einen gemeinsamen Nenner, und der heißt Version 2. Daneben tauchen drei ältere Kritikpunkte weiter auf:
- Steile Lernkurve: Der Funktionsumfang überfordert Einsteiger. Ohne Trading-Grundlagen entstehen schnell Fehlkonfigurationen, die echtes Geld kosten.
- Verzögerte Ausführung: Bei hoher Volatilität berichten Nutzer von Verspätungen zwischen Signal und Order. Kein Dauerzustand, aber ein Risiko für enge Setups.
- Uneinheitlicher Support: Die Erfahrungen reichen von Hilfe binnen Minuten bis zu unbeantworteten E-Mails. Ein Kunde schildert im Sommer 2026, sein Konto sei ohne Vorwarnung gelöscht worden, während er auf Antwort wartete.
Beim Preis spaltet sich das Bild entlang der Kontogröße. Wer nur eine Börse bedient, zahlt für Funktionen mit, die er nie nutzt, und findet bei Pionex günstigere Einstiege. Für Trader mit mehreren Konten relativiert sich der Betrag.
Sicherheit: der API-Leak von 2022 im Klartext
Dieser Vorfall wird in vielen Testberichten verharmlost, deshalb hier die belegte Abfolge. Im Oktober 2022 meldeten Nutzer unautorisierte Trades über ihre verbundenen Konten. 3Commas führte das zunächst auf Phishing-Seiten Dritter zurück und wies eine eigene Verantwortung zurück.
Am 28. Dezember 2022 tauchten Dateien mit Kundendaten öffentlich auf. Danach räumte das Unternehmen in seiner eigenen Stellungnahme ein, dass die bisherigen Annahmen falsch waren und mindestens 100.000 API-Schlüssel aus seiner Datenbank abgeflossen sind. Betroffen waren Zugänge zu Binance und KuCoin. Das FBI nahm laut Medienberichten Ermittlungen auf.
Der Anbieter reagierte mit einem abgeschotteten Schlüsselspeicher, erweiterten IP-Freigaben und einer Prüfseite für Betroffene. Eine Entschädigung sagte 3Commas nicht zu, sondern verwies auf das laufende Verfahren. Guthaben waren nie direkt gefährdet, weil die Schlüssel keine Auszahlungsrechte tragen. Verluste entstanden trotzdem, weil Angreifer über manipulierte Trades Kurse ausnutzten.
Die Einordnung dazu fällt nüchtern aus: Der Vorfall ist vier Jahre her und wurde technisch aufgearbeitet, aber die anfängliche Schuldzuweisung an die eigenen Nutzer bleibt ein Kommunikationsproblem. Wer heute einen Schlüssel anlegt, sollte die IP-Beschränkung setzen. Das ist der wirksamste Schutz, unabhängig vom Anbieter.
Ein zweiter Punkt gehört zur Risikoeinschätzung. Betreiber ist laut Impressum die 3C Trade Tech Ltd. mit Sitz in Road Town auf den Britischen Jungferninseln, während Trustpilot eine Kontaktadresse in Tallinn ausweist. Das Unternehmen betont selbst, ausschließlich Software bereitzustellen. Eine deutsche oder europäische Finanzaufsicht ist damit nicht zuständig, und rechtliche Ansprüche wären offshore durchzusetzen.
Der Praxistest der Redaktion
Für diesen Bericht hat Autor Bjarne Claussen ein Konto angelegt und die Plattform selbst durchlaufen. Die Registrierung verlangt keine Ausweisprüfung, weil 3Commas kein Geld verwahrt und keine Börse ist. Nach der Anmeldung steht die Oberfläche sofort bereit, die Verifikation findet bei der angebundenen Börse statt, nicht hier.
Die API-Verbindung zu Binance lief ohne Reibung: Anleitung öffnen, Schlüssel erzeugen, einfügen, fertig in wenigen Minuten. Der erste Eindruck der Oberfläche selbst war dagegen Überforderung. Die Menge an Bots, Reglern und Optionen erschlägt beim Einstieg. Das integrierte Tutorial und die Wissensdatenbank fangen das ab, kosten aber Zeit.
Die eigentliche Arbeit beginnt beim Bot-Setup. Ohne eine Vorstellung davon, was getestet werden soll, führt Herumklicken nirgendwohin. Wer den Umweg über Backtesting und Demokonto auslässt, bezahlt sein Lehrgeld mit echtem Kapital. Den Marktplatz für fertige Strategien fand die Redaktion unübersichtlich und die Dokumentation dort oberflächlich.
Eine Einschränkung gehört zu diesem Test dazu: Er entstand auf der bisherigen Oberfläche, die im September 2026 abgeschaltet wird. Die beschriebenen Abläufe gelten für die neue Version nur eingeschränkt, weil dort Menüs anders heißen und Funktionen umgezogen sind. Der Eindruck zur Lernkurve bleibt nach allem, was aktuelle Nutzer berichten, unverändert.
Fazit aus Nutzersicht
3Commas funktioniert für Trader, die Zeit ins Lernen investieren. Die Werkzeuge sind professionell, die Automatisierung arbeitet zuverlässig. Wer schnelle Gewinne ohne Aufwand erwartet, wird enttäuscht: Die Plattform liefert nur das Werkzeug, die Strategie musst du selbst mitbringen.
3Commas Alternativen im Vergleich
Der Umstieg auf die neue Version ist für viele Bestandskunden der Anlass, sich umzusehen. Die Unterschiede zwischen den Anbietern liegen weniger bei den Bot-Typen als beim Geschäftsmodell. Fast alle bieten DCA- und Grid-Bots, die Frage ist, was sie drumherum verlangen und voraussetzen.
| Anbieter | Stärke | Grenze |
|---|---|---|
| 3Commas | mehrere Börsen zugleich | steile Lernkurve |
| Pionex | Bots direkt an Bord | nur eine Börse |
| Cryptohopper | fertige Strategien | teurer |
| WunderTrading | einfacher aufgebaut | kleinere Community |
| Bitsgap | Arbitrage-Fokus | enge Nische |
Eine Besonderheit verdient WunderTrading. 3Commas gibt selbst an, die neue Version gemeinsam mit diesem Anbieter entwickelt zu haben. Wer also vom Umstieg genervt ist und zur vermeintlichen Alternative wechselt, landet technisch teilweise beim selben Unterbau. Das muss kein Nachteil sein, sollte man aber wissen.
Kurz sortiert: Einfacher Start auf einer Börse spricht für Pionex, viele fertige Strategien für Cryptohopper, mehrere Börsen mit eigenen Signalen für 3Commas. Einen breiteren Überblick über den Markt gibt unser Vergleich der Trading-Bots. Die konkreten Kosten der Wettbewerber stehen jeweils im verlinkten Einzeltest.
Vor- und Nachteile von 3Commas
Die folgende Gegenüberstellung beschreibt den Stand nach dem Umbau, nicht den Ruf der vergangenen Jahre. Einige der früheren Stärken sind mit der neuen Version weggefallen und tauchen deshalb heute auf der anderen Seite auf.
Vorteile von 3Commas
- Neun Börsen aus einer Oberfläche: Binance, Bybit, OKX, Kraken, KuCoin, Coinbase, Bitget, Gate und Hyperliquid lassen sich zentral steuern, ohne zwischen Konten zu wechseln.
- Drei Bot-Typen für verschiedene Marktphasen: DCA für fallende Kurse, Grid für Seitwärtsphasen, Signal Bot für eigene Regeln.
- Tiefe TradingView-Anbindung: Alarme lassen sich per Webhook in Orders übersetzen, Pine Script läuft in allen drei Plänen.
- Backtesting und Demokonto inklusive: Strategien lassen sich auf Minutendaten testen und anschließend ohne echtes Geld mitlaufen lassen.
- Gestaffelte Ausstiege im Terminal: Mehrere Take-Profit-Marken, Trailing-Funktionen und Stop-Loss lassen sich in einer Maske gemeinsam setzen.
Nachteile von 3Commas
- Erzwungener Umstieg ohne Datenübernahme: Am 11. September 2026 endet die alte Version, Bots und Einstellungen müssen von Hand neu aufgebaut werden.
- Kein kostenloses Konto mehr: Der frühere Free Plan ist gestrichen, nach sieben Testtagen wird die Nutzung kostenpflichtig.
- Mobile Apps eingestellt: Die Anwendungen für iOS und Android werden nicht weitergeführt und sind in den Stores nicht mehr auffindbar.
- Steile Lernkurve: Ohne Trading-Grundlagen führt der Funktionsumfang schnell zu Fehlkonfigurationen, die echtes Geld kosten.
- Betreiber sitzt offshore: Vertragspartner ist eine Gesellschaft auf den Britischen Jungferninseln, eine europäische Finanzaufsicht ist nicht zuständig.
- Belastete Sicherheitshistorie: Beim Datenabfluss von 2022 wies der Anbieter die Verantwortung zunächst zurück und räumte sie erst nach Veröffentlichung der Daten ein.
Lohnt sich 3Commas?
Die Antwort hängt an einer einzigen Frage: Wie viele Börsenkonten bespielst du? Wer auf drei oder vier Plätzen handelt und dort Strategien laufen lassen will, bekommt für den Abopreis echte Arbeitsersparnis. Für ein einzelnes Konto mit überschaubarem Kapital steht der Betrag in keinem Verhältnis, zumal die Handelsgebühren der Börse obendrauf kommen.
Der zweite Faktor ist der Zeitpunkt. Wer heute einsteigt, sollte direkt in der neuen Version anfangen und sich den doppelten Aufbau sparen. Wer dort bereits Bots betreibt, steht dagegen vor einer Migration, die niemand bestellt hat. Diese Arbeit gehört ehrlich in die Rechnung.
Fazit: leistungsfähig, aber gerade mitten im Umbau
3Commas bleibt eines der vollständigsten Werkzeuge für automatisierten Kryptohandel. Neun Börsen aus einer Oberfläche, drei Bot-Typen und eine saubere TradingView-Anbindung sind ein Paket, das in dieser Kombination wenige Anbieter liefern. Die Automatisierung funktioniert, das Werkzeug ist ernst gemeint.
Der Zeitpunkt ist trotzdem unglücklich. Der Anbieter zieht seinen Bestandskunden die gewohnte Plattform unter den Füßen weg und verlangt, dass sie ihre Strategien von Hand neu aufsetzen. Dazu kommen der gestrichene Gratiszugang, die eingestellten Apps und die halbierte Börsenliste. Das sind keine Kleinigkeiten, sondern Leistungen, die weggefallen sind, während der Preis nicht gefallen ist.
Wer neu einsteigt, sollte zwei Dinge tun: direkt in der neuen Version anfangen und die sieben Testtage komplett im Demokonto verbringen, bevor echtes Geld fließt. Die Lernkurve ist der eigentliche Kostenfaktor, nicht das Abo. Ein Bot automatisiert deine Regeln, er ersetzt sie nicht.
Wer bereits Bots dort betreibt, hat bis zum 11. September 2026 Zeit für die Entscheidung. Sinnvoll ist, die eigenen Einstellungen jetzt zu dokumentieren, bevor der Zugang endet, und erst danach zu entscheiden, ob der Neuaufbau bei 3Commas oder gleich woanders stattfindet. Wer den Aufwand scheut, findet bei WunderTrading einen einfacheren Aufbau und bei Pionex den schnelleren Einstieg.
Nicht geeignet ist die Plattform für zwei Gruppen: für Einsteiger ohne eigene Strategie, weil ein Bot fehlendes Marktverständnis nicht ausgleicht, und für Trader mit kleinem Konto auf nur einer Börse, weil sich die Fixkosten dort nicht rechnen. Wer dagegen mehrere Konten führt und weiß, was er testen will, bekommt ein belastbares Werkzeug.
Wer über einen fertigen Bot nachdenkt, sollte die Alternativen kennen. Expert Advisors, cBots, eigener Code und Copy Trading im Vergleich: unser Guide zum Auto Trading.
Häufige Fragen zu 3Commas
Was kostet 3Commas?
3Commas kostet bei monatlicher Zahlung 20 Dollar im Starter-, 50 Dollar im Pro- und 140 Dollar im Expert-Plan. Bei Jahreszahlung sinken die Beträge auf umgerechnet 15, 38 und 105 Dollar pro Monat, weil drei Monate geschenkt werden. Auf alle Preise kommt die Umsatzsteuer des Wohnsitzlandes obendrauf, in Deutschland also rund 19 Prozent.
Gibt es eine kostenlose Version von 3Commas?
Nein, nicht mehr. Mit dem Wechsel auf Version 2 hat 3Commas den früheren Free Plan gestrichen. Geblieben ist eine siebentägige Testphase, danach ist ein bezahltes Abo nötig. Ein Demokonto zum risikofreien Üben ist in allen Plänen enthalten.
Was passiert mit meinen Bots beim Umstieg auf Version 2?
Sie werden nicht übertragen. 3Commas schaltet Version 1 am 11. September 2026 ab und weist selbst darauf hin, dass Strategien manuell in der neuen Oberfläche nachgebaut werden müssen. Notiere deine Einstellungen vorher. Die Restlaufzeit eines bezahlten Abos überträgt der Anbieter per Promo-Code.
Welche Börsen unterstützt 3Commas?
Neun Börsen sind angebunden: Binance, Bybit, OKX, Kraken, KuCoin, Coinbase, Bitget, Gate und Hyperliquid. HTX, Gemini, Bitstamp und Bitfinex sind aus der Liste verschwunden. Bei Gate läuft ausschließlich der Futures-Handel, alle anderen decken zusätzlich Spot ab.
Kann man mit 3Commas Geld verdienen?
Möglich ist es, garantiert ist es nicht. Ein Bot führt nur die Regeln aus, die du ihm vorgibst, eine profitable Strategie erfindet er nicht. Wer Backtesting, Risikosteuerung und regelmäßige Kontrolle auslässt, verliert mit einem Bot genauso Geld wie ohne.
Ist 3Commas in Deutschland legal?
Ja, die Nutzung ist erlaubt. 3Commas ist ein Software-Werkzeug und keine Börse, gehandelt wird weiter auf deinem eigenen Konto bei der jeweiligen Kryptobörse. Betreiber ist eine Gesellschaft auf den Britischen Jungferninseln, eine europäische Finanzaufsicht ist deshalb nicht zuständig. Gewinne bleiben in jedem Fall steuerpflichtig.
Ist 3Commas sicher?
Die Verbindung läuft über API-Schlüssel ohne Auszahlungsrecht, dein Guthaben bleibt auf der Börse. 2022 flossen allerdings mindestens 100.000 dieser Schlüssel aus der Datenbank des Anbieters ab, was 3Commas erst nach wochenlangem Widerspruch einräumte. Seitdem gibt es einen abgeschotteten Schlüsselspeicher. Aktiviere Zwei-Faktor-Schutz und beschränke jeden Schlüssel auf eine feste IP-Adresse.
Über den Autor: Bjarne Claussen
Bjarne Claussen ist seit 2018 im Trading aktiv und schreibt als Autor für Kagels Trading zu den Schwerpunkten Prop Trading, KI- und Algo-Trading, Kryptowährungen, Makroökonomie und Fundamentalanalyse.
Als Algo-Trader handelt er selbst primär Rohöl und den S&P 500. Seine Backtesting-Pipelines baut er in Python, wodurch er den Unterschied zwischen einer belastbaren Strategie und einer gut aussehenden Kurve aus eigener Arbeit kennt. Diese Perspektive prägt seine Bewertungen von Trading-Software.
Für diesen Testbericht hat er ein eigenes Konto angelegt, die Anbindung an eine Börse durchlaufen und die Angaben des Anbieters gegen dessen Primärquellen gehalten: Preisseite, Migrationsunterlagen und die Stellungnahme zum Datenabfluss von 2022. Die Bewertungslage stammt aus dem Trustpilot-Profil vom 21.08.2026, die Preise wurden am selben Tag per Screenshot gesichert.
Dieser Artikel wurde von Karsten Kagels final geprüft.























