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Freestoxx Erfahrungen: Neobroker für US-Aktien und Optionen im Test

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2026

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17 Min

Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

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Ein Broker, der keine Kommissionen verlangt, klingt nach einem Rechenfehler. Genau damit wirbt Freestoxx seit Jahren: US-Aktien und Optionen ordern, ohne pro Trade zu zahlen. Wer aktiv handelt, spart damit über das Jahr schnell dreistellige Beträge gegenüber einer Hausbank. Einen deutschen Anbieter mit Bankhintergrund stellt unser ViTrade Testbericht vor.

Der Haken liegt anderswo, und er hat sich seit dem Start verschoben. Freestoxx ist eine Marke der WH SelfInvest S.A. aus Luxemburg, also kein Startup ohne Historie. Aber das Preismodell ist heute ein anderes als noch vor zwei Jahren. Der Zugang zum Konto ist nicht mehr gratis, der Optionshandel läuft über ein Abo mit Mindestlaufzeit, und bei den Optionsgebühren gibt es eine Ausnahme, die auf der Werbeseite nicht steht.

Für diesen Test habe ich das Preis- und Leistungsverzeichnis mit Stand 1. Juli 2026 Zeile für Zeile gegen den Marketingauftritt gehalten, die Bewertungen auf Trustpilot und im App Store ausgewertet und die Plattform selbst über ein Demokonto bedient. Das Ergebnis ist ein differenziertes Bild: stark bei den Ausführungskosten, schwach bei der Transparenz und bei den Unterlagen für die Steuererklärung. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Freestoxx: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Kommissionsfrei, aber nicht kostenlos: Die Order kostet 0,00 Dollar. Für den Kontozugang stehen im Preisverzeichnis 4,99 Euro pro Monat, die bei einem kostenpflichtigen Paket entfallen.
  • Spezialist statt Allrounder: Handelbar sind US-Aktien und US-Optionen. Futures laufen über das separate Angebot Freefutures mit eigenen Paketpreisen.
  • Enge Kurse durch NBBO: Die Ausführung erfolgt nach der US-Regel National Best Bid and Offer, nicht über einen Market Maker.
  • Schwachpunkt Steuerunterlagen: Die Jahresaufstellung trennt Aktien und Optionen nicht, was die deutsche Steuererklärung aufwendig macht.

Was ist Freestoxx? Der Anbieter im Profil

Freestoxx ist eine Marke der luxemburgischen WH SelfInvest S.A., über die Privatkunden aus der EU und der Schweiz US-Aktien und US-Optionen ohne Ordergebühr handeln. Die Ausführung erfolgt nach der amerikanischen NBBO-Regel, die Verwahrung übernimmt eine US-Depotbank.

Hinter der Marke steht kein neuer Anbieter. WH SelfInvest betreut nach eigenen Angaben seit 1998 Privatkunden und unterhält Niederlassungen in den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Luxemburg, der Schweiz und Deutschland. Freestoxx ist dabei das schlanke Produkt für den US-Markt, während über WH SelfInvest auch CFDs, Forex und Futures laufen.

Freestoxx als Marke des Online-Brokers WH SelfInvest aus Luxemburg
Freestoxx ist die US-Marke des Luxemburger Brokers WH SelfInvest

Der Zuschnitt ist bewusst eng. Freestoxx richtet sich an Trader, die regelmäßig am US-Markt aktiv sind. Wer breit über Weltregionen streuen oder ETF-Sparpläne bedienen will, ist bei einem klassischen Neobroker besser aufgehoben. Der Anbieter eröffnet Konten ausschließlich für Personen mit offiziellem Wohnsitz in der EU oder der Schweiz, was für Leser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gleichermaßen passt.

Freestoxx im Steckbrief

AnbieterFreestoxx, Marke der WH SelfInvest S.A.
GegründetWH SelfInvest 1998
SitzVitrum Building, Rue du Puits Romain 33, 8070 Luxembourg-Bertrange
RegulierungCSSF Luxemburg, deutsche Niederlassung Nr. 122635 unter BaFin-Aufsicht
LizenzenBörsenmakler Nr. 42798, Kommissionär Nr. 36399, Vermögensverwalter Nr. 1806
HandelbarUS-Aktien und US-Optionen, Futures über Freefutures
AusführungNBBO, kein Market Maker
Kommissionsmodellekommissionsfrei oder Mini-Kommission
DepotbankBMO Bank N.A., US-Zweig der Bank of Montreal
Mindesteinzahlungkeine
Kontoeröffnungnur mit Wohnsitz in der EU oder der Schweiz
Plattformhauseigene Web-Plattform und App, nur auf Englisch

Die Lizenzlage ist sauber dokumentiert. Das Unternehmen ist im Besitz einer Börsenmaklerlizenz (Nr. 42798), einer Kommissionärslizenz (Nr. 36399) und einer Vermögensverwalterlizenz (Nr. 1806), alle genehmigt durch das luxemburgische Finanzministerium. Beaufsichtigt wird der Broker durch die Commission de Surveillance du Secteur Financier, für die deutsche Zweigniederlassung ist die BaFin zuständig.

Vor- und Nachteile von Freestoxx

Bevor du ein Konto eröffnest, lohnt der nüchterne Abgleich. Die folgenden Punkte beziehen sich auf den Stand des Preisverzeichnisses vom 1. Juli 2026.

Vorteile von Freestoxx

  • Keine Ordergebühr: Im kommissionsfreien Modell zahlst du 0,00 Dollar pro Order, unabhängig von der Stückzahl.
  • Ausführung nach NBBO: Die Order geht zum besten verfügbaren Kurs mehrerer Börsen, nicht über einen zwischengeschalteten Market Maker.
  • Keine Mindesteinzahlung: Du kannst mit kleinem Kapital starten, es gibt keine Eintrittsschwelle.
  • Keine Inaktivitätsgebühr: Wer eine Zeit lang nicht handelt, zahlt dafür keinen Aufschlag.
  • Short Selling in jedem Paket: Leerverkäufe sind auch im Basiszugang möglich, das bieten viele Neobroker gar nicht.
  • Werkzeuge ohne Aufpreis: 91 Indikatoren, 13 Chart-Werkzeuge und ein integriertes Trading-Journal kosten nichts extra.

Nachteile von Freestoxx

  • Basiszugang nicht mehr gratis: Für das Free Services Paket weist das Preisverzeichnis 4,99 Euro pro Monat aus, während die Werbeseite weiter mit dem kostenlosen Einstieg wirbt.
  • Optionshandel nur im Abo mit Bindung: Das Optionspaket läuft über zwei Jahre und ist im Leistungsverzeichnis ohne Laufzeithinweis gelistet.
  • CBOE-Optionen sind nicht kommissionsfrei: Hier fallen laut Verzeichnis 0,59 Dollar Kommission plus 0,58 Dollar Börsengebühr je Option an.
  • Hohe Auszahlungsgebühr: Je nach Verfahren werden 50 oder 15 Dollar fällig, dazu die Konvertierung.
  • Schwache Steuerunterlagen: Die Jahresaufstellung trennt Aktien und Optionen nicht, die Auszüge kommen in US-Dollar.
  • Nur Englisch, keine Fremdplattform: Die Oberfläche gibt es nicht auf Deutsch, und weder MetaTrader noch TradingView lassen sich anbinden.

Was kostet Freestoxx wirklich?

Die Antwort hängt davon ab, was du unter Kosten verstehst. Die Ordergebühr ist tatsächlich null. Die Zugangsgebühr ist es nicht mehr. Diese Unterscheidung ist der wichtigste Punkt des ganzen Tests, weil der Marketingauftritt sie verwischt.

Freestoxx stellt zwei Kommissionsmodelle zur Wahl. Beim kommissionsfreien Modell beträgt die Kommission 0,00 Dollar pro Order. Beim Mini-Kommissionsmodell zahlst du 0,0035 Dollar je Aktie oder 0,49 Dollar je Option, mindestens jedoch 0,89 Dollar. Dafür werden diese Orders bevorzugt an NYSE oder Nasdaq geleitet. Das Modell lässt sich jederzeit wechseln.

Daneben steht die monatliche Paketgebühr, und die ist der eigentliche Preis des Kontos. Auf der Angebotsseite formuliert der Anbieter es so: „Für 4,99 $ pro Monat können Sie eine unbegrenzte Anzahl von Order für Aktien und Optionen ausführen. Konten mit einem Abonnement zahlen diesen Betrag nicht.” Im Preisverzeichnis steht derselbe Betrag in der Paketübersicht unter Free Services, dort allerdings in Euro.

PaketPreisBindung und Leistung
Free Services4,99 € pro Monatkeine Bindung. Aktien, Short Selling, App
Full Services9,99 € pro Monat12 Monate Laufzeit, 119,88 € gesamt. Plus Hebel
Optionen14,90 € pro Monat2 Jahre Laufzeit, 359 € gesamt. Optionen frei

Bei den Optionsgebühren gibt es eine Ausnahme, die im Werbeversprechen untergeht. Für Optionen der CBOE weist das Verzeichnis eine Börsengebühr von 0,58 Dollar und eine Kommission von 0,59 Dollar je Option aus. Wer Indexoptionen handelt, landet regelmäßig genau dort. Der kommissionsfreie Optionshandel gilt also nicht flächendeckend.

Weitere Positionen aus dem Preisverzeichnis

  • Kontoführung: Eröffnung, Depotführung, Auszüge, Kapitalmaßnahmen, Dividenden und Kontoschließung sind kostenlos. Ab mehr als 50 offenen Positionen fallen 0,70 Dollar je Position und Monat an.
  • Margin: Im Free Services Pack 10,99 Prozent per annum, im Full Services Pack 7,99 Prozent. Eine Liquidierungsorder kostet 25 Dollar.
  • Aktienleihe beim Short Selling: Benchmark Rate plus 3,9 Prozent per annum. Die Benchmark liegt aktuell bei 4 Prozent, macht rund 7,9 Prozent.
  • Geldverkehr: Einzahlungen sind kostenlos. Für Auszahlungen nennt das Verzeichnis 50 Dollar oder 15 Dollar, für die Konvertierung Bankgebühren plus 0,3 Prozent.
  • Sonstiges: Optionsausübung 5 Dollar je Option, individuelle Anfragen 79 Dollar je Stunde, ein nicht standardisierter Transfer 25 Dollar je Prüfung. Eine Inaktivitätsgebühr gibt es nicht.
  • Echtzeitkurse: Im Free-Paket kostenlos, sofern du im Monat mindestens eine Order ausführst. Sonst werden 5,00 Dollar berechnet.

Für aktive Trader rechnet sich das trotzdem oft. Wer im Monat viele Positionen dreht, zahlt bei einem klassischen Broker pro Trade. Hier zahlst du einmal im Monat und danach nichts mehr. Die Rechnung kippt erst bei wenigen Trades im Jahr, dann wird die Paketgebühr zur Fixkostenlast ohne Gegenwert.

Erfahrungen mit Freestoxx

Mein eigener Test der Plattform

Ich habe die Plattform über ein Demokonto bedient, um mir ein Bild von der Bedienung zu machen. Web-Oberfläche und App sind aufgeräumt und reagieren schnell. Die Widget-Logik mit Trade, Account, Technical Analysis, Trading Journal und Watchlist lässt sich frei anordnen, was für ein Mehrmonitor-Setup wichtig ist.

Freestoxx Handelsplattform mit Chart, Ordermaske und Watchlist im Überblick
Über die Demoversion habe ich die Handelsplattform von Freestoxx selbst getestet

Zwei Dinge fallen sofort positiv auf. Erstens die Ausführung ohne Market-Maker-Aufschlag, die man bei aktiven Strategien direkt im Ergebnis sieht. Zweitens die Werkzeugtiefe, die man bei einem Anbieter dieser Preisklasse nicht erwartet. Ein Trendkanal oder ein Fibonacci-Retracement ist ohne Umwege gezeichnet.

Zwei Dinge stören. Die Oberfläche gibt es nur auf Englisch, was beim Risikomanagement unnötige Reibung erzeugt. Und die Produktauswahl ist eng: keine europäischen Aktien, keine ETFs, keine Zertifikate.

Bewertungen auf Trustpilot

Auf Trustpilot steht Freestoxx bei 4,1 von 5 Punkten aus 19 Bewertungen (Stand August 2026). Die Verteilung ist deutlich: 79 Prozent vergeben fünf Sterne, 11 Prozent vier, je 5 Prozent drei und einen Stern. Das Profil ist seit Dezember 2023 vom Unternehmen beansprucht.

Die Basis ist allerdings dünn. Nur zwei Bewertungen stammen aus den letzten zwölf Monaten, und Trustpilot vermerkt, dass der Anbieter Kunden zuletzt nicht zur Bewertung eingeladen hat. Eine gute Note aus 19 Stimmen ist kein belastbares Qualitätsurteil, sondern ein Indiz.

Inhaltlich ist eine Rezension besonders aufschlussreich. Ein Kunde, der seit Ende 2023 dabei ist, hält den Optionspreis für angemessen und rechnet vor, dass sich das Abo für ihn ab der achten Option im Monat gegenüber Interactive Brokers lohnt. Den Stern Abzug gibt er für die Steuerunterlagen. Ein anderer Rezensent kritisiert, dass die Mindestlaufzeit des Optionspakets im Leistungsverzeichnis nicht auftaucht und er sich davon überrumpelt fühlte.

Bewertungen der App

Die Freestoxx-App wird aktiv gepflegt. Im Apple App Store steht Version 1.77 mit Stand 24. Juli 2026, bei Google Play war das letzte Update am 30. Juli 2026. Herausgeber ist jeweils die WH SelfInvest SA.

Die Bewertungen fallen dort deutlich schlechter aus als auf Trustpilot. Im Apple App Store stehen 2,9 von 5 Punkten aus 16 Bewertungen, bei Google Play sogar nur 1,8 von 5 aus 15 Rezensionen bei mehr als 1.000 Installationen. Beide Stichproben sind klein, aber sie zeigen in dieselbe Richtung.

Wie ist dieser Widerspruch zu lesen? Auf Trustpilot bewerten Kunden meist den Broker mit Konditionen und Service, in den App-Stores dagegen die Software im Alltag. Wer die App zum Haupt-Werkzeug machen will, sollte sie deshalb vor der Einzahlung über das Demokonto ausprobieren.

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Was du bei Freestoxx handeln kannst

US-Aktien

Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf dem US-Markt. Nach Anbieterangaben stehen über 8.000 US-Aktien zur Verfügung, inklusive Penny Stocks. Abgedeckt sind die Werte aus Dow Jones, Nasdaq 100, S&P 500 und Russell 2000. Auch frisch gelistete Nasdaq-Titel sind dabei, etwa die SpaceX-Aktie über das Kürzel SPCX.

Freestoxx Aktien und Optionen: Suchfunktion im Handelsangebot des Brokers
Über die Suchfunktion findest du gezielt einzelne US-Werte

US-Optionen

Der Optionshandel ist an das Optionspaket gebunden. Freigeschaltet sind dann der Kauf und Verkauf sowie das Schreiben von Optionen, dazu Limit-Orders auf Kombinationen und Cross-Margin über Aktien- und Optionspositionen. Der Anbieter nennt Optionen auf Aktien, Indizes und Gold. Wie das Optionen handeln grundsätzlich funktioniert, haben wir separat erklärt.

Futures über Freefutures

Hier hat sich das Angebot erweitert. Neben Aktien und Optionen bewirbt der Anbieter unter der Marke Freefutures ein eigenes Futures-Angebot mit Zugang zu CME, CBOT, Nymex, Comex und Eurex. Die Orderkommission liegt dort bei null, abgerechnet wird über zwei Trader-Packs zu 169 und 235 Euro pro Monat, die quartalsweise fällig werden. Bis zu 250 Kontrakte im Monat sind kommissionsfrei, darüber fällt 1 Euro je Lot und Seite an.

Wichtig für die Einordnung: Das ist ein eigenes Produkt mit eigener Preisliste, kein Bestandteil des Aktienkontos. Wer ausschließlich Aktien handelt, hat damit nichts zu tun.

Für deutschsprachige Interessenten ist das Angebot schlecht erreichbar. Der Menüpunkt Freefutures steht zwar in der deutschen Navigation, führt von dort aber auf eine Fehlerseite. Erreichbar ist die Produktseite nur in der englischen Fassung, eine deutsche Sprachversion ist nicht hinterlegt. Auf Deutsch vorhanden ist lediglich das Preisverzeichnis als PDF.

Nicht handelbar bleiben europäische Aktien, ETFs, Zertifikate, Forex und Kryptowährungen.

Kontoarten und Pakete im Vergleich

Bei der Kontoeröffnung wird automatisch das Free Services Paket aktiviert. Ein Upgrade auf Full Services oder das Optionspaket läuft über den Freestoxx-Store. Alle drei Pakete enthalten unbegrenzte Orders, Zugang zu NYSE und Nasdaq, Short Selling, Web-Plattform, App, Margintoleranz, historische Daten und E-Mail-Support.

Das Full Services Paket ergänzt vor allem Hebel und Service. Dazu zählen der Intraday-Hebel von 4:1, der Overnight-Hebel von 2:1, eine reduzierte Marginrate, günstigere Transfers, Telefon- und Chat-Support sowie ein dauerhaftes Demokonto.

Das Optionspaket setzt darauf auf. Es schaltet den Options-Handel frei, das Schreiben von Optionen, Options-Kombos, Cross-Margin und Echtzeitkurse für Optionen.

Gibt es bei Freestoxx ein Demokonto?

Ja, und es kostet nichts. Du testest die Plattform im Browser oder über die App. Ein dauerhaftes Demokonto ist allerdings den kostenpflichtigen Paketen vorbehalten. Wie ein Demokonto sinnvoll genutzt wird, ohne sich falsche Gewohnheiten anzutrainieren, ist ein Thema für sich.

Hebel, Margin und Liquidität

Dreistellige Hebel gibt es hier nicht, und das ist bei einem EU-regulierten Broker auch nicht möglich. Im Free Services Paket steht eine Margintoleranz zur Verfügung, mit der du etwas mehr als dein Kontoguthaben einsetzen kannst. Ein echter Hebel ist das nicht.

Freestoxx Hebel: Intraday- und Overnight-Hebel für NYSE und Nasdaq
Den gehebelten Handel schaltet erst ein kostenpflichtiges Paket frei

Erst mit den kostenpflichtigen Paketen wird gehebelt. Dann sind 4:1 innerhalb des Tages und 2:1 über Nacht möglich. Für Daytrading am US-Markt ist das ein brauchbarer Rahmen, für Swing Trades über mehrere Tage entsprechend enger.

Beim Preis der Margin lohnt der zweite Blick. Mit 10,99 Prozent per annum im Basispaket ist eine gehebelte Position kein billiges Vergnügen. Das Full-Paket senkt den Satz auf 7,99 Prozent. Wer über Nacht hebelt, sollte diese Kosten gegen die erwartete Bewegung rechnen und den Stop-Loss entsprechend setzen.

Wie Freestoxx deine Orders ausführt

Die NBBO-Regel verpflichtet US-Broker, ihren Kunden den besten landesweit verfügbaren Geld- und Briefkurs anzubieten. Die Order wird also gegen mehrere Börsenplätze geprüft, statt zu einem einzelnen Kurs ausgeführt zu werden.

Das ist der eigentliche Unterschied zu vielen Neobrokern. Bei Anbietern wie Trade Republic oder Smartbroker läuft die Ausführung häufig über einen Market Maker wie Lang & Schwarz. Der verdient an der Spanne zwischen Geld- und Briefkurs. Bei Freestoxx entfällt dieser Zwischenschritt.

Als Marke von WH SelfInvest unterliegt Freestoxx der MiFID. Daraus folgt die Pflicht zur bestmöglichen Ausführung. Liegen außerhalb der Börsen bessere Konditionen vor, werden Aufträge an Brokerhäuser oder alternative Handelssysteme weitergeleitet.

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Wie sicher ist dein Geld bei Freestoxx?

Die Frage zerfällt in zwei Teile, und genau diese Trennung wird oft übersehen: Es gibt einen Schutz für Bargeld und einen davon getrennten Schutz für Wertpapiere. Die Beträge unterscheiden sich erheblich.

Kundengelder werden getrennt vom Firmenvermögen geführt und individuell verbucht. Die Depotbank ist die BMO Bank N.A., der US-Zweig der Bank of Montreal. Der Anbieter beziffert deren Bonität mit einem S&P-Rating von A+ und einem Fitch-Rating von AA− (Stand März 2026).

SystemDeckungWofür
FGDL Luxemburgbis 100.000 €Bareinlagen
FDIC USAbis 250.000 $Bareinlagen in den USA
SIIL Luxemburgbis 20.000 €Wertpapiere bei Insolvenz von WH SelfInvest
SIPC USAbis 500.000 $davon max. 250.000 $ Wertpapiere, max. 250.000 $ Bargeld

Der niedrigste Wert ist der wichtigste. Die luxemburgische Anlegerentschädigung SIIL deckt bei einer Insolvenz des Brokers nur 20.000 Euro je Anleger ab. Das ist kein Sonderfall von Freestoxx, sondern der EU-Mindeststandard. Es ist aber ein Punkt, den die Werbung mit dem Rating der Depotbank nicht ersetzt.

In der Praxis relativiert sich das. Wertpapiere sind Sondervermögen und fallen bei einer Brokerinsolvenz nicht in die Masse. Die Entschädigung greift erst, wenn Bestände nicht herausgegeben werden können. Wer größere Summen führt, sollte die Zahl trotzdem kennen.

Ist Freestoxx seriös?

Nach den nachprüfbaren Kriterien ja. Für den Broker sprechen die Marktpräsenz seit 1998, die Aufsicht durch CSSF und BaFin, drei dokumentierte Lizenzen und die getrennte Verwahrung bei einer großen Depotbank. Es gibt keine Hinweise auf Auszahlungsprobleme oder aufsichtsrechtliche Auffälligkeiten.

Kritik verdient nicht die Seriosität, sondern die Preistransparenz. Dass die Werbeseite den kostenlosen Einstieg betont, während im Preisverzeichnis eine Monatsgebühr steht, und dass die zweijährige Mindestlaufzeit des Optionspakets erst im Store sichtbar wird, ist ein vermeidbarer Vertrauensverlust.

Steuerliche Behandlung

Freestoxx führt für deutsche Kunden keine Abgeltungssteuer ab. Als luxemburgischer Broker ist er dazu nicht verpflichtet. Du musst deine Gewinne selbst in der Steuererklärung angeben. Der Vorteil: Die Erträge bleiben unterjährig im Konto und stehen als Margin zur Verfügung. Wie die Abgeltungssteuer grundsätzlich greift, erklären wir separat.

Bei Dividenden greift das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen den USA und Deutschland. Ausgezahlt werden 85 Prozent, einbehalten werden 15 Prozent als Quellensteuer.

Hier liegt der praktische Schwachpunkt des Anbieters. Die Erträgnisaufstellung für das Kalenderjahr weist den realisierten Gewinn oder Verlust als einen einzigen Wert aus. Sie trennt nicht zwischen Aktien und Optionen, obwohl das deutsche Steuerrecht diese Unterscheidung verlangt. Wer beides handelt, muss die Zuordnung selbst aus den Kontoauszügen erstellen.

Erschwerend kommt die Währung dazu. Alle Werte in den Auszügen stehen in US-Dollar und müssen tagesgenau in Euro umgerechnet werden. Eine automatisierte Ausgabe für Steuerprogramme, wie sie Interactive Brokers und dessen Vermittler über Flex-Queries anbieten, gibt es nicht. Der Anbieter stellt sich auf den Standpunkt, dass ein solcher Report nicht zum Leistungsumfang gehört.

Für die Praxis heißt das: Wer nur Aktien handelt, kommt gut zurecht. Wer viele Optionen dreht, sollte den Mehraufwand einkalkulieren oder den Steuerberater früh einbinden. Das Steuerrecht ist komplex und länderabhängig, verbindliche Auskünfte gibt nur eine steuerliche Beratung.

Lesetipp: Was Trader über Steuern wissen müssen

Kontoeröffnung, Ein- und Auszahlung

Die Eröffnung läuft schlank und ohne Postident. Du wählst das Kommissionsmodell, bestätigst Identität über E-Mail und Handynummer und lädst ein Ausweisdokument hoch. Voraussetzung ist ein offizieller Wohnsitz in der EU oder der Schweiz. Eine Mindesteinzahlung gibt es nicht.

Freestoxx Kontoeröffnung: Ablauf der Verifizierung ohne Postident
Die Kontoeröffnung ist in der Regel schnell erledigt

Für die Einzahlung brauchst du ein Konto in US-Dollar, weil du am US-Markt handelst. Die Umwandlung übernimmt der Broker über die Depotbank. Überweisungen laufen über eine europäische Partnerbank, akzeptiert werden nur Überweisungen von einem Konto, das auf deinen Namen lautet. Einzahlungen selbst sind kostenlos, für die Konvertierung fallen Bankgebühren plus 0,3 Prozent an.

Bei der Auszahlung wird es teuer. Das Preisverzeichnis nennt 50 Dollar oder 15 Dollar je nach Verfahren, zuzüglich Konvertierung. Bei einem Konto über 50.000 Euro ist das eine Randnotiz. Bei 2.000 Euro Startkapital ist es ein spürbarer Anteil. Wer plant, regelmäßig Teilbeträge zu entnehmen, sollte diesen Posten vorher durchrechnen.

Das Verrechnungskonto ist zweckgebunden. Es dient ausschließlich der Abwicklung von Trades, Dividenden und Gebühren und ist nicht für den allgemeinen Zahlungsverkehr gedacht.

Die Handelsplattform von Freestoxx

Freestoxx setzt auf eine hauseigene Plattform, erreichbar im Browser und als App. Alternativen gibt es nicht: Weder MetaTrader noch TradingView lassen sich anbinden, und eine API-Schnittstelle für eigene Programme steht nicht zur Verfügung.

Funktionen im Überblick

  • Kurse und Analyse: kostenlose Echtzeitkurse, 91 Indikatoren inklusive Parabolic SAR und Ichimoku-Wolke, dazu 13 Zeichenwerkzeuge.
  • Orderarten: Market, Limit und Stop-Loss, dazu OCO-Orders und Orderaufgabe direkt aus Chart und Kursliste.
  • Arbeitsumgebung: anpassbare Alarme, Multi-Monitor-Support, helles und dunkles Layout, frei anordenbare Widgets.
  • Signalwerkzeuge: S&P 100 Dip Buyer, Nasdaq 100 Dip Buyer und Optionssignale sind laut Verzeichnis kostenlos enthalten.
Freestoxx Plattform: Widgets für Chart, Konto und Watchlist frei anordnen
Die Widgets lassen sich zu einem eigenen Interface zusammenstellen

Zur Bedienung: Die Oberfläche ist logisch aufgebaut, aber ausschließlich englischsprachig. Wer andere Analyse-Tools gewohnt ist, findet sich trotzdem schnell zurecht.

Login bei Freestoxx

Der Zugang läuft über die Anbieterseite. Du klickst oben rechts auf Kunden und dann auf Start Webplattform, anschließend meldest du dich mit deinen Zugangsdaten an. In der App erfolgt die Anmeldung mit denselben Daten. Ein separates Kundenportal für Kontoauszüge und Dokumente ist darüber ebenfalls erreichbar.

Freestoxx App für iOS und Android mit Kursliste und Orderfunktion
Die App deckt bis auf wenige Funktionen den Umfang der Web-Plattform ab

Kundenservice und Weiterbildung

Der Support hängt am gebuchten Paket. Im Free Services Paket stehen E-Mail-Support und Live-Chat zur Verfügung. Telefonischer Support ist den kostenpflichtigen Paketen vorbehalten. Vor der Kontoeröffnung kannst du einen Rückruf anfordern.

Ein Ausbildungsbereich im eigentlichen Sinn fehlt. Es gibt einen Blog mit Aktienanalysen und Themenlisten sowie kostenlose Webinare und Seminare. Wer Trading von Grund auf lernen will, findet das hier nicht.

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Freestoxx im Brokervergleich

Freestoxx tritt gegen zwei sehr unterschiedliche Gegner an. Der eine ist der Vollsortimenter für Profis, der andere die Sparplan-App für Einsteiger. Freestoxx liegt bewusst dazwischen.

Freestoxx oder Interactive Brokers?

Das ist der relevanteste Vergleich für aktive Trader. Interactive Brokers ist seit 1996 meine primäre Handelsplattform, insofern kenne ich beide Seiten gut.

  • Angebot: IB bietet globale Märkte über alle Assetklassen. Freestoxx beschränkt sich auf US-Aktien und Optionen.
  • Kosten: IB rechnet pro Trade ab, Freestoxx pro Monat. Wer viele Optionen handelt, fährt mit einer Flatrate ab einer gewissen Stückzahl günstiger.
  • Steuerunterlagen: Hier gewinnt IB klar. Die Flex-Query-Exporte lassen sich in Steuerprogramme einlesen, bei Freestoxx ist Handarbeit nötig.
  • Bedienung: Beide Oberflächen sind auf Englisch und eher funktional als hübsch. Freestoxx ist deutlich schlanker und schneller zu überblicken.

Fazit dieses Vergleichs: Wer ausschließlich am US-Markt aktiv ist und viel handelt, kann bei Freestoxx günstiger fahren. Wer international streut oder saubere Steuerreports braucht, bleibt bei IB.

Freestoxx oder Trade Republic?

Diese beiden lösen unterschiedliche Aufgaben. Trade Republic ist auf Sparpläne und den langfristigen Vermögensaufbau ausgelegt, mit ETFs, Derivaten und Kryptowährungen im Angebot.

  • Produkte: Trade Republic hat ETFs und Sparpläne, Freestoxx nicht. Freestoxx hat Optionen und Short Selling, Trade Republic nicht.
  • Ausführung: Trade Republic leitet über einen Market Maker, Freestoxx über NBBO. Für Daytrading ist der Unterschied spürbar.
  • Kosten: Trade Republic verlangt eine kleine Fremdkostenpauschale pro Order, dafür keine Monatsgebühr. Freestoxx dreht das Modell um.
  • Zielgruppe: Anleger gegen aktive Trader. Wer monatlich 100 Euro in einen ETF spart, ist bei Freestoxx schlicht falsch.

Und DEGIRO?

DEGIRO sitzt dazwischen. Der Broker bietet Zugang zu über 50 Handelsplätzen, Aktien, ETFs, Optionen, Anleihen und Futures, dazu eine deutsche Banklizenz. Die Ordergebühren sind niedrig, aber nicht null. Für breit aufgestellte Anleger ist das der flexiblere Allrounder, für reine US-Vieltrader bleibt Freestoxx bei den Ausführungskosten vorn.

Einen breiteren Überblick gibt unser Online-Broker-Vergleich.

Fazit: Für wen sich Freestoxx lohnt

Freestoxx ist ein Spezialist, kein Allrounder, und daran hat sich nichts geändert. Wer viel am US-Markt handelt, bekommt hier eine Kostenstruktur, die kaum ein anderer Anbieter unterbietet. Die NBBO-Ausführung ohne Market-Maker-Aufschlag ist ein echter Vorteil, den man bei aktiven Strategien im Ergebnis sieht. Dazu kommen Short Selling im Basiszugang und eine Plattform, die für ihren Preis erstaunlich viel kann.

Was sich geändert hat, ist die Ehrlichkeit des Preisversprechens. Der Einstieg ist nicht mehr kostenlos, der Optionshandel bindet dich zwei Jahre, und bei CBOE-Optionen fällt sehr wohl eine Kommission an. Das macht den Broker nicht schlechter, aber die Werbung ungenauer als das Produkt es nötig hätte.

Zwei Punkte würde ich vor der Eröffnung ernst nehmen. Erstens die Auszahlungsgebühr, die kleine Konten überproportional trifft. Zweitens die Steuerunterlagen, die bei aktivem Optionshandel echte Arbeit bedeuten.

Unterm Strich: Für den aktiven US-Trader mit mittlerem bis großem Konto ist Freestoxx eine ernsthafte Option. Für Sparplan-Anleger, für Trader mit europäischem Fokus und für alle, die saubere Steuerreports brauchen, gibt es passendere Adressen.

Häufige Fragen zu Freestoxx

Ist Freestoxx wirklich kostenlos?

Die Order ist kostenlos, der Zugang nicht mehr. Im kommissionsfreien Modell zahlst du 0,00 Dollar je Order. Für das Free Services Paket weist das Preis- und Leistungsverzeichnis mit Stand 1. Juli 2026 jedoch 4,99 Euro pro Monat aus. Bei einem kostenpflichtigen Paket entfällt dieser Betrag.

Was ist der Unterschied zwischen Freestoxx und WH SelfInvest?

Freestoxx ist eine Marke der WH SelfInvest S.A. Der Unterschied liegt im Angebot: Über Freestoxx handelst du US-Aktien und Optionen, über WH SelfInvest zusätzlich CFDs, Forex und Futures. Vertragspartner und Regulierung sind identisch.

Kann ich bei Freestoxx Futures handeln?

Ja, aber über ein separates Angebot. Unter der Marke Freefutures bietet der Anbieter Zugang zu CME, CBOT, Nymex, Comex und Eurex. Abgerechnet wird über eigene Trader-Packs zu 169 oder 235 Euro pro Monat, nicht über das Aktienkonto.

Wie hoch ist der Hebel bei Freestoxx?

Im Basispaket gibt es nur eine Margintoleranz. Mit den kostenpflichtigen Paketen handelst du Intraday-Positionen mit 4:1 und Overnight-Positionen mit 2:1. Die Marginkosten liegen bei 10,99 Prozent per annum, im Full Services Paket bei 7,99 Prozent.

Gibt es Freestoxx bei TradingView oder MetaTrader?

Nein. Freestoxx lässt sich weder an TradingView noch an den MetaTrader anbinden. Auch eine API-Schnittstelle für eigene Anwendungen gibt es nicht. Du handelst ausschließlich über die hauseigene Web-Plattform oder die App.

Wie sicher sind meine Wertpapiere bei Freestoxx?

Kundengelder werden getrennt vom Firmenvermögen verwahrt. Bei einer Insolvenz greift für Wertpapiere die luxemburgische Anlegerentschädigung SIIL bis 20.000 Euro je Anleger, für Bareinlagen der FGDL bis 100.000 Euro. In den USA kommen SIPC und FDIC hinzu.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH sowie Betreiber von kagels-trading.de. Als diskretionärer Price-Action-Trader ist er seit 1980 an den Märkten aktiv und handelt Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte. In den späten 1980er-Jahren übersetzte Karsten die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre war er Joe Ross’ Repräsentant in Deutschland und übersetzte sowie veröffentlichte alle 10 Ross-Bücher. Seit 1996 ist Interactive Brokers seine primäre Handelsplattform.

Diesen Test bewertet Karsten aus der Perspektive eines aktiven Traders, der den US-Markt seit Jahrzehnten über einen Direktzugang handelt. Sämtliche Preise, Gebühren und Leistungsangaben wurden am 14. August 2026 gegen das offizielle Preis- und Leistungsverzeichnis mit Stand 1. Juli 2026 geprüft, die Bewertungen gegen die Live-Profile bei Trustpilot und im Apple App Store. Kagels Trading unterhält keine Werbepartnerschaft mit Freestoxx und ist finanziell nicht beteiligt. Mehr zur Arbeit von Karsten steht auf seiner Autorenseite.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer, technischer Analyst bei Kagels Trading, fachlich geprüft.

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