0,25 US-Dollar pro Seite bewirbt Optimus Futures für Micro-Kontrakte. Wer von Deutschland, Österreich oder der Schweiz aus handelt, landet nach den eigenen Preisbedingungen des Brokers bei 0,41 US-Dollar. Der Aufschlag für Kunden außerhalb der USA steht in einer Fußnote unter der Preistabelle.
Dieser Testbericht rechnet die Kosten deshalb so durch, wie sie für einen Trader aus dem DACH-Raum tatsächlich anfallen. Dazu kommen die Day-Trading-Margins aller wichtigen Kontrakte, die Plattformliste mit Monatspreisen, der belegte Regulierungsstatus bei der NFA und ein Punkt, den kaum jemand vor der Kontoeröffnung prüft: Optimus nimmt keine SEPA-Überweisungen an. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Optimus Futures: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Optimus Futures ist ein Introducing Broker aus Boca Raton in Florida, gegründet 2004 und bei der NFA unter der ID 0481133 registriert.
- Die Kommission liegt bei 0,25 US-Dollar pro Seite auf Micro-Kontrakten und 0,75 US-Dollar auf Standard-Kontrakten.
- Für Kunden außerhalb der USA können 0,16 beziehungsweise 0,25 US-Dollar Clearing-Gebühr pro Seite hinzukommen.
- Die Mindesteinlage beträgt 500 US-Dollar für Micro-Futures und 2.000 US-Dollar für Standard-Kontrakte.
- Die Day-Trading-Margin liegt beim Micro E-Mini S&P 500 bei 50 US-Dollar, beim großen E-Mini S&P 500 bei 500 US-Dollar.
- SEPA-Überweisungen werden nicht akzeptiert: Einzahlungen aus Europa laufen über eine MT103-SWIFT-Überweisung.
- Optimus hält keine Kundengelder: Das Geld liegt beim Clearinghaus, wählbar sind fünf FCMs.
- Bei Trustpilot stehen 4,3 von 5 aus 195 Bewertungen, bei Google 4,7 von 5 aus 203 Bewertungen.
Wer ist Optimus Futures?
Optimus Futures, LLC ist ein unabhängiger Introducing Broker aus Boca Raton in Florida, der sich auf den Handel mit Futures spezialisiert hat und Kundenorders an mehrere Clearinghäuser weiterleitet.
Der entscheidende Begriff in diesem Satz ist „Introducing Broker“. Ein Introducing Broker nimmt Orders an und betreut Kunden, er verwahrt aber kein Geld. Das übernimmt ein Futures Commission Merchant, kurz FCM, also das eigentliche Clearinghaus. Für den Leser heißt das: Das Konto läuft formal beim FCM, der Ansprechpartner ist Optimus.
Die Firma gibt es seit 2004, also seit über zwanzig Jahren. Gründer und Geschäftsführer ist Matt Zimberg. Ältere Fassungen dieses Artikels sprachen von „über 16 Jahren“. Diese Angabe stammte aus einer früheren Version und ist überholt.
Der Regulierungsstatus lässt sich in einer Minute selbst nachprüfen. Optimus Futures ist Mitglied der National Futures Association unter der NFA-ID 0481133 und bei der CFTC als Introducing Broker registriert. In der öffentlichen BASIC-Datenbank der NFA sind für die Firma keine Disziplinarmaßnahmen verzeichnet (Stand 8. September 2026).
Eine EU-Regulierung hat der Broker nicht. Wer dort handelt, ist Kunde eines US-Unternehmens unter US-Aufsicht. Eine deutsche Einlagensicherung greift nicht, und im Streitfall gilt US-Recht. Das ist bei US-Futures-Brokern der Normalfall und kein Sonderfall dieses Anbieters, gehört aber vor die Kontoeröffnung.
Was kostet der Handel bei Optimus Futures?
Die beworbene Kommission ist nur ein Teil des Preises. Optimus nennt auf der Preisseite 0,25 US-Dollar pro Seite für Micro-Kontrakte und 0,75 US-Dollar pro Seite für Standard-Kontrakte. Dazu kommen je nach Setup drei weitere Posten, und einer davon trifft ausschließlich Kunden außerhalb der USA. Die Grafik darunter zeigt, wie sich der Preis je Seite zusammensetzt.

Der Aufschlag für Nicht-US-Kunden steht in der Fußnote der Preistabelle. Dort heißt es, Kunden außerhalb der USA könnten einer zusätzlichen Clearing-Gebühr von 0,25 US-Dollar pro Seite auf Standard-Kontrakten und 0,16 US-Dollar pro Seite auf Micro-Kontrakten unterliegen. Der Broker formuliert das als Möglichkeit, nicht als Automatik. Vor der Kontoeröffnung ist das also eine Frage an den Support.
Der zweite Posten ist der Datenfeed, und er wird pro Seite abgerechnet. Rithmic und CQG kosten je 0,10 US-Dollar pro Seite, Firetip und GAIN Futures sind kostenlos, Trading Technologies liegt zwischen 0,00 und 0,30 US-Dollar, CTS zwischen 0,20 und 0,50 US-Dollar. Wer die kostenlose Hausplattform Optimus Flow nutzt, handelt über Rithmic oder CQG und zahlt damit den Zehn-Cent-Aufschlag.
Was ein Round Turn wirklich kostet
| Position je Seite | Micro (MES) | Standard (ES) |
|---|---|---|
| Kommission Optimus | 0,25 $ | 0,75 $ |
| Clearing Nicht-US-Kunden | 0,16 $ | 0,25 $ |
| Datenfeed Rithmic oder CQG | 0,10 $ | 0,10 $ |
| Summe je Seite | 0,51 $ | 1,10 $ |
| Summe je Round Turn | 1,02 $ | 2,20 $ |
Zu diesen Beträgen kommen noch Börsen- und NFA-Gebühren, die Optimus ausdrücklich als zusätzlich ausweist und die sich nach dem gehandelten Kontrakt richten. Die Tabelle zeigt also die Untergrenze, nicht den Endpreis. Aus den beworbenen 0,25 US-Dollar werden für einen deutschen Micro-Trader damit mindestens 0,51 US-Dollar pro Seite, also gut das Doppelte.
Drei Nebenkosten stehen ebenfalls im Kleingedruckten und überraschen sonst später. Die CME-Level-1-Daten sind nur dann kostenlos, wenn man mindestens zehn Trades im Monat ausführt und die Erstattung monatlich über ein Formular beantragt; sonst kostet der Feed 3 US-Dollar im Monat. Bei einem Margin Call mit Zwangsliquidation fallen 25 US-Dollar je Kontrakt bei Micro-Aktienindizes und 50 US-Dollar je Kontrakt bei allen anderen an. Und wer besonders niedrige Day-Trading-Margins wählt, kann laut Preisbedingungen höhere Kommissionen bekommen. Günstige Margin und günstige Kommission gibt es also nicht automatisch zusammen.
Welche Märkte sind handelbar?
Optimus Futures ist ein reiner Futures-Broker. Aktien, ETFs, Anleihen oder CFDs gibt es dort nicht. Der Schwerpunkt liegt auf den Börsen der CME Group, also CME, CBOT, NYMEX und COMEX. Über die Margin-Liste sind zusätzlich Kontrakte der ICE Futures U.S., der ICE Futures Europe und der Coinbase Derivatives erreichbar. Die Selbstbeschreibung des Brokers nennt nur die CME Group und bleibt damit hinter dem eigenen Angebot zurück.
Die Day-Trading-Margin ist die Zahl, die den Kapitalbedarf bestimmt. Sie gilt innerhalb der Handelssitzung, konkret von 18:00 Uhr bis 16:45 Uhr New Yorker Zeit am Folgetag. Wer eine Position darüber hinaus hält, muss die volle Initial-Margin der Börse stellen, die um ein Vielfaches höher liegt.
| Kontrakt | Symbol | Day-Trading-Margin |
|---|---|---|
| Micro E-Mini S&P 500 | MES | 50 $ |
| E-Mini S&P 500 | ES | 500 $ |
| Micro E-Mini Nasdaq-100 | MNQ | 100 $ |
| E-Mini Nasdaq-100 | NQ | 1.000 $ |
| 1-Unzen-Gold | 1OZ | 25 $ |
| Micro Gold | MGC | 125 $ |
| Gold | GC | 1.250 $ |
| Micro WTI Crude Oil | MCL | 80 $ |
| Crude Oil | CL | 800 $ |
| Euro FX | 6E | 250 $ |
| Micro Bitcoin | MBT | 100 $ |
| Micro Ether | MET | 20 $ |
Die Liste umfasst rund 67 Kontrakte, darunter auch Micro-Futures auf XRP, Solana, Chainlink und Cardano. Bei einzelnen Rohstoffen wie Kupfer, Platin, Kakao, Kaffee und Zucker gibt es keine reduzierte Day-Trading-Margin, dort gilt die volle Börsenanforderung. Wer kleine Positionen sucht, findet die Kontraktdetails im Artikel zu den Micro E-Mini S&P 500 Futures.
Der günstigste Einstieg ist der 1-Unzen-Gold-Future mit 25 US-Dollar Margin. Diese Zahl sagt allerdings nichts über das Risiko: Die Margin ist die Sicherheitsleistung, nicht der maximale Verlust. Wer mit 25 Dollar Sicherheit eine Position hält, deren Kurs sich um mehrere Prozent bewegt, verliert ein Vielfaches davon. Und ein Drawdown trifft ein kleines Konto entsprechend härter.
Welche Plattformen gibt es?
Die Angabe „über 35 Handelsplattformen“ aus älteren Fassungen dieses Artikels ist nicht haltbar. Optimus listet auf seiner Plattformseite aktuell 23 Anwendungen, und auf der eigenen Über-uns-Seite spricht der Broker selbst von „15+ Plattformen“. Wichtiger als die Zahl ist ohnehin etwas anderes: Die meisten dieser Plattformen kosten monatlich extra.
| Plattform | Preis pro Monat | Datenfeed |
|---|---|---|
| Optimus Flow, Web, Mobile | kostenlos | Rithmic, CQG |
| TradingView | kostenlos | CQG |
| MetaTrader 5 | kostenlos | GAIN Futures |
| Firetip | kostenlos | Firetip |
| R-Trader Pro | 25 $ | Rithmic |
| Sierra Chart | 26 $ | Teton |
| MotiveWave | 29 $ | Rithmic, CQG |
| ATAS | 69 € | Rithmic, CQG, CTS |
| MultiCharts | 99 $ | Rithmic, CQG |
| Bookmap | 99 $ | Rithmic, CQG, TT |
| Trade Navigator | 104 $ | Rithmic, CQG |
| Jigsaw Daytradr | 579 $ einmalig | Rithmic, CQG |
| Trading Technologies | 775 $ | TT |
Kostenlos sind damit sieben Zugänge: die drei Hausplattformen, TradingView, MetaTrader 5, Firetip und die Web-Oberfläche von StoneX. TrendSpider kostet regulär 107 US-Dollar im Monat und ist für Optimus-Kunden nach Angabe des Brokers kostenfrei. Alles andere ist eine laufende Zusatzausgabe, die in keiner Kommissionsrechnung auftaucht.
Was ist Optimus Flow?
Optimus Flow ist die kostenlose Handelsplattform von Optimus Futures für Windows, mit Orderflow-Werkzeugen, TPO-Profilen, Handelsjournal und Simulationsmodus.
Eine Angabe aus früheren Fassungen dieses Artikels war falsch und ist korrigiert. Optimus Flow ist nicht TradingView, wie es dort hieß. TradingView wird bei Optimus als separate, ebenfalls kostenlose Plattform angeboten.
Bei den Marktdaten liegt der Fall feiner, als die alte Fassung nahelegte. Der Broker selbst bietet für Optimus Flow Rithmic und CQG an und rechnet beide mit 0,10 US-Dollar je Seite ab. dxFeed führt daneben ein eigenes Datenpaket für Optimus Flow, das direkt beim Datenanbieter gebucht wird. Wer über Optimus handelt, zahlt also den Feed des Brokers, nicht automatisch dxFeed.
Neben der Desktop-Version gibt es Optimus Web und Optimus Mobile. Die mobile App für iOS und Android bringt nach Herstellerangabe über 150 Indikatoren mit und war im Bestand dieses Artikels überhaupt nicht erwähnt. Alle drei Hausplattformen sind ohne Monatsgebühr nutzbar. Wie sich das im Vergleich schlägt, zeigt unsere Übersicht der Trading-Software.
Was ist das Systems Trading?
Optimus vermittelt automatisierte Handelssysteme über die Plattform iSystems. Dort lassen sich Strategien abonnieren, die anschließend automatisch im eigenen Optimus-Konto ausgeführt werden. Aktuell stehen dort 2.135 Systeme zur Auswahl, sortierbar nach Markt, Profitfaktor, Drawdown und Kapitalbedarf.

An dieser Stelle ist eine Einordnung wichtiger als jede Zahl. Über der Systemliste steht im Screenshot oben in Großbuchstaben der Hinweis „THE FOLLOWING IS HYPOTHETICAL MODEL ACCOUNT PERFORMANCE“. Die angezeigten Gewinne, Trefferquoten und Profitfaktoren sind also hypothetische Modellrechnungen, keine Ergebnisse echter Konten. Ältere Fassungen dieses Artikels haben diese Kennzahlen als Erfolgsbeleg dargestellt und geschrieben, man könne damit „passiv Geld verdienen“. Beides war so nicht haltbar und ist gestrichen.
Zwei früher genannte Partner sind auf den Seiten des Brokers nicht mehr auffindbar. Striker Securities und Collective2 kommen dort aktuell nicht mehr vor, verlinkt ist ausschließlich iSystems. Wer ein System über einen dieser Anbieter sucht, sollte vorher beim Support nachfragen.
Ein automatisiertes System nimmt dem Trader die Ausführung ab, nicht das Risiko. Wer Kennzahlen aus einem Backtest liest, sieht die Vergangenheit einer optimierten Kurve. Wie eine Strategie in einer Marktphase abschneidet, die es im Testzeitraum nicht gab, sagt keine dieser Zahlen. Ausführlicher steht das im Algo Camp.
Kontoeröffnung, Mindesteinlage und Einzahlung aus Europa
Optimus nimmt ausdrücklich Kunden außerhalb der USA an. Im Support-Center schreibt der Broker, man betreue Kontoinhaber in vielen Ländern, ausdrücklich genannt sind Kanada und europäische Staaten. Gleichzeitig behält er sich vor, Kunden aus Ländern abzulehnen, die nach US-Recht beschränkt sind.
Die Mindesteinlage hängt vom gehandelten Kontrakt ab. Für Micro-Futures sind es 500 US-Dollar, für E-Minis und Standard-Kontrakte 2.000 US-Dollar. Die Kontoseite nennt nur die 500 Dollar, die genauere Angabe steht im Support-Center. Wie viel davon eine einzelne Position bindet, hängt an der Day-Trading-Margin des jeweiligen Kontrakts.
Der SEPA-Haken
Wer aus dem Euroraum einzahlen will, stößt auf eine Hürde, die kaum ein Testbericht erwähnt. Optimus Futures schreibt in seinem Support-Center wörtlich, man unterstütze keine europäischen Banken mit SEPA-Überweisung. Begründung: SEPA-Zahlungen erfüllten nicht alle Geldwäsche-Vorgaben für Futures-Konten und würden zurückgesendet.
Die Alternative ist eine MT103-Überweisung. Dabei handelt es sich um eine standardisierte SWIFT-Nachricht für internationale Zahlungen. In der Praxis bedeutet das: eine Auslandsüberweisung mit Gebühren der eigenen Bank, mit Währungsumrechnung in US-Dollar und mit einer Laufzeit von mehreren Tagen. Wer regelmäßig ein- und auszahlt, sollte diese Kosten in die Rechnung nehmen: Bei einem Konto von 500 oder 2.000 Dollar fallen sie prozentual deutlich ins Gewicht.
Andere Währungen sind möglich. Auf Anfrage nimmt der Broker nach eigener Angabe Überweisungen in anderen Währungen entgegen; die Anweisungen dazu gibt es beim Support.
Beim Clearinghaus hat man die Wahl. Optimus arbeitet mit fünf FCMs zusammen: Ironbeam, ADMIS, StoneX (GAIN Capital), Phillip Capital und Wedbush. Voreingestellt ist Ironbeam, und die beworbenen Kommissionen gelten laut Preisbedingungen für Kunden, die über Ironbeam clearen. Jedes Clearinghaus hat eine eigene Gebührenordnung für Kontoführung und Auszahlungen. Sie gehört vor der Wahl gelesen.
Gibt es einen Ausbildungsbereich?
Optimus betreibt ein eigenes Learn Center mit Videobibliothek, Blog, Podcast und einer Community. Behandelt werden Grundlagen des Futures-Handels, Kontraktspezifikationen, Margin-Mechanik und der Umgang mit den Plattformen. Dazu kommen Release Notes zu Optimus Flow und ein Support-Center mit Anleitungen zu jeder angebundenen Software.

Für die DACH-Zielgruppe hat das eine klare Grenze: Alles ist auf Englisch. Es gibt keine deutschsprachigen Materialien, keinen deutschen Support und keine deutsche Oberfläche. Wer Fachbegriffe wie „maintenance margin“ oder „liquidation fee“ nicht sicher liest, sollte das vor der Kontoeröffnung berücksichtigen. Bei Margin-Themen entscheidet das Verständnis über echtes Geld.
Das Material ist Produktschulung, keine Handelsausbildung. Es erklärt gut, wie man bei diesem Broker handelt. Eine Strategie oder ein Risikokonzept vermittelt es nicht. Wer dort einsteigt, findet die Grundlagen des Terminhandels ausführlicher in unserem Futures-Ratgeber.
Support und Erfahrungen mit Optimus Futures
Der Support ist per Telefon, E-Mail und Chat erreichbar, nach Angabe des Brokers rund um die Uhr über einen Trade Desk. Die Geschäftszeiten der Zentrale in Boca Raton liegen bei 7:00 bis 18:00 Uhr Ortszeit, also 13:00 bis 24:00 Uhr deutscher Zeit im Winterhalbjahr.
Bei den Bewertungen lohnt der Blick auf zwei Quellen statt einer. Bei Trustpilot steht der Broker bei 4,3 von 5 Punkten aus 195 Bewertungen, bei Google bei 4,7 von 5 aus 203 Bewertungen (Stand 8. September 2026). Die Trustpilot-Verteilung liegt bei 79 Prozent fünf Sternen und 6 Prozent einem Stern.
Zwei Einschränkungen gehören zu diesen Zahlen dazu. Optimus hat das Trustpilot-Profil im März 2023 beansprucht und unterhält dort ein kostenpflichtiges Abonnement. Das erlaubt es, Kunden aktiv zur Bewertung einzuladen. Das ist zulässig und branchenüblich, erklärt aber, warum solche Profile überdurchschnittlich ausfallen. Trustpilot selbst weist zudem darauf hin, Bewertungen nicht auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen.
Gelobt werden in den Bewertungen vor allem der persönliche Kontakt und die Erreichbarkeit des Trade Desks. Kritik betrifft überwiegend Gebühren, die Kunden nicht erwartet hatten, sowie Verzögerungen bei Auszahlungen. Beides deckt sich mit dem, was die Preisbedingungen im Kleingedruckten ohnehin ausweisen.
Vorteile und Nachteile von Optimus Futures
Nach der Prüfung aller Konditionen lässt sich das Angebot recht klar einordnen. Die folgenden Punkte beziehen sich ausdrücklich auf die Sicht eines Traders aus dem deutschsprachigen Raum.
Das spricht für Optimus Futures
- Niedrige Day-Trading-Margins, beim Micro E-Mini S&P 500 ab 50 US-Dollar
- Drei hauseigene Plattformen ohne Monatsgebühr, dazu TradingView und MetaTrader 5 kostenlos
- Freie Wahl zwischen fünf Clearinghäusern statt einer festen Bindung
- Seit 2004 am Markt, NFA-registriert und ohne verzeichnete Disziplinarmaßnahmen
- Niedrige Einstiegshürde mit 500 US-Dollar Mindesteinlage für Micro-Kontrakte
- Große Kontraktauswahl inklusive Krypto-Futures auf XRP, Solana und Cardano
Das spricht dagegen
- Zusätzliche Clearing-Gebühr für Kunden außerhalb der USA, nur in einer Fußnote ausgewiesen
- Keine SEPA-Einzahlung, stattdessen kostenpflichtige MT103-Auslandsüberweisung
- Keine EU-Regulierung und keine deutsche Einlagensicherung
- Website, Support und Lernmaterial ausschließlich auf Englisch
- Drittanbieter-Plattformen kosten extra, je nach Software 25 bis 775 US-Dollar im Monat
- Datenfeed wird pro Seite zusätzlich berechnet, bei Rithmic und CQG je 0,10 US-Dollar
- Liquidationsgebühr bei einem Margin Call, 25 bis 50 US-Dollar je Kontrakt
Fazit zu Optimus Futures
Optimus Futures ist ein solider, seit über zwanzig Jahren registrierter US-Futures-Broker mit ungewöhnlich niedrigen Day-Trading-Margins und einer kostenlosen Plattform ohne Monatsgebühr. Für aktive Futures-Trader, die den US-Markt handeln und mit englischsprachigen Oberflächen zurechtkommen, ist das ein ernstzunehmendes Angebot.
Der Haken liegt nicht in der Qualität, sondern in den Reibungsverlusten für europäische Kunden. Die zusätzliche Clearing-Gebühr verdoppelt die beworbene Micro-Kommission praktisch, und die fehlende SEPA-Anbindung macht jede Ein- und Auszahlung zu einer Auslandsüberweisung. Wer selten und in großen Beträgen bewegt, kann das verschmerzen. Wer ein kleines Konto führt und regelmäßig nachlegt, zahlt spürbar drauf.
Für wen sich der Broker rechnet, lässt sich damit ziemlich genau sagen. Er passt zu aktiven Daytradern mit US-Futures-Fokus, die Wert auf niedrige Margins und freie Plattformwahl legen. Er passt nicht zu Einsteigern, die eine deutschsprachige Betreuung erwarten, und nicht zu Anlegern, die neben Futures auch Aktien oder ETFs handeln wollen. Das gibt es dort schlicht nicht. Ein direkter Vergleich mit AMP Futures lohnt sich, weil beide dasselbe Segment bedienen.
Häufige Fragen zu Optimus Futures
Ist Optimus Futures seriös?
Optimus Futures, LLC ist seit 2004 am Markt, bei der National Futures Association unter der ID 0481133 registriert und bei der CFTC als Introducing Broker geführt. In der öffentlichen BASIC-Datenbank der NFA sind keine Disziplinarmaßnahmen verzeichnet (Stand 8. September 2026). Eine EU-Regulierung besteht nicht.
Kann ich als Deutscher ein Konto bei Optimus Futures eröffnen?
Ja. Der Broker nimmt nach eigener Angabe Kunden aus europäischen Ländern an. Die Einzahlung ist allerdings nicht per SEPA möglich, sondern nur per MT103-SWIFT-Überweisung.
Wie hoch sind die Gebühren bei Optimus Futures?
Die Kommission beträgt 0,25 US-Dollar pro Seite auf Micro-Kontrakten und 0,75 US-Dollar auf Standard-Kontrakten. Für Kunden außerhalb der USA können 0,16 beziehungsweise 0,25 US-Dollar Clearing-Gebühr pro Seite hinzukommen, dazu Datenfeed-, Börsen- und NFA-Gebühren.
Wie viel Geld brauche ich für ein Konto bei Optimus Futures?
Die Mindesteinlage beträgt 500 US-Dollar für Micro-Futures und 2.000 US-Dollar für E-Minis und Standard-Kontrakte.
Was kostet die Handelsplattform Optimus Flow?
Optimus Flow ist kostenlos, ebenso die Web- und die Mobilversion. Der zugehörige Datenfeed von Rithmic oder CQG wird mit 0,10 US-Dollar pro Seite abgerechnet.
Welche Märkte kann ich bei Optimus Futures handeln?
Ausschließlich Futures, schwerpunktmäßig an CME, CBOT, NYMEX und COMEX. Über die Margin-Liste sind zusätzlich Kontrakte der ICE Futures U.S., der ICE Futures Europe und der Coinbase Derivatives erreichbar. Aktien, ETFs und CFDs bietet der Broker nicht an.
Wie sicher ist mein Geld bei Optimus Futures?
Optimus ist Introducing Broker und verwahrt selbst keine Kundengelder. Das Geld liegt beim gewählten Clearinghaus und wird dort nach Regel 1.25 der CFTC getrennt vom Firmenvermögen gehalten. Eine deutsche oder europäische Einlagensicherung greift nicht.
Über den Autor: Karsten Kagels
Ich handle seit 1980 an den Börsen und bin Gründer der Kagels Trading GmbH. Als diskretionärer Price-Action-Trader handle ich vor allem Futures und Devisen. Bis heute gebe ich eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Für diesen Testbericht habe ich sämtliche Konditionen an den Primärquellen geprüft. Dazu gehörten die Preis- und Margin-Seiten von Optimus Futures, das Support-Center des Brokers sowie die BASIC-Datenbank der National Futures Association. Alle Angaben haben den Stand 8. September 2026.
Bei US-Brokern schaue ich zuerst auf das Kleingedruckte unter der Preistabelle. Genau dort steht in diesem Fall der Posten, der den beworbenen Preis für europäische Kunden praktisch verdoppelt. Wer nur die große Zahl auf der Preisseite liest, rechnet mit der falschen Grundlage.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.











