GeVestor Erfahrungen 2026 — Wie seriös sind die Börsenbriefe wirklich?

Zuletzt aktualisiert: 01. Mai 2026

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8 Min

GeVestor gehört zu den bekanntesten Anbietern von Börsenbriefen und Finanzpublikationen im deutschsprachigen Raum. Das Angebot umfasst kostenpflichtige Trading-Dienste wie den 30-Prozent-Trader von Michael Sturm, den Optionen-Profi von Dr. Gregor Bauer und zahlreiche weitere Börsenbriefe — gleichzeitig gibt es immer wieder kritische Stimmen zu den Werbemethoden und der Preisgestaltung.

Der Name GeVestor taucht in den letzten Jahren nicht nur in Finanzforen auf, sondern auch in Warnungen von Verbraucherzentralen und einem Handelsblatt-Bericht über eine Klage wegen irreführender Werbung. In diesem Erfahrungsbericht untersuche ich, was hinter dem Anbieter steckt — und ob die Börsenbriefe für aktive Trader und Anleger eine seriöse Option sind.

Grundlage dieses Artikels sind meine Auswertung der öffentlich zugänglichen Produkt- und Preisinformationen auf gevestor.de, Nutzerbewertungen auf Trustpilot, Berichte der Verbraucherzentralen Hessen und Baden-Württemberg sowie Medienberichte. Wie wir bei kagels-trading.de arbeiten, erfährst du in unseren redaktionellen Richtlinien.

GeVestor vorgestellt in 30 Sekunden

  • GeVestor Financial Publishing Group ist ein Unternehmensbereich der VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG mit Sitz in Bonn (Theodor-Heuss-Straße 2-4, 53177 Bonn)
  • Über 20 Börsenbriefe zu Themen wie Aktien, Derivate, Rohstoffe, Optionen und Immobilien — dazu Finanzbücher und Immobilienbriefe
  • Wochenpreise der Börsendienste liegen zwischen 28,80 € und 47,80 € pro Woche — Abrechnung quartalsweise, Mindestvertragslaufzeit laut AGB 2 Jahre
  • Trustpilot-Bewertung: 4,6 von 5 Sternen bei rund 470 Bewertungen — gleichzeitig kritisieren Verbraucherzentralen aggressive Werbemethoden und intransparente Abomodelle
  • Vorstand: Richard Rentrop; inhaltlich verantwortlich: David Gerginov

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Was ist GeVestor?

Die GeVestor Financial Publishing Group ist ein Unternehmensbereich der VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG mit Sitz in Bonn, der seit über 25 Jahren Börsenbriefe, Finanznewsletter und digitale Börsendienste für Privatanleger herausgibt.

GeVestor ist dabei kein eigenständiger Verlag, sondern eine Marke innerhalb der Rentrop-Verlagsgruppe. Die Muttergesellschaft VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG wurde 1975 von Norman Rentrop gegründet und wird seit 2017 von dessen Sohn Richard Rentrop als Vorstand geführt. Zur selben Verlagsgruppe gehört auch der Investor Verlag (FID Verlag GmbH) — was regelmäßig zu Verwechslungen bei Nutzern führt.

GeVestor Unternehmensstruktur — Rentrop-Verlagsgruppe mit VNR AG, FID Verlag, GeVestor und Investor Verlag
GeVestor und Investor Verlag gehören zur selben Verlagsgruppe

Das Produktportfolio auf gevestor.de gliedert sich in drei Bereiche: Börsenbriefe (das Kerngeschäft mit über 20 kostenpflichtigen Diensten), Finanzbücher (Print-Ratgeber) und Immobilienbriefe. Hinter den Publikationen steht laut Eigenaussage ein Netzwerk von über 50 Finanz-Experten. GeVestor positioniert sich selbst als unabhängig und „ausschließlich dem Kunden verpflichtet” — eine Behauptung, die angesichts der aggressiven Marketingpraktiken von Verbraucherschützern und Nutzern regelmäßig hinterfragt wird.

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GeVestor Börsendienste im Überblick

GeVestor bietet eine Vielzahl an Börsendiensten an, die von verschiedenen Experten betreut werden. Die bekanntesten Dienste stelle ich hier vor.

Michael Sturm — 30-Prozent-Trader

Der „30-Prozent-Trader” ist ein Börsendienst für den Handel mit Derivaten unter der Leitung von Michael Sturm. Laut Anbieter zielt die Strategie darauf ab, mit jedem Trade eine Rendite von mindestens 30 % zu erreichen — unabhängig von der allgemeinen Marktrichtung.

GeVestor 30-Prozent-Trader Börsendienst von Michael Sturm — Übersichtsseite
Michael Sturm – 30 Sekunden Trader

Laut Produktbeschreibung empfiehlt Sturm circa 30 bis 40 Trades pro Jahr, vorwiegend mit Optionsscheinen und Spezialzertifikaten. Die durchschnittliche Haltedauer liegt zwischen 3 und 9 Monaten. Der Dienst richtet sich laut Anbieter sowohl an erfahrene Trader als auch an Einsteiger und bietet Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Zusätzlich steht eine „One Click Trading App” für Apple und Android zur Verfügung, über die Trades direkt an den eigenen Broker weitergeleitet werden können.

Die Kosten für den 30-Prozent-Trader betragen 28,80 € pro Woche (Bruttopreis laut Anbieter).

Dr. Gregor Bauer — Der Optionen-Profi

„Der Optionen-Profi” ist ein Börsendienst unter der Leitung von Dr. Gregor Bauer, einem selbstständigen Portfolio-Manager für Firmen und Privatkunden. Laut Anbieter kombiniert Bauer fundamentale und technische Analyse in seinen Handelsstrategien für den Optionshandel.

GeVestor Optionen-Profi Börsendienst von Dr. Gregor Bauer — Übersichtsseite
Der Optionen-Profi von Dr. Gregor Bauer

Der Dienst umfasst wöchentliche Kauf- und Verkaufsempfehlungen, exklusive Webinare und einen Eilmitteilungs-Service per E-Mail und SMS. Die Basiswerte umfassen Aktien, Indizes, Rohstoffe und Währungen. Die Kosten betragen 47,80 € pro Woche (Bruttopreis laut Anbieter).

Maximilian Ritter — Der Rohstoff-Anleger

Der „Rohstoff-Anleger” wird von Maximilian Ritter herausgegeben und konzentriert sich auf Investitionen in Rohstoffaktien. Laut Anbieter hat Ritter das „Aktien-Timing-System” entwickelt, das auf einer verfeinerten CANSLIM-Methode basiert.

GeVestor Rohstoff-Anleger Börsendienst von Maximilian Ritter — Übersichtsseite
Rohstoff-Anleger von Maximillian Ritter

Das Angebot umfasst wöchentliche Ausgaben mit Analysen zu Rohstoffmärkten und konkreten Handelsempfehlungen. Die Kosten betragen 28,80 € pro Woche (Bruttopreis laut Anbieter).

Weitere Börsendienste

Neben den drei genannten Diensten bietet GeVestor unter anderem den 5-Minuten-Trader (ebenfalls von Michael Sturm), den Ranglisten Investor, den Innovation Investor, den Robo-Invest-Dienst sowie Dr. Siegerts Premium-Depot und Dr. Siegerts Dividenden-Dossier an. Im Shop sind insgesamt über 20 verschiedene Börsenbriefe gelistet.

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Was kostet GeVestor?

Die Preise der GeVestor-Börsendienste variieren je nach Produkt. Alle Dienste werden im Abo-Modell mit wöchentlicher Preisangabe vertrieben, die Abrechnung erfolgt jedoch quartalsweise.

BörsendienstWochenpreis (brutto)Quartalskosten (ca.)
30-Prozent-Trader28,80 €~375 €
5-Minuten-Trader28,80 €~375 €
Der Optionen-Profi47,80 €~622 €
Rohstoff-Anleger28,80 €~375 €

Darüber hinaus gibt es Premium-Pakete wie den „Schnellkurs zum Millionen-Trader”, der laut Bestellseite einen regulären Preis von 9.998 € hat — beworben wird er jedoch typischerweise mit 30–40 % „Rabatt” für „exklusive Premium-Leser”.

Wichtig zu wissen: Die Mindestvertragslaufzeit beträgt laut AGB 2 Jahre. Abonnements können mit einer Frist von einem Monat zum Laufzeitende gekündigt werden. Bei einem Wochenpreis von 28,80 € ergeben sich somit Gesamtkosten von rund 2.995 € über die Mindestlaufzeit — das sollte man sich vor Abschluss bewusst machen.

GeVestor Kosten Übersicht — Wochenpreise und Gesamtkosten der Börsenbriefe über 2 Jahre Mindestlaufzeit
Was die GeVestor Börsenbriefe über 2 Jahre Mindestlaufzeit wirklich kosten

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Wie läuft die Bestellung bei GeVestor ab?

Die Bestellung eines GeVestor-Börsendienstes erfolgt über den Online-Shop auf gevestor.de. Nach der Produktauswahl werden persönliche Daten und Zahlungsinformationen abgefragt.

GeVestor Shop Produktübersicht mit Börsenbriefen und Finanzbüchern
GeVestor Verlag – Onlineshop

Der Bestellvorgang ist allerdings nicht immer transparent. Beim 30-Prozent-Trader etwa ist der Gesamtpreis und die Laufzeit des Abonnements nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Während des Bestellprozesses stellen sich mehrere Fragen:

  • Kosten während der Testphase: Wird für die beworbenen 90 Tage bereits der Wochenpreis berechnet, oder ist die Testphase tatsächlich kostenlos?
  • Automatische Verlängerung: Wird das Abo nach der Testphase automatisch in ein Jahresabo umgewandelt?
  • Kündigungsfrist: Wie lange vor Ablauf der Testphase muss gekündigt werden, um Folgekosten zu vermeiden?
GeVestor Bestellprozess Screenshot mit Preisangaben und Zahlungsoptionen
GeVestor Bestellung — der Preis ist nicht sofort erkennbar

Die Zahlungsarten umfassen Kreditkarte (Visa/Mastercard), PayPal und Sofortüberweisung. Nach Bestätigung erhält man Zugangsdaten per E-Mail oder einen Download-Link für digitale Produkte.

Ist GeVestor seriös?

Die Frage, ob GeVestor seriös ist, beschäftigt viele Anleger — sie gehört zu den am häufigsten gestellten Fragen rund um den Anbieter.

Verbraucherzentrale-Kritik

Die Verbraucherzentrale Hessen hat den VNR Verlag — die Muttergesellschaft von GeVestor — bereits 2018 abgemahnt. Der Verlag unterzeichnete eine Unterlassungserklärung, in der er sich verpflichtete, irreführende Werbung mit Preisvorteilen und „Geldgeschenken” zu unterlassen.

Noch gravierender: Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat im Jahr 2025 den FID Verlag — ein Schwesterunternehmen von GeVestor innerhalb der Rentrop-Verlagsgruppe — wegen irreführender Werbung in GeVestor-Börsennewslettern verklagt. Das Handelsblatt berichtete über das Muster: Nutzer erhalten per E-Mail Nachrichten mit Betreffzeilen wie „Ihre allerletzte Chance auf die AI-Million!”, die auf Bestellseiten für teure Börsenbriefe weiterleiten.

Trustpilot-Bewertungen

Auf Trustpilot hat GeVestor einen TrustScore von 4,6 von 5 Sternen bei rund 470 Bewertungen (Stand April 2026). Die Verteilung zeigt: 72 % vergeben 5 Sterne, 22 % geben 4 Sterne — aber 3 % der Bewertungen sind 1-Stern-Bewertungen. GeVestor antwortet laut Trustpilot auf 100 % der negativen Bewertungen.

GeVestor Trustpilot Bewertung mit Kritik an Abo-Falle und Bestellprozess
Bewertung auf Trustpilot des GeVestor Verlags

Ein Kunde beschreibt eine „Abo-Falle”: Nach einem langen Video erscheint eine Seite mit dem Versprechen einer 90-tägigen kostenlosen Testphase. Allerdings ist eine Zahlungsangabe erforderlich, und es erfolgt eine Vorauszahlung für ein Quartal. Der Kundenservice habe nach zwei Tagen geantwortet, dass eine Kündigung nötig sei, um eine Rückerstattung zu erhalten.

GeVestor Trustpilot Bewertung mit Kritik an überteuerten und unseriösen Angeboten
Negative Bewertung zu den Angeboten von GeVestor

Eine weitere Bewertung kritisiert die Angebote als unseriös und überteuert. Der Verfasser berichtet, dass telefonische Besprechungstermine nur einmal pro Woche möglich seien und er nie teilnehmen konnte. Trotz des „One Click Trading” sei weiterhin manuelle Arbeit erforderlich — die Trades liefen nicht, wie suggeriert, automatisiert ab.

Hinweis: Auf dem Bewertungsportal Trustpilot wurde unter anderem bemängelt, dass es Kunden erschwert werde, ihr Abonnement beim Investor Verlag zu kündigen. Der Investor Verlag gehört zur selben Verlagsgruppe wie GeVestor — mehr dazu im Abschnitt weiter unten.

Auch der Schwesterverlag, der Investor Verlag, steht mit seinen Börsendiensten regelmäßig in der Diskussion — von der Qualität der Empfehlungen bis zu den Kündigungsprozessen.

Michael Sturm — kritische Stimmen

Zu Michael Sturm und seinen Börsendiensten gibt es geteilte Meinungen. Einige Online-Beiträge hinterfragen die Seriosität seiner Trading-Webinare. Ein YouTube-Video mit dem Titel „Das unseriöseste Trading-Webinar aller Zeiten?” analysiert kritisch ein Webinar des GeVestor Verlags:

Auf dem Portal depotstudent.de berichtet ein Nutzer, er habe als Abonnent des 30-Prozent-Traders sein investiertes Kapital (5-stelliger Betrag) verloren. Der Kundenservice sei schwer erreichbar gewesen — die telefonische Sprechstunde finde nur einmal pro Woche statt (freitags, ca. 30 Minuten), und Rückrufe seien ausgeblieben.

Einordnung

GeVestor ist ein legal operierendes Unternehmen mit nachvollziehbarer Firmenstruktur (VNR AG, HRB 8165, AG Bonn) und beantwortet negative Bewertungen proaktiv. Die wiederkehrenden Kritikpunkte — intransparente Preise, aggressive E-Mail-Werbung und lange Vertragslaufzeiten — sollten aber vor einem Abschluss sorgfältig abgewogen werden.

peter zöller

GeVestor und Investor Verlag — Was ist der Unterschied?

Der Investor Verlag (FID Verlag GmbH) und GeVestor (VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG) sind Schwesterunternehmen innerhalb der Rentrop-Verlagsgruppe mit Sitz in Bonn.

Beide Marken teilen dieselbe Adresse (Theodor-Heuss-Straße 2-4), und die Verknüpfung geht bis in den operativen Betrieb: Auf der GeVestor-Website verlinkt die Navigation unter „Unsere Experten” direkt auf investor-verlag.de. Auf Trustpilot antworten GeVestor-Mitarbeiter teilweise mit der E-Mail-Adresse dialog@investor-verlag.de. Das führt dazu, dass Nutzer die beiden Marken häufig verwechseln.

Der wesentliche Unterschied: GeVestor konzentriert sich auf Börsenbriefe und Trading-Dienste (Derivate, Optionen, Aktien), während der Investor Verlag stärker auf konservative Anlagestrategien und Vermögensschutz ausgerichtet ist. Einen ausführlichen Erfahrungsbericht zum Investor Verlag findest du in unserem separaten Artikel.

GeVestor kündigen

Die Kündigung eines GeVestor-Abonnements ist auf mehreren Wegen möglich:

  • Telefonisch: unter 0228 9550-174 (Kundendienst)
  • Per E-Mail: an kundenservice@gevestor.de
  • Postalisch: an VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, Theodor-Heuss-Straße 2-4, 53177 Bonn
  • Per WhatsApp oder Fax
  • Online: über den Customer Self Service oder das Kündigungsformular auf der Website

Wichtig: Die Mindestvertragslaufzeit beträgt 2 Jahre. Abonnements können mit einer Frist von einem Monat zum Ende der Laufzeit gekündigt werden. Wer die Frist verpasst, zahlt für ein weiteres Jahr weiter.

Für wen eignet sich GeVestor?

GeVestor richtet sich an Privatanleger, die bereit sind, für kuratierte Handelsempfehlungen zu zahlen — und die sich bewusst sind, dass Börsenbriefe keine Gewinngarantie bieten. Die Dienste setzen unterschiedlich viel Vorwissen voraus: Während der 30-Prozent-Trader auch Einsteiger ansprechen will, erfordert der Optionen-Profi zumindest Grundkenntnisse im Optionshandel.

Aus meiner Perspektive als diskretionärer Trader seit 1978 ist entscheidend, was ein Börsendienst konkret liefert. Es gibt Anbieter mit klaren Handelsempfehlungen, nachvollziehbaren Strategien und transparenter Erfolgsbilanz. Bei GeVestor fehlt mir genau diese Transparenz: Die Werbung verspricht hohe Renditen, aber eine unabhängig überprüfbare Track-Record-Dokumentation sucht man vergeblich. Wer für einen Börsendienst bezahlt, sollte vorher wissen, welche reale Performance dahintersteht — nicht nur, welche Rendite „angestrebt” wird.

Die Preise von GeVestor sind im Vergleich zu anderen Börsendiensten im oberen Bereich angesiedelt. Bei einer Mindestvertragslaufzeit von 2 Jahren und Wochenpreisen ab 28,80 € summieren sich die Kosten schnell auf mehrere tausend Euro. Wer dieses Budget hat und bewusst in Handelsempfehlungen investieren möchte, sollte zumindest die Testphase nutzen und genau prüfen, ob die Empfehlungen zur eigenen Strategie passen.

Fazit: Meine Einschätzung zu GeVestor

GeVestor ist ein etablierter Anbieter mit einer langen Unternehmensgeschichte — die Verlagsgruppe existiert seit den 1970er-Jahren. Das Produktportfolio ist breit, die Trustpilot-Bewertungen sind mit 4,6 von 5 Sternen überwiegend positiv, und der Kundenservice antwortet auf negative Bewertungen.

Gleichzeitig gibt es gewichtige Kritikpunkte, die ich nicht ignorieren kann: Die Werbemethoden mit reißerischen Gewinnversprechen („500 Euro in 1,27 Millionen verwandeln”) sind für einen seriösen Finanzverlag unangemessen. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat 2025 deswegen sogar geklagt. Die Preisgestaltung mit Wochenpreisen, die über eine 2-Jahres-Mindestlaufzeit schnell in den vierstelligen Bereich gehen, ist intransparent. Und die telefonische Erreichbarkeit des Kundenservice wird von mehreren Nutzern als unzureichend beschrieben.

Meine Empfehlung: Wer sich für einen GeVestor-Börsendienst interessiert, sollte die Testphase konsequent nutzen und rechtzeitig vor Ablauf entscheiden, ob der Dienst den persönlichen Erwartungen entspricht. Die Kündigungsfristen sollten sofort nach Abschluss im Kalender notiert werden. Und grundsätzlich gilt: Kein Börsenbrief — egal von welchem Anbieter — ersetzt eigenes Wissen und eine durchdachte Handelsstrategie.

Häufige Fragen zu Gevestor

Was ist GeVestor?

GeVestor (offiziell: GeVestor Financial Publishing Group) ist ein Unternehmensbereich der VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG mit Sitz in Bonn. GeVestor gibt seit über 25 Jahren Börsenbriefe, Finanznewsletter und digitale Börsendienste für Privatanleger heraus.

Was kostet ein GeVestor-Börsenbrief?

Die Wochenpreise liegen je nach Dienst zwischen 28,80 € und 47,80 € (Bruttopreis laut Anbieter). Die Abrechnung erfolgt quartalsweise. Bei einer Mindestvertragslaufzeit von 2 Jahren ergeben sich Gesamtkosten von mehreren tausend Euro.

Ist GeVestor seriös?

GeVestor ist ein legal operierendes Unternehmen mit nachvollziehbarer Firmenstruktur. Gleichzeitig gibt es Kritik von Verbraucherzentralen wegen aggressiver Werbemethoden und intransparenter Abomodelle. Der TrustScore auf Trustpilot liegt bei 4,6 von 5 Sternen.

Wie kann ich GeVestor kündigen?

Die Kündigung kann telefonisch, per E-Mail, postalisch, per WhatsApp, Fax oder online über das Kündigungsformular erfolgen. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt 2 Jahre, die Kündigungsfrist einen Monat zum Laufzeitende.

Was ist der Unterschied zwischen GeVestor und dem Investor Verlag?

Beide sind Schwesterunternehmen innerhalb der Rentrop-Verlagsgruppe mit Sitz in Bonn. GeVestor fokussiert sich auf Börsenbriefe und Trading-Dienste, der Investor Verlag auf konservativere Anlagestrategien.

Wer steckt hinter GeVestor?

GeVestor ist ein Unternehmensbereich der VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG (HRB 8165, AG Bonn). Der Vorstand ist Richard Rentrop, Sohn des Verlagsgründers Norman Rentrop. Inhaltlich verantwortlich ist David Gerginov.

Gibt es eine kostenlose Testphase bei GeVestor?

Laut Anbieter bieten einige Börsendienste eine kostenlose Testphase von 30 bis 90 Tagen an. Allerdings berichten Nutzer auf Trustpilot, dass trotz der beworbenen „kostenlosen” Testphase Zahlungsdaten abgefragt und teilweise Vorauszahlungen eingezogen werden.

Über den Autor

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer von Kagels Trading GmbH und handelt seit 1978 aktiv an den Finanzmärkten. Als diskretionärer Price-Action-Trader ist er auf Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte spezialisiert.

In den späten 1980er-Jahren übersetzte Karsten Robert Prechters Elliott-Wave-Literatur ins Deutsche. Anschließend war er über 17 Jahre als Repräsentant von Joe Ross in Deutschland tätig und übersetzte alle 10 Ross-Bücher zur Veröffentlichung im deutschsprachigen Raum.

Für diesen Artikel hat Karsten die öffentlich zugänglichen Informationen zu GeVestor ausgewertet und die Ergebnisse aus seiner Perspektive als langjähriger Trader eingeordnet. Er selbst ist kein Nutzer von GeVestor-Produkten.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.