Ein Aktienscreener ist ein Filter über den gesamten Markt. Du gibst Bedingungen vor, etwa ein Kurs-Gewinn-Verhältnis unter 15 und einen Kurs über dem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage, und bekommst die Aktien zurück, die beides erfüllen. ChartMill aus Belgien macht das seit über 15 Jahren und verbindet dabei zwei Welten, die sonst getrennt laufen: Charttechnik und Unternehmenskennzahlen.
Dieser Bericht sagt, was der Dienst kann, was er kostet und für wen er sich nicht eignet. Wir haben die Plattform am 3. September 2026 selbst geöffnet, die Preise auf der Bestellseite nachgelesen und die Nutzerbewertungen ausgezählt, statt sie zu zitieren. Ein Punkt vorweg, weil er über die Eignung entscheidet: Die Kursdaten sind auch im bezahlten Abo 15 Minuten verzögert. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
ChartMill: das Wichtigste in 30 Sekunden
- ChartMill ist ein Aktienscreener mit Analysefunktionen. Der Anbieter sitzt in Belgien und deckt Nordamerika und Europa ab, deutsche Börsenplätze eingeschlossen.
- Ein Basiszugang ist kostenlos, verlangt aber eine Anmeldung. ChartMill schreibt dazu, die Registrierung sei gratis, brauche keine Zahlungsdaten und werde nie automatisch zu einem Abo.
- Das Abo kostet 22,50 Euro im Monat bei jährlicher Zahlung. Der Jahrespreis liegt bei 269,97 Euro, monatlich sind es 29,97 Euro, der erste Monat kostet 12,97 Euro.
- Die Kursdaten sind 15 Minuten verzögert, auch im Abo. Das steht so auf der Bestellseite. Für Daytrading ist die Plattform damit nicht geeignet, für Swingtrading und langfristige Auswahl spielt es keine Rolle.
- Die Stärke ist die Verbindung beider Analysearten. Technische und fundamentale Filter lassen sich in einer Abfrage kombinieren, was viele kostenlose Screener nicht können.
- Die Bewertungslage ist dünn. Bei Trustpilot stehen sieben Bewertungen mit einem Schnitt von 3,4 von 5. Daraus lässt sich kein Urteil ableiten, weder ein gutes noch ein schlechtes.
Was ist ChartMill?
ChartMill ist eine Webanwendung für die Aktienauswahl. Sie läuft im Browser, es gibt nichts zu installieren. Der Kern ist ein Screener, also ein Filter über den gesamten Markt. Dazu kommen Charts, automatisch erzeugte Analyseberichte je Aktie, Watchlists und Alarme. Betrieben wird der Dienst von einem belgischen Anbieter, der nach eigenen Angaben seit über 15 Jahren am Markt ist und 300.000 Nutzer zählt.
Der Unterschied zu den meisten Screenern liegt in der Kombination. Die gängigen kostenlosen Werkzeuge filtern entweder nach Kennzahlen wie Gewinnwachstum und Verschuldung oder nach Chartsignalen wie Ausbrüchen und Trendstärke. ChartMill lässt beides in derselben Abfrage zu. Wer Aktien sucht, die gleichzeitig fundamental solide sind und charttechnisch gerade Fahrt aufnehmen, spart sich damit den Umweg über zwei Werkzeuge.
Welche Märkte abgedeckt sind
ChartMill führt Aktien aus den USA, Kanada und Europa. Die öffentlich abrufbaren Aktienprofile umfassen rund 10.500 Titel, verteilt auf etwa 5.900 US-Werte, 2.600 europäische und 1.900 kanadische. Im Screener selbst stehen mehr Einträge, weil dieselbe Aktie an mehreren Börsen notiert sein kann: Nvidia taucht als US-Wert auf, zusätzlich mit deutschem und italienischem Kürzel. Für deutsche Anleger ist das praktisch, weil sich Xetra-Notierungen direkt filtern lassen.
Nicht abgedeckt sind Futures, Optionen, Devisen und Kryptowährungen. ChartMill ist ein reiner Aktienscreener. Wer denselben Filteransatz auf Termin- und Rohstoffmärkte anwenden möchte, findet ihn bei barchart.com im Test.
Ist ChartMill kostenlos nutzbar?
Ja, es gibt einen kostenlosen Zugang, und er ist mehr als eine Testphase. ChartMill nennt ihn eine freie Mitgliedschaft und schreibt dazu wörtlich, die Registrierung sei vollständig kostenlos, verlange keine Zahlungsdaten und werde niemals automatisch in eine kostenpflichtige Mitgliedschaft umgewandelt. Das ist eine klare Zusage, und sie unterscheidet den Anbieter von Diensten, die nach 14 Tagen abbuchen.
Für den Screener ist eine Anmeldung Pflicht. Ruft man ihn ohne Konto auf, erscheint der Hinweis, er stehe nur registrierten Nutzern offen, und die Ergebnisliste bleibt leer. Die Anmeldung geht per E-Mail, Google oder Facebook.
Ohne jede Anmeldung sind dagegen die Analyseberichte lesbar. Auf der Profilseite einer Aktie steht der komplette Fundamentalbericht mit Gesamtnote, Einzelnoten für Profitabilität, Bilanzqualität, Wachstum, Bewertung und Dividende sowie einem Vergleich gegen die Branche. Das ist ungewöhnlich viel für eine Seite ohne Login und der schnellste Weg, sich ein Bild von der Datenqualität zu machen.
Bezahlt wird die kostenlose Variante mit Werbung. Wer die Seite ohne Abo nutzt, bekommt Anzeigen in die Berichte eingeblendet, und beim ersten Aufruf fragt ein Einwilligungsdialog nach der Datenfreigabe für 210 Werbepartner. Das Jahresabo wirbt ausdrücklich damit, dass Werbung und Popups entfallen. Kostenlos heißt hier also nicht folgenlos, und das gehört vor der Anmeldung gesagt.
Wo genau ChartMill die Nutzungsgrenze für kostenlose Konten zieht, weist der Anbieter öffentlich nicht aus. Auf der Preisseite steht nur, dass ein Abo unbegrenzten Zugriff bringt. Was ein Gratiskonto im Monat leisten darf, erfährt man erst im angemeldeten Bereich. Diese Lücke nennen wir hier, statt eine Zahl zu behaupten.
ChartMill Kosten: das zahlen Trader für die Plattform
ChartMill hat zwei Abos, und beide bringen denselben Funktionsumfang. Der Unterschied liegt allein im Zahlungsrhythmus. Es gibt keine abgestuften Pakete, in denen einzelne Werkzeuge fehlen, und keine Zusatzkosten für intensive Nutzung. Alle Angaben sind der Stand vom 3. September 2026, abgelesen auf der Bestellseite des Anbieters.
| Zugang | Preis | Das steckt drin |
|---|---|---|
| Jahresabo | 269,97 € / Jahr | 22,50 € pro Monat, Swingtrading-Kurs gratis, keine Werbung |
| Monatsabo | 29,97 € / Monat | erster Monat 12,97 €, jederzeit kündbar |
| Gratiskonto | 0 € | Anmeldung nötig, mit Werbung, Nutzung begrenzt |
Was beim Jahresabo dazukommt
Das Jahresabo spart 89,67 Euro gegenüber zwölf Monatszahlungen. Das sind rund 25 Prozent. Seit 2026 legt ChartMill einen eigenen Swingtrading-Kurs mit 175 Seiten dazu, den der Anbieter mit 59 US-Dollar bewertet. Solche Wertangaben sind Eigenangaben und kein Marktpreis, deshalb rechnen wir sie nicht gegen.
Der Einstiegspreis von 12,97 Euro gilt nur im ersten Monat. Danach greifen die 29,97 Euro. Wer die Plattform nur ansehen möchte, kommt so günstig hinein, sollte den Termin für die zweite Abbuchung aber im Kalender haben.
Kündigung und Zahlungswege
Gekündigt werden kann jederzeit, aber nicht anteilig. ChartMill stellt die wiederkehrende Zahlung ein, der Zugang bleibt bis zum Ende des bezahlten Zeitraums bestehen. Eine anteilige Rückerstattung gibt es ausdrücklich nicht. Bezahlt wird über PayPal oder Stripe, Kreditkartenabos lassen sich direkt im Konto beenden, PayPal-Abos nur bei PayPal selbst. Der Anbieter sichert zu, dass der einmal vereinbarte Preis für die Laufzeit des Abos gilt.
Die Funktionen von ChartMill im Überblick
Der Funktionsumfang ist seit unserem letzten Test deutlich gewachsen. Neben Screener, Charts und Analyseberichten führt die Navigation heute einen Marktmonitor, eine Sektorenansicht, einen Terminkalender für Quartalszahlen, Insidergeschäfte, Analystenauf- und -abstufungen sowie einen Nachrichtenbereich. Dazu kommt ein Rechner für die Positionsgröße, der aus Kontogröße und Stop-Abstand die Stückzahl ableitet.
Charts und Indikatoren
Die Charts decken die üblichen Darstellungsarten ab. Verfügbar sind Kerzencharts, Balken- und Linienchart in verschiedenen Zeitebenen. An Indikatoren liegen die Standardwerkzeuge bereit, darunter gleitende Durchschnitte, RSI, MACD und Stochastik.
Dazu kommen Overlays, die man anderswo selten findet. Der Chandelier Exit setzt eine nachziehende Ausstiegsmarke, der gleitende volumengewichtete Durchschnitt zeigt den Durchschnittspreis unter Berücksichtigung des Umsatzes, und Pocket Pivots markieren Umsatzsprünge nach ruhigen Phasen. Hinzu kommen vier hauseigene Kennzahlen: ein Bewertungs-, ein Trend- und ein Setup-Rating sowie eine eigene relative Stärke im Vergleich zum Gesamtmarkt.
Bei der Chartgestaltung ist ChartMill schwächer als spezialisierte Anbieter. Einstellmöglichkeiten gibt es, sie bleiben aber begrenzt. Ein Nutzer bemängelt in seiner Bewertung, dass sich Einzeichnungen nicht speichern lassen. Wer das braucht, ist bei TradingView besser bedient. Praktisch ist dagegen die Eingabe mehrerer Kürzel auf einmal, die mehrere Charts nebeneinander stellt.
Der Stock Screener von ChartMill
Der Screener ist das Herzstück und der Grund, warum man den Dienst überhaupt bucht. Die Filter sind in zwölf Reiter sortiert. Neben allgemeinen Kriterien wie Börsenplatz, Land, Kurs, Handelsvolumen und Marktkapitalisierung gibt es eigene Reiter für Kursentwicklung, technische Indikatoren, Unterstützung und Widerstand, Wachstum, Profitabilität, Bilanzqualität, Bewertung, Dividende, Branche und Analystenmeinungen.
Der eigentliche Vorteil ist, dass sich diese Reiter mischen lassen. Eine Abfrage kann gleichzeitig verlangen, dass der Gewinn je Aktie wächst, die Verschuldung niedrig ist und der Kurs über seinem 200-Tage-Durchschnitt notiert. Genau daran scheitern viele kostenlose Screener, die entweder das eine oder das andere können. Auch Bollinger Bänder und die Lage zu Unterstützungen und Widerständen lassen sich als Bedingung setzen.
Fertige Vorlagen bekannter Strategien
ChartMill liefert vorkonfigurierte Abfragen für bekannte Anlagemethoden mit. Darunter sind die CAN-SLIM-Strategie von William O’Neil, das Trendtemplate von Mark Minervini, der Wachstums-zu-fairem-Preis-Ansatz von Martin Zweig und die Nebenwerte-Auswahl von James O’Shaughnessy. Ein Nutzer spricht in seiner Bewertung von über 250 fertigen Strategien. Die dahinter liegenden Filterbedingungen sind einsehbar, und das erhöht den Nutzen: Man kann sie als Ausgangspunkt nehmen und an die eigenen Vorstellungen anpassen, statt einer Blackbox zu vertrauen.
Der Stock Analyzer und die Analyseberichte
Der Analyzer dreht die Suchrichtung um. Statt selbst Filter zu setzen, wählt man eine Gelegenheitsart und bekommt die passenden Kandidaten geliefert. Zur Auswahl stehen technische Ausbrüche, günstig bewertete Wachstumswerte, unterbewertete Titel, Dividendenwerte und Aktien mit überdurchschnittlichem Wachstum.
Zu jeder Aktie erzeugt ChartMill zwei Berichte. Der fundamentale Bericht vergibt eine Note von 0 bis 10 und schlüsselt sie in Profitabilität, Bilanzqualität, Wachstum, Bewertung und Dividende auf. Entscheidend ist der Branchenvergleich: Die Kennzahlen werden gegen die direkten Wettbewerber gestellt, nicht gegen den Gesamtmarkt. Bei Apple waren das im Test 38 Vergleichsunternehmen. Der technische Bericht bewertet Trend, relative Stärke und Chartmuster nach demselben Schema.
Diese Noten sind eine fremde Einschätzung, kein Messwert. Sie fassen zusammen, wie ein Programm die Kennzahlen gewichtet. Als Vorauswahl ist das nützlich, weil es Arbeit spart. Als Kaufgrund taugt es nicht. Wer eine Aktie kauft, sollte die Zahlen darunter gelesen haben, nicht nur die Note darüber.
Die Sache mit den verzögerten Kursen
ChartMill liefert alle Kurse mit 15 Minuten Verzögerung, auch im bezahlten Abo. Der Anbieter schreibt das selbst auf der Bestellseite: An den Marktdaten ändere ein Abonnement nichts. Das ist die wichtigste Einzelinformation des ganzen Tests, weil sie über die Eignung entscheidet.
Für Daytrading ist die Plattform damit nicht brauchbar. Wer innerhalb eines Tages ein- und aussteigt, braucht Kurse in Echtzeit; eine Viertelstunde alte Daten sind dort wertlos. Für Swingtrading über mehrere Tage und für die langfristige Auswahl spielt die Verzögerung dagegen keine Rolle. Wer ChartMill zum Suchen nutzt und bei seinem Broker handelt, merkt sie ohnehin nicht.
Ein Detail passt dazu nicht. Auf der Übersichtsseite bewirbt ChartMill Alarme in Echtzeit. Bei durchgängig 15 Minuten verzögerten Daten kann ein Alarm nicht in Echtzeit auslösen. Gemeint ist vermutlich, dass die Benachrichtigung sofort nach dem jeweiligen Datenstand rausgeht. Wer sich darauf verlässt, sollte den Unterschied kennen.
ChartMill Alternativen
ChartMill ist keine Pflichtausgabe, denn ein großer Teil des Marktes filtert kostenlos. In unserem Vergleich der 14 besten Aktienscreener arbeitet die Hälfte ohne jede Zahlung über den gesamten Markt. Wer einsteigt, sollte dort anfangen und erst zahlen, wenn er weiß, welche Filter er wirklich braucht.
Zwei Namen tauchen bei dieser Frage regelmäßig auf. TradingView ist die stärkere Chartplattform mit großer Nutzergemeinschaft und deckt neben Aktien auch Devisen, Rohstoffe und Kryptowährungen ab. Seeking Alpha setzt auf redaktionelle Analysen und Zugang zu Bilanzunterlagen, ist also eher eine Lesequelle als ein Filter. Preise nennen wir hier bewusst nicht, weil sie sich häufig ändern; sie stehen in den jeweiligen Testberichten.
Die ehrliche Abgrenzung lautet: ChartMill gewinnt genau dann, wenn beide Analysearten in einer Abfrage stecken sollen. Für reine Chartarbeit gibt es bessere Werkzeuge, für reine Kennzahlensuche günstigere. Der Zwischenraum ist die Nische, die ChartMill besetzt. Wer sich einen breiteren Überblick über Analyseprogramme verschaffen will, findet ihn in unserem Vergleich der Trading Software.
ChartMill Erfahrungen: was Nutzer berichten
Die Bewertungslage ist so dünn, dass sie kein Urteil trägt. Bei Trustpilot stehen am 3. September 2026 genau sieben Bewertungen mit einem Schnitt von 3,4 von 5 Punkten. Vier davon vergeben fünf Sterne, je eine vier, drei und zwei Sterne. Eine einzige Bewertung stammt aus den vergangenen zwölf Monaten. Trustpilot weist selbst darauf hin, dass der Anbieter zuletzt keine Kunden zur Bewertung eingeladen hat und die Stimmen daher möglicherweise nicht repräsentativ sind.
In einer früheren Fassung dieses Artikels stand, die Erfahrungen vieler Nutzer zeichneten ein überwiegend positives Bild. Das war zu weit gegriffen. Der Screenshot, den wir dafür herangezogen hatten, zeigt eine einzelne Bewertung von 2023, abgegeben von einem Nutzer mit genau einer Stimme. Wir lassen ihn als Zeitbeleg stehen und ordnen ihn ein, statt ihn stillschweigend auszutauschen.
Was die Bewertungen inhaltlich sagen
Gelobt wird durchgängig die Filterqualität. Ein Nutzer schreibt, er habe Barchart, Finviz und andere kostenpflichtige Werkzeuge verglichen und halte ChartMill für das beste; ein anderer hebt die fertigen Strategien hervor und nutzt den Dienst seit Jahren. Ein dritter nennt die Möglichkeit, Filterkriterien historisch zu prüfen, besonders hilfreich.
Die Kritik dreht sich um Ausgabe und Bedienung, nicht um die Daten. Genannt werden fehlende speicherbare Chart-Einzeichnungen, kein PDF-Export der Berichte, eine fehlende Excel-Schnittstelle und ein Preis, den ein Nutzer für seinen Bedarf als zu hoch empfand. Derselbe Nutzer beschreibt es als mühsam, sich aus den Newslettern des Anbieters wieder abzumelden.
Ein alter Kritikpunkt ist inzwischen erledigt. Eine Bewertung von 2020 bemängelte, es gebe nur PayPal als Zahlungsweg. Heute läuft die Abwicklung wahlweise über PayPal oder Stripe, Kreditkarte inbegriffen. Wir nennen das, weil ältere Testberichte diesen Punkt bis heute weiterschleppen.
Das spricht für ChartMill
- Technische und fundamentale Filter in einer Abfrage. Das ist der eigentliche Grund für ein Abo und bei kostenlosen Screenern selten.
- Fertige Strategievorlagen mit offenen Bedingungen. CAN SLIM, Minervini und Zweig lassen sich nachlesen und anpassen.
- Die Analyseberichte sind ohne Anmeldung lesbar. Man kann die Datenqualität prüfen, bevor man ein Konto anlegt.
- Europäische Börsen sind enthalten. Deutsche Notierungen lassen sich direkt filtern, was bei US-Anbietern oft fehlt.
- Klares Preismodell ohne Funktionsstufen. Es gibt kein Paket, in dem ausgerechnet die entscheidende Funktion fehlt.
Das spricht gegen ChartMill
- Alle Kurse sind 15 Minuten verzögert, auch im Abo. Für Daytrading fällt die Plattform damit aus.
- Die Oberfläche ist ausschließlich englisch. Wer mit Begriffen wie Return on Invested Capital nichts anfangen kann, hat einen zweiten Lernaufwand.
- Chart-Einzeichnungen lassen sich nicht speichern. Auch ein Export der Berichte als PDF fehlt.
- Keine Futures, Optionen, Devisen oder Kryptowährungen. ChartMill bleibt ein reiner Aktienscreener.
- Die kostenlose Variante ist werbefinanziert. Der Einwilligungsdialog nennt 210 Partner.
- Die Bewertungsbasis ist zu klein für ein Urteil. Sieben Stimmen sagen wenig, egal in welche Richtung.
Fazit zu ChartMill
ChartMill ist ein gutes Werkzeug für eine klar umrissene Aufgabe. Wer Aktien sucht, die gleichzeitig fundamentale und charttechnische Bedingungen erfüllen, bekommt hier einen Filter, den die meisten kostenlosen Anbieter nicht bauen können, dazu Analyseberichte mit Branchenvergleich und fertige Vorlagen bekannter Strategien.
Genauso klar ist, für wen sich das Abo nicht lohnt. Daytrader scheiden wegen der 15 Minuten Verzögerung aus. Wer Devisen, Rohstoffe oder Kryptowährungen handelt, findet die Märkte gar nicht erst. Wer vor allem Charts zeichnen und Einzeichnungen speichern will, ist bei einer Chartplattform besser aufgehoben. Und wer gerade anfängt, sollte zunächst einen der kostenlosen Screener nutzen, bis er seine eigenen Kriterien kennt.
Der Weg dorthin kostet nichts. Die Analyseberichte sind ohne Anmeldung lesbar, der Screener nach kostenloser Registrierung ohne Zahlungsdaten. Wer danach immer noch das Gefühl hat, an eine Grenze zu stoßen, hat einen belegten Grund für die 22,50 Euro im Monat. Das ist die Reihenfolge, die wir empfehlen: erst prüfen, dann zahlen.
Fragen und Antworten zu ChartMill
Für welche Handelsstile eignet sich ChartMill?
Für Swingtrading über mehrere Tage und für die langfristige Aktienauswahl. Für Daytrading nicht, weil alle Kurse 15 Minuten verzögert geliefert werden, auch im bezahlten Abo. Wer ChartMill nur zum Suchen nutzt und beim Broker handelt, merkt die Verzögerung nicht.
Welche Märkte und Börsen deckt ChartMill ab?
Aktien aus den USA, Kanada und Europa, deutsche Notierungen eingeschlossen. Die öffentlich abrufbaren Aktienprofile umfassen rund 10.500 Titel. Futures, Optionen, Devisen und Kryptowährungen fehlen vollständig.
Wie kündige ich mein ChartMill Abo?
Ein Kreditkartenabo lässt sich direkt auf der Kontoseite beenden. Ein PayPal-Abo muss bei PayPal selbst gestoppt werden, indem die wiederkehrende Zahlung an ChartMill beendet wird. Der Zugang bleibt bis zum Ende des bezahlten Zeitraums bestehen, eine anteilige Rückerstattung gibt es nicht.
Gibt es ChartMill auf Deutsch?
Nein. Oberfläche, Filterbezeichnungen und Analyseberichte sind ausschließlich auf Englisch. Wer mit Begriffen wie Return on Invested Capital oder Free Cash Flow nicht vertraut ist, sollte diesen Lernaufwand einplanen.
Wodurch unterscheidet sich ChartMill von kostenlosen Screenern?
Durch die Kombination beider Analysearten in einer einzigen Abfrage. Viele kostenlose Werkzeuge filtern entweder nach Kennzahlen oder nach Chartsignalen. Bei ChartMill kann eine Abfrage gleichzeitig Gewinnwachstum, niedrige Verschuldung und einen Kurs über dem 200-Tage-Durchschnitt verlangen.
Welche fertigen Strategien bringt ChartMill mit?
Vorlagen für bekannte Anlagemethoden, darunter CAN SLIM nach William O’Neil, das Trendtemplate von Mark Minervini, der Ansatz von Martin Zweig und die Nebenwerte-Auswahl von James O’Shaughnessy. Die Filterbedingungen dahinter sind einsehbar und lassen sich anpassen.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels handelt seit 1980 an den Börsen und führt Kagels Trading. Sein Schwerpunkt liegt auf Price Action, also der Auswertung reiner Kursbewegungen, und auf dem Handel mit Devisen und Indizes.
Werkzeuge bewertet er danach, ob sie eine Entscheidung wirklich verbessern. Bei Screenern kommt es ihm auf zwei Dinge an: ob die Datenqualität stimmt und ob die Bedingungen hinter einer fertigen Vorlage offenliegen. Eine Note, deren Zustandekommen niemand nachlesen kann, ersetzt keine eigene Prüfung.
Diesen Bericht hat Christian Möhrer geprüft. Er ist technischer Analyst und Options-Trader bei Kagels Trading. Alle Preise, Funktionsangaben und Bewertungszahlen wurden am 3. September 2026 auf den Seiten des Anbieters und bei Trustpilot nachgelesen.
















