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US-Inflationsdaten (CPI): Termine, aktuelle Inflationsrate und Marktreaktionen erklärt

Zuletzt aktualisiert: 15. August 2026

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Kaum eine Zahl entscheidet so direkt über die Zinspolitik der Fed wie der monatliche US-Verbraucherpreisindex, kurz CPI. Fällt die Inflationsrate höher aus als erwartet, rücken Zinssenkungen in die Ferne, der Dollar zieht an, Gold und Aktien geraten unter Druck. Kommt sie niedriger, dreht das Bild binnen Sekunden.

Hier findest du alle CPI-Termine 2026 mit deutscher Uhrzeit, die aktuelle Inflationsrate der USA aus der Originalquelle und eine Einordnung, die über die Schlagzeile hinausgeht: warum die Kernrate für die Märkte oft wichtiger ist als die Gesamtzahl, und wo der Unterschied zwischen CPI, PPI und PCE liegt. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

US-Inflationsdaten: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Termin: Mitte des Monats um 14:30 Uhr deutscher Zeit, der Wochentag wechselt. Der nächste Bericht erscheint am Freitag, 11. September 2026.
  • Aktuell: Die Inflationsrate lag im Juli 2026 bei 3,4 Prozent, die Kernrate bei 2,5 Prozent. Größter Treiber war Energie mit +14,7 Prozent zum Vorjahr.
  • Wirkung: Zusammen mit den Arbeitsmarktdaten der wichtigste Monatstermin für die Fed-Zinserwartungen. EUR/USD, Gold und Indizes reagieren sofort.
  • Besonderheit: CPI-Zahlen sind bei Veröffentlichung final. Das offizielle 2-Prozent-Ziel der Fed bezieht sich allerdings auf den PCE-Index, nicht auf den CPI.

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Nächster Termin: Wann kommen die US-Inflationsdaten?

Der nächste CPI-Bericht erscheint am Freitag, 11. September 2026, um 14:30 Uhr deutscher Zeit (MESZ) mit den Zahlen für den Berichtsmonat August. Anders als beim Arbeitsmarktbericht gibt es kein „erster Freitag”-Muster: Das Bureau of Labor Statistics veröffentlicht die Verbraucherpreise Mitte des Monats, und der Wochentag wechselt von Monat zu Monat. Verbindlich ist allein der offizielle CPI-Kalender der Behörde.

BerichtsmonatVeröffentlichungUhrzeit (deutsch)
Juli 2026Mi, 12.08.202614:30 MESZ
August 2026Fr, 11.09.202614:30 MESZ
September 2026Mi, 14.10.202614:30 MESZ
Oktober 2026Di, 10.11.202614:30 MEZ
November 2026Do, 10.12.202614:30 MEZ

Quelle: Bureau of Labor Statistics, Stand 15. August 2026. Bereits erschienen 2026: 13. Januar (Di), 13. Februar (Fr), 11. März (Mi, 13:30 Uhr), 10. April (Fr), 12. Mai (Di), 10. Juni (Mi), 14. Juli (Di), 12. August (Mi).

Der Zeitumstellungs-Fall ist beim CPI keine Theorie: Am 11. März 2026 kam der Bericht um 13:30 Uhr deutscher Zeit, weil die USA bereits auf Sommerzeit umgestellt hatten und Europa noch nicht. Solche Fenster entstehen jedes Jahr im März und rund um den Oktober-Wechsel. Und selbst der Kalender selbst ist nicht garantiert: Im Herbst 2025 fiel der Oktober-CPI komplett aus, weil der Government Shutdown die Preiserhebung stoppte; der September-Bericht erschien verspätet am 24. Oktober, damit die Rentenanpassung (Social-Security-COLA) berechnet werden konnte. Die laufenden Termine findest du in unserem Wirtschaftskalender, Forex-Trader stellen sich den Forex-Factory-Kalender auf die deutsche Zeitzone um.

Was sind die US-Inflationsdaten (CPI)?

Die US-Inflationsdaten sind der monatliche Verbraucherpreisbericht des Bureau of Labor Statistics und erscheinen Mitte des Monats um 14:30 Uhr deutscher Zeit.

Gemessen wird die Teuerung über den Consumer Price Index, den US-Verbraucherpreisindex. Eigene Preiserheber der Statistikbehörde erfassen dafür Monat für Monat die Preise eines festen Warenkorbs aus Waren und Dienstleistungen, von der Miete über Benzin bis zum Restaurantbesuch. Welche Wirtschaftsmeldungen daneben noch zählen, sortiert unser Überblick über die Wirtschaftsnachrichten.

Der CPI (Consumer Price Index) misst die durchschnittliche Preisentwicklung eines festen Warenkorbs aus Waren und Dienstleistungen in den USA.

Der CPI-U ist die offizielle Hauptvariante des US-Verbraucherpreisindex und deckt als Index für alle städtischen Verbraucher über 90 Prozent der US-Bevölkerung ab.

Eine Eigenheit unterscheidet den CPI von fast allen anderen US-Konjunkturdaten: Die Zahlen sind bei Veröffentlichung final. Nachträgliche Korrekturen wie beim Arbeitsmarktbericht gibt es praktisch nicht, nur die Saisonbereinigung wird einmal im Jahr neu berechnet. Was du am CPI-Tag um 14:30 Uhr siehst, bleibt die offizielle Zahl.

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Wie hoch ist die Inflation in den USA aktuell?

Die Inflationsrate in den USA lag im Juli 2026 bei 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach 3,5 Prozent im Juni.

Hinter der Jahresrate steckt ein bewegtes Jahr: Im Frühjahr 2026 zog die Teuerung kräftig an, im Mai kletterte sie erstmals seit rund drei Jahren über die Marke von vier Prozent. Haupttreiber war die Energie, deren Preise binnen Jahresfrist um 14,7 Prozent stiegen; Benzin verteuerte sich sogar um 24,6 Prozent. Seit Juni entspannt sich das Bild, im Juli fielen die Energiepreise zum Vormonat um 1,5 Prozent.

Die übrigen Posten aus dem Juli-Bericht: Lebensmittel verteuerten sich um 3,0 Prozent zum Vorjahr, die Wohnkosten (Shelter) um 3,2 Prozent. Der Wohnposten ist der Schwergewichtler des Index: Im Juli stand er allein für rund zwei Drittel des monatlichen Gesamtanstiegs. Alle Details stehen in der aktuellen CPI-Pressemitteilung des BLS.

Vorsicht bei Sekundärquellen: Finanzportale zeigen teils abweichende Werte an, weil sie eigene Umrechnungen oder Zwischenstände verwenden. Für den Handel zählt die offizielle BLS-Zahl, denn auf sie sind die Markterwartungen geeicht.

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Kernrate, Energie, Mieten: die Bestandteile im Überblick

Die Kerninflation (Core CPI) misst die Preisentwicklung ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel. Im Juli 2026 lag sie bei 2,5 Prozent.

Profis schauen zuerst auf die Kernrate, nicht auf die Gesamtzahl. Der Grund: Energie- und Lebensmittelpreise springen mit Ölpreis und Ernten hin und her und sagen wenig über den unterliegenden Preistrend. Die Kernrate zeigt, ob sich die Teuerung in Dienstleistungen und Mieten festsetzt, also dort, wo die Fed mit ihrer Zinspolitik wirklich ansetzen kann. Im Juli 2026 lagen 3,4 Prozent Gesamtrate neben 2,5 Prozent Kernrate: ein großer Teil der Schlagzeilen-Inflation war ein Energiethema.

Disinflation bezeichnet eine sinkende Inflationsrate: Die Preise steigen weiter, nur langsamer als zuvor.

Diese Unterscheidung entscheidet über die Marktlesart. Fällt die Jahresrate von 3,5 auf 3,4 Prozent, werden die Waren im Laden nicht billiger, der Preisauftrieb verliert nur an Tempo. Genau diese Disinflation reicht den Märkten aber oft schon, um Zinssenkungen einzupreisen.

Warum die CPI-Daten die Märkte bewegen

Preisstabilität ist die eine Hälfte des doppelten Mandats der US-Notenbank, Vollbeschäftigung die andere. Steigende Inflationsraten sprechen gegen Zinssenkungen, fallende dafür. Deshalb justieren die Zinsmärkte unmittelbar nach den Verbraucherpreisen ihre Erwartungen an den nächsten Fed-Zinsentscheid; ablesen lässt sich das live im FedWatch Tool der CME. Die Gegenprobe auf europäischer Seite liefert der EZB-Zinsentscheid, der auf US-Daten deutlich träger reagiert.

Die typische Reaktionskette bei einer höher als erwarteten Zahl: Der Dollar wertet auf, der Euro-Dollar-Kurs fällt, Gold leidet unter steigenden Realzinserwartungen (die Lage im Edelmetall zeigt die Goldpreis-Prognose), und Aktienindizes geben nach. Eine niedriger als erwartete Zahl kehrt die Kette um. Wie kräftig das ausfallen kann, zeigte der 12. August 2026: Die Juli-Zahlen kamen wie erwartet, dämpften die Zinssorgen, die Börsen legten zu und selbst der Bitcoin zog spürbar an.

Entscheidend ist nie die absolute Zahl, sondern der Abstand zur Konsensschätzung. Eine Inflationsrate von 3,4 Prozent ist bullisch, wenn 3,6 erwartet wurden, und bärisch, wenn der Konsens bei 3,2 lag. Dazu kommt der zweite Blick auf die Kernrate: Weicht sie in die andere Richtung ab als die Gesamtzahl, wird die erste Kursreaktion häufig noch am selben Tag korrigiert.

Am schnellsten preisen die US-Staatsanleihen neue Inflationszahlen ein: Ihre Renditen springen noch vor Aktien und Devisen.

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So handeln Trader den CPI-Termin

Um 14:30 Uhr deutscher Zeit ist der US-Aktienmarkt noch geschlossen, die Zahlen treffen auf die Vorbörse; wie diese Phase funktioniert, erklärt der Beitrag zum vorbörslichen Handel. Die erste Reaktion läuft über Index-Futures, Anleihen und den Devisenmarkt. In der Minute der Veröffentlichung gelten dieselben Vorsichtsregeln wie bei jedem großen Datentermin: Die Spreads weiten sich aus, Market- und Stop-Orders werden schlechter gefüllt, und der erste Impuls läuft oft in beide Richtungen. Wer den Termin aktiv handeln will, findet die Grundlagen im Beitrag zum News-Trading.

Der CPI-Tag hat gegenüber dem NFP-Freitag eine Besonderheit: Es gibt zwei Zahlen, die gegeneinander laufen können. Eine freundliche Gesamtrate bei zäher Kernrate ist keine Entwarnung, und die Märkte brauchen manchmal eine halbe Stunde, um das zu sortieren. Deshalb lohnt es sich, vor dem Termin beide Konsenswerte zu notieren und die Reaktion erst einzuordnen, wenn beide Abweichungen klar sind. Wie das Zusammenspiel mit dem zweiten großen Monatstermin aussieht, zeigt der Beitrag zu den US-Arbeitsmarktdaten.

Ich behandle den CPI-Termin in meiner Handelsvorbereitung genauso wie den Arbeitsmarktbericht: Termin und Konsens stehen morgens fest im Blick, und unmittelbar vor der Veröffentlichung eröffne ich keine neue Position. Der Markt sagt mir nach den Zahlen schnell genug, wohin er will. Dafür muss ich nicht in der ersten, wildesten Minute dabei sein.

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CPI, PPI und PCE: die Abgrenzung

Der PPI (Producer Price Index) misst die Erzeugerpreise der US-Unternehmen und gilt als früher Hinweis auf kommende Verbraucherpreise.

Die Erzeugerpreise erscheinen beim BLS im selben Kalenderfenster wie der CPI, mal einen Tag danach, mal davor: Der Juli-PPI kam am 13. August 2026, der August-PPI erscheint am 10. September und damit vor dem CPI. Steigende Erzeugerpreise wandern mit Verzögerung in die Verbraucherpreise, deshalb lesen Trader beide Berichte als Paar.

Der PCE-Index (Personal Consumption Expenditures) misst die Preise der tatsächlichen Konsumausgaben der US-Haushalte. Auf diesen Index bezieht sich das 2-Prozent-Ziel der Fed.

Das offizielle Inflationsziel der Fed lautet 2 Prozent, gemessen am PCE-Index, nicht am CPI. Den PCE veröffentlicht die Statistikbehörde BEA gegen Monatsende; er berücksichtigt, dass Verbraucher bei Preissprüngen auf günstigere Produkte ausweichen, und liegt deshalb meist etwas unter dem CPI. Für die Märkte bleibt der CPI trotzdem der wichtigere Termin: Er kommt zwei Wochen früher und setzt die Richtung, die der PCE dann meist bestätigt.

US-Inflationsdaten im Vergleich: CPI 3,4 Prozent, Kernrate 2,5 Prozent und PCE-Index mit Fed-Ziel 2 Prozent (Juli 2026)
CPI, Kernrate und PCE im Überblick: Das 2-Prozent-Ziel der Fed bezieht sich auf den PCE-Index.

Fazit: Kernrate schlägt Schlagzeile

Die US-Inflationsdaten sind neben dem Arbeitsmarktbericht der zweite große Fixtermin im Monat eines Traders. Sie entscheiden mit darüber, wie die Fed über Zinsen denkt, und damit über die Richtung von Dollar, Gold und Indizes. Der Termin gehört in jeden Handelskalender, auch wenn man ihn bewusst nicht handelt.

Meine Einschätzung aus fast fünf Jahrzehnten an den Märkten: Die Schlagzeilen-Inflation ist die lauteste, aber nicht die wichtigste Zahl des Tages. Wer nur auf die Gesamtrate schaut, übersieht, was die Kernrate und die Reaktion der Zinsmärkte erzählen. Ich warte nach den Zahlen, bis sich Gesamtrate, Kernrate und Markterwartung zu einem Bild sortiert haben. Erst dann ist der CPI-Tag für mich handelbar.

Häufige Fragen zu den US-Inflationsdaten

Wann kommen die US-Inflationsdaten?

Mitte des Monats um 14:30 Uhr deutscher Zeit, der Wochentag wechselt. Der nächste CPI-Bericht erscheint am Freitag, dem 11. September 2026, mit den Zahlen für August. Verbindlich ist der Veröffentlichungskalender des Bureau of Labor Statistics.

Um wie viel Uhr werden die US-Inflationsdaten deutscher Zeit veröffentlicht?

Die Veröffentlichung erfolgt um 8:30 Uhr Eastern Time, in der Regel also um 14:30 Uhr deutscher Zeit. In den kurzen Fenstern der Zeitumstellung verschiebt sich das: Am 11. März 2026 erschien der Bericht um 13:30 Uhr deutscher Zeit.

Wie hoch ist die aktuelle Inflationsrate in den USA?

Im Juli 2026 lag die US-Inflationsrate bei 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, die Kernrate bei 2,5 Prozent. Im Mai hatte die Jahresrate erstmals seit rund drei Jahren über vier Prozent gelegen, seither geht sie zurück.

Was ist der Unterschied zwischen CPI und Kerninflation?

Der CPI misst die Preisentwicklung des gesamten Warenkorbs, die Kerninflation klammert Energie und Lebensmittel aus. Weil diese beiden Posten stark schwanken, gilt die Kernrate als besserer Maßstab für den unterliegenden Preistrend.

Warum schaut die Fed auf den PCE-Index statt auf den CPI?

Das 2-Prozent-Ziel der Fed bezieht sich auf den PCE-Index, weil dieser die tatsächlichen Konsumausgaben abbildet und Ausweichreaktionen der Verbraucher berücksichtigt. Der CPI bleibt für die Märkte trotzdem der wichtigere Termin, weil er früher erscheint.

Werden die CPI-Zahlen nachträglich korrigiert?

Praktisch nicht: Die unbereinigten CPI-Zahlen sind final, sobald sie veröffentlicht sind. Nur die saisonbereinigten Monatswerte werden einmal jährlich neu berechnet. Das unterscheidet den CPI vom Arbeitsmarktbericht, dessen Werte zweimal revidiert werden.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und schreibt auf kagels-trading.de über Märkte, Handelsmethoden und Werkzeuge für Trader. Er handelt seit 1978 diskretionär nach Price Action, ohne automatisierte Systeme.

Sein Schwerpunkt liegt auf Forex, Aktienindizes und Rohstoffen. Ende der 1980er-Jahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche, später war er über 17 Jahre Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und Verleger von dessen zehn Büchern.

Zins- und Inflationstermine gehören seit Jahrzehnten zu seiner täglichen Handelsvorbereitung, denn seine Heimatmärkte Forex und Zinsen reagieren auf keine Meldung stärker. Für diesen Beitrag hat er alle Termine und Kennzahlen am 15. August 2026 direkt gegen die Veröffentlichungen des Bureau of Labor Statistics geprüft.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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