Eine Kaufempfehlung lesen, zum Broker wechseln, WKN eintippen, Limit setzen, Order abschicken: bis das erledigt ist, hat sich der Kurs oft schon bewegt. Genau an dieser Stelle setzt One Click Trading an. Die Plattform liefert Empfehlungen aus Börsenbriefen als fertig ausgefülltes Orderticket, das du nur noch bestätigst. Der Anbieter wirbt damit, dass ein Trade so in unter 21 Sekunden erledigt sei. Die spannendere Frage ist eine andere: Wer steht hinter dem System, und was passiert mit deinem Geld, wenn du dich darauf verlässt?
Für diesen Test habe ich das Handelsregister und die Rechtsangaben des Betreibers geprüft, die App in beiden Stores angesehen und ein konkretes Kaufsignal aus dem Dezember 2025 bis heute nachverfolgt. Offenlegung dazu: Ich betreibe mit Kagels Trading selbst Signaldienste und schaue damit als Wettbewerber auf dieses Angebot. Was du hier liest, stützt sich deshalb auf prüfbare Quellen statt auf Geschmacksurteile, und ich sage bei jedem Punkt dazu, was sich nicht belegen lässt. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
One Click Trading:
das Wichtigste in 30 Sekunden
- Betreiber: Die LRT Finanz-Research GmbH aus Passau, im Eigentum der Rentrop-Verlagsgruppe. Sie arbeitet als vertraglich gebundener Vermittler unter dem Haftungsdach der DonauCapital Wertpapier GmbH.
- Kosten: Die Plattform selbst ist kostenlos. Bezahlt werden die Börsenbriefe, deren Signale sie ausliefert, ab rund 19 Euro im Monat.
- Vertragsbindung: Die Börsenbriefe laufen als Jahresabo mit 14 Tagen Widerrufsrecht, nicht als monatlich kündbarer Zugang.
- Schwachstelle: Es gibt keine öffentliche Signalhistorie. Das einzige dokumentierte Signal wurde ausgestoppt.
Was ist One Click Trading?
One Click Trading ist eine Plattform der LRT Finanz-Research GmbH aus Passau, über die Abonnenten von Börsenbriefen Kaufempfehlungen als vorausgefülltes Orderticket erhalten und per Klick an ihr bestehendes Depot weiterleiten.
Die Plattform ist kein Broker. Sie führt keine Order aus und verwahrt kein Geld. Sie sitzt als technische Schnittstelle zwischen der Empfehlung und deinem Depot, das du weiterhin bei deiner Bank oder deinem Broker führst. Wer kein Wertpapierkonto hat, kann über One Click Trading zwar eines eröffnen, muss das aber beim jeweiligen Anbieter separat durchlaufen.
Der eigentliche Inhalt kommt nicht von der Plattform, sondern von den angeschlossenen Publikationen.
Ein Börsenbrief ist eine kostenpflichtige Publikation, in der ein Analyst regelmäßig konkrete Kauf- und Verkaufsempfehlungen für Wertpapiere veröffentlicht.
Nach Angaben des Anbieters sind über 80 solcher Börsendienste angebunden. Bekannte Namen aus dem Umfeld der GeVestor Financial Publishing Group und des Investor-Verlags gehören dazu. Welche Redaktion hinter welchem Dienst steht und was die einzelnen Briefe taugen, habe ich in den GeVestor Erfahrungen aufgeschlüsselt. Dieser Artikel bleibt bei der Plattform.

Steckbrief
| Betreiber | LRT Finanz-Research GmbH, Kapuzinerstr. 2c, 94032 Passau |
| Handelsregister | HRB 9631, Amtsgericht Passau |
| Geschäftsführer | Niklas Aker (seit 22. Mai 2026) |
| Gesellschafter | Verlag Norman Rentrop e.K. |
| Rechtsstellung | vertraglich gebundener Vermittler nach § 3 Abs. 2 WpIG |
| Haftungsdach | DonauCapital Wertpapier GmbH, Ruderting |
| Angebundene Börsendienste | über 80 (laut eigener Angabe) |
| Angebundene Broker | 8 |
| Plattformkosten | kostenlos |
| App | Android und iOS, entwickelt von 48bytesNorth |
Ist One Click Trading seriös?
Das ist die Frage, mit der die meisten Leser auf dieser Seite landen. Sie lässt sich in zwei Teile zerlegen: Wer haftet für die Plattform, und wie gut sind die Empfehlungen? Der erste Teil ist prüfbar, der zweite nicht. Diese Trennung ist wichtiger als jedes Bauchgefühl, denn eine saubere Registrierung sagt nichts über die Qualität der Signale aus.
Wer die Plattform betreibt
Betreiber ist die LRT Finanz-Research GmbH mit Sitz in der Kapuzinerstraße 2c in Passau, eingetragen beim Amtsgericht Passau unter HRB 9631. Das Unternehmen startete 2007 als OHG und wurde 2016 in eine GmbH umgewandelt. Als Gesellschafter weist das Register den Verlag Norman Rentrop e.K. aus, also die Verlagsgruppe, aus der auch GeVestor und der Investor-Verlag stammen. Die Geschäftsführung wechselte am 22. Mai 2026 zu Niklas Aker.
Aufsichtsrechtlich ist die Einordnung eindeutig, und das Unternehmen benennt sie auf seiner eigenen Seite. Dort heißt es, die LRT Finanz-Research GmbH sei bei der Anlagevermittlung „als vertraglich gebundener Vermittler gemäß § 3 Abs. 2 WpIG tätig“ und erbringe diese Leistung „ausschließlich für Rechnung und unter Haftung der DonauCapital Wertpapier GmbH“.
Ein vertraglich gebundener Vermittler ist ein Unternehmen, das Wertpapierdienstleistungen ausschließlich auf Rechnung und unter der Haftung eines zugelassenen Instituts erbringt und selbst keine eigene Erlaubnis der Finanzaufsicht besitzt.
Ein Haftungsdach ist ein zugelassenes Wertpapierinstitut, das die aufsichtsrechtliche Verantwortung für die ihm angebundenen Vermittler übernimmt.
Praktisch heißt das: Nicht One Click Trading steht unter laufender Aufsicht, sondern die DonauCapital Wertpapier GmbH aus Ruderting, ebenfalls im Raum Passau. Sie hält die Erlaubnis der BaFin und haftet für die vermittelte Tätigkeit. Das ist ein etabliertes und legales Modell, das viele kleinere Finanzdienstleister nutzen. Es bedeutet aber auch, dass die Aufsicht am Haftungsdach ansetzt und nicht am Anbieter, dessen Namen du auf dem Bildschirm siehst.
Damit ist die formale Seite geklärt. Ein deutscher Firmensitz, ein eingetragenes Unternehmen, ein benanntes Haftungsdach, eine Verlagsgruppe mit Jahrzehnten Marktpräsenz im Hintergrund: Von einem anonymen Angebot aus dem Ausland ist das weit entfernt.
Was sich nicht überprüfen lässt
Die zweite Hälfte der Frage bleibt offen, und das ist der eigentliche Kritikpunkt. Für die vermittelten Empfehlungen gibt es keine öffentlich einsehbare Erfolgsbilanz. Weder die Plattform noch die angeschlossenen Dienste veröffentlichen eine nachvollziehbare Signalhistorie mit allen Trades, Einstiegen, Ausstiegen und Ergebnissen. Wer wissen will, wie ein Dienst über zwei Jahre abgeschnitten hat, findet die Zahlen nicht.
Auch von außen ist wenig zu holen. Ein Trustpilot-Profil für oneclicktrading.de existiert nicht, geprüft am 27. Juli 2026. Der offizielle YouTube-Kanal enthält zwei Videos aus dem Jahr 2019 und seitdem nichts mehr. Auf Facebook, Instagram und X ist kein gepflegter Auftritt zu finden. Für ein digitales Produkt, das Vertrauen in Kaufempfehlungen aufbauen will, ist diese Stille auffällig.
Wo Zahlen genannt werden, stammen sie vom Anbieter selbst. Die Aussage, ein Trade sei „in unter 21 Sekunden“ erledigt, ist eine Werbeaussage und lässt sich nicht unabhängig nachmessen. Gleiches gilt für die Angabe, die Order sei „50 Prozent weniger fehleranfällig“. Dass ein vorausgefülltes Ticket Tippfehler bei WKN und ISIN vermeidet, ist plausibel. Der konkrete Prozentwert ist es nicht, solange die Berechnungsgrundlage fehlt.
Mein Zwischenfazit in einem Satz: Die Plattform ist sauber aufgestellt, die Qualität der Empfehlungen musst du blind kaufen.

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Wie funktioniert One Click Trading?
Der Ablauf besteht aus drei Schritten, und der zweite ist der entscheidende. Die Registrierung ist kostenlos, der Nutzen entsteht aber erst mit einem kostenpflichtigen Börsenbrief. Ohne gebuchten Dienst bekommst du schlicht keine Signale.
- Konto anlegen. E-Mail-Adresse eintragen, Bestätigungsmail abrufen, Passwort setzen.
- Börsenbrief buchen. Direkt nach der Anmeldung wählst du einen von mehreren vorgeschlagenen Diensten. Die Abwicklung läuft über einen externen Zahlungsanbieter, hinterlegt werden PayPal oder Kreditkarte.
- Depot verknüpfen. Dein bestehendes Brokerkonto wird über eine verschlüsselte Schnittstelle angebunden.
Danach läuft der Betrieb über Meldungen, die im Mitgliederbereich und per Push in der App ankommen.
Eine Eilmeldung ist eine sofort versandte Handelsempfehlung eines Börsenbriefs, die außerhalb des regulären Erscheinungsrhythmus verschickt wird.
Jede Meldung enthält Wertpapiername, ISIN, Einstiegslimit, Kursziel und Stop-Loss. Daraus baut die Plattform das Orderticket, du ergänzt die Stückzahl und schickst die Order an dein Depot.
Ein Orderticket ist die ausgefüllte Ordermaske mit Wertpapier, Stückzahl, Limit, Stop und Zielkurs, die der Anleger vor dem Absenden nur noch bestätigt.
Der Mitgliederbereich selbst ist übersichtlich und braucht keine Einarbeitung: Eine Übersicht mit den aktuellen Signalen, ein Archiv für Ausgaben und Videos, eine Depot-Ansicht mit Orderstatus, dazu die Einstellungen, in denen du Dienste erweitern oder kündigen kannst. Alles ist webbasiert und ohne Installation nutzbar.
Ein Detail direkt nach dem Kauf fällt aus dem Rahmen. Statt einer Einführung in den gebuchten Dienst erscheint zuerst eine Auswahl an Dankeschön-Prämien wie Weingläser, Zeitschriften oder Guthabenkarten. Für ein Finanzprodukt ist das ein merkwürdiger erster Eindruck, und es erinnert stärker an klassisches Verlagsmarketing als an eine Handelsanwendung.

Die One Click Trading App im Test
Die App gibt es für Android und iOS, entwickelt wird sie von der 48bytesNorth GmbH. Der Download kostet nichts, und die Bewertungen fallen in beiden Stores überdurchschnittlich gut aus. Im Google Play Store steht sie bei 4,5 Sternen aus 1.060 Rezensionen bei über 10.000 Downloads. Im Apple App Store kommt sie auf 4,8 Sterne aus 758 Bewertungen. Beide Werte habe ich am 27. Juli 2026 abgerufen.
Was Nutzer loben, deckt sich mit dem Produktversprechen. Ein Anwender schrieb im März 2021: „Ein Trade dauert nur wenige Sekunden, alle Werte sind voreingestellt, man gibt nur noch die gewünschte Anzahl ein.“ Genau dafür ist die App gebaut, und in dieser Disziplin liefert sie. Wiederkehrende Lobpunkte sind die Push-Benachrichtigungen bei neuen Signalen und die Tatsache, dass der volle Funktionsumfang auch mobil verfügbar ist.
Beim Blick auf die Pflege wird das Bild schlechter. Die Android-Version wurde zuletzt am 2. Oktober 2025 aktualisiert, die iOS-Version am 8. Juli 2025. Für eine Anwendung, die Orders an Depots weiterleitet, sind das lange Abstände. Und die Kritik ist nicht erledigt: Ein Nutzer berichtet im April 2026, das verfügbare Kapital werde im Handelsdialog falsch angezeigt, und der aktuelle Chart sei nicht überall einsehbar. Wer das Kapital falsch angezeigt bekommt, kann die Positionsgröße falsch wählen, und das ist bei einem Ordertool kein Schönheitsfehler.
Ehrlich zu den Grenzen: Diese App ist ein Ausführungswerkzeug für fremde Empfehlungen, sonst nichts. Sie ersetzt keine Handelsplattform. Es gibt keine echte Charttechnik, keine eigenen Analysen, keine Werkzeuge zur Positionsplanung. Wer selbst analysieren will, ist hier falsch und in einer normalen Brokerplattform deutlich besser aufgehoben.
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Welche Broker unterstützt One Click Trading?
Die Anbindung ist der praktische Knackpunkt, denn ohne passenden Broker ist die Plattform wertlos. Nach Angaben des Anbieters sind acht Häuser angeschlossen, und die Liste deckt einen großen Teil des deutschen Marktes ab. Ein neues Depot brauchst du nicht, wenn du bereits bei einem der folgenden Anbieter bist:
- Consorsbank: klassische Direktbank mit breitem Wertpapierangebot
- comdirect: Direktbank der Commerzbank, ebenfalls mit vollem Depotangebot
- LYNX: auf aktive Trader ausgerichtet, mit Zugang zu vielen Ausländsbörsen
- CapTrader: Interactive-Brokers-Vermittler mit günstigen Ordergebühren
- Agora Direct: ebenfalls auf aktive Anleger zugeschnitten
- flatex: großer deutscher Onlinebroker
- finanzen.net zero: Neobroker mit günstiger Preisstruktur
- justTRADE: Neobroker mit schlankem Angebot
Wichtig für die Kostenrechnung: Die Ordergebühren deines Brokers fallen zusätzlich an. One Click Trading verdient nicht an deiner Order, sondern die Verlagsgruppe verdient am Abo des Börsenbriefs. Wer bei einem anderen Broker liegt, kann die Signale zwar lesen, muss die Order aber von Hand übertragen, und damit ist der einzige echte Mehrwert der Plattform dahin. Einen Überblick über die Alternativen findest du in unserem Online-Broker-Vergleich.
Was kostet One Click Trading?
Die Plattform ist kostenlos, und daran gibt es nichts zu deuteln: Registrierung, Mitgliederbereich und App kosten keinen Cent. Bezahlt wird der Inhalt, also der Börsenbrief, dessen Signale du beziehst. Genau hier lohnt sich ein genauer Blick, denn die Preisgestaltung ist unübersichtlicher, als sie sein müsste.
Nimm den Einsteigerdienst, der neuen Nutzern bei der Registrierung angeboten wird, Ritters Einsteiger-Trades. Je nachdem, über welche Seite du hineinkommst, zahlst du einen völlig anderen Preis für dasselbe Produkt:
| Zugangsweg | Preis | Entspricht im Jahr |
|---|---|---|
| Regulärer Shop-Preis | 19,20 Euro pro Monat | 230,40 Euro |
| Aktionsseite | 1,49 Euro pro Woche | 77,48 Euro |
Beide Werte stammen von Seiten des Anbieters, abgerufen am 27. Juli 2026. Der Unterschied liegt bei rund 153 Euro im Jahr, ohne dass sich die Leistung ändert. Das ist im Verlagsgeschäft nicht ungewöhnlich, für dich heißt es aber: Buche nie über den erstbesten Link, sondern such vorher nach einer Aktionsseite.
Die Preisspanne über alle Dienste hinweg ist erheblich. Am unteren Ende stehen Einsteigerbriefe für unter 100 Euro im Jahr, am oberen Ende Spezialdienste, die pro Woche dreistellig kosten. Welcher Dienst welchen Preis hat und was dahintersteckt, steht ausführlich in unserem GeVestor-Erfahrungsbericht, den ich oben verlinkt habe.
Der wichtigere Punkt ist die Vertragsbindung, und sie wird in der Werbung leicht überlesen. Die Börsenbriefe laufen als Jahresabo. Du hast das gesetzliche Widerrufsrecht von 14 Tagen, danach bist du bis zum Ende des Bezugsjahres gebunden. Ein Zugang, den du monatlich beenden kannst, ist das nicht. Wer den günstigen Wochenpreis sieht, sollte ihn deshalb mal 52 rechnen, bevor er zusagt.
13 Trading-Indikatoren, die du kennen musst

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Ritters Einsteiger-Trades: ein Signal nachverfolgt
Weil keine öffentliche Erfolgsbilanz existiert, habe ich das gemacht, was sonst niemand macht: ein konkretes Signal bis zum Ende verfolgt. Der Dienst, der neuen Nutzern zuerst angeboten wird, arbeitet nach einer bekannten Methode.
Die CANSLIM-Methode ist ein von William O’Neil entwickeltes Auswahlverfahren für Wachstumsaktien, das sieben Kriterien von Gewinnwachstum bis Marktrichtung kombiniert.
Wie das Verfahren im Detail arbeitet, steht in unserem Beitrag zur CAN SLIM Methode. Im Dienst wird es mit einem festen Chance-Risiko-Verhältnis umgesetzt: Kursziel 50 Prozent über dem Einstieg, Stop-Loss 20 Prozent darunter, Einstieg immer über Limit. Das ist eine saubere, disziplinierte Vorgabe, und ich habe daran fachlich nichts auszusetzen.
Am 3. Dezember 2025 empfahl der Dienst Comstock Resources (ISIN US2057683029, Ticker CRK), einen US-Erdgasförderer. Die Parameter lauteten: Kurs bei Veröffentlichung rund 25,81 US-Dollar, Einstieg per Limit bis 28,39 US-Dollar, Kursziel 38,72 US-Dollar, Stop-Loss 20,65 US-Dollar. Der Kommentar verwies auf den starken Energiemarkt und ein günstiges Chartbild.
So ist es gelaufen: Der Kurs erreichte das Ziel nie. Er drehte nach unten und riss den Stop bei 20,65 US-Dollar. Am 27. Juli 2026 notiert Comstock Resources bei 12,95 US-Dollar, rund 44 Prozent unter dem Jahresstart und nahe am 52-Wochen-Tief von 12,44 US-Dollar.
Was folgt daraus, und was nicht? Ein Einzeltrade ist keine Bilanz, und jede Strategie produziert Verlusttrades. Wer sich an die Vorgabe hielt, verlor 20 Prozent und war raus, und damit hat die Risikoregel genau das getan, wofür sie da ist. Wer den Stop ignorierte, sitzt heute bei rund der Hälfte. Der belastbare Befund ist deshalb nicht „schlechtes Signal“, sondern: Genau diese Nachverfolgung müsste der Anbieter für alle Empfehlungen liefern, und er tut es nicht. Solange das so bleibt, kaufst du eine Meinung, keine geprüfte Erfolgsbilanz.

One-Click-Order in MT4, TradingView und bei CFD-Brokern
Der Begriff hat eine zweite Bedeutung, und viele Suchende meinen genau diese. Neben der Plattform aus Passau steht „One-Click-Trading“ für eine Funktion in Handelsplattformen, die mit Börsenbriefen nichts zu tun hat.
Eine One-Click-Order ist eine Orderfunktion, bei der ein einziger Klick die Order sofort auslöst, ohne den sonst üblichen Bestätigungsdialog.
Im MetaTrader 4 heißt die Funktion Ein-Klick-Handel und wird über ein kleines Panel oben links im Chart bedient. Ein Klick auf Buy oder Sell schickt die Order mit der voreingestellten Losgröße direkt an den Markt. Aktivieren musst du sie einmalig in den Einstellungen und dabei den Nutzungsbedingungen zustimmen. Welche Broker die Plattform anbieten, steht in unserer Übersicht der MetaTrader 4 Broker. Auch bei TradingView und bei den meisten CFD-Brokern existiert die Funktion, dort meist als Schalter direkt in der Ordermaske oder im Chart-Trading-Panel.
Für wen sich das lohnt, hängt am Handelsstil. Im schnellen Intraday-Handel ist der Zeitgewinn real, weil an markanten Marken oft Sekunden über den Einstiegskurs entscheiden. Scalper und Daytrader verzichten deshalb ungern darauf.
Die Kehrseite ist genauso real, und sie wird gern verschwiegen. Ohne Bestätigungsdialog fehlt die letzte Bremse. Ein Fehlklick löst sofort eine echte Position aus, eine falsch stehengebliebene Losgröße wird ungeprüft übernommen, und in hektischen Phasen verleitet der schnelle Knopf zum Nachfassen aus dem Bauch heraus. Wer diszipliniert mit festen Größen arbeitet, gewinnt Zeit. Wer zu impulsiven Trades neigt, baut sich hier eine Falle. Für Einsteiger ist der Bestätigungsdialog in den ersten Monaten die bessere Wahl.
One Click Trading kündigen
Hier werden zwei Dinge verwechselt, die getrennt zu behandeln sind. Der Plattformzugang und das Abo des Börsenbriefs sind nicht dasselbe, und nur das zweite kostet Geld.
- Plattformzugang: Das kostenlose Konto bei One Click Trading kannst du in den Einstellungen beenden. Daraus entstehen keine Kosten und keine Frist.
- Börsenbrief-Abo: Das ist der kostenpflichtige Teil. Gekündigt wird beim Verlag oder über den Zahlungsabwickler, über den du gebucht hast.
Für das Abo gilt die 14-tägige Widerrufsfrist ab Vertragsschluss. Wer sie verpasst, ist bis zum Ende des Bezugsjahres gebunden und kann dann zum Laufzeitende kündigen. Die Kündigung sollte schriftlich und nachweisbar erfolgen, am besten per E-Mail mit Bestätigung. Notiere dir das Buchungsdatum, denn davon hängen beide Fristen ab.
Ein praktischer Hinweis: Der Zugang zu den Inhalten endet mit dem Abo. Wenn du Ausgaben oder Schulungsvideos behalten willst, lade sie vorher herunter.
Fazit: für wen One Click Trading passt
One Click Trading löst genau ein Problem, und das löst es gut. Wer einen Börsenbrief abonniert hat und dessen Empfehlungen ohne Tippfehler und ohne Zeitverlust umsetzen will, bekommt hier ein sauber gebautes Werkzeug. Der Betreiber ist ein eingetragenes deutsches Unternehmen mit benanntem Haftungsdach und einer Verlagsgruppe im Rücken. An der formalen Seriosität habe ich nichts auszusetzen.
Der Haken liegt woanders. Die Plattform ist nur so gut wie die Empfehlungen, die durch sie laufen, und über deren Qualität erfährst du vor dem Kauf nichts Belastbares. Es gibt keine öffentliche Signalhistorie, kein unabhängiges Bewertungsprofil, keine geprüfte Trefferquote. Das nachverfolgte Signal aus dem Dezember 2025 wurde ausgestoppt, und ohne Gesamtbilanz lässt sich nicht einordnen, ob das die Ausnahme war oder die Regel. Dazu kommt eine Jahresbindung, die im Wochenpreis-Marketing untergeht, und eine App, die seit über einem Jahr kein Update bekommen hat.
Für dich heißt das:
- Passt, wenn du ohnehin einen der angeschlossenen Börsenbriefe beziehst, bei einem der acht Broker liegst und die Umsetzung beschleunigen willst.
- Passt nicht, wenn du eigene Analysen machst. Dann brauchst du eine Handelsplattform, kein Weiterleitungswerkzeug.
- Passt nicht, wenn du eine geprüfte Erfolgsbilanz erwartest, bevor du Geld einsetzt. Die gibt es hier nicht.
Mein eigener Zugang ist ein anderer, und das gehört zur Einordnung dazu. Ich handele seit Jahrzehnten diskretionär nach dem Chartbild und halte wenig davon, fremde Empfehlungen ungeprüft zu übernehmen, egal wie schnell der Klick geht. Wer Signale nutzt, sollte wenigstens verstehen, warum ein Trade aufgesetzt wird. Sonst fehlt in der ersten Verlustserie genau das, was du dann am dringendsten brauchst: ein Grund, dabeizubleiben.
Häufige Fragen zu One Click Trading
Ist One Click Trading seriös?
Die Plattform wird von der LRT Finanz-Research GmbH aus Passau betrieben, eingetragen unter HRB 9631 beim Amtsgericht Passau. Sie arbeitet als vertraglich gebundener Vermittler unter der Haftung der DonauCapital Wertpapier GmbH. Formal ist das Angebot damit sauber aufgestellt. Was fehlt, ist eine öffentliche Erfolgsbilanz der vermittelten Empfehlungen.
Was kostet One Click Trading?
Die Plattform selbst ist kostenlos. Kosten entstehen nur durch den gebuchten Börsenbrief. Der Einsteigerdienst liegt je nach Zugangsweg zwischen rund 77 und 230 Euro im Jahr, Spezialdienste kosten deutlich mehr. Dazu kommen die Ordergebühren deines Brokers.
Welche Broker kann ich mit One Click Trading nutzen?
Angebunden sind acht Anbieter: Consorsbank, comdirect, LYNX, CapTrader, Agora Direct, flatex, finanzen.net zero und justTRADE. Ein bestehendes Depot reicht aus, ein neues Konto brauchst du nicht. Liegt dein Depot woanders, musst du jede Order von Hand übertragen.
Wie kündige ich One Click Trading?
Trenne die beiden Verträge. Der kostenlose Plattformzugang lässt sich jederzeit in den Einstellungen beenden. Für den Börsenbrief gilt eine Widerrufsfrist von 14 Tagen, danach läuft das Abo bis zum Ende des Bezugsjahres und kann zum Laufzeitende gekündigt werden.
Was ist der Unterschied zwischen One Click Trading und einer One-Click-Order?
One Click Trading ist der Name einer Plattform, die Empfehlungen aus Börsenbriefen als fertiges Orderticket ausliefert. Eine One-Click-Order ist dagegen eine Funktion in Handelsplattformen wie dem MetaTrader 4 oder TradingView, bei der ein Klick die Order ohne Bestätigungsdialog auslöst. Beides hat nichts miteinander zu tun.
Gibt es eine kostenlose Testphase?
Die Plattform ist dauerhaft kostenlos, dafür braucht es keinen Test. Für die Börsenbriefe gibt es keine unverbindliche Testphase im eigentlichen Sinn, sondern das gesetzliche Widerrufsrecht von 14 Tagen nach Vertragsschluss. Wer in dieser Frist widerruft, zahlt nichts.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1978 als diskretionärer Price-Action-Trader. Seine Märkte sind Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte.
In den späten 1980er-Jahren übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und brachte dessen zehn Bücher ins Deutsche. Zwischen 2000 und 2010 gab er Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Mit den eigenen Signaldiensten von Kagels Trading kennt Karsten die Seite des Anbieters aus der Praxis und steht zu One Click Trading damit im Wettbewerb. Diese Nähe nutzt er hier für den Blick auf das, was zählt: Handelsregister, Haftungsdach und Vertragsbedingungen statt Werbeversprechen, dazu die Nachverfolgung eines einzelnen Signals bis zum Ergebnis.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.





