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EZB Zinsentscheid: Termine, aktuelle Entscheidung & Bedeutung für Trader

Zuletzt aktualisiert: 19. September 2026

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12 Min

Christian Möhrer

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Christian Möhrer

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Die Europäische Zentralbank hat am 10. September 2026 alle drei Leitzinsen erneut um 0,25 Prozentpunkte angehoben: Der Einlagensatz liegt seit dem 16. September bei 2,50%, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65% und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,90%. Es ist die zweite Zinserhöhung in diesem Jahr nach dem ersten Schritt vom 11. Juni und der Zinspause vom 23. Juli. Für Trader und aktive Anleger ist der EZB Zinsentscheid einer der wichtigsten Termine im Wirtschaftskalender.

Die Zinspolitik der EZB bewegt die Kurse an den Aktien-, Anleihe- und Devisenmärkten unmittelbar; seit dem Iran-Krieg steht die Notenbank vor einem Stagflations-Dilemma. In diesem Artikel erkläre ich die aktuelle Entscheidung, alle kommenden Termine mit Uhrzeit, die Bedeutung für die Märkte und was Trader jetzt beachten sollten. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Der EZB-Zinsentscheid: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Aktuelle Leitzinsen: Einlagensatz 2,50% · Hauptrefinanzierungssatz 2,65% · Spitzenrefinanzierungssatz 2,90% (zweite Erhöhung 2026)
  • Letzter Entscheid: 10. September 2026: alle drei Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte angehoben, wirksam seit 16. September
  • Nächste EZB-Sitzung: 29. Oktober 2026 (Zinsentscheid um 14:15 MEZ, Pressekonferenz um 14:45 MEZ)
  • Inflation August 2026: 3,2% im Euroraum (Eurostat, endgültig), Kerninflation 2,4% (deutlich über dem EZB-Ziel von 2,0%)
  • Neue EZB-Projektionen 2026: Inflation 3,0% · Wachstum 0,9% (Prognose-Jahresdurchschnitte; Wachstum nach oben revidiert)
  • Konjunktur: Eurozone-BIP im Q1 2026 stagniert (0,0%), im Q2 um 0,6% gewachsen (Eurostat)

Termine des EZB Zinsentscheids 2026 und 2027

Die folgende Tabelle zeigt die nächsten geldpolitischen Sitzungen des EZB-Rats, auf denen über die Leitzinsen entschieden wird. Die Termine stammen direkt von der offiziellen EZB-Webseite.

DatumPressekonferenzStatus
23. Juli 202614:45 MESZZinspause (Sätze unverändert)
10. September 202614:45 MESZZinserhöhung (+0,25 Prozentpunkte)
29. Oktober 202614:45 MEZAusstehend
17. Dezember 202614:45 MEZAusstehend
4. Februar 202714:45 MEZAusstehend
18. März 202714:45 MEZAusstehend

Jede Sitzung erstreckt sich über zwei Tage. Am zweiten Tag wird der Zinsentscheid um 14:15 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht, gefolgt von der Pressekonferenz um 14:45 Uhr. Die Pressekonferenz kann live über den offiziellen Webcast der EZB verfolgt werden.

Wie sich die EZB-Termine in den Gesamtmonat einordnen, zeigt der Wirtschaftskalender für Trader mit allen High-Impact-Terminen.

EZB Einlagensatz Zinsentwicklung 2022 bis 2026 mit Zinshoch bei 4 Prozent und zweiter Zinserhöhung auf 2,50 Prozent im September 2026
EZB Einlagensatz Zinsentwicklung 2022 bis 2026 mit Zinshoch bei 4 Prozent und zweiter Zinserhöhung auf 2,50 Prozent im September 2026

Aktueller EZB Zinsentscheid vom 10. September 2026

Die Europäische Zentralbank hat am 10. September 2026 alle drei Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Der Einlagensatz steigt auf 2,50%, der Hauptrefinanzierungssatz auf 2,65% und der Spitzenrefinanzierungssatz auf 2,90%. Es ist die zweite Zinserhöhung in diesem Jahr. Die EZB begründet den Schritt mit dem erneuten Anstieg der Inflation: Zum Sitzungstermin wies die Schnellschätzung für August 3,3% aus, Eurostat bestätigte am 17. September endgültig 3,2%. Beides liegt deutlich über dem Ziel von 2,0%.

Auf der Pressekonferenz legte sich EZB-Präsidentin Christine Lagarde nicht auf einen weiteren Zinspfad fest. Der EZB-Rat habe über künftige Schritte nicht diskutiert und entscheide datenabhängig von Sitzung zu Sitzung. Nach den neuen Projektionen soll die Inflation erst gegen Ende 2027 zum Ziel zurückkehren: 3,0% im Schnitt für 2026, 2,5% für 2027 und 2,1% für 2028.

Zuvor hatte die EZB am 11. Juni 2026 die erste Zinserhöhung seit September 2023 beschlossen und am 23. Juli 2026 eine Zinspause eingelegt. Mit dem September-Schritt bestätigt sie die Zinswende nach oben.

In der offiziellen geldpolitischen Erklärung zum Juni-Entscheid betonte die EZB, der Iran-Krieg erzeuge Inflationsdruck und die Entscheidung zur Zinserhöhung sei „robust über eine Reihe von Szenarien”. EZB-Präsidentin Christine Lagarde stellte klar, man lege sich nicht auf einen bestimmten Zinspfad fest, sondern entscheide weiterhin datenabhängig und von Sitzung zu Sitzung.

Die neuen EZB-Projektionen vom September bestätigen die Inflation für 2026 bei durchschnittlich 3,0% (Dezember noch 1,9%) und heben sie für 2027 auf 2,5% und für 2028 auf 2,1% an. Das Wirtschaftswachstum wurde dagegen nach oben revidiert, auf 0,9% für 2026 und 1,4% für 2027 (Jahresdurchschnitte), weil sich die Wirtschaft im Euroraum widerstandsfähiger zeigt als erwartet. Die Eurostat-Daten bestätigen das: Im ersten Quartal 2026 stagnierte das BIP (0,0%), im zweiten Quartal wuchs es um 0,6%.

Getrieben wurde die Kehrtwende von der Inflationsentwicklung im Frühjahr 2026: Die Teuerung stieg von 2,6% im März über 3,0% im April auf 3,2% im Mai. Verantwortlich sind weiterhin die infolge des Iran-Kriegs gestiegenen Energiepreise.

Die Vorgeschichte: Der Iran-Schock vom März 2026

Bereits auf der Sitzung am 19. März 2026 hatte EZB-Präsidentin Christine Lagarde den Iran-Krieg als „bedeutenden Schock” bezeichnet. Die EZB-Mitarbeiter hatten die Inflationsprognose für 2026 drastisch angehoben: von 1,9% auf 2,6%. Gleichzeitig wurde die Wachstumsprognose von 1,2% auf nur noch 0,9% gesenkt.

Lagarde betonte damals einen entscheidenden Unterschied zur Inflationswelle nach dem Ukraine-Krieg 2022: Der Arbeitsmarkt ist zwar solide, aber das Lohnwachstum geht zurück. Die Ausgangslage für gefürchtete Zweitrundeneffekte sei deshalb deutlich besser als damals. Trotzdem werde die EZB besonders auf Rohstoffpreise, Unternehmensverkaufspreise und Lohnindikatoren achten.

Von Zinssenkungen zu Zinserhöhungen: Die Kehrtwende

Noch vor dem Ausbruch des Iran-Kriegs am 28. Februar 2026 hatten die Märkte leichte Zinssenkungen eingepreist. Das hat sich komplett gedreht. Die Geldmärkte hatten die Kehrtwende korrekt antizipiert: Die erste Erhöhung im Juni war an den Terminmärkten bereits weitgehend eingepreist und ist am 11. Juni eingetreten. Mit dem zweiten Schritt am 10. September hat sich diese Erwartung bestätigt.

Nur einen Tag nach dem April-Entscheid bestätigte Bundesbankpräsident Joachim Nagel diese Richtung: Eine Zinserhöhung im Juni sei möglich, falls sich die Inflationsaussichten nicht deutlich verbesserten. Aus damaliger Sicht (April 2026) entwickle sich die Lage ungünstiger als im März angenommen.

In einer zusätzlichen Szenarioanalyse (März 2026) zeigte die EZB, was bei einer längeren Blockade der Straße von Hormus passieren könnte: Die Inflation könnte in diesem Extremfall auf 3,5 bis 4,4% steigen. So weit ist es noch nicht, aber die Risiken bleiben klar nach oben verteilt.

Erklärung zur Geldpolitik

Lesetipp: Zinsentwicklung Prognose Deutsche Staatsanleihen

Um wie viel Uhr wird der EZB Zinsentscheid bekannt gegeben?

Der EZB Zinsentscheid wird an jedem Sitzungstag um exakt 14:15 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht (im Winter MEZ, im Sommer MESZ). Um 14:45 Uhr beginnt dann die Pressekonferenz, auf der EZB-Präsidentin Christine Lagarde die Entscheidung erläutert und Fragen der Journalisten beantwortet.

Für Trader ist besonders die Pressekonferenz relevant, weil hier oft die eigentlichen Marktbewegungen stattfinden. Der Wortlaut von Lagardes Aussagen wird von den Märkten in Echtzeit analysiert. Begriffe wie „datenabhängig”, „Aufwärtsrisiken” oder „Flexibilität in beide Richtungen” können innerhalb von Minuten zu deutlichen Kursbewegungen bei EUR/USD, Bund-Futures und europäischen Aktienindizes führen.

Der Zinsentscheid fällt mitten in den europäischen Handelstag, während die US-Börsen noch geschlossen sind. Die genauen Handelszeiten der europäischen und US-Börsen stehen im Überblick.

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Was ist der EZB Zinsentscheid?

Der EZB Zinsentscheid ist die geldpolitische Entscheidung der Europäischen Zentralbank über die Höhe der drei Leitzinsen im Euroraum, die in der Regel alle sechs Wochen auf Sitzungen des EZB-Rats getroffen wird.

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist die Zentralbank der 21 EU-Mitgliedstaaten, die den Euro als Währung verwenden, mit Sitz in Frankfurt am Main.

Die EZB legt drei Leitzinssätze fest: den Einlagensatz, den Hauptrefinanzierungssatz und den Spitzenrefinanzierungssatz. Der Einlagensatz ist dabei der wichtigste, weil er das zentrale zinspolitische Signal an den Geld- und Kapitalmarkt darstellt. Über die Leitzinsen steuert die EZB die Kreditkosten für Banken, Unternehmen und Verbraucher und beeinflusst so Inflation und Wirtschaftswachstum im gesamten Euroraum.

EZB Hauptsitz Frankfurt am Main Europäische Zentralbank
Der Hauptsitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main.

An der Spitze der EZB steht das Direktorium unter dem Vorsitz von EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Der EZB-Rat, das zentrale Entscheidungsgremium, setzt sich aus dem Direktorium und den Präsidenten der nationalen Zentralbanken des Euro-Währungsgebiets zusammen. Dieses Gremium trifft die wesentlichen geldpolitischen Entscheidungen.

Der Entscheidungsprozess bei Zinsentscheidungen

Die EZB trifft ihre Zinsentscheidungen auf der Grundlage umfangreicher Wirtschaftsdaten und Analysen. In den regelmäßigen Sitzungen bewertet der EZB-Rat die aktuelle Wirtschaftslage im Euroraum und berücksichtigt dabei Inflationsraten, Wirtschaftswachstum, Arbeitsmarktdaten und weitere Indikatoren. Das vorrangige Ziel der EZB ist die Preisstabilität — konkret strebt sie mittelfristig eine Inflationsrate von 2% an.

Erklär-Video zur EZB

Bedeutung des EZB Zinsentscheids für Trader und Anleger

Jeder EZB Zinsentscheid hat direkte Auswirkungen auf mehrere Anlageklassen. Die folgenden Zusammenhänge sind für aktive Trader besonders relevant:

Wie wirkt der EZB Zinsentscheid auf Aktienmarkt Anleihenmarkt Devisenmarkt und Sparzinsen
So wirkt der EZB Zinsentscheid auf vier zentrale Anlageklassen — Auswirkungen von Zinserhöhungen und Zinssenkungen im Überblick.

Auswirkungen auf die Märkte

Aktienmarkt: Niedrigere Zinsen machen Aktien attraktiver, weil die Diskontierung zukünftiger Gewinne günstiger wird und günstige Kredite Investitionen fördern. Höhere Zinsen dagegen belasten Aktienkurse, weil steigende Kreditkosten die Unternehmensgewinne schmälern. Besonders zinssensitive Sektoren wie Immobilien und Versorger reagieren stark auf Zinsänderungen.

Am unmittelbarsten schlägt jeder Zinsentscheid auf den Euro-Bund-Future durch. Er gilt als wichtigstes Zinsbarometer der Eurozone und reagiert bereits während der Pressekonferenz.

Anleihenmarkt: Bei steigenden Zinsen fallen die Kurse bestehender Anleihen, weil neue Anleihen höhere Renditen bieten. Der Bund-Future, der wichtigste Zins-Future in Europa, reagiert auf jede EZB-Sitzung. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ist 2026 über die Marke von 3,0% gestiegen.

Devisenmarkt: Für EUR/USD-Trader bleibt die Zinsdifferenz zwischen Fed und EZB der zentrale Treiber. Nach den September-Erhöhungen beider Notenbanken entscheidet vor allem, wessen weiterer Kurs die Märkte überrascht. Die EZB-Pressekonferenz ist regelmäßig einer der volatilsten Momente im Devisenhandel. Wie sich die EZB-Zinsen auf den Devisenmarkt übertragen, lässt sich gut am Euro-Yen-Kurs ablesen, der besonders empfindlich auf die Zinsdifferenz reagiert.

Sparzinsen: Eine Zinserhöhung durch die EZB führt tendenziell zu höheren Tages- und Festgeldzinsen. Allerdings kann die reale Rendite aufgrund der Inflationsrate negativ bleiben — das gesparte Geld verliert trotz höherer Zinsen an Kaufkraft.

Wie schnell Broker eine Zinsentscheidung weitergeben, zeigen die Beispiele Scalable Capital Zinsen und Trade Republic Zinsen.

Die aktuelle Zinsentwicklung und ihre Auswirkungen auf die Bundesanleihe-Rendite analysieren wir in unserer Zinsprognose.

Ein Blick auf den wichtigsten deutschen Frühindikator lohnt vor jeder Sitzung: Der ifo-Geschäftsklimaindex zeigt, mit welcher Konjunkturlage die EZB rechnet.

EZB-Termine handeln: Was in der Praxis zählt

Nicht die Entscheidung selbst bewegt den Markt, sondern die Abweichung von der Erwartung. Eine Zinserhöhung, die alle erwartet haben, steckt oft schon in den Kursen. Überrascht die EZB dagegen mit Schritt, Wortlaut oder Ausblick, folgen die stärksten Bewegungen.

Die Pressekonferenz kann die erste Reaktion drehen. Zwischen der Veröffentlichung um 14:15 Uhr und dem Ende der Fragerunde wechselt die Richtung nicht selten mehrfach, weil Lagardes Formulierungen zum Zinsausblick schwerer wiegen als der Beschluss selbst.

Um den Termin weiten sich die Spreads, und Orders rutschen durch. Slippage bedeutet: Eine Order wird zu einem schlechteren Kurs ausgeführt als angezeigt, weil sich der Markt zwischen Auftrag und Ausführung bewegt. Wer den Termin handelt, plant beides ein; eine Erfolgsgarantie gibt es nicht.

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Am deutlichsten wirkt der Zinsabstand auf die Euro-Crosser. Wie stark der Vorsprung der Bank of England den Euro derzeit bremst, ordnet die Euro/Britisches Pfund Prognose ein.

EZB vs. Fed – Vergleich der Leitzinspolitik

Die Zinspolitik von EZB und Fed unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt: Das vorrangige Ziel der EZB ist die Preisstabilität; ohne dieses Ziel zu gefährden, unterstützt sie daneben die allgemeine Wirtschaftspolitik der EU. Die Fed hat dagegen ein duales Mandat, das Preisstabilität und maximale Beschäftigung gleichrangig umfasst. Einen detaillierten Überblick über die Zinsentscheidungen der Fed inklusive Dot Plot und Projektionen gibt es in unserem separaten Artikel.

Wie stark Zinsunterschiede auf Währungen durchschlagen, zeigt der japanische Yen: Trotz Zinswende der Bank of Japan steht der Yen gegenüber dem Dollar weiter unter Druck; die Einordnung liefert unsere Dollar-Yen-Prognose.

Die Leitzinsänderungen beider Zentralbanken haben globale Auswirkungen, allerdings auf unterschiedliche Weise. Fed-Entscheidungen beeinflussen die globalen Finanzmärkte stärker, weil der US-Dollar die Weltleitwährung ist. Die EZB-Entscheidungen sind vor allem innerhalb der Eurozone und bei den Handelspartnern der EU von großer Bedeutung.

Aktuell ziehen beide Notenbanken in dieselbe Richtung: Die Fed hob am 16. September 2026 ihre Zielspanne einstimmig um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00% an (Fed-Beschluss), die EZB hatte den Einlagensatz sechs Tage zuvor auf 2,50% erhöht. Für EUR/USD-Trader zählt damit weniger die Richtung als das Tempo: Wie viele weitere Schritte die Märkte je Notenbank einpreisen, verschiebt die Zinsdifferenz.

Für die Zinserwartungen der US-Notenbank existiert mit dem CME Fed Watch Tool ein vergleichbares Instrument, das auf Fed Funds Futures basiert und die Wahrscheinlichkeiten für jede FOMC-Sitzung in Echtzeit anzeigt.

Welche US-Zahlen die Fed-Seite dieses Vergleichs treiben, zeigt der Beitrag zu den US-Inflationsdaten.

Ausblick – EZB Zinsprognose 2026

Die EZB hat den Einlagensatz mit den Zinserhöhungen vom 11. Juni und 10. September 2026 auf 2,50% angehoben, unterbrochen von einer Zinspause am 23. Juli. Die Risiken bleiben asymmetrisch nach oben verteilt. Es lassen sich drei Szenarien unterscheiden:

Szenario 1: Weitere Zinserhöhungen (wahrscheinlichstes Szenario): Die EZB hat am 11. Juni und am 10. September 2026 bereits geliefert. Die Inflation lag im August mit endgültig 3,2% deutlich über dem Ziel, die Kernrate bei 2,4%. Falls sich der Energieschock verfestigt, ist eine weitere Erhöhung auf 2,75% bis Jahresende realistisch. Einen künftigen Zinspfad hat die EZB bewusst offengelassen.

Szenario 2: Zinspause auf aktuellem Niveau: Bei einer Stabilisierung der Ölpreise und einem Rückgang der Inflation in Richtung 2% könnte die EZB ihren abwartenden Kurs beibehalten. Dieses Szenario wird wahrscheinlicher, wenn sich die geopolitische Lage entspannt.

Szenario 3: Zinssenkung (unwahrscheinlich): Bei einer deutlichen Konjunktureintrübung und Inflation unter 2% wären Zinssenkungen denkbar. Aktuell ist dies das unwahrscheinlichste Szenario.

Die nächste EZB-Sitzung am 29. Oktober 2026 wird zeigen, ob die EZB nachlegt. Entscheidend werden die Herbst-Inflationsdaten und die Frage sein, ob sich die Konjunkturschwäche nach der Q1-Kontraktion verfestigt oder ob eine Erholung einsetzt.

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Fazit: EZB Zinsentscheid 2026 – Was Trader jetzt beachten sollten

Der EZB Zinsentscheid steht 2026 im Zeichen des Iran-Kriegs und seiner Folgen für Inflation und Wachstum. Als Trader beobachte ich die EZB-Sitzungen seit Jahrzehnten, und die aktuelle Lage ist eine der komplexesten seit der Eurokrise.

Meine Einschätzung: Die Zinswende nach oben hat begonnen. Die EZB hat am 11. Juni geliefert und die Zinsen erstmals seit 2023 wieder angehoben. Nach der Zinspause vom 23. Juli folgte am 10. September die zweite Erhöhung auf 2,50%. Ob weitere Schritte folgen, hängt davon ab, wie sich Inflation und Konjunktur bis zum Jahresende entwickeln. Das Stagflationsrisiko bleibt: Die Inflation liegt weit über dem Ziel, während die Wirtschaft nur langsam wächst (Q1 stagniert, Q2 plus 0,6%).

Für Trader bedeutet das konkret: Die EZB-Sitzungstermine gehören fest in den Kalender. Die Pressekonferenz um 14:45 Uhr deutscher Zeit ist einer der volatilsten Momente im europäischen Handel. Besonders EUR/USD, Bund-Futures und der DAX reagieren unmittelbar auf jede Nuance in Lagardes Worten. Wer diese Termine ignoriert, riskiert unvorbereitete Positionen in einem zunehmend unsicheren Umfeld.

Häufige Fragen zum EZB Zinsentscheid

Wie hoch sind die EZB-Leitzinsen aktuell?

Seit dem 16. September 2026 liegt der Einlagensatz bei 2,50%, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65% und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,90%. Beschlossen wurde die Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte am 10. September 2026.

Wann ist die nächste EZB-Sitzung?

Die nächste EZB-Sitzung findet am 29. Oktober 2026 statt. Der Zinsentscheid wird um 14:15 Uhr MEZ bekannt gegeben, die Pressekonferenz mit EZB-Präsidentin Christine Lagarde beginnt um 14:45 Uhr MEZ.

Um wie viel Uhr wird der EZB Zinsentscheid veröffentlicht?

Der EZB Zinsentscheid wird an jedem Sitzungstag um 14:15 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht (im Winter MEZ, im Sommer MESZ). Die anschließende Pressekonferenz beginnt um 14:45 Uhr und kann live über den offiziellen Webcast der EZB verfolgt werden.

Wie beeinflusst der EZB Zinsentscheid die Inflation?

Niedrigere Zinsen fördern die Kreditvergabe und können die Wirtschaft ankurbeln, was tendenziell die Inflation erhöht. Höhere Zinsen verteuern Kredite, bremsen das Wirtschaftswachstum und wirken so der Inflation entgegen. Das vorrangige Ziel der EZB ist eine Inflationsrate von mittelfristig 2%.

Wie oft überprüft die EZB ihre Zinssätze?

Der EZB-Rat tagt in der Regel alle sechs Wochen zu geldpolitischen Sitzungen. Pro Jahr finden acht Sitzungen statt, auf denen über die Leitzinsen entschieden wird. Zusätzlich gibt es nicht-geldpolitische Sitzungen, die für die Finanzmärkte weniger relevant sind.

Worin unterscheiden sich die drei EZB-Leitzinsen?

Der Einlagensatz bestimmt, was Banken für Guthaben bei der EZB erhalten; er ist der wichtigste Steuerungssatz und die Zahl, auf die Märkte und Medien schauen. Der Hauptrefinanzierungssatz gilt für die reguläre Kreditaufnahme der Banken bei der EZB, der Spitzenrefinanzierungssatz für kurzfristige Übernachtkredite.

Über den Autor

Karsten Kagels handelt seit 1980 aktiv an den Finanzmärkten und verfolgt die Geldpolitik der großen Notenbanken seit über vier Jahrzehnten. Er übersetzte in den späten 1980er-Jahren Robert Prechters Elliott-Wave-Literatur ins Deutsche und war über 17 Jahre Joe Ross’ Repräsentant in Deutschland, wo er alle dessen Trading-Bücher übersetzte und herausgab.

Als Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH betreibt Karsten Kagels die Plattform kagels-trading.de, auf der Trader und aktive Anleger fundierte Marktanalysen, Broker-Erfahrungsberichte und Trading-Wissen finden. Seine langjährige Erfahrung im diskretionären Price-Action-Trading in den Bereichen Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte fließt direkt in die Beurteilung geldpolitischer Entwicklungen ein.

Dieser Artikel wurde auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen der Europäischen Zentralbank, aktueller Marktdaten und der persönlichen Markteinschätzung von Karsten Kagels erstellt. Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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