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cTrader Erfahrungen: was die MetaTrader-Alternative 2026 wirklich kann

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2026

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17 Min

Christian Möhrer

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Christian Möhrer

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cTrader ist keine Software, die du beim Hersteller kaufst. Die Plattform kommt vom zyprischen Entwickler Spotware Systems, und du bekommst sie ausschließlich über einen Broker oder eine Prop-Firma. Das klingt nach einem Detail, entscheidet aber das Wesentliche: Wie schnell deine Order ausgeführt wird, welchen Hebel du bekommst und wer im Streitfall haftet, hängt am Broker und nicht an der Software.

Genau an dieser Stelle wird es für Trader aus Deutschland und Österreich unübersichtlich. Das offizielle Verzeichnis des Herstellers führt für Deutschland 47 Broker. Drei davon arbeiten mit dem EU-Hebel von 1:30, der Rest wirbt mit 1:500 bis 1:5000 und sitzt außerhalb der Europäischen Union. Dieser Artikel zeigt, was die Plattform kann, wie du sie herunterlädst und auf Deutsch umstellst, welche Anbieter für dich überhaupt infrage kommen und wo die Grenzen liegen. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

cTrader: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Hersteller: Spotware Systems Ltd mit Sitz in Limassol, Zypern, am Markt seit 2010
  • Preis: die Plattform ist kostenlos, bezahlt wird über Spread und Kommission des Brokers
  • Verfügbar für: Browser, Windows 7 bis 11 und macOS ab 12.0, dazu Apps für Android und iOS
  • Wichtige Einschränkung: die mobilen Apps können kein cTrader Algo, automatisierte Strategien laufen nur auf dem Desktop und im Browser
  • Programmierung: in C# und Python statt in MQL wie beim MetaTrader
  • Broker: 47 im offiziellen Verzeichnis für Deutschland, davon nur drei mit EU-Hebel 1:30
  • Bewertung: 4,8 von 5 bei 3.207 Trustpilot-Stimmen, Stand 2. September 2026

Was ist cTrader?

cTrader ist eine Handelsplattform für Forex und CFDs, die der zyprische Softwareentwickler Spotware Systems seit 2010 baut und ausschließlich über Broker und Prop-Firmen an Trader ausliefert.

Spotware verkauft die Software nicht an dich, sondern an Broker. Diese Broker stellen dir cTrader kostenlos zur Verfügung und verdienen an deinen Spreads und Kommissionen. Ein Spread ist die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs, also der Betrag, den ein Trade dich kostet, bevor sich der Markt überhaupt bewegt hat. Dasselbe Modell nutzt der Analyse-Zulieferer Trading Central, dessen Auswertungen in cTrader eingebunden sind. Deine Handelsergebnisse aus cTrader kannst du anschließend kostenlos bei FX Blue auswerten lassen.

Das Firmenprofil ist öffentlich einsehbar. Spotware Systems Ltd sitzt in der Stratigou Gianni Timagia 19 in Limassol auf Zypern. Das ist keine Nebensache: Du hast im Ergebnis zwei Vertragspartner, den Softwarehersteller und deinen Broker, und nur einer von beiden verwahrt dein Geld.

Wie die Oberfläche aufgebaut ist

Die Oberfläche trennt Analyse und Orderausführung in zwei Modi. Im Chart-Modus zeichnest und analysierst du, im Trade-Modus platzierst du Order. Diese Trennung ist der sichtbarste Unterschied zum MetaTrader, wo beides im selben Fenster passiert.

Level-II-Marktdaten zeigen dir das Orderbuch. Du siehst also, welche Kauf- und Verkaufsaufträge gerade in welcher Größe im Markt liegen. Der Hersteller wirbt außerdem damit, dass es keine serverseitige Manipulation und keine Kursinjektion gibt. Übersetzt heißt das: Der Broker soll die Kurse, die du siehst, nicht nachträglich zu deinen Ungunsten verändern können. Ob das im Einzelfall eingehalten wird, prüft Spotware allerdings nicht nach.

Der Unterschied zu MetaTrader 4 und 5

Der praktisch wichtigste Unterschied liegt in der Programmiersprache. Der MetaTrader nutzt MQL4 beziehungsweise MQL5, eine eigene Sprache, die es sonst nirgends gibt. cTrader arbeitet laut Herstellerdokumentation mit C# und Python. Wer eine der beiden Sprachen ohnehin beherrscht, muss für den Einstieg nichts Neues lernen.

cTrader im Vergleich mit MetaTrader und TradingView: Vor- und Nachteile der drei Plattformen
cTrader, MetaTrader und TradingView im direkten Vergleich

Der zweite Unterschied ist das Alter der Oberfläche. MT4 stammt aus dem Jahr 2005 und sieht auch so aus. Das ist kein reines Geschmacksurteil: Mehrere Monitore, hochauflösende Bildschirme und Touch-Bedienung waren damals kein Thema und wurden später nur nachgerüstet.

Wo der MetaTrader klar vorn liegt, ist die Verbreitung. Fast jeder Forex-Broker weltweit bietet MT4 oder MT5 an, und fertige Expert Advisors gibt es zu Tausenden. Wer eine bestimmte gekaufte Strategie einsetzen will, findet sie mit hoher Wahrscheinlichkeit für den MetaTrader und nicht für cTrader.

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cTrader herunterladen, im Browser starten und einloggen

Für den Zugang gibt es acht offizielle Wege, und sie unterscheiden sich im Funktionsumfang. Genau an dieser Stelle werden die meisten Beschreibungen ungenau, weil sie alle Varianten in einen Topf werfen.

Welche Version welchen Funktionsumfang hat

VersionVoraussetzungEnthält
cTrader Webaktueller BrowserTrade, Copy, Algo
cTrader WindowsWindows 7, 8, 10 oder 11Trade, Copy, Algo
cTrader MacmacOS 12.0 oder neuerTrade, Copy, Algo
Mobile AppsAndroid oder iOSnur Trade und Copy

Die letzte Zeile ist die wichtigste der ganzen Tabelle. Die mobilen Apps enthalten kein cTrader Algo. Wer seine Bots unterwegs starten, stoppen oder anpassen will, kann das mit dem Telefon nicht. Automatisierung braucht den Desktop oder den Browser. Der Hersteller weist das auf seiner Downloadseite offen aus, in vielen Beschreibungen taucht es trotzdem nicht auf.

Neben Google Play und dem App Store liefert Spotware die Apps über weitere Kanäle aus. Dazu zählen der Amazon Appstore, die Huawei AppGallery, der Samsung Galaxy Store und eine direkte APK-Datei. Für Geräte ohne Google-Dienste ist das der einzige Weg.

Die Web-Version ist der unterschätzte Zugang

cTrader Web läuft im Browser, braucht keine Installation und hat trotzdem den vollen Funktionsumfang. Auch cTrader Algo ist dort enthalten. Für Trader mit einem verwalteten Firmenrechner oder einem Linux-System ist das der einzige praktikable Zugang, denn eine eigene Linux-Anwendung gibt es nicht.

cTrader ID und Login

Der Login läuft über die cTrader ID, ein Konto beim Hersteller und nicht beim Broker. Du legst sie einmal an und meldest dich damit bei jedem Broker an, der die Plattform anbietet. Workspaces, Layouts und Chart-Einstellungen synchronisieren sich über diese ID auf alle deine Geräte.

Praktisch heißt das: Beim Brokerwechsel nimmst du deine Arbeitsumgebung mit. Das ist ein echter Vorteil gegenüber dem MetaTrader, wo jede Broker-Installation eine eigene Insel mit eigenen Vorlagen und eigenen Indikatoren ist.

cTrader ID anlegen: Registrierung über den Broker Pepperstone in der deutschen Oberfläche
Die cTrader ID wird über den Broker angelegt. Die Aufnahme vom 25. Mai 2025 zeigt zugleich die deutschsprachige Oberfläche.

cTrader auf Deutsch umstellen

Die Plattform ist auf Deutsch verfügbar, wird aber je nach Broker auf Englisch ausgeliefert. Die Umstellung dauert einen Moment:

  1. Unten links auf Einstellungen klicken
  2. Den Bereich Application öffnen und dort General wählen
  3. Bei Language die gewünschte Sprache auswählen
  4. Im Pop-up mit OK bestätigen

Auch die offizielle Dokumentation des Herstellers gibt es auf Deutsch. Der oft zu lesende Vorwurf, es gebe nichts auf Deutsch, trifft für Plattform und Hilfe also nicht zu. Was tatsächlich meist englisch bleibt, ist der Support des Brokers und der Großteil der Community.

Demokonto oder Live-Konto

Ein Demokonto bekommst du bei praktisch jedem cTrader-Broker kostenlos und ohne Einzahlung. Es arbeitet mit echten Kursen und virtuellem Geld. Nutze es, um die Bedienung zu lernen, nicht um deine Strategie zu bewerten: Im Demokonto wird deine Order immer zum gewünschten Kurs gefüllt, im echten Handel nicht.

Wie sich die meistgenutzte Charting-Plattform daneben schlägt, zeigt unser Testbericht zu TradingView mit allen Abo-Kosten und Funktionen.

cTrader Broker: welche Anbieter für DACH-Trader infrage kommen

Das offizielle Verzeichnis listet für Deutschland 47 Broker. Das ist die vollständigste öffentliche Quelle, die es zu dieser Frage gibt, und sie hat zwei Eigenheiten, die du kennen solltest.

Erstens prüft der Hersteller die gelisteten Broker nicht. Auf der Verzeichnisseite steht wörtlich: „cTrader überprüft den Regulierungsstatus, die Verlässlichkeit oder Dienstleistungen von in dieser Anwendung oder auf dieser Website aufgelisteten Brokern nicht und empfiehlt keine Broker.” Ein Eintrag ist also kein Qualitätssiegel, sondern eine technische Feststellung: Dieser Broker hat cTrader lizenziert.

Zweitens ist die Liste nicht vollständig. IC Markets etwa bietet cTrader auf seiner EU-Seite für deutsche Kunden an, taucht im Verzeichnis aber nicht auf. Wer sich allein auf die Liste verlässt, übersieht Anbieter.

Der Hebel trennt die Liste in zwei Welten

Der entscheidende Filter für Trader aus dem DACH-Raum ist der maximale Hebel. Die europäische Aufsicht begrenzt ihn für Privatanleger bei den großen Währungspaaren auf 1:30. Ein Anbieter, der 1:500 oder mehr bewirbt, tut das über eine Gesellschaft außerhalb der EU.

BrokerMax. HebelMindesteinzahlung
Pepperstone1:30$0
FxPro1:30$100
Skilling1:30$500
Fusion Markets1:500$0
M4Markets1:5000$5

Der Unterschied ist keine Formalie. Bei einer Gesellschaft innerhalb der EU greifen die Anlegerentschädigung, die Pflicht zum Schutz vor negativem Kontostand und ein europäischer Beschwerdeweg. Bei einer Gesellschaft außerhalb der EU greift davon nichts. Der höhere Hebel ist der Preis dafür, und er wirkt in beide Richtungen.

Bemerkenswert ist die Einstiegshürde bei den drei EU-Brokern. Pepperstone verlangt keine Mindesteinzahlung und führt zugleich 3.282 Trustpilot-Stimmen, FxPro ruft $100 auf und kommt auf 771 Stimmen, Skilling verlangt $500 bei 423 Stimmen. Wer mit kleinem Konto anfangen will, findet die niedrigste Schwelle also nicht bei dem Anbieter, der als besonders einsteigerfreundlich gilt.

Eine Zahl gehört zur Einordnung dazu. IC Markets weist auf seiner deutschen EU-Seite aus, dass 72,52 Prozent der Privatanlegerkonten beim CFD-Handel bei diesem Anbieter Geld verlieren. Diese Pflichtangabe steht bei jedem EU-regulierten Broker und ist die nüchternste Zahl, die du in diesem Zusammenhang findest.

Nicht mehr aktuell: RoboMarkets

In älteren Übersichten steht RoboMarkets als cTrader-Broker, auch in einer früheren Fassung dieses Artikels. Das trifft nicht mehr zu. Der deutsche Auftritt leitet auf eine Seite mit dem Hinweis „Access to global markets, coming soon” weiter, auf der Startseite kommt das Wort cTrader kein einziges Mal vor, und im offiziellen Verzeichnis steht der Anbieter nicht. Der Hintergrund: RoboMarkets hat das Privatkundengeschäft mit Forex und CFDs in Europa Anfang 2025 beendet, die deutsche Gesellschaft handelt seither nur noch Aktien, Anleihen und ETFs. Wer die Plattform bei einem verwandten Anbieter sucht, findet sie bei RoboForex, wo die regulatorischen Grenzen aber eigene sind. Was heute bei RoboMarkets gilt, steht im aktualisierten Bericht.

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cTrader bei Prop-Firmen

Spotware betreibt inzwischen ein eigenes Verzeichnis für Prop-Trading-Firmen. Es nennt über 40 Firmen, aktuell 639 laufende Challenges und mehr als 500.000 Prop-Trader im cTrader-Umfeld.

Eine Prop-Firma stellt dir Handelskapital zur Verfügung, wenn du vorher eine Prüfung bestehst. Du zahlst eine Gebühr für die sogenannte Challenge und bekommst im Erfolgsfall einen Anteil am Gewinn. Zur Einordnung gehört, dass FTMO das Handelsumfeld selbst ausdrücklich als simuliertes Trading bezeichnet.

AnbieterSitzKontogröße
FTMOTschechien$10.000 bis $200.000
The Trading PitLiechtenstein$5.000 bis $200.000
The5ersIsrael$2.500 bis $250.000
FundingPipsVAE$5.000 bis $200.000

Bei FTMO ist cTrader keine Notlösung für die Challenge-Phase, sondern eine vollwertige Plattform. Der Anbieter führt sie auf seiner Plattformseite gleichrangig neben MetaTrader 4, MetaTrader 5 und TradingView und nennt für die Automatisierung ausdrücklich C#, Python und die Open API. Bei den Bewertungen liegen FTMO und The5ers mit je 4,8 Sternen vorn (35.577 beziehungsweise 20.163 Stimmen), FundingPips bei 4,5 aus 40.748 und The Trading Pit bei 4,2 aus 682. Letzterer ist mit Sitz in Liechtenstein der einzige Anbieter dieser Tabelle im Europäischen Wirtschaftsraum und zahlt nach eigener Angabe täglich aus, während die übrigen drei im Vierzehn- beziehungsweise Siebentagerhythmus abrechnen.

Zwei Anbieter, die es so nicht mehr gibt

MyFundedFX heißt nach dem Rebranding Seacrest Markets. Die alte Adresse leitet auf seacrestmarkets.io weiter, dort steht im Seitentitel „Seacrest Markets (MFFX)” und in der Beschreibung wörtlich „Formerly MyFundedFX”. Wer nach dem alten Namen sucht, landet also richtig, sollte aber wissen, mit welcher Gesellschaft er den Vertrag schließt.

MyForexFunds nimmt derzeit keine Trader auf. Die Firma war 2023 von der US-Aufsichtsbehörde CFTC verklagt worden. Auf der eigenen Website steht heute, man sei eine globale Prop-Firma „following its United States court victory against the CFTC”, offizielle Details kämen „coming soon”. Ein aktives Angebot gibt es dort nicht, und im cTrader-Verzeichnis taucht die Firma nicht auf.

Warum die Reihenfolge im Verzeichnis keine Rangliste ist

Neben vielen Einträgen im Prop-Verzeichnis stehen Gutscheincodes. Sie heißen etwa CTRADER, CT50 oder TTPCTRADER10 und gewähren teils 50 Prozent Nachlass auf die Challenge-Gebühr. Das Verzeichnis ist damit kein neutrales Register, sondern ein Vermittlungsmodell: Spotware verweist auf die Firmen und profitiert von den vermittelten Abschlüssen. Die einzelnen Angaben bleiben brauchbar, weil sie von den Anbietern selbst stammen. Die Reihenfolge der Einträge solltest du aber nicht als Bewertung lesen.

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Funktionen und Werkzeuge

cTrader Algo für automatisierte Strategien

Die Funktion heißt heute cTrader Algo und nicht mehr cTrader Automate. Viele Beschreibungen im Netz führen weiterhin den alten Namen, was die Suche in der Dokumentation unnötig erschwert.

Du entwickelst darin cBots, eigene Indikatoren und Plugins. Ein cBot ist ein Programm, das nach festen Regeln selbst handelt. Die offizielle Dokumentation nennt dafür C# und Python als gleichrangige Sprachen. Backtesting und Optimierung sind eingebaut, über die Open API lassen sich zusätzlich externe Anwendungen anbinden.

Zur Erinnerung: Auf dem Telefon läuft davon nichts. Wer automatisiertes Trading ernsthaft betreibt, braucht die Desktop-Anwendung oder die Web-Version.

Was cTrader kostet

Die Plattform kostet nichts, der cTrader Store dagegen schon. Dort verkaufen Entwickler cBots und Indikatoren, im aktuellen Angebot zwischen $59 und $700 je Werkzeug. Es gibt auch kostenlose Produkte, aber die Aussage „cTrader ist kostenlos” gilt streng genommen nur für die Software selbst. Was du im Handel tatsächlich zahlst, bestimmt weiterhin dein Broker über Spread und Kommission.

cTrader Store mit kostenlosen und kostenpflichtigen cBots samt Preisen und Nutzerzahlen
cBots im cTrader Store, Stand Frühjahr 2025

Charts und Indikatoren

An Bord sind die üblichen Werkzeuge der technischen Analyse. Dazu zählen gleitende Durchschnitte, MACD und RSI, dazu Zeichenwerkzeuge und Chart-Typen von Tick bis Monat. Auch Renko und Heikin Ashi sind verfügbar. Eigene Indikatoren programmierst du in derselben Umgebung wie die cBots, du brauchst also kein zweites Werkzeug.

cTrader Copy

Mit cTrader Copy kopierst du die Trades anderer Händler auf dein eigenes Konto. Anders als bei vielen Copy-Trading-Diensten ist die Funktion direkt in die Plattform eingebaut, du brauchst keinen Drittanbieter. Die Risikoeinstellungen bleiben bei dir.

Nicht jeder Broker schaltet die Funktion frei. Im Verzeichnis ist bei jedem Eintrag vermerkt, ob Kopieren verfügbar ist. Bei Pepperstone, FxPro und Skilling ist es das, bei Fusion Markets und Blueberry nicht. Wer auf Copy Trading Wert legt, prüft das vor der Kontoeröffnung.

Wer lieber in TradingView analysiert, muss die Plattform trotzdem nicht wechseln. Ein Trade Copier überträgt die Signale auf das cTrader-Konto. Externe Handelswerkzeuge lassen sich ebenfalls anbinden, wobei unsere Magic Keys Erfahrungen zeigen, wo dabei die Grenzen liegen. Welche Software das leistet und was sie kostet, steht in unserem Forex Copier Test.

Vorteile und Nachteile von cTrader

Die folgende Gegenüberstellung fasst zusammen, was sich im Alltag als Stärke und was sich als Schwäche zeigt. Sie bezieht sich auf die Software, nicht auf einzelne Broker, deren Konditionen sich stark unterscheiden.

Vorteile von cTrader

  • Moderne Bedienung: getrennte Chart- und Trade-Modi, saubere Skalierung auf hochauflösenden Bildschirmen und Multi-Monitor-Setups.
  • Zwei verbreitete Sprachen: cBots und Indikatoren entstehen in C# oder Python, nicht in einer Speziallösung wie MQL.
  • Volle Web-Version: der Browser-Zugang enthält auch cTrader Algo und ist damit der einzige praktikable Weg unter Linux.
  • Geräteübergreifende Einstellungen: die cTrader ID synchronisiert Workspaces und Layouts, auch über einen Brokerwechsel hinweg.
  • Copy Trading eingebaut: cTrader Copy läuft in der Plattform, ohne dass ein Drittanbieter dazwischenhängt.
  • Offenes Verzeichnis: Broker und Prop-Firmen sind mit Hebel, Mindesteinzahlung und Funktionsumfang öffentlich vergleichbar.

Nachteile von cTrader

  • Keine Automatisierung mobil: die Apps enthalten nur Trade und Copy, cBots lassen sich unterwegs weder starten noch anpassen.
  • Kleineres Ökosystem: fertige Handelsprogramme gibt es für den MetaTrader in weit größerer Zahl, gekaufte Expert Advisors laufen nicht.
  • Broker-Auswahl eingeschränkt: von 47 gelisteten Anbietern arbeiten nur drei mit dem EU-Hebel von 1:30.
  • Verzeichnis ohne Prüfung: Spotware kontrolliert nach eigener Aussage weder Regulierung noch Verlässlichkeit der gelisteten Broker.
  • Werkzeuge kosten extra: gute cBots und Indikatoren aus dem Store liegen bei $59 bis $700.
  • Kein natives Linux: wer nicht im Browser arbeiten will, hat unter Linux keine eigene Anwendung zur Verfügung.
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cTrader Erfahrungen und Bewertungen

Was die Trustpilot-Zahlen aussagen

cTrader steht auf Trustpilot bei 4,8 von 5 Sternen aus 3.207 Bewertungen. Der Stand ist der 2. September 2026. Die Verteilung: 87 Prozent fünf Sterne, 9 Prozent vier, 1 Prozent drei und 2 Prozent ein Stern.

Interessant wird die Zahl erst im Zeitvergleich. Unser eigener Screenshot vom Mai 2025 zeigt denselben Anbieter mit 4,6 Sternen aus 527 Bewertungen und einem Ein-Stern-Anteil von 9 Prozent. In gut fünfzehn Monaten hat sich die Zahl der Stimmen also versechsfacht, und der Anteil der schlechtesten Note ist von 9 auf 2 Prozent gefallen.

cTrader Trustpilot Bewertungen mit 4,6 Sternen aus 527 Stimmen im Mai 2025
Stand Mai 2025: 4,6 Sterne aus 527 Bewertungen. Heute sind es 4,8 aus 3.207 Stimmen.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens unterhält Spotware ein bezahltes Trustpilot-Abonnement und hat das Profil im November 2021 beansprucht. Das erlaubt es, Kunden aktiv zur Bewertung einzuladen. Die meistgelesene Bewertung auf dem Profil ist entsprechend als „Invited” gekennzeichnet. Das ist zulässig und weit verbreitet, erklärt aber den steilen Anstieg der Stimmenzahl.

Zweitens bewerten diese Stimmen die Software und nicht deinen Broker. Ausführungsqualität, Auszahlungen und Support liegen beim Broker, nicht bei Spotware. Ein Blick auf dessen eigene Bewertungen ist deshalb der wichtigere von beiden.

Was Nutzer konkret loben und kritisieren

Auf der Habenseite wiederholen sich vier Punkte. Genannt werden die aufgeräumte Oberfläche, die Geschwindigkeit der Orderausführung, die Synchronisation zwischen den Geräten und die Chartdarstellung.

Auf der Kritikseite steht regelmäßig der eingeschränkte Funktionsumfang der App. In unserem eigenen Bestandsscreenshot von 2025 bemängelt eine Nutzerin genau das: fehlendes VWAP und kein Multi-Charting in der mobilen Version. Der zweite wiederkehrende Punkt ist die Abhängigkeit vom Broker. Wenn dessen Server langsam ist, hilft auch die schnellste Software nicht.

Fazit: für wen sich cTrader lohnt

cTrader ist die technisch modernere Plattform, aber sie löst nicht das eigentliche Problem. Die Software ist schneller zu bedienen als der MetaTrader, sie sieht besser aus und lässt sich in C# oder Python erweitern. Über das Ergebnis entscheidet trotzdem der Broker dahinter und nicht das Programm.

Für dich lohnt sich cTrader: wenn du diskretionär handelst und viel Zeit im Chart verbringst, wenn du in C# oder Python programmieren kannst und die MQL-Sprache umgehen willst, oder wenn du deine Arbeitsumgebung über mehrere Geräte und Broker hinweg mitnehmen möchtest.

Weniger sinnvoll ist der Wechsel: wenn du bereits fertige Expert Advisors gekauft hast und einsetzen willst, wenn du deine Bots vom Telefon aus steuern musst, oder wenn du auf einen Broker festgelegt bist, der die Plattform nicht anbietet.

Der praktische erste Schritt ist nicht der Download, sondern die Brokerwahl. Prüfe zuerst, welche Anbieter für dich als Privatkunde in der EU infrage kommen, und öffne dort ein Demokonto. Die Software ist danach in wenigen Minuten eingerichtet. Einen breiteren Überblick über Plattformen jenseits von cTrader gibt unser Vergleich der TradingView Alternativen.

Häufige Fragen zu cTrader

Kostet cTrader etwas?

Die Plattform selbst ist kostenlos. Bezahlt wird über die Spreads und Kommissionen deines Brokers. Kostenpflichtig sind zusätzlich die Werkzeuge im cTrader Store, dort liegen cBots und Indikatoren aktuell zwischen $59 und $700.

Welche Broker bieten cTrader in Deutschland an?

Das offizielle Verzeichnis führt 47 Broker für Deutschland. Mit dem EU-Hebel von 1:30 arbeiten davon Pepperstone, FxPro und Skilling. IC Markets bietet cTrader ebenfalls über seine EU-Gesellschaft an, steht im Verzeichnis aber nicht.

Läuft cTrader auf dem Mac?

Ja, es gibt eine eigene Anwendung für macOS ab Version 12.0. Alternativ nutzt du die Web-Version im Browser, die denselben Funktionsumfang hat.

Gibt es cTrader auf Deutsch?

Ja. Du stellst die Sprache unter Einstellungen, Application, General bei Language um und bestätigst im Pop-up mit OK. Auch die offizielle Dokumentation des Herstellers gibt es auf Deutsch.

Kann ich mit der App automatisiert handeln?

Nein. Die mobilen Apps für Android und iOS enthalten nur Trade und Copy. cTrader Algo läuft ausschließlich in der Desktop- und in der Web-Version.

In welcher Sprache programmiere ich cBots?

In C# oder Python. Beide sind laut Herstellerdokumentation gleichrangig, anders als beim MetaTrader mit seiner eigenen Sprache MQL.

Was ist die cTrader ID?

Ein Konto beim Hersteller Spotware, mit dem du dich bei jedem cTrader-Broker anmeldest. Layouts, Workspaces und Einstellungen synchronisieren sich darüber auf allen Geräten.

Ist cTrader besser als der MetaTrader?

Bei Bedienung, Chartdarstellung und Programmiersprachen liegt cTrader vorn. Der MetaTrader hat die größere Verbreitung und das deutlich größere Angebot an fertigen Handelsprogrammen. Welche Plattform passt, hängt davon ab, ob du selbst entwickelst oder Fertiges einsetzt.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels handelt seit 1980 an den Finanzmärkten und hat in dieser Zeit den Wechsel vom Parketthandel über die ersten Bildschirmplattformen bis zu heutigen Web-Anwendungen selbst mitgemacht. Sein Schwerpunkt liegt auf diskretionärem Price-Action-Trading in Forex und Futures.

Als Gründer und Geschäftsführer von Kagels Trading verantwortet er die redaktionelle Ausrichtung der Plattform. Für Testberichte über Handelssoftware gilt derselbe Maßstab wie für die eigene Handelsarbeit: Jede Zahl braucht eine Primärquelle, und Herstellerangaben werden gegen unabhängige Register geprüft.

Für diesen Artikel wurden Brokerverzeichnis, Prop-Verzeichnis und Downloadseite des Herstellers sowie die Bewertungsprofile am 2. September 2026 einzeln abgerufen. Angaben aus älteren Fassungen, die sich nicht mehr belegen ließen, wurden benannt und korrigiert statt stillschweigend entfernt.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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