TradingView ist für die Chartanalyse kaum zu schlagen. Ich nutze die Plattform seit August 2017 täglich und würde für das reine Charting zu nichts anderem wechseln. Trotzdem taucht die Frage nach Alternativen regelmäßig auf, und sie hat gute Gründe.
Für reines Üben gibt es spezialisierte Alternativen. Welche Programme den Handelstag tickgenau nachspielen, steht in unserem Vergleich der Daytrading-Simulatoren.
Denn TradingView hat klare blinde Flecken. Wer automatisiert handeln will, wer Orderflow liest oder wer Unternehmen fundamental bewerten will, stößt an Grenzen, die auch das teuerste Abo nicht öffnet. Für diese Fälle gibt es Werkzeuge, die schlicht besser passen. Umgekehrt lässt sich die Lücke auch schließen, indem man einen Broker anbindet: ThinkMarkets etwa erlaubt es, direkt aus dem TradingView-Chart heraus zu ordern.
Dieser Artikel zeigt dir sieben getestete Alternativen, sortiert nach dem Zweck, für den sie taugen. Diese sieben Plattformen habe ich selbst oder mit meinem Team geprüft. Drei weitere Werkzeuge nenne ich ergänzend, ohne sie getestet zu haben: Koyfin, TakeProfit und GoCharting. Du erfährst außerdem, wofür TradingView weiterhin erste Wahl bleibt, denn ein Wechsel lohnt sich längst nicht immer. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
TradingView-Alternativen: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Es gibt keine Alternative, die TradingView in allen Punkten schlägt. Sinnvoll ist der Wechsel nur für einen bestimmten Zweck, etwa automatisiertes Trading oder Orderflow.
- Für Handelsroboter: MetaTrader 5 ist der Standard und als Plattform kostenlos, weil die Broker die Lizenz zahlen.
- Für Orderflow und Volumen: ATAS verbindet Footprint, Markttiefe und Time and Sales in einer Oberfläche. TradingView bietet Footprint-Charts erst ab Premium und Markttiefe nur über angebundene Broker.
- Für europäische Märkte: ProRealTime ist bei deutschen Aktien und Derivaten stark und bei manchen Brokern kostenlos nutzbar.
- Mein Fazit: Für Chartanalyse, Marktabdeckung und Community bleibt TradingView vorn. Ich nutze Alternativen ergänzend, nicht als Ersatz.
Wann brauchst du überhaupt eine Alternative zu TradingView?
Eine TradingView-Alternative ist eine Chart- oder Handelsplattform, die einen Bereich abdeckt, in dem TradingView systembedingt schwach ist: automatisierter Handel, Orderflow-Analyse oder Unternehmensbewertung.
Bevor du wechselst, lohnt sich eine ehrliche Bestandsaufnahme. In den meisten Fällen, in denen Trader nach einer Alternative suchen, liegt das Problem nämlich nicht an der Plattform, sondern an der Abo-Stufe oder an fehlenden Echtzeitdaten. Was die einzelnen Pakete leisten, steht in unserem TradingView Test mit allen Kosten. Wer vor allem am Preis zweifelt, sollte vor einem Wechsel den Black Friday bei TradingView abwarten.
Es gibt aber drei Situationen, in denen ein anderes Werkzeug objektiv besser ist. Erstens: Du willst Handelsstrategien automatisch laufen lassen. TradingView kann Signale erzeugen und per Schnittstelle verschicken, aber keine Order eigenständig verwalten. Zweitens: Du handelst Futures nach Orderflow und brauchst Markttiefe und Time and Sales in Echtzeit. Drittens: Du bist Fundamental-Investor und willst Unternehmen mit Bewertungsmodellen analysieren. Jährliche Bilanzkennzahlen über zwanzig Jahre zeigt TradingView ab dem Essential-Abo selbst im Chart.
Alles andere spricht eher für ein Bleiben. Wer wegen des Preises wechselt, sollte vorher prüfen, ob nicht ein kleineres Abo reicht. Wer wegen fehlender Indikatoren wechselt, findet in der Community-Bibliothek fast immer etwas Passendes.
Die besten TradingView-Alternativen im Vergleich
Diese sieben Plattformen haben wir getestet. Die Tabelle zeigt, für welchen Einsatzzweck sich welche eignet und was sie ungefähr kostet. Die Detailkosten stehen jeweils im verlinkten Testbericht, weil sich Preise und Pakete regelmäßig ändern.
| Plattform | Stärke gegenüber TradingView | Einstiegspreis |
|---|---|---|
| MetaTrader 5 | Automatisierter Handel mit Expert Advisors | kostenlos |
| ATAS | Orderflow, Volumenprofil, Markttiefe | Gratis-Version, Abo ab 24,95 € (Futures in Echtzeit ab 69,95 €) |
| cTrader | Orderausführung im Forex- und CFD-Handel | kostenlos |
| ProRealTime | Europäische Aktien, Derivate, Backtesting | Web-Version gratis, Complete ab 24 € zzgl. MwSt. |
| TrendSpider | Automatische Chartmuster- und Trendlinien-Erkennung | kostenpflichtig |
| Bookmap | Visualisierung des Orderbuchs in Echtzeit | Gratis-Version, Abo ab 19 $ (Aktien und Futures in Echtzeit ab 49 $) |
| InvestingPro | Fundamentaldaten und Aktienbewertung | ab 9,49 € |
Eine Vorbemerkung zur Einordnung: Viele Vergleichslisten im Netz führen dreißig Namen auf, darunter viele Nischenwerkzeuge. Diese Liste ist bewusst kurz. Jede Plattform hier hat einen konkreten Grund, warum sie dabei ist. Eine breitere Übersicht über den gesamten Markt findest du in unserem Vergleich der besten Trading Software.
Fürs reine Backtesting gibt es spezialisiertere Werkzeuge als eine Charting-Plattform. Forex Tester Online läuft ebenfalls im Browser, rechnet Spreads und Swaps mit und bringt einen Blindtest-Modus mit, bei dem Instrument und genaues Datum verborgen bleiben.
MetaTrader 5: die Alternative für automatisiertes Trading
MetaTrader 5 ist eine Handelsplattform von MetaQuotes, die automatisierte Handelsprogramme, sogenannte Expert Advisors, direkt ausführt. Für Trader ist sie kostenlos, weil die Broker die Lizenz bezahlen.
Das ist der entscheidende Unterschied zu TradingView: Ein Expert Advisor läuft auf dem MetaTrader eigenständig, eröffnet und schließt Positionen und verwaltet Stop-Loss und Take-Profit ohne dein Zutun. TradingView kann Signale erzeugen und über Webhooks nach außen schicken, den Handel selbst muss aber immer ein anderes System übernehmen.
Dafür zahlst du einen Preis bei der Bedienung. Die Oberfläche wirkt altbacken, das Charting ist deutlich schwächer, und die Marktabdeckung hängt komplett von deinem Broker ab. Wer nur analysiert, gewinnt mit dem Wechsel nichts. Welche Anbieter die Plattform unterstützen, zeigt unsere Übersicht der MetaTrader 5 Broker. Immerhin lassen sich die Ergebnisse aus dem MetaTrader anschließend gratis bei FX Blue auswerten.
Für wen es nichts ist: Diskretionäre Trader, die nach Kursverlauf und Marktstruktur entscheiden, brauchen keinen MetaTrader. Ich selbst handle so und nutze ihn nicht.
ATAS: die Alternative für Orderflow und Volumenanalyse
Orderflow-Analyse bedeutet, die tatsächlich ausgeführten Kauf- und Verkaufsorders im Chart sichtbar zu machen, statt nur den fertigen Kursverlauf zu betrachten.
Genau hier liegt die größte Lücke von TradingView. Volumenprofile gibt es ab dem Essential-Abo, Volume-Footprint-Charts ab Premium. Was fehlt, ist ein eingebautes Time and Sales-Fenster, und Markttiefe gibt es nur über einen angebundenen Broker, der diese Daten liefert. ATAS ist auf diese Darstellung gebaut und zeigt, auf welchem Preisniveau wie viel gehandelt wurde und wer dabei die aktive Seite war.
Die Gratis-Version START zeigt Futures-Daten mit 15 Minuten Verzögerung und Kryptobörsen in Echtzeit, die Bezahl-Tarife beginnen bei 24,95 Euro im Monat und reichen bis 89,95 Euro (Stand: September 2026). Für Futures in Echtzeit reicht PLUS nicht, denn auch dort sind die Daten 15 Minuten verzögert. Du brauchst PRO (69,95 Euro im Monat) oder ULTRA und dazu einen unterstützten Broker oder Datenanbieter. Wer dauerhaft plant, kann eine Lifetime-Lizenz ab 999 Euro kaufen. Alle Details stehen in unserem ATAS Erfahrungsbericht.
Für wen es nichts ist: Wer Aktien auf Tagesbasis handelt oder langfristig investiert, bekommt für den Aufpreis keinen Nutzen. Orderflow lohnt sich im Futures-Intraday-Handel, sonst selten. Wie die Methode funktioniert, erklären unsere Grundlagen zum Orderflow. Eine neuere Option neben ATAS ist Deepcharts.
Bookmap: die Alternative für das Orderbuch
Bookmap ist eine Orderflow-Plattform, die das Orderbuch als Heatmap über die Zeit darstellt. Du siehst, auf welchen Preisen Limit-Orders liegen und wie sich diese Liquidität verändert.
Der Unterschied zu ATAS liegt im Schwerpunkt: ATAS verdichtet die ausgeführten Umsätze je Kerze im Footprint, Bookmap zeigt vor allem die wartenden Orders, also die offene Liquidität. Das tatsächlich gehandelte Volumen blendet Bookmap als Punkte über der Heatmap ein. TradingView zeigt Markttiefe nur als aktuellen Stand über einen angebundenen Broker, eine Heatmap des Orderbuchs über die Zeit bietet es nicht.
Die Gratis-Version Digital zeigt Kryptobörsen in Echtzeit, US-Aktien und Futures verzögert. Die Bezahl-Pakete kosten 19, 49 oder 99 Dollar im Monat, bei jährlicher Zahlung weniger (Stand: September 2026). Auch Digital Plus für 19 Dollar zeigt US-Aktien und Futures noch verzögert. Für Echtzeitdaten bei Aktien und Futures brauchst du mindestens Global (49 Dollar im Monat, jährlich 39 Dollar) und dazu den passenden Datenfeed, der extra kostet. Alle Details stehen in unserem Bookmap Test.
Für wen es nichts ist: Wer auf Tagescharts analysiert oder langfristig investiert, braucht die Details des Orderbuchs nicht. Bookmap lohnt sich vor allem im kurzfristigen Futures- und Kryptohandel, wo sich Liquidität schnell verschiebt.
cTrader: die Alternative für Forex und CFDs
Im Forex- und CFD-Handel zählt die Ausführung mehr als das schönste Chartbild. Genau dort setzt cTrader an: transparente Orderausführung, sichtbare Handelstiefe und eine Oberfläche, die deutlich moderner wirkt als beim MetaTrader. Welche Werkzeuge im Devisenhandel wirklich nach eigenen Kriterien filtern, zeigt der Vergleich der Forex Screener.
Gegenüber TradingView ist der Vorteil schmal, aber real: Analyse und Orderverwaltung liegen in einer Oberfläche, die ganz auf Forex und CFDs ausgerichtet ist. Für den Livehandel brauchst du wie bei TradingView ein Konto bei einem unterstützten Broker. Für Scalping und schnelles Intraday-Trading ist das ein spürbarer Unterschied. Beim Charting selbst bleibt TradingView vorn. Unsere cTrader Erfahrungen zeigen, für wen sich der Umstieg lohnt.
Für wen es nichts ist: Wer Aktien oder Futures handelt, ist hier falsch. cTrader ist auf Forex und CFDs zugeschnitten, und die Zahl der unterstützenden Broker ist überschaubar.
ProRealTime: die Alternative für europäische Märkte
Bei deutschen und europäischen Aktien spielt ProRealTime seine Stärke aus. Die Plattform ist in Europa verwurzelt, deckt Xetra und die europäischen Terminbörsen sauber ab und bringt einen eigenen Backtesting-Bereich mit. Wer Strategien über ein ganzes Depot statt über einen einzelnen Chart testen will, ist mit Wealth-Lab besser bedient.
Der interessanteste Punkt ist die Preisgestaltung: Die Web- und Mobil-Version ist kostenlos. Complete kostet regulär 24 Euro und Premium 70 Euro im Monat, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer (Stand: September 2026). Über einige Broker, etwa Interactive Brokers, Saxo und IG, kann die Gebühr entfallen. Die Bedingungen hängen von Handelsaktivität und Tarif ab. Das macht ProRealTime für aktive Trader europäischer Werte zu einer günstigen Option. Details stehen in unserem Bericht zur ProRealTime Börsensoftware.
Für wen es nichts ist: Bei US-Aktien, Krypto und der Community-Funktion liegt TradingView klar vorn. Und die Oberfläche braucht Eingewöhnung.
TrendSpider: die Alternative für automatisierte Chartanalyse
TrendSpider dreht die Arbeitsweise um: Statt selbst Trendlinien zu ziehen, lässt du die Software Muster und Linien automatisch erkennen. Dazu kommen Backtests ohne Programmierkenntnisse und eine Automatik, die mehrere Zeitebenen gleichzeitig prüft.
Für Trader, die viele Werte gleichzeitig beobachten, spart das echte Zeit. TradingView hat mit der automatischen Chartmuster-Erkennung ab dem Premium-Abo nachgezogen. TrendSpider ist dagegen von Grund auf für diese Automatik gebaut. Ob sich der Aufpreis lohnt, hängt stark von deinem Stil ab. Unsere TrendSpider Erfahrungen gehen ins Detail.
Für wen es nichts ist: Wer wie ich diskretionär nach Marktstruktur handelt, braucht keine automatische Linienerkennung. Ich ziehe meine Level bewusst selbst, weil die Entscheidung dabei entsteht. Wer bei TradingView bleiben möchte, kann dort inzwischen einen KI-Assistenten zubuchen, unsere Erfahrungen mit dem TradingView AI Copilot ordnen ihn ein.
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InvestingPro: die Alternative für Fundamentaldaten
TradingView zeigt Bilanzkennzahlen direkt im Chart, ab dem Essential-Abo jährliche Werte über zwanzig Jahre. Wer Unternehmen fundamental bewerten will, statt nur ihren Kursverlauf zu lesen, bekommt bei spezialisierten Anbietern mehr Bewertungswerkzeuge.
InvestingPro liefert einen Fair-Value-Rechner, Screener mit zahlreichen Kennzahlen und Auswertungen über lange Zeiträume. Die Preise starten bei 9,49 Euro im Monat im Jahresabo, derzeit als Aktionspreis (Stand: September 2026). Was das Werkzeug taugt, steht in unserem InvestingPro Test. Wer nur einen guten Screener sucht, findet die Marktübersicht in unserem Vergleich der besten Aktienscreener. Was der Screener von TradingView selbst kostenlos kann, steht in unserem Praxistest des TradingView Screeners.
Eine ergänzende Alternative mit dauerhaftem Gratisplan ist Koyfin, die wir nicht selbst getestet haben. Koyfin verbindet Charts mit Fundamentaldaten, Markt-Dashboards und der Auswertung des eigenen Depots. Der kostenlose Plan zeigt Finanzdaten aus zwei Jahren und Schätzungen für ein Jahr, dazu zwei Watchlists und zwei Screens. Der Plan Plus mit zehn Jahren Finanzdaten, Aktien- und ETF-Screener und unbegrenzten Watchlists kostet $39 im Monat bei Jahreszahlung oder $49 bei monatlicher Zahlung (Stand: Oktober 2026). Selbst getestet haben wir Koyfin nicht, die Angaben stammen vom Anbieter.
Für wen es nichts ist: Reine Chart-Trader brauchen das nicht. Fundamentaldaten helfen bei der Auswahl von Aktien für mittlere und lange Haltedauern, nicht beim Intraday-Handel.
Worauf du beim Wechsel achten solltest
Bevor du ein Abo kündigst, lohnt ein Blick auf vier Punkte, die in Vergleichslisten fast immer fehlen und die im Alltag den Unterschied machen:
- Datenkosten getrennt rechnen: Für viele Börsen kosten Echtzeitkurse für Aktien und Futures extra. Eine günstigere Plattform mit teureren Datenpaketen kann unterm Strich mehr kosten.
- Broker-Kompatibilität vorher prüfen: Nicht jede Plattform arbeitet mit deinem Broker zusammen. Beim MetaTrader entscheidet der Broker sogar über die verfügbaren Märkte.
- Analysen wandern nicht mit: Gezeichnete Level und Layouts lassen sich zwischen Plattformen meist nicht übertragen. Watchlists kannst du bei TradingView als Datei exportieren. Ob die andere Plattform sie einlesen kann, hängt von Format und Symbolnamen ab. Rechne mit Einrichtungszeit, bevor du produktiv arbeitest.
- Parallel testen statt sofort kündigen: Fast alle Anbieter haben Testphasen oder Gratis-Versionen. Lass beides eine Zeit lang nebeneinander laufen und entscheide dann.
Kostenlose Alternativen zu TradingView
Wer ohne Budget sucht, hat mehr Auswahl als gedacht. Diese vier Wege kosten nichts und decken jeweils einen anderen Bedarf ab:
- MetaTrader 4 und 5: laut Hersteller MetaQuotes dauerhaft kostenlos über jeden unterstützenden Broker, inklusive Handelsrobotern. Passende Anbieter listet unsere Übersicht der MetaTrader 4 Broker.
- Broker-eigene Plattformen: Viele Anbieter liefern Charting und Orderausführung ohne Zusatzkosten, oft sogar mit eingebauten TradingView-Charts.
- ATAS und Bookmap in der Gratis-Version: eingeschränkt bei Daten und Instrumenten, aber ausreichend, um Orderflow überhaupt kennenzulernen.
- TradingView Basic selbst: laut Preisübersicht von TradingView dauerhaft gratis, mit vollem Chart und allen Zeichentools. Für viele Trader die ehrlichste Antwort auf die Frage nach einer kostenlosen Lösung.
Ein Wort der Vorsicht: Kostenlose Werkzeuge sparen selten wirklich Geld. Fehlen Echtzeitdaten oder verlässliche Alarme, zahlst du am Ende mit schlechteren Einstiegen. Rechne beim Vergleich immer die Datenkosten mit, nicht nur die Lizenzgebühr.
Ohne Anmeldung nutzbar ist außerdem das US-Portal barchart.com, das zusätzliche Übersichten zu Futures und Optionen bietet.
Eine Alternative fehlt in den meisten Listen, weil sie kostenlos ist. AgenaTrader bietet mit Andromeda SIM eine kostenlose Version mit vollem Funktionsumfang. Sie handelt allerdings nur über das SimAccount und AgenaBroker, externe Broker lassen sich damit nicht verbinden. Wer Strategien erst einmal in Ruhe testen will, kommt damit aus.
Für den deutschsprachigen Aktienmarkt gibt es eine weitere Browser-Plattform. Der Trading-Desk mit Echtzeit-Signalen deckt Charting, Screening und Chartmuster-Erkennung ab und ist in der Grundversion kostenlos.
Wer vor allem Krypto handelt und eigene Indikatoren schreibt, kann sich TakeProfit ansehen. Die Browser-Plattform TakeProfit nutzt eine eigene Chart-Engine statt eingebetteter TradingView-Charts und hat mit Freeroll einen dauerhaft kostenlosen Plan mit den Grundfunktionen fürs Charting. Für Pine-Script-Nutzer interessant ist die Skriptsprache Indie: Sie basiert auf Python, und bestehende Pine-Skripte lassen sich laut Anbieter umwandeln. Selbst getestet haben wir TakeProfit nicht, die Angaben stammen vom Anbieter.
Der volle Umfang kostet $20 im Monat oder $120 im Jahr (Stand: 3. Oktober 2026). Der Bezahlplan All-In enthält 400 Cloud-Alarme ohne Ablaufdatum und Backtesting, und jedes neue Konto kann ihn 30 Tage kostenlos testen. Der Schwerpunkt liegt auf Krypto: Die Marktdaten kommen von über 70 Krypto-Börsen, und gehandelt wird per API-Schlüssel direkt an der Börse. Laut TakeProfit erlauben diese Schlüssel nur den Handel, keine Auszahlungen.
Wer Orderflow im Browser ausprobieren will, findet bei GoCharting einen Einstieg ohne Installation. GoCharting läuft in jedem aktuellen Browser, also auch auf Mac und Linux. Der dauerhaft kostenlose Plan bietet Echtzeit-Charts, über 100 Indikatoren, die eigene Skriptsprache Lipi, einfache Market- und Volume-Profile sowie simuliertes Trading. Die Vergleichstabelle von GoCharting führt Footprint-Charts, Time and Sales und Kursalarme erst im Bezahlplan, andere Stellen der Preisseite nennen einige davon kostenlos. Prüfe deshalb in deinem Konto, was enthalten ist. Für Krypto und Forex kostet der Bezahlplan $20 im Monat oder $16,80 pro Monat bei Jahreszahlung (Stand: Oktober 2026). Getestet haben wir GoCharting nicht, die Angaben stammen vom Anbieter.
TradingView bietet inzwischen eigene Saisonalitätsfunktionen. Wer ein spezialisiertes Werkzeug für saisonale Auswertungen sucht, findet in unserem Praxistest zur Saisonalitäts-Plattform Seasonax die passende Einordnung.
Wofür TradingView die erste Wahl bleibt
Nach allen Tests bleibt mein Urteil eindeutig: In drei Punkten hat keine der Alternativen aufgeschlossen.
- Charting und Bedienung: Symbol wechseln, Zeiteinheit umstellen, Level ziehen, Alarm setzen. Diese Grundabläufe gehen nirgends so schnell von der Hand.
- Marktabdeckung: Nach Anbieterangaben über 3,5 Millionen Instrumente. Keine Alternative in dieser Liste kommt in die Nähe.
- Synchronisation und Community: Charts sind auf allen Geräten identisch, dazu kommen Millionen veröffentlichte Analysen und Indikator-Skripte.
Deshalb lautet meine Empfehlung in den meisten Fällen: ergänzen statt ersetzen. Ich nutze TradingView als Basis für Analyse und Signalgebung und greife nur dort zu Spezialwerkzeugen, wo es einen konkreten Grund gibt. Wer unsere Indikatoren einsetzt, bleibt ohnehin bei der Plattform, weil sie dafür entwickelt wurden.
Ein Grund zum Bleiben steckt im Chart selbst. Welche Backtesting-Funktionen von TradingView in welchem Tarif stecken und was der kostenlose Zugang schon hergibt, zeigt der Guide dazu.
Fazit: Wann sich der Wechsel wirklich lohnt
Die ehrliche Antwort auf die Frage nach der besten Alternative lautet: Es kommt darauf an, was fehlt. Wer Handelsroboter laufen lassen will, nimmt MetaTrader 5. Wer Orderflow liest, nimmt ATAS. Wer europäische Aktien handelt, prüft ProRealTime. Für alles andere ist der Wechsel meist ein Rückschritt.
Mein praktischer Rat: Formuliere zuerst genau, was dich stört. Ist es der Preis, die fehlende Automatisierung oder eine bestimmte Darstellung? Nur bei den letzten beiden Punkten hilft eine andere Plattform. Beim Preis lohnt der Blick auf das kleinere Abo, und die meisten Alternativen lassen sich kostenlos testen, bevor du etwas kündigst.
Ob eine Strategie wirklich funktioniert, kannst du mit KI selbst prüfen. Wie das geht, zeigt Bjarne Claussen im kostenlosen Webinar.
Häufige Fragen zu TradingView-Alternativen
Was ist die beste Alternative zu TradingView?
Das hängt vom Einsatzzweck ab. Für automatisierten Handel ist MetaTrader 5 die beste Wahl, für Orderflow- und Volumenanalyse ATAS, für europäische Aktien ProRealTime. Beim reinen Charting und bei der Marktabdeckung hat keine dieser Plattformen TradingView eingeholt.
Gibt es eine kostenlose Alternative zu TradingView?
Ja, mehrere. MetaTrader 4 und 5 sind über jeden unterstützenden Broker dauerhaft kostenlos, ATAS und Bookmap bieten eingeschränkte Gratis-Versionen, und viele Broker stellen eigene Charting-Plattformen ohne Zusatzkosten bereit. Auch TradingView selbst hat eine dauerhaft kostenlose Basic-Version. Für Krypto-Trader bietet die Browser-Plattform TakeProfit einen dauerhaft kostenlosen Plan, den wir nicht selbst getestet haben.
Ist MetaTrader besser als TradingView?
Nur beim automatisierten Handel. MetaTrader führt Handelsprogramme eigenständig aus, was TradingView nicht kann. Bei Charting, Bedienung, Marktabdeckung und Community liegt TradingView deutlich vorn. Wer nicht automatisiert handelt, gewinnt durch einen Wechsel nichts.
Was kann TradingView nicht?
TradingView führt keine automatisierten Handelsstrategien eigenständig aus, hat kein eingebautes Time-and-Sales-Fenster und zeigt Markttiefe nur über einen angebundenen Broker. Footprint-Charts gibt es erst ab Premium. Echtzeitdaten kosten für viele Börsen einen monatlichen Aufpreis, kostenlose US-Aktienkurse von Cboe sind eine Ausnahme.
Lohnt sich der Wechsel von TradingView zu einer Alternative?
In den meisten Fällen nicht. Wer wegen der Kosten wechseln will, sollte zuerst prüfen, ob ein kleineres Abo reicht. Sinnvoll ist der Wechsel nur bei einem konkreten Bedarf, den TradingView systembedingt nicht deckt. Häufig ist die bessere Lösung, eine Spezialsoftware ergänzend zu nutzen.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und diskretionärer Price-Action-Trader seit 1980. Er handelt Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte und arbeitet ohne technische Indikatoren, allein auf Basis von Kursverlauf und Marktstruktur.
Ende der Achtzigerjahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre vertrat er Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte dessen 10 Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Die hier verglichenen Plattformen bewertet er aus jahrzehntelanger Praxis am Chart. TradingView nutzt er seit August 2017 täglich im Ultimate-Abo, die Alternativen hat er mit seinem Team im Rahmen der Software-Testberichte auf kagels-trading.de geprüft.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.











