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TradingView KI im Test: Was der AI Copilot kann, was er kostet und wo er Fehler macht

Zuletzt aktualisiert: 30. September 2026

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15 Min

Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

Der AI Copilot von TradingView hat in meinem Test in 42 Sekunden einen Indikator geschrieben, der nie ein Signal liefert, und mir dazu einen grünen Haken gezeigt. Auf Nachfrage hat er den Fehler selbst gefunden und sauber behoben. Genau so lief der ganze Test: schnell, oft richtig und an den entscheidenden Stellen nicht zuverlässig genug, um ihm blind zu folgen.

Ich nutze TradingView seit August 2017 als zahlender Kunde und habe das Add-on für diesen Bericht selbst gebucht. Am 30. September 2026 habe ich dem Copilot sieben Aufgaben gestellt: zwei Chartanalysen, ein Pine-Script-Indikator, eine Fehlersuche, eine Screener-Abfrage und zwei Alarme. Jede Zahl aus seinen Antworten haben wir nachgerechnet oder gegen eine zweite Quelle gehalten. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

TradingView KI: das Wichtigste in 30 Sekunden

Die Kernpunkte meines Tests vom 30. September 2026:

  • Was es ist: ein KI-Assistent direkt im Chart von TradingView. Er liest den offenen Chart, zeichnet Marken ein, schreibt Pine Script, fragt Kurse ab und legt Alarme an.
  • Was es kostet: in meinem Konto 8,93 Euro im Monat inklusive Umsatzsteuer (7,50 Euro netto), zusätzlich zu einem bezahlten Tarif. Mit dem kostenlosen Basic-Tarif gibt es den Copilot nicht.
  • Was gut lief: Die Liste der DAX-Verlierer stimmte auf den Cent, und den Fehler in seinem eigenen Indikator hat er auf Nachfrage richtig diagnostiziert.
  • Was schiefging: ein Rechenfehler und eine unklare Einstiegsbasis in der DAX-Analyse, ein ausgelassenes tieferes Tief bei Gold, eine vermutlich veraltete Zinswahrscheinlichkeit und ein Indikator, dessen Signal nie ausgelöst hat.
  • Wie viel du fragen kannst: Während meiner sieben Testaufgaben fiel die Restanzeige von 92 auf 89 Prozent. Das Limit habe ich im Test nicht erreicht.
  • Mein Urteil: ein schneller Assistent für die Vorarbeit. Jede Marke, jede Rechnung und jedes Signal musst du selbst prüfen, bevor Geld daran hängt.

Was ist der TradingView AI Copilot?

Der TradingView AI Copilot ist ein kostenpflichtiger KI-Assistent, der direkt in der Chartansicht von TradingView läuft. Er beantwortet Fragen in normaler Sprache, liest dabei den geöffneten Chart und die Daten von TradingView aus und kann Linien einzeichnen, Pine-Script-Indikatoren schreiben und Alarme anlegen.

Seit September 2026 ist der Copilot fest in TradingView eingebaut. Laut der Ankündigung vom 28. September 2026 öffnest du ihn über ein Symbol im rechten Seitenpanel des Charts. Er läuft im Browser und in der Desktop-App, in den Mobil-Apps gibt es ihn noch nicht. TradingView verspricht, dass jede Zahl in seinen Antworten auf den eigenen Daten beruht.

Vorher gab es ihn als kostenlose Chrome-Erweiterung. Die öffentliche Beta startete laut Beta-Ankündigung am 2. April 2026 als Seitenleiste im Browser. Im Chrome Web Store hieß die Erweiterung „TradingView Remix: AI Chart Copilot“. Diese Erweiterung wird laut TradingView nicht mehr gepflegt und soll eingestellt werden. Wer im Netz einen kostenlosen Test des Copilots liest, liest also über die alte Version.

TradingView KI Copilot: Startbildschirm mit sechs Einstiegsvorschlägen und gespeicherten Chats
Das Copilot-Panel in der deutschen Oberfläche. Screenshot aus Karsten Kagels’ Konto, 30.09.2026.

Die Oberfläche ist auf Deutsch. Das Panel heißt „KI-Copilot“ und bietet sechs Einstiegsvorschläge an, einer davon passt sich dem offenen Symbol an. Frühere Gespräche werden gespeichert und lassen sich wieder öffnen, wie der Screenshot oben zeigt. Kleine Schwächen zeigt die Übersetzung: Ein Vorschlag lautet „Wie sind meine Handelsgeschäfte? Trainieren Sie mich“.

Der TradingView AI Copilot im Steckbrief

AnbieterTradingView, Inc., New York (laut Rechnung)
ProduktAI Copilot, Add-on zum TradingView-Abo
Kostenmonatliches Add-on zusätzlich zum Tarif
VoraussetzungEssential, Plus, Premium oder Ultimate
PlattformenBrowser und Desktop-App, keine Mobil-App
Laufzeitmonatlich, jederzeit kündbar (laut Anbieter)
Verfügbar seitBeta 2. April 2026, nativ seit September 2026

Was kostet die TradingView KI?

Der TradingView AI Copilot kostete bei meiner Buchung am 27. September 2026 7,50 Euro netto im Monat, mit deutscher Umsatzsteuer also 8,93 Euro. Den Betrag zahlst du zusätzlich zu einem bezahlten TradingView-Tarif.

Ohne bezahltes Abo gibt es den Copilot nicht. TradingView bietet ihn laut Ankündigung für Essential, Plus, Premium und Ultimate an, ein Testzugang reicht ebenfalls. Der kostenlose Basic-Tarif ist ausgeschlossen. Die Preise der Tarife selbst findest du auf der Preisseite von TradingView (Partnerlink), eine Übersicht mit allen Stufen in meinem TradingView-Test. Buchst du über den Partnerlink ein kostenpflichtiges Abo, erhalten wir gegebenenfalls eine Provision.

Den Preis belegt meine eigene Rechnung. Gebucht habe ich am 27. September 2026, die Rechnung von TradingView, Inc. weist „AI Copilot, Monthly“ mit 7,50 Euro plus 19 Prozent Umsatzsteuer aus. Auf der Preisseite steht der Betrag nur im Quelltext, in der Ankündigung selbst nennt TradingView keine Zahl.

Wie viel du fragen kannst: das Monatskontingent

Jedes Abo hat ein monatliches Nutzungslimit, und die Anzeige zeigt nur Prozent. Hinter einem Kreissymbol neben dem Chattitel steht „Monatliche Nutzung“ mit dem Rest in Prozent und dem Ablaufdatum. Wie viele Anfragen hundert Prozent sind, sagt TradingView nicht, auch der Screenshot unten zeigt nur den Prozentwert. Laut Ankündigung erreichen die meisten Nutzer das Limit nie. Nicht verbrauchtes Kontingent wird nicht in die nächste Nutzungsperiode übertragen, in meinem Konto endet sie am 27. Oktober, einen Monat nach der Buchung.

In meinem Test war das Kontingent kein Engpass. Vor der ersten Testaufgabe zeigte die Anzeige 92 Prozent, nach allen sieben Aufgaben mit Chartanalysen, Indikator, Screener und Alarmen 89 Prozent. Einzelne Aufgaben umfassten Nachfragen. Wie viele solcher Aufgaben ein ganzer Monat erlaubt, lässt sich daraus nicht zuverlässig ableiten.

TradingView KI Copilot: Anzeige der monatlichen Nutzung in Prozent mit Ablaufdatum
Die Nutzungsanzeige zeigt nur Prozent, keine Zahl von Anfragen. Der Hinweistext bezieht sich auf die Kündigung des Add-ons, nicht des TradingView-Abos.

Der Kündigungshinweis ist missverständlich formuliert. Ich habe nur das Add-on gekündigt. Im Panel steht trotzdem „Sie haben Ihr Abo gekündigt, demzufolge wird der KI-Copilot ebenfalls nicht verlängert“. Das klingt nach dem ganzen TradingView-Abo. Mein Ultimate-Abo läuft aber weiter, und den Copilot kann ich bis zum Ende der bezahlten Nutzungsperiode nutzen.

Mein Test: sieben Aufgaben an die TradingView KI

Ich habe die Aufgaben so gewählt, dass sich jede Antwort überprüfen lässt. Die Kurse habe ich aus dem Chart abgelesen, die DAX-Werte gegen Yahoo Finance gehalten und jede Rechnung nachgerechnet. Die Antwortzeiten lagen zwischen 16 Sekunden und knapp zwei Minuten.

AufgabeErgebnis
DAX-Analyse, Stundenchartsieben Marken, ein Rechenfehler, unklarer Einstieg
Gold-Analyse, TageschartRechnungen korrekt, tieferes Tief ausgelassen, vermutlich veraltete Zinsquote
Donchian-Indikator in Pine ScriptBänder korrekt, Signal löst nie aus
Fehlersuche im eigenen Indikatorrichtig diagnostiziert und behoben
DAX-Verlierer über 2 ProzentListe exakt, Marktbreite falsch
Alarm auf das Indikatorsignalnicht angelegt, offen gemeldet
Preisalarmangelegt, aber nicht mit Auslösung bei Tagesschluss

Chartanalyse DAX: schnell, aber mit einem Rechenfehler

Auf die Bitte um eine DAX-Analyse im Stundenchart kam nach 1 Minute 33 Sekunden eine vollständige Antwort. Der Copilot zeichnete drei Unterstützungen und vier Widerstände in den Chart, im Screenshot unten rot und grün, lieferte eine Tabelle mit sieben Signalen, ein Bull- und ein Bear-Szenario und drei Handelspläne mit Einstieg, Stop, Ziel und Positionsgröße. Die Tagesveränderung, alle Prozentabstände und der Abstand zum gleitenden Durchschnitt stimmten.

TradingView KI Copilot Chartanalyse: DAX Stundenchart mit sieben vom Copilot gezeichneten Widerständen und Unterstützungen
Diese sieben Marken hat der Copilot selbst in den DAX-Stundenchart gezeichnet. Snapshot vom 30.09.2026, 20:14 Uhr.

Eine Zahl in den Handelsplänen war falsch, eine zweite nicht nachvollziehbar. Beim ersten Plan nennt der Copilot „knapp 0,5 ATR Puffer“ über der Einstiegsmarke. Die Average True Range ist ein Schwankungsmaß, das auch Kurslücken zum vorherigen Schluss berücksichtigt, der Copilot gab sie mit 93,6 Punkten an. Der Stop liegt 85,04 Punkte über der Marke, das sind 0,91 ATR, und diese Zahl nennt er zwei Zeilen vorher selbst. Beim dritten Plan passen die Verhältnisse von Chance zu Risiko nur zu einem Einstieg um 25.175 Punkte, den der Plan nicht nennt, als Auslöser steht dort nur ein Halten von 25.164,20.

Dazu kommt viel Fachjargon. Begriffe wie CHoCH, BOS, ATR und Confluence stehen unerklärt im Text. Wer die Smart Money Concepts nicht kennt, kann mit einem Teil der Antwort wenig anfangen. Den Monatsultimo erklärt er mit „Fenster-Put“, gemeint ist vermutlich Window Dressing.

Chartanalyse Gold: ein ausgelassenes Tief und eine vermutlich veraltete Zinsquote

Für Gold im Tageschart habe ich den Vorschlag „Was gibt es Neues für GOLD?“ angeklickt. Statt Nachrichten kam vor allem Technik: acht gezeichnete Marken und ein Handelsplan. Diesmal stimmten alle Rechnungen, auch das Chance-Risiko-Verhältnis von 3,6 zu 1. Zwei Angaben hielten der Prüfung aber nicht stand, zumindest für meine Zwecke.

Als tiefste Marke setzte der Copilot ein „1D-Swing-Tief“ bei 3.959,78 Dollar. Das tiefere Tief vom 30. Juni 2026 bei 3.943 Dollar ließ er unmarkiert, rund 17 Dollar darunter. Die Linie berührt die höheren Nebentiefs. Wer seinen Stop knapp unter die Copilot-Marke setzt, steht mitten in der Zone, die der Markt schon einmal durchlaufen hat. Für meine Stop-Planung war die Auswahl deshalb unvollständig. Unsere eigene Einordnung steht in der Goldpreis-Prognose.

Die Zinsangabe wich von den Werten im Yahoo-Liveblog ab. Der Copilot schrieb, für Oktober seien „~70 % Zinserhöhung eingepreist“, ohne Zeitstempel. Yahoo Finance meldete am 30. September um 15:34 Uhr MESZ unter Berufung auf CME FedWatch rund 35 Prozent für eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte, die Zusammenfassung derselben Seite nennt rund 37 Prozent. Über 70 Prozent waren es laut Yahoo eine Woche zuvor. Die Angabe des Copilots war also vermutlich veraltet.

Pine Script: Indikator in 42 Sekunden, Signal nie ausgelöst

Den Donchian-Channel kenne ich gut, deshalb war er mein Prüfstein. Verlangt habe ich das höchste Hoch und das tiefste Tief der letzten 20 Kerzen, die Mittellinie und eine grüne Markierung bei Ausbrüchen. Nach 42 Sekunden meldete der Copilot mit grünem Haken, der Indikator sei „geschrieben, kompiliert und liegt jetzt auf deinem Chart“. Die Bänder stimmten, die Mittellinie war genau der Mittelwert. Wie der Indikator funktioniert, erklärt unser Artikel zum Donchian-Channel.

TradingView KI Copilot Pine Script: Donchian-Channel auf Gold ohne ein einziges Ausbruchssignal
Erster Versuch: Die Bänder stimmen, das grüne Ausbruchssignal erscheint in über einem Jahr Gold kein einziges Mal. Snapshot vom 30.09.2026.

Das grüne Signal erschien in über einem Jahr Gold kein einziges Mal. Im Screenshot oben fehlt jedes Dreieck. Gold stieg in dieser Zeit von rund 3.300 auf 5.600 Dollar und markierte Dutzende neue 20-Tage-Hochs. Der Grund ist ein klassischer Logikfehler: Das obere Band enthält das Hoch der laufenden Kerze, und darüber kann kein Schlusskurs liegen. Ein Häkchen für „kompiliert“ sagt nur, dass der Code keine Syntaxfehler hat.

Fehlersuche: Auf Nachfrage findet der Copilot den Fehler

Auf meinen Hinweis, dass kein einziges Signal erscheint, lieferte der Copilot eine saubere Diagnose. Er nannte die Bedingung selbst „mathematisch unmöglich“, prüfte die Signalreihe über 250 Tageskerzen und stellte den Vergleich auf das Band der Vorkerze um. Danach meldete er elf Ausbrüche in den letzten 250 Kerzen, den jüngsten Mitte August. Im Screenshot unten zähle ich seit Anfang Oktober 2025, also ungefähr den letzten 250 Handelstagen, ebenfalls elf Dreiecke, das jüngste um den 19. August.

TradingView KI Copilot Pine Script: korrigierter Donchian-Channel auf Gold mit grünen Ausbruchssignalen
Nach dem Hinweis auf den Fehler: Der Copilot vergleicht jetzt mit dem Band der Vorkerze, die Ausbrüche erscheinen. Snapshot vom 30.09.2026.

Das ist die eigentliche Lehre aus dem Pine-Script-Test. In diesem Versuch korrigierte der Copilot den Fehler erst, nachdem ich ihn bemerkt und angesprochen hatte. Wer mit der Programmiersprache nicht vertraut ist, sollte die Grundlagen aus unserem Pine-Script-Ratgeber kennen und jeden neuen Indikator an bekannten Ausbrüchen testen.

Screener: richtige Liste, aber keine Screener-Bedienung

Gefragt habe ich nach allen DAX-Aktien, die am 30. September mehr als 2 Prozent verloren hatten. Die Antwort nannte Commerzbank mit minus 4,00 Prozent, Vonovia, Siemens und Siemens Energy. Ich habe alle 40 DAX-Werte laut aktuellen Zusammensetzung gegen Yahoo Finance abgeglichen: Die Liste war vollständig, alle Xetra-Schlusskurse stimmten auf den Cent, auch die genannten Gewinner. Das Screening im Chat hat also funktioniert.

Daneben lag der Copilot bei der Marktbreite und beim Screener selbst. Er meldete 25 Werte im Minus und 14 im Plus, tatsächlich waren es 27 und 12. Den TradingView-Screener öffnen und einstellen konnte er nach eigener Aussage nicht, er gab nur eine Anleitung zum Nachstellen. Für eine gespeicherte Suche musst du die Filter also selbst einstellen, im TradingView-Screener oder in einem anderen Aktienscreener.

Alarme: am eigenen Indikator gescheitert

Den Alarm auf das Ausbruchssignal konnte der Copilot nicht anlegen. Drei Versuche endeten mit derselben Fehlermeldung aus dem Hintergrundsystem von TradingView, das sein eigenes, eine halbe Stunde vorher geschriebenes Skript nicht fand. Positiv: Er meldete das offen und legte ausdrücklich keinen „ungefähren“ Alarm an. Die Auslösung erst bei Kerzenschluss kann er laut eigener Aussage grundsätzlich nicht einstellen.

Einen einfachen Preisalarm legte er in 16 Sekunden an. Der Alarm erschien danach korrekt in meiner Alarmliste. Obwohl ich einen Tageschart und Kerzenschluss verlangt hatte, legte der Copilot ihn mit einer Auflösung von einer Minute an, er löst also schon bei einer kurzen Spitze aus. Darauf wies der Copilot erst hinterher hin. In derselben Antwort stand außerdem eine unmögliche Begründung: ein Hoch von 4.697 Dollar im 20-Tage-Fenster, während das obere Band bei 4.510,90 Dollar lag.

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Wie zuverlässig ist die TradingView KI? Meine Bilanz

In meinen sieben Testaufgaben arbeitete die TradingView KI schnell und viele Rechnungen stimmten. Zugleich fand ich Fehler bei Chartmarken, einer Makroangabe und der Logik eines selbst geschriebenen Indikators, die ohne Gegenprüfung leicht übersehen werden.

Auffällig ist, dass der Copilot bei Fehlern nicht zögert. Die vermutlich veraltete Zinsquote und der Rechenfehler standen genauso selbstsicher im Text wie die richtigen Zahlen. Gleichzeitig liefert er komplette Handelspläne mit Positionsgröße und schreibt darunter „Bildungszweck, keine Anlageberatung“. Was bei mir im Test auffiel:

Was für die TradingView KI spricht

  • Schnell: Antworten in 16 Sekunden bis knapp zwei Minuten, Linien direkt im Chart.
  • Meist richtig gerechnet: Prozentabstände, Mittelwerte und die meisten Chance-Risiko-Verhältnisse stimmten.
  • Exakte Kursdaten: Die Liste der DAX-Verlierer war vollständig, alle Kurse stimmten auf den Cent.
  • Findet Fehler auf Nachfrage: Den Indikatorfehler hat er richtig erklärt, belegt und behoben.
  • Ehrlich bei Fehlschlägen: Den gescheiterten Alarm hat er offen gemeldet statt einen Ersatz vorzutäuschen.

Was gegen die TradingView KI spricht

  • Rechenfehler in Handelsplänen: ein falscher ATR-Puffer und eine unklare Einstiegsbasis in der DAX-Analyse.
  • Lücken bei Marken und Fakten: ein ausgelassenes tieferes Tief bei Gold und eine vermutlich veraltete Zinswahrscheinlichkeit ohne Zeitangabe.
  • Erfolgsmeldung ohne Funktion: Der Pine-Script-Indikator bekam einen grünen Haken, das Signal löste nie aus.
  • Lücken bei Screener und Alarmen: kein Zugriff auf die Screener-Oberfläche, kein Alarm auf den eigenen Indikator.
  • Kosten und Grenzen: eigene Monatsgebühr zusätzlich zum Abo, nicht in der Mobil-App, viel unerklärter Fachjargon.
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TradingView KI oder eine eigene KI mit Anschluss an TradingView?

Der Copilot ist aus meiner Sicht die bequemste Lösung, aber nicht die einzige. Er ist eingebaut, braucht keine Einrichtung und greift auf Daten und Funktionen von TradingView zu. Wer mehr Kontrolle will, kann eine KI wie Claude über den offiziellen MCP-Server von TradingView selbst anbinden, der laut TradingView ab dem Essential-Tarif enthalten ist; Testtarife sind beim MCP-Zugang ausgeschlossen. Verbindungen zu Broker oder Trading-Journal hängen von deren Schnittstellen ab. Das kostet Einrichtung und Übung, dafür legst du Arbeitsschritte und Kontrollen selbst fest.

Die Fehler aus meinem Test verschwinden dadurch nicht. Auch eine eigene KI kann sich verrechnen oder eine Marke falsch setzen. Der Unterschied liegt darin, dass du den Ablauf selbst baust und Prüfschritte fest einplanen kannst. Wie gut KI-Werkzeuge bei der Analyse von Aktien abschneiden, zeigt unser Vergleich zur KI-Aktienanalyse, eine kritische Einordnung automatischer Systeme steht in KI-Trading: Funktioniert der Handel mit künstlicher Intelligenz?

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Fazit: Für wen sich die TradingView KI lohnt

Für erfahrene Trader ist der Copilot ein schneller Helfer für die Vorarbeit. Wer Marken und Rechnungen ohnehin selbst prüft, kann sich beim Einzeichnen, beim ersten Entwurf eines Indikators und bei Kursabfragen nach meinem Eindruck Zeit sparen. Das Kontingent war in meinem Test kein Engpass, und der Preis liegt im Rahmen eines kleinen Zusatzabos.

Für Einsteiger ist die TradingView KI in diesem Zustand riskant. Die Fehler in meinem Test standen genauso überzeugend im Text wie die richtigen Angaben, und der Indikator ohne Signal kam mit grünem Haken. Wer die Antworten nicht selbst nachrechnen kann, sollte den Copilot als Lernhilfe nutzen, nicht als Grundlage für Trades. Ob sich die Buchung lohnt, lässt sich im ersten Monat testen, denn das Add-on ist monatlich kündbar. Für Chartanalyse ohne KI bleiben die Alternativen aus unserem Überblick TradingView-Alternativen eine Option.

Häufige Fragen zur TradingView KI

Was kostet der TradingView AI Copilot?

Bei meiner Buchung am 27. September 2026 kostete der AI Copilot 7,50 Euro netto im Monat, mit deutscher Umsatzsteuer von 19 Prozent also 8,93 Euro. Er kommt zu einem bezahlten TradingView-Tarif hinzu.

Ist die TradingView KI kostenlos?

Nein. Seit September 2026 ist der Copilot ein kostenpflichtiges Add-on und nur mit einem bezahlten Tarif buchbar, der Basic-Tarif ist ausgeschlossen. Kostenlos war die Beta als Chrome-Erweiterung, die TradingView nicht mehr pflegt.

Gibt es den TradingView Copilot in der App?

In den Mobil-Apps gibt es den Copilot laut TradingView noch nicht. Er läuft im Browser und in der Desktop-App für Windows, macOS und Linux.

Kann der TradingView Copilot Pine Script schreiben?

Ja. In meinem Test schrieb er einen Donchian-Channel in 42 Sekunden und fügte ihn in den Chart ein. Das Ausbruchssignal enthielt aber einen Logikfehler und löste nie aus, erst auf Nachfrage hat der Copilot ihn behoben.

Wie viele Anfragen hat der TradingView Copilot im Monat?

TradingView nennt keine Zahl, die Anzeige zeigt nur die verbleibende Nutzung in Prozent. Während meiner sieben Testaufgaben fiel der Wert von 92 auf 89 Prozent. Nicht genutztes Kontingent wird nicht in die nächste Nutzungsperiode übertragen.

Wie kündige ich den TradingView AI Copilot?

Das Add-on verlängert sich monatlich und lässt sich laut TradingView jederzeit in den Profileinstellungen kündigen. Nach der Kündigung bleibt es bis zum Ende der bezahlten Nutzungsperiode nutzbar, in meinem Fall lief das TradingView-Abo davon unabhängig weiter.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er handelt seit 1980 als diskretionärer Price-Action-Trader an den Märkten.

Sein Handel kommt ohne technische Indikatoren aus. Er tradet Forex-Majors und -Minors allein auf Basis von Kursverlauf und Marktstruktur. In den 1980er Jahren übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre vertrat er Joe Ross in Deutschland und übersetzte dessen zehn Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Für diesen Test ist er qualifiziert, weil er TradingView seit August 2017 täglich als zahlender Kunde nutzt. Er hat den AI Copilot mit eigenem Geld gebucht und am 30. September 2026 in seinem Ultimate-Abo getestet. Alle Zahlen aus den Antworten wurden nachgerechnet oder gegen eine zweite Quelle gehalten. Links zu TradingView sind teilweise Partnerlinks, auf den Inhalt hatte TradingView keinen Einfluss.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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