Von 431 deutschen Aktien ließ der TradingView Screener in unserem Test genau drei übrig, und eine davon nur, weil ihr Gewinn nach einem schwachen Vorjahr um 1.430 Prozent gesprungen war. Genau das ist die Stärke und die Falle dieses Werkzeugs. Er filtert schnell und kostenlos, aber er nimmt jede Zahl wörtlich.
Ich nutze TradingView seit August 2017 als zahlender Kunde, heute im Ultimate-Abo. Für diesen Artikel haben wir den Screener am 8. Oktober 2026 ohne Konto geöffnet, drei Vorlagen durchgespielt und jede Grenze der Tarife an der Preisseite und im Hilfecenter von TradingView geprüft. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
TradingView Screener: das Wichtigste in 30 Sekunden
Die Kernpunkte mit Stand 8. Oktober 2026:
- Was er ist: ein kostenloses Filterwerkzeug der Chartplattform TradingView für Aktien, ETFs, Anleihen und Kryptowährungen.
- Was gratis geht: Der Screener läuft im kostenlosen Basic-Tarif. Ohne Konto öffnen sich nur die Vorlagen, jeder eigene Filter verlangt eine Anmeldung.
- Wo Basic endet: Felder nur im Tages-, Wochen- und Monatsrahmen, kein CSV-Export, keine automatische Aktualisierung, kein Pine Screener. Xetra-Kurse laufen 15 Minuten verzögert.
- Was mehr kostet: Essential ab 14,95 Euro im Monat (12,95 Euro bei Jahreszahlung). Den Pine Screener gibt es erst ab Premium für 69,95 Euro.
- Am Handy: In den Apps für iOS und Android gibt es den Screener laut TradingView nicht, im mobilen Browser schon.
- Unser Urteil: der stärkste kostenlose Screener für die Vorauswahl. Jeden Treffer musst du danach selbst prüfen.
Was ist der TradingView Screener?
Der TradingView Screener ist ein kostenloses Filterwerkzeug der Chartplattform TradingView. Er durchsucht Aktien, ETFs, Anleihen und Kryptowährungen nach fundamentalen und technischen Kriterien und zeigt nur die Werte an, die alle gesetzten Bedingungen erfüllen.
Auf der englischen Seite heißt das Werkzeug Stock Screener, auf der deutschen Aktien-Screener. Es funktioniert wie ein Sieb: Du legst Bedingungen fest, etwa ein Kurs-Gewinn-Verhältnis unter 15, und der Screener streicht alle Werte, die nicht passen. Wie TradingView gegen andere Werkzeuge abschneidet, zeigt unser Vergleich von 14 Aktienscreenern.
Die Datenbasis ist groß, die Angaben von TradingView schwanken aber. Laut Preisseite prüft der Screener über 500 Felder aus über 150 Börsen in mehr als 50 Ländern. Die Funktionsübersicht derselben Firma nennt über 400 Filterfelder. Beide Zahlen stammen von TradingView, eine Gesamtzahl der Aktien veröffentlicht das Unternehmen nicht.
Kurz erklärt: Ein Feld ist eine Kennzahl, nach der du filtern oder sortieren kannst, etwa Marktkapitalisierung, Dividendenrendite oder der Abstand zum 52-Wochen-Hoch.
Der TradingView Screener im Steckbrief
| Anbieter | TradingView |
| Screener | Aktien, ETFs, Anleihen, Krypto, Pine Screener |
| Felder | über 500 (Preisseite) |
| Märkte | über 150 Börsen, 50 Länder |
| Kosten | Basic kostenlos, Extras bezahlt |
| Plattformen | Browser, Desktop-App |
| Neue Oberfläche | seit 26.12.2023 |
Welche Screener es bei TradingView gibt
TradingView hat nicht einen Screener, sondern sechs, dazu kommt der Pine Screener. So listet es das Hilfecenter. Alle sechs teilen sich dieselbe Oberfläche, du wechselst über das Menü oben links:
- Aktien-Screener: der umfangreichste, mit fundamentalen und technischen Feldern. Nur hier steckt auch der KI-Screener.
- ETF-Screener: filtert börsengehandelte Fonds mit derselben Bedienung.
- Anleihen-Screener: sucht festverzinsliche Papiere.
- Krypto-Coins-Screener: listet einzelne Kryptowährungen.
- CEX- und DEX-Screener: zeigen Handelspaare an zentralen und an dezentralen Börsen.
- Pine Screener: nutzt einen Indikator aus Pine Script als Filter. Mehr dazu weiter unten.
Einen Forex-Screener führt TradingView in keiner aktuellen Liste mehr. Die Seite lädt noch, allerdings in der alten Oberfläche. Dasselbe gilt für den alten Aktien-Screener, der unter einer eigenen Adresse weiterläuft. Was ein guter Filter für Währungspaare leisten muss, steht in unserem Beitrag zum Forex Screener.
Der KI-Screener baut den Filter aus einem Satz. Du schreibst zum Beispiel „Aktien mit Golden Cross heute“, und er setzt die passenden Felder. Laut Hilfeseite zum KI-Screener ist die Funktion noch in der öffentlichen Testphase, läuft nur im Aktien-Screener und verlangt einen bezahlten Tarif. Er ist nicht dasselbe wie der Chat-Assistent, den wir im Test des TradingView AI Copilot geprüft haben.
So bedienst du den TradingView Screener: Schritt für Schritt
Die Bedienung folgt immer demselben Muster: Markt wählen, Filter setzen, Spalten anpassen, speichern. Die folgenden Schritte beziehen sich auf den Aktien-Screener im Browser.
- Screener öffnen: über das Menü Produkte oder direkt unter tradingview.com/screener. Bei unserem Aufruf stand der Markt auf Deutschland, die Tabelle zeigte 431 Aktien.
- Markt wählen: Über die Länderschaltfläche mit der Flagge wechselst du zu USA, Japan oder „Die gesamte Welt“. Mehrere Länder gleichzeitig gehen ebenfalls.
- Filter setzen: Ein Klick auf ein Feld wie „KGV“ öffnet vorbereitete Spannen. Über „Manuelle Einrichtung“ trägst du eigene Werte ein, das Plus-Symbol holt weitere Felder dazu.
- Spalten anpassen: Die Reiter Übersicht, Performance, Technische Daten, Erweiterte Handelszeiten, Bewertung und Dividenden wechseln die Spalten. Eigene Spaltensätze legst du über das Plus an.
- Speichern und teilen: Mit Strg+S oder Cmd+S sicherst du Filter, Spalten und Sortierung als eigenen Screen. Geteilt werden kann nur ein gespeicherter Screen, per Link.
- Ergebnisse weiterverwenden: Treffer lassen sich direkt in eine Watchlist übernehmen und dort im Chart weiter prüfen.

Der Screenshot oben zeigt ein kleines D hinter jedem Namen. Es steht für verzögerte Kurse. Der Tooltip sagt: „Kurse sind um 15 Minuten verzögert“. Für die Vorauswahl am Abend spielt das keine Rolle, für einen Einstieg mitten im Handel schon. Xetra ist die Handelsplattform der Deutschen Börse, ihre Echtzeitkurse kosten bei TradingView extra.

Die Abbildung zeigt die Logik der fertigen Spannen. TradingView übersetzt Zahlen in Worte: Ein KGV von 5 bis 15 heißt dort „Tief“, eines von 15 bis 25 „Moderat“. Diese Einteilung ist eine Vorgabe der Plattform, keine Bewertung der einzelnen Aktie.
Kurz erklärt: Das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) teilt den Aktienkurs durch den Jahresgewinn je Aktie. Ein KGV von 10 heißt: Du zahlst das Zehnfache des aktuellen Jahresgewinns.
Drei Vorlagen im Praxistest
Ohne Konto setzt der Screener keinen einzigen eigenen Filter. In unserem Test öffnete schon die Auswahl „KGV 5 bis 15“ das Anmeldefenster. Was ohne Konto funktioniert, sind die fertigen Vorlagen. TradingView nennt sie „Beliebte Bildschirme“, im deutschen Aktien-Screener sind es 14 Stück. Drei davon haben wir am Abend des 8. Oktober 2026 durchgespielt.

Nah an neuen Hochs und unterbewertet: drei Treffer, einer davon ein Basiseffekt
Diese Vorlage kombiniert vier Bedingungen. Die Marktkapitalisierung muss über 750 Millionen Euro liegen, das KGV unter 20, der Gewinn je Aktie muss gegenüber dem Vorjahr um mehr als 25 Prozent gestiegen sein, und der Kurs darf höchstens 10 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch stehen.

Von 431 deutschen Aktien blieben drei übrig: BASF, Nagarro und SAF-Holland. Nagarro (KGV 19,68, Gewinnwachstum 30,42 Prozent) und SAF-Holland (KGV 13,83, Gewinnwachstum 35,52 Prozent) passen ins Bild, das die Vorlage verspricht. BASF dagegen steht mit einem Gewinnwachstum von 1.430,04 Prozent in der Liste.
Ein solcher Wert entsteht, wenn der Vergleichsgewinn sehr klein war. Bei einem aktuellen Gewinn je Aktie von 6,65 Euro lag die Vorperiode rechnerisch bei rund 0,43 Euro. Der Screener erkennt diesen Basiseffekt nicht, er sieht nur, dass die Hürde von 25 Prozent übersprungen ist. Ob dahinter echtes Wachstum oder eine Erholung von einem Einbruch steckt, musst du in den Geschäftszahlen nachlesen.
Kurz erklärt: Der Gewinn je Aktie (englisch EPS, earnings per share) ist der Jahresgewinn eines Unternehmens geteilt durch die Zahl seiner Aktien. Die Nähe zum 52-Wochen-Hoch ist übrigens auch ein Baustein im Trend Template von Mark Minervini.
Die Könige der Dividenden: null Treffer in Deutschland, 28 in den USA
Diese Vorlage sucht Unternehmen mit mindestens 40 Jahren ununterbrochenem Dividendenwachstum. Dazu verlangt sie eine Marktkapitalisierung von über einer Milliarde, mindestens 40 Jahre Ausschüttungen in Folge und eine Ausschüttungsquote zwischen 0 und 80 Prozent.
Für Deutschland meldete der Screener: „Keine Symbole entsprechen diesen Filtern“. Nach dem Wechsel auf den Markt USA standen 28 Treffer in der Liste. Ganz oben nach Dividendenrendite lag PepsiCo mit 4,69 Prozent, dahinter Sonoco Products mit 4,48 Prozent.

Ein Wert in dieser Liste zeigt eine Grenze der Daten. Johnson & Johnson steht im Screener mit 45 Jahren ununterbrochenem Dividendenwachstum. Das Unternehmen selbst meldete im April 2026 laut Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC die 64. Erhöhung in Folge. Der Zähler im Screener reicht offenbar nur so weit zurück wie TradingViews Dividendenhistorie. Für eine Mindestgrenze von 40 Jahren spielt das keine Rolle, für längere Serien schon.
Die Prinzen der Dividenden: ein fest eingebauter US-Index
Auch die zweite Dividenden-Vorlage lieferte für Deutschland null Treffer, aber aus einem anderen Grund. Sie enthält fest den Filter Index S&P 500. Zusammen mit dem Markt Deutschland kann keine Aktie beide Bedingungen erfüllen. Die Vorlage sucht 25 bis 40 Jahre Dividendenwachstum und erinnert damit an die S&P 500 Dividend Aristocrats, deren Mitglieder ihre Dividende seit mindestens 25 Jahren jedes Jahr erhöht haben.
Die Lehre aus allen drei Tests: Lies die Filterleiste, bevor du einem Ergebnis glaubst. Eine leere Liste kann heißen, dass es keine passende Aktie gibt, oder dass zwei Filter sich gegenseitig ausschließen. Und eine volle Liste kann Ausreißer enthalten, die nur rechnerisch passen.
Was der Screener kostenlos kann und wo Basic endet
Der TradingView Screener ist im kostenlosen Basic-Tarif nutzbar. Bezahlte Tarife kosten zwischen 14,95 und 239,95 Euro im Monat und schalten unter anderem alle Zeitrahmen, den CSV-Export, die automatische Aktualisierung und ab Premium den Pine Screener frei.
Im Basic-Tarif fehlen vier Dinge, die beim Screenen auffallen. Die Felder gibt es nur im Tages-, Wochen- und Monatsrahmen, Intraday-Werte nicht. Ergebnisse lassen sich nicht als CSV-Datei exportieren. Die Tabelle aktualisiert sich nicht von selbst, in bezahlten Tarifen wahlweise alle 10 Sekunden oder jede Minute. Und Anfragen an den KI-Screener gibt es nicht.
| Tarif | Für den Screener | Euro |
|---|---|---|
| Basic | Grundfunktionen, Felder nur Tag, Woche, Monat | 0 |
| Essential | alle Zeitrahmen, CSV-Export, Auto-Aktualisierung, 100 KI-Anfragen; jährlich 12,95 € | 14,95 |
| Plus | wie Essential, 150 KI-Anfragen; jährlich 29,95 € | 34,95 |
| Premium | zusätzlich Pine Screener, 250 KI-Anfragen; jährlich 59,95 € | 69,95 |
| Ultimate | zusätzlich Pine Screener, 500 KI-Anfragen; jährlich 199,95 € | 239,95 |
So liest du die Tabelle: Rechts steht der Preis in Euro pro Monat bei monatlicher Zahlung. Der Wert hinter „jährlich“ ist der Monatspreis, wenn du ein Jahr im Voraus zahlst.
Die Preise stammen von der deutschen Preisseite, Stand 8. Oktober 2026. TradingView weist sie dort als Aktionspreis aus und schreibt, dass je nach Standort Umsatzsteuer hinzukommen kann. Die KI-Kontingente gelten pro Monat und setzen sich am Monatsersten zurück, in der Testphase behält sich TradingView Änderungen vor.
Echtzeitkurse für deutsche Aktien kosten zusätzlich. Laut Datenübersicht sind Xetra-Kurse kostenlos 15 Minuten verzögert, Echtzeit kostet 19,95 Euro im Monat. Buchen lässt sich das nur mit einem bezahlten Tarif. Alle Tarife und Datenpakete im Detail stehen in unserem TradingView-Überblick.
Für die meisten Leser reicht der Basic-Tarif. Wer abends nach Kennzahlen filtert und am nächsten Tag handelt, vermisst weder Intraday-Felder noch Echtzeitkurse. Den Basic-Zugang legst du über unseren TradingView Basic Zugang (Partnerlink) an. Wenn du über einen Partnerlink einen bezahlten Tarif buchst, erhalten wir eine Provision, für dich ändert sich der Preis nicht.
Pine Screener: eigene Indikatoren als Filter
Der Pine Screener ist ein Zusatzwerkzeug von TradingView, das einen Indikator aus Pine Script auf eine ganze Watchlist oder einen Index anwendet. Er zeigt an, bei welchen Werten die Bedingung des Indikators gerade erfüllt ist.
Damit filterst du nach Regeln, die der normale Screener nicht kennt. Laut Hilfeseite zum Pine Screener prüft er immer nur eine Quelle, also eine Watchlist oder einen Index, und immer nur einen Indikator pro Screen. Gerechnet wird auf den letzten 500 Balken.
- Tarif: nur in Premium und Ultimate, so steht es in der Tarifübersicht.
- Größe: Indizes bis 4.000 Symbole laut Hilfeseite, eine Watchlist fasst in bezahlten Tarifen bis 1.000 Symbole.
- Zeitrahmen: 1, 5, 15 und 30 Minuten, 1, 2 und 4 Stunden sowie Tag, Woche und Monat.
- Nicht möglich: Strategien, Finanzkennzahlen und ein Indikator, der auf einem anderen Indikator aufbaut.
Seit dem 1. September 2026 ist die Auswahl einfacher. Laut TradingView-Blog muss ein Skript nicht mehr in den Favoriten liegen, du wählst es direkt aus eigenen, eingebauten oder Community-Skripten. Wie du einen eigenen Indikator schreibst, erklärt unser Beitrag zu Pine Script bei TradingView.
TradingView Screener am Handy: App oder Browser
In den TradingView-Apps für iOS und Android gibt es keinen Screener. Die Hilfeseite sagt wörtlich, der mobile Screener werde „derzeit noch nicht unterstützt“. Ein Datum für die Einführung nennt TradingView nicht, auch die App-Beschreibungen in den Stores erwähnen den Screener nicht.
Im mobilen Browser läuft der Screener dagegen. TradingView nennt die mobile Weboberfläche ausdrücklich als Ort für die Chart-Ansicht im Screener. Der KI-Screener ist laut Hilfeseite am Handy nicht verfügbar. Was die App sonst kann, steht im oben verlinkten TradingView-Überblick im Abschnitt zu Download und App.
Stärken und Grenzen des TradingView Screeners
Unterm Strich ist der Screener stark in der Breite und schwach dort, wo Zahlen eine Einordnung brauchen. Das hat unser Test an BASF und Johnson & Johnson gezeigt. Im Überblick:
Was für den TradingView Screener spricht
- Kostenlos und breit: über 500 Felder aus mehr als 150 Börsen schon im Basic-Tarif.
- Vorlagen ohne Konto: 14 fertige Screens, die du sofort öffnen und nachbauen kannst.
- Technik und Fundamentaldaten: Kennzahlen, Indikatoren und 44 Candlestick-Muster in einer Abfrage.
- Speichern und teilen: eigene Screens mit Autosave und Link zum Teilen.
- Eigene Regeln: der Pine Screener prüft einen eigenen Indikator über ganze Listen.
Was gegen den TradingView Screener spricht
- Ohne Konto kein eigener Filter: jede Auswahl öffnet das Anmeldefenster.
- Basic nur auf Tagesbasis: keine Intraday-Felder, kein Export, keine Auto-Aktualisierung.
- Verzögerte deutsche Kurse: Xetra läuft ohne Zusatzabo 15 Minuten hinterher.
- Zahlen ohne Einordnung: Basiseffekte und kurze Datenhistorien fallen nicht auf.
- Keine App: am Handy nur über den Browser.
Wer andere Schwerpunkte setzt, findet Alternativen. Einen Screener mit Fokus auf US-Werte und eine bekannte Heatmap testen wir im Finviz-Erfahrungsbericht, komplette Chartplattformen im Vergleich der TradingView-Alternativen.
Fazit: der beste kostenlose Startpunkt, aber kein Ersatz fürs Nachdenken
Für die Vorauswahl gibt es kaum ein besseres kostenloses Werkzeug. Der TradingView Screener deckt Aktien, ETFs, Anleihen und Krypto ab, verbindet Kennzahlen mit Chartsignalen und kostet im Basic-Tarif nichts. Ein bezahlter Tarif lohnt sich erst, wenn du intraday filtern, Ergebnisse exportieren oder eigene Indikatoren über den Pine Screener laufen lassen willst.
Mein wichtigster Rat nach diesem Test: Behandle jede Trefferliste als Fragenliste, nicht als Kaufliste. Der Screener hat BASF wegen eines Basiseffekts gemeldet, er hat einem 64 Jahre langen Dividendenrekord 19 Jahre abgeschnitten, und eine Vorlage blieb leer, weil zwei Filter sich ausschlossen. Wer die Treffer danach mit der Fundamentalanalyse prüft, holt aus dem Werkzeug das Beste heraus.
Häufige Fragen zum TradingView Screener
Ist der TradingView Screener kostenlos?
Ja, der Screener läuft im kostenlosen Basic-Tarif. Ohne Konto öffnen sich nur die fertigen Vorlagen, für eigene Filter brauchst du ein kostenloses Konto. Im Basic-Tarif fehlen Intraday-Felder, der CSV-Export, die automatische Aktualisierung und der Pine Screener.
Wie benutze ich den TradingView Screener?
Du wählst zuerst den Markt, dann die Filter. Ein Klick auf ein Feld wie KGV oder Dividendenrendite öffnet fertige Spannen oder eine manuelle Einrichtung. Über die Reiter wechselst du die Spalten, mit Strg+S oder Cmd+S speicherst du den Screen.
Gibt es den TradingView Screener in der App?
Nein, in den Apps für iOS und Android gibt es ihn laut TradingView derzeit nicht. Im mobilen Browser kannst du den Screener aber öffnen. Der KI-Screener ist am Handy nicht verfügbar.
Was ist der Pine Screener bei TradingView?
Der Pine Screener wendet einen Pine-Script-Indikator auf eine Watchlist oder einen Index an. Er zeigt, bei welchen Werten die Bedingung gerade erfüllt ist. Es gibt ihn nur in den Tarifen Premium und Ultimate, pro Screen läuft ein Indikator.
Sind die Kurse im TradingView Screener in Echtzeit?
Für deutsche Aktien nicht ohne Zusatzabo. Xetra-Kurse laufen kostenlos 15 Minuten verzögert, im Screener erkennst du das am kleinen D hinter dem Namen. Echtzeit für Xetra kostet laut TradingView 19,95 Euro im Monat und setzt einen bezahlten Tarif voraus.
Was kostet der TradingView Screener mit allen Funktionen?
Alle Screener-Funktionen inklusive Pine Screener gibt es ab dem Premium-Tarif. Er kostet 69,95 Euro im Monat oder 59,95 Euro pro Monat bei Jahreszahlung (Stand 8. Oktober 2026). Für Export, Intraday-Felder und automatische Aktualisierung reicht schon Essential ab 14,95 Euro.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er handelt seit 1980 als diskretionärer Price-Action-Trader an den Märkten.
Sein Handel kommt ohne technische Indikatoren aus. Er tradet Forex-Majors und -Minors allein auf Basis von Kursverlauf und Marktstruktur. In den 1980er Jahren übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre vertrat er Joe Ross in Deutschland und übersetzte dessen zehn Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Für diesen Artikel ist er qualifiziert, weil er TradingView seit August 2017 täglich als zahlender Kunde nutzt. Den öffentlichen Screener hat die Redaktion am 8. Oktober 2026 ohne Konto getestet, alle Tarifgrenzen stammen von der Preisseite und aus dem Hilfecenter von TradingView. Links zu TradingView sind teilweise Partnerlinks, auf den Inhalt hatte TradingView keinen Einfluss.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.









