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Wallstreet Online: Wer hinter dem Börsenportal steckt und wie seriös es ist

Zuletzt aktualisiert: 07. September 2026

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14 Min

Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

Investment Akademie: Live-Online-Seminar zum Vermögensaufbau am 20. September 2026
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wallstreetONLINE ist eines der ältesten Finanzportale Deutschlands und eines der meistdiskutierten. Seit 1998 läuft dort ein Börsenforum, in dem sich täglich tausende Anleger austauschen. Gleichzeitig steht kaum ein deutsches Finanzportal so oft in der Kritik. Auf Trustpilot steht das Portal bei 1,3 von 5 Punkten, und die Frage „ist wallstreet online seriös” wird bei Google regelmäßig gestellt. Gerade bei marktengen Werten lohnt dabei ein zweiter Blick: Foren sind der klassische Verbreitungsweg für Kampagnen rund um Aktien mit Kleinstkursen.

Beides stimmt, und genau das macht die Einordnung schwierig. Ich zeige dir in diesem Beitrag, wer heute hinter dem Portal steht, was es kostet, was die Bewertungen wirklich messen und wo du im Forum vorsichtig sein solltest. Der Beitrag ist keine Empfehlung und keine Warnung, sondern eine Bestandsaufnahme mit Belegen. Alle Angaben stammen aus dem Impressum, den Geschäftszahlen und eigenen Aufrufen der Seite. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

wallstreetONLINE: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Betreiber ist die Smartbroker Holding AG mit Sitz in Berlin. Die frühere wallstreet:online AG hat sich 2022 umbenannt.
  • Das Portal ist werbefinanziert, aber nicht bedingungslos gratis. Du wählst beim Aufruf zwischen Werbung mit Tracking oder einem werbefreien Zugang ab 1,99 Euro im Monat.
  • Die Community ist die eigentliche Stärke. Nach Angaben des Betreibers sind über die vier Konzernportale rund 970.000 Nutzer in den Foren registriert.
  • Die öffentlichen Bewertungen sind schlecht. Auf Trustpilot stehen 1,3 von 5 Punkten bei 66 Bewertungen, 89 Prozent davon mit einem Stern. Kritisiert werden vor allem Werbung und beworbene Anlageangebote.
  • Für Kurse, Nachrichten und Diskussionen ist das Portal brauchbar. Bei Anlagetipps aus Foren und Werbeartikeln ist Skepsis angebracht.

Was ist wallstreetONLINE?

wallstreetONLINE ist ein deutsches Finanzportal mit Kursdaten, Nachrichten und einem Börsenforum, das seit 1998 besteht und von der Smartbroker Holding AG in Berlin betrieben wird. Die Nutzung ist mit Werbung kostenlos, werbefrei kostet sie ab 1,99 Euro im Monat.

Das Portal verbindet zwei Dinge, die sonst getrennt vorkommen. Auf der einen Seite stehen Kurse, Nachrichten und Termine, wie sie jedes Finanzportal liefert. Auf der anderen Seite steht ein Diskussionsforum, das älter ist als die meisten seiner Nutzer im Netz. Wer eine Aktie aufruft, findet dort neben dem Chart auch die Meinungen anderer Anleger dazu.

Diese Mischung erklärt zugleich die Kritik. Ein offenes Forum lässt sich schwer kontrollieren, und die Werbefinanzierung bringt Anzeigen mit, die wie Artikel aussehen. Wie du beides auseinanderhältst, steht weiter unten in diesem Beitrag. Einen breiteren Überblick über den Markt findest du in unserer Übersicht der Börsenportale und Finanzportale.

Wer steckt hinter wallstreetONLINE?

Der Name im Impressum ist nicht der Name auf der Webseite. Betreiberin ist die Smartbroker Holding AG, Ritterstraße 11 in 10969 Berlin, eingetragen beim Amtsgericht Charlottenburg unter HRB 96 260 B. Im Vorstand sitzen André Kolbinger, Stefan Zmojda, Oliver Haugk und Michael Bulgrin.

Das ist wichtiger, als es klingt. Viele Beiträge im Netz nennen bis heute die wallstreet:online AG als Betreiberin. Diese Gesellschaft gibt es unter diesem Namen nicht mehr. Wer wissen will, wem das Portal gehört, muss beim Broker suchen, nicht beim Medienhaus.

Vom Börsenforum zum Broker-Konzern

Die Geschichte beginnt 1998 mit einem Forum. Aus der damaligen GIS Wirtschaftsdaten GmbH wurde im Jahr 2000 die wallstreet:online GmbH, später die AG. 2007 übernahm die Axel Springer Finanzen Verlag GmbH die Aktienmehrheit, 2010 kaufte André Kolbinger 75 Prozent der Anteile zurück.

Ab 2018 kaufte das Unternehmen die Konkurrenz zusammen. Zuerst kam boersenNews.de dazu, 2019 folgten FinanzNachrichten.de und ARIVA.de. Damit gehören dem Konzern heute vier reichweitenstarke Börsenportale gleichzeitig. Was auf den Seiten wie Wettbewerb aussieht, hat denselben Eigentümer.

Der entscheidende Schnitt kam am 24. Juni 2022. An diesem Tag beschloss die Hauptversammlung die Umfirmierung: Aus der wallstreet:online AG wurde die Smartbroker Holding AG. Der Grund war eine Verschiebung im Geschäft. Nicht mehr das Portal, sondern der eigene Online-Broker sollte die Zukunft tragen.

Zuletzt trennte sich der Konzern wieder von Teilen. Das Finanzmagazin Smart Investor wurde im Mai 2025 verkauft. Gründer Ralf Flierl hält seither die Mehrheit, GoingPublic Media rund 38 Prozent. Mit dem Verkauf verschwand auch der Standort München. Geblieben sind Berlin, Kiel und Leipzig.

wallstreet online Geschichte: acht Stationen von der Gründung 1998 bis zur Smartbroker Holding AG
Die Stationen des Unternehmens seit 1998. Der Wendepunkt war die Umfirmierung im Juni 2022.

Die Zahlen hinter dem Portal

Der Konzern veröffentlicht seine Kennzahlen, weil er börsennotiert ist. Für 2025 weist die Smartbroker Holding AG rund 68,5 Millionen Euro Umsatz aus, bei einem EBITDA von 0,0 Millionen Euro. EBITDA ist der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Eine Null bedeutet: Das operative Geschäft trug sich gerade so.

BetreiberSmartbroker Holding AG, Berlin
Portal online seit1998
Konzernportalewallstreet-online.de, boersenNews.de, FinanzNachrichten.de, ARIVA.de
Registrierte Forennutzerrund 970.000 über alle vier Portale
Seitenaufrufe 20252,9 Milliarden auf eigenen Kanälen
Brokerage-Kunden 2025259.000
Mitarbeiterüber 200 an drei Standorten
Trustpilot1,3 von 5 bei 66 Bewertungen
Kennzahlen nach Angaben der Smartbroker Holding AG, Stand August 2026.

Die Reichweite ist unverändert groß, die Ertragslage nicht. Im August 2026 meldete das Unternehmen eine Betriebsmittelkreditlinie über bis zu 20 Millionen Euro. Für das Portalgeschäft allein stellt der Konzern für 2026 rund 28 Millionen Euro Umsatz in Aussicht. Das Medienangebot ist also profitabel, während das Brokergeschäft das Geld verbraucht.

Was kostet wallstreetONLINE?

Die verbreitete Antwort „kostenlos” ist seit einiger Zeit unvollständig. Beim Aufruf der Seite erscheint eine Auswahl mit zwei Möglichkeiten. Entweder du liest weiter mit Werbung und stimmst dem Tracking zu, oder du buchst einen werbefreien Zugang. Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht.

wallstreetONLINE Startseite mit Auswahl zwischen Werbung mit Tracking und werbefreiem Abo ab 1,99 Euro
Diese Auswahl erscheint beim Aufruf von wallstreet-online.de. Eigener Screenshot vom 31. August 2026.

Der werbefreie Zugang kostet ab 1,99 Euro im Monat. Im Text daneben steht wörtlich, dass die Seite dann „nahezu ohne Werbung und ohne Werbetracking” nutzbar ist. Das Wort nahezu ist dabei nicht bedeutungslos. Auch im bezahlten Zugang bleiben einzelne Anzeigenplätze bestehen.

Die kostenlose Variante hat einen anderen Preis. Der Hinweis im Auswahlfenster nennt 677 Partner, mit denen Daten erhoben und verarbeitet werden. Dazu gehört ausdrücklich die Verarbeitung in Drittstaaten. Wer sich für die Gratisnutzung entscheidet, zahlt also mit seinen Nutzungsdaten.

Alles Inhaltliche bleibt davon unberührt. Forenbeiträge, Kursdaten, Nachrichten und die Registrierung kosten weiterhin nichts. Es gibt keine Bezahlschranke vor einzelnen Artikeln. Bezahlt wird ausschließlich die Werbefreiheit.

Ist wallstreetONLINE seriös?

wallstreetONLINE ist ein legal betriebenes Finanzportal einer börsennotierten deutschen Aktiengesellschaft mit vollständigem Impressum. Die Kritik richtet sich nicht gegen das Bestehen des Angebots, sondern gegen die Werbeformate und gegen Anlageempfehlungen aus Foren und Anzeigen.

Diese Unterscheidung ist der Kern der Sache. Das Unternehmen ist kein Broker im Verhältnis zu dir, wenn du nur das Portal liest. Es verwahrt kein Geld und führt kein Depot. Ein Totalverlust durch das Portal selbst ist damit ausgeschlossen. Das Risiko liegt woanders, nämlich in dem, was du dort liest und für einen Tipp hältst.

Was die Bewertungen zeigen

Die öffentliche Bewertung ist schlecht, und zwar deutlich. Auf Trustpilot steht wallstreet-online.de bei 1,3 von 5 Punkten aus 66 Bewertungen. 89 Prozent davon vergeben einen Stern, die jüngste stammt vom 25. Juni 2026. Das Profil ist vom Unternehmen nicht beansprucht, es gibt also keine Bewertungseinladungen.

Die Zahl der Bewertungen ist dabei klein. 66 Stimmen sind für ein Portal mit Millionenreichweite sehr wenig. Solche Profile ziehen vor allem verärgerte Nutzer an, während zufriedene Leser selten etwas schreiben. Der Wert misst also die lauteste Kritik, nicht den Durchschnitt aller Besucher.

Trotzdem lässt sich die Kritik nicht wegdiskutieren. Die Vorwürfe drehen sich fast alle um dieselben Punkte: beworbene Anlageangebote mit unrealistischen Renditeversprechen, aggressiv angepriesene Kleinstwerte und der Eindruck, dass Anzeigen wie Redaktion aussehen. Das sind Vorgänge, die es dort tatsächlich gibt. Die Bewertungen beschreiben also keine erfundenen Erlebnisse.

Auch der Wirtschaftsjournalismus hat sich damit befasst. Die WirtschaftsWoche veröffentlichte am 1. März 2022 einen Beitrag von Georg Buschmann und Julia Groth unter dem Titel „Dubiose Verbindungen werfen kein gutes Licht auf das Portal”. Im Anriss geht es um Kooperationen mit Börsenbriefschreibern. Der vollständige Text steht hinter einer Bezahlschranke, deshalb geben wir hier nur wieder, was öffentlich einsehbar ist.

Wo du im Forum vorsichtig sein solltest

Ein offenes Forum ist kein geprüfter Ratgeber. Jeder kann dort schreiben, auch jemand, der die besprochene Aktie selbst im Depot hat. Bei kleinen Werten mit wenig Handelsvolumen genügen wenige Käufer, um den Kurs zu bewegen. Genau dort setzen Kursmanipulationen an, wie sie beim Pump and Dump zum Einsatz kommen.

Die Warnsignale sind immer dieselben. Ein neu angelegtes Nutzerkonto, das ausschließlich zu einem einzigen Nebenwert schreibt. Kursziele ohne Begründung. Dringlichkeit im Ton, etwa „letzte Chance”. Und Werte, von denen du vorher nie gehört hast. Bei Nebenwerten und Kryptoprojekten ist die Trefferquote solcher Beiträge besonders hoch.

Meine eigene Haltung dazu ist unaufgeregt. Ich nutze Foren seit Jahrzehnten, aber nie als Quelle für Kaufentscheidungen. Sie taugen dafür, eine Stimmung abzulesen und auf Nachrichten aufmerksam zu werden. Die Prüfung findet danach statt, im Chart und in den Unternehmenszahlen. Wie ich dabei vorgehe, steht in unserem Beitrag zu Trading-Signalen.

Ein weiterer Punkt betrifft die Konzernstruktur. Der Betreiber bewirbt auf dem Portal seinen eigenen Online-Broker prominent, samt Bonusaktionen. Das ist zulässig und wird als Werbung gekennzeichnet. Du solltest es beim Lesen trotzdem wissen, denn ein Brokervergleich auf der Seite des Brokeranbieters ist kein neutraler Vergleich.

FinMent Börsenwebinar

Die Funktionen von wallstreet-online.de im Überblick

Die Navigation ist nach Anlageklassen sortiert. Oben stehen Aktien, Community, Nachrichten, Indizes, Fonds, ETFs, Anleihen, Derivate, Rohstoffe, Krypto, Devisen und Festzins, dazu ein Broker-Magazin. Darüber läuft ein Kursticker mit DAX, Gold, Öl und den US-Indizes.

Community und Foren

Das Forum ist der älteste und lebendigste Teil des Portals. Nach eigenen Angaben des Betreibers diskutieren dort über 550.000 Nutzer, bei rund 2.000 neuen Beiträgen pro Tag. Die Foren sind nach Themen sortiert, etwa DAX, Rohstoffe oder Daytrading.

Lesen kannst du alles ohne Anmeldung. Für eigene Beiträge, Watchlisten und ein Musterdepot brauchst du ein kostenloses Konto. Dazu gibt es Umfragen, eine Community-Statistik und ein DAX-Tippspiel. Ein reines Musterdepot findest du auch bei anderen Anbietern, die wir in unserem Vergleich der Musterdepots gegenübergestellt haben.

Community Umfragen auf wallstreetONLINE
Umfragen in der Community, Ansicht aus dem Jahr 2020.

Nachrichten, Kurse und Termine

Die Nachrichten kommen aus drei Quellen gleichzeitig. Es gibt eine eigene Redaktion, dazu Meldungen von Nachrichtenagenturen und Beiträge von Gastautoren. Presse- und Pflichtmitteilungen von Unternehmen laufen ebenfalls durch. Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist laut Impressum Julian Schick.

Beim Lesen lohnt der Blick auf die Kennzeichnung. Bezahlte Beiträge tragen den Hinweis Anzeige, auch in der Eilmeldungsleiste ganz oben. Wer schnell scrollt, übersieht das leicht. Genau diese Vermischung steht in den Bewertungen am häufigsten in der Kritik.

Der Terminbereich ist der nützlichste Teil für Trader. Der Wirtschaftskalender lässt sich nach Land, Kategorie und erwarteter Volatilität filtern. Volatilität meint hier, wie stark ein Termin die Kurse voraussichtlich bewegt. Dazu kommen Unternehmenstermine und Börsenfeiertage.

wallstreetONLINE Wirtschaftskalender mit Filtern
Der Wirtschaftskalender mit seinen Filtern, Ansicht aus dem Jahr 2020.

Werkzeuge und Auswertungen

Die Statistiken sind die stille Stärke des Portals. Dort stehen Ranglisten nach Handelsvolumen, Performance, Dividendenrendite und Volatilität, dazu Länderlisten für Deutschland, die USA und China. Für einen ersten Überblick über einen Markt ist das schneller als jede eigene Suche.

Dazu kommen mehrere Rechner und Filter. Der Währungsrechner deckt neben klassischen Währungspaaren auch Kryptowährungen ab. Der Profit Maximizer sucht Optionsscheine zu einer erwarteten Kursentwicklung. Ergänzt wird das durch Chartsignale, die automatisch aus Chartformationen erzeugt werden.

Bei den Vergleichsrechnern gilt der Vorbehalt von oben. Sowohl der Brokervergleich als auch der Robo-Advisor-Vergleich stehen auf der Seite eines Anbieters, der selbst einen Broker betreibt. Als Rechenhilfe sind sie brauchbar, als Kaufempfehlung nicht. Eine unabhängige Einordnung findest du in unserer Übersicht der Online Broker.

Profit Maximizer von wallstreetONLINE zur Suche nach Optionsscheinen
Der Profit Maximizer sucht Optionsscheine zu einer erwarteten Kursentwicklung, Ansicht aus dem Jahr 2020.

Vorteile und Nachteile von wallstreetONLINE

Das Portal ist weder Geheimtipp noch Fallstrick. Es hat klare Stärken bei Reichweite und Datenbreite und ebenso klare Schwächen bei der Trennung von Werbung und Inhalt. Die folgende Übersicht fasst beides zusammen.

Das spricht für wallstreetONLINE

  • Größte deutsche Börsen-Community: Seit 1998 gewachsen, mit rund 2.000 neuen Beiträgen pro Tag. Zu fast jeder Aktie findest du eine laufende Diskussion.
  • Sehr breite Datenabdeckung: Aktien, Fonds, ETFs, Anleihen, Derivate, Rohstoffe, Krypto und Devisen an einer Stelle, inklusive Ranglisten und Statistiken.
  • Inhalte ohne Bezahlschranke: Forum, Kurse und Nachrichten sind vollständig lesbar, auch ohne Konto. Bezahlt wird nur die Werbefreiheit.
  • Brauchbarer Terminbereich: Der Wirtschaftskalender mit Filtern nach Land und Volatilität ersetzt für viele Trader ein eigenes Werkzeug.
  • Nachprüfbarer Betreiber: Börsennotierte AG mit vollständigem Impressum und veröffentlichten Geschäftszahlen. Wer wissen will, wem die Seite gehört, findet es heraus.

Das spricht gegen wallstreetONLINE

  • Sehr hohe Werbedichte: Anzeigen stehen bis in die Eilmeldungsleiste hinein. Das ist der mit Abstand häufigste Kritikpunkt in den Bewertungen.
  • Schlechte öffentliche Bewertung: 1,3 von 5 auf Trustpilot, 89 Prozent Ein-Stern-Wertungen. Die Fallzahl ist klein, die Richtung eindeutig.
  • Forenbeiträge sind ungeprüft: Besonders bei Nebenwerten ist mit interessengeleiteten Beiträgen zu rechnen. Als Entscheidungsgrundlage taugen sie nicht.
  • Vergleiche sind nicht neutral: Broker- und Robo-Advisor-Vergleich stehen bei einem Anbieter, der selbst einen Broker betreibt.
  • Gratis nur gegen Daten: Die kostenlose Nutzung setzt die Zustimmung zur Datenverarbeitung mit 677 Partnern voraus, ausdrücklich auch in Drittstaaten.
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Die wallstreetONLINE App

Die App gibt es für iPhone und für Android-Geräte. Sie bildet die wichtigsten Teile der Webseite ab: Kurse, Nachrichten, das Forum sowie Watchlist und Musterdepot. Neue Beiträge in beobachteten Diskussionen kommen als Mitteilung auf das Gerät.

Interessant ist vor allem die Verknüpfung mit der Watchlist. Die App meldet nicht nur Kursbewegungen, sondern auch Forumsbeiträge, Chartsignale und Unternehmenstermine zu den beobachteten Werten. Wer eine Watchlist führt, bekommt damit Nachrichten und Stimmung in einem Aufwasch.

Fazit: Für wen sich wallstreetONLINE lohnt

Als Nachschlagewerk ist das Portal gut, als Ratgeber nicht. Kurse, Termine, Statistiken und Unternehmensmeldungen sind breit, schnell und kostenlos zugänglich. Für diesen Zweck gibt es wenig Vergleichbares im deutschsprachigen Raum, und die Community ist ein echter Vorteil.

Die Schwäche liegt dort, wo Geld verdient wird. Die hohe Werbedichte und beworbene Anlageangebote sind der Grund für die schlechten Bewertungen, und diese Kritik ist nachvollziehbar. Wer die Kennzeichnungen liest und Forenbeiträge als Meinung behandelt, kann damit umgehen. Wer dort nach einem sicheren Tipp sucht, wird enttäuscht oder verliert Geld.

Meine Empfehlung ist deshalb eine Arbeitsteilung. Nutze das Portal für Daten und für die Marktstimmung. Triff deine Entscheidungen woanders, im Chart und anhand der Zahlen des Unternehmens. Der Umgang mit Risiko und Positionsgröße entscheidet ohnehin mehr über das Ergebnis als die Auswahl der Nachrichtenquelle, wie unser Beitrag zum Money Management zeigt.

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Häufige Fragen zu wallstreetONLINE

Wem gehört wallstreetONLINE?

Betreiberin ist die Smartbroker Holding AG mit Sitz in Berlin, eingetragen beim Amtsgericht Charlottenburg unter HRB 96 260 B. Sie hieß bis 2022 wallstreet:online AG und benannte sich nach dem Beschluss der Hauptversammlung vom 24. Juni 2022 um. Zum Konzern gehören außerdem boersenNews.de, FinanzNachrichten.de und ARIVA.de sowie der Online-Broker SMARTBROKER+.

Ist wallstreetONLINE kostenlos?

Die Inhalte sind kostenlos: Forum, Kursdaten, Nachrichten und die Registrierung kosten nichts. Beim Aufruf musst du dich aber entscheiden. Entweder du liest mit Werbung und stimmst der Datenverarbeitung durch 677 Partner zu, oder du buchst einen weitgehend werbefreien Zugang ab 1,99 Euro im Monat. Eine kostenlose Nutzung ohne Tracking ist nicht vorgesehen.

Kann ich über wallstreetONLINE Geld verlieren?

Über das Portal selbst nicht. wallstreetONLINE führt kein Depot, verwahrt kein Geld und ist im Verhältnis zum Leser kein Broker. Das Risiko liegt in dem, was du dort liest: Forenbeiträge sind ungeprüfte Meinungen, und beworbene Anlageangebote sind Werbung. Wer solchen Tipps ohne eigene Prüfung folgt, kann sehr wohl Geld verlieren.

Wie zuverlässig sind die Tipps im wallstreetONLINE Forum?

Forenbeiträge sind Meinungen von Nutzern und werden inhaltlich nicht geprüft. Besonders bei Nebenwerten mit geringem Handelsvolumen ist mit interessengeleiteten Beiträgen zu rechnen, weil dort schon wenige Käufe den Kurs bewegen. Warnzeichen sind neue Konten, die nur zu einem Wert schreiben, Kursziele ohne Begründung und Dringlichkeit im Ton. Nutze das Forum für die Stimmung, nicht als Entscheidungsgrundlage.

Was ist der Unterschied zwischen wallstreetONLINE und SMARTBROKER+?

wallstreetONLINE ist das Finanzportal mit Kursen, Nachrichten und Forum. SMARTBROKER+ ist der Online-Broker desselben Konzerns, über den du tatsächlich Wertpapiere handeln kannst. Das Portal ist kostenlos nutzbar, für den Broker brauchst du ein Depot. Weil beide zur Smartbroker Holding AG gehören, wird der Broker auf dem Portal prominent beworben.

Gehört Smart Investor noch zu wallstreetONLINE?

Nein. Das Finanzmagazin Smart Investor wurde im Mai 2025 verkauft. Gründer und Chefredakteur Ralf Flierl hält seither die Mehrheit der Anteile, GoingPublic Media rund 38 Prozent. Ältere Beiträge, die Smart Investor als Teil des Konzerns nennen, sind damit überholt.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er handelt seit 1978 aktiv und arbeitet als diskretionärer Price-Action-Trader in den Märkten Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsen. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Ende der 1980er Jahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte alle 10 Bücher des amerikanischen Trading-Autors, bekannt für den Ross-Haken und den Traders Trick Entry.

Bei Finanzportalen zählt für Karsten die Datenqualität, nicht die Optik. Wer seit 1978 mit Kursdaten arbeitet, erkennt schnell, ob Zahlen gepflegt werden oder nur alt aussehen. Für diesen Bericht wurden Impressum, Geschäftszahlen und das Preismodell an der Quelle geprüft und die Startseite am 31. August 2026 selbst aufgerufen.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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