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Ölpreisprognose aktuell: WTI & Brent Chartanalyse und Preisentwicklung (2026)

Zuletzt aktualisiert: 26. September 2026

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25 Min

Christian Möhrer

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Christian Möhrer

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Ölpreisprognose · WTI · Brent

Die Marken, die jetzt zählen, beide Szenarien für WTI und Brent und der lange Blick auf 2030, 2040 und 2050.

Stand 26.09.2026, WTI bei $92,44
Von Karsten Kagels, inhaltlich geprüft von Christian Möhrer

Die Ölpreisprognose ist eine auf technischer Analyse und Chartanalyse basierende Einschätzung der zukünftigen Preisentwicklung von Rohöl, insbesondere der Sorten WTI (West Texas Intermediate) und Brent Crude.

Der Rohölpreis gehört zu den meistbeobachteten Märkten der Welt. Er beeinflusst Energiekosten, Inflation und globale Konjunktur gleichermaßen. Auf dieser Seite findest du die aktuelle Ölpreisprognose für WTI und Brent, basierend auf regelmäßiger Chartanalyse und technischer Analyse durch Karsten Kagels.

Die Prognose wird wöchentlich aktualisiert, bei größeren Marktereignissen auch dazwischen, und beleuchtet kurzfristige Kursziele, mittelfristige Trendszenarien bis 2028 sowie langfristige Ausblicke bis 2050.

Ob du den Rohölpreis für dein Trading oder als aktiver Anleger nutzt: hier bekommst du eine fundierte Einschätzung auf Basis von Chartstruktur und Fundamentaldaten. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Ölpreisprognose aktuell in 30 Sekunden

Wo der Kurs steht

Rohölpreis WTI aktuell bei $92,44, zwischen dem 2023er Hoch bei $95,03 und dem 2024er Hoch bei $87,67 (Stand: 26.09.2026).

Das dominierende Thema

Iran-Krieg und Hormuz-Blockade seit Ende Februar 2026: Die Straße von Hormus ist weiter faktisch gesperrt. Nach der Eskalation Anfang September mit Tankerangriffen und neuem Sperrgebiet gibt es erste vorsichtige Signale, der Katar-Besuch in Teheran nährt Spekulationen über eine Einigung. Brent notiert im Dezember-Kontrakt bei $97,62.

Kurzfristig, 2026

Am 2023er Hoch bei $95,03 abgewiesen, aktuell $92,44. Das große Dreieck ist noch nicht verlassen.

Mittelfristig, 2027 und 2028

Breite Handelsspanne von $65 bis $120 (WTI) erwartet, abhängig von Geopolitik und OPEC+-Politik.

Langfristig, 2030 bis 2050

Handelsspanne von $35 bis $110 (WTI, nominal), sofern Energiewende und Peak Oil die Nachfrage dämpfen. Die EIA rechnet für 2050 mit $87 (Brent, in Dollar von 2025).

Die größten Risiken

OPEC+-Förderentscheidungen, US-Lagerbestände, der Iran-Konflikt und die US-Zollpolitik.

Die zwei Referenzsorten

WTI als US-Benchmark an der NYMEX und Brent als globaler Benchmark an der ICE in London.

Ölpreisentwicklung 2026: der Jahresverlauf im Chart

Die Ölpreisentwicklung 2026 beschreibt den Kursverlauf der beiden Referenzsorten WTI und Brent im laufenden Jahr, von den Jahrestiefs Anfang Januar über den kriegsbedingten Preissprung im Frühjahr bis zum Juni-Tief und dem erneuten Anstieg seit Juli.

Ölpreisentwicklung 2026: WTI und Brent im Jahresverlauf bis 25. September mit Kriegsbeginn, Jahreshochs, Feuerpause und Kontraktwechsel
Der Jahresverlauf vom Jahrestief im Januar über die Kriegshochs im Frühjahr bis zum Kontraktwechsel am 18. September (Daten: Yahoo Finance), WTI und Brent Futures im Tageschart, Stand 25. September 2026

Das Jahr begann mit den tiefsten Ölpreisen seit Jahren. Der Jahresbalken des Futures startet bei $57,41, der erste Tagesschluss am 2. Januar lag bei $57,32, und am 7. Januar markierte WTI mit $55,76 sein Jahrestief. Brent lag mit $59,45 nur knapp darüber. Bis Ende Februar bewegten sich beide Sorten in einer engen Spanne.

Der Kriegsbeginn Ende Februar hat den Markt binnen Wochen mehr als verdoppelt. WTI stieg bis zum 9. März auf ein Intraday-Hoch von $119,48, Brent zog am 30. April auf $126,10 nach. Zwischen Jahrestief und Jahreshoch liegt bei WTI der Faktor 2,14.

Seit Mai baut der Markt den Risikoaufschlag wieder ab. Im Juni fiel WTI zurück bis auf $69,23, seither erholen sich die Notierungen. Am 15. September schloss WTI bei $105,83, dem höchsten Stand seit Mitte Mai. Der Knick am 18. September ist kein Kursrückgang, sondern der Wechsel auf den nächsten Terminkontrakt. Am 25. September schloss WTI bei $92,41 und damit 61 Prozent über der Jahreseröffnung, Brent im auslaufenden November-Kontrakt bei $104,32. Zum 30. September wechselt auch Brent auf den Dezember-Kontrakt, der rund $7 tiefer notiert.

Was kostet ein Barrel Öl aktuell?

Ein Barrel Rohöl kostet aktuell $92,44 bei WTI und $97,62 bei Brent, umgerechnet 81,08 € und 85,62 €. Ein Barrel fasst 158,99 Liter, der Liter Rohöl kostet damit 0,51 € bei WTI und 0,54 € bei Brent.

Sorteje Barrelje Liter
WTI$92,44
81,08 €
$0,58
0,51 €
Brent$97,62
85,62 €
$0,61
0,54 €
Rohölpreis je Barrel und je Liter in Dollar und Euro, Stand 26.09.2026, WTI im November-Kontrakt (CL1!), Brent im Dezember-Kontrakt (BRN1!) (Kurse: TradingView; Wechselkurs 1 € = $1,1401, Yahoo Finance)

Bei Brent zählt ab sofort der Dezember-Kontrakt. Der November-Kontrakt läuft am 30. September aus und notiert rund $7 höher, weil Öl zur sofortigen Lieferung derzeit teurer ist als Öl in einigen Wochen. Wer Brent-Kurse vergleicht, muss deshalb auf den Kontraktmonat achten.

Der Literpreis gilt für unverarbeitetes Rohöl. Beim Benzin, Diesel oder Heizöl kommen Raffinerie, Transport, Energiesteuer, CO₂-Preis und Mehrwertsteuer hinzu. Deshalb liegt der Preis an der Tankstelle ein Mehrfaches über dem Rohölpreis je Liter und folgt ihm nur mit Verzögerung.

Aktuelle Ölpreisprognose und Entwicklung für 2026 (kurzfristig)

WTI-Future CL1 im 4-Stunden-Chart mit Dreieck, Hochs von 2023 bei 95,03, 2024 bei 87,67 und 2025 bei 80,77
Der Kurs zwischen dem 2023er Hoch bei $95,03 und dem 2024er Hoch bei $87,67, darunter das 2025er Hoch bei $80,77, dazu die drei Linien des Dreiecks (Chart: TradingView), WTI-Future CL1! im 4-Stunden-Chart, Stand 26.09.2026, 20:21 Uhr

Update der Ölpreisprognose und Chartanalyse am 26.09.2026

Der Ölpreis hat im Jahr 2025 eine breite Handelsspanne zwischen $55 und $80 abgearbeitet, wobei diese Grenzen in der ersten Jahreshälfte definiert wurden. Der Iran-Krieg ab Ende Februar 2026 hat den Markt jedoch grundlegend verändert: WTI sprang bis auf $119, bevor die Anfang April vereinbarte Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran den Preis wieder unter die $80er-Marke drückte.

Seit dem Juli-Tief bei rund $68 hat der Ölpreis kräftig zugelegt. Anfang September reichte es bis über $105, seither pendelt der Markt zurück. Aktuell notiert der Future bei $92,44, also zwischen dem 2023er Hoch bei $95,03 darüber und dem 2024er Hoch bei $87,67 darunter.

Die Charts zeigen ab sofort den Terminkontrakt, den wir selbst handeln. Grundlage ist der vorderste WTI-Future an der NYMEX (CL1!), bei Brent der vorderste Future an der ICE (BRN1!). Vorher lief die Analyse auf einer CFD-Kursreihe. Beide Reihen wechseln am Verfallstag auf den nächsten Kontrakt, der Future ist aber ein echter Börsenpreis und damit nachprüfbar. Weil die Kursniveaus der beiden Reihen leicht voneinander abweichen, sind auch die Marken neu abgelesen.

Das größere Bild ist ein diagonales Dreieck, in dessen Spitze der Markt gerade hineinläuft. Die obere rote Begrenzung verbindet das Jahreshoch mit dem April-Hoch und dem September-Hoch. Die grüne mittelfristige Aufwärtstrendlinie verbindet das Juli-Tief mit zwei Tiefs im August, die hellblaue kurzfristige Linie das August-Tief mit dem September-Tief. Aus dieser Formation ist der Markt noch nicht ausgebrochen, und die Schwankungen werden mit jedem Anlauf kürzer.

Das Chartbild bleibt im 4-Stunden-Chart positiv, solange der Markt über dem 2024er Hoch notiert. Schlechter würden die kurzfristigen Aussichten, wenn der Kurs durch die grüne Aufwärtstrendlinie fällt und in Richtung des 2025er Hochs bei $80,77 absackt.

Die Marken dafür sind übersichtlich. Nach oben ist zuerst das 2023er Hoch bei $95,03 zurückzuerobern, darüber liegt die rote Dreiecksbegrenzung und dahinter das Jahreshoch bei $119,48. Nach unten stützen das 2024er Hoch bei $87,67 und das 2025er Hoch bei $80,77.

Bullisches Szenario: Ausbruch über das 2023er Hoch

Nachhaltig über $95,03 wäre das 2023er Hoch genommen und die obere rote Dreiecksbegrenzung die nächste Hürde. Gelingt auch dieser Schritt, liegt der Weg zum Jahreshoch bei $119,48 offen. Treiber wäre eine erneute Eskalation um die Straße von Hormus oder ein Scheitern der Verhandlungen.

Zielzone: $95 bis $120

Bärisches Szenario: Bruch der grünen Linie

Fällt der Kurs durch die grüne Aufwärtstrendlinie, ist das 2024er Hoch bei $87,67 die nächste Auffangzone, darunter das 2025er Hoch bei $80,77. Auslöser wäre eine Entspannung im Konflikt oder eine Förderentscheidung der OPEC+, die mehr Angebot bringt. Erst unter dem 2025er Hoch wäre das übergeordnete Bild beschädigt.

Korrekturziel: $88 bis $81

Widerstände

$119,48

$95,03

Kurs bei Analyse

$92,44

Unterstützungen

$87,67

$80,77

Rohölpreise auf TradingView ansehen

Iran-Krieg 2026 und die Auswirkungen auf den Ölpreis

Der Iran-Krieg 2026 ist der wichtigste geopolitische Faktor für die aktuelle Ölpreisprognose: Durch die Straße von Hormus floss vor dem Krieg rund ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs.

Ende Februar 2026 begannen die USA und Israel koordinierte Militäroperationen gegen den Iran. Die Folgen für den Ölmarkt waren unmittelbar: Die Straße von Hormus wurde weitgehend blockiert, WTI stieg bis zum 9. März auf $119,48, Brent bis zum 30. April auf $126,10, die höchsten Stände seit 2022. Nach Reuters-Berechnungen stand im März zeitweise mindestens 40 % der russischen Ölexportkapazität still. Die Mitgliedsländer der Internationalen Energieagentur beschlossen am 11. März, 400 Millionen Barrel aus Notreserven bereitzustellen; darin enthalten sind 172 Millionen Barrel aus der strategischen Reserve der USA.

Nach einer Waffenruhe Anfang April und einer Absichtserklärung im Juni erklärte Trump die Feuerpause am 8. Juli beim NATO-Gipfel in Ankara faktisch für beendet. Das US-Militär griff erneut Ziele im Iran an, Teheran attackierte US-Stützpunkte in Bahrain und Kuwait.

Das iranische Angebot vom 1. September, zum Waffenstillstandsabkommen vom Juni zurückzukehren, blieb zunächst ohne Resonanz: Trump erklärte am 4. September, es fänden keine Verhandlungen mit dem Iran statt. Anfang September eskalierte der Seekrieg erneut: Am 5. September griffen die USA drei iranische Öltanker an, der Iran meldete Gegenangriffe und kündigte am 6. September ein neues Sperrgebiet an. Am 9. September passierten nach Angaben von Radio Free Europe nur noch sieben Schiffe die Meerenge, im Zehn-Tage-Schnitt 14 pro Tag; vor dem Krieg waren es rund 125. Aktuell zeichnet sich jedoch eine leichte Entspannung ab: Iranische Regierungsvertreter geben sich optimistisch, dass ein Abkommen bald zustande kommen könnte; ein erneuter Katar-Besuch in Teheran nährt Spekulationen über eine Einigung.

Für Trader bedeutet das: Jede Entwicklung rund um die Meerenge, ob Verhandlungsfortschritt, Tankerangriff oder politische Eskalation, kann den Kurs binnen Minuten um mehrere Dollar bewegen.

Steigende Energiepreise treiben die Inflation und damit die Anleiherenditen nach oben. In unserer Zinsprognose ordnen wir den Zusammenhang zwischen Ölpreis und Zinsentwicklung ein.

Was die dabei entstandene extreme Terminkurven-Situation für Trader bedeutet, erklärt unser Guide zur Backwardation im Trading.

Rohöl technische Analyse: Indikatoren aktuell

Eine hervorragende Übersicht über die technische Situation von Crude Oil (CL) findet sich hier auf TradingView.

Die technische Zusammenfassung des Rohölpreises, die dort zu sehen ist, basiert auf den beliebtesten technischen Indikatoren, wie gleitenden Durchschnitten, Oszillatoren und Pivots. Für die langfristigen Aussichten wählst du „1 Monat“ aus.

Technische Ratings können für viele Analysten oder Trader ein wertvolles Werkzeug der technischen Analyse sein. Viele Trader verwenden eine Auswahl von sich ergänzenden Indikatoren, um bessere Entscheidungen zu treffen. Technical Ratings vereinfacht diese Aufgabe, indem es die beliebtesten Indikatoren und ihre Signale kombiniert.

Hinweis: TradingView empfiehlt niemandem den Kauf oder Verkauf eines Finanzinstruments allein auf der Grundlage der Empfehlungen des Indikators „Technische Ratings“. Die Empfehlungen zeigen lediglich die Erfüllung bestimmter Bedingungen einer Reihe von individuellen Indikatoren an, die dem User helfen können, potenziell günstige Bedingungen für eine Transaktion zu erkennen, wenn dies mit seiner Strategie übereinstimmt.

Datenbasis der Charts auf dieser Seite. Seit dem 26.09.2026 zeigen die Charts den Terminkontrakt selbst: den vordersten WTI-Future an der NYMEX (CL1!) und den vordersten Brent-Future an der ICE (BRN1!), beide bei TradingView. Vorher liefen die Analysen auf den CFD-Kursreihen US Oil und Brent; seit diesem Update zeigt auch der Monatschart den Future. Jahresverlauf-Chart, Jahreshoch-Tabelle und Barrel-Tabelle beruhen auf Tagesdaten von Yahoo Finance für den jeweils vordersten Kontrakt (CL=F, BZ=F) oder den in der Bildunterschrift genannten Einzelkontrakt. Alle diese Reihen wechseln am Verfallstag auf den nächsten Kontrakt und werden nicht rückwirkend angepasst, der Wechsel erscheint deshalb als Sprung. Die Prognose wird wöchentlich aktualisiert; die Marken beschreiben Szenarien, keine Gewissheiten.

Mehr über die technische Analyse von Rohöl

Ölpreisprognose und Entwicklung bis 2028 (WTI, mittelfristig)

Erwartete Spanne 2027 und 2028

$65 bis $120

WTI-Future CL1 im Wochenchart mit den Jahreshochs 2023, 2024 und 2025 und der roten Abwärtslinie vom 2026er Hoch
Die Hochs der Jahre 2023, 2024 und 2025 als waagerechte Marken, darüber die rote Abwärtslinie vom 2026er Hoch (Chart: TradingView), WTI-Future CL1! im Wochenchart, Stand 26.09.2026

In den vergangenen Jahren hat der Rohölpreis eine signifikante Unterstützung im $65er-Bereich etabliert, die im April 2025 nachgegeben hat. Die Gegenbewegung konnte das lokale Hoch bei $80 zunächst nicht zurückgewinnen, woraufhin der 50-Wochen-Durchschnitt die Kursbewegung vorerst gedeckelt hat.

Der Iran-Krieg hat diese technische Struktur aufgebrochen: Der Preissprung auf $119 konnte die vorherige Abwärtstrendphase durchbrechen. Die Frage ist nun, ob noch eine größere Anschlussbewegung möglich ist oder ob der Kurs bei aufkommender Beruhigung der Lage die alte Tradingrange über $55 weiterführt.

Im Wochenchart dienen die Jahreshochs der letzten drei Jahre als Orientierung: $95,03 aus 2023, $87,67 aus 2024 und $80,77 aus 2025. Der Markt hat alle drei zurückerobert und pendelt jetzt um das oberste dieser Niveaus. Nach oben begrenzt die rote Abwärtslinie vom 2026er Hoch das Bild. Grundsätzlich bleibt das Chartbild aber auch auf Wochenbasis positiv.

Mittelfristig dürften vier Faktoren die Preisentwicklung bestimmen:

  • Globales Nachfragewachstum: Die US-Zollpolitik und Handelskonflikte könnten die Weltwirtschaft bremsen und die Ölnachfrage dämpfen
  • OPEC+-Förderpolitik: Acht Länder der Gruppe hoben ihre Fördervorgaben im April und Mai um je 206.000 Barrel pro Tag an. Am 6. September beschlossen die sieben verbliebenen Länder, darunter Saudi-Arabien und Russland, die Vorgaben im Oktober auf dem Septemberniveau zu halten; das nächste Treffen ist am 4. Oktober
  • US-Förderung: Die EIA erwartet in ihrem Kurzfristausblick vom September eine US-Rohölförderung von 13,8 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 2026 und 14,3 Millionen im Jahr 2027, nach 13,7 Millionen im Jahr 2025
  • Venezuela: Seit dem US-Eingreifen im Januar 2026 und einem Ölabkommen im August steigt die Förderung langsam, laut OPEC-Sekundärquellen von 941.000 Barrel pro Tag im Jahr 2025 auf 1,12 Millionen im Juli 2026. Wie schnell daraus zusätzliche Exporte werden, ist offen

Kurs bei Analyse

$92,44

Unterstützungen

$87,67

$80,77

Rohölpreise auf TradingView ansehen

Ölpreisprognose für Brent bis 2028 (mittelfristig)

Sowohl WTI (West Texas Intermediate) als auch Brent sind leichte, schwefelarme Rohöle, die als hochwertig gelten. Der wesentliche Unterschied besteht nicht in ihrer Zusammensetzung, sondern in ihrer geografischen Position und Logistik. WTI wird in den USA gewonnen und in Oklahoma (Cushing) gelagert. Brent hat seinen Ursprung in der Nordsee und wird in gut vernetzten Seehäfen verladen, wodurch es zur wichtigsten Referenz für den weltweiten Ölhandel wird. Deshalb wird Brent als Preisbasis für über drei Viertel des international gehandelten Erdöls genutzt.

Brent Ölpreis auf TradingView ansehen

Brent-Future BRN1 im Wochenchart mit Widerständen bei 109,97 und 119,13 und Unterstützungen bei 95,96, 92,18 und 87,95
Zwei Widerstände bei $109,97 und $119,13, darunter die Unterstützungen bei $95,96, $92,18 und $87,95 (Chart: TradingView), Brent-Future BRN1! im Wochenchart, Dezember-Kontrakt, Stand 26.09.2026

Auch Brent läuft wie WTI in die Spitze eines großen diagonalen Dreiecks hinein. Die Nordseesorte notiert im Dezember-Kontrakt bei $97,62; der auslaufende November-Kontrakt stand rund $7 höher, dieser Abstand ist kein Kurssprung, sondern der Wechsel der Lieferfrist.

Nach unten stützen drei Niveaus. Zuerst $95,96, darunter das Jahreshoch 2024 bei $92,18 und schließlich $87,95. Zwischen dem aktuellen Kurs und der tiefsten dieser Marken liegen rund zehn Prozent, und das ist die Spanne, in der sich eine Korrektur abspielen würde, ohne das größere Bild zu beschädigen.

Denn grundsätzlich bleibt das Chartbild auf mittelfristige Sicht positiv. Weiter steigende Brent-Preise sind aus heutiger Sicht relativ wahrscheinlich. Nach oben liegen die Widerstände bei $109,97 und $119,13, von unten stützt die grüne Aufwärtslinie.

Brent notiert dabei weiterhin über der US-Sorte WTI. Der Aufschlag schwankt und ist nicht der Grund für die Rolle als Weltreferenz. Die kommt daher, dass Brent auf dem Seeweg gehandelt und weltweit verschifft wird und der Terminmarkt sehr liquide ist. Laut ICE werden rund 78 % des international gehandelten Rohöls auf Brent-Basis bepreist. Wer in Europa auf Kraftstoff- oder Heizölpreise schaut, findet in Brent die passendere Referenz als in WTI.

Die US-Energiebehörde EIA erwartet für Brent erst hohe, dann fallende Preise. In ihrem Kurzfristausblick (Short-Term Energy Outlook) vom 9. September 2026 rechnet sie für das zweite Halbjahr 2026 mit durchschnittlich rund $90 je Barrel, $8 mehr als in der Ausgabe vom August. Im August selbst lag Brent laut EIA im Schnitt bei $91. Getragen werden die hohen Preise von schrumpfenden Lagern, die nach Schätzung der EIA seit Jahresbeginn um 400 Millionen Barrel gefallen sind. Sobald wieder mehr Öl aus dem Nahen Osten fließt und die Lager aufgefüllt werden, soll Brent bis zum zweiten Quartal 2027 auf $77 sinken und im Jahresschnitt 2027 bei $74 liegen. Die Eingangsdaten hat die EIA am 3. September festgeschrieben, spätere Ereignisse berücksichtigt die Prognose ausdrücklich nicht. Die nächste Ausgabe erscheint am 6. Oktober.

Widerstände

$119,13

$109,97

Kurs bei Analyse

$97,62

Unterstützungen

$95,96

$92,18

$87,95

Livechart von Brent Crude Oil:

US-Zollpolitik und Handelskonflikte als Preisfaktor

Die US-Zollpolitik unter der derzeitigen Regierung beeinflusst den Ölpreis zunehmend über den Umweg der globalen Nachfrage. Hohe Einfuhrzölle und Gegenmaßnahmen der betroffenen Staaten dämpfen Warenfluss, Lieferketten und letztlich den Treibstoffbedarf. Der Transport- und Mobilitätssektor macht circa 60 % der globalen Ölnachfrage aus.

Die Grundlage bleibt der Turnberry-Deal: Seit 1. Juli 2026 deckelt er die US-Zölle auf die überwiegende Mehrheit der EU-Exporte bei 15 %. Stahl und Aluminium sind weiterhin ausgenommen (bis zu 50 %). Seit dem 24. Juli 2026 ersetzen Section-301-Zölle den ausgelaufenen Section-122-Übergangssatz; für EU-Ursprungsware gilt faktisch ein Globalzoll von 10 %, sofern der Regelzollsatz darunter liegt. Die Obergrenze von 15 % aus dem Turnberry-Deal wurde dabei nicht aufgebrochen.

Für den Seehandel zählt vor allem ein Termin: Die US-Hafengebühren für Schiffe mit China-Bezug sind bis zum 10. November 2026 ausgesetzt. Greifen sie danach wieder, verteuert das die Fracht.

Für die Ölpreisprognose bedeutet das: Das Zollregime ist strukturell stabil, das Ende der Aussetzung der China-Hafengebühren am 10. November ist die nächste datierbare Wegmarke. Trader sollten PMI-Daten, Frachtvolumen und den weiteren Verlauf dieser Einzelkonflikte im Blick behalten.

FinMent Börsenwebinar

Ölpreisprognose langfristig 2030, 2040, 2050

Erwartete Spanne 2030 bis 2050 (WTI, nominal)

$35 bis $110

Die langfristige Prognose des Ölpreises ist ein schwieriges Unterfangen und mit vielen Unsicherheiten verbunden. Wirtschaftliche Entwicklungen, technologische Innovationen, geopolitische Ereignisse und Umweltauflagen spielen eine große Rolle. Die hohe Volatilität des Ölmarktes und die Vielzahl der Einflussfaktoren erschweren präzise Prognosen. Auch technische Analysen über derart lange Zeiträume sind aufgrund der vielen Einflussfaktoren nur bedingt aussagekräftig.

Rohölpreise auf TradingView ansehen 

WTI-Future CL1 im Monatschart seit 2021 mit dem September-Hoch bei 106,75, dem Jahreshoch bei 119,48 und den Unterstützungen bei 87,67 und 80,77
Die rote Abwärtslinie vom Jahreshoch über das September-Hoch, darunter die Unterstützungen bei $87,67 und $80,77 und die grüne Aufwärtslinie seit dem Jahrestief (Chart: TradingView), WTI-Future CL1! im Monatschart, Stand 26.09.2026

Im Monatschart wird sichtbar, woran sich der Markt gerade reibt. Nach oben liegt zuerst das 2023er Hoch bei $95,03, darüber das September-Hoch bei $106,75 und schließlich das Jahreshoch bei $119,48. Die rote Abwärtslinie verbindet diese beiden Hochs und läuft dem Kurs entgegen. Der laufende Monat hat bei $86,31 eröffnet, bis $106,75 zugelegt und steht jetzt bei $92,44.

Nach unten stützen das 2024er Hoch bei $87,67 und das 2025er Hoch bei $80,77, also genau dieselben Marken wie im 4-Stunden- und im Wochenchart, dazu die grüne Aufwärtslinie seit dem Jahrestief im Januar. Wenn dieselbe Zone in drei Zeitebenen auftaucht, hat sie mehr Gewicht als eine Linie, die nur in einer Zeitebene existiert.

Widerstände

$119,48

$106,75

$95,03

Unterstützungen

$87,67

$80,77

Der Jahreschart: zwei Linien laufen aufeinander zu

WTI-Future CL1 im Jahreschart auf logarithmischer Skala mit langfristiger grüner Aufwärtstrendlinie und roter Abwärtslinie
Die grüne langfristige Aufwärtstrendlinie und die rote Abwärtslinie vom 2008er Hoch laufen aufeinander zu, logarithmische Skala (Chart: TradingView), WTI-Future CL1! im Jahreschart, Stand 26.09.2026

Im Jahreschart laufen zwei Linien aufeinander zu: die grüne langfristige Aufwärtstrendlinie und die rote Abwärtslinie vom Rekordhoch des Jahres 2008. Auch auf der größten Zeitebene steckt der Rohölpreis damit in einer Einengung, und die läuft nach oben aus.

Der Chart ist logarithmisch skaliert. Gleiche prozentuale Bewegungen erscheinen dadurch gleich groß. Erst das macht einen Verlauf über vier Jahrzehnte vergleichbar, denn ein Anstieg von $10 auf $20 ist prozentual derselbe Schritt wie einer von $60 auf $120.

Der laufende Balken zeigt, wie groß die Ausschläge auf dieser Ebene sind: Das Jahr 2026 eröffnete bei $57,41, stieg bis $119,48, fiel bis $55,76 und steht jetzt bei $92,44. Mehr als eine Verdopplung vom Tief zum Hoch innerhalb eines Jahres ist selbst im Jahreschart die Ausnahme. Die erwartete Spanne für 2030 bis 2050 bleibt $35 bis $110.

Erst ein Kursrückgang, der deutlich unter die grüne Aufwärtstrendlinie führt, würde die längerfristigen Preisanstiege beenden.

Ölpreisprognose 2030

Die Internationale Energieagentur rechnet im World Energy Outlook 2025 damit, dass die weltweite Ölnachfrage um 2030 ein Plateau bei rund 102 Millionen Barrel pro Tag erreicht und danach langsam zurückgeht. Das gilt für das Szenario der angekündigten Politik (Stated Policies Scenario, STEPS), das neben beschlossenen auch angekündigte Maßnahmen einrechnet. Im Szenario, das nur bereits beschlossene Gesetze und Maßnahmen berücksichtigt (Current Policies Scenario, CPS), steigt die Nachfrage bis 2050 auf 113 Millionen Barrel pro Tag. Die Spanne zwischen diesen beiden Pfaden ist der eigentliche Kern jeder Langfristprognose.

Getragen wird der Rückgang im ersten Szenario vor allem von Elektrofahrzeugen. Bis 2035 erwartet die IEA über 840 Millionen davon auf den Straßen, die rund 10 Millionen Barrel pro Tag ersetzen, überwiegend in Asien und Europa. Gegenläufig wirken Petrochemie und Luftverkehr: dort nimmt der Ölbedarf bis 2035 und bis 2050 weiter zu.

Regional läuft die Entwicklung auseinander. In China dämpfen die schnell wachsenden Zulassungszahlen bei Elektroautos den Verbrauch, während Indien durch Urbanisierung und Industrialisierung mehr Öl benötigt.

Wachstum der globalen Ölnachfrage 2022 bis 2030 nach Sektor, IEA-Prognose
Jährliches Wachstum der Ölnachfrage von 2022 bis 2030 nach Sektor. Quelle: IEA, Growth in oil demand, Lizenz CC BY 4.0

Die Grafik zeigt, wie schnell die Luft aus dem Wachstum entweicht: von 2,6 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 2022 schrumpft der jährliche Zuwachs auf nahezu Null und dreht 2030 leicht ins Minus. Getragen wird er am Ende nur noch von der Petrochemie, während die übrigen Sektoren ab 2027 Öl abgeben.

Auf der Preisseite ist die US-Energiebehörde EIA zurückhaltend. Im Annual Energy Outlook vom April 2026 bleibt Brent in nahezu allen Szenarien bis 2030 unter $70 pro Barrel, gerechnet in der Kaufkraft von 2025. Das liegt deutlich unter dem heutigen Niveau von rund $103 und setzt voraus, dass die Kriegsprämie aus dem Preis verschwindet.

Lesetipp: Erdgasprognose: wie geht es weiter bei Natural Gas?

Ölpreisprognose 2040

Für 2040 liegen die Erwartungen weiter auseinander. Die EIA sieht Brent in den späten 2030er Jahren über $75 pro Barrel steigen, was die Förderung in den 2040er Jahren stützt. Für 2040 selbst weist sie im Basisfall $76,02 aus, bei reichlichem Öl- und Gasangebot $66,75 und bei knappem Angebot $90,49, jeweils in der Kaufkraft von 2025.

Strukturell nimmt der Anteil erneuerbarer Energien im Energiemix weiter zu, strengere Umweltauflagen und CO₂-Preise dämpfen die Nachfrage zusätzlich. Gegenläufig wirkt, dass die günstig förderbaren Reserven zur Neige gehen und teurere Methoden nötig werden. Dieser Kostendruck ist das stärkste Argument für steigende Preise trotz sinkender Mengen.

Globale Ölnachfrage nach Region von 2000 bis 2050 im Stated Policies Scenario der IEA
Ölnachfrage nach Region von 2000 bis 2050 im Szenario der angekündigten Politik (STEPS). Quelle: IEA, Oil demand by region, Lizenz CC BY 4.0

Diese Grafik zeigt, wer den Ausgleich leistet. Die Industrieländer senken ihren Verbrauch von rund 50 auf etwa 31 Millionen Barrel pro Tag, China geht nach 2030 leicht zurück, und die übrigen Schwellenländer wachsen von etwa 24 auf über 50. Die Summe bleibt dadurch bis 2050 nahe an der Marke von 100 Millionen Barrel pro Tag. Nicht die Menge verschwindet, sondern sie wandert.

Ölpreisprognose 2050

Für 2050 nennt die EIA konkrete Zahlen: $87 pro Barrel im Basisfall und $95, wenn der Verkehr stärker als angenommen am flüssigen Kraftstoff hängt. Beide Werte sind in der Kaufkraft von 2025 gerechnet. Die Grafik zeigt beide Pfade und die Spanne aller elf Szenarien der EIA: 2050 zwischen $73,74 bei reichlichem und $106,93 bei knappem Öl- und Gasangebot. Auffällig ist der Start, denn für 2026 unterstellt die EIA $53,45, tatsächlich liegt Brent bisher im Schnitt bei $88,50.

Brent-Ölpreis bis 2050 laut EIA Annual Energy Outlook 2026 mit Basisfall, Fall mit weniger Elektroautos und Spanne aller elf Szenarien
Der Brent-Pfad der EIA bis 2050 im Basisfall und im Fall mit deutlich weniger Elektroautos, dazu die Spanne aller elf Szenarien (Daten: EIA, Annual Energy Outlook 2026), Brent in Dollar von 2025 als Jahreswerte

An dieser Stelle lohnt der Blick auf die Recheneinheit, denn er erklärt den scheinbaren Widerspruch zum Jahreschart weiter oben. Die Behörden rechnen real, also inflationsbereinigt in heutiger Kaufkraft. Der Chart zeigt nominale Kurse, so wie sie an der Börse gestellt werden. Ein real unveränderter Ölpreis erscheint im nominalen Chart deshalb als steigende Linie. Wie weit dieser Effekt trägt, hängt an der Inflation der nächsten 25 Jahre. Der Jahreschart zeigt deshalb über Jahrzehnte ein steigendes Bild, obwohl die Agenturen real gleichbleibende oder fallende Preise erwarten. Er ist eine Chartbetrachtung, keine Nachfrageprognose.

Über solche Zeiträume ist jede Zahl eine Annahme über Politik und Technik. Fortschritte bei der Kernfusion oder bei der Speicherung könnten die Energielandschaft schneller verändern als heute absehbar. Umgekehrt kann ein einziger geopolitischer Bruch eine ganze Dekade Preisentwicklung vorwegnehmen, wie das Jahr 2026 gezeigt hat.

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Ölpreis 1970 bis heute

Seit 1970 ist der Ölpreis von gut $3 auf rund $92 je Barrel gestiegen. Dazwischen liegen zwei Ölkrisen, ein Preiskrieg der OPEC, die Schieferöl-Revolution und im Jahr 2020 der erste negative Preis der Geschichte.

WTI-Future CL1 im Jahreschart, jeder Balken ein Jahr, mit dem Jahr 2026 von 57,41 bis 119,48
Jeder Balken steht für ein Jahr (Chart: TradingView), WTI-Future CL1! im Jahreschart, Stand 26.09.2026

Der Börsenhandel reicht nicht so weit zurück wie die Preisgeschichte. Bis 1985 gab es für Rohöl keinen liquiden Terminmarkt, deshalb steht für diese Jahre der Preis, den US-Förderer beim Erstverkauf erzielten. Ab 1986 ist es der Spotpreis für WTI in Cushing. In den Jahren, in denen beide Reihen vorliegen, liegen sie dicht beieinander: 2022 etwa $93,97 beim Erstverkauf gegen $94,90 am Spotmarkt. Nur im Umbruchjahr 1986 klaffen sie mit $12,51 gegen $15,05 auseinander.

JahrÖlpreisAnlass
1970$3,18vor der ersten Ölkrise
1973$3,89Ölembargo der OPEC
1974$6,87erstes vollständiges Jahr nach dem Embargo
1979$12,64Revolution im Iran
1980$21,59zweite Ölkrise
1981$31,77höchster Jahreswert der Ölkrisen
1986$15,05Preiskrieg der OPEC
1998$14,42Asienkrise, tiefster Jahresschnitt
2008$99,67Rekordjahr vor der Finanzkrise
2014$93,17letztes Jahr vor dem Schieferöl-Absturz
2016$43,29Überangebot aus den USA
2020$39,16Corona, im April erstmals negativ
2022$94,90Ukraine-Krieg
2025$65,39Jahr vor dem Iran-Krieg
2026$83,34Iran-Krieg, Schnitt bis 25. September
Jahresdurchschnitt des Ölpreises in Dollar je Barrel (Daten: EIA, US-Erstverkaufspreis bis 1985 und WTI Spot Cushing ab 1986; 2026 Mittelwert der Future-Schlusskurse)

Drei Dinge fallen an der langen Reihe auf. Erstens sind die großen Sprünge fast immer politisch: 1973, 1979, 1990, 2022 und jetzt 2026. Zweitens folgt auf jede Preisexplosion eine lange Phase mit niedrigen Preisen, weil hohe Preise neue Förderung anziehen und die Nachfrage dämpfen. Drittens sind alle Zahlen nominal, also nicht um die Geldentwertung bereinigt: Die $31,77 aus dem Jahr 1981 entsprechen in heutiger Kaufkraft einem Vielfachen dieser Summe.

Peak Oil: Angebot oder Nachfrage, was erreicht zuerst die Spitze?

Peak Oil bezeichnet den Zeitpunkt, an dem die weltweite Erdölförderung (Peak Oil Supply) oder die globale Ölnachfrage (Peak Oil Demand) ihren Höhepunkt erreicht und danach dauerhaft sinkt.

Für die langfristige Ölpreisprognose ist die Peak-Oil-Debatte entscheidend. Dabei gibt es drei Szenarien:

Hochpreispfad: Die globale Ölförderung erreicht ihr Maximum, bevor die Nachfrage sinkt. Knappere Reserven und teurere Fördermethoden (Tiefsee, Ölsand) treiben den Preis langfristig über $100.

Referenzpfad: Angebot und Nachfrage erreichen etwa gleichzeitig ihren Höhepunkt. Der Ölpreis bewegt sich in einer breiten Spanne zwischen $60 und $90, da neue Energiequellen die rückläufige konventionelle Förderung kompensieren.

Niedrigpreispfad: Die Energiewende beschleunigt sich schneller als erwartet. Durch Elektrofahrzeuge, Wasserstoff und erneuerbare Energien sinkt die Nachfrage, bevor das Angebot knapp wird. In diesem Szenario könnten Ölpreise dauerhaft unter $50 fallen.

Laut der Occidental-Petroleum-CEO Vicki Hollub dürfte die US-Ölproduktion zwischen 2027 und 2030 ihren Höhepunkt erreichen. Fossile Brennstoffe machen aktuell noch rund 80 % des globalen Energieverbrauchs aus. Der Übergang zu Alternativen wird Jahrzehnte dauern.

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Die 6 wichtigsten Einflussfaktoren auf den Ölpreis

1. Angebot und Nachfrage

Das Grundprinzip der Preisbildung für Rohöl beruht auf dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Ein Überangebot führt in der Regel zu sinkenden Preisen, eine Verknappung zu steigenden Preisen. So hat die steigende Nachfrage aus Schwellenländern wie China und Indien in den letzten Jahren zu höheren Preisen geführt.

Die OPEC reguliert das Angebot durch Produktionsquoten. Diese Entscheidungen können das weltweite Angebot erheblich beeinflussen. Nicht-OPEC-Produzenten, insbesondere die USA mit ihrer Schieferölproduktion, spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Infobox: OPEC und Nicht-OPEC

OPEC: Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) setzt sich seit dem 1. Mai 2026 aus elf Mitgliedern zusammen, die Ende 2025 laut OPEC gut 70 Prozent der nachgewiesenen Ölreserven hielten. Ihr Anteil an der Förderung ist durch den Iran-Krieg stark gesunken: Die EIA erwartet für 2026 aus der OPEC 23,6 Millionen Barrel flüssige Brennstoffe pro Tag, bei weltweit 100,6 Millionen. Die Hauptaufgabe der Organisation ist die Regulierung des Ölangebots durch Produktionsquoten.

Der Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate hat das Kartell im Mai 2026 geschwächt. Abu Dhabi kündigte den Rückzug aus OPEC und OPEC+ am 28. April an, vollzogen wurde er zum 1. Mai 2026, nach 59 Jahren Mitgliedschaft. Es ist der größte Förderer, der die Organisation je verlassen hat: Die VAE lagen mit einer Quote von 3,5 Millionen Barrel pro Tag auf Rang drei hinter Saudi-Arabien und dem Irak und wollen ihre Kapazität bis 2027 auf fünf Millionen Barrel ausbauen. Für die Ölpreisprognose bedeutet das: Ein großer Produzent fördert seither ohne Quotenbindung, was die Steuerungsfähigkeit der verbliebenen Mitglieder verringert.

Nicht-OPEC-Länder: Große Förderländer außerhalb der OPEC wie die USA und Kanada haben keine gemeinsamen Förderquoten und reagieren einzeln auf die Marktbedingungen. Russland gehört zwar nicht zur OPEC, stimmt seine Förderung aber im Verbund OPEC+ mit ab und steht in dessen Fördervorgaben.

2. Geopolitische Ereignisse

Geopolitische Spannungen, insbesondere in ölreichen Regionen, können die Ölversorgung stören und die Preise massiv beeinflussen. Der Iran-Krieg 2026 ist das jüngste Beispiel: Die Sperrung der Straße von Hormus ließ den Ölpreis binnen sechs Handelstagen um 41 % steigen. WTI schloss am 27. Februar bei $67,02 und am 9. März bei $94,77.

Weitere Beispiele: Die Sanktionen gegen Russland nach dem Einmarsch in die Ukraine (2022) führten zu erheblichen Preissteigerungen. Auch Rebellenaktionen im Roten Meer können Handelsrouten lahmlegen und die Versorgung in Bedrängnis bringen.

3. Technologische Entwicklungen und Energiepolitik

Die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energien und Fortschritte bei der Energieeffizienz verringern langfristig die Abhängigkeit vom Öl. Elektrofahrzeuge, Wind- und Solarenergie können die Nachfrage nach Erdöl senken. Technologische Innovationen in der Ölförderung, wie die Schieferölgewinnung, haben das Angebot erhöht und die Preise beeinflusst.

Politische Maßnahmen zur Förderung erneuerbarer Energien und zur Reduktion von CO₂-Emissionen, etwa Subventionen für Elektrofahrzeuge oder strenge Abgasnormen, können die Ölnachfrage senken.

Als konjunktursensibles Industriemetall reagiert Kupfer ähnlich wie Rohöl auf globale Wachstumszyklen. Wer beide Märkte vergleichen möchte, findet in unserer Kupferpreis Prognose 2026 die technische und fundamentale Einschätzung.

4. Wechselkurs des US-Dollars

Öl wird weltweit in US-Dollar gehandelt. Ein starker Dollar macht Öl für Käufer in anderen Währungen teurer, was die Nachfrage senkt. Ein schwacher Dollar hat den gegenteiligen Effekt. Zentralbankentscheidungen, Wirtschaftsindikatoren und politische Ereignisse, die den Wert des Dollars beeinflussen, wirken sich daher auch auf die Ölpreise aus.

Die Inflation im Euroraum lag im August 2026 bei 3,2 %. Für das Gesamtjahr erwartet die EZB im Schnitt 3,0 %. Am 10. September hat sie den Einlagenzins auf 2,50 % angehoben, wirksam seit 16. September; die nächste Sitzung folgt am 28. und 29. Oktober: alle Termine im EZB-Zinsentscheid.

Der Ölpreis beeinflusst über die Inflationserwartungen direkt die Geldpolitik der Fed. Die aktuelle Lage und alle Termine findest du im Artikel zum Fed Zinsentscheid.

Lesetipp: Euro Dollar Prognose

5. Lagerbestände und Produktionskapazitäten

Die Öllagerbestände sind ein wesentlicher Indikator für die zukünftige Preisentwicklung. Hohe Lagerbestände deuten auf ein Überangebot hin und drücken die Preise. Niedrige Lagerbestände können auf ein knappes Angebot hindeuten. Die US-amerikanische Energy Information Administration (EIA) veröffentlicht im Weekly Petroleum Status Report wöchentlich Daten zu den Öllagerbeständen, die häufig zu kurzfristiger Volatilität führen.

Die Produktionskapazitäten der Ölproduzenten, insbesondere der OPEC+ und der Nicht-OPEC-Länder, beeinflussen das weltweite Angebot. Investitionen in Infrastruktur und neue Fördertechniken können die Kapazitäten erhöhen.

6. US-Zollpolitik und Handelskonflikte

Die US-Handelspolitik hat sich in den vergangenen Jahren zu einem eigenständigen Einflussfaktor auf den Ölpreis entwickelt. Hohe Einfuhrzölle bremsen den globalen Handel, reduzieren Transportvolumen und damit die Ölnachfrage. Der Transport- und Mobilitätssektor ist mit rund 60 % der größte Ölverbraucher weltweit. Jede Abschwächung des Welthandels wirkt sich daher direkt auf den Rohölpreis aus.

Rohöl einfach erklärt: Definition, Sorten und Verwendung

Rohöl ist ein fossiler Brennstoff, der hauptsächlich aus Kohlenwasserstoffen besteht und aus unterirdischen Lagerstätten gewonnen wird.

Dieser Rohstoff ist das Ergebnis einer Millionen Jahre dauernden chemischen Umwandlung von organischem Material unter hohem Druck und hohen Temperaturen. Rohöl muss in Raffinerien weiterverarbeitet werden, um nutzbare Produkte wie Benzin, Diesel und Kerosin herzustellen, die für die moderne Wirtschaft unverzichtbar sind.

Unterschiede zwischen Rohöltypen

Brent-Öl wird in der Nordsee gefördert und dient als globaler Preisbenchmark für über drei Viertel des international gehandelten Rohöls. Es hat einen höheren Schwefelgehalt als WTI-Öl, wodurch es schwerer und saurer ist. Brent-Öl wird hauptsächlich in Europa, Afrika und im Nahen Osten gehandelt.

WTI-Öl (West Texas Intermediate) stammt aus den USA, ist leichter und süßer als Brent und hat einen geringeren Schwefelgehalt. Diese Eigenschaften machen es ideal für die Raffination zu Benzin und Diesel. WTI wird hauptsächlich in Nordamerika gehandelt und dient als Referenz für die Preise in dieser Region.

Verwendungszwecke von Rohöl

VerwendungBeschreibung
Chemische IndustrieHerstellung von Kunststoffen, Chemikalien und Düngemitteln
TransportBasis für Kraftstoffe wie Benzin, Diesel und Kerosin für Autos, Flugzeuge, Schiffe
EnergieerzeugungNutzung als Energieträger zur Stromerzeugung, besonders in Regionen ohne erneuerbare Energien
HeizungNutzung als Heizöl in Haushalten und Gewerbe
MedizinHerstellung von Medikamenten und medizinischen Geräten
TextilindustrieProduktion von synthetischen Fasern für Kleidung und andere Textilien
BauindustrieVerwendung von Asphalt für Straßenbau und Dämmstoffe für Gebäude
KosmetikInhaltsstoff für diverse Kosmetikprodukte und Pflegeprodukte

Regionale Unterschiede und Einflüsse

Die Ölproduktion und der Ölverbrauch sind regional sehr unterschiedlich und beeinflussen die Weltmärkte erheblich.

In Nordamerika hat die Schieferölrevolution die USA zu einem der größten Ölproduzenten der Welt gemacht. Durch Fracking und horizontale Bohrtechniken konnten die USA ihre Produktion massiv steigern. Bei Rohöl und Mineralölprodukten zusammen sind sie heute Nettoexporteur, bei Rohöl allein weiter Nettoimporteur: 2025 führten sie laut EIA netto 2,2 Millionen Barrel Rohöl pro Tag ein und netto 2,8 Millionen Barrel Rohöl und Produkte pro Tag aus.

Europa und Asien sind stark von Ölimporten abhängig. Brent-Öl ist hier die maßgebliche Referenz. Der starke Preisanstieg nach der russischen Invasion in der Ukraine 2022 und der erneute Preissprung durch den Iran-Krieg 2026 zeigen, wie anfällig die Region für geopolitische Schocks ist.

China und Indien sind große Akteure auf dem Weltölmarkt. Die Nachfrage beider Länder steigt aufgrund der Industrialisierung und des Bevölkerungswachstums stetig an.

Russland und Saudi-Arabien spielen eine Schlüsselrolle in der weltweiten Ölproduktion. Saudi-Arabien verfügt als führendes OPEC-Mitglied über die zweitgrößten nachgewiesenen Ölreserven nach Venezuela, laut OPEC 267 Milliarden Barrel Ende 2025, und kann durch seine Produktionsentscheidungen die Ölpreise erheblich beeinflussen.

Vergleich WTI Crude Oil und Brent

MerkmalWTIBrent
HerkunftUSA, vor allem Texas und New MexicoNordsee (Großbritannien, Norwegen)
Dichte (API)leicht, rund 39°leicht, rund 38°
Schwefelrund 0,24 %rund 0,37 %
HauptbörseNYMEX (CME Group)ICE Futures (London)
LieferungPipeline, Cushing (Oklahoma)Tanker, frei verschiffbar
RolleReferenzpreis für die USAReferenz für über drei Viertel des Welthandels
WTI und Brent im Vergleich: Herkunft, Ölqualität, Handelsplatz und Rolle als Referenzpreis

Jahreshochs und ‑tiefs im Vergleich

Jahr und AnlassWTI Hoch / TiefBrent Hoch / Tief
2026*
Iran-Krieg, Hormus
$119,48
$55,76
$126,10
$59,45
2025
Handelszölle
$80,77
$54,98
$82,63
$58,39
2024
Überangebot
$87,67
$65,27
$92,18
$68,69
2023
OPEC+-Kürzungen
$95,03
$63,64
$97,63
$68,20
2022
Ukraine-Krieg
$130,50
$70,08
$137,00
$75,11
2021
Nachfrageboom
$85,41
$47,18
$86,72
$50,58
2020
Corona
$65,65
−$40,32
$71,99
$16,00
2019
Handelskrieg
$66,60
$44,35
$75,59
$52,50
2018
Iran-Sanktionen
$76,90
$42,36
$86,72
$49,96
2017
OPEC+-Kürzungen
$60,51
$42,05
$67,08
$44,36
2016
OPEC-Einigung
$54,51
$26,05
$57,49
$27,11
2015
OPEC-Preiskrieg
$62,58
$33,98
$69,60
$35,99
Jahreshoch und Jahrestief als Tageshoch und Tagestief des vordersten Terminkontrakts (Daten: Yahoo Finance), WTI an der NYMEX und Brent an der ICE. *2026 bis 18. September. Am 20. April 2020 fiel der auslaufende WTI-Kontrakt erstmals unter null.

Handel und Trading von Rohöl

Der Handel mit Rohöl findet hauptsächlich an großen Warenterminbörsen wie der New York Mercantile Exchange (NYMEX) und der Intercontinental Exchange (ICE) statt. Hier können Anleger mit Futures, Optionen und ETFs handeln.

Futures-Kontrakte

Ein Futures-Kontrakt auf Rohöl umfasst in der Regel 1.000 Barrel und wird in US-Dollar gehandelt. Mit diesen Kontrakten können Marktteilnehmer auf zukünftige Preisbewegungen spekulieren oder sich gegen Preisschwankungen absichern.

Optionen

Optionen geben dem Käufer das Recht, aber nicht die Pflicht, einen Futures-Kontrakt zu einem bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Sie bieten Flexibilität, da man mit Optionen auf steigende oder fallende Preise setzen kann, ohne den Vertrag tatsächlich erfüllen zu müssen.

ETFs und andere Instrumente

Exchange Traded Funds (ETFs) ermöglichen es Anlegern, in Rohöl zu investieren, ohne direkt Futures oder Optionen zu handeln. ETFs spiegeln die Preisbewegungen von Rohöl wider und bieten eine einfache Möglichkeit, sich am Ölmarkt zu beteiligen.

Beachte dabei die Rollverluste: In Contango-Phasen bleibt die Rendite von Futures-basierten Öl-ETFs hinter dem Spotpreis zurück.

Investition in Öl-Aktien

Anleger können statt des Rohstoffs auch die Unternehmen dahinter kaufen. Welche Öl Aktien sich lohnen, haben wir mit Marktkapitalisierung, Dividendenrendite und ISIN verglichen. Dabei handelt es sich um Aktien von Unternehmen, die in der Exploration, Produktion, Raffination und Vermarktung von Erdöl tätig sind. Beispiele hierfür sind ExxonMobil, Chevron und Shell. Investitionen in Öl-Aktien ermöglichen es, vom Ölmarkt zu profitieren, ohne direkt mit Rohöl zu handeln.

Steigende Ölpreise belasten tendenziell die Gewinnmargen vieler Dow-Jones-Komponenten. Die technische Analyse des Dow Jones Index zeigt, ob sich dieser Zusammenhang aktuell in den Charts widerspiegelt.

Wer handelt mit Rohöl?

Hedger: Unternehmen wie Fluggesellschaften, Reedereien und Raffinerien nutzen Rohöl-Futures und -Optionen, um sich gegen Preisschwankungen abzusichern.

Spekulanten: Trader und Investoren nutzen die Volatilität des Ölmarktes, um Gewinne zu erzielen. Durch den Kauf und Verkauf von Futures und Optionen können sie von kurzfristigen Preisbewegungen profitieren.

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Fazit Ölpreisprognose 2026: Geopolitik dominiert, Chartbild bleibt volatil

Der Rohölmarkt steht 2026 im Zeichen des Iran-Kriegs und der damit verbundenen extremen Volatilität. Als diskretionärer Price-Action-Trader verfolge ich die Ölmärkte seit Jahrzehnten. Eine derart schnelle Verdopplung und anschließende Korrektur innerhalb weniger Wochen ist auch historisch betrachtet außergewöhnlich. Die Waffenruhe vom April hat nicht gehalten: Anfang Juli erklärte Trump die Feuerpause für beendet, seither ist der Seekrieg um die Straße von Hormus zurück. Es gibt erste Verhandlungssignale, tragfähig ist bislang keines.

Für Trader empfehle ich in der aktuellen Lage besondere Vorsicht: Die Tagesspannen sind extrem, und geopolitische Schlagzeilen können den Kurs innerhalb von Minuten um mehrere Dollar bewegen. Wer Rohöl handeln möchte, sollte mit reduzierten Positionsgrößen und konsequentem Risikomanagement arbeiten.

Mittelfristig rechne ich mit einer breiten Handelsspanne zwischen $65 und $120 (WTI), abhängig davon, wie sich Geopolitik und OPEC+-Politik entwickeln. Langfristig erwarte ich eine breite Seitwärtsrange zwischen $35 und $110 (WTI, nominal), vorausgesetzt, die Energiewende dämpft die Nachfrage wie erwartet. Der Jahreschart zeigt, dass nominal auch deutlich höhere Preise denkbar sind; das ist aber eine spekulative Chartbetrachtung.

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Der Ölpreis bewegt auch eine Währung. Kanada ist der größte Öllieferant der USA, entsprechend eng hängt der kanadische Dollar am Rohöl. Wie sich das im Chart niederschlägt, zeigt die USD/CAD-Prognose.

FAQ zur Ölpreisprognose aktuell

Was beeinflusst die Ölpreisprognose?

Die Ölpreisprognose wird von geopolitischen Ereignissen, OPEC+-Entscheidungen über Produktionsquoten, globalen wirtschaftlichen Entwicklungen, Nachfrageveränderungen und Angebotsschwankungen beeinflusst. Auch unvorhersehbare Ereignisse wie der Iran-Krieg 2026 oder die Hormuz-Blockade können erhebliche Auswirkungen haben.

Wie beeinflusst der Iran-Krieg 2026 den Ölpreis?

Der Iran-Krieg hat den Ölpreis seit Ende Februar 2026 massiv beeinflusst. Die Sperrung der Straße von Hormus, durch die vor dem Krieg rund ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs floss, ließ WTI zeitweise auf $119 steigen. Die Anfang April vereinbarte Waffenruhe drückte den Preis zwischenzeitlich unter $80, hielt aber nicht: Anfang Juli wurde die Feuerpause für beendet erklärt. Brent notiert seither wieder über $100.

Was bedeutet die Sperrung der Straße von Hormus für den Ölpreis?

Die Straße von Hormus ist der wichtigste Seeweg für Öltransporte weltweit. Durch diese Meerenge am Persischen Golf wurden 2024 laut EIA täglich rund 20 Millionen Barrel Öl transportiert, etwa ein Fünftel des weltweiten Verbrauchs. Eine Blockade führt unmittelbar zu Angebotsknappheit und Preissprüngen, wie der Iran-Krieg 2026 gezeigt hat.

Wird der Ölpreis steigen oder fallen?

Für morgen lässt sich die Richtung nicht vorhersagen, wohl aber sagen, woran man sie erkennt. Der WTI-Future steht bei $92,44 und läuft in die Spitze eines Dreiecks (Stand 26.09.2026). Steigt er über das Jahreshoch 2023 bei $95,03 und über die obere Begrenzung dieses Dreiecks, ist der Weg in Richtung des 2026er Hochs bei $119,48 frei. Fällt er durch die grüne Aufwärtstrendlinie, stützen $87,67 und $80,77. Solange der Kurs über $87,67 notiert, bleibt das Bild positiv.

Wird der Ölpreis wieder sinken?

Kurzfristig ist ein Rücksetzer möglich, auf längere Sicht erwarten Prognosen einen Rückgang. Unter dem aktuellen Kurs von $92,44 stützen das Jahreshoch 2024 bei $87,67 und das Jahreshoch 2025 bei $80,77 (Stand 26.09.2026). Auslöser wären eine Entspannung im Iran-Konflikt oder mehr Förderung der OPEC+. Erst unter dem Jahreshoch 2025 wäre das übergeordnete Bild beschädigt. Nach einer Korrektur gehen wir von weiter steigenden Kursen in Richtung der Jahreshochs aus. Die US-Energiebehörde EIA erwartet dagegen, dass Brent bis 2027 auf durchschnittlich $74 fällt.

Was ist der Unterschied zwischen WTI und Brent Öl?

WTI (West Texas Intermediate) stammt aus den USA und ist leichter und schwefelärmer als Brent. Brent Crude wird in der Nordsee gefördert und dient als globale Preisreferenz für über drei Viertel des international gehandelten Rohöls. In der Regel notiert WTI 1 bis 3 US-Dollar günstiger als Brent; dieser Spread kann sich bei geopolitischen Ereignissen deutlich ausweiten.

Was ist Peak Oil und wie beeinflusst es den Ölpreis?

Peak Oil bezeichnet den Zeitpunkt maximaler globaler Ölförderung oder -nachfrage. Die Debatte dreht sich darum, ob zuerst das Angebot (durch erschöpfte Reserven) oder die Nachfrage (durch Energiewende) ihren Höhepunkt erreicht. Für die langfristige Ölpreisprognose ist dies entscheidend: Knappheit treibt Preise nach oben, sinkende Nachfrage drückt sie.

Wie ist der Ölpreis heute (aktuell)?

Den aktuellen Ölpreis für WTI und Brent findest du in Echtzeit über das TradingView-Chart weiter oben auf dieser Seite. Der Preis ändert sich während der Handelszeiten sekündlich; Brent-Futures handelt die ICE werktags von 2:00 bis 24:00 Uhr deutscher Zeit.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er handelt seit 1980 aktiv an den Finanzmärkten und arbeitet als diskretionärer Price-Action-Trader, der seine Entscheidungen aus dem Kursverlauf ableitet statt aus automatisierten Systemen.

Sein Schwerpunkt liegt auf Devisen, Indizes und Rohstoffen. Aus der eigenen Handelspraxis sind die Kagels Trading Methode und ein Signaldienst entstanden. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Rohöl gehört zu den Märkten, die er selbst handelt. Die Marken in dieser Prognose stammen aus seinen eigenen Charts: Unterstützungen und Widerstände aus tatsächlichen Hochs und Tiefs, dazu die Trendlinien, an denen sich der Preis bisher gerieben hat. Eingeordnet wird nach dem Kursverlauf, nicht nach automatisierten Signalen.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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