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Ölpreisprognose aktuell: WTI & Brent Chartanalyse und Preisentwicklung (2026)

Zuletzt aktualisiert: 01. November 2026

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12 Min

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Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

Der Ölpreis hat die volatile Woche über der 100-Dollar-Marke beendet: WTI (US Oil) schloss bei $102,94, nachdem er im Wochentief die Marke getestet und die Höchstwerte um $105 nicht gehalten hatte. Ein Schlusskurs über $100 lässt einen nächsten Test des Septemberhochs ein wahrscheinliches Ziel bleiben. Brent hat das Septemberhoch im Retest gehalten und schloss bei $113,41 mit Polster darüber; das Maihoch ist für einen Ausbruchsversuch in der kommenden Woche ein wahrscheinliches Ziel.

Stand: 01.11.2026, 10:35 Uhr · Wochen-, Monats-, Jahres- und Brent-Tageschart vom 01.11.2026, 10:33 bis 10:35 Uhr MEZ, Jahresverlauf vom 01.11.2026, 10:31 Uhr MEZ

Die Ölpreisprognose ist eine auf Chartanalyse beruhende Einschätzung der nächsten Kursbewegung bei WTI und Brent Crude, mit den Marken, an denen sich die Richtung entscheidet. Sie wird mindestens zum Wochenschluss nachgezogen und sagt ausdrücklich auch, wenn es gerade kein klares Bild gibt; die Charts zeigen den in der Praxis meistgehandelten Kurs US Oil. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Ölpreisprognose aktuell in 30 Sekunden

Die Lage

Aufwärtstrend, Wochenschluss über der 100-Dollar-Marke. Die Woche schloss bei $102,94 (US Oil, 30.10.), das Wochenhoch lag bei $104,99, das Wochentief bei $99,44.

Die Marke, die halten muss

Die 100-Dollar-Marke als erste Stütze, die im Retest gehalten hat, darunter das 2023er Hoch bei $94,99, das in der Vorwoche getestet wurde und gehalten hat, und die Zone aus 2024er Hoch bei $87,59 und Septembertief bei $86,13.

Nächstes Ziel nach oben

Das Septemberhoch bei $106,75: Bei einem Schlusskurs über $100 bleibt ein nächster Test des Septemberhochs ein wahrscheinliches Ziel. Danach folgt das Jahreshoch bei $119,48.

Was als Nächstes ansteht

OPEC+ am 1. November, EIA-Kurzfristausblick am 10. November. Nächste Überprüfung zum Wochenschluss, früher bei einem Bruch der Marken.

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Karstens Ölpreis-Prognose für die neue Woche

Ölpreis US Oil im Wochenchart mit Unterstützungen und Widerständen

So sehen Karstens Öl-Charts aus

Die Marken, die nächste Woche entscheiden

Das Szenario, auf das Karsten achtet

In 2 Minuten gelesen, bevor die Märkte öffnen

Ölpreis-Prognose-Incontent-ff oben 2026

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Der Ölmarkt diese Woche: Nach volatiler Woche Schluss über der 100-Dollar-Marke

Ölpreis US Oil im Wochenchart: volatile Woche mit Test der 100-Dollar-Marke, Wochenschluss 102,94 Dollar, Wochenhoch 104,99 Dollar
Die Woche zum 23. Oktober testete das 2023er Hoch als Unterstützung und schloss fest, die vergangene Woche verlief volatil und schloss über der 100-Dollar-Marke (Chart: TradingView), US Oil (USOIL) im Wochenchart, Stand 01.11.2026, 10:35 Uhr MEZ, Wochenschluss $102,94

Der Wochenchart zeigt, wo der Ölpreis steht. Seit dem 11. Oktober laufen die Charts auf dem US-Oil-Kurs (USOIL), also auf WTI, wie es die meisten Trader im CFD-Handel sehen; vorher war es der Future CL1!. Die Woche zum 16. Oktober eröffnete bei $91,83, stieg bis $99,34, fiel bis $89,61 und schloss bei $99,05, nahe dem Wochenhoch. Die Woche zum 23. Oktober eröffnete bei $99,04, stieg bis $103,92, fiel bis $95,25 und schloss bei $103,45, nah am Wochenhoch. Die vergangene Woche eröffnete bei $102,61, stieg bis $104,99, fiel bis $99,44 und schloss bei $102,94. Das Wochenhoch lag über dem Hoch der Woche davor von $103,92, konnte zum Schluss aber nicht gehalten werden. Die Fed-Sitzung mit unveränderten Zinsen löste keine spektakuläre Reaktion aus.

Dem Doji folgten zwei feste Wochen. Ein Doji ist eine Kerze ohne nennenswerten Körper: Käufer und Verkäufer hielten sich in der Woche zum 9. Oktober die Waage. Nach vier Wochen Korrektur vom Septemberhoch hat der Abwärtsdruck danach nachgelassen, die Käufer setzten sich mit zwei festen Wochenschlüssen durch, bevor die vergangene Woche volatil verlief.

Gehalten hat das 2024er Hoch. Das Tief der Woche zum 9. Oktober bei $86,86 lag knapp unter dem 2024er Hoch bei $87,59, der Schluss wieder klar darüber; die Marke hat als Unterstützung gedient. Im selben Bereich verläuft die grüne mittelfristige Aufwärtstrendlinie vom Juli-Tief. Etwas tiefer liegt das Septembertief bei $86,13. Aus dieser Zone ist der Kurs in der Woche zum 16. Oktober nach oben ausgebrochen und hat das 2023er Hoch bei $94,99 hinter sich gelassen. Es dient jetzt als nächste Unterstützung. In der Woche zum 23. Oktober wurde das 2023er Hoch als Unterstützung getestet: Das Wochentief bei $95,25 lag knapp darüber, die Nachfrage setzte dort ein. Der Ausbruch über das damalige Vorwochenhoch bei $99,34 hat sich fortgesetzt, die Woche schloss bei $103,45 über der 100-Dollar-Marke. Zuletzt kam der Kurs vom Wochenhoch bei $104,99 zurück und testete im Wochentief bei $99,44 die 100-Dollar-Marke, die nur knapp unterschritten wurde; von dort erholte er sich, der Schlusskurs liegt mit $102,94 wieder darüber.

Grundsätzlich sieht das Bild gut aus für wieder steigende Kurse. Der Aufwärtstrend seit Juli ist intakt, das 2023er Hoch bei $94,99 ist genommen. Die 100-Dollar-Marke bleibt ein psychologisch beachtetes Niveau. Ein Schlusskurs darüber lässt einen nächsten Test des Septemberhochs bei $106,75 wahrscheinlich bleiben, darüber ist auch das Jahreshoch bei $119,48 ein wahrscheinliches Ziel.

Widerstände

$104,99 / $106,75

Schluss 30.10.

$102,94

Unterstützungen

$87,59

$86,13

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Wie geht es nach dem Wochenschluss weiter?

Karstens Ölpreis-Prognose für die neue Woche: wo der Ölpreis drehen könnte, wo es eng wird und welches Szenario er im Blick hat.

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Was ein Barrel in Euro und je Liter kostet, steht samt Umrechnung auf unserer Seite zu den Rohölpreisen, dort zweimal täglich nachgezogen.

Die Woche live verfolgen. Den Ölpreis mit den Marken dieser Woche öffnest du im Ölpreis-Chart bei TradingView.

Drei Szenarien: Welche Marke entscheidet

Das 2023er Hoch oben und das Septembertief unten entscheiden. Die Kursmarken stammen aus Karstens Charts, die Schlusskurs-Bedingungen sind eine redaktionelle Orientierung. Es sind Orientierungsmarken, keine Auftragsregeln.

Welche Marke zuerst fällt, zeigt der Chart. Die drei Szenarien kannst du live im Ölpreis-Tageschart bei TradingView mitverfolgen.

Maßgeblich ist der Tagesschluss im US-Oil-Chart (USOIL). Ein Tagesschluss jenseits der genannten Marke bestätigt ein Szenario, ein anschließender Tagesschluss zurück auf der anderen Seite entkräftet es. Einzelne Tagesausschläge ohne Schlusskurs zählen nicht; der Wochenschluss kommt als zusätzliche Bestätigung dazu, er ersetzt die Regel nicht.

Bullisch: über das 2023er Hoch

Gilt, wenn US Oil auf Tagesschlussbasis über das 2023er Hoch bei $94,99 steigt. Das ist seit der Vorwoche der Fall. Dann setzt sich der Aufwärtstrend seit Juli fort. Die 100-Dollar-Marke bleibt ein psychologisch beachtetes Niveau; ein fester Verlauf darüber dürfte auf das Septemberhoch bei $106,75 zielen, darüber ist das Jahreshoch bei $119,48 ein wahrscheinliches Ziel. Entkräftet wird der Weg durch einen anschließenden Tagesschluss zurück unter $94,99.

Widerstandsmarken: $104,99, dann $106,75 und $119,48

Abwarten: zwischen Septembertief und 2023er Hoch

Solange die Tagesschlüsse zwischen $86,13 und $94,99 liegen, ist keine Seite entschieden. Das war bis zur Vorwoche der Fall, derzeit gilt die bullische Karte. Bis dahin galt diese Karte; nach einem Tagesschluss jenseits einer der beiden Marken gilt die bullische oder die bärische Karte. Kein Setup ist in dieser Lage auch ein Ergebnis.

Bärisch: unter das Septembertief

Gilt, wenn US Oil auf Tagesschlussbasis unter das Septembertief bei $86,13 fällt. Dann ist die Zone am 2024er Hoch gebrochen, und der Weg zum 2025er Hoch bei $80,73 wird frei. Die grüne Aufwärtstrendlinie verläuft im selben Bereich und kann schon vorher brechen. Entkräftet wird der Weg durch einen anschließenden Tagesschluss zurück über $86,13.

Unterstützungsmarken: $87,59, $86,13, dann $80,73

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Technische Indikatoren: was die Standardwerte sagen

TradingView rechnet aus den gängigen Indikatoren eine Zusammenfassung. Hinein gehen Oszillatoren wie RSI und Stochastik und die gleitenden Durchschnitte, gerechnet auf dem Tageschart des WTI-Future CL1!, weil das Widget für den US-Oil-Kurs keine Daten liefert. Die Zahlen weichen deshalb leicht von den Charts auf dieser Seite ab. Die Anzeige aktualisiert sich von selbst.

Das ist eine mechanische Rechnung, keine Einschätzung von Karsten. Sie zeigt nur, wie die Standardeinstellungen der verbreiteten Indikatoren den Tageschart gerade lesen. Die Marken und Bedingungen dieser Seite stammen aus dem Chart; beides kann sich widersprechen.

Das Monatsbild: Korrektur vom Jahreshoch, Aufwärtstrend seit Juli

Ölpreis US Oil im Monatschart: Oktober-Kerze innerhalb der September-Spanne, Schluss 102,94 Dollar, Septemberhoch 106,75 Dollar
Die Korrektur vom Jahreshoch 2026 bis zum Juli-Tief, seither der Anstieg bis zum Septemberhoch; darunter Septembertief und 2024er Hoch als Unterstützung (Chart: TradingView), US Oil (USOIL) im Monatschart, Stand 01.11.2026, 10:34 Uhr MEZ, Schlusskurs $102,94

Eine Zeitebene höher wird die große Bewegung des Jahres sichtbar. Vom Jahreshoch 2026 bei $119,48 im März korrigierte der Ölpreis bis zum Juli-Tief bei $67,04. Seitdem steigt er wieder, im September bis auf $106,75. Der September ist vom Hoch deutlich zurückgekommen und hätte einen Umkehrstab bilden können.

Der Oktober hat sich stark entwickelt und fest im oberen Bereich seiner Spanne geschlossen. Er eröffnete bei $90,40, sein Tief lag bei $86,86 und damit über dem Septembertief bei $86,13, sein Hoch bei $104,99 und damit unter dem Septemberhoch bei $106,75; er schloss bei $102,94. Weil der Oktober innerhalb der Spanne der Septemberkerze verlief, spricht das zunächst für eine abwartende Haltung. Erst deutlich neue Hochs über dem Septemberhoch, im Bereich von $108, würden einen Ausbruch aus der September-Spanne und Anschlussdynamik ankündigen.

Die Unterstützungen liegen eng beieinander. Das Septembertief bei $86,13 und das 2024er Hoch bei $87,59 bilden zusammen die Zone, die halten muss. Das 2023er Hoch bei $94,99 ist im Oktober genommen, die 100-Dollar-Marke überschritten. Das wichtigste Widerstandslevel ist jetzt das Septemberhoch bei $106,75; wird es per Schlusskurs herausgenommen, kommt das Jahreshoch ins Visier.

Brent im Tageschart: etablierter Aufwärtstrend, Ziel Jahreshoch

Brent UK Oil im Tageschart: Wochenschluss 113,41 Dollar mit Polster über dem Septemberhoch bei 109,97 Dollar, Maihoch 115,30 darüber
Die grüne Aufwärtstrendlinie vom Juli-Tief trägt den Anstieg, der Kurs kam vom Hoch über dem Maihoch zurück an das Septemberhoch, das im Retest gehalten hat; darüber liegen Maihoch und Jahreshoch (Chart: TradingView), Brent als UK Oil (UKOIL) im Tageschart, Stand 01.11.2026, 10:33 Uhr MEZ, Schlusskurs $113,41

Bei Brent ist der Aufwärtstrend etabliert. Die Nordseesorte, im CFD-Handel als UK Oil (UKOIL) geführt, steigt seit dem Juli-Tief. Bestätigt wird der Trend von der grünen Aufwärtstrendlinie, die mehrfach angelaufen wurde und zuletzt Ende September und Anfang Oktober gehalten hat. Die Woche zum 23. Oktober verlief sehr stark: Brent hat sich vom Septemberhoch bei $109,97 abgesetzt, das Maihoch herausgenommen und bei $117,39 am Wochenhoch geschlossen. Die vergangene Woche hat das Septemberhoch im Retest gehalten. Am Freitag eröffnete Brent bei $111,61, stieg bis $114,29, fiel bis $111,03 und schloss bei $113,41: Zum Wochenschluss steht ein Polster über dem Septemberhoch, der Kurs liegt klar über der grünen Trendlinie.

Das Septemberhoch hat im Retest gehalten. Das Maihoch bei $115,30 ist für einen Ausbruchsversuch in der kommenden Woche ein wahrscheinliches Ziel; darüber rückt das Jahreshoch vom März bei $119,50 in den Blick, am Jahreshoch bleibt die Kursreaktion abzuwarten. Auch bei Brent ist der Oktober stark gelaufen und fest geschlossen, der Schlusskurs liegt über dem Septemberhoch, was auf Anschlussdynamik hinweist. Solange die Trendlinie hält, bleibt dieser Weg offen; bricht sie mit einem Tagesschluss, ist das Bild neu zu bewerten.

Brent notiert deutlich über WTI. Zum Wochenschluss lagen zwischen UK Oil und US Oil gut 10 Dollar. Brent ist der Maßstab für den Ölpreis in Europa, WTI für die USA; beide laufen in dieselbe Richtung, die Marken sind aber für jede Sorte eigene.

Warum die Charts jetzt US Oil und UK Oil zeigen

Seit dem 11. Oktober orientiert sich die Prognose an den CFD-Kursen. US Oil (USOIL) und UK Oil sind die Kurse von WTI und Brent, wie sie die meisten privaten Trader über ihren CFD-Broker handeln. Die Futures CL1! und BRN1!, auf denen die Charts bisher liefen, zeigen immer den vordersten Kontrakt; beim monatlichen Wechsel entsteht im Chart ein Sprung, der keine Marktbewegung ist.

Die WTI-Marken verschieben sich dadurch nur um wenige Cent. Das 2024er Hoch lag im Future bei $87,67 und liegt im US-Oil-Chart bei $87,59, das 2023er Hoch bei $95,03 gegenüber $94,99. Wer die Prognose mit einem Future-Chart vergleicht, rechnet diesen Abstand mit.

Was den Preis als Nächstes bewegen kann

Zwei Termine stehen kurzfristig an. Sie sind Anlässe, den Chart neu zu lesen, keine Vorhersage einer bestimmten Reaktion.

  • 1. November, OPEC+: das nächste Treffen der sieben Länder mit freiwilligen Förderanpassungen. Am 4. Oktober hatten sie das Förderniveau aus September auch für November bestätigt (OPEC-Mitteilung vom 4. Oktober)
  • 10. November, EIA-Kurzfristausblick: die nächste Ausgabe der Preis- und Förderschätzungen. Die aktuelle vom 6. Oktober hat die Brent-Schätzung deutlich angehoben (Zahlen im längeren Blick unten)

Dazu kommt die Nachrichtenlage um den Iran-Krieg. Die EIA nimmt in ihrem Oktober-Ausblick an, dass die Ölflüsse aus dem Nahen Osten über die Straße von Hormus und die Ausweichrouten bis ins vierte Quartal eingeschränkt bleiben; die stillgelegte Förderung der Region schätzt sie für dieses Quartal auf durchschnittlich 4,5 Millionen Barrel am Tag. Die Angriffe auf die Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien, eine der wichtigsten Umgehungen der Meerenge, haben im September gezeigt, wie schnell sich das ändern kann. Neue Meldungen über Angriffe oder Verhandlungen sind deshalb ein Anlass, die Szenarien neu zu prüfen.

Der längere Blick: Jahreschart und die Agenturen

Dieser Teil ist für Leser gedacht, die über den Tag hinaus schauen. Er wird zum Monatsanfang überprüft, nicht täglich.

Ölpreis US Oil im Jahreschart seit 1979 mit den Jahreshochs 2008, 2022, 2023, 2024, 2025 und 2026 als Marken, Kurs 2026 über dem 2023er Hoch
Die Hochs der vergangenen Jahre als gelbe Marken; das Jahr 2026 steht nach dem Hoch von $119,48 über dem 2023er Hoch (Chart: TradingView), US Oil (USOIL) im Jahreschart, Stand 01.11.2026, 10:33 Uhr MEZ, Kurs $102,94

Im Jahreschart ist die Richtung eindeutig: Rohöl steht im Aufwärtstrend. Das Jahr 2026 eröffnete bei $57,41 und steht nach dem Hoch von $119,48 bei $102,94, über der 100-Dollar-Marke, die ein psychologisch beachtetes Niveau bleibt. Die wichtigsten Marken sind die vorangegangenen Jahreshochs: 2025 bei $80,73, 2024 bei $87,59 (im Jahreschart auf $87,60 gerundet), 2023 bei $94,99, 2022 bei $129,42 und das Rekordhoch von 2008 bei $147,27. Der Kurs ist vom Jahreshoch zurückgekommen und hält die Hochs der vorangegangenen Jahre; das 2023er Hoch bei $94,99 ist dabei das signifikante.

Das längerfristige Kursziel ist das Jahreshoch 2026. Solange der Aufwärtstrend hält, ist die Rückkehr an $119,48 das Ziel; darüber lägen das 2022er Hoch und das Rekordhoch. Das Jahreshoch ist noch etwas entfernt; mit Blick auf den nahenden Jahresschlusskurs könnte sich aber ein fester Jahresstab entwickeln. Das ist eine Chartbetrachtung mit Bedingung, kein Versprechen: Bricht die Zone am 2024er Hoch, verschiebt sich das Bild.

Ölpreisentwicklung 2026: der Jahresverlauf

Ölpreisentwicklung 2026: WTI und Brent im Jahresverlauf bis 30. Oktober mit Jahrestief, Kriegsbeginn, Jahreshoch und Kontraktwechsel
Der Jahresverlauf vom Jahrestief im Januar über die Kriegshochs im Frühjahr bis zum Brent-Anstieg im Oktober (Daten: TradingView), WTI (CL1!) und Brent (BRN1!) Futures im Tageschart, Stand 01.11.2026, 10:31 Uhr MEZ

Die Ölpreisentwicklung 2026 zeigt der zweite Chart. WTI eröffnete bei $57,41, fiel am 7. Januar auf das Jahrestief von $55,76 und erreichte am 9. März $119,48. Bis Juli baute der Markt den Risikoaufschlag ab, seither steigt er wieder. Zuletzt schloss WTI (CL1!) am 30. Oktober bei $102,95 und Brent (BRN1!) bei $113,43. Der Chart zeigt die Futures; Sprünge am monatlichen Kontraktwechsel sind Rollunterschiede und keine Marktbewegung.

Die US-Energiebehörde hat ihre Preisschätzung deutlich angehoben. Die EIA rechnet in ihrem Kurzfristausblick vom 6. Oktober 2026 am Spotmarkt für Brent mit durchschnittlich $105 je Barrel im vierten Quartal 2026, 14 Dollar mehr als im September. Für das ganze Jahr 2026 erwartet sie $96, für 2027 $84 statt bisher $74. Als Gründe nennt sie die Angriffe auf die Ölinfrastruktur am Golf und den sehr knappen Dieselmarkt. Es sind Durchschnitte für den Spotpreis, keine Kursziele für den Chart; die nächste Ausgabe erscheint am 10. November.

Fazit: Aufwärtstrend intakt, die Unterstützung hat gehalten

Der Ölmarkt hat seine Unterstützung verteidigt. Nach vier Wochen Korrektur und einem Doji am 2024er Hoch schloss die Woche zum 16. Oktober über dem 2023er Hoch, die Woche zum 23. Oktober testete es als Unterstützung und schloss bei $103,45 fest über der 100-Dollar-Marke; die vergangene Woche verlief volatil, testete die Marke im Wochentief und schloss bei $102,94 darüber; der Aufwärtstrend seit Juli und der übergeordnete Aufwärtstrend im Jahreschart sind intakt. Brent hat das Septemberhoch im Retest gehalten und schloss bei $113,41 mit Polster darüber; das Maihoch ist für einen Ausbruchsversuch in der kommenden Woche ein wahrscheinliches Ziel, das Jahreshoch bei $119,50 folgt.

Die Marken selbst im Blick behalten. Alle Marken aus dieser Prognose kannst du dir im Ölpreis-Chart bei TradingView selbst einzeichnen.

Die Entscheidung hängt an zwei Marken. Nach oben an der 100-Dollar-Marke: Die Marke bleibt ein psychologisch beachtetes Niveau; ein fester Verlauf darüber dürfte auf das Septemberhoch bei $106,75 zielen, später auf das Jahreshoch bei $119,48. Nach unten an der Zone zwischen $86,13 und $87,59; ein Tagesschluss unter dem Septembertief öffnet den Weg zum 2025er Hoch bei $80,73.

Häufige Fragen zur Ölpreisprognose

Wird der Ölpreis steigen oder fallen?

Für morgen lässt sich die Richtung nicht vorhersagen, wohl aber sagen, woran man sie erkennt. Der Trend zeigt aufwärts; die Woche zum 16. Oktober schloss bei $99,05 über dem 2023er Hoch bei $94,99 (US Oil), die Woche zum 23. Oktober schloss bei $103,45, die vergangene Woche bei $102,94 über der 100-Dollar-Marke, nachdem sie im Wochentief getestet wurde. Ein Schlusskurs darüber hält einen nächsten Test des Septemberhochs wahrscheinlich, ein fester Verlauf darüber dürfte auf das Septemberhoch bei $106,75 zielen. Ein Tagesschluss unter dem 2023er Hoch entkräftet den Ausbruch, ein Tagesschluss unter dem Septembertief bei $86,13 macht das 2025er Hoch bei $80,73 zum Ziel. Maßgeblich ist jeweils der Tagesschluss im US-Oil-Chart.

Wird der Ölpreis wieder sinken?

Kurzfristig hängt das an einer Zone. Das Septembertief bei $86,13 und das 2024er Hoch bei $87,59 sind die nächste Unterstützung; in der Woche zum 9. Oktober haben sie gehalten, der Kurs liegt mit $102,94 inzwischen deutlich darüber. Ein Tagesschluss unter $86,13 richtet den Blick auf das 2025er Hoch bei $80,73. Auf längere Sicht erwartet die EIA fallende Preise: nach $105 im vierten Quartal 2026 im Jahresdurchschnitt 2027 $84 je Barrel Brent am Spotmarkt (Ausblick vom 6. Oktober).

Wie entwickelt sich der Ölpreis morgen und in den nächsten Tagen?

Der Ausbruch über das 2023er Hoch ist der Rahmen, auch für morgen. Nach oben ist nach der 100-Dollar-Marke das Septemberhoch bei $106,75 im Blick. Nach unten stützt das 2023er Hoch bei $94,99, darunter die Zone zwischen $86,13 und $87,59 (Stand Wochenschluss 30.10.2026). Der nächste Anlass ist das OPEC+-Treffen am 1. November.

Warum steigt oder fällt der Ölpreis heute?

Nach vier Wochen Korrektur hat sich der Markt am 2024er Hoch gefangen und ist über das 2023er Hoch gestiegen. Die Woche zum 16. Oktober schloss bei $99,05 nahe ihrem Hoch, die Käufer setzten sich durch, und die Woche zum 23. Oktober schloss bei $103,45 fest über der 100-Dollar-Marke, die vergangene Woche hielt die Marke im Test. Kurzfristig bewegen vor allem drei Dinge den Preis: Nachrichten zum Iran-Krieg und zur Straße von Hormus, die Förderpolitik der OPEC+ und die wöchentlichen US-Lagerdaten der EIA. Dazu kommt der Dollarkurs, weil Öl in Dollar abgerechnet wird.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er handelt seit 1980 aktiv an den Finanzmärkten und arbeitet als diskretionärer Price-Action-Trader, der seine Entscheidungen aus dem Kursverlauf ableitet statt aus automatisierten Systemen.

Sein Schwerpunkt liegt auf Devisen, Indizes und Rohstoffen. Aus der eigenen Handelspraxis sind die Kagels Trading Methode und ein Signaldienst entstanden. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Rohöl gehört zu den Märkten, die er selbst handelt. Er handelt den WTI-Future an der NYMEX. Die Marken dieser Prognose stammen aus seinen eigenen Charts, die Kurse sind abgelesene Chartstände und keine Abrechnungspreise.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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