Automatisierte Handelssysteme versprechen das, was den meisten Tradern am meisten fehlt: Zeit. Ein Programm übernimmt Einstieg, Stop und Ausstieg. Der Trader schaut ein- bis zweimal am Tag auf sein Konto. Kaspareit Trading verkauft genau dieses Versprechen. Hinter dem Angebot steht Alex Kaspareit, der seine Handelssysteme als fertige Portfolios für den MetaTrader 5 lizenziert.
Wir haben dieses Angebot 2024 selbst gekauft und den Mitgliederbereich von innen gesehen. Seitdem hat der Anbieter sein Programm umgebaut. Preise, Paketstruktur und der öffentliche Performance-Nachweis sind heute andere als damals. Dieser Bericht zeigt beides: was wir im Test erlebt haben und was davon 2026 noch gilt. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Kaspareit Trading: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Kaspareit Trading verkauft fertige Strategie-Portfolios für den MetaTrader 5, keine Vermögensverwaltung. Dein Geld bleibt auf deinem eigenen Broker-Konto.
- Es gibt drei Stufen: Free für 0 €, Basic für 299 € und Premium für 799 €. Beide bezahlten Pakete laufen zwölf Monate.
- Der Anbieter hat sein Angebot seit 2024 umgebaut. Aus vier einzeln gekauften Bots wurden fünf Kernstrategien in gebündelten Portfolios.
- Der frühere Performance-Nachweis auf myfxbook ist gelöscht. Live-Zahlen zeigt der Anbieter heute nur noch nach kostenloser Anmeldung im Customer Terminal.
- Die Systeme handeln überwiegend CFDs auf Forex, Indizes und Rohstoffe. Der Anbieter weist selbst darauf hin, dass 77 Prozent der Kleinanlegerkonten beim CFD-Handel Geld verlieren.
Was ist Kaspareit Trading?
Kaspareit Trading ist ein Anbieter von algorithmischer Handelssoftware, der vorkonfigurierte Strategie-Portfolios für den MetaTrader 5 gegen eine Jahresgebühr lizenziert und dazu Schulungsmaterial, Webinare und eine Community bereitstellt.
Der Anbieter verwaltet ausdrücklich kein Kundengeld. Die Programme laufen auf deinem eigenen Konto bei deinem eigenen Broker. Du wählst Broker, Risikostufe und Laufzeit selbst und kannst die Software jederzeit abschalten. In seinen Bedingungen stellt der Anbieter klar, dass er keine Portfolioverwaltung im Sinne der europäischen Finanzmarktrichtlinie MiFID II betreibt. Der Unterschied ist wichtig: Wer fremdes Geld verwaltet, braucht eine Erlaubnis. Wer Software verkauft, nicht.
Technisch handelt es sich um sogenannte Expert Advisors. So heißen Handelsprogramme im MetaTrader. Sie lesen die Kursdaten, erkennen ihre Einstiegsbedingung und schicken die Order selbstständig an den Broker. Der Anbieter bündelt mehrere dieser Programme zu einem Portfolio, das als Einheit läuft. Du stellst nur das Gesamtrisiko ein.
Das Bündeln ist der eigentliche Produktwechsel gegenüber der Anfangszeit. Früher kaufte man einzelne Bots und stellte sie selbst zusammen. Heute bekommst du ein fertiges Paket, in dem sich die Strategien ergänzen sollen: Trendfolge, Mean Reversion, Saisonalitäten und Volatilitätsstrategien. Mean Reversion setzt darauf, dass ein Kurs nach einer Übertreibung zu seinem Mittelwert zurückkehrt. Diese Strategie verdient also gerade dann, wenn die Trendfolge nichts findet.
Wer ist Alex Kaspareit?
Alex Kaspareit ist Gründer und Kopf der Kaspareit-Trading LLC. Bekannt wurde er über seinen YouTube-Kanal, der im August 2026 rund 27.800 Abonnenten zählt, sowie über Auftritte bei Insider Week. Er lebt nach eigenen Angaben mit seiner Familie in Thailand und handelt von dort aus.
Sein Weg führte über den Futures-Handel zum automatisierten Trading. In einem Interview beim Broker CapTrader beschreibt er seine Lernkurve und die Fehler aus dieser Zeit. Das ist eine der wenigen ausführlichen Quellen zu ihm, die nicht von seiner eigenen Website stammt, und deshalb für die Einordnung nützlich.
Eine unabhängig geprüfte Handelshistorie liegt öffentlich nicht vor. Das ist kein Vorwurf, sondern eine Feststellung: Bei Anbietern von Handelssoftware ist ein öffentlich einsehbarer und von Dritten bestätigter Trackrecord die Ausnahme. Warum das hier trotzdem schwerer wiegt als sonst, steht weiter unten im Abschnitt zur Seriosität.
Kaspareit Trading Kosten: die drei Stufen im Überblick
Der Anbieter führt drei Mitgliedschaften, und alle laufen über zwölf Monate. Danach verlängern sie sich automatisch um ein weiteres Jahr. Der Anbieter sichert zu, dass dein Einstiegspreis erhalten bleibt, solange die Mitgliedschaft ununterbrochen läuft. Wer aussetzt und später zurückkommt, zahlt den dann gültigen Preis.
| Stufe | Preis pro Jahr | Wesentlicher Inhalt |
|---|---|---|
| Free | 0 € | Grundausbildung, TradingView-Indikatoren mit Quellcode, KI-Chatbot |
| Basic | 299 € | Portfolio S, Kernstrategie 1, zwei Community-Strategien, Installationstool |
| Premium | 799 € | mehrere Portfolios, alle fünf Kernstrategien, Aktienbot, Support, Discord |
Dazu kommt ein optionaler Posten. Wer die Einrichtung nicht selbst übernehmen will, bucht den Einrichtungsservice für 99 €. Coachings und Einzelsitzungen bietet der Anbieter ebenfalls gegen Aufpreis an, nennt dafür öffentlich aber keine Preise.
Beim Startkapital ist der Anbieter heute konkreter als früher. Für ein vollständiges Portfolio empfiehlt er 2.000 bis 5.000 €, damit die Streuung innerhalb des Pakets überhaupt greifen kann. Einzelne Strategien laufen ab 500 €, sofern der Broker Microlots erlaubt. Für die geplanten Futures-Portfolios nennt er rund 10.000 €.
Diese Zahlen sind der wichtigste Grund, ältere Testberichte skeptisch zu lesen. Bis 2024 kostete das Spitzenpaket 4.990 € und die mittlere Stufe 1.299 €. Wer heute einen Bericht mit diesen Beträgen findet, liest einen Preisstand, den es seit dem Umbau nicht mehr gibt.
Was sich bei Kaspareit Trading geändert hat
Zwischen unserem Test und heute liegt ein kompletter Produktwechsel. Wer den Anbieter aus der Anfangszeit kennt, findet ein anderes Angebot vor. Die Übersicht stellt beide Stände nebeneinander und macht sichtbar, wo es besser und wo es schlechter geworden ist.

Am schwersten wiegt der Wechsel beim Nachweis. Früher verlinkte der Anbieter ein öffentliches Konto beim Analysedienst myfxbook, das jeder ohne Anmeldung einsehen konnte. Dieses Konto ist gelöscht. Der Dienst meldet zu der Kennung heute nur noch, das System sei entfernt worden.
An seine Stelle ist das Customer Terminal getreten. Dort zeigt der Anbieter Live-Daten und Backtests seiner Portfolios. Der Zugang kostet nichts, setzt aber eine Anmeldung als Free Member voraus. Sachlich heißt das: Die Zahlen sind weiterhin nachprüfbar, aber nicht mehr für jeden ohne Registrierung sichtbar.
Auch die Community ist umgezogen. Aus dem früheren Forum ist ein Discord-Server geworden, ergänzt um Webinare, Stammtische und Videokonferenzen. Für die tägliche Nutzung ist das eine Verbesserung, weil Discord schneller ist. Für die Nachvollziehbarkeit ist es eine Verschlechterung, weil sich Diskussionen dort nicht mehr öffentlich auffinden lassen.
Ist Kaspareit Trading seriös?
Seriosität lässt sich bei Handelssoftware an drei Dingen prüfen: am Nachweis, an der Klarheit und am Versprechen. Wir gehen die drei einzeln durch, weil der Anbieter dabei sehr unterschiedlich abschneidet.
Beim Versprechen hat sich das Bild deutlich gebessert. In der Anfangszeit stellte der Anbieter eine erwartete Jahresrendite von 50 Prozent bei zwei Prozent Risiko pro Trade in Aussicht. Diese Angabe findet sich auf der heutigen Website nicht mehr. An ihrer Stelle stehen der vorgeschriebene Risikohinweis und eine ausdrückliche Offenlegung zu hypothetischen Ergebnissen. Der Anbieter schreibt dort selbst, dass Backtest-Ergebnisse ohne finanzielles Risiko entstehen und erheblich von echten Gewinnen und Verlusten abweichen können.
Bei der Klarheit fällt die Bewertung ebenfalls positiv aus. Der Anbieter grenzt sein Geschäft ausdrücklich ab: keine Verwaltung von Kundengeld, kein Handel im Namen des Kunden, jederzeit abschaltbar. Das Impressum nennt Firma und Anschrift in Florida. Es fehlen allerdings Registernummer, vertretungsberechtigte Person und Telefonnummer. Für eine US-amerikanische LLC ist das nicht ungewöhnlich. Für einen deutschsprachigen Auftritt ist es dünn.
Beim Nachweis liegt die eigentliche Schwäche. Der öffentliche Verlaufsnachweis wurde gelöscht, ohne dass ein gleichwertiger öffentlicher Ersatz an seine Stelle getreten wäre. Ein Trustpilot-Profil existiert nicht, obwohl viele Interessenten danach suchen. Es gibt damit keinen unabhängigen Ort, an dem sich Kundenstimmen sammeln und gegenlesen lassen.
Öffentliche Kritik gibt es trotzdem. Auf Reddit steht seit Anfang 2026 ein Beitrag, der vor dem Angebot warnt und die Bots als nicht lohnend bezeichnet. Er rankt bei Google auf Position 2 zur Suche nach Erfahrungen und ist damit für jeden Interessenten sichtbar. Wir konnten den Beitrag nicht vollständig einsehen und behandeln ihn deshalb als das, was er ist: eine anonyme Einzelmeinung ohne Kontonachweis.
Unser Urteil fällt damit zweigeteilt aus. Wir sehen keine Hinweise auf Unseriosität im Sinne einer Täuschung. Wir sehen aber eine Nachweislücke, die der Anbieter mit einem öffentlich einsehbaren Konto schließen könnte und derzeit nicht schließt.
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Kaspareit Trading Erfahrungen aus unserem Test
Wir haben die kostenpflichtige Ausbildung 2024 gekauft und den Mitgliederbereich durchgearbeitet. Die folgenden Erfahrungen betreffen den damaligen Stand. Wo der Anbieter seither umgebaut hat, sagen wir es dazu.

Der Basiskurs war für Einsteiger brauchbar und für Fortgeschrittene entbehrlich. Er behandelt in knapp zwanzig Videos die üblichen Grundlagen: Kursentstehung, Brokerwahl, Unterstützungen und Widerstände, Money-Management und Handelspsychologie. Die Videos sind verständlich aufbereitet. Neues erfährt dort niemand, der schon ein Jahr handelt.
Die Handelssysteme waren der eigentliche Gegenwert. Das erste System handelt eine klassische Trendfolge: Es wartet die Korrektur ab und steigt beim nächsten Impuls ein. Der Stop liegt am letzten Korrekturhoch oder Korrekturtief, die Positionsgröße berechnet das Programm aus diesem Abstand. Das Standardziel entsprach einem Chance-Risiko-Verhältnis von 2,5 zu 1. Der Stop wurde früh auf den Einstandspreis nachgezogen.
Das zweite System verzichtet auf die Korrektur. Es steigt direkt in die laufende Bewegung ein und baut die Position bei Gewinn schrittweise aus. Dieses Nachlegen heißt Pyramidisieren. Es vergrößert den Gewinn in langen Trends und kostet in Seitwärtsphasen zusätzlich Geld, weil jede nachgelegte Position einzeln ausgestoppt werden kann.

Das dritte System ist kein vollautomatisches Programm. Es gibt Setups vor, zwischen denen du auswählst, und übernimmt danach das Risiko- und Positionsmanagement. Der Anbieter empfiehlt es bis heute für schnelle Impulse, etwa beim Nachrichtenhandel.

Der Zeitaufwand entsprach der Ankündigung. Nach der Einrichtung reichten ein bis zwei kurze Kontrollen am Tag. Das ist der ehrlichste Teil des Angebots: Wer voll berufstätig ist, kann auf diese Weise tatsächlich handeln.
Am schwierigsten war die Einrichtung. Programme auf den MetaTrader zu bringen, Konten zu verbinden und Einstellungsdateien richtig zu laden, ist für Einsteiger eine echte Hürde. Der Anbieter hat darauf reagiert und bietet heute ein eigenes Installationstool sowie den bezahlten Einrichtungsservice an.
Für wen eignet sich Kaspareit Trading?
Das Angebot passt zu Tradern, die wenig Zeit und etwas Vorwissen mitbringen. Wer berufstätig ist und nicht am Bildschirm sitzen kann, bekommt hier einen gangbaren Weg. Wer bereits eine funktionierende eigene Strategie handelt, braucht das Paket nicht.
- Passend für Berufstätige: Du willst den Handel weitgehend abgeben und hast am Tag nur wenige Minuten Zeit für die Kontrolle.
- Passend für technisch Geduldige: Du kennst den MetaTrader 5 oder bist bereit, dich in die Einrichtung einzuarbeiten.
- Passend ab mittlerem Konto: Für ein volles Portfolio solltest du mindestens 2.000 € Risikokapital übrig haben.
- Nicht passend für blutige Anfänger: In den Webinaren fallen Fachausdrücke, ohne dass sie erklärt werden.
- Nicht passend bei hohem Prüfbedarf: Wer einen öffentlich geprüften Trackrecord zur Voraussetzung macht, wird hier nicht fündig.
Absolute Einsteiger sollten mit der kostenlosen Stufe beginnen. Wer den Webinaren nicht folgen kann, zahlt für etwas, das er nicht nutzt. Der automatisierte Handel nimmt dir die Ausführung ab, nicht das Verständnis für den Markt.
Wie die Portfolios und Bots aufgebaut sind
Der Anbieter ordnet seine Strategien nach Risiko wie Figuren auf einem Schachbrett. Offensive Strategien mit höherem Risiko stehen unten, konservative oben. Das Bild ist Marketing. Die Idee dahinter ist es nicht: Verschiedene Risikostufen in einem Paket sollen die Schwankung des Gesamtkontos glätten.
Einzelne Strategien lassen sich innerhalb eines Portfolios nicht abschalten. Der Anbieter begründet das damit, dass die Streuung erst im Zusammenspiel entsteht. Das ist nachvollziehbar und schränkt dich zugleich ein: Du kaufst eine fertige Zusammenstellung, keine Werkzeugkiste. Premium-Mitglieder können die fünf Kernstrategien zusätzlich einzeln nutzen.
Zur Entwicklung nennt der Anbieter einen mehrstufigen Prüfweg. Dazu gehören Tests auf eingekauften Kursdaten über 15 bis 25 Jahre, eine Walk-Forward-Analyse und eine Monte-Carlo-Simulation. Bei der Walk-Forward-Analyse wird eine Strategie immer wieder auf Zeiträume angewendet, die sie bei der Optimierung nicht gesehen hat. Die Monte-Carlo-Simulation würfelt die Reihenfolge der Trades neu und zeigt, wie schlecht es im ungünstigen Fall laufen kann.
Diese Methoden sind in der professionellen Systementwicklung Standard. Sie beweisen keinen künftigen Gewinn. Sie verhindern nur den häufigsten Fehler, nämlich eine Strategie so lange an die Vergangenheit anzupassen, bis sie dort makellos aussieht und in der Zukunft versagt. Ob der Anbieter diesen Weg tatsächlich so geht, lässt sich von außen nicht prüfen. Wie andere Anbieter mit demselben Anspruch arbeiten, zeigt unser Überblick zu Trading-Bots.
Welche Märkte und welchen Broker du brauchst
Die Portfolios handeln überwiegend CFDs. Schwerpunkt sind Forex, Aktienindizes und Rohstoffe. CFDs sind Differenzkontrakte: Du kaufst nicht den Basiswert, sondern schließt mit dem Broker einen Vertrag über die Kursdifferenz. Sie sind gehebelt, entsprechend schnell entstehen Verluste.
Für die Portfolios brauchst du einen Broker mit MetaTrader 5. Eine feste Vorgabe macht der Anbieter dazu nicht mehr, und das ist auch nötig geworden: Die früher genannte JFD Bank kommt dafür nicht mehr infrage, weil sie sich heute ausschließlich auf Geschäftsbeziehungen mit institutionellen Kunden konzentriert. Eine Auswahl passender Anbieter findest du in unserer Übersicht der MetaTrader-5-Broker.
Der Aktienbot läuft auf einem anderen Weg. Er benötigt ein TradingView-Abo, eine Weiterleitung der Signale über einen Dienst wie Xerolite und ein Konto bei Interactive Brokers. Das ist deutlich mehr technischer Aufwand als der MetaTrader-Weg und verursacht laufende Zusatzkosten für das Abo.
Für Prop-Trading sind die Systeme ausdrücklich freigegeben. Nach Angaben des Anbieters darfst du mit einer Mitgliedschaft bis zu zehn private und zehn Prop-Konten gleichzeitig betreiben. Prop-Firmen stellen Handelskapital gegen eine Prüfungsgebühr bereit. Ob der Einsatz von Programmen erlaubt ist, entscheidet jede Firma selbst, und diese Regeln ändern sich häufig.
Vorteile und Nachteile von Kaspareit Trading
Nach dem Test und der Prüfung des heutigen Angebots ergibt sich ein gemischtes Bild. Die Stärken liegen in der Umsetzung, die Schwächen in der Nachprüfbarkeit.
Vorteile von Kaspareit Trading
- Preise deutlich gesenkt: Das Spitzenpaket kostet heute einen Bruchteil des früheren Preises.
- Klare Abgrenzung: Der Anbieter verwaltet kein Kundengeld und hat keinen Zugriff auf dein Konto.
- Renditeversprechen entfernt: An ihre Stelle sind Risikohinweise und eine Offenlegung zu hypothetischen Ergebnissen getreten.
- Geringer Zeitaufwand: Nach der Einrichtung genügen ein bis zwei kurze Kontrollen am Tag.
- Kostenloser Einstieg: Die Free-Stufe lässt sich ohne Zahlungsdaten ausprobieren.
Nachteile von Kaspareit Trading
- Öffentlicher Nachweis gelöscht: Das frühere myfxbook-Konto ist nicht mehr abrufbar.
- Zahlen nur nach Anmeldung: Live-Daten liegen im Customer Terminal hinter einer Registrierung.
- Keine unabhängigen Kundenstimmen: Ein Trustpilot-Profil existiert nicht.
- Dünnes Impressum: Es fehlen Registernummer, vertretungsberechtigte Person und Telefonnummer.
- Schwerpunkt CFDs: Der Anbieter nennt selbst eine Verlustquote von 77 Prozent bei Kleinanlegern.
- Portfolios nicht zerlegbar: Einzelne Strategien lassen sich innerhalb eines Pakets nicht abschalten.
Fazit: Lohnt sich eine Mitgliedschaft bei Kaspareit Trading?
Kaspareit Trading ist heute ein anderes Produkt als vor zwei Jahren, und der Wechsel geht überwiegend in die richtige Richtung. Die Preise sind gefallen, die Renditeversprechen sind verschwunden, die Risikohinweise stehen deutlich auf der Seite. Wer eine automatisierte Trendfolge auf dem MetaTrader sucht und die Einrichtung nicht scheut, findet ein durchdachtes Paket zu einem Preis, der im Vergleich zu vielen Trading-Ausbildungen niedrig liegt.
Der offene Punkt bleibt der Nachweis. Ein Anbieter, der jahrelang mit einem öffentlich einsehbaren Konto geworben hat und dieses Konto löscht, muss sich die Frage nach dem Warum gefallen lassen. Solange die Live-Zahlen nur hinter einer Anmeldung liegen, kaufst du auf Vertrauensbasis. Für ein paar hundert Euro ist das vertretbar. Als Grundlage für ein fünfstelliges Handelskonto ist es zu wenig.
Unsere Empfehlung lautet deshalb: klein anfangen. Starte mit der kostenlosen Stufe, sieh dir die Zahlen im Customer Terminal an und handle anschließend mindestens vier Wochen im Demokonto. Erst danach entscheidest du über echtes Geld. Diesen Weg empfiehlt der Anbieter im Übrigen selbst.
Häufige Fragen zu Kaspareit Trading
Was kostet Kaspareit Trading?
Der Anbieter führt drei Stufen: einen kostenlosen Zugang, ein Einstiegspaket und ein Premium-Paket. Beide bezahlten Stufen laufen zwölf Monate und verlängern sich danach automatisch. Ein Einrichtungsservice ist optional buchbar. Ältere Testberichte nennen noch die deutlich höheren Beträge aus der Anfangszeit. Diese Preise gelten seit dem Umbau des Angebots nicht mehr. Die aktuellen Beträge stehen im Abschnitt zu den Kosten.
Wie viel Kapital brauche ich für den Start?
Für ein vollständiges Portfolio empfiehlt der Anbieter einen niedrigen vierstelligen Betrag, damit die Streuung innerhalb des Pakets greifen kann. Einzelne Strategien laufen nach seinen Angaben schon mit deutlich weniger Kapital, sofern der Broker Microlots anbietet. Die genauen Größenordnungen stehen im Abschnitt zu den Kosten.
Gibt es einen geprüften Performance-Nachweis?
Einen öffentlich einsehbaren gibt es nicht. Das frühere myfxbook-Konto wurde gelöscht. Live-Daten und Backtests zeigt der Anbieter heute im Customer Terminal, das nach kostenloser Anmeldung zugänglich ist. Eine Prüfung durch einen unabhängigen Dritten findet nicht statt.
Welchen Broker brauche ich für die Bots?
Für die Portfolios genügt jeder Broker, der den MetaTrader 5 unterstützt. Eine feste Empfehlung gibt der Anbieter nicht mehr. Der Aktienbot benötigt dagegen ein TradingView-Abo, eine Signalweiterleitung und ein Konto bei Interactive Brokers.
Kann ich die Bots für Prop-Trading-Challenges nutzen?
Der Anbieter erlaubt bis zu zehn Prop-Konten je Mitgliedschaft. Ob Handelsprogramme in einer Prüfung zugelassen sind, legt jede Prop-Firma in ihren eigenen Regeln fest. Diese Regeln ändern sich regelmäßig und sollten vor dem Kauf einer Challenge nachgelesen werden.
Wie hoch ist der Zeitaufwand bei Kaspareit Trading?
Nach der Einrichtung genügen ein bis zwei kurze Kontrollen pro Tag. Aufwendig ist der Anfang: Programme installieren, Einstellungen laden und das Konto verbinden kostet Einsteiger mehrere Stunden.
Über den Autor
Karsten Kagels handelt seit 1978 an den Finanzmärkten und hat Kagels Trading gegründet. Er arbeitet diskretionär nach Price Action, also nach dem reinen Kursverlauf ohne automatisierte Ausführung. Für diesen Bericht hat er das Angebot von Kaspareit Trading geprüft und die Angaben des Anbieters gegen dessen eigene Website gestellt.
Automatisierte Systeme beurteilt er aus der Sicht des Handelnden, nicht des Programmierers. Entscheidend ist für ihn, ob ein Trader nachvollziehen kann, warum ein System eine Position eröffnet und wann es das nicht mehr tut. Genau daran scheitern die meisten gekauften Handelsroboter, und genau deshalb steht in diesem Bericht die Frage nach dem Nachweis so weit vorn.
Geprüft wurde dieser Beitrag von Christian Möhrer. Er ist technischer Analyst und Options-Trader und hat die Angaben zu Preisen, Plattformen und Handelsinstrumenten am 26. August 2026 gegengelesen.















