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Wellenreiter Invest Erfahrungen 2026: Robert Rethfelds Börsenbrief im Test

Zuletzt aktualisiert: 28. September 2026

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10 Min

Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

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Ein Börsenbrief lebt davon, dass er erscheint. Der Wellenreiter von Robert Rethfeld tut das seit 2003 an rund 200 Handelstagen im Jahr, und er gehört damit zu den wenigen deutschen Börsendiensten, die zwei Jahrzehnte durchgehalten haben. Wer heute auf die Seite schaut, sieht allerdings zwei sehr unterschiedliche Geschwindigkeiten.

Ich trenne in diesem Bericht das kostenpflichtige Kernprodukt von den kostenlosen Beigaben. Grundlage sind die Anbieterseiten, die AGB, das Impressum und eine eigene Auszählung aller veröffentlichten Kolumnen. Ein Abo habe ich für diesen Text nicht abgeschlossen, alles Folgende stammt aus öffentlich einsehbaren Quellen. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Wellenreiter: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Der Wellenreiter ist ein handelstäglicher Börsenbrief von Robert Rethfeld aus Oberursel. Er erscheint seit 2003 an rund 200 Tagen im Jahr, die Frühausgabe ab etwa 9:30 Uhr.
  • Die Kosten liegen bei 35 Euro im Monat, 185 Euro im Halbjahr oder 320 Euro im Jahr. Davor stehen 14 Tage Schnupperabo, das ohne Kündigung automatisch in das Monatsabo läuft.
  • Abgedeckt werden Indizes, Aktien, Rohstoffe, Devisen und Anleihen, dazu alle zwei Wochen ein Montags-Report zu den Positionierungen der Marktteilnehmer.
  • Kostenlos bleiben die CoT-Tabelle für 21 Futures und die Jahresausblicke der Jahrgänge 2006 bis 2024.
  • Die Wochenendkolumnen stehen dagegen praktisch still: Die jüngste stammt vom 29. April 2025, im laufenden Jahr ist keine erschienen.

Wellenreiter Invest: Das steckt dahinter

Wellenreiter Invest ist ein Börsenbrief-Dienst aus Oberursel im Taunus, den der Wirtschaftsjournalist Robert Rethfeld seit 2002 als Einzelunternehmen betreibt.

Das Kernprodukt heißt Frühausgabe und erscheint an jedem Handelstag. Rethfeld baute den Dienst nach eigenen Angaben ab 2002 auf, die regelmäßige handelstägliche Publikation läuft seit 2003. Damit gehört der Wellenreiter zu den ältesten durchgehend erscheinenden Börsenbriefen im deutschsprachigen Raum. Neben dem Abo stehen mehrere Angebote kostenlos auf der Seite.

Wellenreiter Invest Startseite mit Jahresabo für 320 Euro, Stand August 2026
Die Startseite nennt 320 Euro für das Jahresabo und führt als jüngste Wochenendkolumne den 29. April 2025

Hinter der Marke steht eine einzelne Person, keine Redaktion. Das ist die wichtigste Einordnung für jeden, der ein Abo erwägt: Es gibt keinen Vertretungsfall und keine zweite Handschrift. Wer die Analysen mag, bekommt sie verlässlich. Wer sie nicht mag, hat auf derselben Seite keine Alternative.

Robert Rethfeld: Wer den Wellenreiter schreibt

Rethfeld kam nicht aus der Bank, sondern aus der Luftverkehrsbranche. Nach dem Abitur in Münster und einem betriebswirtschaftlichen Studium mit Fachrichtung Touristik arbeitete er als Assistent der Geschäftsführung beim Luftverkehrsverband IATA und anschließend fünf Jahre als Referent beim Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalter-Verband. 1995 wechselte er zur Deutschen Lufthansa, wo er eines der ersten Online-Portale für den Flugscheinverkauf mit aufbaute.

1998 machte er sich mit einer Beratung für Internetportale selbstständig. Zu den Kunden zählten nach eigenen Angaben die Deutsche Telekom und mehrere Reiseportale. Vier Jahre später begann der Aufbau von Wellenreiter Invest. Rethfeld wurde am 13. September 1962 geboren, lebt in Oberursel bei Frankfurt und hat zwei Kinder.

Robert Rethfeld, Herausgeber des Börsenbriefs Wellenreiter Invest
Robert Rethfeld schreibt den Wellenreiter seit 2003 allein

Sichtbar ist er vor allem über Fernsehen und Fachpresse. Rethfeld tritt als Interviewpartner bei der n-tv-Telebörse und bei Der-Aktionär-TV auf, arbeitet als Recherchepartner und Gastautor für das Börsenmagazin Smart Investor und ist Mitglied im Club internationaler Frankfurter Wirtschaftsjournalisten sowie in der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands. Für die VTAD hielt er zuletzt seinen Jahresausblick als Vortrag.

Wellenreiter Invest: Adresse und Kontakt

Das Impressum nennt kein Unternehmen, sondern eine Privatperson. Anbieter ist Robert Rethfeld in 61440 Oberursel, geführt als Einzelunternehmen mit der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer DE227614112. Es gibt weder eine GmbH noch einen Handelsregistereintrag. Für dich als Kunde heißt das: Vertragspartner ist die Person, nicht eine haftungsbeschränkte Gesellschaft.

Erreichbar ist der Dienst per Formular, E-Mail und Telefon. Auf der Seite liegt ein Kontaktformular, das laut Anbieter auch für den Widerruf genutzt werden kann. Impressum und AGB nennen zusätzlich eine Festnetznummer, eine Faxnummer und die persönliche E-Mail-Adresse des Herausgebers. Ein Live-Chat oder eine Support-Hotline mit Servicezeiten existiert nicht.

Ein kleiner Sorgfaltsmangel steht seit Jahren im Impressum. Dort wird der Verantwortliche für journalistisch-redaktionelle Inhalte nach § 55 Absatz 2 Rundfunkstaatsvertrag benannt. Diesen Staatsvertrag hat der Medienstaatsvertrag im November 2020 abgelöst. Inhaltlich ändert das nichts, es zeigt aber, wie lange die Rechtstexte nicht angefasst wurden.

Was macht den Wellenreiter Börsendienst so besonders?

Das Alleinstellungsmerkmal des Wellenreiter Börsendienstes ist die marktübergreifende Sicht: Rethfeld leitet seine Einschätzungen aus Zyklen, Saisonalität und der Positionierung großer Marktteilnehmer ab, nicht aus Einzelaktien-Empfehlungen.

Der Anbieter selbst wirbt mit sieben Punkten, und die lohnen eine Prüfung. Auf der Startseite stehen unter der Frage „Warum den Wellenreiter abonnieren?” unter anderem klare, verständliche Marktanalysen, eine sachliche „No Hype”-Herangehensweise, einzigartige, langfristige Charts und der Hinweis, man lerne zu erkennen, wie das smarte Geld denkt. Das sind Selbstauszeichnungen des Anbieters, keine geprüften Aussagen.

Zwei davon lassen sich von außen nachvollziehen. Die langfristigen Charts tauchen in jeder frei lesbaren Kolumne auf, dort reichen Zeitreihen bis 1900 zurück. Und die zurückhaltende Tonlage bestätigt sich beim Lesen: In den Gratis-Texten stehen keine Kurszielversprechen und keine Renditeangaben, sondern Zyklen, Saisonalität und Put-Call-Ratio.

Was dagegen ausdrücklich nicht geliefert wird, steht in den AGB. Dort heißt es, Wellenreiter Invest erbringe keine Anlageberatung und gebe keine Empfehlungen zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten ab. Wer eine Kaufliste oder fertige Signale sucht, ist beim Wellenreiter falsch. Der Dienst liefert Einschätzungen, aus denen du selbst etwas machen musst.

Als Beleg für die Qualität führt der Anbieter seine Stammkunden an. Genannt werden institutionelle Anleger, Vermögensverwalter, Privatkunden und Trader. Zahlen dazu veröffentlicht Wellenreiter Invest nicht. Es gibt keine Abonnentenzahl, keine Kündigungsquote und keine unabhängige Auflagenprüfung. Die Aussage bleibt damit eine Behauptung, die du nicht nachrechnen kannst.

Der Wellenreiter: Was kannst Du Dir von dem Börsenbrief erwarten?

Die Wellenreiter Frühausgabe ist ein handelstäglicher Marktbericht, der Abonnenten ab etwa 9:30 Uhr im Kundenbereich zur Verfügung steht und rund 200 Mal pro Jahr erscheint.

Dazu kommt ein Archiv, das mit dem Abo mitwächst. Die Frühausgabe enthält laut Anbieter Einschätzungen zum Tages- und Zeitgeschehen, einen Marktüberblick, Chartanalysen, Indikatoren und Lesehinweise. Im Abonnentenraum liegen zusätzliche Charts, Saisonalitäten, Verlaufsvergleiche und Musterdepots.

Alle zwei Wochen kommt der Montags-Report dazu. Er analysiert die Positionierung der Marktteilnehmer, also die Commitment-of-Traders-Daten der US-Terminbörsen. Für Trader, die ihre Einstiege ohnehin an der Positionierung großer Adressen ausrichten, ist das der inhaltlich dichteste Teil des Abos.

Bei der Erscheinungszeit lohnt ein genauer Blick. Der Anbieter nennt ab circa 9:30 Uhr im Abonnentenraum. Der deutsche Handel läuft dann bereits seit einer Stunde. Wer eine Vorbörsen-Einschätzung vor dem Xetra-Start um 9:00 Uhr erwartet, bekommt sie hier nicht. Auf das Jahr gerechnet stehen rund 200 Veröffentlichungen an, an deutschen und US-Feiertagen besteht laut AGB kein Anspruch auf eine Ausgabe.

Welche Märkte werden im Wellenreiter Börsenbrief abgedeckt?

Der Wellenreiter Börsenbrief deckt fünf Anlageklassen ab: Aktienindizes, Einzelaktien, Anleihen, Rohstoffe und Devisen.

Der Reiz liegt in den Verbindungen zwischen diesen Märkten. Der Fokus liegt auf den Zusammenhängen zwischen den Märkten, nicht auf Einzelaktien-Tipps. Abgedeckt werden diese Anlageklassen:

  • Indizes: die großen Aktienindizes wie DAX, Dow Jones und S&P 500.
  • Anleihen: vor allem amerikanische Staatsanleihen über die gesamte Laufzeitkurve, von den 2-jährigen Papieren bis zu den 30-jährigen Bonds.
  • Rohstoffe: Gold, Silber, Erdöl und Erdgas, dazu Agrarrohstoffe wie Weizen, Mais und Kaffee.
  • Devisen: die großen Währungspaare im Devisenhandel samt US-Dollar-Index und Schweizer Franken.
  • Aktien: der Aktienmarkt als Ganzes, über Marktbreite und Sentiment statt über einzelne Werte.

Was kostet der Wellenreiter Börsenbrief?

Der Wellenreiter Börsenbrief kostet 35 Euro im Monat, 185 Euro im Halbjahr oder 320 Euro im Jahr. Vorab lässt er sich 14 Tage kostenlos testen.

Die Staffelung belohnt lange Laufzeiten deutlich. Die Preise stehen offen auf den Bestellseiten, ein Verkaufsgespräch ist dafür nicht nötig. Wer über zwölf Monate rechnet, spart mit dem Jahresabo gegenüber dem Monatsabo 100 Euro.

AbonnementPreisPreis je Monat
Schnupperabo (14 Tage)0 Euroläuft in das Monatsabo
Monatsabo35 Euro35,00 Euro
Halbjahresabo185 Euro30,83 Euro
Jahresabo320 Euro26,67 Euro
Preise laut den Bestellseiten von Wellenreiter Invest, Stand 24. August 2026

Bezahlt wird per Karte oder Lastschrift. Akzeptiert werden MasterCard und VISA, bei einer Rechnungsadresse innerhalb der EU zusätzlich die SEPA-Lastschrift. Die Abwicklung übernimmt der Zahlungsdienstleister Novalnet AG. In den AGB steht außerdem, dass zur Kreditprüfung Daten der CRIF Bürgel GmbH abgefragt werden können. Das ist bei einem Abo für 35 Euro ungewöhnlich und sollte man wissen, bevor man bestellt.

Kündigungsfristen und automatische Verlängerung

Die Kündigungsfrist beim Wellenreiter beträgt 14 Tage zum Ende des gebuchten Bezugszeitraums. Ohne Kündigung verlängert sich jedes Abo automatisch um dieselbe Laufzeit.

Damit hängt viel an einem einzigen Kalendereintrag. Die Frist beträgt laut AGB 14 Tage zum Ende des jeweiligen Bezugszeitraums. Wer nicht rechtzeitig kündigt, hängt beim Monatsabo einen weiteren Monat dran, beim Halbjahresabo weitere sechs Monate und beim Jahresabo weitere zwölf.

Nach dem ersten Jahr wird es deutlich entspannter. Halbjahres- und Jahresabos, die nach dem 1. März 2022 abgeschlossen wurden, lassen sich nach Ablauf eines Jahres monatlich mit vier Wochen Frist kündigen. Bereits gezahltes Geld wird anteilig erstattet, der Anbieter rechnet dabei mit 35 Euro je Monat. Das ist die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben für faire Verbraucherverträge und arbeitet zu deinen Gunsten.

Gekündigt wird online, per E-Mail oder per Brief. Im Kundenkonto liegt dafür der Punkt „Meine Abonnements“. Für das Schnupperabo reicht innerhalb der 14 Tage eine formlose Nachricht über das Kontaktformular, eine Frist gibt es dort nicht.

Gibt es auch eine kostenlose Variante des Börsenbriefs?

Eine dauerhaft kostenlose Version des Wellenreiter Börsenbriefs gibt es nicht. Kostenlos sind nur das 14-tägige Schnupperabo, die CoT-Tabelle und die Jahresausblicke bis 2024.

Das Schnupperabo ist trotzdem ein vollwertiger Zugang. Was es gibt, ist das Schnupperabo über 14 Tage. In dieser Zeit bekommst du die kompletten Inhalte und zahlst nichts.

Die Falle steckt im Automatismus dahinter. Kündigst du innerhalb der vierzehn Tage nicht, geht das Schnupperabo automatisch in ein kostenpflichtiges Monatsabo über. Der Anbieter schreibt das offen auf die Bestellseite, überlesen ist es trotzdem schnell. Wer nur reinschauen will, setzt sich am besten gleich bei der Bestellung eine Erinnerung auf Tag 12.

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Vorteile und Nachteile von Wellenreiter Invest

Die folgende Übersicht enthält nur, was sich belegen lässt. Grundlage sind die Bestellseiten, die AGB, das Impressum und die eigene Auszählung der frei zugänglichen Inhalte. Werbeaussagen ohne prüfbaren Beleg stehen bewusst nicht darin.

Vorteile von Wellenreiter Invest

  • Preise offen einsehbar: 35, 185 und 320 Euro stehen auf den Bestellseiten, ohne Anmeldung und ohne Verkaufsgespräch.
  • Lange Historie: Der Börsenbrief erscheint seit 2003 handelstäglich, das schaffen im deutschen Markt nur wenige Dienste.
  • Viel kostenloses Material zur Prüfung: Die Jahresausblicke 2006 bis 2024 sind komplett frei lesbar, allein der Ausblick 2024 umfasst 119 Seiten.
  • Nüchterner Ton: Weder auf der Seite noch in den Gratis-Texten stehen Renditeversprechen oder Erfolgsquoten.
  • Faire Kündigung nach dem ersten Jahr: Lange Laufzeiten werden danach monatlich kündbar, zu viel gezahltes Geld wird anteilig erstattet.
  • CoT-Daten frei verfügbar: Die Tabelle für 21 Futures wird weiter wöchentlich gepflegt und kostet nichts.

Nachteile von Wellenreiter Invest

  • Gratis-Kolumnen versiegt: Die jüngste Wochenendkolumne stammt vom 29. April 2025, 2026 ist bislang keine erschienen.
  • Jahresausblick hängt hinterher: Bestellbar ist im August 2026 weiterhin der Ausblick 2025, ein Ausblick für 2026 fehlt.
  • Kaum unabhängige Bewertungen: Auf dem Börsendienst-Portal lettertest steht der Wellenreiter bei null Bewertungen, ein Trustpilot-Profil gibt es nicht.
  • Keine Empfehlungen: Die AGB schließen Anlageberatung und Kauf- oder Verkaufsempfehlungen ausdrücklich aus.
  • Schnupperabo mit Automatik: Ohne Kündigung wird aus den 14 Gratis-Tagen ein kostenpflichtiges Monatsabo.
  • Bonitätsabfrage möglich: Die AGB behalten sich eine Kreditprüfung über die CRIF Bürgel GmbH vor.

Gibt es bei Wellenreiter Invest noch weitere Produkte?

Neben dem Börsenbrief bietet Wellenreiter Invest den kostenpflichtigen Jahresausblick, die kostenlosen Wochenendkolumnen und eine frei zugängliche CoT-Tabelle an.

Diese drei Angebote verraten mehr, als sie sollen. Zwei davon kosten nichts, eines wird einzeln verkauft. Alle drei sagen etwas darüber aus, wie viel Arbeit gerade in den Dienst fließt, deshalb lohnt sich der Blick darauf auch für Interessenten, die nur das Abo im Auge haben.

Der Wellenreiter Jahresausblick

Der Jahresausblick ist eine umfangreiche PDF-Studie. Behandelt werden Konjunktur, Notenbankpolitik, Anleihen, Devisen, Rohstoffe und Aktien, am Ende stehen ein Fazit und zehn Thesen für das Börsenjahr. Der Umfang ist kein Marketingversprechen: Der Ausblick 2024 hat nachgezählt 119 Seiten, der von 2023 sogar 127.

Der Preis liegt bei 60 Euro, für Abonnenten bei 35 Euro. Bezahlt wird per PayPal, SEPA-Lastschrift für deutsche und österreichische Kunden oder Kreditkarte, danach steht die PDF-Datei sofort zum Download bereit. Der ermäßigte Preis gilt nur nach vorheriger Anmeldung im Kundenkonto.

Hier liegt der auffälligste Befund dieses Berichts. Im August 2026 ist auf der Seite weiterhin der Jahresausblick 2025 das aktuelle Produkt, die zugehörige Meldung trägt den Stand 18. Dezember 2024. Ein Ausblick für 2026 wird nicht angeboten. Wer die Studie als Hauptgrund für ein Abo betrachtet, sollte das vor der Bestellung wissen.

Die alten Ausgaben sind der beste Gratis-Test, den es gibt. Sämtliche Ausblicke der Jahrgänge 2006 bis 2024 stehen kostenlos als PDF zum Download. Bevor du 320 Euro ausgibst, lies einen davon: Du siehst daran genauer als in jedem Erfahrungsbericht, ob dir die Herangehensweise liegt, und du kannst nachprüfen, wie gut die damaligen Einschätzungen gealtert sind.

Die Wellenreiter Kolumnen

Die Wochenendkolumnen sind das öffentliche Aushängeschild des Dienstes. Sie funktionieren wie ein Finanzblog, sind ohne Anmeldung lesbar und behandeln einzelne Themen ausführlich, von Sabbatjahr-Zyklen über die Gebert-Indikator-Signale bis zum Hindenburg Omen. Wer sie liest, bekommt einen ehrlichen Eindruck vom Stil des Börsenbriefs.

Ihre Frequenz ist über die Jahre eingebrochen. Für diesen Bericht wurden alle 144 veröffentlichten Kolumnen einzeln aufgerufen und nach ihrem Erscheinungsdatum sortiert. Das Ergebnis ist eindeutig: 2015 erschienen 29 Kolumnen, 2025 war es genau eine.

Wellenreiter Wochenendkolumnen pro Jahr von 2014 bis 2026 als Balkendiagramm
Eigene Auszählung aller 144 Wochenendkolumnen von Wellenreiter Invest, Stand 24. August 2026

Der Bruch liegt im Jahr 2021. Bis 2020 lag die Zahl jedes Jahr im zweistelligen Bereich, seitdem sind es zwischen einer und fünf Kolumnen pro Jahr. Die jüngste trägt das Datum 29. April 2025 und behandelt den US-Handelskrieg. Das ist kein Beleg dafür, dass der Börsenbrief seltener erscheint, denn der ist ein anderes Produkt. Es heißt aber: Die kostenlose Leseprobe, mit der der Anbieter auf seiner Startseite wirbt, wird kaum noch nachgefüllt.

CoT Daten

Der Commitment of Traders Report ist ein Wochenbericht der US-Aufsichtsbehörde CFTC, der offenlegt, wie sich drei Gruppen von Marktteilnehmern in den Terminmärkten positioniert haben.

Die Tabelle dazu ist das lebendigste Gratis-Angebot der Seite. Wellenreiter Invest bereitet die CoT-Zahlen für 21 Futures auf, von Gold und Silber über Euro und Franken bis zu Weizen, Kakao und Magerschwein. Für jeden Kontrakt gibt es zusätzlich einen Verlaufschart, der die Netto-Positionen über die Zeit zeigt.

  • Commercials: die professionellen Hedger, also Unternehmen, die den Rohstoff oder die Währung tatsächlich brauchen und sich gegen Preisänderungen absichern.
  • Large Speculators: große Spekulanten, deren Positionen wegen ihrer Größe meldepflichtig sind, typischerweise Fonds.
  • Small Speculators: alle übrigen, nicht meldepflichtigen Marktteilnehmer.
Wellenreiter CoT Daten Tabelle mit Commercials und Large Speculators, Stand 18.08.2026
Die frei zugängliche CoT-Tabelle wird weiter gepflegt: Stand 18. August 2026

Anders als die Kolumnen läuft dieser Teil zuverlässig weiter. Die CFTC veröffentlicht den Report in der Regel freitags um 21:30 Uhr mit den Positionen bis zum vorhergehenden Dienstag, Wellenreiter Invest zieht die Tabelle am selben Abend oder am Samstag nach. Beim Abruf für diesen Bericht stand dort der Stand 18. August 2026, also der jüngste verfügbare Dienstag. Abonnenten bekommen zusätzlich erweiterte CoT-Charts und saisonale Auswertungen unter dem Punkt „CoT-Extra”.

Videos und Veranstaltungen

Beide Bereiche sind eher symbolisch besetzt. Unter „Videos” liegt genau ein Beitrag, ein Lehrvideo zu den Commitment-of-Traders-Daten. Der Taunusstreff, ein kostenloses Treffen in Oberursel, wartet laut Seite seit der Meldung vom 14. April 2024 auf einen neuen Termin. Wer Live-Formate oder regelmäßige Videoanalysen erwartet, findet sie hier nicht.

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Gibt es Wellenreiter Invest auch auf Social Media?

Der aktivste Kanal ist X, das frühere Twitter. Unter dem Namen Wellenreiter postet Rethfeld dort mehrmals pro Woche Charts und kurze Einordnungen, zuletzt etwa zum Philly-Fed-Index und zur Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen. Der Account hat rund 2.750 Follower und ist seit November 2012 aktiv.

Für Interessenten ist genau das die beste Vorschau. Während die Wochenendkolumnen stillstehen, läuft der X-Kanal weiter und zeigt Woche für Woche, welche Charts und Kennzahlen Rethfeld gerade beschäftigen. Wer wissen will, ob ihm die Denkweise liegt, bekommt hier ohne Anmeldung und ohne Abo den aktuellsten Eindruck.

Facebook und LinkedIn spielen dagegen keine Rolle. Auf Facebook ist Rethfeld nach eigener Darstellung mit einem Privatprofil unterwegs, regelmäßige Marktupdates finden sich dort nicht. Ein LinkedIn-Profil existiert, wird aber nicht als Publikationskanal genutzt.

Erfahrungen mit dem Wellenreiter Börsenbrief

Unabhängige Bewertungen sind für diesen Dienst kaum zu finden. Auf lettertest.de, dem größten deutschen Bewertungsportal für Börsendienste, hat der Wellenreiter zwei Einträge und bei beiden null Bewertungen. Ein Trustpilot-Profil für die Domain gibt es nicht. Das ist weder ein gutes noch ein schlechtes Zeichen, es heißt schlicht: Es gibt keine belastbare Nutzerstichprobe.

Was existiert, sind alte Forendiskussionen. Im Wertpapier-Forum läuft seit 2007 ein Thread mit der Frage, ob sich ein Abo lohnt. Die Stimmen dort fallen überwiegend wohlwollend aus, sind aber teilweise fast zwei Jahrzehnte alt und beschreiben ein Produkt, das es in dieser Form womöglich nicht mehr gibt. Als Entscheidungsgrundlage taugen sie kaum.

Ein Punkt sorgt regelmäßig für Verwechslungen. Auf wikifolio läuft ein Musterdepot mit dem Namen „Wellenreiter Invest”, das es seit 2015 gibt und für das ein Zertifikat handelbar ist. Es stammt nach den Angaben der Plattform von einem Trader namens Markus Linder und hat mit Robert Rethfeld nichts zu tun. Wer die Performance dieses wikifolios als Leistungsnachweis des Börsenbriefs liest, sitzt einer Namensgleichheit auf.

Deshalb führt der ehrlichste Weg über das eigene Material. Bei einem Dienst ohne Bewertungslage und ohne veröffentlichte Trackrecord-Zahlen zählt nur, was du selbst lesen kannst: die kostenlosen Jahresausblicke der vergangenen neunzehn Jahrgänge, die frei zugänglichen Kolumnen und die 14 Probetage. Diese drei Quellen zusammen sagen mehr über die Qualität aus als jede Sternebewertung.

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Fazit: Für wen sich der Wellenreiter lohnt

Der Wellenreiter ist ein Analysedienst für Leute, die selbst entscheiden. Er liefert Marktzusammenhänge, Zyklen und Positionierungsdaten über alle großen Anlageklassen, und er tut das seit über zwanzig Jahren in einem nüchternen Ton ohne Renditeversprechen. Für 320 Euro im Jahr bekommst du an rund 200 Tagen eine Einschätzung, aus der du deine eigenen Schlüsse ziehen musst.

Nicht geeignet ist er für alle, die fertige Signale suchen. Die AGB schließen Empfehlungen ausdrücklich aus, und die Frühausgabe erscheint erst gegen 9:30 Uhr, also nach dem Xetra-Start. Wer Daytrading betreibt oder eine Vorbörsen-Einschätzung braucht, ist mit diesem Format schlecht bedient. Das Angebot zielt auf mittel- bis langfristig orientierte Anleger und auf Trader, die ihre Positionierung an großen Zyklen ausrichten.

Einen Punkt möchte ich ehrlich benennen: Das Drumherum ist eingeschlafen. Der aktuelle Jahresausblick stammt aus dem Dezember 2024, die letzte Wochenendkolumne vom April 2025, der Taunusstreff wartet seit 2024 auf einen Termin. Das Kernprodukt läuft davon unberührt weiter, die CoT-Tabelle wird jede Woche nachgezogen und der X-Kanal ist aktiv. In vier Jahrzehnten habe ich allerdings oft genug gesehen, dass ein Dienst zuerst an den Rändern ausfranst. Du solltest wissen, dass ein Teil dessen, womit die Seite wirbt, gerade nicht bedient wird.

Der vernünftige nächste Schritt kostet nichts. Lade dir einen der kostenlosen Jahresausblicke herunter, lies zwanzig Seiten und entscheide danach, ob dir die Denkweise liegt. Passt sie, nimm das Schnupperabo und setz dir sofort eine Erinnerung auf Tag 12. Passt sie nicht, hast du 320 Euro und ein Jahr Laufzeit gespart. Einen Überblick über die Alternativen findest du in unserer Übersicht zu Börsenbriefen.

Häufige Fragen zu Wellenreiter Invest

Was ist Wellenreiter Invest?

Wellenreiter Invest ist ein Börsenbrief-Dienst aus Oberursel, den der Wirtschaftsjournalist Robert Rethfeld seit 2002 als Einzelunternehmen betreibt. Kernprodukt ist eine handelstäglich erscheinende Frühausgabe mit Analysen zu Indizes, Aktien, Rohstoffen, Devisen und Anleihen. Kostenlos verfügbar sind außerdem eine CoT-Tabelle für 21 Futures und die Jahresausblicke der Jahrgänge 2006 bis 2024.

Was kostet der Wellenreiter Jahresausblick?

Der aktuelle Jahresausblick kostet 60 Euro, für zahlende Abonnenten der Frühausgabe 35 Euro nach Anmeldung im Kundenkonto. Die Ausblicke der Jahrgänge 2006 bis 2024 stehen dagegen kostenlos als PDF bereit. Stand August 2026 wird weiterhin der Ausblick für 2025 angeboten, eine Ausgabe für 2026 fehlt.

Wie kündigt man das Wellenreiter Abo?

Die Kündigungsfrist beträgt laut AGB 14 Tage zum Ende des Bezugszeitraums, sonst verlängert sich das Abo automatisch um dieselbe Laufzeit. Kündigen kannst du im Kundenkonto unter „Meine Abonnements“, per E-Mail oder per Brief. Halbjahres- und Jahresabos, die nach dem 1. März 2022 abgeschlossen wurden, sind nach einem Jahr monatlich mit vier Wochen Frist kündbar.

Wer steckt hinter Wellenreiter Invest?

Verantwortlich ist Robert Rethfeld, geboren 1962 in Münster. Er arbeitete zunächst in der Luftverkehrsbranche, unter anderem bei der IATA und der Deutschen Lufthansa, und gründete 1998 ein Beratungsunternehmen. 2002 begann er mit dem Aufbau von Wellenreiter Invest. Er ist Mitglied der VTAD und tritt als Interviewpartner bei n-tv und Der-Aktionär-TV auf.

Erscheinen die Wellenreiter Kolumnen noch?

Praktisch nicht mehr. Eine Auszählung aller 144 veröffentlichten Wochenendkolumnen zeigt einen Einbruch ab 2021: Waren es 2015 noch 29 Kolumnen, erschien 2025 nur noch eine. Die jüngste trägt das Datum 29. April 2025, im Jahr 2026 ist bisher keine erschienen. Der kostenpflichtige Börsenbrief erscheint davon unabhängig weiter.

Sind die Kosten für einen Börsenbrief steuerlich absetzbar?

Bei privaten Kapitalanlegern in der Regel nicht. Seit Einführung der Abgeltungsteuer sind tatsächliche Werbungskosten bei Kapitaleinkünften nicht abziehbar, abgegolten ist alles über den Sparer-Pauschbetrag. Anders liegt der Fall bei betrieblicher Nutzung, etwa als Betriebsausgabe. Ob das für dich zutrifft, klärt dein Steuerberater.

Gehört das wikifolio „Wellenreiter Invest“ zu Robert Rethfeld?

Nein. Das gleichnamige wikifolio existiert seit 2015 und stammt laut Plattform von einem Trader namens Markus Linder. Mit dem Börsenbrief von Robert Rethfeld hat es nichts zu tun. Die Namensgleichheit führt regelmäßig zu Verwechslungen, weil das Zertifikat unter demselben Titel handelbar ist.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er handelt seit 1980 aktiv und arbeitet als diskretionärer Price-Action-Trader in den Märkten Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsen. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Ende der 1980er Jahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte alle 10 Bücher des amerikanischen Trading-Autors, bekannt für den Ross-Haken und den Traders Trick Entry.

Börsenbriefe begleiten Karsten seit den Zeiten, als sie noch per Post kamen. Er beurteilt sie deshalb nicht als Käufer von außen, sondern aus der Sicht von jemandem, der über Jahrzehnte gesehen hat, welche Dienste durchhalten und welche nach zwei guten Jahren verschwinden. Für diesen Bericht hat er die Bestell- und Produktseiten von Wellenreiter Invest, die vollständigen AGB samt Widerrufsbelehrung, das Impressum und die Vita-Seite an der Quelle geprüft und alle 144 veröffentlichten Wochenendkolumnen einzeln datiert. Ein Abonnement wurde dafür nicht abgeschlossen.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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