Bjarne Claussen, Referent des Webinars

KI für Trader – kostenloses Live-Webinar mit Bjarne

Auch für Einsteiger · Mittwoch, 14. Oktober, 19 Uhr

Tradesyncer Erfahrungen: Was kann der Futures-Trade-Copier, was kostet er und wie seriös ist der Anbieter?

Zuletzt aktualisiert: 19. September 2026

|

3-Tage Trading Workshop: Nebenberuflich monatliche Einnahmen generieren - kostenloses Ticket sichern >>

Anzeige

Ein Trade, zwanzig Konten, ein Klick: Das verspricht Tradesyncer Futures-Tradern, die bei mehreren Prop-Firmen gleichzeitig handeln. Der Anbieter aus Amsterdam spricht von über 25.000 Nutzern. Auf Trustpilot berichten dieselben Nutzer aber auch von nicht kopierten Ausstiegen und verlorenen Konten. Beides gehört zusammen, wenn du über den Einsatz entscheidest.

Ich habe Tradesyncer nicht mit eigenen Konten getestet. Grundlage dieses Berichts sind die Preisseite, die Geschäftsbedingungen, 59 Artikel des Hilfe-Centers, die Regelwerke von Apex und Topstep sowie die 625 Bewertungen auf Trustpilot mit Blick auf die kritischen Stimmen. Alle Angaben habe ich am 19. September 2026 erhoben. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Tradesyncer: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Was es ist: Ein cloudbasierter Trade Copier für Futures, der jeden Trade eines Leader-Kontos automatisch auf ausgewählte Follower-Konten bei Prop-Firmen und Brokern überträgt. Dazu kommen ein Trading-Journal, Verlustgrenzen pro Konto und ein Überblick über Prop-Firm-Gebühren.
  • Was es kostet: $49, $99 oder $149 im Monat. Im Jahresabo sind es $34, $69 oder $104 pro Monat. Es gibt 7 Tage Test, die Karte wird vorab hinterlegt.
  • Wofür es gebaut ist: Futures-Prop-Firmen wie Apex, Topstep, Lucid, Tradeify und My Funded Futures, verbunden über Tradovate, Rithmic, NinjaTrader, TradingView, ProjectX und weitere Plattformen.
  • Wer dahintersteht: Die Tradesyncer B.V. mit Sitz in Amsterdam. Laut Anbieter gegründet von Ivan, Rodin, Eduard und Rachmat.
  • Offiziell noch Beta: Die Geschäftsbedingungen nennen das Produkt eine offene Beta in fortgeschrittenem Stadium. Die Haftung ist auf eine Monatsgebühr begrenzt.
  • Bewertungen: Trustpilot 4,4 aus 625 Stimmen. 13 % davon sind Ein-Stern-Bewertungen, und fast alle beschreiben dasselbe: Trades, die nicht oder falsch kopiert wurden.
  • Für wen: Für Futures-Trader mit mehreren Prop-Konten auf den eigenen Namen, die ihren Copier aktiv überwachen. Wer nur ein Konto handelt, braucht das Werkzeug nicht.

Was ist Tradesyncer?

Tradesyncer ist ein cloudbasierter Trade Copier für Futures, der jeden Trade eines Leader-Kontos automatisch auf ausgewählte Follower-Konten bei Prop-Firmen und Brokern überträgt.

Der Kern ist ein Kopierdienst ohne Installation. Du meldest dich im Browser an, verbindest deine Konten und bestimmst ein Konto als Leader. Auf diesem Konto tradest du wie gewohnt in deiner Plattform. Tradesyncer überträgt jede Order auf die übrigen Konten, und zwar auf dem Server, nicht auf deinem Rechner. Der Copier läuft also weiter, wenn dein Laptop zugeklappt ist.

Gebaut ist das Werkzeug für eine sehr spezielle Zielgruppe: Futures-Trader, die bei Firmen wie Apex Trader Funding oder Lucid mehrere Evaluations- und Funded-Konten parallel führen. Bei Apex sind bis zu 20 Konten gleichzeitig erlaubt. Wer dort denselben Trade in jedem Konto per Hand eingeben müsste, verliert Sekunden pro Konto. Genau diese Arbeit nimmt der Copier ab.

Neben dem Kopieren bündelt die Plattform drei weitere Funktionen: ein automatisches Journal, Verlustgrenzen pro Konto und einen Tracker, der Prüfungsgebühren gegen Auszahlungen rechnet. Einen allgemeinen Überblick über die Gattung findest du in meinem Ratgeber zum Trade Copier.

AnbieterTradesyncer B.V., Cruquiusweg 110B, 1019 AK Amsterdam
GründerIvan, Rodin, Eduard und Rachmat (laut eigener Angabe)
ProduktCloud-Trade-Copier mit Journal, Risikoregeln und Prop-Firm-Tracker
Märkte38 Futures-Kontrakte an CME, CBOT, NYMEX und COMEX
PlattformenTradovate, Rithmic, NinjaTrader, TradingView, ProjectX, Quantower, ATAS, Sierra Chart und weitere
PreismodellDrei Tarife im Monats- oder Jahresabo, 7 Tage Test mit Karte
SpracheEnglisch (Oberfläche, Hilfe-Center, Support)
AppMobile Weboberfläche, native Apps angekündigt
StatusOffene Beta laut Geschäftsbedingungen
NutzerÜber 25.000 (laut eigener Angabe)

Die Nutzerzahl stammt vom Anbieter und lässt sich von außen nicht prüfen. Auffällig ist, dass die eigenen Seiten selbst bei einfachen Zahlen uneinheitlich sind. Dazu mehr im Abschnitt über die unterstützten Prop-Firmen.

So funktioniert der Trade Copier von Tradesyncer

Die Einrichtung folgt drei Schritten, die du in wenigen Minuten erledigt hast: Konten verbinden, ein Leader-Konto festlegen, die Follower auswählen. Eine Verbindung heißt bei Tradesyncer „Connection“ und steht für einen Login bei einem Broker oder einer Plattform, zum Beispiel deinen Tradovate-Zugang. Unter einer Verbindung hängen dann mehrere Handelskonten.

Leader, Follower und Positionsgröße

Jedes Follower-Konto bekommt eine eigene Positionsgröße. Du kannst also auf dem Leader einen Kontrakt handeln und auf einem größeren Konto automatisch zwei. Laut Anbieter lässt sich die Größe auch am Kontostand oder am verbleibenden Drawdown ausrichten. Was ein Drawdown ist und warum er bei Prop-Firmen die wichtigste Zahl ist, erkläre ich im Artikel zum Drawdown im Trading.

Follower Protection gegen offene Restpositionen

Die wichtigste Sicherung heißt Follower Protection. Sobald das Leader-Konto flach ist, prüft Tradesyncer jedes Follower-Konto und schließt dort verbliebene Kontrakte. Das greift auch, wenn ein Stop oder ein Ziel auf einem Follower nicht angekommen ist. Die Verzögerung stellst du zwischen 1,5 und 3 Sekunden ein.

Die Funktion hat eine Nebenwirkung, die du kennen musst: Sie schließt auch Trades, die du von Hand auf einem Follower eröffnet hast, und sie stellt im Zweifel auch das Leader-Konto glatt, samt offener Orders. Wer auf einzelnen Konten eigene Positionen führen will, muss sie aus der Kopiergruppe nehmen.

Market Execution Only gegen API-Limits

Für Tradovate-Nutzer empfiehlt der Anbieter den Modus Market Execution Only. Dabei gehen auf den Followern nur Marktorders raus, während du auf dem Leader weiter mit Limit- und Stop-Orders arbeiten kannst. Der Grund ist eine technische Grenze, die ich weiter unten im Abschnitt zur Geschwindigkeit erkläre.

Welche Plattformen und Prop-Firmen unterstützt Tradesyncer?

Auf der Plattformseite nennt der Anbieter zwölf Anbindungen: Tradovate, Rithmic, NinjaTrader, TradingView, Quantower, ATAS, Sierra Chart, dxFeed, Tradesea, DeepChart, CQG Data Factory und Volumetrica. Hyperprop ist als „bald verfügbar“ markiert. ProjectX, die Technik hinter TopstepX, steht auf der Startseite und im Hilfe-Center.

Tradesyncer unterstützte Plattformen: Tradovate, Rithmic und NinjaTrader
Die Plattformseite von Tradesyncer mit den ersten Anbindungen. Screenshot vom 19. September 2026.

Der Screenshot oben zeigt den Aufbau der Plattformseite: Ganz oben steht Hyperprop mit dem Vermerk „Soon“, darunter folgen die drei wichtigsten Anbindungen Tradovate, Rithmic und NinjaTrader.

Bei den Prop-Firmen führt die Übersicht zwölf Namen auf, darunter Apex, Topstep, My Funded Futures, Tradeify, Take Profit Trader, FundedNext und Lucid Trading. Wie viele es insgesamt sind, beantwortet der Anbieter auf drei Seiten dreimal anders: Die Startseite nennt „18+“, die Preisseite „30+“ und die Prop-Firm-Seite „50+“. Für dich zählt deshalb nur die Frage, ob deine Firma in der Liste steht.

Welche Kontrakte kopiert werden

Das Hilfe-Center listet 38 Futures-Kontrakte auf, verteilt auf sechs Anlageklassen. Dabei sind die gängigen Index-Futures wie der E-mini S&P 500 und ihre Micro-Varianten. Der Anbieter hat die Auswahl nach eigener Aussage an den Produkten ausgerichtet, die die meisten Prop-Firmen erlauben.

AnlageklasseBeispieleKontrakte
AktienindizesES, NQ, YM, RTY, MES, MNQ9
Währungen6E, 6B, 6J, M6E9
AgrarZC, ZW, ZS, LE, HE7
EnergieCL, NG, MCL, QM7
MetalleGC, SI, HG, MGC5
KryptoMBT (Micro Bitcoin)1

Was Tradesyncer nicht kopiert

Die ehrlichste Seite des Hilfe-Centers heißt „Known limitations“. Dort steht, was der Copier nicht kann. Nicht unterstützt werden Stop-Limit-Orders, automatische Trailing Stops und die erweiterten ATM-Strategien mit mehreren Zielen, Auto-Breakeven und Auto-Trail. Normale Stop-Orders für den Stop-Loss funktionieren. Ziehst du den Stop von Hand nach, wird das ebenfalls kopiert.

Zwei weitere Grenzen betreffen bestimmte Konstellationen: Ein Live-Konto bei ProjectX kann derzeit kein Leader sein, und den offenen Gewinn oder Verlust zeigt Tradesyncer nur für sieben Märkte und deren Micros an: NQ, ES, CL, GC, SI, YM und RTY. Die vollständige Liste steht in den bekannten Einschränkungen des Anbieters.

Was kostet Tradesyncer?

Tradesyncer bietet drei Tarife, die sich nur in der Zahl der Verbindungen und Konten unterscheiden. Kopieren, Journal und Risikoregeln sind in allen dreien enthalten. Die Preise habe ich am 19. September 2026 auf der Preisseite abgelesen, im Monats- und im Jahresmodus.

TarifKontenJahres­aboMonats­abo
Basic2 × 10$34$49
Pro4 × 20$69$99
Flex120+$104$149

Lies die Kontenspalte so: Basic erlaubt zwei Verbindungen mit je zehn Konten, Pro vier mit je 20. Flex hat unbegrenzt viele Verbindungen und startet mit 120 Konten, die sich aufstocken lassen. Beide Preisspalten sind Monatspreise, beim Jahresabo zahlst du laut Umschalter „Pay yearly“ einmal im Jahr.

Tradesyncer Preise: Tarife Basic, Pro und Flex im Monatsabo
Die Preisseite von Tradesyncer im Monatsmodus. Screenshot vom 19. September 2026.

Im Bild siehst du die drei Tarifkarten im Monatsmodus. Schaltest du auf „Pay yearly“ um, zeigt die Seite eine Ersparnis von $176 im Jahr beim Basic-Tarif. Rechnerisch ergibt das einen Jahresbetrag von rund $412.

Testphase und Abrechnung

Die siebentägige Testphase ist nicht ganz kostenlos zu haben: Du musst eine Karte hinterlegen, und ohne Kündigung geht der Test automatisch in ein Abo über. Wann genau, beschreibt der Anbieter uneinheitlich. Die Preisseite spricht vom achten Tag, die Seiten zum Copier vom siebten, die Geschäftsbedingungen von 168 Stunden. Rechne mit dem früheren Termin.

Abgerechnet wird laut § 4.1 der Geschäftsbedingungen in 30-Tage-Zyklen, nicht pro Kalendermonat. Ein Jahresabo erwähnen die Bedingungen nicht. Wichtiger ist § 4.5: Zahlungen sind endgültig. Eine Erstattung gibt es nur im Einzelfall und nach Ermessen des Anbieters, und dann zieht Tradesyncer 20 % Bearbeitungsgebühr ab. Kündigst du, läuft der bezahlte Zeitraum bis zum Ende weiter.

Ein Wechsel in einen größeren Tarif ist jederzeit möglich und wird anteilig berechnet. Bei den negativen Trustpilot-Bewertungen tauchen Abbuchungen nach dem Test mehrfach auf. Setz dir deshalb am ersten Testtag eine Erinnerung, wenn du nur ausprobieren willst.

FinMent Börsenwebinar

Wie schnell kopiert Tradesyncer wirklich?

Bei der Geschwindigkeit nennt der Anbieter drei verschiedene Werte: Das Hilfe-Center spricht von 20 bis 40 Millisekunden im Schnitt, die Startseite von rund 50 Millisekunden und die Copier-Seite von „unter 50 Millisekunden“.

Hilfreich ist die Messdefinition auf der Compliance-Seite. Gemessen wird demnach vom bestätigten Fill auf dem Leader bis zum Fill auf dem Follower, über echte Nutzertrades gemittelt. Der Anbieter schreibt selbst dazu, dass die Zeit je nach Broker, Kontrakt und Netz schwankt. Ein Durchschnitt sagt nichts darüber, was in der Sekunde nach einer Notenbankentscheidung passiert, wenn alle gleichzeitig ordern. Was dabei an Kursabweichung entstehen kann, erklärt der Artikel zu Slippage.

Die Tradovate-Grenze: 5.000 Anfragen pro Stunde

Die größte technische Bremse sitzt nicht bei Tradesyncer, sondern bei Tradovate. Laut Hilfe-Center erlaubt die Schnittstelle 5.000 Anfragen pro Stunde. Jede Order, jede Änderung und jede Stornierung zählt, und zwar für jedes Konto einzeln. Wer einen Stop auf einem Leader mit 20 Followern verschiebt, verbraucht auf einen Schlag 20 Anfragen.

Ist die Grenze erreicht, nimmt Tradovate keine Befehle mehr an: Orders gehen nicht raus, Positionen hängen, Stops lassen sich nicht ändern. Bei zu vielen Neuverbindungen kann Tradovate das Konto zusätzlich mit einer Sperrfrist belegen, dem sogenannten P-Ticket. Wer viel mit Limit-Orders und nachgezogenen Stops arbeitet, sollte deshalb den Modus Market Execution Only einschalten und die Zahl der Konten pro Verbindung klein halten.

Risikomanagement, Journal und Prop-Firm-Tracker

Die Risikoregeln sind das zweite Standbein der Plattform. Du legst pro Konto ein tägliches Verlustlimit und ein tägliches Gewinnziel fest. Beide rechnen mit dem Nettoergebnis inklusive offener Positionen und Gebühren, und der Handelstag beginnt jeweils um 18 Uhr New Yorker Zeit. Wird eine Grenze erreicht, schließt Tradesyncer alle Positionen und storniert alle Orders.

Ein wichtiger Satz steht im Kleingedruckten: Die Sperre gilt nur innerhalb von Tradesyncer. Du kannst das Konto weiterhin direkt über Tradovate oder deine Plattform handeln. Das Verlustlimit ist also eine Disziplinhilfe, keine harte Grenze beim Broker. Außerdem sperrt ein erreichtes Limit das Konto nicht automatisch, die Sperre musst du getrennt einstellen. Grundlagen dazu findest du im Artikel zum Money Management.

Das Journal übernimmt jeden kopierten Trade automatisch, mit Kennzahlen, Strategie-Tags und Notizen. Für Trader, die sonst ein eigenes Werkzeug wie TradeZella bezahlen, ist das ein echter Zusatznutzen. Einen Vergleich spezialisierter Journale findest du unter Trading-Journal. Der Prop-Firm-Tracker rechnet Prüfungs-, Reset- und Aktivierungsgebühren gegen die Auszahlungen und zeigt so, was nach Abzug aller Gebühren übrig bleibt.

Eine native App gibt es noch nicht. Die Seite zur mobilen Nutzung nennt die Weboberfläche im Smartphone-Browser als aktuellen Weg, iOS- und Android-Apps sind als „coming soon“ angekündigt. Im deutschen App Store fand eine Suche nach „Tradesyncer“ am 19. September 2026 keine Anwendung des Anbieters.

Trading-Grundlagenkurs mit über 25 Videos, kostenlos anmelden
Trading-Grundlagenkurs mit über 25 Videos, kostenlos anmelden

Erlauben Prop-Firmen den Einsatz von Tradesyncer?

Auf der Preisseite schreibt der Anbieter, Tradesyncer sei bei allen großen Firmen erlaubt. Das ist eine Werbeaussage, und sie ist zu pauschal. Die Regelwerke der Firmen erlauben das Kopieren zwischen eigenen Konten meist, knüpfen es aber an Bedingungen. Zwei Beispiele aus den Hilfe-Centern der Firmen, Stand 19. September 2026:

  • Apex Trader Funding verbietet in den verbotenen Aktivitäten ausdrücklich das Kopieren von Trades mit anderen Tradern. Die Folge sind Kontoschließung und Verlust der Gewinne. Zwischen eigenen Konten ist Kopieren erlaubt, alle Konten müssen aber in dieselbe Richtung handeln.
  • Topstep bietet in TopstepX einen eigenen Copier an. Laut Topstep-Hilfe gilt er für Trading Combine und Express Funded Account, nicht aber für Live Funded Accounts. Werkzeuge von Drittanbietern nutzt du dort auf eigenes Risiko.

Tradesyncer selbst zieht eine eigene Linie. Seit einer Mitteilung an die Prop-Firm-Branche erlaubt die Plattform nur noch eine Verbindung pro Anbieter und Prop-Firma. Wer also mehrere Zugänge bei derselben Firma über denselben Broker verbinden will, wird abgewiesen, weil das auf Konten mehrerer Personen hindeutet. Die Geschäftsbedingungen verbieten in § 5.2 und § 5.3 außerdem, Konten anderer Personen zu handeln.

Die Verantwortung bleibt immer bei dir. My Funded Futures etwa erlaubt Copier grundsätzlich, übernimmt aber keine Haftung für Schäden daraus und leistet dafür keinen Support. Lies vor dem ersten gekoppelten Trade die aktuellen Regeln deiner Firma. Einen Überblick über Modelle und Anbieter findest du im Ratgeber zum Prop Trading.

Ist Tradesyncer seriös? Wer steckt dahinter?

Hinter der Marke steht die Tradesyncer B.V., eine niederländische Gesellschaft mit beschränkter Haftung, vergleichbar mit einer deutschen GmbH. Mehr zur Rechtsform erklärt der Eintrag zur Besloten vennootschap. Sitz ist laut Geschäftsbedingungen und Trustpilot-Profil der Cruquiusweg 110B in Amsterdam. Im niederländischen Handelsregister ist die Firma unter der KVK-Nummer 95445110 geführt.

Als Gründer nennt das Hilfe-Center vier Personen: Ivan, Rodin, Eduard und Rachmat. Eduard Driessen schreibt die Unternehmensmitteilungen im Blog, laut einem dieser Beiträge sind Ivan COO, Rodin Produktchef und Rachmat CTO. Die Idee kam nach Angaben des Anbieters von Ivan, der selbst mehrere Futures-Konten handelte und mit den vorhandenen Copiern unzufrieden war.

Was die Geschäftsbedingungen verraten

Die Geschäftsbedingungen beginnen mit einem bemerkenswerten Hinweis: Tradesyncer werde als offene Beta in fortgeschrittenem Stadium angeboten, mit gelegentlichen Fehlern, Ausfällen oder unerwartetem Verhalten. Die Software wird „wie besehen“ geliefert. Nach § 5.1 haftet Tradesyncer für Verluste durch den Copier höchstens mit dem Betrag einer Monatsgebühr. Der Anbieter empfiehlt ausdrücklich, den Copier mit einem kleinen Testtrade zu prüfen.

Wichtig für die Einordnung: Tradesyncer ist kein Finanzdienstleister. Die Compliance-Seite stellt klar, dass das Unternehmen keine Kundengelder verwahrt, keine Orders auf eigene Rechnung weiterleitet und keine Signale gibt. Es ist nach eigener Angabe weder bei der US-Aufsicht CFTC noch bei der niederländischen AFM registriert. Das ist für eine reine Software normal, heißt aber auch: Im Streitfall hilft dir keine Finanzaufsicht.

Insgesamt wirkt Tradesyncer wie ein echtes, junges Softwareunternehmen mit erreichbarem Team, eingetragener Gesellschaft und offen dokumentierten Grenzen. Unseriös im Sinne von Abzocke ist das nicht. Das Risiko liegt woanders: Du vertraust einer Beta-Software Konten an, deren Verlust dich weit mehr kostet als die Monatsgebühr, die im Schadensfall maximal erstattet wird.

Forex Signale von Profi-Trader Karsten Kagels, 14 Tage testen
forex signale karsten mb

Tradesyncer Erfahrungen: Was Nutzer auf Trustpilot berichten

Auf Trustpilot steht Tradesyncer am 19. September 2026 bei 4,4 aus 625 Bewertungen. 536 davon stammen aus den letzten zwölf Monaten, das Profil ist also aktuell. Das Unternehmen lädt Kunden aktiv zu Bewertungen ein, was hohe Schnitte begünstigt.

SterneBewertungenAnteil
5 Sterne47476 %
4 Sterne437 %
3 Sterne122 %
2 Sterne132 %
1 Stern8313 %

Die Verteilung ist auffällig zweigeteilt: Die Mitte fehlt fast völlig. Wer zufrieden ist, lobt vor allem die schnelle Einrichtung und den Support. Wer unzufrieden ist, beschreibt fast immer ein konkretes Ereignis, bei dem Geld verloren ging.

Die wiederkehrenden Vorwürfe

Ich habe die neuesten Ein-, Zwei- und Drei-Sterne-Bewertungen gelesen. Vier Themen kehren immer wieder: Trades werden auf einzelnen Followern nicht kopiert, ohne dass eine Warnung kommt. Verbindungen brechen mitten im Trade ab. Beim Ausstieg des Leaders eröffnen Follower in Einzelfällen eine Gegenposition. Und nach dem Test wurde abgebucht, eine Erstattung gab es nicht.

Eine Bewertung aus Deutschland vom Juli 2026 beschreibt, die Software habe beim Auslösen von Stop oder Ziel auf allen Konten einen Trade in die Gegenrichtung eröffnet, der Support habe das Geld aber zurückgezahlt. Eine Bewertung aus Tschechien berichtet, der Copier habe in einer Testwoche zweimal einen Trade nicht übernommen. Mehrere Stimmen nennen außerdem den Preis als zu hoch im Vergleich zu anderen Copiern.

Der Streit mit Trustpilot

Im Firmenprofil steht ein ungewöhnlicher Text des Unternehmens: Trustpilot habe das Profil zu Unrecht markiert, alle Bewertungen stammten echt aus der Discord-Community, und man habe rechtliche Schritte eingeleitet. Eine aktive Verbraucherwarnung zeigte das Profil am 19. September 2026 nicht an. Außerdem beantwortet Tradesyncer laut Profil nur 15 % der negativen Bewertungen, die letzte Antwort auf eine negative Stimme stammt vom Dezember 2025.

Vorteile und Nachteile von Tradesyncer

Tradesyncer löst ein echtes Problem, aber nicht fehlerfrei. Die Stärken liegen im Funktionsumfang und in der Cloud-Lösung, die Schwächen in der Zuverlässigkeit unter Last und in harten Vertragsbedingungen.

Vorteile von Tradesyncer

  • Läuft in der Cloud: Keine Installation, kein VPS, der Copier arbeitet weiter, wenn dein Rechner aus ist.
  • Breite Anbindung: Tradovate, Rithmic, NinjaTrader, TradingView, ProjectX und weitere Plattformen lassen sich mischen.
  • Größe pro Konto: Jeder Follower bekommt eine eigene Positionsgröße, auch abhängig vom Kontostand.
  • Follower Protection: Schließt Restpositionen auf Followern, wenn der Leader flach ist.
  • Alles in einem: Journal, Verlustlimits und Gebühren-Tracker sind in jedem Tarif enthalten.
  • Offene Grenzen: Das Hilfe-Center listet ausdrücklich, welche Ordertypen nicht kopiert werden.

Nachteile von Tradesyncer

  • Offiziell Beta: Die Geschäftsbedingungen sprechen von möglichen Fehlern und Ausfällen.
  • Haftung gedeckelt: Für Copier-Verluste haftet der Anbieter höchstens mit einer Monatsgebühr.
  • Keine Erstattung: Zahlungen sind endgültig, Kulanz nur mit 20 % Abzug.
  • Wiederkehrende Kopierfehler: 13 % Ein-Stern-Bewertungen, meist wegen nicht oder falsch kopierter Trades.
  • Tradovate-Limit: Viele Konten an einer Verbindung stoßen an die Grenze von 5.000 Anfragen pro Stunde.
  • Lücken bei Ordertypen: Keine Stop-Limit-Orders, keine automatischen Trailing Stops.
  • Nur Englisch: Oberfläche, Hilfe und Support gibt es nicht auf Deutsch.

Alternativen zu Tradesyncer

Bevor du ein Abo abschließt, lohnt der Blick auf die eingebauten Copier der Plattformen. Tradovate hat mit Group Trade eine einfache Kopierfunktion an Bord. Laut Apex-Anleitung ist sie für Apex-Kunden mit mehr als einem Tradovate-Konto automatisch aktiv. Sie hat aber zwei Haken: keine Bracket-Orders und keine Nutzung aus TradingView heraus.

Topstep-Kunden bekommen mit dem Copier in TopstepX eine kostenlose Lösung innerhalb der Plattform, allerdings nur für Combine- und Express-Konten. Wer mit NinjaTrader arbeitet, kann auf Add-ons zurückgreifen, die lokal auf dem Rechner laufen statt in der Cloud.

Unter den Cloud-Diensten tauchen in derselben Suche vor allem Tradecopia und Traders Connect auf. Für MetaTrader- und cTrader-Konten, also die Forex- und CFD-Welt, sind dagegen Dienste wie der Forex Copier gebaut. Eine Übersicht über beide Welten und die Unterschiede zum Copy Trading steht im Ratgeber zum Trade Copier.

Für wen eignet sich Tradesyncer?

Tradesyncer passt zu dir, wenn du mehrere Futures-Prop-Konten auf deinen Namen führst, bei mehr als einer Firma oder Plattform handelst und die Konten mit unterschiedlichen Größen bedienen willst. Dann sparen dir die Cloud-Lösung und die Größensteuerung pro Konto spürbar Arbeit.

Weniger geeignet ist das Werkzeug, wenn du nur bei einer Firma mit Tradovate handelst und mit Marktorders auskommst. Dann reicht oft Group Trade. Auch für Trader, die viele Orders pro Minute ändern, ist Vorsicht angebracht, weil die API-Grenze der Broker schneller erreicht ist als gedacht.

Für alle gilt: Ein Copier ersetzt keine Aufsicht. Nutzer, die ihre Konten gerettet haben, beschreiben fast immer denselben Handgriff: Sie haben nach jedem Einstieg und Ausstieg alle Follower kontrolliert.

Fazit: Tradesyncer spart Arbeit, aber nicht die Kontrolle

Tradesyncer ist ein ernsthaftes Produkt für ein echtes Problem. Wer zehn oder zwanzig Prop-Konten führt, kann sie ohne Copier kaum sauber handeln. Die Cloud-Lösung, die Größe pro Konto und das eingebaute Journal sind in dieser Kombination selten.

Die Kehrseite steht in den eigenen Geschäftsbedingungen: offene Beta, Haftung bis zu einer Monatsgebühr, keine Erstattung. Die Trustpilot-Kritik zeigt, was das praktisch heißt. Wenn der Copier einen Ausstieg verpasst, zahlst du den Schaden, nicht der Anbieter.

Mein Rat: Nutze die Testwoche mit Mikro-Kontrakten und wenigen Konten, prüfe nach jedem Trade alle Follower und lies vorher die Copier-Regeln deiner Prop-Firma. Erst wenn das über mehrere Tage und auch in einer volatilen Phase sauber läuft, würde ich größere Konten anhängen.

Häufige Fragen zu Tradesyncer

Was kostet Tradesyncer im Monat?

$49, $99 oder $149. Der Basic-Tarif umfasst zwei Verbindungen mit je zehn Konten, Pro vier Verbindungen mit je 20 Konten und Flex unbegrenzte Verbindungen mit 120 Konten. Im Jahresabo sinkt der Monatspreis auf $34, $69 oder $104.

Gibt es Tradesyncer kostenlos?

Nein, es gibt nur eine siebentägige Testphase. Dafür musst du eine Karte hinterlegen. Kündigst du nicht rechtzeitig, beginnt automatisch das gewählte Abo. Eine dauerhaft kostenlose Version bietet der Anbieter nicht an.

Wie schnell kopiert Tradesyncer die Trades?

Laut Anbieter im Schnitt 20 bis 50 Millisekunden. Gemessen wird vom Fill auf dem Leader bis zum Fill auf dem Follower. Die tatsächliche Zeit hängt von Broker, Kontrakt und Marktlage ab und kann in hektischen Phasen deutlich länger sein.

Erlauben Apex und Topstep den Einsatz von Tradesyncer?

Zwischen eigenen Konten ja, mit Einschränkungen. Apex erlaubt Kopieren zwischen eigenen Konten in dieselbe Richtung, verbietet es aber mit anderen Tradern. Topstep erlaubt seinen eigenen Copier nur für Combine- und Express-Konten, Drittanbieter laufen auf eigenes Risiko.

Gibt es eine Tradesyncer App?

Noch nicht. Tradesyncer läuft im Browser, auch auf dem Smartphone. Native Apps für iOS und Android sind angekündigt. Im deutschen App Store war am 19. September 2026 keine Anwendung des Anbieters zu finden.

Bekomme ich bei Tradesyncer mein Geld zurück?

In der Regel nicht. Laut Geschäftsbedingungen sind Zahlungen endgültig. Nach einer Kündigung läuft der bezahlte Zeitraum bis zum Ende weiter. Erstattungen gibt es nur ausnahmsweise und dann abzüglich 20 % Bearbeitungsgebühr.

Wer steckt hinter Tradesyncer?

Die Tradesyncer B.V. aus Amsterdam. Gegründet wurde das Unternehmen laut eigener Angabe von Ivan, Rodin, Eduard und Rachmat. Es ist eine reine Softwarefirma und nicht bei einer Finanzaufsicht registriert.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH sowie Betreiber von kagels-trading.de. Als diskretionärer Price-Action-Trader ist er seit 1980 an den Märkten aktiv und handelt Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte.

In den späten 1980er-Jahren übersetzte Karsten die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre war er Joe Ross Repräsentant in Deutschland und übersetzte sowie veröffentlichte dessen Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Diesen Bericht hat er aus der Sicht eines Traders mit mehreren Jahrzehnten Futures-Erfahrung geschrieben, der ein Werkzeug auf Vertragsbedingungen, dokumentierte Grenzen und Nutzerberichte prüft. Er setzt Tradesyncer selbst nicht ein. Diese Außensicht soll helfen, das Angebot jenseits der Werbeversprechen einzuordnen.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

Kagels Trading GmbH 267 Bewertungen auf ProvenExpert.com