Norman Welz: Trading Psychologie

Zuletzt aktualisiert: 06. September 2026

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17 Min

Christian Möhrer

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Kaum ein deutschsprachiges Trading-Buch wird so oft empfohlen wie „Tradingpsychologie – So denken und handeln die Profis“ von Norman Welz. 256 Seiten, erschienen 2012, inzwischen in der 16. Auflage. Der Grund für diese Langlebigkeit ist unbequem: Die Fehler, die das Buch beschreibt, macht jede neue Trader-Generation wieder von vorn.

Wer das Buch kauft, sucht meistens eine Abkürzung. Die liefert Welz ausdrücklich nicht. In diesem Artikel steht, was auf den 256 Seiten wirklich passiert, was das Buch heute kostet, ob es ein legales PDF gibt, wie das Hörbuch abschneidet und für wen sich der Kauf nicht lohnt. Dazu, was Norman Welz heute anbietet. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Norman Welz und die Tradingpsychologie:
das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Das Standardwerk zur Trading-Psychologie: „Tradingpsychologie – So denken und handeln die Profis“ erschien im Oktober 2012 im FinanzBuch Verlag und liegt heute in der 16. Auflage vor.
  • 34,99 Euro für das Hardcover: Das Hörbuch kostet bei Audible 18,94 Euro, gebraucht startet die gebundene Ausgabe bei rund 26,69 Euro.
  • Ein kostenloses Komplett-PDF gibt es nicht: Der Verlag stellt eine Leseprobe und das Inhaltsverzeichnis als PDF bereit. Alles darüber hinaus sind ungenehmigte Kopien.
  • Der Autor ist heute selbstständiger Coach: Norman Welz war Tradingpsychologe im Team von GodmodeTrader. Heute läuft sein Geschäft über die Marke bettermind in Hamburg.
  • Kein Buch über Charts, Setups oder Strategien: Es geht um Angst, Disziplin und die eigene Persönlichkeit. Wer eine Handelsmethode sucht, greift daneben.

Was ist „Tradingpsychologie – So denken und handeln die Profis“?

„Tradingpsychologie – So denken und handeln die Profis“ ist ein Sachbuch des deutschen Finanzpsychologen Norman Welz. Es erklärt auf 256 Seiten, warum Trader gegen ihre eigenen Regeln handeln, und zeigt anhand von Coaching-Beispielen, wie sich Angst, Stress und Disziplinlosigkeit am Markt bearbeiten lassen. Das Buch erschien 2012 im FinanzBuch Verlag und gilt im deutschsprachigen Raum als Standardwerk zum Thema.

Norman Welz Trading Psychologie, Buchcover der gebundenen Ausgabe des FinanzBuch Verlags
Norman Welz: Tradingpsychologie, gebundene Ausgabe des FinanzBuch Verlags

Der Titel führt viele Käufer in die Irre. Es ist kein Buch über die Psychologie der Märkte. Massenverhalten, Sentiment und Behavioral Finance im Sinne von Marktanalyse spielen nur am Rand eine Rolle. Welz schreibt über den einzelnen Menschen vor dem Bildschirm und darüber, was dessen Vorgeschichte mit seinem Konto macht.

Der Aufbau folgt dieser Idee. Neun Hauptkapitel arbeiten sich von der Herkunft des Verhaltens zur konkreten Gegenmaßnahme vor, unterteilt in viele kurze Unterkapitel. Jedes davon endet mit einem Kasten unter der Überschrift „So denken und handeln die Profis“. Diese Kästen sind der eigentliche Arbeitsteil des Buches, und sie erklären auch, warum es viele Leser mehrfach zur Hand nehmen.

Ein Hinweis zur Erwartungshaltung gehört an den Anfang. Welz verkauft keine Methode und verspricht keine Renditen. Wer eine Handelsstrategie oder ein Regelwerk für den Einstieg sucht, findet hier nichts davon. Das Buch setzt voraus, dass du bereits handelst und dabei ein Muster an dir beobachtet hast, das dich stört.

Norman Welz: wer hinter dem Buch steht

Norman Welz ist ein deutscher Finanzpsychologe, Mentaltrainer und Trader aus Hamburg. Er arbeitet seit über 20 Jahren als Coach für Tradingpsychologie, war Tradingpsychologe im Team von GodmodeTrader und betreibt heute die Coaching-Marke bettermind. Sein Buch „Tradingpsychologie“ ist das meistverkaufte deutschsprachige Werk zu diesem Thema.

Welz kommt nicht aus der Chartanalyse, sondern aus der Therapie. Nach eigener Angabe stehen über 21.000 Therapie- und Coachingstunden hinter seiner Arbeit, und dieser Hintergrund ist im Buch auf jeder Seite spürbar. Er beschreibt Prägungen aus Kindheit und Berufsleben, nicht Indikatoren. Das ist ungewöhnlich für ein Trading-Buch und der Grund, warum es sich von der übrigen Trading-Literatur deutlich abhebt.

Bekannt wurde er über das Portal GodmodeTrader, das heute unter dem Namen stock3 firmiert. Dort veröffentlichte er zwischen 2012 und 2020 Beiträge zur Tradingpsychologie und trat als Coach in Trading-Wettbewerben des Portals auf, gemeinsam mit Analysten wie Harald Weygand und Thomas May. Diese Zeit prägt bis heute die Kurzbiografie in vielen Buchhandels-Datenbanken.

Sein heutiges Geschäft läuft eigenständig. Im Impressum seiner Website steht ein Einzelunternehmen unter der Marke „bettermind Norman Welz“ mit Sitz in Hamburg, Inhaber ist Andreas Norman Welz. Es gibt keine GmbH und keinen Handelsregistereintrag dahinter. Wer bei ihm kauft, schließt den Vertrag mit einer natürlichen Person.

Welche Ausgabe du kaufen solltest: Preise, Hörbuch und die PDF-Frage

Das Buch gibt es in drei sinnvollen Varianten, und sie unterscheiden sich stärker, als der Preis vermuten lässt. Die Tabelle zeigt den Stand vom 22. August 2026, jeweils aus der Primärquelle des Anbieters. Beim Verlag selbst ist ausschließlich die gebundene Ausgabe gelistet.

Tradingpsychologie von Norman Welz, Produktseite des FinanzBuch Verlags mit Preis 34,99 Euro und ISBN
Der Verlag führt ausschließlich das Hardcover. Stand: 22. August 2026.
Hardcover34,99 Euro, 256 Seiten, FinanzBuch Verlag
Hörbuch18,94 Euro bei Audible, 10 Stunden 41 Minuten, gelesen von Benedikt Paulun
Gebrauchtab rund 26,69 Euro
KostenlosLeseprobe und Inhaltsverzeichnis als PDF beim Verlag
ISBN978-3-89879-700-9
Bewertungen4,7 von 5 bei 827 Amazon-Rezensionen, 4,8 von 5 bei 370 Audible-Bewertungen

Zur meistgestellten Frage rund um dieses Buch. Ein vollständiges, kostenloses PDF existiert auf legalem Weg nicht. Was der Verlag anbietet, sind zwei einzelne Dateien: eine Leseprobe und das komplette Inhaltsverzeichnis. Gerade das Inhaltsverzeichnis lohnt den Blick vor dem Kauf, weil es die neun Kapitelblöcke vollständig auflistet. Wer auf Dokumenten-Portalen ganze Scans findet, sieht ungenehmigte Kopien.

Das Hörbuch ist die Überraschung in dieser Aufstellung. Es kostet gut die Hälfte und schneidet bei den Bewertungen sogar minimal besser ab. Der Grund liegt im Stoff: Welz argumentiert sprachlich, nicht über Grafiken. Es gibt kaum Charts und keine Formationen, die man sehen müsste. Damit funktioniert der Text im Ohr besser als die meiste andere Trading-Literatur, was auch unsere Übersicht der Hörbücher für Trader zeigt.

Beim Gebrauchtkauf lohnt der Preisvergleich kaum. Rund acht Euro Ersparnis gegenüber dem Neupreis sind wenig für ein Buch, in das du hineinschreiben willst. Und das solltest du: Die Profi-Kästen am Ende der Unterkapitel taugen als Arbeitsraster, wenn du eigene Notizen danebenstellst.

So liest sich das Buch: Stil, Aufbau und die Profi-Kästen

Die ausführliche Kapitel-Rezension in diesem Artikel stammt von Stefan Lenhart, der seit über 20 Jahren im Wertpapierbereich arbeitet und das Buch mehrfach durchgearbeitet hat. Seine Einschätzung steht in den folgenden Abschnitten, die Einordnung in den Markt und die Prüfung der Angaben kommen von der Redaktion.

Sprachlich ist das Buch einfacher, als das Thema erwarten lässt. Welz schreibt verständlich und ohne psychologisches Fachvokabular, setzt aber voraus, dass du selbst am Markt aktiv bist. Ohne eigene Verlusterfahrung bleiben viele Beispiele abstrakt. Mit dieser Erfahrung treffen sie unangenehm genau.

Der eigentliche Nutzwert steckt in der Struktur. Jedes Unterkapitel schließt mit einer Zusammenfassung unter dem Titel „So denken und handeln die Profis“. Wer das Buch ein zweites Mal liest, arbeitet oft nur noch mit diesen Kästen und ruft sich damit den ganzen Abschnitt zurück. Das spart Zeit und macht aus dem Buch ein Arbeitsmittel statt einer einmaligen Lektüre.

Was den Ton trägt, ist die Herkunft der Beispiele. Man merkt dem Text an, dass der Autor die beschriebenen Situationen aus echten Coachings kennt und nicht aus der Literatur. Er stellt die Warum-Frage konsequent: Warum reagieren wir in einer bestimmten Marktsituation immer gleich, obwohl wir es besser wissen? Genau diese Frage lässt die meisten anderen Bücher zum Thema aus.

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Der Inhalt: was in den 256 Seiten steht

Vier Themen tragen das Buch, und sie bauen aufeinander auf. Erst die Herkunft des Verhaltens, dann die Emotion, dann die Kontrolle, zuletzt die Disziplin. Wer die Reihenfolge umdreht und gleich bei den Regeln anfängt, versteht nicht, warum er sie bricht.

Die individuelle Trading-Persönlichkeit

Der Ausgangspunkt ist simpel und wird trotzdem meistens übersehen. Jeder Mensch bringt eine eigene Vorgeschichte an den Markt mit, und die entscheidet mit, wie er handelt. Wir handeln nicht gegen den Markt und nicht gegen andere Teilnehmer. Wir handeln gegen uns selbst, jeder mit seinem eigenen Setup, seinem Risikomanagement und seinen Emotionen.

Welz arbeitet dafür mit Fragen an die eigene Prägung. Wie wurde ich erzogen, welche Glaubenssätze über Geld habe ich übernommen, wie reagiere ich unter Stress? Das klingt nach Ratgeber-Ware, führt aber zu einem konkreten Punkt: Unsere Erziehung belohnt Perfektionismus, Fleiß und Fehlervermeidung.

Genau diese Eigenschaften sind am Markt hinderlich. Im Beruf bringt mehr Arbeit mehr Ergebnis, beim Trading führt mehr Arbeit oft zu mehr Trades und weniger Kapital. Niemand sagt seinem Vorgesetzten, dass er heute fünf Prozent der Firma verliert. Am Markt gehört genau das dazu. Verlieren ist Teil des Geschäfts, und wer das nicht akzeptiert hat, wird es sich über die Positionsgröße oder den gelöschten Stopp zurückholen wollen.

Wir haben uns bewusst oder unbewusst Eigenschaften über die Jahre angeeignet, die uns beim Traden bremsen. Wir haben gelernt Ängste zu meiden, Emotionen freien Lauf zu lassen. Nur beim Trading muss man umdenken.

Norman Welz in „Tradingpsychologie“

Emotionen beim Trading und die Rolle der Angst

Das zentrale Thema des Buches ist die Angst. Welz zerlegt sie in ihre Erscheinungsformen, statt sie als ein Gefühl zu behandeln, und das ist der praktischste Teil des ganzen Buches. Denn jede Form erzeugt ein anderes Fehlverhalten und braucht eine andere Gegenmaßnahme.

  • Angst vor dem Verlust: führt dazu, dass Positionen zu früh geschlossen oder Stopps gar nicht erst gesetzt werden.
  • Angst, etwas zu verpassen: erzeugt Einstiege ohne Signal und ist die häufigste Ursache für Übertrading.
  • Angst vor der falschen Entscheidung: lähmt vor dem Einstieg und sorgt dafür, dass das eigene Setup nicht gehandelt wird.
  • Angst vor dem Gewinn: klingt paradox und ist real. Sie beendet Trades im Plus, bevor das Ziel erreicht ist, statt Gewinne laufen zu lassen.
  • Angst vor zu wenig Information: führt zu immer mehr Indikatoren, immer mehr Quellen und am Ende zu keiner Entscheidung.

Die Wurzel liegt laut Welz selten am Markt. Wer als Kind gelernt hat, dass ein Fehler ihn zum Versager macht, wird als Trader jeden Verlust so verarbeiten. Der ausgestoppte Trade ist dann keine Statistik, sondern eine Bewertung der eigenen Person. Deshalb funktionieren gute Vorsätze an dieser Stelle nicht.

Wie sich diese Emotionen kontrollieren lassen

Hier wird das Buch ehrlich und dadurch unbequem. Welz verspricht keine Technik, die Angst abschaltet. Sein Ansatz besteht darin, die eigene Angst genau zu benennen und das Handelssystem dann so anzupassen, dass man mit ihr leben kann. Wer Verluste schlecht erträgt, senkt das Risiko pro Trade, statt sich Härte einzureden.

Das ist der Punkt, an dem viele Leser aussteigen. An der eigenen Persönlichkeit zu arbeiten ist mühsam und dauert länger als jedes Chartseminar. Wer sich für Trading als Beruf entscheidet, kommt daran trotzdem nicht vorbei. Das Unterbewusstsein beschreibt Welz als Muskel, der trainiert werden muss, nicht als Schalter.

Disziplin als Kern des Ganzen

Der letzte Block fasst zusammen, worauf alles hinausläuft. Welz macht daraus keine Willensfrage, sondern eine Liste von Bereichen, in denen sich Disziplin konkret zeigt. Das ist der Teil, mit dem sich am direktesten arbeiten lässt, und er deckt sich mit unseren eigenen Tipps zur Trading-Disziplin.

  • Ziele klären: Hobby oder Beruf. Von der Antwort hängt ab, wie viel Zeit und Kapital sinnvoll sind.
  • Auf ein bis zwei Setups beschränken: Mehr Setups bedeuten mehr Entscheidungen und mehr Fehlerquellen, nicht mehr Chancen.
  • Nach Plan handeln: Keine spontane Erhöhung der Positionsgröße nach Verlusten und kein gelöschter Stop-Loss.
  • Ein Journal führen: Das Trading-Journal ist die einzige Selbstkontrolle, die im Nachhinein noch objektiv ist.
  • Handelszeiten begrenzen: Feste Zeiten sind die wirksamste Bremse gegen Übertrading.
  • Körperliche Grundlagen ernst nehmen: Ernährung, Pausen und Bewegung wirken auf die Entscheidungsqualität, weil das Gehirn einen großen Teil der Energie verbraucht.
  • Beim eigenen Weg bleiben: Der Wechsel von Guru zu Guru und von Setup zu Setup erzeugt Stress und kostet Geld.

Vorteile und Nachteile von „Tradingpsychologie“

Das Buch steht in fast jeder Empfehlungsliste, und das verdeckt seine Grenzen. Es ist für einen Teil der Käufer schlicht das falsche Buch. Die Gegenüberstellung fasst zusammen, was in der Praxis für und gegen den Kauf spricht.

Vorteile des Buches

  • Aus echter Coaching-Praxis: Die Beispiele stammen aus Sitzungen mit Tradern, nicht aus der Fachliteratur. Das merkt man dem Text an.
  • Angst wird aufgeschlüsselt: Statt eines Sammelbegriffs bekommst du benennbare Formen, die sich einzeln bearbeiten lassen.
  • Die Profi-Kästen: Jedes Unterkapitel endet mit einer Zusammenfassung. Beim zweiten Lesen reichen sie und sparen dir Stunden.
  • Keine Versprechen: Welz kündigt weder Renditen noch eine Abkürzung an. Für ein Buch in diesem Segment ist das selten.
  • Als Hörbuch voll nutzbar: Der Stoff braucht keine Charts, deshalb geht beim Hören nichts verloren.

Nachteile des Buches

  • Ohne eigene Handelserfahrung wirkungslos: Wer noch nicht selbst ausgestoppt wurde, liest die Beispiele als Theorie. Dann trifft nichts.
  • Keine Übungen und kein Programm: Das Buch beschreibt Ursachen sehr genau, lässt dich bei der Umsetzung aber allein.
  • Viel Wiederholung: Die Kernaussage kehrt in mehreren Kapiteln in ähnlicher Form zurück. Wer schnell liest, empfindet das als zäh.
  • Stand von 2012: Prop-Trading, Social Trading und der Einfluss von Handels-Apps auf das Verhalten kommen nicht vor.
  • Kein Wort zur Methode: Wer parallel noch kein Handelssystem hat, kann mit dem Buch nichts anfangen.

Für wen sich das Buch lohnt und für wen nicht

Kaufen solltest du es, wenn du ein funktionierendes Setup hast und es trotzdem nicht sauber umsetzt. Das ist der klassische Fall: Die Analyse stimmt, der Plan steht, und im Markt passiert dann etwas anderes. Wer dieses Muster an sich kennt, findet hier die genaueste Ursachenbeschreibung, die es dazu auf Deutsch gibt.

Auch für Fortgeschrittene nach einer Verlustserie taugt das Buch. Nach mehreren schlechten Wochen ist der Griff zum nächsten Indikator der übliche Reflex, und er führt selten weiter. Welz lenkt den Blick zurück auf das Verhalten, und das ist in dieser Lage meistens die richtige Adresse.

Nicht kaufen solltest du es als Einsteiger ohne eigene Handelserfahrung. Ohne einen Markt, an dem du dich selbst beobachtet hast, bleibt das Buch eine Sammlung plausibler Sätze. Fang in dem Fall mit den Grundlagen an und komm später zurück. Ebenfalls falsch liegst du, wenn du eine Anleitung mit Übungen erwartest. Die liefert das Buch nicht.

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Norman Welz oder Mark Douglas: welches Buch zuerst?

Die beiden Bücher werden ständig gegeneinander gestellt, und das ist ein Missverständnis. Sie behandeln zwei verschiedene Ebenen desselben Problems. Mark Douglas arbeitet mit „Trading in the Zone“ an der Denkweise gegenüber dem Markt, Welz an der Herkunft deines Verhaltens.

Douglas dreht sich um Wahrscheinlichkeit. Sein Kernsatz lautet, dass der einzelne Trade nicht vorhersagbar ist und nur die Serie zählt. Wer das verinnerlicht, hört auf, jeden Verlust als Fehler zu deuten. Das ist die schnellere Wirkung, weil sie an der Deutung ansetzt.

Welz geht eine Ebene tiefer und fragt, warum du überhaupt so deutest. Das wirkt langsamer, hält aber länger. Als Reihenfolge hat sich bewährt, mit Douglas zu beginnen und mit Welz weiterzumachen, sobald klar ist, dass die reine Einsicht das Verhalten nicht ändert. Beide Titel und die passenden Alternativen stehen in unserer Übersicht der Bücher zur Trading-Psychologie.

Was Norman Welz heute anbietet: bettermind, Traders Talk und Coaching

Wer nach dem Buch mehr will, landet schnell auf seiner Website. Dort verkauft Welz drei Produkte, und ihre Preisgestaltung ist sehr unterschiedlich transparent. Die Abwicklung läuft in allen Fällen über den Anbieter Digistore24. Wir haben die Angebote geprüft, aber keines davon selbst gekauft.

Das bettermind-Programm CD 1 und 2 kostet 249,00 Euro und ist als mp3-Datei erhältlich. Es handelt sich um ein Selbstcoaching-Programm zum Anhören, nicht um eine Begleitung. Das ist der einzige Preis, den die Website offen ausweist.

Norman Welz bettermind Programm CD 1 und 2, Produktseite mit dem Preis von 249,00 Euro
Das Selbstcoaching-Programm ist das einzige Produkt mit offen ausgewiesenem Preis. Stand: 22. August 2026.

Traders Talk versammelt acht Interviews mit bekannten Händlern, darunter Rüdiger Born, Michael Voigt und Birger Schäfermeier. Die Laufzeiten stehen einzeln auf der Produktseite und liegen zwischen 40 und 78 Minuten. Einen Preis nennt die Seite nicht, er erscheint erst im Bestellprozess.

Das teuerste Angebot ist zugleich das intransparenteste. Für das bettermind-Set-Programm, sein Profi-Tool, wird auf der Website kein Betrag genannt. Beschrieben sind eine Trader-Analyse über einen Fragenkatalog von 50 Seiten, ein individuell produziertes Hypnose-Audiofile und acht Coaching-Sitzungen im Einzelkontakt. Der Einstieg läuft über ein kostenloses Informationsgespräch von maximal 30 Minuten. Welz schreibt dazu ausdrücklich, dass er nur mit Profitradern arbeitet oder mit Tradern, die dieses Ziel ernsthaft verfolgen.

Norman Welz bettermind-Set Programm, Beschreibung des Coaching-Ablaufs ohne Preisangabe
Für das Profi-Tool nennt die Website keinen Betrag. Stand: 22. August 2026.

Ein Punkt gehört vor jeden Kauf gelesen. Bei digitalen Produkten erlischt das Widerrufsrecht, sobald der Download beginnt, sofern du vorher zugestimmt hast. Der Anbieter weist das in der Fußzeile selbst aus. Praktisch heißt das: Nach dem ersten Klick auf die Datei gibt es kein Zurück mehr.

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Fazit: das ehrlichste Trading-Buch im Regal

Trading ist kein schwieriger Beruf wegen des Fachwissens. Er ist schwierig, weil man dauerhaft an sich selbst arbeiten und Gewohnheiten ablegen muss, die im übrigen Leben nützlich sind. Genau dieses Verlassen der Komfortzone ist für die meisten der harte Teil, und genau davon handelt das Buch.

Welz zeigt die Ursachen sehr genau. Fast jeder Leser findet mindestens ein Kapitel, in dem er sich unangenehm deutlich wiedererkennt. Er zeigt auch einen Weg, wie sich über Disziplin dagegen arbeiten lässt. Was er nicht liefert, ist die Umsetzung. Die bleibt Arbeit, und sie dauert.

Für Stefan Lenhart, der die Kapitel-Rezension beigesteuert hat, gehört das Buch seit Jahren zu den wichtigsten Arbeitsmitteln. Er liest es mindestens einmal im Jahr, um nicht in alte Muster zurückzufallen. Diese Art der Nutzung passt zum Buch besser als das einmalige Durchlesen, und sie erklärt seinen Ruf im deutschsprachigen Raum.

Die Empfehlung fällt deshalb klar aus, aber mit einer Bedingung. Kauf es, wenn du bereits handelst und ein Muster an dir störst. Stell es dann nicht ins Regal, sondern arbeite mit den Kernsätzen und deinem eigenen Journal daneben. Ohne diese Bereitschaft bleibt es ein gut geschriebenes Buch, das nichts verändert.

Häufige Fragen zu Norman Welz und seiner Tradingpsychologie

Gibt es „Tradingpsychologie“ von Norman Welz als PDF?

Ein vollständiges, kostenloses PDF gibt es auf legalem Weg nicht. Der FinanzBuch Verlag stellt lediglich eine Leseprobe und das komplette Inhaltsverzeichnis als PDF bereit. Wer auf Dokumenten-Portalen ganze Scans findet, sieht ungenehmigte Kopien.

Was kostet das Buch „Tradingpsychologie“?

Das Hardcover kostet 34,99 Euro. Dafür bekommst du 256 Seiten im gebundenen Format. Das Hörbuch liegt bei 18,94 Euro, gebraucht startet die gedruckte Ausgabe bei rund 26,69 Euro.

Gibt es „Tradingpsychologie“ als Hörbuch?

Ja, bei Audible mit 10 Stunden und 41 Minuten Laufzeit. Gelesen wird es von Benedikt Paulun. Weil der Stoff ohne Charts auskommt, geht beim Hören anders als bei Charttechnik-Büchern nichts verloren.

Wer ist Norman Welz?

Norman Welz ist Finanzpsychologe, Mentaltrainer und Trader aus Hamburg. Er war Tradingpsychologe im Team von GodmodeTrader, dem heutigen stock3, und arbeitet nach eigener Angabe seit über 20 Jahren als Coach für Tradingpsychologie.

Bietet Norman Welz Coaching oder Seminare an?

Ja, über seine Marke bettermind. Das Angebot umfasst ein Selbstcoaching-Programm als mp3 für 249,00 Euro, eine Interviewreihe und ein individuelles Coaching-Programm mit acht Einzelsitzungen. Für das Einzelcoaching nennt die Website keinen Preis.

Ist das Buch für Anfänger geeignet?

Nur eingeschränkt, weil es eigene Handelserfahrung voraussetzt. Ohne selbst erlebte Verluste bleiben die Beispiele abstrakt. Anfänger fahren besser, wenn sie zuerst die Grundlagen lernen und das Buch später dazunehmen.

Norman Welz oder Mark Douglas: welches Buch ist besser?

Die beiden ergänzen sich, statt zu konkurrieren. Mark Douglas arbeitet an der Denkweise gegenüber dem Markt und wirkt schneller. Welz geht an die Herkunft des Verhaltens und wirkt langsamer, dafür nachhaltiger.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und diskretionärer Price-Action-Trader seit 1978. Er handelt Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte und arbeitet ohne technische Indikatoren, allein auf Basis von Kursverlauf und Marktstruktur.

Ende der Achtzigerjahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre vertrat er Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte dessen 10 Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Die mentale Seite des Handelns begleitet ihn seit Jahrzehnten aus der Praxis. Die Einordnung in diesem Artikel stammt aus der Arbeit mit eigenen Schülern, nicht aus einer Leseliste. Die ausführliche Kapitel-Rezension steuerte Stefan Lenhart bei, der seit über 20 Jahren im Wertpapierbereich arbeitet und das Buch mehrfach durchgearbeitet hat.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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