Der YouTube-Kanal aktienlust gehört mit rund 123.000 Abonnenten zu den größten deutschsprachigen Börsenkanälen. Jürgen Schmitt und Cliff Michel erklären dort Aktien so, dass auch Einsteiger folgen können. Hinter dem Kanal steht aber ein komplettes Abo-Geschäft: von der Aktienrente über Strategie-Briefe bis zum Coaching GoldenEye. Genau diese bezahlten Angebote schaue ich mir in diesem Bericht an.
Ich handle seit 1978 an den Märkten und habe in dieser Zeit viele Börsenbriefe und Anlegerdienste kommen und gehen sehen. aktienlust habe ich nicht als zahlender Kunde getestet, sondern bewerte den Anbieter von außen: auf Basis der öffentlichen Angebotsseiten, der Handelsregisterdaten der JS Media GmbH und unabhängiger Nutzerstimmen aus Foren. Dieser Beitrag entsteht ohne Auftrag und ohne Werbepartnerschaft mit dem Anbieter. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
aktienlust: das Wichtigste in 30 Sekunden
Kurz gefasst, bevor es ins Detail geht. Das Wichtigste zu aktienlust im Überblick:
- Anbieter: Die JS Media GmbH aus Fulda, geführt von Jürgen Schmitt und Cliff Michel, bekannt durch den YouTube-Kanal mit rund 123.000 Abonnenten.
- Angebote und Kosten: Gratis-Newsletter aktienlust daily, die Aktienrente für 9,90 Euro im Monat, das Coaching GoldenEye für 299 Euro im Monat. Den Preis des aktienlust Club nennt der Anbieter nicht öffentlich.
- Bewertungen: Es gibt kein Trustpilot- und kein ProvenExpert-Profil. Nutzerstimmen auf Reddit fallen gemischt aus: Lob für Begleitung und Analysen, Kritik an Performance und Renditeversprechen.
- Geeignet für: langfristige Privatanleger, die Einzelaktien besparen wollen. Für aktive Trader ist aktienlust nicht gemacht.
Was ist aktienlust?
aktienlust ist eine Finanz-Video-Plattform der JS Media GmbH aus Fulda, die Privatanlegern über YouTube, einen Gratis-Newsletter und kostenpflichtige Abo-Dienste Aktienempfehlungen für den langfristigen Vermögensaufbau liefert.

Gestartet ist aktienlust als Video-Format über die Börse. Auf dem Kanal laufen tägliche Marktvideos, Aktienanalysen und Interviews, dazu kommen kostenlose Live-Webinare und Aktionen wie die US-Abstauberliste zum Download. Wer tiefer einsteigt, landet früher oder später auf der Website von aktienlust, wo der Anbieter seine Bezahl-Dienste vermarktet. Der Gratis-Content ist also auch ein Verkaufstrichter. Das ist legitim, man sollte es beim Konsum nur wissen.
Die bezahlten Dienste funktionieren im Kern wie moderne Börsenbriefe, nur mit Video statt Papier.
Ein Börsenbrief ist ein kostenpflichtiger Informationsdienst, der Abonnenten regelmäßig Analysen und konkrete Kauf- oder Verkaufsempfehlungen für Wertpapiere liefert.
Steckbrief aktienlust
| Anbieter | JS Media GmbH, Münsterfeldallee 6, 36041 Fulda |
| Registrierung | HRB 5407, Amtsgericht Fulda |
| Köpfe | Jürgen Schmitt, Cliff Michel, Mick Knauff, Nicole Straub |
| Bekannt durch | YouTube-Kanal aktienlust (rund 123.000 Abonnenten) |
| Fokus | Langfristiger Vermögensaufbau mit Einzelaktien |
| Angebote | daily (gratis), Aktienrente, GoldenEye, Club, Strategie-Briefe |
| Bewertungen | kein Trustpilot- oder ProvenExpert-Profil, gemischte Forenstimmen |
| Zielgruppe | Privatanleger im DACH-Raum, Einsteiger bis Fortgeschrittene |
Wer steckt hinter aktienlust?
Betreiberin ist die JS Media GmbH mit Sitz in der Münsterfeldallee 6 in Fulda, eingetragen unter HRB 5407 beim Amtsgericht Fulda. Geschäftsführer sind Jürgen Schmitt, Cliff Michel und Swetlana Eberz. Für die Inhalte verantwortlich zeichnet Schmitt selbst. Das Impressum ist vollständig, die Firma real und seit Jahren aktiv: ein solides Fundament, das längst nicht jeder Anbieter in dieser Branche vorweisen kann.
Das Gesicht der Marke ist Jürgen Schmitt. Er arbeitet seit den 1990ern als Börsenjournalist und Analyst, hat mit „Aktien kann jeder” ein eigenes Buch veröffentlicht und wurde zuletzt auch von der BILD als Aktien-Profi porträtiert. Gemeinsam mit Cliff Michel tritt er zudem als Referent auf Finanzmessen wie der Finance26 in Frankfurt auf. Cliff Michel ist Chefanalyst und steht für die spekulativeren Ansätze im Haus, etwa die Wachstums-Strategie FaktorX.
Dazu kommen Mick Knauff, aus dem Finanz-TV bekannter Moderator und Speaker, sowie Nicole Straub, die viele Videos moderiert. Für einzelne Strategie-Briefe holt sich aktienlust externe Analysten dazu, etwa Marcus Neugebauer für den Turnaround-Brief und Jens Will für das Dividenden-Angebot. Die Reichweite des YouTube-Kanals ist mit rund 123.000 Abonnenten beachtlich und das wichtigste Kapital des Anbieters.
Die Angebote von aktienlust im Überblick
Die Produktpalette ist über die Jahre gewachsen und reicht vom kostenlosen Newsletter bis zum Premium-Coaching. Die fünf wichtigsten Bausteine im Einzelnen:
aktienlust daily
Der Einstieg ist der tägliche Gratis-Newsletter. Er liefert Markteinschätzungen und Aktien-Ideen per E-Mail und kostet nichts. Wie bei allen Lead-Magneten gilt: Der Newsletter ist zugleich der Kanal, über den aktienlust seine Bezahl-Angebote bewirbt. Wer nur mitlesen will, bekommt hier trotzdem ordentlich Material.
aktienlust Aktienrente
Die aktienlust Aktienrente ist ein Empfehlungsdienst für 9,90 Euro im Monat, bei dem Jürgen Schmitt einmal monatlich eine Aktie vorstellt, die Anleger ab 50 Euro Sparbetrag im eigenen Depot kaufen.
Der Ablauf ist bewusst einfach gehalten. Einmal im Monat kommt die Top-Aktie des Monats per E-Mail, samt Begründung und Kaufinformationen. Gekauft wird im eigenen Depot, aktienlust verwaltet kein Geld. Den Zeitaufwand beziffert der Anbieter auf rund 20 Minuten pro Monat, Anpassungen gibt es selten. Mit der politisch diskutierten staatlichen Aktienrente hat das Produkt übrigens nichts zu tun, der Name greift nur das Schlagwort auf.
Kritisch sehe ich das Marketing dazu. Die Produktseite rechnet mit einer Zielrendite von 13 Prozent pro Jahr vor, wie aus 500 Euro im Monat über 25 Jahre eine Million wird, und nennt eine „Durchschnitts-Rendite der letzten 25 Jahre von unglaublichen 20 Prozent”. Das sind Anbieterangaben ohne unabhängigen Beleg. Wer solche Werte dauerhaft schaffen würde, gehörte zur absoluten Weltspitze. Nimm die Zahlen als Werbung, nicht als Erwartung.

GoldenEye
GoldenEye ist das Premium-Coaching von aktienlust für 299 Euro im Monat, das tägliche Briefings, wöchentliche Reports und Einblicke in Jürgen Schmitts private Depots verspricht.
GoldenEye ist die teuerste Stufe im Programm. Enthalten sind laut Anbieter ein tägliches Briefing, Sprachnachrichten bei Handlungsbedarf, ein wöchentliches Radar samt Report, Quartals-Workshops, monatliche Fragerunden und persönliches Coaching. Beworben wird das Ganze mit „Investiere 1:1 wie Jürgen Schmitt” und „100 % Transparenz”. Auch hier gilt: Du folgst den Entscheidungen einer einzelnen Person. Das kann funktionieren, ersetzt aber kein eigenes Urteil und ist mit laufenden Kosten verbunden, die das Depot erst einmal verdienen muss. Die Zahlen dazu stehen im Kostenteil weiter unten.

aktienlust Club
Der aktienlust Club ist eine kostenpflichtige Community mit monatlichen Live-Webinaren, einem Video-Börsendienst samt Musterdepot und exklusiven Club-Events, deren Preis der Anbieter nicht öffentlich nennt.
Der Club versteht sich als Mitglieder-Gemeinschaft mit Webinaren, kleinen Video-Konferenzen, einer Club-Lounge und Treffen auf Börsentagen. Inhaltlich arbeitet er mit einem Musterdepot, also einem nachvollziehbaren Beispiel-Depot. Dass der Preis nur auf Anfrage genannt wird, ist für mich der größte Schwachpunkt dieses Angebots. Seriöse Anbieter dürfen selbstbewusst mit offenen Zahlen arbeiten.
Strategie-Briefe: Turnaround, Dividenden, FaktorX
Daneben verkauft aktienlust mehrere Spezial-Briefe. Der Turnaround-Brief von Marcus Neugebauer setzt auf werthaltiges Investieren im Stil des Value Investing und wirbt mit einer Performance von über 1.200 Prozent seit Auflage, auch das eine Anbieterangabe.
Eine Turnaround-Aktie ist die Aktie eines Unternehmens in der Krise, bei dem Anleger auf eine erfolgreiche Sanierung und damit auf überdurchschnittliche Kurssteigerungen setzen.
Dazu kommen ein Dividenden-Angebot für passives Einkommen mit Jens Will und die Wachstums-Strategie FaktorX von Cliff Michel. Zeitweise gab es auch Optionsschein-Pakete zu den Empfehlungen. Was Optionsscheine sind und welche Hebel-Risiken sie tragen, sollte man verstanden haben, bevor man solchen Paketen folgt. Genau an diesen spekulativen Zusätzen entzündet sich in Foren die meiste Kritik.
Was kostet aktienlust?
Die Preisspanne ist groß und reicht vom Gratis-Newsletter bis zum Premium-Coaching. Stand Juli 2026 gelten laut den Angebotsseiten diese Konditionen:
| Angebot | Preis | Hinweis |
|---|---|---|
| aktienlust daily | kostenlos | täglicher E-Mail-Newsletter |
| Aktienrente | 9,90 € im Monat | jederzeit kündbar, eigener Sparbetrag ab 50 € kommt dazu |
| GoldenEye | 299 € im Monat oder 2.990 € im Jahr | Jahresabo mit rund 17 % Rabatt |
| aktienlust Club | nicht öffentlich | Preis nur auf Anfrage |
| Turnaround-Brief | 99 € für zwei Testmonate, danach 249 € pro Quartal | verlängert sich automatisch, vier Wochen Kündigungsfrist |
Die Aktienrente ist fair bepreist. Für 9,90 Euro im Monat bekommst du eine begründete Empfehlung, das ist deutlich günstiger als die meisten klassischen Börsenbriefe. Bei GoldenEye sieht die Rechnung anders aus: 2.990 Euro im Jahr muss das Depot erst einmal verdienen. Bei 30.000 Euro Depotgröße entspricht allein die Abo-Gebühr einer Rendite-Hürde von rund 10 Prozent pro Jahr. Unter 100.000 Euro Anlagesumme halte ich das Preis-Leistungs-Verhältnis für schwierig. Zwei Punkte solltest du zusätzlich auf dem Zettel haben: Der Club-Preis wird nicht öffentlich genannt, und der Turnaround-Brief verlängert sich automatisch, wenn du nicht vier Wochen vor Laufzeitende schriftlich kündigst.
aktienlust Erfahrungen: was Nutzer berichten
Auffällig ist zunächst, was fehlt: Für einen Anbieter dieser Größe gibt es kein Trustpilot-Profil und kein ProvenExpert-Profil, also keine unabhängige Sammelbewertung. Als Anhaltspunkt bleibt das Buch von Jürgen Schmitt, das bei Amazon mit 4,5 von 5 Sternen aus rund 50 Bewertungen gelistet ist, und vor allem die Diskussionen in unabhängigen Foren.
Im Reddit-Forum r/Aktien fallen die Stimmen gemischt aus. Ein Nutzer, der die Aktienrente samt Optionsschein-Paket gebucht hatte, berichtet: Fast alle Positionen hätten sich schwach entwickelt, die Optionsscheine lagen nach einem Dreivierteljahr rund 20 Prozent im Minus, eine Nike-Position sogar 35 Prozent. Er kündigte. Ein anderer beschreibt den Dienst nüchtern als „eigentlich nur einen aktiv gemanagten Fonds” und kritisiert, dass bekannte Standardwerte kaum den beworbenen „nächsten Highflyer” liefern können.
Auf der Gegenseite stehen zufriedene Abonnenten. Ein Langzeit-Leser schreibt, er fühle sich „richtig gut begleitet”, das Angebot sei „langfristig gedacht und gut erklärt”, Schmitt für ihn seit über 20 Jahren „seriös, ruhig, bodenständig”. Andere loben die etwa drei Seiten langen Aktien-Analysen als schlüssig und den Gratis-Content als echten Mehrwert, selbst ohne Abo. Ein Nutzer meldete zwischenzeitlich 14 Prozent Plus in seinem Aktienrente-Depot.
Bleibt das Marketing. Werte wie „+380 Prozent” für einzelne Depotwerte, eine „Durchschnitts-Rendite von 20 Prozent über 25 Jahre” oder die „sicher im Depot liegende nächste NVIDIA” stammen sämtlich vom Anbieter selbst und sind unabhängig nicht überprüfbar. Ein öffentlich testierter Track Record existiert nicht. Diese Lücke zwischen vollmundiger Werbung und fehlendem Beleg ist mein zentraler Kritikpunkt an aktienlust. Zum Vergleich mit einem anderen reichweitenstarken Börsendienst lohnt ein Blick auf unsere Analyse der Erichsen-Angebote.
Bevorzugst du gedruckte Analysen mit sechs Jahrzehnten Historie, lies unseren Bericht über die Börsenbriefe aus dem Hause Bernecker.
Wer stattdessen einen langfristig ausgerichteten Aktienbrief sucht, findet die Einordnung dazu im Testbericht zu boerse.de.
Für wen ist aktienlust geeignet, und für wen nicht?
aktienlust richtet sich klar an langfristige Privatanleger, nicht an Trader. Wer einen Sparplan auf Einzelaktien laufen lassen will, sich Empfehlungen samt Begründung wünscht und den Aufwand von wenigen Minuten im Monat schätzt, bekommt mit der Aktienrente einen günstigen, gut verständlichen Einstieg. Auch als Inspirationsquelle neben eigenen Investments kann der Gratis-Content taugen. Grundlagen zum Einstieg findest du in unserem Guide zum Aktienhandel.
Nicht geeignet ist aktienlust für aktive Trader: Es gibt keine Setups, keine kurzfristigen Signale, kein Trading-Wissen. Auch wer lernen will, Aktien selbst zu bewerten, statt Empfehlungen zu folgen, ist mit einer eigenen Ausbildung in der Fundamentalanalyse besser bedient. Und wer vor einem Abo grundsätzlich vergleichen möchte, sollte sich ansehen, wie andere Anbieter am Markt arbeiten, etwa in unserem Test der GeVestor-Börsenbriefe. Skeptikern, die nur geprüften Track Records vertrauen, wird aktienlust nicht gerecht: Es gibt schlicht keinen.
Zur Einordnung des Preisniveaus lohnt der Blick auf teurere Anbieter. Wer statt Börsenbriefen eine begleitete Ausbildung sucht, landet schnell im fünfstelligen Bereich — nachzulesen im Erfahrungsbericht zur Investorenausbildung von Florian Günther. Dass ein fehlender Track Record kein Einzelfall in dieser Nische ist, zeigen auch unsere Boersenpaar Erfahrungen.
Vorteile und Nachteile von aktienlust
Nach der Durchsicht von Angeboten, Registerdaten und Nutzerstimmen ergibt sich ein klares Bild. Zuerst die Stärken:
- Reale Firma, reale Köpfe: Die JS Media GmbH steht im Handelsregister, die Gesichter sind seit Jahren öffentlich und greifbar.
- Viel Gratis-Content: YouTube-Kanal, Webinare und Newsletter liefern kostenlos genug Material, um den Stil ausgiebig zu testen, bevor Geld fließt.
- Günstiger Einstieg: Die Aktienrente kostet weniger als die meisten klassischen Börsenbriefe und ist jederzeit kündbar.
- Langfrist-Fokus statt Zockerei: Sparplan-Logik mit Einzelaktien, keine Daytrading-Versprechen, kein Druck zu häufigem Handeln.
- Verständliche Analysen: Nutzer loben die mehrseitigen Aktien-Analysen als nachvollziehbar und einsteigerfreundlich.
Und die Schwächen, die du kennen solltest:
Wie ein reines Community-Modell ohne Verlagshintergrund aussieht, zeigt der Vergleich mit Goldesel im Test: dort zahlst du für Austausch und laufende Einblicke in echte Depots statt für redaktionelle Aktienempfehlungen. Beide Welten zusammen bietet sharedeals.de mit seinem Live-Chat, verlangt für den Aktienbrief dafür aber ein Vielfaches des Community-Preises.
- Unbelegte Renditeversprechen: Werte wie 20 Prozent Durchschnittsrendite oder die „nächste NVIDIA” sind reine Anbieterangaben ohne testierten Nachweis.
- Gemischte Ergebnisse: Mehrere Nutzer berichten von Minus-Positionen, schwacher Empfehlungs-Performance und Kündigungen.
- Keine unabhängige Bewertungsbasis: Weder Trustpilot noch ProvenExpert führen ein Profil, Kritik lässt sich nur in Foren finden.
- Club-Preis intransparent: Wer sich für die Community interessiert, erfährt die Kosten erst auf Anfrage.
- Spekulative Zusätze: Optionsschein-Pakete und Wachstums-Briefe passen nicht zum beworbenen Sicherheits-Image und haben Nutzern real Verluste beschert.
Fazit: solide Basis, zu dickes Marketing
aktienlust ist kein unseriöser Anbieter. Die Firma ist real, die Köpfe sind erfahren, der Einstiegspreis der Aktienrente ist fair, und der Langfrist-Ansatz mit Einzelaktien ist ehrlicher als das meiste, was im Finfluencer-Umfeld beworben wird. Wer als Einsteiger eine begleitete Hand beim Vermögensaufbau sucht und die Empfehlungen als Ausgangspunkt für eigene Entscheidungen nimmt, kann hier für kleines Geld mitlesen.
Mein Vertrauen endet beim Marketing. Renditeversprechen von 20 Prozent im Langzeit-Durchschnitt, garantiert klingende NVIDIA-Vergleiche und dreistellige Depot-Prozente ohne unabhängigen Beleg gehören nicht zu einem Anbieter, der es nötig hätte, so aufzutreten. Dazu kommen die intransparenten Club-Preise und die fehlende externe Bewertungsbasis. Meine Empfehlung: Nutze den Gratis-Content, prüfe die Empfehlungen gegen deine eigene Analyse und behandle jede Rendite-Zahl aus der Werbung als das, was sie ist: Werbung. Als bequemer Ersatz fürs eigene Denken taugt kein Börsendienst, auch dieser nicht.
Häufige Fragen zu aktienlust
Ist aktienlust seriös?
Ja, im Kern ist aktienlust ein seriöser Anbieter. Die JS Media GmbH ist im Handelsregister Fulda eingetragen, die Köpfe sind seit Jahren öffentlich bekannt. Kritisch bleiben die unbelegten Renditeversprechen im Marketing und das Fehlen jeder unabhängigen Sammelbewertung, etwa bei Trustpilot.
Was kostet die aktienlust Aktienrente?
Die Aktienrente kostet 9,90 Euro im Monat und ist jederzeit kündbar. Dazu kommt dein eigener Sparbetrag ab 50 Euro monatlich, den du im eigenen Depot investierst. Der Dienst verwaltet kein Geld, sondern liefert einmal im Monat eine Aktienempfehlung per E-Mail.
Wer steckt hinter aktienlust?
Hinter aktienlust steht die JS Media GmbH aus Fulda. Geschäftsführer sind Jürgen Schmitt, Cliff Michel und Swetlana Eberz. Bekannte Gesichter des Kanals sind daneben der Moderator Mick Knauff und Nicole Straub. Für einzelne Strategie-Briefe arbeiten externe Analysten wie Marcus Neugebauer zu.
Was ist GoldenEye von aktienlust?
GoldenEye ist das Premium-Coaching von Jürgen Schmitt für 299 Euro im Monat. Es umfasst tägliche Briefings, wöchentliche Reports, Workshops und Einblicke in Schmitts private Depots. Wegen der hohen laufenden Kosten lohnt es rechnerisch erst ab größeren Depots.
Wie kann ich die aktienlust Aktienrente kündigen?
Die Kündigung ist jederzeit und ohne Angabe von Gründen möglich. Es genügt laut Anbieter ein kurzer schriftlicher Hinweis an die JS Media GmbH. Anders beim Turnaround-Brief: Der verlängert sich automatisch, wenn du nicht vier Wochen vor Laufzeitende kündigst.
Für wen ist aktienlust geeignet?
aktienlust eignet sich für langfristige Privatanleger mit Interesse an Einzelaktien. Ideal ist der Dienst für Einsteiger, die begründete Empfehlungen und wenig Zeitaufwand wollen. Aktive Trader, Selbstentscheider und alle, die geprüfte Track Records erwarten, werden hier nicht fündig.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1978 als diskretionärer Price-Action-Trader. Seine Märkte sind Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte. Anlegerdienste und Börsenbriefe bewertet er bewusst von außen, mit dem Blick eines Praktikers, der selbst keine Empfehlungen abonniert.
Seine Erfahrung reicht weit in die Geschichte der technischen Analyse. Kagels übersetzte Ende der 1980er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter und vertrat den US-Trader Joe Ross über 17 Jahre in Deutschland, wo er alle zehn Ross-Bücher übersetzte und verlegte. Bis heute gibt er eigene Seminare und private Einzelschulungen.
Für einen Erfahrungsbericht über einen Anlegerdienst ist genau diese Außenperspektive wertvoll. Kagels verfolgt die deutsche Börsenbrief-Szene seit den 1980ern und bewertet Anbieter wie aktienlust nach Substanz, nicht nach Marketing. Seine Einschätzung entsteht unabhängig, ohne Werbepartnerschaft und ohne finanzielle Beteiligung.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.











