Der US-Dollar ist am Hoch des Jahres 2025 bei 158,87 Yen abgeprallt. Am Donnerstag lief USD/JPY bis 159,04 Yen, zum Wochenschluss am Freitag stand das Paar wieder bei 157,28 Yen. Damit hält die Abwärtsbewegung an, die Ende Juli am Jahreshoch bei 163,99 Yen begonnen hat.
Ausgelöst hat sie die erste gemeinsame Yen-Stützung von Japan und den USA seit 1998. Hier bekommst du meine Marken aus fünf Zeitebenen, vom 4-Stunden-Chart bis zum Jahreschart seit 1971, dazu beide Szenarien und die Gründe für die Yen-Schwäche. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
USD/JPY Prognose aktuell in 30 Sekunden
- Kursstand: 157,28 Yen zum Wochenschluss am 25.09.2026, das Wochenhoch lag bei 159,04 Yen.
- Wichtigster Widerstand: das Hoch 2025 bei 158,87 Yen. Dort ist der Markt in dieser Woche abgeprallt.
- Kurzfristige Prognose: Mein nächstes Kursziel ist das Septembertief bei 152,89 Yen.
- Unterstützungen: 155,23 Yen (Tief Anfang August), 152,89 Yen und die Hochs von 2022 und 2023 bei 151,94 und 151,91 Yen.
- Wann es besser wird: Erst ein nachhaltiger Ausbruch über 158,87 Yen verbessert das Bild deutlich.
- Langfristig: Die Aufwärtstendenz seit dem Tief 2011 ist intakt, das Hoch 1990 bei 160,40 Yen wurde aber seit drei Jahren nicht nachhaltig überschritten.
- Notenbanken: Bank of Japan 1,25 Prozent seit dem 24.09. (beschlossen am 18.09.), Fed 3,75 bis 4,00 Prozent (beschlossen am 16.09.). Nächste Termine am 28. und 30. Oktober.
Kurzfristige USD/JPY Prognose 2026
Zuletzt aktualisiert: 26.09.2026, Kurs 157,28 Yen (Wochenschluss 25.09.)
4-Stunden-Chart: Abprall am Hoch 2025

Das Hoch des Jahres 2025 bei 158,87 Yen ist aktuell die wichtigste Widerstandsmarke. In der vergangenen Woche ist der Markt dort abgeprallt. Der Kurs überschritt die Marke kurz bis 159,04 Yen und fiel bis zum Wochenschluss wieder auf 157,28 Yen zurück.
Auch die erste Abwärtstrendlinie konnte der Kurs nicht nachhaltig überschreiten. Sie ist im Chart rot eingezeichnet und beginnt am Hoch 2026 bei 163,99 Yen. Die Erholung seit Mitte September ist an ihr und am Hoch 2025 hängen geblieben.
Nach unten liegt die erste Unterstützung beim Tief Anfang August. Dort fing sich der Kurs nach dem Einbruch vom Jahreshoch bei 155,23 Yen. Darunter folgt das Septembertief bei 152,89 Yen.
Tageschart: Aufwärtstrend seit dem Tief 2025 gebrochen

Der Tageschart zeigt den Aufwärtstrend, der am Tief des Jahres 2025 im April begann. Begrenzt war er von einer diagonalen Aufwärtstrendlinie. Mit dem Kursrutsch im September hat USD/JPY diese Linie unterschritten.
Die kurzfristige Abwärtstrendlinie ist auch hier zu sehen. Die Tageskerze vom Freitag eröffnete bei 158,84 Yen, erreichte im Hoch 158,90 Yen und schloss 1,56 Yen tiefer bei 157,28 Yen. Das ist der Abprall aus dem 4-Stunden-Chart auf Tagesbasis.
Mein nächstes Kursziel ist das Septembertief bei 152,89 Yen. Deutlich verbessern würde sich das Bild erst, wenn der Kurs das Hoch 2025 bei 158,87 Yen überschreitet und sich darüber hält.
USD/JPY nächste Woche: die Marken aus meinem 4-Stunden- und Tageschart
Widerstand: 158,87 | 161,81 | 163,99
Unterstützung: 155,23 | 152,89 | 151,94 und 151,91
Zwei Nachbarpaare runden das Bild ab. Wie sich der Dollar gegen den Euro schlägt, zeigt die Euro Dollar Prognose, die Yen-Seite gegen den Euro steht in der Euro Yen Prognose.
Mittelfristige USD/JPY Prognose

Im Wochenchart ist die Abwärtsbewegung seit dem Hoch 2026 gut zu sehen. Von 163,99 Yen Ende Juli ging es bis auf 152,89 Yen im September. Das sind 11,10 Yen oder knapp 7 Prozent.
Dabei hat USD/JPY die mittelfristige Aufwärtstrendlinie gebrochen. Sie beginnt am Tief 2025 im April. Eingezeichnet ist außerdem die Abwärtstrendlinie vom Hoch 2026, an der die Erholung dieser Woche gescheitert ist.
In dieser Woche lief der Kurs kurz über das Hoch 2025, konnte es aber nicht halten. Das Wochenhoch lag bei 159,04 Yen. Geschlossen hat USD/JPY bei 157,28 Yen und damit wieder unter der Marke von 158,87 Yen.
Die markanteste Unterstützung liegt bei 151,94 und 151,91 Yen. Das sind die Hochs von 2022 und 2023. Erst 2024 kam der Kurs über diese Zone hinweg, im Februar 2026 hielt der Kurs nahe dieser Zone.
Widerstand: 158,87 | 161,81 | 163,99
Unterstützung: 152,89 | 151,94 | 151,91
Langfristige USD/JPY Prognose
Monatschart: Aufwärtstrend seit dem Tief 2021

Der Monatschart zeigt den großen Aufwärtstrend seit dem Tief des Jahres 2021. Eingezeichnet ist die langfristige Aufwärtstrendlinie, die an diesem Tief beginnt. Der Kurs notiert weiterhin über dieser Linie.
Der September hat bisher eine große Spanne abgedeckt. Der Monat eröffnete bei 159,73 Yen, stieg bis 160,39 Yen, fiel bis 152,89 Yen und steht aktuell bei 157,28 Yen.
Nach oben liegen drei Jahreshochs übereinander. Das Hoch 2025 bei 158,87, das Hoch 2024 bei 161,81 und das Hoch 2026 bei 163,99 Yen. Jede dieser Marken hat den Markt schon einmal gestoppt.
Nach unten ist die Zone um 151,9 Yen die wichtigste langfristige Marke. Hier liegen die Hochs von 2022 und 2023 fast deckungsgleich. In beiden Jahren hat der Markt dort gedreht, später hat die Zone als Unterstützung gehalten.
Wichtiger als jedes Kursziel ist auf dieser Zeitebene die Politik. Tokio hat 2026 in zwei Phasen am Devisenmarkt eingegriffen, und beide folgten auf Kursanstiege über 160 Yen. Wie das abläuft, liest du im Abschnitt zur Yen-Intervention.
Jahreschart: die ganze Geschichte seit 1971

Der Jahreschart zeigt die gesamte Kursentwicklung seit 1971. Damals kostete ein Dollar knapp 360 Yen. Auffallend ist der lange Abwärtstrend, der erst mit dem Tief des Jahres 2011 endete. Über vier Jahrzehnte hat der Yen gegenüber dem Dollar damit stark aufgewertet.
Mit dem Tief 2011 begann ein neuer Aufwärtstrend. Er hat den Kurs bis an das Hoch des Jahres 1990 bei 160,40 Yen getragen. In den letzten drei Jahren konnte USD/JPY diese Marke aber nicht nachhaltig überschreiten: 2024 und 2026 lief der Kurs kurz darüber, blieb aber nicht oben.
Grundsätzlich ist die langfristige Aufwärtstendenz aber noch intakt. Als wichtigste Unterstützungszone kann auf dieser Zeitebene das Hoch des Jahres 1998 bei 147,67 Yen Beachtung finden. Das Jahr 2026 bewegte sich bisher zwischen 152,09 und 163,99 Yen.
Widerstand: 158,87 | 160,40 | 161,81 | 163,99
Unterstützung: 151,94 | 151,91 | 147,67
Die wichtigsten Marken und Szenarien im Überblick
Wer USD/JPY handelt, sollte diese Marken im Chart eingezeichnet haben. Die Tabelle fasst zusammen, welche Kursniveaus jetzt zählen und auf welcher Zeitebene sie stehen. Wie du Unterstützungen und Widerstände sauber einträgst, zeigt unser Beitrag zu Unterstützung und Widerstand.
| Marke | Bedeutung | Zeitebene |
|---|---|---|
| 163,99 Yen | Hoch 2026 (Juli) | Woche, Monat |
| 161,81 Yen | Hoch 2024 | Woche, Monat |
| 160,40 Yen | Hoch 1990 | Jahr |
| 158,87 Yen | Hoch 2025, wichtigster Widerstand | 4 Stunden, Tag |
| 157,28 Yen | Schlusskurs 25.09.2026 | aktuell |
| 155,23 Yen | Tief Anfang August 2026 | 4 Stunden |
| 152,89 Yen | Septembertief, Kursziel | Tag, Woche |
| 151,94 / 151,91 Yen | Hochs 2022 und 2023 | Woche, Monat |
| 147,67 Yen | Hoch 1998, Unterstützung | Jahr |
Bull-Szenario
Der Kurs überwindet das Hoch 2025 bei 158,87 Yen und hält sich darüber. Dann verbessert sich das Bild deutlich, und die nächsten Marken sind das Hoch 1990 bei 160,40, das Hoch 2024 bei 161,81 und das Hoch 2026 bei 163,99 Yen. Rückenwind käme von einer weiter großen Zinsdifferenz zu den USA. Bremsen kann Tokio: Beide Interventionsphasen 2026 folgten auf Kursanstiege über 160 Yen.
Bear-Szenario
Der Abprall am Hoch 2025 setzt sich fort. Dann ist das Septembertief bei 152,89 Yen mein nächstes Kursziel, auf dem Weg dorthin liegt das Tief Anfang August bei 155,23 Yen. Darunter warten die Hochs von 2022 und 2023 bei 151,94 und 151,91 Yen, langfristig das Hoch 1998 bei 147,67 Yen. Rückenwind für dieses Szenario käme von einer weiteren Intervention oder einer Bank of Japan, die ihre Zinsen schneller anhebt.
Welches Szenario greift, entscheidet die Marke 158,87 Yen. Solange USD/JPY darunter bleibt, hat für mich das bärische Szenario Vorrang.
Was ist das Währungspaar USD/JPY?
Das Währungspaar USD/JPY gibt an, wie viele japanische Yen ein US-Dollar kostet. Es ist nach EUR/USD das zweitmeistgehandelte Währungspaar der Welt.
Ein steigender Kurs bedeutet, dass der Dollar gegenüber dem Yen an Wert gewinnt. Bei 157 Yen zahlst du für einen Dollar 157 Yen. Fällt der Kurs, wertet der Yen auf. Wer die Richtung verwechselt, handelt das Paar systematisch falsch herum. Im Devisenhandel gehört USD/JPY zu den Majors, also den Paaren mit der höchsten Liquidität und den engsten Spreads.
Eine Besonderheit betrifft die Kursnotierung. Bei Yen-Paaren zählt die zweite Nachkommastelle als Pip, nicht die vierte. Ein Anstieg von 157,20 auf 157,30 sind also 10 Pips. Wer das übersieht, verrechnet sich bei der Positionsgröße um den Faktor 100. Die Details dazu stehen in unserer Anleitung zur Pip-Wert-Berechnung.
Der Yen gilt als sichere Hafenwährung, weil Japan zu den größten Netto-Gläubigern der Welt gehört und japanische Anleger in Krisen oft Kapital aus dem Ausland zurückholen. Diese Kapitalströme lassen den Yen oft genau dann aufwerten, wenn die Risikobereitschaft an den Märkten sinkt. In ruhigen Phasen dreht sich der Effekt um. Dann wird der Yen zur Finanzierungswährung und gerät unter Druck. Wie dieses Wechselspiel funktioniert, zeigt unser Beitrag zu Risk-on und Risk-off.
Warum ist der Yen so schwach?
Der wichtigste Grund ist die Zinsdifferenz zu den USA. Die Bank of Japan hat den Leitzins am 18. September 2026 auf 1,25 Prozent angehoben, mit sieben zu zwei Stimmen und wirksam seit dem 24. September. Die Fed hatte zwei Tage vorher auf 3,75 bis 4,00 Prozent erhöht. Der Abstand liegt damit bei rund 2,6 Prozentpunkten, gemessen am Mittelpunkt der Fed-Spanne.
Die Zinsdifferenz beschreibt den Abstand zwischen den Leitzinsen zweier Währungsräume. Je größer sie ausfällt, desto attraktiver wird die höher verzinste Währung für Anleger.
Auf Zinsschritte der Bank of Japan reagiert der Yen oft anders als erwartet. Gemessen an den EZB-Referenzkursen stieg USD/JPY am Tag der Erhöhung vom 18. September um 1,41 Prozent, der Yen wurde also schwächer. So war es bei fünf von sechs Zinserhöhungen seit 2024. Die Auswertung aller Termine steht in unserem Beitrag zum BoJ-Zinsentscheid.
Dazu kommt der Carry Trade. Dabei verschuldet man sich in einer niedrig verzinsten Währung und legt das Geld in einer höher verzinsten an. Der Yen ist dafür seit Jahrzehnten die erste Wahl, wie unser Beitrag zum Carry Trade zeigt. Solange die Zinslücke besteht, wird der Yen strukturell verkauft. Die Gegenseite ist oft der Australische Dollar.
Bricht ein solcher Trade in Panik zusammen, dreht die Bewegung binnen Tagen. Wer diese Seite ausblendet, unterschätzt das Rückschlagrisiko. Die aktuellen US-Termine findest du beim Fed-Zinsentscheid, die Markterwartungen im Fed Watch Tool.
Yen-Intervention: So stützt Japan seine Währung
Bei einer Devisenintervention kauft das japanische Finanzministerium Yen am Markt und verkauft dafür Dollar, um die eigene Währung zu stützen.
Japan hat 2026 in zwei großen Interventionsphasen eingegriffen. Zwischen dem 28. April und dem 27. Mai setzte das Finanzministerium insgesamt 11,73 Billionen Yen ein. Laut Quartalsbericht entfielen davon rund 6,28 Billionen Yen auf den 30. April. Für den Berichtszeitraum vom 30. Juli bis 26. August meldete das Finanzministerium in seiner Monatsmeldung weitere 15,40 Billionen Yen.
Der zweite Eingriff war ein gemeinsamer mit den USA. Tokio und Washington haben bestätigt, dass sie Ende Juli zusammen gehandelt haben. Eine gemeinsame Intervention zum Kauf von Yen gab es zuletzt 1998. 2011 griffen beide Länder mit weiteren G7-Partnern in die andere Richtung ein und verkauften Yen.
Die Wirkung hielt nicht lange. Im 4-Stunden-Chart siehst du den Einbruch von über 163 Yen bis auf 155,23 Yen Anfang August. Schon Anfang September stand der Kurs mit 160,39 Yen wieder über der Marke von 160.
Für Trader heißt das: Interventionen können schnelle Kurssprünge und Slippage auslösen. Eine Intervention bewegt USD/JPY binnen Minuten um mehrere Yen. Stop-Abstand und Positionsgröße müssen deshalb zum vorher festgelegten Verlustrisiko passen, auch der Verzicht auf den Trade ist eine Option. Die Richtung drehen konnten die Eingriffe 2026 nicht. Finanzministerin Satsuki Katayama hat in dieser Woche erneut betont, dass die Grundsätze der gemeinsamen Intervention weiter gelten.
Technische Analyse USD/JPY
Eine laufend aktualisierte Übersicht zur technischen Situation von Dollar/Yen findest du hier auf TradingView. Die Zusammenfassung dort bündelt die gängigen Indikatoren, also gleitende Durchschnitte, Oszillatoren und Pivot-Punkte, zu einem Gesamtsignal. Für die langfristige Sicht stellst du oben rechts auf „1 Monat“ um.
Solche technischen Ratings sind ein Hilfsmittel, kein Handelssignal. Sie zeigen, ob die Mehrheit der Standardindikatoren gerade in dieselbe Richtung weist. Über die Sinnhaftigkeit eines Einstiegs an dieser Stelle sagen sie nichts. In Seitwärtsphasen liefern sie regelmäßig widersprüchliche Signale, weil trendfolgende und oszillierende Indikatoren gegeneinander laufen. TradingView weist selbst darauf hin, dass niemand allein auf Basis dieser Ratings kaufen oder verkaufen sollte.
Wer das Paar aktiv handelt, sollte die Forex-Handelszeiten kennen. USD/JPY bewegt sich am stärksten während der Tokio-Session und in der Überschneidung von London und New York.
Methodik: So entsteht diese USD/JPY Prognose
Ich lese USD/JPY über fünf Zeitebenen. Jahres- und Monatschart zeigen die große Struktur, der Wochenchart den mittelfristigen Trend, Tages- und 4-Stunden-Chart liefern die konkreten Marken. Im Artikel steht die kürzeste Zeitebene oben, weil die meisten Leser kurzfristig handeln. Kurzfristige Signale ordne ich in die größere Zeitebene ein. Aktuell erwarte ich eine kurzfristige Korrektur innerhalb der langfristig noch intakten Aufwärtstendenz.
Alle Marken stammen aus meinen Charts mit den Kursdaten von FXCM. Eingezeichnet sind Jahreshochs wie das Hoch 1990 bei 160,40 Yen und Tiefs, an denen der Kurs tatsächlich gedreht hat, dazu die Trendlinien. Andere Datenanbieter weichen bei Devisen um einige Hundertstel ab. Das Hoch 2024 liegt bei FXCM bei 161,81 Yen, andere Quellen zeigen 161,95. Im Text steht immer der Wert aus dem Chart, den du im Bild nachprüfen kannst.
Keine Chartanalyse liefert Sicherheit, sondern Wahrscheinlichkeiten. Devisenkurse reagieren auf Notenbanksitzungen, politische Entscheidungen und Kapitalströme, die sich nicht aus dem Chart ableiten lassen. Deshalb nenne ich zu jedem Szenario die Marke, an der es kippt. Dieser Punkt ist für die Praxis wichtiger als jedes Kursziel.
Fazit: USD/JPY scheitert am Hoch 2025, Kursziel Septembertief
USD/JPY ist am Hoch 2025 bei 158,87 Yen abgeprallt. Die Erholung seit Mitte September hat weder diese Marke noch die Abwärtstrendlinie vom Jahreshoch nachhaltig überwunden. Mein nächstes Kursziel ist deshalb das Septembertief bei 152,89 Yen.
Das Bild würde sich deutlich verbessern, wenn das Hoch 2025 fällt. Dann rücken das Hoch 1990 bei 160,40 Yen sowie 161,81 und 163,99 Yen wieder in den Blick. Langfristig ist die Aufwärtstendenz seit 2011 noch intakt, die wichtigste Unterstützungszone liegt beim Hoch 1998 bei 147,67 Yen. Beide Interventionsphasen dieses Jahres folgten allerdings auf Kursanstiege über 160 Yen.
Die nächsten Auslöser kommen Ende Oktober. Die Fed tagt am 27. und 28. Oktober, die Bank of Japan am 29. und 30. Oktober mit ihrem Outlook Report. Bis dahin gilt für mich: Unter 158,87 Yen hat die Abwärtsbewegung Vorrang.
Yen und Franken gelten beide als sichere Häfen, verhalten sich aber unterschiedlich. Auch beim Franken arbeitet die Zinsdifferenz zum Dollar gegen die Fluchtnachfrage. Die Marken dazu stehen in der USD/CHF-Prognose.
Häufige Fragen zur USD/JPY Prognose
Wird der USD/JPY-Kurs steigen oder fallen?
Kurzfristig spricht der Chart eher für fallende Kurse. USD/JPY ist am Hoch 2025 bei 158,87 Yen abgeprallt und hat die Abwärtstrendlinie vom Jahreshoch nicht nachhaltig überwunden. Mein nächstes Kursziel ist das Septembertief bei 152,89 Yen. Deutlich besser wird das Bild erst mit einem Ausbruch über 158,87 Yen.
Warum fällt der japanische Yen?
Der Hauptgrund ist die Zinsdifferenz zu den USA. Auch nach der Anhebung auf 1,25 Prozent am 18. September 2026 liegt der japanische Leitzins rund 2,6 Prozentpunkte unter dem Mittelpunkt der Fed-Spanne. Anleger verschulden sich deshalb in Yen und legen das Geld höher verzinst an. Dieser Carry Trade erzeugt dauerhaften Verkaufsdruck auf den Yen.
Wird der Yen wieder steigen?
Kurzfristig ist das möglich. Fällt USD/JPY wie erwartet Richtung Septembertief bei 152,89 Yen, gewinnt der Yen gegenüber dem Dollar. Für eine nachhaltige Erholung müsste die Zinsdifferenz schrumpfen, durch schnellere Zinsschritte der Bank of Japan oder Zinssenkungen der Fed. Interventionen haben den Yen 2026 jeweils nur für einige Wochen gestützt.
Wie hoch steht USD/JPY aktuell?
Zum Wochenschluss am 25. September 2026 stand USD/JPY bei 157,28 Yen. Das Wochenhoch lag bei 159,04 Yen, das Jahreshoch bei 163,99 Yen aus dem Juli. Aktuelle Kurse findest du im TradingView-Chart des Paares.
Welche Marken sind bei USD/JPY jetzt wichtig?
Nach oben zählen das Hoch 2025 bei 158,87 Yen, das Hoch 1990 bei 160,40 Yen, das Hoch 2024 bei 161,81 Yen und das Hoch 2026 bei 163,99 Yen. Nach unten folgen das Tief Anfang August bei 155,23 Yen, das Septembertief bei 152,89 Yen die Hochs von 2022 und 2023 bei 151,94 und 151,91 Yen und langfristig das Hoch 1998 bei 147,67 Yen. Alle Werte stammen aus FXCM-Charts.
Was bedeutet eine Yen-Intervention für Trader?
Bei einer Devisenintervention kauft das japanische Finanzministerium Yen am Markt, um die Währung zu stützen. 2026 geschah das in zwei Phasen: 11,73 Billionen Yen zwischen Ende April und Ende Mai, dazu 15,40 Billionen Yen im Berichtszeitraum vom 30. Juli bis 26. August, diesmal gemeinsam mit den USA. Solche Eingriffe bewegen USD/JPY binnen Minuten um mehrere Yen und können Slippage auslösen. Stop-Abstand und Positionsgröße müssen deshalb zum vorher festgelegten Verlustrisiko passen, auch der Verzicht auf den Trade ist eine Option.
Wann tagen Fed und Bank of Japan?
Die Fed entscheidet am 27. und 28. Oktober 2026, die Bank of Japan am 29. und 30. Oktober 2026. Am 30. Oktober veröffentlicht die BoJ zusätzlich ihren Outlook Report mit neuen Inflations- und Wachstumsprognosen. Zwei Notenbanktermine in einer Woche sorgen erfahrungsgemäß für mehr Bewegung.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1980 als diskretionärer Price-Action-Trader. Seine Märkte sind Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte. Ein Systemtrader ist er bewusst nicht, was ihm bei der Bewertung fremder Handelsansätze einen kritischen Blick von außen erlaubt.
Seine Erfahrung reicht weit in die Geschichte der technischen Analyse. Kagels übersetzte Ende der 1980er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter und vertrat den US-Trader Joe Ross über 17 Jahre in Deutschland, wo er alle zehn Ross-Bücher übersetzte und verlegte. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Für die USD/JPY Prognose ist Forex einer seiner Heimatmärkte. Kagels handelt Währungspaare seit Jahrzehnten und liest sie über mehrere Zeitebenen, vom Jahreschart bis zum 4-Stunden-Chart. Die Marken in dieser Prognose stammen aus seinen eigenen Charts, eingeordnet werden sie mit der Zinspolitik von Fed und Bank of Japan und den Interventionen des japanischen Finanzministeriums.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.








