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Heiko Thieme im Check: Club, Empfehlungsliste und Buch

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2026

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7 Min

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Heiko Thieme ist einer der bekanntesten deutschsprachigen Börsenkommentatoren, und er verkauft seit 2016 einen eigenen Börsendienst. Wer nach ihm sucht, sucht meist zwei Dinge: seine Empfehlungsliste und die Frage, ob der Club sein Geld wert ist. Beides beantwortet der Anbieter auf seiner eigenen Seite nur teilweise.

Ich habe mir für diesen Artikel die Preisseite, das Impressum, die FAQ und die Academy des Anbieters angesehen und die Angaben zu Thiemes Werdegang gegengeprüft. Dabei sind mehrere Punkte aufgefallen, die ein Interessent kennen sollte, bevor er ein Abo abschließt. Dazu gehört vor allem der Preis, der nicht so funktioniert, wie er auf den ersten Blick aussieht.

Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Heiko Thieme: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Person: Heiko H. Thieme, geboren am 16. September 1943 in Leipzig, aufgewachsen in Goslar. Er ist damit 82 Jahre alt.
  • Erfahrung: Seine Börsenlaufbahn begann 1972 in Edinburgh und London, seit 1979 arbeitet er in New York. Das sind 54 Jahre an den Märkten.
  • Angebot: Der Heiko Thieme Club verkauft einen wöchentlichen Marktkommentar für 59 Euro im Monat und einen werktäglichen WhatsApp-Marktbericht.
  • Preis-Widerspruch: Die Startseite nennt 199 Euro im Monat, die ältere Preisseite bewirbt 99 Euro als Testmonat. Der erklärende Hinweis ist dort per CSS ausgeblendet.
  • Empfehlungsliste: Die vollständige Liste ist zahlungspflichtig und nicht öffentlich. Einzelne Werte nennt Thieme in Interviews und auf Instagram.
  • Kritikpunkt: Eine der Kundenstimmen auf der Anbieterseite stammt vom Vorstand der Firma, die den Club laut Impressum technisch betreibt.
  • Buch: „Erfolgreich zeitlos investieren“ erschien am 16. September 2025, 208 Seiten, 25 Euro, inzwischen in der dritten Auflage.

Wer ist Heiko Thieme?

Heiko Thieme ist ein 1943 in Leipzig geborener Portfoliomanager und Anlagestratege, der seit 1979 von New York aus arbeitet und seit 2016 den kostenpflichtigen Heiko Thieme Club betreibt.

Bekannt wurde er durch zwei Dinge: seine wöchentliche Kolumne in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und seinen hartnäckigen Optimismus. Sein Leitsatz „Der Pessimist ist der einzige Mist, auf dem nichts wächst“ trug ihm den Spitznamen Daueroptimist ein. Sein Angebot vermarktet er heute über den Heiko Thieme Club.

Diese Grundhaltung ist zugleich seine größte Schwäche. Wer immer optimistisch ist, liegt in Aufwärtsphasen oft richtig und in Crashs zuverlässig falsch. Genau das lässt sich an seiner Laufbahn belegen, und ich komme weiter unten darauf zurück.

PersonHeiko H. Thieme, geboren 16. September 1943 in Leipzig
AnbieterThieme Associates / American Heritage Management Corp.
SitzHartsdale, New York, USA
Technik und AboBörsen Radio Network AG, HRB 3098 Bayreuth
AngeboteWochen-Club, täglicher Marktbericht, Academy, Buch
Kostenab 59 Euro im Monat
Club seit2016
Börsenhotlineseit 1986 (laut eigener Angabe die älteste im DACH-Raum)

Heiko Thiemes Werdegang: von Edinburgh an die Wall Street

Thieme ist gelernter Jurist, kein Betriebswirt. Er studierte Jura in Tübingen, Edinburgh, Hamburg und Berkeley und brach die Promotion ab. Seine Börsenlaufbahn begann 1972 als Analyst bei einer britischen Brokerfirma in Edinburgh und London.

Heiko Thieme, Börsenexperte und Portfoliomanager an der Wall Street
Heiko Thieme arbeitet seit 1979 von New York aus.

1979 wechselte er nach New York zur Deutsche Bank Capital Corporation, wo er nach eigenen Angaben zehn Jahre für den US-Aktienmarkt verantwortlich war und die Tochtergesellschaft später leitete. Danach machte er sich selbstständig: Es folgten Thieme Associates, Thieme Consulting und Thieme Securities. Seit 1990 ist er Chairman der American Heritage Management Corporation.

Die American Heritage Management Corporation ist die von Heiko Thieme seit 1990 geführte US-Fondsgesellschaft, deren American Heritage Fund Anfang der neunziger Jahre der erfolgreichste Investmentfonds der USA war.

Die Bilanz dieses Fonds ist der ehrlichste Teil seiner Geschichte. Von 1991 bis 1993 war der American Heritage Fund laut Wikipedia der erfolgreichste Mutual Fund der USA. 1995 kürte ihn eine Fachzeitschrift zum erfolglosesten Fondsmanager des Jahres. 1997 war er wieder der erfolgreichste. Solche Ausschläge entstehen nicht durch Können, sondern durch Konzentration: Wer wenige Titel hoch gewichtet, landet zwangsläufig mal ganz oben und mal ganz unten.

In Deutschland wurde er als Kolumnist bekannt. Von 1987 bis März 2003 schrieb er in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung jeden Montag die Kolumne „Brief aus der Wall Street“, nach Angaben des Anbieters über 800 Beiträge. Parallel läuft seit 1979 sein zweisprachiger Börsenbrief „The Viewpoint/Der Standpunkt“, und seit 1986 betreibt er eine tägliche Telefon-Hotline.

Ein Börsenbrief ist ein kostenpflichtiger Informationsdienst, in dem ein Herausgeber regelmäßig Marktmeinungen und konkrete Anlageempfehlungen an Abonnenten verschickt.

Wie langlebig deutsche Börsenbriefe sein können, zeigt auch der Vermögensverwalter Jens Ehrhardt, der seine Finanzwoche seit 1974 ohne Unterbrechung herausgibt. Eine Übersicht weiterer Namen findest du in unserem Beitrag über die größten Börsenexperten.

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Was steht auf Heiko Thiemes Empfehlungsliste?

Das ist die meistgestellte Frage zu Heiko Thieme, und die ehrliche Antwort lautet: Die vollständige Empfehlungsliste bekommst du nur gegen Geld.

Die Empfehlungsliste von Heiko Thieme ist die laufend gepflegte Aufstellung der Aktien, die er zahlenden Club-Mitgliedern zum Kauf oder Halten nennt. Sie ist öffentlich nicht einsehbar.

Öffentlich zugänglich sind nur Ausschnitte, und zwar aus drei Quellen. Im Podcast und in Interviews beim Börsenradio nennt Thieme regelmäßig Einzelwerte. Auf Instagram betreibt er das Format „Idee des Tages“, in dem einzelne Titel oder auch Broker genannt werden. Und im Blog des Clubs stehen Anrisstexte, die konkrete Namen enthalten.

Aus diesen öffentlichen Quellen stammen die Werte, die er im Sommer 2026 genannt hat: Oracle, Infineon, Volkswagen, First Majestic Silver und Barrick Mining. Das ist eine Momentaufnahme und keine Liste. Wie lange diese Positionen gehalten werden und zu welchem Kurs sie eingegangen wurden, steht in den öffentlichen Quellen nicht.

Der wichtigste Punkt für die Bewertung fehlt vollständig: Es gibt keine veröffentlichte Erfolgsbilanz. Weder der Club noch Thieme selbst legen offen, wie sich die Gesamtheit der Empfehlungen über einen definierten Zeitraum entwickelt hat. Ohne diese Zahl lässt sich der Dienst nicht mit einem Fonds oder einem geprüften Musterdepot vergleichen.

Der Fall AIG: was 2008 passierte

Ein Beispiel zeigt, warum eine Erfolgsbilanz wichtig wäre. Im August 2008 stand die Aktie der American International Group auf Thiemes Empfehlungsliste. Im September 2008 verlor der Versicherer über 90 Prozent seines Börsenwerts und wurde vom US-Staat aufgefangen.

Das ist kein Einzelfehler, sondern ein Strukturmerkmal. Ein Kommentator, der grundsätzlich optimistisch bleibt, hält an gefallenen Titeln fest, weil der Kursrückgang für ihn nach einer Chance aussieht. In einem Börsencrash ist das die teuerste aller Haltungen. Wer Empfehlungen dieser Art umsetzt, braucht ein eigenes Risiko-Management und darf sich nicht auf die Marktmeinung des Herausgebers verlassen.

Thiemes Strategie: Drei-Drittel-Regel und Fünf-Tage-Indikator

Zwei Bausteine tauchen bei Thieme immer wieder auf, und beide sind einfach genug, um sie ohne Abo zu verstehen: die Drei-Drittel-Strategie und der Fünf-Tage-Indikator.

Die Drei-Drittel-Strategie von Heiko Thieme bedeutet, eine geplante Position in drei Tranchen zu kaufen und die zweite und dritte Tranche erst nach weiteren Kursrückgängen nachzulegen.

Der Gedanke dahinter ist Preisdurchschnitt statt Punktlandung. Wer nicht weiß, wo der Boden liegt, kauft gestaffelt und senkt so seinen Einstandskurs, falls es weiter abwärts geht. Die Kehrseite: Bei einem Titel, der nie wieder steigt, kauft man dreimal in einen fallenden Kurs hinein. Die Methode ersetzt also keinen Stopp-Loss, sie verteilt nur das Einstiegsrisiko.

Der Fünf-Tage-Indikator ist Heiko Thiemes Faustregel, nach der die ersten fünf Handelstage eines Börsenjahres die Richtung des gesamten Jahres anzeigen.

Thieme beziffert die Trefferquote dieser Regel selbst auf 80 Prozent. Diese Zahl stammt aus seinen eigenen Aussagen und ist keine geprüfte Statistik. Saisonale Faustregeln dieser Art funktionieren rückblickend oft gut und halten einer Vorwärtsprüfung selten stand. Als grobe Stimmungsanzeige taugt sie, als Handelssignal nicht.

Für 2026 hat Thieme daraus ein konkretes Jahresziel abgeleitet: ein Plus von 7 bis 15 Prozent und ein DAX-Ziel von 27.500 Punkten, bei einer zwischenzeitlichen Korrektur von 5 bis 10 Prozent und einer Liquiditätsquote von rund 20 Prozent.

Der Heiko Thieme Club: Angebote und Kosten

Der Heiko Thieme Club ist ein kostenpflichtiger Börsendienst, der Abonnenten wöchentliche Marktkommentare und werktägliche WhatsApp-Sprachnachrichten mit Aktienideen von Heiko Thieme liefert.

Der Anbieter verkauft zwei getrennte Produkte, und das ist der Punkt, an dem die meisten Preisangaben im Netz falsch sind.

Unübersichtliche Preisangaben sind in dieser Branche kein Einzelfall. Wie schnell zwei Anbieterseiten auseinanderlaufen, zeigt die Frage, was der Heibel-Ticker kostet: Dort nennen Bestellseite und ältere Produktseite unterschiedliche Beträge für dasselbe Abo.

AngebotLeistungPreis im Monat
Wöchentlicher Clubein Club-Beitrag pro Woche, Archivzugriff, Clubfragen59 Euro
Täglicher Marktberichtwerktägliche WhatsApp-Sprachnachricht199 Euro
Testmonat (nur auf älteren Unterseiten)derselbe Marktbericht im ersten Monat99 Euro
Studenten und Auszubildendetäglicher Marktbericht gegen Nachweis50 % Rabatt

Der Anbieter führt zwei Preisdarstellungen parallel, und sie widersprechen sich. Die Startseite nennt für den täglichen Marktbericht 199 Euro im Monat und wirbt darüber mit dem Satz, es gebe „kein Kleingedrucktes”. Die ältere Preisseite bewirbt dagegen weiterhin 99 Euro.

Entscheidend ist, was dort fehlt: Der Satz, der die 99 Euro erklärt, steckt zwar im Quelltext der Preisseite, ist aber per CSS ausgeblendet und für Besucher nicht lesbar. Sichtbar bleibt dort allein die 99. Wer über diese Seite einsteigt, sieht den Regulärpreis nirgends.

Heiko Thieme Club Preise: 59 Euro Wochen-Club und 199 Euro täglicher Marktbericht
Die Startseite nennt 199 Euro für den täglichen Marktbericht und wirbt darüber mit „kein Kleingedrucktes“. Screenshot vom 15. August 2026.

Der tägliche Marktbericht von Heiko Thieme ist eine werktägliche WhatsApp-Sprachnachricht von rund zehn bis zwanzig Minuten mit Markteinschätzung und konkreten Kauf- und Verkaufsideen.

Beide Abos sind monatlich kündbar, und der Anbieter wirbt mit einer Zufriedenheitsgarantie von 14 Tagen für den Studententarif. Wer über das Testangebot einsteigt und nicht rechtzeitig kündigt, zahlt ab dem zweiten Monat mehr als das Doppelte.

Die Academy als Ersatz für das Börsen-ABC

Das frühere „Börsen ABC“ gibt es nicht mehr. Die Seite ist offline. An ihre Stelle ist die Academy getreten, in der acht Themen gelistet sind, darunter die Aufteilung zwischen ETFs und Aktien, Thiemes Hebelstrategie und die Drei-Drittel-Strategie. Nur ein Teil davon ist frei zugänglich, der Rest trägt den Vermerk „Nur für Club-Abonnenten verfügbar“.

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Wer steht hinter dem Heiko Thieme Club?

Das Impressum ist aufschlussreicher als die Startseite. Verantwortlich für den Inhalt sind Thieme Associates und die American Heritage Management Corp. mit Sitz in Hartsdale, New York. Das ist eine US-Gesellschaft, und damit beantwortet sich auch die häufig gestellte Frage nach Thiemes Wohnort.

Der technische Betrieb liegt jedoch in Deutschland. Für Audio-Produktion, technische Betreuung und die Abo-Verwaltung ist laut Impressum die Börsen Radio Network AG zuständig, eingetragen unter HRB 3098 in Bayreuth, mit Sitz in Heinersreuth und Peter Heinrich als Vorstand. Abo-Anfragen laufen über deren Telefonnummer.

Daraus ergeben sich zwei Punkte, die ein Interessent kennen sollte. Erstens: Vertragspartner ist eine US-Firma. Ein Impressum nach deutschem Recht, eine Erlaubnis nach § 34f GewO oder eine Registrierung bei der BaFin finden sich nicht. Bei einem reinen Informationsdienst ist das rechtlich vertretbar, weil keine individuelle Anlageberatung stattfindet. Es bedeutet aber, dass die Schutzmechanismen der deutschen Finanzaufsicht hier nicht greifen.

Zweitens, und das wiegt schwerer: Auf der Startseite und auf der Vergleichsseite des Clubs steht eine Kundenstimme von „Peter Heinrich, Vorstand Börsen Radio Network AG“. Das ist derselbe Peter Heinrich, dessen Firma laut Impressum den Club technisch betreibt und die Abos verwaltet. Die Geschäftsbeziehung wird an dieser Stelle nicht offengelegt. Ein Testimonial des eigenen Dienstleisters ist kein unabhängiges Kundenurteil.

Ist der Heiko Thieme Club seriös? Vor- und Nachteile

Seriös und empfehlenswert sind zwei verschiedene Fragen. Heiko Thieme ist eine reale, überprüfbare Person mit dokumentierter Laufbahn. Der Club liefert, was er verspricht. Bei der Vermarktung gibt es aber mehrere Punkte, die ich kritisch sehe.

Vorteile des Heiko Thieme Clubs

  • Nachprüfbare Person: Werdegang, Wikipedia-Eintrag, FAZ-Kolumnen und Fernsehauftritte lassen sich unabhängig belegen. Das unterscheidet Thieme von den meisten Finfluencern.
  • Klares Format: Eine werktägliche Sprachnachricht von zehn bis zwanzig Minuten ist ein ehrliches Produktversprechen ohne Erfolgsgarantie.
  • Monatlich kündbar: Beide Abos laufen ohne Mindestlaufzeit, für Studenten gibt es zusätzlich eine 14-tägige Zufriedenheitsgarantie.
  • Kein Depot-Zwang: Der Club verlangt keine Kontoeröffnung bei einem Partnerbroker und verdient nicht am Handelsvolumen der Mitglieder.

Nachteile des Heiko Thieme Clubs

  • Widersprüchliche Preisseiten: Startseite und ältere Preisseite nennen unterschiedliche Beträge. Der Hinweis, der den Testpreis erklärt, ist per CSS ausgeblendet.
  • Testimonial des Geschäftspartners: Die Kundenstimme von Peter Heinrich stammt vom Vorstand der Firma, die den Club betreibt. Die Verbindung wird nicht gekennzeichnet.
  • Selektive Renditewerbung: Die Startseite zeigt Einzelgewinne wie +35 Prozent bei Siemens, ohne Zeitraum, ohne Gesamtperformance und ohne Verlustpositionen.
  • Keine Erfolgsbilanz: Es gibt keine veröffentlichte Auswertung aller Empfehlungen über einen definierten Zeitraum.
  • Dauerhafter Optimismus als Risiko: Wer strukturell bullisch ist, warnt in Abwärtsphasen zu spät. Der AIG-Fall von 2008 ist dafür das belegte Beispiel.

Für wen der Club trotzdem funktionieren kann: für Anleger, die eine zweite Meinung zu ihren eigenen Entscheidungen suchen und die Sprachnachricht als Marktkommentar hören, nicht als Handelsanweisung. Wer dagegen eine nachvollziehbare Erfolgsbilanz erwartet, bekommt sie hier nicht.

Zum Vergleich lohnt der Blick auf einen Kommentator ohne Bezahlangebot. Robert Halver veröffentlicht seine Markteinschätzungen vollständig kostenlos, weil ihn die Baader Bank als Angestellten bezahlt. Das ist ein anderes Geschäftsmodell und ein nützlicher Maßstab für die Frage, wofür ein Club-Beitrag stehen sollte.

Wie reich ist Heiko Thieme?

Zu dieser Frage gibt es keine belastbare Angabe, und das ist die vollständige Antwort. Thieme selbst nennt keine Vermögenszahlen. Es gibt weder eine Pflichtveröffentlichung noch ein Interview mit belastbaren Angaben.

Die Zahlen, die im Netz kursieren, stammen von Seiten ohne Quellenangabe. Ich habe die Treffer geprüft: Es sind durchweg automatisiert erstellte Vermögensseiten, die dieselben Formulierungen wiederholen und keinen einzigen Beleg nennen. Solche Angaben sind wertlos, und wir übernehmen sie nicht.

Belegbar sind nur die Erlösquellen: der Club, der Börsenbrief, das Buch und Vortragshonorare. Wie groß der Club ist, bleibt offen: Die Startseite nennt an einer Stelle über 2.000, weiter unten über 5.000 aktive Mitglieder. Zu Familie und Privatleben äußert sich Thieme öffentlich nicht.

Das Trainee-Programm von Heiko Thieme

Seit 1979 haben nach Angaben des Anbieters über 300 Praktikanten mehrere Monate in Thiemes Büro verbracht. Sie bilden heute die sogenannte Thieme-Alumni-Gruppe. Bewerbungen laufen weiterhin über die Club-Website.

Einige Absolventen sind heute selbst bekannte Namen: Markus Koch berichtet seit Jahrzehnten von der Wall Street, Robert El-Gayar arbeitete für Börse Online, Richard Weiss für Bloomberg TV. Für die Einordnung des Angebots ist das relevant: Thieme hat nachweislich Nachwuchs ausgebildet, und das ist ein Signal, das sich nicht kaufen lässt.

Ergänzend nennt Thieme akademische Stationen: sechs Jahre Adjunct Professor an der New Yorker Pace University und seit rund 40 Jahren Gastvorlesungen in Europa.

Buch: „Erfolgreich zeitlos investieren“

Nach Jahrzehnten als Kolumnist hat Thieme 2025 sein erstes eigenes Buch veröffentlicht. „Erfolgreich zeitlos investieren“ erschien am 16. September 2025 im FinanzBuch Verlag, umfasst 208 Seiten und kostet gebunden 25 Euro. Es liegt inzwischen in der dritten Auflage vor.

Erfolgreich zeitlos investieren, Buchcover von Heiko Thieme
„Erfolgreich zeitlos investieren“ erschien 2025 im FinanzBuch Verlag.

Inhaltlich ist es kein Trading-Buch. Thieme beschreibt seine Anlagephilosophie für den langfristigen Vermögensaufbau mit Aktien und ETFs, erklärt die Drei-Drittel-Strategie und erzählt Episoden aus fünf Jahrzehnten, vom Schwarzen Montag 1987 bis zu seinen eigenen Fehlgriffen. Der rote Faden ist Geduld: Kursschwankungen aushalten statt auf sie reagieren.

Auf Amazon erreicht das Buch 4,5 von 5 Sternen bei 104 Bewertungen (Stand: 15. August 2026). Kritische Rezensionen bemängeln vor allem, dass der Anekdotenanteil hoch und der konkrete Anteil dünn ist. Wer Zahlen, Kennziffern und Auswahlkriterien erwartet, bekommt weniger davon, als der Untertitel verspricht. Neben der gebundenen Ausgabe gibt es ein E-Book, laut Anbieter außerdem eine Hörbuchfassung.

Wer weitere Titel sucht, findet eine Auswahl in unserer Übersicht der besten Trading-Bücher.

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Heiko Thieme auf Instagram, YouTube und im Podcast

Ein großer Teil von Thiemes Reichweite läuft heute kostenlos, und für viele Interessenten sind die kostenlosen Kanäle der bessere Einstieg als ein Abo.

  • Instagram: Der Account @heikothieme.club hat rund 193.000 Follower und über 850 Beiträge. Dort läuft das Format „Idee des Tages“.
  • YouTube: Thieme ist regelmäßig als Gast bei comdirect, WELT und einzelnen Finanzkanälen zu sehen. Eigene Kanalinhalte gibt es kaum, er tritt fast immer als Interviewgast auf.
  • Podcast: „Heiko Thieme Börsen Club“ erscheint bei Spotify und Apple Podcasts. Die Folgen sind Anrisse aus dem kostenpflichtigen Club.
  • Börsenradio: Beim Börsen Radio Network erscheinen regelmäßig Interviews. Zu beachten ist, dass dieselbe Gesellschaft den Club technisch betreibt.

Der letzte Punkt ist keine Kleinigkeit. Interview, Produktion und Abo-Verkauf laufen teilweise über dieselbe Firma. Das macht die Interviews nicht falsch, aber sie sind kein unabhängiges Presseformat. Weitere Formate findest du in unserer Übersicht der besten Börsen-Podcasts.

Fazit: für wen sich Heiko Thieme lohnt

Heiko Thieme ist ein echter Börsenveteran mit einer belegbaren Laufbahn, und sein Optimismus hat vielen Anlegern über schwache Phasen geholfen. Genau dieser Optimismus ist aber auch der Grund, warum ich seine Empfehlungen nicht ungeprüft übernehmen würde. AIG im August 2008 ist dafür der dokumentierte Beleg.

Der Club selbst ist kein unseriöses Angebot. Er liefert, was er beschreibt, und ist monatlich kündbar. Was mir fehlt, ist die Erfolgsbilanz. Solange nicht offengelegt wird, wie sich alle Empfehlungen über einen definierten Zeitraum entwickelt haben, bleibt der Wert des Abos Vertrauenssache.

Meine Einordnung nach Anlegertyp: Wer langfristig in Aktien und ETFs investiert und eine zweite Meinung sucht, bekommt für 59 Euro im Monat einen erfahrenen Kommentator. Wer aktiv tradet, braucht ihn nicht, denn Sprachnachrichten sind kein Handelssignal. Und wer über ein Testangebot einsteigt, sollte sich den Preissprung ab dem zweiten Monat in den Kalender schreiben.

Wer nur den Ton und die Denkweise kennenlernen will, kommt mit Instagram, den Interviews und dem Buch weit genug. Das kostet nichts und reicht, um zu entscheiden, ob ein Abo überhaupt in Frage kommt.

Häufige Fragen zu Heiko Thieme

Wie alt ist Heiko Thieme?

Heiko Thieme wurde am 16. September 1943 in Leipzig geboren und ist damit 82 Jahre alt. Am 16. September 2026 wird er 83.

Was kostet der Heiko Thieme Club?

Der wöchentliche Club kostet 59 Euro im Monat. Für den täglichen Marktbericht nennt die Startseite 199 Euro, während eine ältere Unterseite noch einen Testmonat für 99 Euro bewirbt. Beide Abos sind monatlich kündbar.

Wo lebt Heiko Thieme heute?

Thieme arbeitet seit 1979 in New York. Laut Impressum seines Clubs liegt der Firmensitz in Hartsdale, im US-Bundesstaat New York, rund 30 Kilometer nördlich von Manhattan.

Was steht auf Heiko Thiemes Empfehlungsliste?

Die vollständige Liste ist zahlungspflichtigen Club-Mitgliedern vorbehalten. Öffentlich nennt Thieme einzelne Werte in Interviews und auf Instagram. Im Sommer 2026 waren das unter anderem Oracle, Infineon und Barrick Mining.

Ist der Heiko Thieme Club seriös?

Der Club ist ein reales Angebot einer nachprüfbaren Person und liefert die beschriebene Leistung. Kritisch sind die Preisdarstellung, eine Kundenstimme vom Vorstand des eigenen Dienstleisters und das Fehlen einer veröffentlichten Erfolgsbilanz.

Wie reich ist Heiko Thieme?

Dazu gibt es keine belastbare Quelle. Thieme nennt selbst keine Zahlen, und die im Netz kursierenden Angaben stammen von Seiten ohne Quellennachweis. Wir übernehmen solche Schätzungen nicht.

Was ist die Drei-Drittel-Strategie?

Sie bedeutet, eine geplante Position in drei Tranchen zu kaufen. Die zweite und dritte Tranche kommen erst nach weiteren Kursrückgängen dazu. Das senkt den Einstandskurs, ersetzt aber keinen Stopp-Loss.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und diskretionärer Price-Action-Trader seit 1980. Er handelt Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte und arbeitet ohne technische Indikatoren, allein auf Basis von Kursverlauf und Marktstruktur.

Ende der Achtzigerjahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre vertrat er Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte dessen 10 Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Die deutsche Börsenbrief-Szene kennt Karsten seit den Achtzigerjahren aus eigener Anschauung: als Leser, als Übersetzer und Verleger von Finanzliteratur und als Herausgeber eigener Marktanalysen. Börsendienste bewertet er nüchtern aus der Trader-Perspektive: Was taugt die Analyse, und was bleibt davon nach Kosten und Risiko übrig? Zu Heiko Thieme besteht keine Werbepartnerschaft und keine finanzielle Beteiligung.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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