Im Februar 2020 zahlte ein Hedgefonds 27 Millionen Dollar für eine Absicherung, die praktisch niemand haben wollte. Vier Wochen später war diese Position 2,6 Milliarden Dollar wert. Der Mann hinter dem Trade heißt Bill Ackman, und derselbe Mann hatte zwei Jahre zuvor eine Wette gegen Herbalife nach über fünf Jahren aufgeben müssen, mit einem geschätzten Verlust von fast einer Milliarde Dollar.
Beide Geschichten stammen aus demselben Kopf und derselben Methode. Genau das macht Ackman für Trader interessanter als die üblichen Milliardärsporträts. Er setzt auf sehr wenige Positionen mit sehr viel Überzeugung, und diese Bauweise schneidet in beide Richtungen. Dieser Artikel nimmt die drei Fälle auseinander, die das zeigen, und stellt die Fondsrendite daneben, die in den meisten Porträts fehlt. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Bill Ackman: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Sein bekanntester Trade lief im März 2020: Für 27 Millionen Dollar Prämie kaufte er Kreditabsicherungen und stieg am 23. März mit 2,6 Milliarden Dollar wieder aus.
- Er nennt sich aktivistischer Investor: Er kauft große Anteile an wenigen Unternehmen und drängt das Management öffentlich zu Veränderungen.
- Sein Fonds hält meist unter zwölf Positionen. Diese Konzentration ist Kern der Strategie und zugleich ihr größtes Risiko.
- Die Verluste sind genauso groß: Bei Valeant verlor er je nach Quelle zwischen 2,8 und 4 Milliarden Dollar, beim Herbalife-Short nach Berichten knapp eine Milliarde Dollar.
- Die Bilanz bleibt stark, die Schwankung auch: Seit 2004 stehen 16,2 Prozent Rendite pro Jahr zu Buche. Im laufenden Jahr 2026 liegt der Fonds trotzdem 10,5 Prozent im Minus.
Wer ist Bill Ackman?
Bill Ackman ist ein US-amerikanischer Hedgefondsmanager, der 2004 Pershing Square Capital Management gründete und sich selbst als aktivistischen Investor bezeichnet.
Ackman wurde am 11. Mai 1966 in Chappaqua im Bundesstaat New York geboren. Er studierte in Harvard und schloss dort 1992 sein MBA-Studium ab. Im selben Jahr gründete er mit David Berkowitz seinen ersten Fonds, Gotham Partners, direkt nach dem Abschluss und ohne nennenswerte Berufserfahrung.
Gotham lief rund zehn Jahre mit gemischtem Ergebnis und wurde Anfang der 2000er-Jahre abgewickelt. Der zweite Anlauf wurde der erfolgreiche: 2004 startete Ackman Pershing Square Capital Management mit rund 54 Millionen Dollar aus eigenem und fremdem Kapital. Heute verwaltet die Firma nach Angaben von Forbes rund 20 Milliarden Dollar. Wie diese Fondsgattung grundsätzlich arbeitet, steht in unserem Überblick zu Hedgefonds.
Sein persönliches Vermögen weist Forbes mit 8,7 Milliarden Dollar aus (Forbes-Profil, Stand 28.07.2026). Diese Zahl schwankt stark, weil der größte Teil davon in seinem eigenen Fonds steckt und dessen Wert jeden Tag neu berechnet wird.
Was ist ein aktivistischer Investor?
Ein aktivistischer Investor kauft einen großen Anteil an einem börsennotierten Unternehmen, um von innen Einfluss auf die Geschäftsführung zu nehmen und den Aktienkurs zu steigern.
Der Unterschied zum normalen Anleger liegt im Anspruch. Ein Fondsmanager kauft eine Aktie, weil er sie für unterbewertet hält, und wartet. Ein Aktivist kauft und arbeitet dann daran, dass sich die Bewertung ändert. Die Werkzeuge dafür sind Sitze im Verwaltungsrat, öffentliche Präsentationen, Briefe an Aktionäre und im Ernstfall ein Stimmrechtskampf gegen die eigene Firmenspitze.
Ackman hat diese Rolle über Jahre besonders laut ausgefüllt. Er hielt mehrstündige Präsentationen vor Publikum, gab Fernsehinterviews mitten in laufenden Positionen und trug Auseinandersetzungen offen aus. Diese Öffentlichkeit ist Teil der Strategie, weil sie Druck erzeugt, den ein stiller Anleger nicht aufbauen könnte. Sie hat aber einen Preis, der im Herbalife-Kapitel sichtbar wird.
Verwandt, aber nicht identisch ist der Begriff des Corporate Raiders aus den Achtzigerjahren, für den vor allem Carl Icahn steht. Beide greifen Unternehmen von außen an. Der Unterschied liegt im Ziel: Der Aktivist argumentiert mit einer Wertsteigerungsthese, der Raider zielte häufiger auf die Zerschlagung. Einen Vergleich mit einem völlig anderen Ansatz aus derselben Gewichtsklasse findest du in unserem Portrait zu George Soros.
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Ackmans Strategie: Konzentration statt Streuung
Ackmans Vorgehen ist im Kern klassisches Value Investing, verschärft um zwei Punkte: extreme Konzentration und die Bereitschaft, danach selbst einzugreifen. Als Vorbild nennt er offen Warren Buffett, dessen aktuelle Depotstruktur wir in unserer Analyse zu Warren Buffetts Portfolio aufschlüsseln.
Ein konzentriertes Portfolio setzt einen großen Teil des Kapitals auf wenige Einzelwerte, statt das Risiko über viele Positionen zu verteilen.
Pershing Square hält typischerweise acht bis zwölf Positionen. Zum Vergleich: Ein normaler Aktienfonds kommt schnell auf 60 bis 100 Werte. Bei Ackman entscheidet damit jede einzelne Position spürbar über das Jahresergebnis. Die Auswahlkriterien sind eng gefasst: einfache, vorhersehbare Geschäftsmodelle, hohe Cashflows, eine starke Marktstellung und ein Preis, den er für zu niedrig hält.
Ein ökonomischer Burggraben ist ein dauerhafter Wettbewerbsvorteil, der es Konkurrenten schwer macht, einem Unternehmen Marktanteile abzunehmen.
Wie sich solche Merkmale in Kennzahlen übersetzen lassen, zeigen wir in der Fundamentalanalyse. Der entscheidende Teil bei Ackman kommt danach: Er hält die Position oft über Jahre und arbeitet in dieser Zeit aktiv daran, dass der Markt seine These irgendwann teilt. Das ist der Punkt, an dem sein Ansatz aufhört, für ein Privatkonto nachahmbar zu sein.
Er handelt außerdem nicht nur Aktien. Seine spektakulärsten Ergebnisse entstanden über Derivate, also über Verträge, deren Wert sich vom Kurs eines anderen Wertes ableitet. Ein Überblick dazu steht in unserer Einführung zu Derivaten. Genau darum geht es im nächsten Abschnitt.
Der Corona-Hedge 2020: aus 27 Millionen wurden 2,6 Milliarden
Ende Februar 2020 kam Ackman zu dem Schluss, dass die Pandemie die Märkte härter treffen würde als eingepreist. Statt seine Aktien zu verkaufen, sicherte er das Portfolio ab. Er kaufte Kreditabsicherungen auf breite Anleiheindizes, und zwar weit außerhalb des Geldes, also für Szenarien, die der Markt zu diesem Zeitpunkt für sehr unwahrscheinlich hielt.
Ein Credit Default Swap ist ein Vertrag, bei dem der Käufer eine laufende Prämie zahlt und im Gegenzug entschädigt wird, falls ein Schuldner seine Anleihen nicht mehr bedienen kann.
Die Kosten dieser Absicherung lagen inklusive Gebühren bei 27 Millionen Dollar. Als die Kreditmärkte im März einbrachen, stieg der Wert der Verträge steil an. Am 23. März 2020 war der Ausstieg abgeschlossen, mit einem Erlös von 2,6 Milliarden Dollar für die Pershing-Square-Fonds. Auf den börsennotierten Fonds allein entfielen davon 2,1 Milliarden Dollar. Rechnerisch sind das rund das 96-Fache des Einsatzes.
Der zweite Teil des Trades wird seltener erzählt und ist der wichtigere. Ackman steckte den Erlös sofort in Aktien, die er ohnehin besaß, zu deutlich gefallenen Kursen. Die Absicherung finanzierte also den Nachkauf im Tief. Wie ein solcher Kurseinbruch typischerweise abläuft, ordnen wir in unserem Beitrag zu Börsencrashs ein.
Für die Praxis ist an diesem Trade eine Sache entscheidend, und es ist nicht die Prognose. Es ist die Auszahlungsstruktur. Der maximale Verlust stand von Anfang an fest und war mit 27 Millionen Dollar gemessen am Fondsvolumen klein. Der mögliche Gewinn war offen. Diese Asymmetrie ist das eigentliche Handwerk, und sie funktioniert auch in kleinem Maßstab. Wie sich Positionen gezielt absichern lassen, zeigen wir unter Hedging im Trading.

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Der Herbalife-Short: wenn die richtige These trotzdem Geld kostet
Im Dezember 2012 stellte Ackman sich vor Publikum und erklärte über Stunden, warum er den Nahrungsergänzungs-Konzern Herbalife für ein Schneeballsystem halte. Er hatte rund eine Milliarde Dollar auf fallende Kurse gesetzt und machte diese Position öffentlich. Das war der Anfang eines fünfjährigen Grabenkampfs.
Bei einem Leerverkauf verkauft ein Marktteilnehmer ein Papier, das er nicht besitzt, um es später günstiger zurückzukaufen.
Die technische Seite erklären wir ausführlich unter Leerverkauf und Short Selling. Entscheidend ist hier die Konsequenz: Beim Leerverkauf ist der mögliche Gewinn begrenzt, der mögliche Verlust nicht. Das ist die exakte Umkehrung der Struktur, die den Corona-Hedge so stark machte.
Auf die Gegenseite stellte sich Carl Icahn. Er kaufte Herbalife-Aktien im großen Stil, und die beiden lieferten sich 2013 eine live im Fernsehen gesendete Auseinandersetzung, die bis heute als eine der schärfsten der Wall Street gilt. Weil Ackmans Position öffentlich bekannt war, wusste jeder Marktteilnehmer, gegen wen er handeln konnte. Öffentlichkeit war hier kein Druckmittel mehr, sondern eine Angriffsfläche.
Inhaltlich bekam Ackman teilweise recht. Die US-Handelsbehörde FTC verpflichtete Herbalife im Juli 2016 zu einer Zahlung von 200 Millionen Dollar und zum Umbau des Vergütungssystems (FTC-Mitteilung). Der Begriff Schneeballsystem tauchte in der Beschwerde allerdings nicht auf, und genau das brauchte Ackman für seine These. Die Aktie stieg nach der Einigung, statt zu fallen.
Am 28. Februar 2018 löste Ackman die Position nach über fünf Jahren auf (CNBC). Berichten zufolge lag sein Verlust bei knapp einer Milliarde Dollar, bestätigt hat er die Zahl nie. Icahn gab in einem Fernsehinterview an, auf der Gegenseite rund eine Milliarde Dollar verdient zu haben.
Die Lehre daraus ist unbequem und gilt auf jeder Kontogröße: Eine richtige Analyse ist wertlos, wenn die Position den Zeitraum bis zur Bestätigung nicht überlebt. Wer die Rolle der Positionsgröße dabei unterschätzt, findet die Rechnung dazu in unserem Beitrag zur Positionsgrößenberechnung.
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Valeant: der Preis der Konzentration
Fast parallel zum Herbalife-Short lief die zweite Fehlentscheidung. Ab 2015 baute Pershing Square eine große Position im Pharmakonzern Valeant auf, Ackman zog in den Verwaltungsrat ein. Danach geriet das Unternehmen wegen seiner Preispolitik und seiner Bilanzierung unter Druck, und der Kurs brach ein. Ackman blieb und verteidigte die Position öffentlich.
Am 13. März 2017 verkaufte er die restlichen Anteile zu rund 11 Dollar, ein Minus von 93,7 Prozent gegenüber dem Einstand. Die Verlustangaben gehen auseinander: Reuters nannte über drei Milliarden Dollar, Forbes knapp vier Milliarden, andere Quellen 2,8 Milliarden (Forbes). Eine geprüfte Einzelzahl gibt es nicht, weil Pershing Square Ergebnisse je Position nicht offenlegt. In seinem Aktionärsbrief bezeichnete Ackman das Investment selbst als großen Fehler.
Der Schaden blieb nicht auf eine Position begrenzt. Der Hauptfonds verlor 2015 rund 16,7 Prozent und 2016 weitere 10,2 Prozent. So sieht es aus, wenn Konzentration in die falsche Richtung wirkt. Zwei schlechte Entscheidungen reichten, um mehrere Jahre Arbeit zu neutralisieren. Was ein solcher Rückschlag im Depot anrichtet und wie lange die Aufholung dauert, rechnen wir im Beitrag zum Drawdown im Trading durch.
Bemerkenswert ist der Umgang damit. Ackman hat den Fehler schriftlich eingeräumt und die Verantwortung übernommen, statt auf äußere Umstände zu verweisen. Das ist eine Arbeitstechnik, keine Charakterfrage, und sie unterscheidet ihn von vielen, die nach einem solchen Verlust verschwinden. Wie systematisch mit Verlusten umgegangen wird, steht im Risikomanagement im Trading.

Was die Rendite von Pershing Square wirklich zeigt
Über Ackman wird viel geschrieben, über seine tatsächliche Bilanz wenig. Dabei ist sie öffentlich, weil der Fonds Pershing Square Holdings an der Börse notiert ist und berichten muss. Das ist bei Hedgefonds die Ausnahme.
Die Zahlen aus dem Jahresbericht 2025 sind stark: Wer am 1. Januar 2004 einstieg, erzielte über 22 Jahre eine Rendite von 16,2 Prozent pro Jahr. Der S&P 500 kam im selben Zeitraum auf 10,7 Prozent. Kumuliert stehen 2.644 Prozent gegen 836 Prozent (Jahresbericht 2025, veröffentlicht am 18.02.2026).
Der Nettoinventarwert, kurz NAV, gibt an, wie viel das Fondsvermögen je Anteil nach Abzug aller Verbindlichkeiten wert ist.
Jetzt die andere Seite. Im Jahr 2025 legte der NAV um 20,9 Prozent auf 85,32 Dollar je Anteil zu. Am 21. Juli 2026 stand er bei 76,01 Dollar, ein Minus von 10,5 Prozent seit Jahresbeginn (Pershing Square Holdings). Wer im Januar 2026 eingestiegen ist, sitzt aktuell auf einem zweistelligen Verlust.
Dazu kommt ein Punkt, der Privatanleger direkt betrifft. Die Fondsanteile werden an der Börse dauerhaft unter ihrem rechnerischen Wert gehandelt.
Ein Discount zum NAV bedeutet, dass ein börsennotierter Fonds an der Börse weniger kostet, als seine Vermögenswerte je Anteil wert sind.
Über die gesamte Laufzeit gerechnet drückt dieser Abschlag die Rendite der Aktionäre unter die Rendite des Fondsvermögens. Aus 16,2 Prozent im Fonds wurden für Aktionäre rund 14 Prozent pro Jahr. Das ist immer noch stark. Es zeigt aber, dass zwischen der Leistung eines Managers und dem, was beim Anleger ankommt, eine Lücke liegen kann.
13 Trading-Indikatoren, die du kennen musst

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Was Trader von Ackman übernehmen können und was nicht
Ackmans Methode ist nicht kopierbar, und das liegt nicht am Kapital allein. Ein Aktivist braucht Anwälte, Zugang zu Verwaltungsräten und die Fähigkeit, eine Position über Jahre zu halten. Trotzdem lassen sich einzelne Bausteine sauber herauslösen.
Das lässt sich sinnvoll übernehmen:
- Asymmetrie vor Prognose: Der Corona-Hedge funktionierte, weil der Verlust gedeckelt und der Gewinn offen war. Diese Struktur lässt sich mit Optionen auch in kleinem Maßstab bauen.
- Absichern statt verkaufen: Wer eine Korrektur erwartet, muss nicht das ganze Depot auflösen. Eine begrenzte Absicherung hält die Positionen im Markt.
- Fehler schriftlich festhalten: Ackmans Aktionärsbriefe benennen die Fehlgriffe. Dieselbe Funktion erfüllt für dich ein sauber geführtes Handelstagebuch.
- Wenige Ideen wirklich verstehen: Zwölf Positionen, die du erklären kannst, schlagen fünfzig, die du nur gekauft hast.
Das solltest du nicht übernehmen:
- Die Positionsgröße: Ohne institutionelles Kapital wird aus Konzentration ein Klumpenrisiko, das ein Konto beendet.
- Der öffentliche Short: Herbalife zeigt, was passiert, wenn der Markt weiß, wo du stehst und wie lange du durchhalten musst.
- Der Zeithorizont: Ackman kann Buchverluste über Jahre aushalten. Auf einem gehebelten Konto entscheidet nicht deine These, sondern die Nachschusspflicht.
- Das Nachkaufen im Verlust: Bei Valeant war genau das der teuerste Teil. Ohne feste Ausstiegsregel ist es keine Überzeugung, sondern Verweigerung.
Ob dein eigenes Vorgehen überhaupt einen messbaren Vorteil hat, klärst du am schnellsten über den Beitrag zur Trading-Edge. Weitere Namen und ihre Ansätze findest du in unserer Übersicht der Börsenexperten. Wer sehen will, wie dieselbe Frage nach Konzentration und Ruin bei einem reinen Trader aussieht, findet das im Portrait zu Richard Dennis.
Fazit: was von Ackman für Trader bleibt
Nach über vier Jahrzehnten am Markt interessiert mich an Ackman weniger die Trefferquote als die Bauweise seiner Positionen. Der Corona-Hedge und der Herbalife-Short stammen vom selben Kopf, aber sie haben gegensätzliche Auszahlungsstrukturen. Der eine hatte einen bekannten maximalen Verlust und einen offenen Gewinn. Der andere hatte einen begrenzten Gewinn und einen offenen Verlust. Das Ergebnis kennst du.
Mein eigener Ansatz ist ein völlig anderer. Ich handle diskretionär nach Price Action, ohne Fundamentalanalyse und ohne Beteiligungen. Zwei Punkte aus Ackmans Arbeit halte ich trotzdem für allgemeingültig: Prüfe zuerst, wie eine Position auszahlt, bevor du prüfst, ob du recht hast. Und akzeptiere, dass Konzentration ohne einen definierten Ausstieg keine Strategie ist.
Die dritte Lehre steckt in der Fondsrendite. 16,2 Prozent pro Jahr über 22 Jahre sind herausragend. Dass derselbe Fonds im laufenden Jahr zweistellig im Minus liegt, gehört zur selben Bilanz. Wer nur die Gesamtrendite sieht, unterschätzt, was man dafür aushalten muss. Wie sich Schwankung, Trefferquote und Ergebnis rechnerisch zueinander verhalten, haben wir an echten Trades in der Trading-Mathematik aufgeschlüsselt.
Häufige Fragen zu Bill Ackman
Wer ist Bill Ackman?
Bill Ackman ist ein 1966 geborener US-amerikanischer Hedgefondsmanager und Gründer von Pershing Square Capital Management. Er bezeichnet sich als aktivistischen Investor, kauft also große Anteile an wenigen Unternehmen und nimmt Einfluss auf deren Führung.
Welche Strategie verfolgt Bill Ackman?
Ackman setzt auf ein stark konzentriertes Portfolio aus acht bis zwölf Positionen. Er sucht Unternehmen mit einfachen Geschäftsmodellen, hohen Cashflows und einer starken Marktstellung und arbeitet danach aktiv daran, den Wert zu steigern.
Wie hat Bill Ackman 2,6 Milliarden Dollar verdient?
Er zahlte im Februar 2020 rund 27 Millionen Dollar für Kreditabsicherungen auf Anleiheindizes. Als die Märkte im März einbrachen, stieg er am 23. März mit einem Erlös von 2,6 Milliarden Dollar aus und kaufte damit Aktien zu gefallenen Kursen nach.
Was war Bill Ackmans größter Verlust?
Der Einstieg beim Pharmakonzern Valeant war sein teuerster Fehler. Die Angaben reichen von 2,8 bis 4 Milliarden Dollar. Beim Leerverkauf von Herbalife verlor er nach Presseberichten zusätzlich knapp eine Milliarde Dollar.
Wie hoch ist das Vermögen von Bill Ackman?
Forbes weist sein Vermögen mit 8,7 Milliarden Dollar aus (Stand 28.07.2026). Der Großteil steckt im eigenen Fonds, weshalb die Zahl mit dessen Kursentwicklung deutlich schwankt.
Wie gut ist die Rendite von Pershing Square?
Seit 2004 erzielte der Fonds 16,2 Prozent pro Jahr, gegenüber 10,7 Prozent beim S&P 500. Im laufenden Jahr 2026 liegt der Nettoinventarwert allerdings 10,5 Prozent im Minus, Stand 21. Juli 2026.
Was können Trader von Bill Ackman lernen?
Am meisten lernt man von der Struktur seiner Positionen. Sein bester Trade hatte einen gedeckelten Verlust und einen offenen Gewinn, sein schlechtester genau umgekehrt. Diese Asymmetrie ist wichtiger als die Frage, wer recht behält.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und diskretionärer Price-Action-Trader seit 1978. Er handelt Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte und arbeitet ohne technische Indikatoren, allein auf Basis von Kursverlauf und Marktstruktur.
Ende der Achtzigerjahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre vertrat er Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte dessen 10 Bücher. Bis 2010 gab er eigene Gruppenseminare, von 2000 bis 2010 zusätzlich private Einzelschulungen.
Ackmans Ansatz bewertet er ausdrücklich von außen, als Trader ohne Beteiligungen und ohne fundamentale Unternehmensanalyse. Die Einordnung betrifft deshalb das, was über beide Herangehensweisen hinweg gilt: die Auszahlungsstruktur einer Position, die Positionsgröße und die Frage, wann eine These aufgegeben wird.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.


